Politik

Südamerika - Die neoliberale Reconquista III

von Wolf Gauer, São Paulo*

Im August 2016 war der Regime Change in Brasilien endlich geschafft. Mit vereinten Kräften war die demokratisch gewählte Präsidentin Dilma Vana Rousseff zur Strecke gebracht worden. Allen voran hatte der unversöhnliche sozialdemokratische Wahlverlierer von 2014, Aécio Neves, intrigiert. Er steht inzwischen vor seiner Verhaftung wegen aktiver und passiver Bestechung in Millionenhöhe; sein Reisepass wurde ihm schon entzogen. Neves’ Spießgesellen in den großen Zentrums-Parteien PMDB und PSDB, das Medienmonopol Globo, das Putschlabor der US-Botschafterin Liliana Ayalde (dieselbe, die 2012 den paraguayischen „Präsidenten der Armen“, Fernando Lugo, entmachtete) und ihr langjähriger Informant Michel Elias Temer, mittlerweile der 37. Präsident Brasiliens, hatten ein Amtsenthebungsverfahren fabriziert  – mithilfe faktoider Unterstellungen, Stimmenkauf in Rousseffs Neun-Parteien-Koalition und einer beispiellosen Verleumdungskampagne gegen die Präsidentin und ihre Arbeiter-Partei (PT).

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Südamerika: Die neoliberale Reconquista (II)

von Wolf Gauer, São Paulo*

Die Entwicklung Chiles nach der Militärdiktatur (Seniora, 23.5.17)) zeigt exemplarisch die neue unblutige Strategie der neoliberalen Restauration in den sogenannten linken Staaten Südamerikas auf. Sie entspricht weitgehend den gravierenden Veränderungen in Argentinien seit dem Amtsantritt des Präsidenten Mauricio Macri im Dezember 2015.

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Südamerika: Die neoliberale Reconquista

von Wolf Gauer, São Paulo*

Ich komme gerade aus Santiago de Chile zurück. Wieder im heimatlichen Brasilien, wird mir klar, dass die südamerikanischen Nationen zwar mehr und mehr konvergieren, jedoch keineswegs so, wie wir uns das nach der bleiernen Zeit der Militärdiktaturen vorgestellt haben. Beginnen wir mit Chile.

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Auch der «Neuen Zürcher Zeitung» muss Einhalt geboten werden

von Karl-Jürgen Müller*

Manchmal ertappt man sich bei der menschlich sehr verständlichen Regung, nun müsse es doch einmal besser werden. Am Samstag, den 13. Mai 2017, wurden solche Regungen erneut eines Besseren belehrt. Leider nicht nur im eigenen Land, sondern auch im Nachbarland Schweiz. Unverfroren folgt die «Neue Zürcher Zeitung» (NZZ) auch heute noch dem 1895 erschienenen Hauptwerk von Gustave Le Bon, «Die Psychologie der Massen».

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«Der Schlaf der Vernunft gebiert Ungeheuer»

Feindbild Russland  – jeden Tag

von Karl-Jürgen Müller*

Der 10. Mai 2017 wird später einmal nicht in den Geschichtsbüchern stehen. Trotzdem ist auch dieser Tag so symptomatisch wie fast jeder Tag der veröffentlichten Meinung in unseren US-geprägten Ländern: Das Feindbild Russland muss immer wieder erneuert und vertieft werden. Jeglicher zarte Versuch, dabei nicht mitzumachen, erhält das Verdammungsurteil.

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