Schule & Bildung

Der lamentable Zustand der Zürcher Schulpsychologie

Mein Brief an eine Journalistin des Tages-Anzeiger
Mit Jürg Forster sprach Liliane Minor

Von: Willy Wahl
Gesendet: Samstag, 2. Dezember 2017 23:23
An: 'Minor, Liliane', tages-anzeiger
Betreff: Ihr gutes Interview mit Herrn Forster

Grüezi Frau Minor,

Ihr interessantes Interview mit dem Schulpsychologen Jürg Forster hat mir gut gefallen, insbesondere weil Sie gute Fragen gestellt haben.

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Champions der Praxis

Rudolf Strahm
Kolumne im Zürcher Tages-Anzeiger v. 17. Okt. 2017
Wenn Sie diese Kolumne lesen, schwitzen 38 junge Berufsleute aus der Schweiz in klimatisierten Expo-Hallen der Wüstenstadt Abu Dhabi um die Weltmeistertitel in ihrem erlernten Beruf. Und der Schreibende ist als Beobachter wohl gerade dabei, sich in den gigantischen Messehallen am Persischen Golf zurechtzufinden.

Die Berufsweltmeisterschaften «World Skills Competitions» finden alle zwei Jahre statt. Sie sind der ultimative Qualitätstest für unser Berufsbildungssystem, ja viel mehr, für die internationale Konkurrenz und Innovationsfähigkeit der Wirtschaft. Die 11 Frauen und 27 Männer messen sich mit rund 1300 Mitbewerbern aus 71 Ländern in einer anspruchsvollen berufsbezogenen Projektaufgabe. Jeder Teilnehmende muss in vier Tagen selbstständig ein oder mehrere Leistungsprogramme erfüllen, etwa eine elektrische Schaltzentrale für ein Gebäude erstellen, eine Maschinenkonstruktion nach digitalem Plan ausführen, eine IT-Software entwickeln und anwenden oder ein Viersternmenü zubereiten.

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Quelle: Quelle: Tages-Anzeiger v. 17. Oktober 2017
http://www.tages-anzeiger.ch

Heiter sein als Bildungsziel

von Carl Bossard
Humor haben heisst heiter bleiben, wenn es ernst wird. Und mit dem Schulbeginn wird es wieder ernst. Erinnerung an ein wichtiges Bildungsziel: Humor und Heiterkeit.

„Die schönsten Tage des Jahres“, wie sie ein Neckermann-Ferienkatalog euphorisch nennt, gehen zu Ende. An vielen Orten der Schweiz beginnt das neue Schuljahr. Es ist die Rückkehr aus freien Tagen in die geregelte Unterrichtswelt. Jetzt werde es wieder ernst, sagt man und fügt bei: Mit der Schule fängt ja der Ernst des Lebens an.

„Humor nimmt mir die Angst“

Die heutigen Lehrpläne sind dicht und die Schulprogramme gefüllt, die Zeiten knapp und die Freiräume eng. Und doch sollte etwas genügend Raum finden: Humor und Heiterkeit. Nicht umsonst meint der Volksmund: Mit Humor geht alles viel besser. Er sei ja die Fähigkeit, heiter zu bleiben, wenn es ernst wird. Schule und Heiterkeit sind daher kein Widerspruch, sie bedingen sich. Es braucht Gelassenheit und heitere Distanz; so erreicht die Schule ihren Auftrag leichter.

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Quelle: Journal21
https://www.journal21.ch/heiter-sein-als-bildungsziel

Digitalisierung von Bildung als neoliberales Projekt

Das Internet als Brandbeschleuniger der Globalisierung und Infrastruktur des neoliberalen Regimes.
von Matthias Burchardt
In den 80er Jahren wurde den Studierenden an den westlichen Hochschulen politische Leidenschaft, Kritik und das Engagement für eine gerechte Welt durch den Hinweis auf das „Ende der großen Erzählungen“ aberzogen. Wie immer man zu Lyotard, dem Autor dieser  – selbst durchaus nicht kleinen  – Erzählung vom Ende der Utopien und Sinnklammern, stehen mag, scheint er doch von der Geschichte selbst widerlegt worden zu sein: Die Narrative der „Globalisierung“ oder auch der „Digitalisierung“ haben beinahe uneingeschränkte Hegemonie gewonnen, ihre Alternativlosigkeit entfaltet Sachzwang- und Legitimationskaskaden, die weiteren Begründungsbedarf oder gar alternative Gestaltungsabsichten schlichtweg pulverisieren. Politisches Handeln, das auf dieser Welle schwimmt, ist per se legitimiert, Skeptiker und Kritiker kommen gegen die Macht der großen Erzählung kaum an. Zumal auch die Mächtigen selbst sich intensiv mit diesem Thema auseinandersetzen.

2013 etwa tagte die informelle Bilderberger-Konferenz zu Themen wie: „How big data is changing almost everything“ oder „Online education: promise and impacts“. Die teilnehmenden deutschen Politiker sind Christian Lindner, FDP, („Das Digitalste an der Schule darf nicht die Pause sein“) und Kurt Lauk, zu der Zeit Präsident des Wirtschaftsrates der CDU  – Die Stimme der Sozialen Marktwirtschaft. Lauk kritisierte dann in der Folge auch im Handelsblatt die Nachteile des Datenschutzes bei der Schürfung der digitalen Rohstoffe durch Big Data.

Bevor nun der Vorwurf der Verschwörungstheorie aufkeimt, sei darauf hingewiesen, dass man auch ohne die Teilnahme an informellen Konferenzen subtil die Interessen der IT-Lobby oder des militärisch-kybernetischen Komplexes vertreten kann. Andreas Pinkwart, FDP-Minister für Wirtschaft, Innovation, Digitalisierung und Energie in NRW, etwa offenbart in einem Interview „Ich bin digital im Kopf“ und kündigt einen Masterplan der Digitalisierung an.

Digitale Querfront?

Ob auch die Linken MdB Halina Wawzyniak und Nicole Gohlke digital im Kopf sind, bleibt offen, aber auf der vom Klett-Verlag betriebenen Plattform excitingedu.de werden beide in Hinblick auf eine Positionsbestimmung der Linken wie folgt zitiert:

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Quelle: Rubikon
https://www.rubikon.news/artikel/digitalisierung-von-bildung-als-neoliberales-projekt

Eine weltumspannende, gewinnorientierte Bildungsindustrie breitet sich aus.

Die "Starke Volksschule St. Gallen" gibt einen wöchentlichen Medienspiegel zur Bildungssituation heraus.

Analysten der Bank Julius Bär schätzen, dass im globalen Bildungsmarkt in diesem Jahr bis zu 7,8 Billionen Dollar umgesetzt werden, fast 40 Prozent mehr als 2013. Davon entfällt ein wachsender Anteil auf private Firmen.“ (Anja Burri, NZZaS, 10.6.2017*) (Die Zahl 7.8 Billionen wird zwar im NZZ-Artikel erwähnt, aber ich denke, es muss Milliarden heissen, da in USA Billions für Milliarden stehen.ww)

Unter dem Titel „Die Schonzeit an unseren Schulen ist vorbei“ wirft Anja Burri ein Licht auf die Kräfte im Hintergrund, welche die Schulveränderer als nützliche Idioten brauchen, um ihre finsteren Geschäfte mit unseren Kindern vorwärts zu treiben  – sofern diese Reformer nicht schon selber im Trüben mitfischen. „Business as usual“?  – Diesmal geht es aber um unser Eingemachtes: die seelisch-geistige Kontrolle über die Jugend  – real in und mit der Datenmine.

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Was pädagogische Leidenschaft bewirken kann

von Carl Bossard
Wer in Biografien blättert und bei Schriftstellern schmökert, spürt sie immer wieder: die pädagogische Leidenschaft. Auf Spurensuche nach einem vergessenen Begriff. In seinen «Schulmeistereien» erzählt Peter Bichsel, wie er augenblicklich in seine Erstklasslehrerin verliebt gewesen sei. Der kleine Knirps mochte sie, die passionierte Person, und noch Jahre später konnte er ihr Kleid beschreiben.1 Das sei für ihn, so Bichsel, die einzige Erklärung, warum er kein Schulversager wurde.

Vielen erging es ähnlich. Auch dem grossen Philosophen Sir Karl R. Popper. Darum widmete er die Autobiografie seiner Lehrerin Emma Goldberger. Ihr und ihrer pädagogischen Leidenschaft verdanke er sein ganzes Denken und damit eigentlich alles, schreibt er.

Von dem, was immer gilt

Eines wird bei beiden Lehrerinnen sofort spürbar: das leidenschaftliche pädagogische Ethos für ihren Beruf und die jungen Menschen oder  – vielleicht etwas pathetisch formuliert  – die Liebe zur Aufgabe. Die zwei Geschichten erzählen vom inneren Impetus, der diese Pädagoginnen zu ihrem Handeln bewegt.

Es sind veraltete Begriffe, entsorgt in der pädagogischen Mottenkiste. Die aktuelle Bildungssprache kennt sie kaum; im Diskurs um die professionellen Lehrer-Kompetenzen kommen sie nicht vor. Doch es sind Werte ohne Verfallsdatum  – alt zwar, das sei zugegeben, doch unbeschadet ihres Alters nicht veraltet. Ganz im Gegenteil. Aktuelle Studien aus der Wirkungsforschung und der Neurobiologie rehabilitieren sie.

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Quelle: zuerst erschienen auf www.journal21.ch
http://www.zeit-fragen.ch/de/ausgaben/2017/nr-8-28-maerz-2017/was-paedagogische-leidenschaft-bewirken-kann.html

Bildung: Nicht auf allen Hochzeiten tanzen

Geschätzte Leserin, geschätzter Leser,

wie wohltuend ist es, von einem praxiserfahrenen, herausragenden Pädagogen, wie Carl Bossard, zu lesen, wie er die Schule wieder vom Kopf auf die Füsse stellt. Man fragt sich, weshalb “Bildungsexperten”  – ausgerechnet im Lande Pestalozzis  – von Amtes wegen “pädagogischen Chimären nachlaufen und von einer Hochzeit zur andern eilen”, die nachweislich bei unseren Schulabgängern wesentliche Wissenslücken hinterlassen, die ihr Fortkommen behindern und dem Lande schaden.

Willy Wahl

Bildung: Nicht auf allen Hochzeiten tanzen

Von Carl Bossard* 17.02.2017

Albanisch statt Französisch, Hausaufgaben streichen, Fächer abschaffen. Auf jede neue Idee springt der Lehrer-Dachverband auf. Wem ist damit gedient? Ein Klärungsversuch.

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Bildung braucht Beziehung

Von Carl Bossard
24. 08. 2016
Allen Reformen zum Trotz: Die Lehrer-Schüler-Beziehung bleibt die unhintergehbare Bedingung für gute Lebensperspektiven der Schüler.

Die Persönlichkeit des Lehrers beeinflusse das Sozialverhalten, die Beziehung zur Lehrerin mache es aus, sagt eine umfangreiche Cambridge-/ETHZ-Studie. Die Forscher zeigen sich überrascht. Weniger erstaunt sind erfahrene Lehrpersonen.

Lehrer-Schüler-Verhältnis im wissenschaftlichen Fokus

Das pädagogische Leben spielt sich in den Beziehungen ab. Lernen ist Beziehungshandeln, ist intersubjektives Geschehen. Wir erleben darum Schule und Unterricht als wertvoll in Beziehungen  – zum Lehrer, zur Lehrerin, zur Sache und zu den Inhalten, zu Kolleginnen und Freunden. Das ist nicht neu. Und doch muss man es immer wieder in Erinnerung rufen, weil der Tatbestand vergessen geht. Strukturen und das Dogma des selbstorganisierten Lernens scheinen heute vielerorts wichtiger zu sein als die Persönlichkeit der Lehrperson und die Beziehungsebene.

Wie wirkt sich die Lehrer-Schüler-Beziehung auf das Sozialverhalten von Kindern und Jugendlichen aus? Dieser Frage ging seit 2004 ein Forscherteam der Cambridge University in England und der ETH Zürich nach. Die Langzeitstudie „z-proso“ stützte sich auf Daten von über 1'400 Zürcher Kindern. Seit ihrem Eintritt in die Primarschule wurden sie regelmässig befragt, ebenso ihre Eltern und Lehrpersonen.

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Quelle: Journal21
https://www.journal21.ch/bildung-braucht-beziehung

Heftiger Bürger-Widerstand in der Schweiz gegen eine schädliche, von der OECD eingeschleuste Bildungs-”reform”

Ein Beispiel auch für Deutschland und andere OECD-Länder

Lehrplan 21 als Standortnachteil für die Wirtschaft  – ein Leserbrief

Gegenwärtig soll in verschiedenen Kantonen mit dem umstrittenen Lehrplan 21 die radikalste Änderung des Schulsystems seit Bestehen der Volksschule vorgenommen werden.

Dass die Bedenken, die von der Lehrerschaft, besorgten Eltern und Pädagogikprofessoren, angemeldet wurden, ihre Berechtigung haben, zeigen die schlechten Resultate der LP21 -Versuchsschulen, die mit der „Kompetenzorientierung“ und ihrem „selbstgesteuerten“ oder selbstorganisierten Lernen SOL“ den bewährten Klassenunterricht weitgehend abgeschafft und qualifizierte Lehrer zu „Lernbegleiter“ degradiert haben. Die Schüler werden allein gelassen, indem es ihnen überlassen wird, wann, wie, wo und ob sie lernen wollen. Die übereilte Einführung dieser wissenschaftlich nicht abgesicherten „Neuen Lernformen“ könnte für die Pionierkantone und deren Gewerbe zu einem wirtschaftlichen Standort-Nachteil werden, wie das der Reformpionierkanton Basel-Stadt schon einmal schmerzlich erleben musste.

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Quelle: Komitee «Lehrplan vors Volk» - 8610 Uster
http://www.lehrplan-vors-volk.ch/

Bologna - Problematik des gestuften Studiums

Von Prof. Dr. Pfeilschifter

Der Leibhaftige

Der Leinhaftige, Giovanni di Modena

Das, meine Damen und Herren, ist der Leibhaftige, wie wir in Bayern sagen würden. Er stammt aus Bologna, nicht aus der dortigen Universität, aber aus der Kirche San Giovanni gleich daneben. Und - nachdem ich einen, zugegebenermaßen, polemischen Artikel gegen die Bologna-Reform veröffentlicht hatte, in dem dieses Fresko des Teufels eine gewisse Rolle spielte - nachdem ich das getan hatte, wurde ich doch von Seiten eines Protagonisten der Bologna-Reform glatt meinerseits als der "Leibhaftige" bezeichnet.

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http://www.scilogs.de/anatomisches-allerlei/gastbeitrag-prof-dr-pfeilschifter/

Liebesbrief an einen Lehrer: "Steh auf!, sagten Sie"

Ulla Hahn schreibt an ihren Volksschullehrer
Lieber Herr Lehrer, sehr geehrter Herr Schulten, dass ich überhaupt hier sitze und diese Zeilen schreibe: Ohne Sie wäre ich nie so weit gekommen.

Erinnern Sie sich noch an das kleine Mädchen mit den langen dunklen Zöpfen?

Das sich empörte, weil Sie beim Beruf des Vaters "ungelernter Arbeiter" ins Klassenbuch eintrugen. Ungelernt? Der Vater konnte doch so vieles: Bäume propfen, Kartoffeln ziehen, Schuhe besohlen... Aber konnte er auch lesen und schreiben?

Wissen Sie noch, wie ich mich am ersten Schultag gleich freiwillig in die erste Bank setzte, direkt vor Ihr Pult? Ich hatte den Tag kaum erwarten können. Endlich lesen lernen! Wirklich lesen. Aus Büchern. Nicht nur so wie der Großvater aus Steinen am Rhein. Den Buchsteinen. Aus den Steinen lesen konnte ich längst. Ich hatte immer einen Buchstein bei mir. Auch an unserem ersten Schultag. Aus dem ich Ihnen und der Klasse vorlas.

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Quelle: 30. November 2015 DIE ZEIT Nr. 45/2015, 5. November 2015

Schweiz: Schlechte Bildung: 30'700 Junge hängen am Staatstropf

Tages-Anzeiger
11. 04. 2016
Zehntausende 18- bis 25-Jährige finden keinen Job und belasten die Staatskasse. Ein neues Gesetz will nun die Eltern in die Verantwortung nehmen.

Jeder achte Sozialhilfebezüger in der Schweiz ist zwischen 18 und 25 Jahre alt. Statt in die Berufswelt einzusteigen, leben 30'700 Junge vom Staat, schreibt die «SonntagsZeitung» in Bezug auf die neuen Zahlen des Bundesamts für Statistik (BFS). In mehr als der Hälfte der Fälle fehlt es demnach an einem Berufsabschluss, weitere 1000 junge Sozialhilfebezüger sind weniger als sieben Jahre zur Schule gegangen. 1200 Erwachsene unter 25 Jahren landen trotz Matur oder Mittelschuldiplom bei der Sozialhilfe.

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Quelle: Tagesanzeiger
http://www.tagesanzeiger.ch/schweiz/standard/Schlechte-Bildung-30-700-Junge-haengen-am-Staatstropf/story/22609749

Die Bären und die Katzen

Aus dem Arbeitsheft zur Prävention

Sieben kleine Bären gingen trippel-trappel durch den Wald, hielten sich brav bei den Vordertatzen. Es standen sieben kleine Katzen bei der Pappel am Bach und sagten: «Ach, wären wir drüben  – miau!» Da nahmen die sieben kleinen Bären die sieben kleinen Katzen auf ihre Rücken und sagten: «Wir sind stark, es wird uns schon glücken.» Die Katzen machten die Augen zu vor Ängsten  – und der kleinsten war am bängsten. Als sie am andern Ufer waren, sagten die sieben Kätzlein artig das Sätzlein: «Wir danken schön.» «Es ist gern geschehen», sagten die Bären und meinten auch, «Ja  – wenn wir nicht wären!»

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Quelle: Zeit-Fragen
http://www.zeit-fragen.ch/index.php?id=621

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