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Seniora.org - Kindererziehung

«Es gibt eine Epidemie von Alphakindern»

Entwicklungspsychologe Gordon Neufeld kämpft dafür, Eltern die Autorität und Kindern die Elternliebe zurückzugeben.
Alexandra Kedves im Interview mit Gorden Neufeld

Ihr Buch «Unsere Kinder brauchen uns!» ist ein Bestseller, und Ihre These von der entscheidenden ­ Kind-Eltern-Bindung wird derzeit wieder heiss diskutiert. Wieso?

Eltern heutzutage haben keine Selbst­sicherheit mehr und keinen Zugang zu ihrer Intuition. Stattdessen gibt es unendlich viele Ratgeber und die Illusion, dass man anhand eines guten Leitfadens lernt, als Eltern das Richtige zu tun. Dabei lautet die wichtige Frage nicht: «Wie als Eltern handeln?», sondern: «Wie Eltern sein?» Es geht um die Qualität der Beziehung zwischen Kind und Eltern;

Quelle: Tagesanzeiger
http://www.tagesanzeiger.ch/leben/gesellschaft/es-gibt-eine-epidemie-von-alphakindern/story/16963308

«Lasst eure Kinder in Ruhe!»

«Lasst eure Kinder in Ruhe!»

Kinder brauchen Liebe statt Leistungsdruck

von Wolfgang Bergmann

Bild bergmann wolfgang

von Wolfgang Bergmann

«Kinder werden heut immer früher gefördert: Babyschwimmen, zweisprachige Kindergärten, Musikstunden schon vor dem Schuleintritt  – alles aus dem Wunsch heraus, dem Kind von Anfang an eine optimale Ausgangsposition zu verschaffen. Doch ist es wirklich richtig, die Kleinen schon so früh mit einem vollen Stundenplan zu konfrontieren?»

(Wolfgang Bergmann im Klappentext seines Buches)

ADHS ist keine Krankheit – Neue Therapien machen Mut

Watergate.tv Redaktion
03.10.2017

Doch rastlose Kinder gibt es schon lange. Das ist keine Modediagnose. Früher nannte man unruhige Kinder "Zappelphilip" und auch in dem Kinderbuch "Struwwelpeter" von 1844 beschreibt der Autor Heinrich Hoffmann, ein Frankfurter Arzt, seine beruflichen Erfahrungen mit "Zappelphilippen" und "Hans-guck-in-die-Lufts".

Während die meisten Mediziner die Verhaltensweise als psychische Störung deklarieren und diese mit dem Medikament Ritalin behandeln, haben Wissenschaftler eine Behandlungsmethode gefunden, mit der gute Erfolge bei Kindern erzielt werden - ganz ohne Ritalin.

Neurofeedback* heißt die Therapie, bei der das Gehirn in mehreren Trainingseinheiten durch Neurofeedback lernt, seine Aktivität situationsgerecht zu verstärken oder zu reduzieren. Nach Einschätzung von Wissenschaftlern und Therapeuten ist Neurofeedback eine gut und schnell wirksame Therapie, um die Störungen bei sowohl Kindern als auch Erwachsenen gut zu behandeln.

Quelle: Watergate.tv, Redaktion
http://www.watergate.tv/?s=ADHS

Die «Tablet»-Familie

In immer mehr Familien verödet das Gespräch bei den Mahlzeiten, weil jeder mit einem elektronischen Gerät beschäftigt ist.
mk. Eine vierköpfige Familie im Speisesaal eines Hotels: Mutter und Vater, ein Sohn, etwa 12jährig, ein Baby, das im Kinderwagen mit am Tisch sitzt. Das Frühstück verläuft sehr ruhig, wir hören am Nebentisch nichts als das ständige Geplärre irgendeiner albernen Sendung für Babys. Dieses Geplärre kommt aus einem Tablet, das die Mutter sorgfältig vor dem Baby aufgebaut hat.

Während das Baby lautlos auf den Bildschirm starrt, nehmen die restlichen Mitglieder der Familie ihr Frühstück ein, ebenso lautlos. Sie reden nämlich nicht miteinander, sondern jeder starrt auf seinen eigenen Bildschirm. Manchmal telefoniert der Vater mit seinem Handy.

Auch daran nehmen Mutter und Sohn keinen Anteil. Alle wirken abgestellt, gelangweilt. «Alle drei sind gemeinsam einsam» schreibt Moritz Nestor über eine ähnliche «digitalisierte» Familie (Zeit-Fragen Nr.15/16 2015) und erklärt, was es für das Kleinkind und für seine Persönlichkeitsentwicklung heisst, statt Beziehung und emotionales Echo in der realen Welt zu erfahren, in einer irrationalen, nicht erklär- und erfahrbaren Welt emotional allein gelassen zu werden.

Von «digitaler Demenz» spricht der Hirnforscher Man­fred Spitzer in diesem Zusammenhang. Beim Kölner Bildungskongress «Lernen erfolgreich gestalten» postuliert er: »Es ist kriminell, Babys vor Bildschirme zu setzen, und wer damit wirbt, macht die Kinder wissentlich dumm.»1

Spitzer im Interview: «Es geht immerhin um die wertvollsten Firmen der Welt und deren Umsatz: Google, Microsoft, Apple, IBM, Facebook. Nachdem in jedem Haushalt schon drei Computer stehen, geht es jetzt darum, dass an Schulen und auch noch Informationstechnik angeschafft werden soll. Und davor warne ich. […] Computer sind in Schulen Lernverhinderungsmaschinen.»

Quelle: Zeit-Fragen
http://www.zeit-fragen.ch/de/ausgaben/2016/nr-11-10-mai-2016/die-tablet-familie.html

Die Hebamme Livia Görner plädiert für mehr Normalität im Umgang mit dem Nachwuchs

Sie ist die Stimme des gesunden Mutterverstands
Wenig bringt Livia Görner mehr in Rage als #regrettingmotherhood. Unter dem Begriff ­diskutiert die Internetgemeinde eine Studie der israelischen Soziologin Orna Donath. Darin kommt das tief empfundene Bedauern von ­Müttern zu Wort, sich überhaupt auf Kinder eingelassen zu haben. Es sind mehr, als Donath dachte: Als Buch wurde die Studie ein unerwarteter Bestseller. Ein Tabu sei damit endlich, endlich ausgesprochen worden, urteilte die Presse. Die Hamburger Hebamme Livia Görner dagegen findet, wer sein Muttersein bereue, benötige einen Psychiaterstatt der Aufmerksamkeit von Buchverlagen, Zeitungen und Blogs. Zur «Frankfurter Allgemeinen Zeitung» sagte sie zudem:

«Dass die Gesellschaft und die Medien einem solch neurotischen Luxusproblem wie der angeblich bereuten Mutterschaft mancher Frauen einen derartigen Platz einräumen, ist unverantwortlich.»

4500 Kinder

Peng, das sitzt. Görner, die in den letzten dreissig Jahren 4500 Kindern auf die Welt geholfen hat, ist die Stimme des gesunden Mutterverstands in der mitunter schrill geführten Debatte ums Für, Wider und Warum des Kinderkriegens. Vor zwei Jahren hat sie einen Ratgeber veröffentlicht, den sie schlicht «Die Wahrheit übers Kinderkriegen» nannte. Seither ist sie eine gefragte Fachfrau zum Thema, arbeitet aber ganz normal als Hebamme weiter, überwacht Geburten, besucht junge Mütter, Väter und deren Babys in ganz Hamburg.

Quelle: Tagesanzeiger
http://www.tagesanzeiger.ch/zeitungen/gegen-den-hype-ums-kinderkriegen/story/11511072

Die Tyrannei der Liebe – von Caroline Thompson

Die Tyrannei der Liebe  – von Caroline Thompson

Wir sollten die Liebe nicht überbewerten, mahnt die in Paris arbeitende amerikanische Psychoanalytikerin.

ein Interview von Finn Canonica, 02.01.2009

Frau Thompson, wie fest lieben Sie Ihre Tochter?

Was soll die Frage? Ich liebe meine Tochter sehr. Ich sage es ihr nur nicht alle drei Minuten.

Ihr Buch «Die Tyrannei der Liebe»* hat in Frankreich für einigen Wirbel gesorgt. Ihre Kritiker stellen Sie in eine reaktionäre Ecke. Es heisst, Sie wollten Kinder wie im19. Jahrhundert erziehen.

Ich habe ein Buch für Eltern geschrieben, die sich ihren Kindern nicht ausliefern oder gar unterwerfen wollen. Ich will nur, dass Eltern sich in ihrer Rolle sicherer und besser fühlen.

Gemeinsam Einsam – „AD(H)S ist keine Krankheit, sondern ein Sozialisationsdefizit“

Prof. Dr. Gerald Hüther entwickelt eine neue Sicht auf dieses strapazierte Krankheitsbild
Rund eine Million Kinder leiden in Deutschland am Aufmerksamkeitsdefizit-Syndrom ADS und Variante mit Hyperaktivität ADHS. Circa 300.000 Kinder nehmen alleine in Deutschland Medikamente, welche tief in den Gehirnstoffwechsel eingreifen. Der Verbrauch des Wirkstoffs Methylphenidat, der im ADS-Mittel Ritalin enthalten ist stieg von 34 kg im Jahr 1993 auf rund 1.735 kg im Jahr 2011, ein Anstieg von über 700 Prozent. Die Auswirkungen dieser Behandlung auf die spätere Hirnentwicklung sind bisher nur unzureichend erforscht.

Der prominente Hirnforscher Gerald Hüther entwickelt eine neue These die besagt, den betroffenen Kindern fehlt die Erfahrung des Gefühls der Zugehörigkeit zu sozialen Gruppen durch „shared attention“. Diese These liegt different zur vorherrschenden schulmedizinischen Lehrmeinung das AD(H)S eine angeborene Funktionsstörung des Gehirns, vor allem des Dopamin-Stoffwechsels sei.

Silke Steffen: Professor Dr. Hüther, Ihre Ansätze sind ja sehr konträr zu der allgemeinen Schulmedizin. Welche Erklärung haben Sie für die Entstehung von AD(H)S?

Hüther: Ein Faktor, der meiner Meinung nach von entscheidender Bedeutung für diese Kinder ist, ist die Erfahrung des „shared attention“. Diese Fähigkeit zu geteilter Aufmerksamkeit entsteht nicht von allein. Dazu muss ein Kind die Erfahrung machen, dass es wunderschön ist sich mit jemand anderem auf etwas zu freuen, etwas gemeinsam zu gestalten. Das geschieht z.B. beim gemeinsamen Anschauen eines Kinderbuches oder beim Beobachten von etwas Drittem. Durch „shared attention“ lernen wir, unsere eigenen Impulse zu kontrollieren, uns auf etwas gemeinsam einzulassen. Diese Erfahrung wird dann im Frontalhirn verankert.

Silke Steffen: Was erklärt uns das bei den AD(H)S Kindern?

http://www.gerald-huether.de/Mediathek/ADHS/Interview_Silke_Steffen.pdf

Medienmündig – Wie unsere Kinder selbstbestimmt mit dem Bildschirm umgehen lernen

Medienmündig  – Wie unsere Kinder selbstbestimmt mit dem Bildschirm umgehen lernen

Mut zum zukunftsträchtigen Zögern!

Stellen Sie sich vor, Sie kommen völlig außer Atem eine Treppe aus der Bahnhofsunterführung hinaufgehetzt. Der Zug steht schon abfahrbereit am Bahnhof, die meisten Türen sind bereits geschlossen. An einer der offenen Türen steht jemand und ruft: Beeilen Sie sich, sonst fährt der Zug noch ohne Sie ab! So schnell Sie eben können, rennen Sie auf diese Tür zu und erreichen sie völlig atemlos und gerade noch rechtzeitig. Aber ganz kurz vor dem Einsteigen zögern Sie … Sie sind sich mit einem Mal nicht mehr sicher, ob es der richtige Zug ist. Fährt er überhaupt dort-hin, wo Sie hinwollen?

Das ist eine gute Frage! Dieses Buch soll Mut machen, genau solche Fragen an unsere schnelllebige »digitale Gesellschaft« zu stellen. Um in diesen entscheidenden Momenten zu zögern und Fragen zu stellen, muss man sehr mutig sein. Wem nützt die angeblich stetig zunehmende Bedeutung von Computern, Fernsehen, Internet und Co.? Nützt sie uns? Unseren Kindern? Oder den Herstellern dieser Produkte? Worauf zielt überhaupt Medienerziehung? Fördert sie das Bruttosozialprodukt? Bringt sie möglichst effizient medienkompetentes Humankapital hervor?

Revolutionäre Wandlungen im psychiatrischen Denken der Gegenwart

Geschätzte Seniora-Leserin, geschätzter Seniora-Leser,

Zum Neuen Jahr:
Wir werden getreu unserer Überzeugung

«Weil Kriege im Geist der Menschen entstehen, muss auch der Frieden im Geist der Menschen verankert werden»

(UNESCO Präambel 1945)

auch weiterhin wesentliche wissenschaftliche Beiträge zur Sozialnatur des Menschen veröffentlichen oder wieder in Erinnerung rufen, um dem Gedanken Alfred Adlers zum Durchbruch zu verhelfen:

"Erziehung muss gelehrt und gelernt werden."

Zum Schluss des nachstehenden Textes schreibt der Autor:

“Wie alle großen Pioniere der Tiefenpsychologie hat auch Sullivan die kulturelle Tragweite seiner Befunde hervorgehoben. Er machte bedeutsame Ansätze zu einer »Psychiatrie der Völker» und zeigte darin auf, wie die Menschheit in ihren Kindheitstagen unter dem Eindruck der unbewältigten Daseinsangst jene Verschrobenheiten ihres Gesichtsfeldes erwarb, welche innerhalb der wachsenden Kultur als nationalistische und rassische Verblendung, religiöse und soziale Unduldsamkeit, mangelhaftes gemeinschaftliches Verantwortungsgefühl in Wirtschaft und Politik, sinnloser Machtwahn usw. auftreten: Auch er hatte, wie vor ihm Sigmund Freud und Alfred Adler, die tiefe Überzeugung, dass die Tiefenpsychologie dazu berufen ist, einer kommenden Menschheit die sinnvolle Realitätsanpassung zu lehren und ihr neue und bessere Formen des Gemeinschaftslebens zu weisen.”

In diesem Sinne widmen wir diesen beeindruckenden tiefenpsychologischen Grundlagentext unseren Lesern, verbunden mit unseren besten Wünschen für ein gutes Neues Jahr 2017!

Margot und Willy Wahl, 31. Dezember 2016

Revolutionäre Wandlungen im psychiatrischen Denken der Gegenwart

Das Werk von H. S. Sullivan und die interpersonelle Psychiatrie, aus der psychologischen Monatszeitschrift “Psychologische Menschenkenntnis” 1965, S. 390  – 397

Dr. Georg Frank, Berlin

Wenn man die Frage aufwirft, in welchem Lande der Welt heute die psychiatrische Forschung die größten Fortschritte zu verzeichnen hat, so denkt man in erster Linie an die Vereinigten Staaten von Amerika: Von dort her kommen heute die wichtigsten und entscheidendsten Forschungsergebnisse, und es kann kein Zweifel mehr daran bestehen, daß die eigentliche Pionierarbeit der Psychiatrie gegenwärtig in den USA geleistet wird.

harry stack sullivan

Harry Stack Sullivan 1892  – 1949

Sabine Schiffer “Bildung und Medien”

Sabine Schiffer “Bildung und Medien”

Was Eltern und Pädagogen wissen müssen

Das Einleitungskapitel des Buches „BILDUNG und MEDIEN“ als Leseprobe

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208 Seiten ISBN: 978-3-937245-10-2

Schreiben lernen

Die Handschrift – Unterricht im Lichte der Neurowissenschaften
von Nicole Duprat, Frankreich
Zeit-Fragen Nr. 7, 14. März 2017
In den finnischen Schulen ist die verbundene Schrift seit Beginn des Schuljahres 2016 durch eine Entscheidung der Regierung abgeschafft worden. Das Erlernen der Druckschrift wird jedoch beibehalten. In den USA haben bereits 45 der 50 Bundesstaaten seit Herbst 2014 die Schreibschrift durch die Druckschrift ersetzt.

In der Schweiz hatte sich Genf bereits im Jahr 2000 für einen Schreibunterricht ausschliesslich in Druckschrift entschieden. Im Jahr 2002 ist der Kanton aber wieder davon abgekommen. Seither wird wieder die verbundene Schrift unterrichtet, weil die Zwischenräume bei der Druckschrift den Kindern Probleme bereiteten. Bei der verbundenen Schrift hingegen ist das ganze Wort sofort erkennbar.

Ein anderes Argument zugunsten der verbundenen Schrift ist das kinästhetische Gedächtnis: Ein einziger Schwung erlaubt es, eine ganze Silbe in einem Zug zu schreiben. Zum Beispiel kann man das Pronomen «elle» [= sie] mit einer einzigen Bewegung formen und damit der Hand ermöglichen, sich an das doppelte «l» zu «erinnern».

Die Unterschiede zwischen der Druckschrift und der verbundenen Schrift zeigt folgender Vergleich.

Die Druckschrift

Die Druckschrift reproduziert die typographischen Buchstaben. Ihre Verbreitung im 20. Jahrhundert wird dem Kalligraphen und Schriftsetzer Edward Johnston (1872 –1944) zugeschrieben. Sie wurde nicht dafür entwickelt, um von Hand geschrieben zu werden. Sie ist unpersönlicher als die verbundene Schrift.

Die Bewegungslinie ist weniger anspruchsvoll als bei der verbundenen Schrift, die Geschwindigkeit des Schreibens wird durch das häufige An- und Absetzen des Schreibwerkzeuges verlangsamt, da jeder Buchstabe vom anderen getrennt ausgeführt wird. Man beginnt mit der Handbewegung, muss aber nach jedem Buchstaben stoppen. Damit verliert der Schriftzug an Schwung. Die Druckschrift verlangsamt das Schreiben und erschwert das Erfassen des Wortes in seiner Ganzheit.

Das grösste Problem der Kinder beim Erlernen der Druckschrift, also dem Schreiben eines Textes in Einzelbuchstaben, ist der Umgang mit den Zwischenräumen. Wo beginnt und wo endet das Wort? Das ist oft nicht eindeutig. Zum Beispiel unterscheidet sich der Abstand zwischen den Wörtern einerseits und dem der Buchstaben andererseits, die Anfänge und die Richtungen müssen für jeden Buchstaben neu bestimmt werden.

Quelle: Auszüge aus dem Artikel «Ces enfants qui n’arrivent plus à écrire», von ­Marie-Estelle Pech, Le Figaro, 1.3.2017 (Übersetzung Zeit-Fragen)
https://www.zeit-fragen.ch/de/ausgaben/2017/nr-7-14-maerz-2017/schreiben-lernen.html

Schulzeugnis und Versagen in der Schule

Friedrich Liebling, Zürich
Der Empfang des Schulzeugnisses bedeutet für viele Kinder und Eltern eine Zeit schwerer Besorgnis. Das schmale Notenbüchlein, das in wenigen Zahlen die Leistungen und das Versagen eines Trimesters resümiert, fällt ein Urteil über ein Kind und zieht entscheidende Konsequenzen nach sich. Vor allem im Falle des Ungenügens liefert das Zeugnis den «eindeutigen Beweis», indem es zahlenmäßig festlegt, wie viel oder wie wenig das Kind zustande gebracht hat. Die mangelhafte Leistung, welche unter Umständen die Promotion in Frage stellt, tritt mit einem Male ans Licht der Öffentlichkeit - es wird dem Kind wie auch seinen Eltern gleichsam «offiziell» bescheinigt, ob es den allgemeinen Maßstäben genügt oder nicht.

Daher mag man verstehen, daß die Zeugniszeit für viele Kinder dramatische und schicksalshafte Komplikation beinhaltet; es gibt Fälle, bei denen unglückliche Zeugnis-Empfänger das Übermaß an seelischer Spannung durch Erkrankungen abreagieren; andere wieder, die im Elternhause Bestrafungen oder Beschimpfungen für die schlechten Leistungen erwarten, bleiben mit ihrem Zeugnis der Familie fern und müssen mitunter durch Polizeiaufgebot gesucht werden; es sind auch schon tragische Suizidfälle in diesem Zusammenhang vorgekommen.

Angesichts dieser Umstände mag man die Frage aufwerfen, ob unser traditionelles Notensystem in allen Beziehungen den Anforderungen einer modernen, psychologisch orientierten Pädagogik genügt. Die Erwachsenen machen sich im allgemeinen hierüber wenig Gedanken; selbst diejenigen, die als Kinder unter dem «Notendruck» gelitten haben, kommen selten darauf, dieses Prinzip in seiner Problematik zu sehen. Aus Gründen, die psychologisch verständlich gemacht werden können, neigen sogar die Opfer einer mühsam durchlittenen Schul- und Jugendzeit besonders dazu, von ihren Kindern mit Selbstverständlichkeit erfolgreiche Schulbewältigung zu fordern.

Quelle: Der Artikel ist erstmals erschienen in der tiefenpsychologischen Monatszeitschrift “Psychologische Menschenkenntnis” 1/1964-65, S. 65 - 71, Publikationsorgan der Psychologischen Lehr- und Beratungsstelle Zürich.

Über die Bedeutung der Erziehung

von Dieter Sprock
Um die Frage der Kindererziehung ist es still geworden. Das Thema ist aus den Schlagzeilen verschwunden und scheint auch bei vielen Eltern heute nur wenig Aufmerksamkeit zu finden. Man könnte meinen, das Wissen um die Bedeutung der Erziehung sei in Vergessenheit geraten. Im Alltag begegnen wir Eltern, welche die natürlich gegebene Ordnung auf den Kopf stellen. Sie sind unaufhörlich darum bemüht, ihren Kindern alles recht zu machen und ihnen jeden Wunsch von den Lippen abzulesen. Sie richten sich auf die Kinder aus und überlassen ihnen die Führung.

Es hat sich eine Stimmung breitgemacht, in der Eltern, die noch erziehen wollen, sich nicht mehr trauen, ihren Kindern nein zu sagen, um nicht als Rabeneltern zu gelten.

Kinder ohne Führung

Wenn Eltern ihre Kinder nicht mehr erziehen und ihnen die Führung überlassen, erweisen sie weder sich noch ihren Kindern einen Dienst. Bekanntlich sind diese nicht dankbar. Sie entwickeln das Gefühl, dass sich die anderen Menschen nach ihren Wünschen richten müssen, und werden ungehalten, wenn es nicht so ist.

So erlebte ich kürzlich, wie ein kleiner Junge, vielleicht dreijährig, mit seinem kleinkindgerechten Einkaufswägeli durch den Dorfladen kutschierte, ohne sich gross um die Mutter zu kümmern. Als diese ihn zu sich rief, bestand er darauf, dass sie zu ihm komme, und als sie nicht gleich folgte, begann er ein grosses Geschrei.

Quelle: Zeit-Fragen
http://www.zeit-fragen.ch/de/ausgaben/2016/nr-2526-8-november-2016/ueber-die-bedeutung-der-erziehung.html

Was sind Rabeneltern?

Gabriela Bonin beantwortet Kinderfragen zu aktuellen Themen. Diese Woche will Robin (10) aus Seedorf UR wissen, was denn Rabeneltern sind

Brutpflege

Brutpflege

Eigentlich sind Raben fürsorgliche Vogeleltern. Trotzdem redet man bei den Menschen von «Rabeneltern», wenn Väter oder Mütter ihre Kinder schlecht behandeln. Selten sind damit richtig böse Eltern gemeint. Vielmehr solche, die nach Ansicht der Kritiker ihre Kinder falsch erziehen. Doch wie erzieht man Kinder «richtig»? *

Raben und Hühner zum Beispiel machen es gut. Sie geben den Jungen genau das, was sie brauchen. Rabenküken schlüpfen nackt und blind.

https://www.migrosmagazin.ch/leben/familie/artikel/was-sind-Rabeneltern

Weißt du eigentlich, wie lieb ich dich hab?

Eigentlich ist es ein wunderbares Kinderbuch. Aber warum nicht auch als Geschenk unter Erwachsenen?

Buch Weisst Du

Weißt du eigentlich, wie lieb ich dich hab?  – ISBN 3-7941-3775-2

Der kleine Hase hat den großen Hasen lieb.
Wie lieb? Sooo lieb hat er ihn und breitet die Ärmchen aus.
Aber die Arme des großen Hasen reichen weiter.

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