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Video Dokumentation von Patrice Fuchs 2018 - 46:13
1. Januar 2026

Alfred Adler und die pädagogische Revolution


Eine der bedeutendsten Persönlichkeiten in Wien um 1900 war Alfred Adler, er veränderte die gesamte Pädagogik und die Psychotherapie und widerlegte den Vererbungsmythos..

Anfang der 1930er Jahre war Adler mit seiner optimistischen Sicht vom Menschen einer der bekanntesten Psychologen der westlichen Welt. Als Erster erkannte er die Problematik emotionaler Verwöhnung, beschrieb den Einfluss der Geschwisterkonstellation, wies Auswege bei schier unlösbaren Konflikten mit 'schwierigen' Kindern. Viele seiner psychologischen Begriffe und pädagogischen Analysen sind ins Allgemeinwissen eingesickert - und wurden durch Neurobiologie und Entwicklungspsychologie bestätigt.

Geschätzte Leserin, geschätzter Leser, liebe Freunde, wir legen Ihnen hier ein wertvolles Dokument, ein Video über die grandiose Geschichte des Anfangs der wissenschaftlichen Forschungen Alfred Adlers und der Bedeutung seiner Individualpsychologie vor. Was nach dem ersten Weltkrieg so segensreich begonnen hatte, wurde durch Faschismus und Unwissenheit zerstört und später durch unglückliches (gewolltes?) Festhalten an Freuds Trieb- und Vererbungslehre in ein Schattendasein verbannt. Wenn es vielen gelingt, den Film bis zum Ende anzuschauen, wird es manchen    – auch als psychologischer Laie   – wie Schuppen von den Augen fallen, dass Krieg in unserer Biologie nicht vorgesehen ist.
Die Frage «Warum führen wir Krieg, wo wir doch eine Sozialnatur haben?» würde möglicherweise dann von immer mehr Menschen gestellt werden. Der Stammtischglaube «Krieg hat es immer gegeben, Krieg wird es immer geben» würde obsolet werden. Die nachstehende kaum zur Kenntnis genommene epochale Erkenntnis, dargelegt in Adlers Hauptwerk "Menschenkenntnis" 1927, würde Psychologen, Pädagogen und Eltern zum Nachdenken und zu weiteren Forschungen anregen:

«Die Charakterzüge sind durchaus nicht, wie viele meinen, angeboren, nicht von Natur aus gegeben, sondern einer Leitlinie vergleichbar, die dem Menschen wie eine Schablone anhaftet und ihm gestattet, ohne viel Nachdenken in jeder Situation seine einheitliche Persönlichkeit zum Ausdruck zu bringen. Sie entsprechen keinen angeborenen Kräften und Substraten, sondern sie sind, wenn auch sehr früh, erworben, um eine bestimmte Gangart festhalten zu können. Die Bedeutung der Vererbung müssen wir hinsichtlich aller Erscheinungen im Psychischen, insbesondere hinsichtlich der Entstehung von Charakterzügen, völlig von der Hand weisen. Es gibt keine Anhaltspunkte, die eine Annahme der Vererbungslehre auf diesem Gebiet schützen können.»

In diesem Sinne sagen wir heute herzlich Danke für die vielen schönen anerkennenden Worte und auch für die finanzielle Unterstützung, die Sie uns immer wieder zukommen lassen für unsere Aufklärungsarbeit.
Mit allen guten Wünschen für ein gutes Neues Jahr 2026 für Sie … und friedlichere Zeiten für uns alle! Herzlich Margot und Willy Wahl

Adler war überzeugt von der unbegrenzten Lernfähigkeit jedes Kindes - wie auch der möglichen Wandlungsfähigkeit des Erwachsenen. Keiner sei der Sklave seiner Gene oder Gefangener seiner Kindheitsumstände. Sein pädagogischer Optimismus ist hochaktuell - und könnte heute viele Eltern und Lehrer inspirieren. Zudem bietet seine Individualpsychologie eben auch überraschende Perspektiven auf die allgemeinere Frage: Wie kann dem Erwachsenen ein erfülltes Leben gelingen?

Alfred Adler - Die pädagogische Revolution in Österreich, eine Dokumentation des ORF 

Die ORF-III-Neuproduktion wirft einen Blick auf das Leben und das Werk eines der größten Pädagogen der Geschichte - des Österreichers Alfred Adler. Kinder waren in der Zeit um 1900 kleine Erwachsene. Sie mussten arbeiten und selber dazu beitragen, dass sie erhalten werden konnten. Ihre Lebenserwartung war gering und sie wurden nicht behütet und gefördert, wie es heute der Fall ist. Mit der Aufklärung kam auch ein anderes gesellschaftliches Verständnis für Kinder auf. Man begann sich über die Schulbildung und Kinderbetreuung Gedanken zu machen. In Wien gab es zu Jahrhundertwende viele Persönlichkeiten, die sich ernsthafte Sorgen um die Kinder und ihre Zukunft machten. Eine der bedeutendsten Persönlichkeiten war Alfred Adler, der die gesamte Pädagogik und die Psychotherapie veränderte. Adler war nicht nur ein Mitbegründer der Wiener Gemeindekindergärten, sondern auch Initiator der Erziehungsberatungsstellen, die es in der Zwischenkriegszeit in ganz Wien gab. Zu seinen Vorträgen in den Wiener Volkshochschulen strömten die Menschenmassen. Bis auf die Straße stand man Schlange um Alfred Adlers Theorien über den "nervösen Charakter" zu hören. Die Dokumentation von Patrice Fuchs beschreibt das Wirken Adlers sowie die damit einhergehende "Pädagogische Revolution", die Wien zur Jahrhundertwende erfasste.

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Musik in diesem Video: Mehr erfahren Jazz på svenska
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