Psychologie

Zum Problem der Ehescheidungen

Friedrich Liebling
Zürich
Die Zahl der Ehescheidungen hat ein Ausmaß angenommen, das weithin beunruhigend wirkt; die Statistik gibt an, daß etwa ein Viertel aller Ehen geschieden wird.

Scheidungsraten 2014 05 06

Scheidungsrate Schweiz 2010: 51%, Deutschland: 49%

Diese Zahl läßt uns ungefähr abschätzen, in wieviel Partnerschaften schwerwiegende bis unlösbare Probleme aufzutreten scheinen; es ist selbstverständlich, daß nicht nur die Scheidungsehen problematisch sind, sondern daß auch in jenen Verbindungen, die aus irgendwelchen Gründen eine Trennung vermeiden, große Dissonanzen bestehen, die zwar nicht zur Auflösung der Ehe, aber dennoch zu unsäglichem Leid und zu Verstrickungen führen können.

Diese allgemeine Übersicht belehrt uns darüber, daß das Scheidungsproblem größte sozialhygienische und psychologische Bedeutung besitzt: man muß sich im klaren darüber sein, daß die «kranken Ehen» einen psychischen Gefahrenherd darstellen, in dessen Einflußbereich nicht nur die beteiligten Partner, sondern auch die Kinder und Außenstehende fallen.

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Quelle: “Psychologische Menschenkenntnis”, Heft 1, Juli 1964, S. 2 - 8

«Menschsein und Mitmenschsein sinnvoll verwirklichen»

von Dr. phil. Annemarie Buchholz-Kaiser
«Die Haltung der Gleichwertigkeit, die für das Gelingen jeder Therapiegruppe Conditio sine qua non ist, wird am deutlichsten in Gruppenprozessen mit Jugendlichen auf die Probe gestellt. Wir machen die Erfahrung, dass Jugendliche (Gymnasiasten wie Lehrlinge) ausserordentlich interessiert und für individualpsychologische Gedankengänge aufnahmefähig sein können. Gerade in diesem Alter überfällt viele ein Gefühl der Sinnlosigkeit und eine Entmutigung nimmt überhand: Sie sehen sich in eine Welt hineinwachsen, in der sie von Krieg bedroht sind, in der es schwer ist, menschliche Werte und Ideale zu verwirklichen und in der kaum eine Gruppierung eine echte und dauerhafte Lösung für die anstehenden Probleme weiss.

Hier geben ihnen die Adlerschen Gedankengänge ein Rüstzeug in die Hand, Menschsein und Mitmenschsein sinnvoll zu verwirklichen. In diesem Sinne ist bei Jugendlichen eine grosse Bereitschaft da, sich mit Indivi­dualpsychologie auseinanderzusetzen. Schwerer ist es für sie unter Umständen, die persönlichen Anteile aufkommen zu lassen und zu bearbeiten, da die Angst vor massiver Unterlegenheit in ihrer Altersgruppe noch stärker ist als bei Erwachsenen.

Gerade deshalb aber kann sich die Gruppenanalyse in ihrer Altersgruppe sehr ermutigend auswirken. Das Erlebnis, dass andere an ähnlichen Problemen und Schwächen leiden, mildert die Empfindlichkeit und stärkt die Hoffnung, einen Ausweg gemeinsam zu entwickeln. Der Psychologe muss bei Jugendlichen emotional sehr aktiv und ermutigend sein, in Deutungen und Stellungnahmen jedoch äusserst vorsichtig, im Gruppenprozess zurückhaltend mitlebend.

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Quelle: Buchholz-Kaiser, Annemarie. Individualpsychologische Bildungsarbeit. Aspekte der analytischen Bearbeitung von Persönlichkeitsproblemen in Gruppen. Vortrag, gehalten am 16. Kongress der Internationalen Vereinigung für Individualpsychologie vom 7. –10. Juli 1985 in Montreal
http://www.zeit-fragen.ch/index.php?id=1813

Was das Besondere an der Zürcher Schule ist?

Votum von Friedrich Liebling
Gründer und Leiter der Psychologischen Lehr- und Beratungsstelle Zürich,
auch “Zürcher Schule für Psychotherapie” genannt.

Was das Besondere an der Zürcher Schule ist, fragen Sie?

Ja, das ist sehr leicht zu erklären, so leicht, dass es schon fast wieder schwierig ist, weil der Mensch sich nicht vorstellen kann, dass die Erklärung so einfach ist.

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Tiefenpsychologische Menschenkenntnis

Tiefenpsychologische Menschenkenntnis

von Friedrich Liebling

Die tiefenpsychologische Menschenkenntnis, hervorgewachsen aus der psychotherapeutischen Praxis, stellt sich grundsätzlich auf den Standpunkt, dass seelisches Fremdverstehen im wesentlichen auf Intuition beruhen muss.

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Zur Bedeutung Alfred Adlers

Zur Bedeutung Alfred Adlers 

von Friedrich Liebling

Die Lehre Alfred Adlers ist zu einem Grundpfeiler der Tiefenpsychologie geworden und ist heute aus der psychologischen Forschung nicht mehr wegzudenken; nichtsdestoweniger hat die Individualpsychologie nur teilweise die Anerkennung gefunden, die sie tatsächlich verdient und die sie auch für ihre bahnbrechenden Errungenschaften beanspruchen darf.

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Die Erkenntnisse der Tiefenpsychologie allen zugänglich machen

Die Erkenntnisse der Tiefenpsychologie allen zugänglich machen

zum Wirken des Psychologen Friedrich Liebling

«Menschenliebe ist das Wesen der
Sittlichkeit, Menschenkenntnis das
Wesen der Weisheit.»

Konfuzius

Friedrich Liebling (1893 –1982) war ein Psychologe aus der Wiener Schule für Tiefenpsychologie. Er hatte in Zürich unter dem Namen «Psychologische Lehr- und Beratungsstelle» eine psychologische Praxis und tiefenpsychologische Schule aufgebaut, die er bis zu seinem Tod persönlich leitete.

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Die frühe emotionale Bindung ist entscheidend für die geistige und körperliche Entwicklung.

Die frühe emotionale Bindung ist entscheidend für die geistige und körperliche Entwicklung.

Kinder brauchen Geborgenheit, um sich ihrer Umwelt zu stellen. Das Gehirn reift durch Herausforderung.

von Ingeborg Bördlein

Frankfurt -  In die Diskussion um eine bessere Ausbildung der Kinder und Jugendlichen in Deutschland schalten sich jetzt Wissenschaftler ein, die sich mit der frühen Entwicklung von Kindern beschäftigen: Sie sehen eine sichere emotionale Bindung im ersten Lebensjahr als den besten Nährboden für gute Lebens- und Bildungschancen in späteren Jahren.

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Kinder suchen Halt – Den Kindern Orientierung geben

Kinder suchen Halt  – Den Kindern Orientierung geben

von Dr. Anita Schächter, Kinder- und Jugendpsychotherapeutin, Heitersheim

Der Mensch kommt zur Welt; er ist keine «Tabula rasa», kein unbeschriebenes Blatt. Und doch muss er alles lernen. Der Säugling ist sozial vorangepasst, präadaptiert. Er hat die Fähigkeit zur Wahrnehmung, welche optimal an die Pflegesituation angepasst ist. Er bringt angeborene Voraussetzungen mit, wie die Fähigkeit zum Saugen oder die Ausrichtung auf den Mitmenschen. Er ist bindungsfähig, hat ein sehr feines zwischenmenschliches Sensorium. Der kleine Mensch will lernen, sich entwickeln, er strebt nach Kompetenzzuwachs.

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