Warum der 9. Mai den Russen so wichtig ist und wie im Westen die Geschichte umgeschrieben wird

Am 9. Mai wird in Russland der Sieg über Nazideutschland gefeiert, was in Russland einer der wichtigsten Feiertage ist. Umso schockierter ist man in Russland über die zunehmenden Bestrebungen im Westen, die Geschichte umzuschreiben.
von Thomas Röper, 9. Mai 2022 03:29 Uhr
10. Mai 2022
Der 9. Mai ist in Russland einer der wichtigsten Feiertage, weil der 2. Weltkrieg in Russland immer noch präsent ist. Die Sowjetunion, deren Rechtsnachfolger Russland ist, hat in dem Krieg 27 Millionen Menschen verloren. Das bedeutet, dass jedes zweite Opfer des 2. Weltkrieges aus der Sowjetunion kam. Dieser Blutzoll hat in Russland Spuren hinterlassen und selbst junge Menschen, die keine Kriegsveteranen mehr kennengelernt haben, wissen genau, wo ihre Vorfahren gekämpft oder den Krieg durchlitten haben. Diese Erinnerungen werden in Russland von Generation zu Generation weitergegeben.

georgsband

Die Feiern zum 9. Mai sind in Russland ein Volksfest, dessen Ausmaße man es sich in Deutschland kaum vorstellen kann. Dabei dominiert aber kein Hass auf Deutsche, sondern Stolz auf das von den Vorfahren erreichte. Besonders beeindruckend ist dabei jedes Jahr das „unsterbliche Regiment“, bei dem Menschen mit Plakaten mit Bildern ihrer Vorfahren unterwegs sind. In Petersburg, wo ich lebe, ziehen die Menschen eng an eng über eine vierspurige Straße im Stadtzentrum und der Zug dauert Stunden. Wenn Millionen Menschen mit diesen Bildern an einem vorbeiziehen, bekommt ein Gefühl für die vielen Menschen, die in dem Krieg gelitten haben, wie es keine Doku vermitteln kann. Und das sind nur die Menschen einer Stadt…

Ich habe 2020 einen sehr ausführlichen Artikel über diese Feierlichkeiten geschrieben und möchte das hier nicht wiederholen, bei Interesse können Sie es hier nachlesen, auch Bilder und Videos habe ich in dem Artikel gezeigt. Heute geht es mir um etwas anderes.

Die Erinnerung wach halten

In Russland wird die Erinnerung an den Krieg anders wach gehalten als in Deutschland. In Deutschland liegt der Fokus der Erinnerungen nicht mehr auf dem Krieg, sondern er liegt auf den deutschen Verbrechen. In Deutschland wird, wenn es um den Zweiten Weltkrieg geht, immer weniger über den Krieg selbst gesprochen, sondern über die Verbrechen deutscher Soldaten und über Konzentrationslager.

Das sind wichtige Themen, aber sie lenken von dem Krieg selbst und dem Leid, das er gebracht hat, ab. Anstatt an Leid und Tod zu denken, das einfache Soldaten und wehrlose Zivilisten im Krieg er- und überleben mussten, wird in Deutschland an die „eigene Schuld“ erinnert. Das übrigens versteht man außerhalb von Deutschland, also in den meisten anderen Ländern, kaum. In Russland zum Beispiel sind die Menschen immer sehr überrascht, wenn ich davon erzähle, denn die Russen trennen zwischen den wirklichen Tätern, also aktiven Nazis, und den einfachen Deutschen, die auch unter dem Krieg gelitten haben. Und die Russen verstehen nicht, wie man sich für etwas eine „eigene Schuld“ zurechnen kann, das Jahrzehnte vor der eigenen Geburt geschehen ist.

In Russland wird bei der Erinnerung an den Krieg kaum über Konzentrationslager gesprochen. In Russland wird über den Krieg selbst gesprochen. Darüber, wie junge Männer eingezogen wurden und welche Grausamkeiten sie dann an der Front durchleben mussten, wie sie verwundet wurden, wie sie zusehen mussten, wie ihre Freunde gefallen sind. Es wird über das Schicksal der Zivilisten gesprochen, die im belagerten Leningrad verhungern, oder in den Kellern von Stalingrad ausharren mussten. Oder über die Menschen auf dem Lande, deren Dörfer niedergebrannt wurden.

In Russland wird die Erinnerung an den Krieg selbst wach gehalten. An die Grausamkeiten des Krieges an sich, während es bei der Erinnerung in Deutschland eher um die Erinnerung an die „eigenen“ Verbrechen geht.

Der Unterschied zwischen Russland und Deutschland

Und dieser Unterschied macht etwas mit den Menschen, denn wenn ich mir die derzeitigen Medienberichte und Aussagen von deutschen Politikern anhöre, dann sehe ich, dass sie die Angst vor dem Krieg selbst verloren haben. Wie sonst kann ein Friedrich Merz sagen, er hätte keine Angst vor einem Atomkrieg? Wie sonst lässt sich erklären, dass ein Robert Habeck sagen kann, er habe keine Angst vor einem dritten Weltkrieg?

Das waren nur zwei von ganz vielen Beispielen der letzten Tage, die mich ehrlich schockiert haben. Wissen diese Leute nicht, was sie da sagen? Ist in Deutschland die kollektive Erinnerung an die Grausamkeiten und das Leid des Krieges derartig ausgelöscht worden, als die Medien 20 Jahre lang alle amerikanischen Angriffskriege verharmlost haben?

Kein russischer Politiker würde so etwas sagen. In Russland ist die kollektive Erinnerung an das Leid des Krieges noch wach und kein russischer Politiker käme auf die Idee, derartigen Unsinn von sich zu geben, wie man ihn von den westlichen Politikern allenthalben hört. Glauben die wirklich, dass sie einen dritten Weltkrieg überleben würden? Und wenn ja, was wäre das dann für ein Leben? Ein Leben im Bunker, weil man nicht mehr raus an die Luft kann. Und weil Lebensmittel auch im Bunker zu Ende gehen können, würden sie eben nicht den Strahlentod, sondern den Hungertod sterben.

Ist diesen Leuten das nicht bewusst, wenn sie so etwas von sich geben?

Das Umschreiben der Geschichte in der Ukraine

In Russland ist der Kampf gegen Nazis und Neonazis bis heute ein beherrschendes Thema. Mir ist klar, dass die westlichen Medien bestreiten, es gäbe in der Ukraine ein neonazistische Regierung. Um diesen Artikel nicht zu lang werden zu lassen, gehe ich darauf hier nicht im Detail ein, denn dass die Ukraine von Neonazis regiert wird, habe ich oft genug erklärt und belegt, Beispiele finden Sie hier, hier und hier.

Würde man es in Deutschland mit dem Kampf gegen Nazis ernst meinen, müsste man sich Russland gegen die Ukraine anschließen. In den dortigen Geschichtsbüchern wird der Zweite Weltkrieg kaum erwähnt, stattdessen ist der Nationalheld des Landes Stefan Bandera, der in der SS-Division Galizien auf Seiten der Nazis gekämpft hat und grausamste Kriegsverbrechen gegen ganze Dörfer begangen hat, übrigens auch an Polen, was immer wieder zu Spannungen zwischen Polen und der Bandera verehrenden Ukraine geführt hat. Dass der wichtigste Nationalheld der heutigen Ukraine ein Nazi und SS-Mann war, wird in Deutschland jedoch verschwiegen.

Wie sehr die neonazistischen Regierungen, die der Maidan-Putsch in der Ukraine an die Macht gebracht hat, die Geschichte umschreiben würden, wurde in Deutschland spätestens am 7. Januar 2015 sichtbar. Damals war der ukrainische Ministerpräsident Jazenjuk in Deutschland und in den Tagesthemen und sagte:

„Wir können uns alle sehr gut an den sowjetischen Einmarsch in die Ukraine und Deutschland erinnern.“

Das hat er gesagt, ohne dass die Moderatorin mit der Wimper gezuckt oder es hinterfragt hätte. Aber das ist es, was ukrainische Kinder heute in der Schule lernen.

Ein weiteres Beispiel für das Umschreiben der Geschichte in der Ukraine ist der ukrainische Botschafter in Deutschland, der am 8. Mai 2022, also jetzt, nach der Kranzniederlegung am Berliner Ehrenmal auf die Frage eines Journalisten, wer denn 1945 Berlin befreit habe, geantwortet hat:

„Die Ukraine!“

Das Umschreiben der Geschichte im Westen

Und auch im Westen wird die Geschichte fleißig umgeschrieben. Die Rolle der Sowjetunion im Zweiten Weltkrieg wird immer mehr marginalisiert, obwohl es die Sowjetunion war, die im Kampf gegen die Nazis den größten Blutzoll entrichtet und die militärische Entscheidung gebracht hat. Wenn US-Präsidenten an das Kriegsendes erinnern, reden sie vom „Sieg der USA und ihren Alliierten“ und erwähnen die Sowjetunion mit keinem Wort.

Und auch in Deutschland wird der Fokus in den Geschichtsbüchern und Dokus immer mehr von der Sowjetunion weggelenkt und auf die Rolle der Westalliierten gelenkt. Dabei testet man aus, wie weit man schon gehen kann. So hat der Spiegel zum Beispiel 2020 zum 75. Jahrestag der Befreiung von Auschwitz allen ernstes geschrieben:

„Auschwitz war das größte Vernichtungslager der Nazis. Sie ermordeten dort mindestens 1,1 Millionen Menschen. Vor 75 Jahren wurde es von der amerikanischen Armee befreit.“

Von wem???

Und das ist keine Ausnahme, davon gab es in dem Jahr viele Beispiele, auch von amerikanischen Botschaften in Europa, die das gleiche gemeldet haben. Mir kann keiner erzählen, dass das nur „dumme Versehen“ waren, das sind orchestrierte Versuche, um auszutesten, was man mit dem Umschreiben der Geschichte in Schulbüchern und Dokus schon erreicht hat und ob es nennenswerten Protest gegen solche Geschichtsrevisionen gibt.

In diesem Jahr wird die Erinnerung an das Kriegsende im Westen generell heruntergespielt. Gedenkveranstaltungen mit Beteiligung von Vertretern Russlands werden abgesagt, Bundeskanzler Scholz ist zu keiner einzigen Gedenkveranstaltung gegangen, sondern hat nur eine Rede an die Nation gehalten, in der er weniger an das Kriegsende, als an die Notwendigkeit erinnert hat, Putin entschlossen entgegenzutreten. Es war keine Gedenkrede für das Kriegsende, es war eine Kriegsrede gegen Russland.

Der Ekel in Russland

In Russland, wo die Geschichte anders gelehrt wird, also so, wie sie sich tatsächlich zugetragen hat, rufen diese offenen Versuche, die Geschichte umzuschreiben, regelrechten Ekel hervor. In Russland findet sich übrigens kein Mensch, der das, was derzeit in der Ukraine vor sich geht, gut findet.

Aber in Russland weiß man, welche Kräfte in Kiew regieren und im Donbass seit acht Jahren Krieg gegen Zivilisten führen. Man feiert den Krieg nicht, aber über 80 Prozent der Russen unterstützen ihn, weil es aus ihrer Sicht keine andere Möglichkeit mehr gegeben hat, gegen diese Nazi-Regierung in Kiew vorzugehen. Acht Jahre lang hat Russland seit dem Maidan geduldig verhandelt, aber der Westen war in Sachen Kiew auf dem rechten Auge blind und hat Kiew gewähren lassen.

Putin hat es in seiner Rede zum Beginn der russischen Intervention in der Ukraine deutlich gesagt:

„Wir wissen aus der Geschichte, dass die Sowjetunion 1940 und Anfang 1941 alles getan hat, um den Ausbruch des Krieges zu verhindern oder zumindest zu verzögern. Dazu gehört auch, dass man buchstäblich bis zur letzten Minute versucht, den potenziellen Angreifer nicht zu provozieren, indem man die notwendigsten und naheliegendsten Schritte zur Vorbereitung auf die Abwehr des unvermeidlichen Angriffs nicht durchgeführt oder aufgeschoben hat. Und die Schritte, die schließlich unternommen wurden, waren katastrophal verspätet.
Infolgedessen war das Land auf den Einmarsch Nazi-Deutschlands, das am 22. Juni 1941 ohne Kriegserklärung unser Land angriff, nicht vollständig vorbereitet. Der Feind konnte gestoppt und dann vernichtet werden, allerdings zu einem kolossalen Preis. Der Versuch, dem Aggressor am Vorabend des Großen Vaterländischen Krieges zu gefallen, war ein Fehler, der unser Volk teuer zu stehen kam. In den ersten Monaten der Kämpfe haben wir große, strategisch wichtige Gebiete und Millionen von Menschen verloren. Wir werden einen solchen Fehler nicht ein zweites Mal machen, dazu haben wir kein Recht.“

Russische Werte vs. westliche Werte

Ob es einem gefällt, oder nicht, aber so sehen es auch die Russen. Nach acht Jahren Verhandlungen, nach acht Jahren Appeasement-Politik gegenüber Kiew, während die ukrainische Armee im Donbass Zivilisten ermordet hat, haben die Russen keinen anderen Weg mehr gesehen, als militärisch einzugreifen.

Und es ist nicht nur so, dass über 80 Prozent der Russen Putins Entscheidung unterstützen, ganze 89 Prozent sind der Meinung, Russland sollte nach seinen eigenen Werten leben und sich nicht um das scheren, was der Westen als seine Werte propagiert. Dabei geht es um das Verdrehen der Geschichte, wie es im Westen üblich geworden ist, dabei geht es aber auch um das aggressive Vertreten von Political Correctness, LGBT, Gender, Cancel-Culture (was übrigens Geschichtsrevision in Reinkultur ist) und so weiter.

In Russland kann jeder nach seiner Fasson glücklich werden, aber die traditionellen Werte wie Familie stehen im Vordergrund. Im Westen ist es inzwischen ein Qualitätsprädikat für Politiker, wenn sie homosexuell sind, in Russland zählt die Leistung eines Menschen als Qualitätsprädikat und seine Vorlieben im Schlafzimmer sind seine Privatangelegenheit.

Die Kinder des Donbass

Zum Abschluss will ich ein Beispiel zeigen. Die Menschen im Donbass wissen seit acht Jahren was Krieg ist, das gilt besonders für die Kinder, die kein anderes Leben als den Krieg kennen. Ich habe vor einigen Tagen über Faina berichtet, ein 13-jähriges Mädchen aus Lugansk, das dadurch bekannt wurde, dass es vor der UNO aufgetreten ist und seitdem offene Briefe an vor allem westliche Politiker schreibt, in denen es auf die Lage in seiner Heimatstadt hinweist.

Faina hat zum Jahrestag des Sieges über Nazi-Deutschland einen langen offenen Brief geschrieben, den sie an ihre Vorfahren gerichtet hat. Darin hat sie sich im Namen der heutigen Generationen bei der Generation der Kriegsteilnehmer dafür entschuldigt, dass es zugelassen wurde, dass die Nazi-Ideologie, gegen die die Kriegsgeneration unter Einsatz ihres Lebens gekämpft hat, in der Ukraine, ihrer ehemaligen Heimat, wieder an die Macht gekommen ist. Unter anderem hat sie sich in dem Brief bei ihrer Urgroßmutter entschuldigt und weil der Brief zu lang ist, um ihn vollständig zu zitieren, nehme ich dieses Beispiel:

„Hallo, Ur-Oma Elsa. Entschuldige, dass der gelbe Stern wieder in Mode ist, nur diesmal für die Russen. Jetzt sagen sie, der Russe sei kein Befreier, sondern ein Untermensch. Wie vertraut. Während der Pogrome in Lemberg und Kiew sagte man dasselbe über Dich. Wer hat denen das Recht gegeben, zu entscheiden, wer würdig ist, ein Mensch zu sein und wer nicht? Das waren wir. Durch unsere Gleichgültigkeit gegenüber unserer Geschichte.“

Es wäre schön, wenn man sich auch im Westen wieder an die Geschichte erinnern würde, anstatt sie mithilfe von Cancel-Culture gewaltsam umzuschreiben. Manchmal können wir auch von 13-jährigen Kindern, die im Krieg viel zu früh erwachsen werden mussten, eine Menge lernen, denn:

Wer die Geschichte nicht erinnert, ist verurteilt, sie neu zu durchleben.

Hoffen wir, dass es nicht so weit kommt und erinnern uns an den Krieg und gedenken der unschuldigen Opfer auf allen Seiten und hören wir auf, die Geschichte für heutige politische Ziele umzuschreiben. Sonst müssen wir sie vielleicht wirklich neu durchleben…

Quelle: https://www.anti-spiegel.ru/2022/warum-der-9-mai-den-russen-so-wichtig-ist-und-wie-im-westen-die-geschichte-umgeschrieben-wird/

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Englische Deeple-Übersetzung

Why 9 May is so important to Russians and how history is being rewritten in the West


On 9 May, Russia celebrates the victory over Nazi Germany, which is one of the most important holidays in Russia. This makes people in Russia all the more shocked about the increasing efforts in the West to rewrite history.

by Thomas Röper, 9 May 2022 03:29 hrs
9 May is one of the most important holidays in Russia because World War II is still present in Russia. The Soviet Union, of which Russia is the legal successor, lost 27 million people in the war. This means that every second victim of World War 2 came from the Soviet Union. This blood toll has left its mark on Russia, and even young people who have never met war veterans know exactly where their ancestors fought or suffered through the war. These memories are passed on from generation to generation in Russia.

The celebrations on 9 May are a folk festival in Russia, the scale of which can hardly be imagined in Germany. However, it is not hatred of Germans that dominates, but pride in what their ancestors achieved. Particularly impressive every year is the "immortal regiment", where people walk around with posters bearing pictures of their ancestors. In Petersburg, where I live, people parade closely together along a four-lane road in the city centre and the procession takes hours. When millions of people pass you by with these pictures, you get a sense of the many people who suffered in the war that no documentary can convey. And these are just the people of one city....

I wrote a very detailed article about these celebrations in 2020 and I don't want to repeat that here, if you are interested you can read it here, I also showed pictures and videos in the article. Today I am concerned with something else.

Keeping the memory alive

In Russia, the memory of the war is kept alive differently than in Germany. In Germany, the focus of remembrance is no longer on the war, but on German crimes. In Germany, when it comes to the Second World War, people talk less and less about the war itself and more about the crimes of German soldiers and concentration camps.

These are important topics, but they distract from the war itself and the suffering it brought. Instead of thinking about the suffering and death that ordinary soldiers and defenceless civilians had to endure and survive in the war, Germany is reminded of its "own guilt". This, by the way, is hardly understood outside Germany, i.e. in most other countries. In Russia, for example, people are always very surprised when I tell them about it, because the Russians make a distinction between the real perpetrators, i.e. active Nazis, and the ordinary Germans who also suffered from the war. And the Russians don't understand how one can ascribe "one's own guilt" for something that happened decades before one was born.
In Russia, when the war is remembered, there is hardly any talk about concentration camps. In Russia, they talk about the war itself. About how young men were drafted and what cruelties they then had to live through at the front, how they were wounded, how they had to watch their friends fall. There is talk about the fate of the civilians who starved to death in besieged Leningrad or had to hold out in the cellars of Stalingrad. Or about the people in the countryside whose villages were burned to the ground.
In Russia, the memory of the war itself is kept alive. Of the atrocities of the war itself, whereas the memory in Germany is more about remembering "one's own" crimes.

The difference between Russia and Germany

And this difference does something to people, because when I listen to the current media reports and statements by German politicians, I see that they have lost the fear of war itself. How else can a Friedrich Merz say he is not afraid of nuclear war? How else can you explain that a Robert Habeck can say he is not afraid of a third world war?

These were just two of many examples in recent days that have honestly shocked me. Don't these people know what they are saying? Has the collective memory of the atrocities and suffering of war been so erased in Germany when the media played down all American wars of aggression for 20 years?

No Russian politician would say such a thing. In Russia, the collective memory of the suffering of the war is still alive and no Russian politician would think of uttering such nonsense as we hear from Western politicians everywhere. Do they really think they would survive a third world war? And if so, what kind of life would that be? A life in a bunker, because you can't get out into the air. And because food can also run out in the bunker, they would not die of radiation but of starvation.

Aren't these people aware of that when they say such things?

Rewriting history in Ukraine

In Russia, the fight against Nazis and neo-Nazis is still a dominant theme today. I am aware that the Western media deny that there is a neo-Nazi government in Ukraine. In order not to make this article too long, I won't go into that in detail here, because that Ukraine is ruled by neo-Nazis I have explained and proven often enough, you can find examples here, here and here.

If one were serious about fighting Nazis in Germany, one would have to join Russia against Ukraine. In the history books there, the Second World War is hardly mentioned; instead, the country's national hero is Stefan Bandera, who fought in the SS Galicia Division on the side of the Nazis and committed the cruellest war crimes against entire villages, incidentally also against Poles, which has repeatedly led to tensions between Poles and Ukraine, which worships Bandera. However, the fact that the most important national hero of today's Ukraine was a Nazi and SS man is kept quiet in Germany.

The extent to which the neo-Nazi governments brought to power by the Maidan coup in Ukraine would rewrite history became visible in Germany on 7 January 2015 at the latest. At that time, Ukrainian Prime Minister Yatsenyuk was in Germany and on the Tagesthemen and said:

"We can all remember very well the Soviet invasion of Ukraine and Germany."

He said that without the presenter batting an eyelid or questioning it. But this is what Ukrainian children learn in school today.
Another example of history being rewritten in Ukraine is the Ukrainian ambassador to Germany, who on 8 May 2022, i.e. now, after the wreath-laying ceremony at the Berlin memorial, answered a journalist's question about who had liberated Berlin in 1945:

"Ukraine!"

The rewriting of history in the West

And history is also being diligently rewritten in the West. The role of the Soviet Union in World War II is increasingly marginalised, even though it was the Soviet Union that paid the heaviest toll in the fight against the Nazis and brought about the military decision. When US presidents commemorate the end of the war, they talk about the "victory of the USA and its allies" and do not mention the Soviet Union with a single word.

And in Germany, too, the focus in history books and documentaries is increasingly being diverted away from the Soviet Union and towards the role of the Western Allies. In the process, they are testing how far they can go. For example, in 2020, on the 75th anniversary of the liberation of Auschwitz, Der Spiegel wrote in all seriousness:

"Auschwitz was the Nazis' largest extermination camp. They murdered at least 1.1 million people there. 75 years ago it was liberated by the American army."

By whom???

And this is not an exception, there were many examples of this that year, including American embassies in Europe reporting the same thing. Nobody can tell me that these were just "stupid oversights", these are orchestrated attempts to test what has already been achieved by rewriting history in textbooks and documentaries and whether there is any significant protest against such historical revisions.

This year, the commemoration of the end of the war is generally downplayed in the West. Commemorative events with the participation of representatives of Russia are cancelled, Chancellor Scholz did not go to a single commemorative event, but only gave a speech to the nation in which he recalled not so much the end of the war as the need to resolutely oppose Putin. It was not a commemorative speech for the end of the war, it was awar speech against Russia.

The disgust in Russia

In Russia, where history is taught differently, that is, as it actually happened, these open attempts to rewrite history provoke downright disgust. In Russia, by the way, there is no one who approves of what is going on in Ukraine at the moment.

But in Russia, people know which forces are ruling in Kiev and have been waging war against civilians in the Donbass for eight years. They don't celebrate the war, but more than 80 per cent of Russians support it because, from their point of view, there was no other option left to take action against this Nazi government in Kiev. For eight years since the Maidan, Russia has patiently negotiated, but the West was blind in its right eye when it came to Kiev and let Kiev have its way.

Putin said it clearly in his speech at the start of Russia's intervention in Ukraine:

"We know from history that in 1940 and early 1941 the Soviet Union did everything to prevent or at least delay the outbreak of war. This included trying literally up to the last minute not to provoke the potential aggressor by not taking or postponing the most necessary and obvious steps to prepare for repelling the inevitable attack. And the steps that were eventually taken were disastrously delayed.
As a result, the country was not fully prepared for the invasion of Nazi Germany, which attacked our country on 22 June 1941 without a declaration of war. The enemy could be stopped and then destroyed, but at a colossal cost. The attempt to please the aggressor on the eve of the Great Patriotic War was a mistake that cost our people dearly. In the first months of fighting, we lost large, strategically important territories and millions of people. We will not make such a mistake a second time, we have no right to do so."

Russian values vs. Western values

Like it or not, that's how the Russians see it. After eight years of negotiations, after eight years of appeasement policy towards Kiev, while the Ukrainian army has been murdering civilians in the Donbass, the Russians have seen no other way but to intervene militarily.

And it's not just that over 80 per cent of Russians support Putin's decision, a full 89 per cent think Russia should live by its own values and not give a damn about what the West promotes as its values. This is about twisting history, as has become common in the West, but it is also about aggressively advocating political correctness, LGBT, gender, cancel culture (which, by the way, is historical revision in its purest form) and so on.

In Russia, everyone can be happy as they please, but traditional values like family are paramount. In the West, it is now a quality predicate for politicians if they are homosexual; in Russia, a person's performance counts as a quality predicate and his preferences in the bedroom are his private affair.

The children of the Donbass

Finally, I want to show an example. The people of Donbass have known what war is for eight years, and this is especially true for the children, who know no other life than war. A few days ago I reported about Faina, a 13-year-old girl from Lugansk, who became famous by appearing before the UN and since then has been writing open letters to mainly Western politicians pointing out the situation in her home town.

Faina wrote a long open letter addressed to her ancestors on the anniversary of the victory over Nazi Germany. In it, she apologised on behalf of today's generations to the generation of war veterans for allowing the Nazi ideology, against which the war generation fought at the risk of their lives, to come back to power in Ukraine, her former homeland. Among other things, she apologised to her great-grandmother in the letter, and because the letter is too long to quote in full, I will take this example:

"Hello, great-grandma Elsa. Sorry that the yellow star is back in fashion, only this time for the Russians. Now they say the Russian is not a liberator but a sub-human. How familiar. During the pogroms in Lemberg and Kiev they said the same thing about you. Who gave them the right to decide who was worthy of being a human being and who was not? It was us. By our indifference to our history."

It would be nice if history were remembered again in the West too, instead of being forcibly rewritten with the help of Cancel-Culture. Sometimes we can also learn a lot from 13-year-old children who had to grow up far too early during the war, because:

Those who do not remember history are condemned to relive it.

Let's hope it doesn't come to that and remember the war and remember the innocent victims on all sides and stop rewriting history for today's political goals. Otherwise, we may really have to relive it....

Source: https://www.anti-spiegel.ru/2022/warum-der-9-mai-den-russen-so-wichtig-ist-und-wie-im-westen-die-geschichte-umgeschrieben-wird/

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