Seniora.org - Genetik

ADHS Forschung zeigt: es gibt keine spezifischen Gene

Die Konferenz ADHS kritisiert die Behauptung, ADHS sei primär genetisch bedingt.
Pressemitteilung vom 18. Februar 2019
Neue Forschungsergebnisse aus der Epi- und Molekulargenetik weisen auf komplexe Wechselwirkungen mit starken psychosozialen Kontexteffekten hin.

CRISPR Cas9 – «Wir sind weit davon entfernt, das ‹Konzert der Gene› des Menschen zu verstehen»

Es braucht ein Moratorium zum Schutz des menschlichen Genoms
von Dres. med. Ursula und Walter Knirsch, Zürich
CRISPR Cas9, diese Abkürzung steht für «Clustered Regularly Interspaced Short Palindromic Repeats», übersetzt «angehäufte regelmässig unterbrochene kurze palindrom­artige Wiederholungen». Ein Palindrom ist eine vorwärts wie rückwärts gleich zu lesende Wortfolge wie beispielsweise «eine güldne gute Tugend lüge nie». Cas9 bedeutet CRISPR assoziierte Sequenz9.

Hintergrund

CRISPR Cas9 wurde vor einigen Jahren von Forschern bei Bakterien gefunden und als eine Art bakterieneigene Immunabwehr gegen Viren identifiziert. Nachdem man die Funktionsweise dieses Abwehrsystems nachvollziehen konnte, wurde klar, dass damit ein Instrument für die Gentechnologie vorliegen würde, wenn man es auf andere Zellarten anwenden würde. Seither kommt CRISPR Cas9 weltweit zunehmend zum Einsatz. Für CRISPRCas9 werden auch die Begriffe Genschere, Genomchirurgie, Genome Editing oder Precision Medicine verwendet.

Im folgendem werden Funktionsweise, Beispiele bei Mensch, Pflanze und Tier sowie die Risiken in der Anwendung dieser neuen Technologie CRISPS Cas 9 insbesondere vor dem Hintergrund gesellschaftspolitischer und ethischer Folgen dargestellt.

Quelle: Zeit-Fragen
http://www.zeit-fragen.ch/de/ausgaben/2016/nr-11-10-mai-2016/crispr-cas-9-wir-sind-weit-davon-entfernt-das-konzert-der-gene-des-menschen-zu-verstehen.html

Die Erklärung von Sevilla zur Gewalt (1986)

“Gewalt ist kein Naturgesetz - Biologisch gesehen ist die Menschheit nicht zum Krieg verdammt.“
Im «Internationalen Jahr des Friedens» 1986 wurde von 20 international renommierten Wissenschaftern das «Sevilla Statement on Violence» verabschiedet.
Sevilla, 16. Mai 1986
Bei allen eingehend untersuchten Gattungen wird der Status innerhalb einer Gruppe durch die Fähigkeit zur Kooperation sowie die Fähigkeit, bedeutende soziale Aufgaben für die Gruppe zu übernehmen, erworben. «Dominanz» setzt soziale Bindungen und Vereinbarungen voraus; auch wo sie sich auf aggressives Verhalten stützt, ist sie nicht einfach gebunden an den Besitz und die Anwendung überlegener physischer Kraft. Immer dann, wenn bei Tieren künstlich die Selektion aggressiven Verhaltens gefördert wird, führt dies schnell zu hyperaggressiven Verhaltensweisen dieser Individuen.

Dies ist ein Beleg dafür, dass eine ausschließliche Selektion der Aggression unter normalen Bedingungen nicht vorkommt. Wenn solche experimentell gezüchteten hyperaggressiven Tiere in eine soziale Gruppe eingeführt werden, stören sie entweder deren soziale Struktur oder sie werden vertrieben. Gewalt ist weder Teil unseres evolutionären Erbes noch in unseren Genen festgelegt.

Wir halten es für unsere Pflicht, uns aus der Sicht verschiedener wissenschaftlicher Disziplinen mit den gefährlichsten und vernichtendsten Aktivitäten der Menschheit zu befassen: mit Krieg und Gewalt.

Wir wissen, dass die Wissenschaft ein Produkt des Menschen ist, sie deshalb weder endgültig noch allumfassend sein kann. 

Wir danken der Stadt Sevilla sowie den Vertretern der Spanischen Unesco-Kommission für die Unterstützung unseres Treffens. In Sevilla trafen sich Wissenschafter aus der ganzen Welt, die sich mit dem Thema Krieg und Gewalt beschäftigen.

Die Folgen von emotionaler Vernachlässigung in der Kindheit

Die Folgen von emotionaler Vernachlässigung in der Kindheit

von Bruce D. Perry, M.D., Ph.D. (Sept. 99)

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Bruce Perry

Vorbemerkung:

Perry’s Beobachtungen und Empfehlungen entsprechen in allen Einzelheiten unseren Erfahrungen im Intensivpädagogischen Programm der AGSP. Ferner ist seine begriffliche Diffrenzierung zwischen ATTACHMENT und BOND sehr hilfreich: Attachment meint positive Liebesbindungen; Bond umfaßt positive und pathologische Bindungen (z.B. Opfer-Täter-Fixierungen), die von unerfahrenen Richtern und Jugendamtsmitarbeitern oft zur Begründung von Verbleibens-, Rückkehr- oder Umgangs-Anordnungen herangezogen werden. In einem späteren und vielbeachteten Aufsatz hat Perry über die alarmierenden hirnphysiologischen und hirnanatomischen Defekte nach Vernachlässigung, Mißhandlung und Mißbrauch referiert.

(vgl. Violence and Childhood). K.E. (März 01)

Einleitung

Die wichtigste Eigenschaft eines Menschen ist die Fähigkeit, Beziehungen zu anderen Menschen zu bilden und zu erhalten. Diese Beziehungen sind für jeden von uns absolut notwendig, um zu überleben, zu lernen, zu arbeiten, zu lieben und sich fortzupflanzen.

Epigenetik und Sport – Krafttraining hält die Gene "jung"

Vortrag von Prof. Dr. Wilhelm Bloch
von Prof. Dr. Wilhelm Bloch
Im Laufe des Lebens verändern sich unsere Gewebe und Organe auf vielfältige Weise. Das betrifft die Zellen und das Bindegewebe und geht unter anderem damit einher, dass die Regeneration und der Erhalt von Geweben und Organen beeinträchtigt werden. Diese langfristige Veränderungen sind verbunden mit Veränderungen der Genaktivität und Verfügbarkeit, die diese Prozesse steuern bzw. beeinflussen. Solche langfristigen Veränderungen der Genaktivität bezeichnet man als epigenetische Veränderungen, denen vor allem spezifische Modulationen, die für die Packung der DNA im Chromatin verantwortlich sind, zugrunde liegen.

Auch unser größtes „Organ“  – die Skelettmuskulatur  – ist von epigenetischen Veränderungen im Laufe des Lebens betroffen. Dies betrifft sowohl die Muskelfaser als auch die für deren Regeneration wichtigen Satellitenzellen. Daraus ergibt sich die Frage nach dem richtigen Training für den Erhalt der notwendigen Genfunktion in Muskelfasern und Satellitenzellen.

Universitätsprofessor für Molekulare und Zelluläre Sportmedizin am Institut für Kreislaufforschung und Sportmedizin der Deutschen Sporthochschule Köln
http://www.kieser-training.de/fachkongress-dresden/vortraege/prof-dr-wilhelm-bloch

Gedanken zur Präimplantationsdiagnostik PID

von Erika Vögeli
Wenn wir [in der Schweiz] am 14. Juni über die Vorlage bezüglich Präimplantationsdiagnostik abstimmen sollen, stehen wir [nicht nur in der Schweiz] vor einer komplexen Fragestellung.

Konkret geht es um die Änderung von Art. 119 der Bundesverfassung, damit Gentests  – die sogenannte Präimplantationsdiagnostik (PID)  – bei im Reagenzglas hergestellten Embryonen durchgeführt werden dürfen. Die PID soll im Fortpflanzungsmedizingesetz erlaubt werden. Der ursprüngliche Vorschlag des Bundesrates wollte die PID nur für jene Elternpaare zulassen, die um die Gefahr der Weitergabe einer schweren Erbkrankheit wissen. Um nicht von vornherein auf die Erfüllung des Kinderwunsches verzichten zu müssen, soll die PID erlauben, eine mögliche Vererbung solcher Krankheiten auszuschliessen.

Der Vorgang als solcher wirft bereits eine Reihe ethischer Fragen auf. Mit der Neuformulierung des Gesetzesartikels durch eine Parlamentsmehrheit stellen sich diese aber neu und in ganz anderer Brisanz. Jeder der künstlich erzeugten Embryonen soll auf Erbkrankheiten und mittels «Preimplantation Genetic Screening» auf überzählige oder fehlende Chromosomen getestet werden können. Während der geltende Verfassungsartikel die In-Vitro-Fertilisation für so viele Embryonen zulässt, als der Frau «sofort eingepflanzt werden können», würde der geänderte Verfassungsartikel die PID ermöglichen, wobei «so viele menschliche Eizellen ausserhalb des Körpers der Frau zu Embryonen entwickelt werden [dürfen], als für die medizinisch unterstützte Fortpflanzung notwendig sind.» (BV Art. 119 Abs. 2c) Was heisst das? Wozu diese unklare Ausweitung und Abkoppelung von Frau und Schwangerschaft? Heute mag der Embryo noch geschützt sein, bevor er in die Gebärmutter eingepflanzt wird. Wie lange noch? Und was steht uns dann bevor?

Die Diskussion um Menschenzüchtung im Sinne genetischer Auswahl ist in unseren Medien bereits lanciert (vgl. «Nur das Beste für den Nachwuchs», Neue Zürcher Zeitung vom 17. April 2015). Eugenik nannte man das in den 1930er Jahren   – der Begriff weckt allerdings abstossende Erinnerungen an «Herrenmenschen»auswahl. Daher segelt die Diskussion um die «technologische» Verbesserung des Menschen heute unter dem Begriff «Transhumanismus». Die Vorstellung ist in ihrer Essenz nichts anderes: Unter Berufung auf Vernunft und Wissenschaft wird eine Verpflichtung auf Fortschritt abgeleitet, der auch eine «Ausweitung» der menschlichen Natur mittels technologischen Mitteln hin zum «Posthumanen» oder «Transhumanen» beinhalten soll. Aber:

Quelle: 2015 © Zeit-Fragen. Alle Rechte reserviert.
http://www.zeit-fragen.ch/index.php?id=2120

Hirntod einer Idee – Die Erblichkeit der Intelligenz

Buch von Manfred Velden
Es ist wissenschaftlich umstritten, inwieweit die Intelligenz erblich ist. In einer relativ breiten Öffentlichkeit herrscht allerdings die Meinung vor, dass die Intelligenz in hohem Maße erblich ist und dass dies bedeutet, dass sie nur in geringem Umfang durch soziale Intervention verbessert werden kann.

Das Buch stellt die wissenschaftlichen Methoden der Bestimmung der Erblichkeit im Einzelnen dar. Aus diesen Methoden folgt eindeutig, dass es einen allgemeinen Wert für die Erblichkeit der Intelligenz nicht geben kann (die veröffentlichten Erblichkeiten schwanken zwischen 10 und 90 %) und dass ein Erblichkeitswert praktisch nichts darüber aussagt, in wieweit die Intelligenz verändert werden kann.

Die Geschichte der Erforschung der Erb­lichkeit der Intelligenz wird nachgezeichnet. Ganz offensichtlich ist das Fach von Unseriösität geplagt und hat in großem Umfang sozialen Schaden angerichtet, zum Beispiel in Zusammenhang mit Eugenik (Zwangssterilisierung), Immigration (Veränderung von Einwanderungsquoten für die U.S.A.) oder Bildungspolitik (Einschränkung der Studierquote in England und Wales).

Immer mehr Studien zeigen: Die Gene sind es nicht!

Lieblose Eltern, aggressive Kinder
Tages-Anzeiger, 17. 12. 2018
Erziehung Fehlende Wärme und eine grobe Behandlung durch die Eltern beeinflussen, ob Kinder aggressiv oder empathisch werden und welche moralischen Grundsätze sie entwickeln.

Neuerscheinung: "Die Wiederentdeckung des Menschen"

Warum Egoismus, Gier und Konkurrenz nicht unserer Natur entsprechen
Autor: Andreas von Westphalen
Ist der Mensch von Natur aus egoistisch, faul und immer daraus aus, für sich selbst den größtmöglichen Nutzen herauszuschlagen? So lautet zumindest die herrschende Meinung in den einschlägigen Kreisen von Wissenschaft, Wirtschaft und Politik. In Die Wiederentdeckung des Menschen zeigt Andreas Westphalen, dass dieses Menschenbild nichts weiter ist als ein Zerrbild der Realität. In seinem erhellenden Buch liefert Westphalen ein reichhaltiges Angebot an guten Argumenten gegen die Besserwisser aus den Chefetagen, den Beraterfirmen und den Stammtischrunden. Lesen Sie hier zum Erscheinen des Buches den aktuellen Kommentar des Autors.

 Buch Wiederentdeckenung des Menschen

Wir sind alle Afrikaner

Der Augenschein trügt: Was sich ähnlich sieht, ist noch lange nicht verwandt. Ausgerechnet die moderne Genetik machte dem Rassenkonzept den Garaus.
von Volker Sommer

Volker Sommer

Volker Sommer

Auch wenn Sie sich für liberal halten: Vermutlich haust selbst in Ihnen ein Rassist. Nein? Dann auf zum kleinen Quiz: Mit wem teilen die Mongolen mehr Erbanlagen, mit den schlitzäugigen Chinesen oder den rundäugigen Europäern? Wem sind die dunkelhäutigen Australier näher verwandt, den schwarzen Bantu oder den hellen Thai? Und wem steht der Schimpanse näher, dem Gorilla oder dem Menschen?

Quelle: Volker Sommer lehrt evolutionäre Anthropologie an der Universität London. Er ist Autor des Essaybandes «Von Menschen und anderen Tieren». Hirzel, 2000. 200 S., Fr. 39.20.
http://www.weltwoche.ch/ausgaben/2003-31/artikel-2003-31-wir-sind-alle-af.html

Wir stammen alle aus Afrika

Die Eroberung der Erde durch den Homo sapiens – eine Dokumentation
Die Wissenschaft hat anhand der menschlichen Zellen bewiesen  – und darüber herrscht inzwischen in Forscherkreisen weltweit Einigkeit  – dass alle heute lebenden Menschen miteinander verwandt sind. Die zu beobachtende Vielfalt der Menschen ist somit mehr Schein als Sein.

Denn die DNA zweier zufällig ausgewählter, an ganz verschiedenen Stellen der Erde lebender Menschen unterscheidet sich nur in etwa 0,1 Prozent. Die Dokumentation begleitet Wissenschaftler, die sich auf die Suche nach den gemeinsamen Vorfahren aller Menschen gemacht haben.

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