Seniora.org - Kriegspropaganda

«Den Berichterstattungen im Westen kann man nicht trauen»

Interview mit alt Nationalrat Luzi Stamm
Zeitgeschehen im Fokus - 8. 06. 2022
«Meine Grunderkenntnisse von damals waren, dass man den Berichterstattungen im Westen nicht trauen kann. Das ist im Grunde genommen eine ungeheuerliche Erkenntnis. In meiner Jugend hätte ich es niemals für möglich gehalten, dass sich die Massenmedien  – bewusst oder unbewusst  – auf breiter Front in die Propagandamaschinerie einspannen lassen, die bestimmte Länder und ganze Regionen destabilisieren will.»

Alfred Adler: Die andere Seite - Eine massenpsychologische Studie über die Schuld des Volkes

Jahrzehntelang währte diese Dressur eines weichen Volkes und erzog es zur Selbstunsicherheit und zum Gehorsam gegen die Oberen.
Von Alfred Adler 1919
Da kam der Krieg und niemand wußte woher. Nach allen Regeln erprobter Kriegskunst warfen sie dem Volk ein undurchsichtiges Tuch über den Kopf. Wieder rauschte das militärische Blech auf, gemietete Banden zogen durch die Straßen, halbidiotische Klopffechter hielten eingeblasene Stachelreden, in denen viel vom eigenen Adel und von der Niedertracht der anderen die Rede war, ebenso von einem ganz kurzen Krieg und von einem glänzenden Sieg. Das Volk glaubte durch den dichten Schleier ein Licht zu sehen, fühlte vorerst aber nur seine Ohnmacht.

Amerika missbraucht Europa

Die USA zwingen ihre westlichen Verbündeten zum harten Vorgehen gegen Moskau. Sie wollen Russland in einem langen Ukraine-Krieg binden, damit es China nicht stützen kann.
Von Stefan Baron* - Weltwoche - 23.07.2922
Der Politiker Marcus Porcius Cato aus dem alten Rom ist dafür bekannt, jede seiner Reden, egal, zu welchem Thema, mit dem Satz beendet zu haben: «Ceterum censeo Carthaginem esse delendam», zu Deutsch: «Im Übrigen bin ich der Meinung, dass Karthago zerstört werden muss.» Obwohl Rom die nordafrikanische Seemacht, die lange den westlichen Teil des Mittelmeers dominierte, bereits zweimal besiegt hatte, fürchtete Cato ihr Wiedererstarken und trieb zum Dritten Punischen Krieg, in dem der Stadtstaat schliesslich in Schutt und Asche gelegt wurde.

Anmerkungen zu einer Warnung von Willy Wimmer

West-Ost-Konflikt Der CDU-Politiker Willy Wimmer hat erneut die westliche Politik deutlich kritisiert, weil sie nichts für den Frieden, aber viel für die Gefahr eines neuen Krieges tut
Hans Springstein | Community | Der Freitag
Der Westen verspielt den Frieden in Europa. Er schreibt u.a.: "In diesen beiden Jahren 2014 und 2015 zieht wieder der ganze Schrecken des vergangenen Jahrhunderts an uns vorüber. Es sind die Jahreszahlen, die von den Verheerungen künden: 1914 und 1919, 1939 und 1945. Es ist eine fürchterliche Abfolge von Ereignissen, die man fortschreiben könnte, weil sie bis heute und weit in die Zukunft unser Leben bestimmen.

Das falsche Narrativ des Westens über Russland und China

Es gibt nur ein Land, dessen selbsterklärte Fantasie es ist, die dominierende Macht der Welt zu sein: die USA.
Von Jeffrey Sachs* - Aug 24, 2022
Die Welt steht am Rande einer nuklearen Katastrophe, und zwar nicht zuletzt deshalb, weil die politischen Führer des Westens es versäumt haben, die Ursachen der eskalierenden globalen Konflikte offen zu benennen. Das unerbittliche westliche Narrativ, dass der Westen edel sei, während Russland und China böse seien, ist einfältig und außerordentlich gefährlich. Es ist ein Versuch, die öffentliche Meinung zu manipulieren und nicht, sich mit der sehr realen und dringenden Diplomatie auseinanderzusetzen.

Der imaginäre Krieg

Es hat damit angefangen, dass das Biden-Regime und die Presse die russischen Ziele in der Ukraine falsch dargestellt haben. Alles andere hat sich daraus ergeben.
von Patrick Lawrence* - Zeit-Fragen Nr. 16 26.07.2022
Was würden die politischen Cliquen, die «Geheimdienste» und die Presse, die ihnen zuarbeitet, tun, wenn sich der Krieg in der Ukraine, von dem sie unablässig reden, als imaginär entpuppt, als ein Marvel-Comic-Krieg**, ein Krieg, der wenig mit der Realität zu tun hat? Das habe ich mich seit Beginn der russischen Intervention am 24. Februar gefragt. Ich wusste, dass die Antwort, wenn wir sie endlich bekämen, interessant sein würde.

Der Krieg in Europa und das Aufkommen der rohen Propaganda

Marshall McLuhans Prophezeiung, dass „der Nachfolger der Politik die Propaganda sein wird“, ist eingetreten. In den westlichen Demokratien, vor allem in den USA und in Großbritannien, ist jetzt die reine Propaganda die Regel.
Von John Pilger (via uncut-news.ch Juni 20, 2022)
In Fragen von Krieg und Frieden werden ministerielle Täuschungen als Nachrichten gemeldet. Unbequeme Fakten werden zensiert, Dämonen werden gezüchtet. Das Modell ist der Corporate Spin, die Währung des Zeitalters. 1964 erklärte McLuhan berühmt: „Das Medium ist die Botschaft“. Jetzt ist die Lüge die Botschaft.

Der sanfte Weg in den Abgrund – oder: Wir Schlafwandler

01. November 2022 Autor: Leo Ensel - dankend übernommen von globalbridge.ch
Der neue Militarismus und die aktuelle Formierung einer neuen ‚Volksgemeinschaft‘ kommen nicht dröhnend-brutal, sondern smart daher. Und die heutigen Machthaber sind durch die Bank harmlos aussehende Zeitgenossen.  – Genau das macht sie so gefährlich.

Deutschland im Krieg

Heute bereits wieder: «Räder müssen rollen für den Sieg»
Von Kristian Stemmler, Junge Welt v.20.08.2022 (Titel von seniora.org)
Panzer sticht Kohle und Öl: Bund priorisiert in Verordnungsentwurf Militärtransporte auf der Schiene gegenüber Güterzügen

Deutschland: Die schlechten Nachrichten überwiegen bei weitem die guten

Wir veröffentlichen unsere Übersetzung bewusst am 9. Mai, weil Russland an diesem Tag der Kapitulation der "Großdeutschen Wehrmacht" und der Millionen Menschen gedenkt, die sie vor allem in Russland umgebracht hat.
Von Ray McGovern, 6. Mai 2022 übersetzt von Fee Strieffler und Wolfgang Jung
Die guten Nachrichten aus Deutschland sind sehr rar und man muss sie suchen; die überwiegend schlechten Nachrichten sind geradezu alarmierend, weil sich die Anzeichen dafür mehren, dass Deutschland  – wie soll man sagen  – "das Syndrom des Zweiten Weltkrieges ein für alle Mal überwunden hat", um die jubelnden Worte des siegreichen Präsidenten George H. W. Bush (s. https://de.wikipedia.org/wiki/George_H._W._Bush ) nach seinem Golfkrieg (s. https://de.wikipedia.org/wiki/Zweiter_Golfkrieg ) vor 40 Jahren aufzugreifen.

Die Abspaltung des Donbass von der Ukraine war kein Verstoss gegen das Völkerrecht

15. Juli 2022 Autor: David C. Hendrickson, übernommen mit freundlicher Genehmigung von GlobalBridge
Im internationalen Völkerrecht  – auch in der UNO-Charta festgehalten  – gibt es ein Recht auf Sezession, wenn sich ein Volk von einer Regierung nicht mehr vertreten fühlt, die ihrerseits nicht mehr demokratisch legitimiert ist. Dieser Fall trat im Jahr 2014 ein, als auf dem Kiever Maidan die ordentlich gewählte Regierung weggeputscht wurde.

Die Rolle der Medien in bewaffneten Konflikten

(Red.) Nicht zuletzt die neuste geopolitische Situation zeigt in aller Deutlichkeit, dass die Medien ihren ursprünglichen Auftrag, die interessierte Bevölkerung möglichst unabhängig und genau zu informieren, zugunsten einer machtpolitisch einseitigen «Information» verlassen haben.
17. Oktober 2022 Autor: Karin Leukefeld übernommen von globalbridge.ch

Die Stimme aus dem Donbass (II) – Kinder im Visier ukrainischer Soldaten

Warum wird im Ausland stets nur eine Seite dargestellt
22. Juli 2022 Autor: Elena Malinowa - GlobalBridge
In den europäischen Massenmedien wird darüber berichtet, dass am 15. Juli 2022 „die vierjährige Lisa bei dem russischen Raketenangriff auf Winnyzja ums Leben kam“. Auch wir in Donezk trauern um das kleine Mädchen, das unweit des im Stadtzentrum liegenden Militärobjekts „Haus der Offiziere“, in dem damals hunderte ausländischer Söldner untergebracht waren, getötet wurde…

Es gibt sie noch, die guten Nachrichten!

16. November 2022 Autor: Christian Müller übernommen von globalbridge.ch
Während bei den großen deutschsprachigen Medien fast durchwegs nur noch Einäuger am Werkeln sind, gibt es  – die gute Nachricht!  – wenigstens im Buchmarkt noch Verlage, die es wagen, andere Analysen und Meinungen zu Papier zu bringen. Zu diesen gehört einmal mehr der WESTEND-Verlag. Dazu ein exzellentes Beispiel.

Krieg in der Ukraine: Mehr hinhören, was die Russen sagen

Christian Müller GlobalBridge.ch 30.08.2022
Die Beurteilungen und Informationen über den Krieg in der Ukraine und die Positionen der sich gegenüberstehenden Kriegsparteien liegen meilenweit auseinander. Während sich zum Beispiel in der Schweiz Journalisten und Redakteure im Russenhass suhlen und die Schwäche der Russen besingen, sehen unabhängige Militär-Experten die Lage deutlich anders. (cm)

Peski Langsam aber stetig: Die russischen Truppen rücken vor und haben auch Peski bereits unter Kontrolle. (Screenshot)

Redaktionelle Vorbemerkung: Es ist keine Überraschung: In den Zeitungen des Schweizer Medien-Konzerns CH-Media wird das eigene Wunschdenken zur Headline und zum Inhalt eines Leitartikels auf der Frontseite:

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Die CH-Media-Zeitungen am 24. August auf der Frontseite: Es ist Zeit, Russlands Schwäche zu erkennen. (Screenshot)

Der Chefredakteur der Neuen Zürcher Zeitung NZZ, Eric Gujer, weiss sogar bereits, wer der Verlierer des Krieges ist  – und schreibt’s ebenfalls gleich auf die Frontseite:

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John J. Mearsheimer, einer der bekanntesten US-amerikanischen Politologen, widerspricht diesen einseitigen Beurteilungen nicht, nimmt sie im Gegenteil als bare Münze, zieht daraus aber den Schluss, damit sei die Gefahr eines durch Russland begonnenen Nuklear-Krieges massiv angewachsen. Aber es gibt auch unabhängige Beobachter und Kommentatoren. Einer von ihnen, der in den USA ausgebildete Russistiker Gilbert Doctorow (siehe sein CV unten) schaut und hört deutlich besser hin. Hier seine Analyse:

Vor einigen Tagen veröffentlichte die meistgelesene Zeitschrift für internationale Politik in den USA, «Foreign Affairs», einen Artikel von John Mearsheimer, Professor an der University of Chicago, mit dem Titel „Playing with Fire in Ukraine: the Underappreciated Risks of Catastrophic Escalation“. Die Online-Version ist hier abrufbar. 

Diese Veröffentlichung war an sich schon ein großes Ereignis angesichts der orthodoxen Sichtweise von «Foreign Affairs» auf alles, was mit Russland zu tun hat, und der Anfechtung des Washingtoner Narrativs durch Mearsheimer, seit sein Artikel «Why the Ukraine Crisis is the West’s Fault» in der Herbstausgabe 2014 von «Foreign Affairs» erschien. Damals löste dieser Artikel einen Wutanfall bei den Hardlinern aus, die die Mehrheit der US-amerikanischen Außenpolitiker und der Leser der Zeitschrift ausmachen.

Das Video einer Rede zum selben Thema, die Mearsheimer 2014 kurz nach Erscheinen seines Artikels hielt, wurde von mehr als 12 Millionen Besuchern der Website www.youtube.com angesehen. Eine aktualisierte Version derselben Rede, die im Frühjahr dieses Jahres auf youtube präsentiert wurde, hat ebenfalls mehr als 1,6 Millionen Zuschauer angezogen. Man kann mit Sicherheit sagen, dass John Mearsheimer der meistgesehene und meistgehörte Akademiker ist, der die in den USA gängige Meinung zum Ukraine-Krieg bestreitet.

Ich erkenne das Verdienst von Mearsheimers neuem Artikel an: Er warnt davor, dass der Konflikt in der Ukraine leicht außer Kontrolle geraten und zu einem Atomkrieg eskalieren könnte. Das Team der unerfahrenen und unwissenden Berater im Weißen Haus muss aus seiner Selbstgefälligkeit tatsächlich aufgerüttelt werden, und alles, was in «Foreign Affairs» veröffentlicht wird, wird ihnen zwangsläufig zur Kenntnis gebracht, während ein Artikel, der z. B. auf www.antiwar.com veröffentlicht wird, schon vor dem Lesen verbrannt wird.

Dies entschuldigt jedoch nicht, dass Mearsheimer sich auf die gleichen eingeschränkten und verzerrten Informationsquellen stützt, wie sie von den Mainstream-Medien und Mainstream-Wissenschaftlern verwendet werden, während er andere Informationsquellen ignoriert, die seiner Analyse mehr Tiefe verleihen und seine Schlussfolgerungen möglicherweise wesentlich verändern würden. Ich glaube, dass er zu sehr auf die rosigen Prognosen Washingtons und Kiews über eine Gegenoffensive hört, die zu einem Patt und möglicherweise sogar zu einer russischen Niederlage führen wird, und dass er nicht auf die russischen Berichte über die Fortschritte ihrer Kampagne vor Ort hört, die darauf hindeuten, dass alle Hindernisse auf dem Weg zur Eroberung der Oblast Donezk, d. h. der Einnahme des gesamten Donbass, langsam aber stetig aus dem Weg geräumt werden.

Der russische Vormarsch wird durch die Abtrennung von Truppen in die Region Cherson nur geringfügig verlangsamt, um den laut angekündigten ukrainischen Angriff im Keim zu ersticken. Die neuesten Nachrichten besagen, dass sich die Russen den strategisch wichtigen Punkten Slawjansk und Kramatorsk nähern, der Wiege der Unabhängigkeitsbewegung im Donbass im Jahr 2014. Durch die Einnahme dieser Städte in der Zentralregion unterbrechen die Russen den Waffennachschub für die am stärksten befestigten ukrainischen Stellungen vor den Toren von Donezk, aus denen seit acht Jahren täglich Wohnviertel bombardiert und Zivilisten getötet werden. Dies erklärt, warum die ukrainischen Stellungen in der Stadt Peski, die nur zwei Kilometer von der DVR-Hauptstadt Donezk entfernt liegt, in der vergangenen Woche überrannt und zerstört wurden.

Über die Einnahme der Stadt Peski wurde in den westlichen Medien nicht berichtet, ebenso wenig wie über die kriegsverbrecherischen Aktivitäten der Ukrainer, die sich auf zivile Ziele konzentrieren und damit gegen die internationalen Konventionen zur Kriegsführung verstoßen. Der russische Vormarsch hat also nichts mit «Schock und Schrecken» zu tun, d.h. die Russen tun nichts, um Schlagzeilen zu machen und um Joe Biden zu einer unverhältnismäßigen Eskalation zu zwingen.

Der jüngste Zeitplan der Russen, der in ihren führenden Fernseh-Talkshows verkündet wurde, sieht vor, die Befreiung des Donbass bis zum Jahresende abzuschließen. Wenn es danach zu keiner ukrainischen Kapitulation kommt, ist ein weiterer Vormarsch über Odessa bis nach Transnistrien und zur rumänischen Grenze wahrscheinlich, und dann braucht niemand mehr einen Friedensvertrag. 

Das Selenskyj-Regime könnte durch die gegenseitigen Beschuldigungen, die seine Machtbasis erschüttern, dem Untergang geweiht sein.

Mearsheimer geht in seinem Artikel sehr ausführlich auf die vielen möglichen Szenarien für eine gefährliche, wenn nicht gar katastrophale Eskalation des Konflikts ein. Diese sind jedoch zahlreich und weitgehend unvorhersehbar, so dass er letztlich nur einen Bruchteil der Möglichkeiten abdeckt, wie die Dinge aus dem Ruder laufen könnten. Sie sind, wie er zugibt, nicht sehr wahrscheinlich. Amen.

Und was ist mit den Atomkraftwerk Saporischschja?

Eine dieser Möglichkeiten für eine katastrophale Eskalation, die derzeit die Aufmerksamkeit der weltweiten Medien auf sich zieht, ist der Konflikt um das Atomkraftwerk im russisch besetzten Saporischschja, dem größten Atomkraftwerk Europas. Beide Konfliktparteien spielen die Bedrohung durch Artillerie- und Raketenangriffe auf eine Nuklearanlage zu propagandistischen Zwecken hoch, um die andere Seite als Verrückte darzustellen: Die Ukrainer bezeichnen die Kreml-Führung als Nuklearterroristen und Erpresser, die Russen die ukrainischen Streitkräfte, die das Kraftwerk beschießen, als „Affen mit Granaten“. Sicherlich hatte Mearsheimer bei der Formulierung seines Artikels die Beschädigung des Kraftwerks und die Freisetzung radioaktiver Stoffe in die Atmosphäre im Sinn. Ich möchte jedoch klarstellen, dass es sich hier um ein Scheinproblem handelt, so wie die angebliche russische Blockade der ukrainischen Häfen afrikanische Länder in Hungersnot brachte, weil sie kein Getreide erhielten, das sie vor dem Konflikt in der Ukraine bestellt hatten. Tatsache ist, dass die Kernreaktoren von meterdicken Betonwänden umgeben sind, die allen Geschossen, die die Ukrainer abzufeuern in der Lage sind, standhalten. Die Risiken bestehen für die Verwaltungsgebäude und die Kühlsysteme. Die Russen sind aber durchaus in der Lage, die Kernreaktoren jederzeit abzuschalten, um eine Katastrophe zu verhindern.

Lassen Sie mich nun die Aufmerksamkeit auf das nukleare Risiko lenken, das Mearsheimer in seinem Artikel benennt. Er greift genau das gleiche Argument auf wie die Mainstream-Kommentatoren in den USA, nämlich dass Russland auf Atomwaffen zurückgreifen könnte, falls sich die Lage aufgrund einer stärkeren westlichen Intervention einschließlich westlicher Truppen vor Ort gegen Russland wenden sollte. Wir alle wissen, dass bereits westliche Truppen vor Ort sind, nämlich die «Ausbilder», die das Feuer für HIMARS leiten. Wir wissen, dass hochrangige amerikanische und andere westliche Offiziere, die mit ihren ukrainischen Kollegen in Kontakt stehen, vor kurzem durch den russischen Raketenangriff auf XXX Winnyzja in Stücke gerissen wurden. Das wurde alles totgeschwiegen, und der einzige Hinweis auf diese Katastrophe für Washington war am nächsten Tag die Entlassung der für die Ukraine zuständigen Geheimdienstführung.

Natürlich weiß niemand, was eine Eskalation noch für Folgen haben könnte. Aber auch hier lässt Mearsheimer einige wichtige Überlegungen außer Acht. Warum geht er davon aus, dass die Russen zu nuklearen Optionen eskalieren müssen, und warum würden sich diese Optionen gegen Kiew richten und nicht etwa gegen London? Vor allem übersieht er die Tatsache, dass die Russen erst begonnen haben zu kämpfen, wie Putin kürzlich öffentlich sagte. Sie haben noch nicht mobilisiert und noch keine militärischen Aufgebote verschickt, sie haben die Wirtschaft noch nicht auf Kriegsfuß gestellt. Und sie haben ihre wichtigsten Waffen noch nicht eingesetzt. Stattdessen haben sie diese bewusst zurückgehalten, um sie notfalls in einem direkten Krieg mit der NATO einsetzen zu können. Dabei handelt es sich um massiv zerstörerische konventionelle Sprengladungen, die von Hyperschallraketen und ähnlichen Flugkörpern getragen werden.

Auch die negativen wirtschaftlichen Folgen in Europa müssen beachtet werden

Und dann gibt es noch eine weitere Dimension des Konflikts, die Mearsheimer in seinem Artikel nicht anspricht, obwohl sie einen entscheidenden Einfluss darauf haben wird, ob Washington oder Moskau das Tauziehen gewinnt: der wirtschaftliche Schaden, den die Sanktionen in Europa durch Rückschläge anrichten, die mit Beginn der Heizperiode im Herbst und Winter politisch unhaltbar werden. Die baltischen Staaten und Polen sind und bleiben immun gegen Vernunft, da sie von wahnhaften Russophobikern geführt werden. Wenn es jedoch zu den unvermeidlichen Straßendemonstrationen in Frankreich kommt, dem eh unbeständigsten der großen EU-Staaten, gefolgt von Ostdeutschland und sogar von Belgien, einem eher passiven Land, wie ich von den lokalen Eliten höre, mit denen ich spreche, dann werden die Politiker Europas in widersprüchliche Richtungen auseinandergehen und die Einheit wird zusammenbrechen. Die Russen sind sich sicher, diesen psychologischen Krieg zu gewinnen, trotz aller Bemühungen der staatlichen EU-Medien, es zu vertuschen. Der Tag, an dem Scholz grünes Licht für die Eröffnung von Nord Stream II gibt, wird den russischen Sieg markieren und den von den USA gesteuerten selbstmörderischen Entscheidungen hier in Europa ein Ende setzen.

Aus all den oben genannten Gründen fordere ich Professor Mearsheimer und seine Anhänger auf, genauer darauf zu achten, was die Russen sagen, und weniger auf die heiße Luft, die aus Washington kommt.

Zum Artikel von John J. Mearsheimer in «Foreign Affairs»

Zum Originalartikel von Gilbert Doctorow hier anklicken. Die Übersetzung besorgte Christian Müller.

Zum Autor Gilbert Doctorow:«Gilbert Doctorow is an independent political analyst based in Brussels. He is a magna cum laude graduate of Harvard College and holds a doctorate in Russian history from Columbia University. From a position as postdoctoral fellow at Harvard’s Russian Research Center in 1975 he transitioned to corporate business, serving major U.S. corporations in their ambition to establish industrial projects in the USSR under conditions of detente. His twenty-five year business career culminated in the position of Managing Director, Russia during the years 1995-2000. Since 2010, Doctorow has published collections of his weekly essays on US-EU-Russian relations and most recently brought out a two volume edition of his diaries and reminiscences.  Volume I of „Memoirs of a Russianist,“ bears the subtitle „From the Ground Up“ and sets out the background to his analytic mindset on Russia, on the United States that we see in his present-day essays. Volume II  – „Russia in the Roaring 1990s“  is one of the first monographs devoted to the life and times of the foreign community of corporate managers in Moscow and St Petersburg that numbered 50,000 families in the capital alone in 1995. It documents in diary entries and newspaper clippings how the Russian market was won by foreign interests in the 1990s, only to be lost in the spring of 2022 by the sanctions and „cancel Russia“ policies of the Collective West.  A Russian language edition in a single 780 page volume was published by Liki Rossii in St Petersburg in November 2021.  – Zu Gilbert Doctorows Website hier anklicken.

Mit freundlicher Genehmigung von GlobalBridge
Quelle: https://globalbridge.ch/krieg-in-der-ukraine-mehr-hinhoeren-was-die-russen-sagen/

 

Massenpsychologische Aspekte der Psychologischen Kriegsführung

Aus Internationale Zeitschrift für Sozialpsychologie und Gruppendynamik in Wirtschaft und Gesellschaft – seit 1975
Von Prof. Dr. Rudolf O. ZUCHA* - Vorabdruck 7.6.2022
Der 28-Jährige Gustav Le Bon (1841  – 1931) erlebte als Arzt den Krieg zwischen Frankreich und Preußen in Paris 1870, als die Stadt von preußischen Truppen belagert war. Er konnte beobachten, dass die Soldaten nicht nur aus Pflichtgefühl, sondern aus Begeisterung in den Krieg gezogen sind und zu großen Opfern bereit waren. Aufgrund dieser Erfahrungen und Beobachtungen konnte er 25 Jahre später, d. h. im Jahr 1895, sein Hauptwerk „Psychologie der Massen“ vorlegen.

Nach der Teilmobilmachung: Dem Westen bleiben noch elf Tage zum Einlenken

Spätestens seit dem Beschuss des Reaktors von Energodar ist klar, dass der russische Einsatz in der Ukraine verschärft werden muss. Aber erst das Treffen in Samarkand machte den Weg dazu frei. Eskalation oder nicht – diese Entscheidung liegt jetzt beim Westen.
Von Dagmar Henn - 22 Sep. 2022 12:40 Uhr - rt.de
Das Treffen der Schanghaier Organisation zur Zusammenarbeit (SOZ) in Samarkand hatte weltgeschichtliche Bedeutung; das war vielen Beobachtern klar, auch wenn die westliche Presse sich darüber ausschwieg. Die Referenden in den Donbassrepubliken sowie in den Gebieten Saporoschje und Cherson dürften dort ebenso besprochen worden sein wie die jetzt verkündete Teilmobilisierung in Russland. Denn es war von Anfang an vor allem die Reaktion der wichtigsten Partner, die die Selbstbeschränkung Russlands auf eine besondere Militäroperation erforderlich machte, und der Schritt, der jetzt vollzogen wurde, beruht darauf, dass diese Partner die Legitimität des russischen Vorgehens akzeptieren.

Nach Lehrbuch: Deutsche Medien betreiben Kriegspropaganda

Wer die aktuellen Medienberichte im Westen verfolgt, der stellt fest, dass die deutschen, angeblich freien, objektiven und kritischen Medien Kriegspropaganda betreiben. Es gibt die berühmten 10 Regeln der Kriegspropaganda, an denen man es leicht überprüfen kann.
von Thomas Röper - 3. Mai 2022 17:00 Uhr Antispiegel
Die 10 Regeln der Kriegspropaganda wurden von der Historikerin Anne Morelli in ihrem Buch „Die Prinzipien der Kriegspropaganda“ aufgelistet. Wir sehen uns diese Regeln nun einmal an. Dabei werden wir sehen, dass unsere Mainstream-Medien sie exakt befolgen.

Patrick Lawrence: So weit ich es erkennen kann

Patrick Lawrence erforscht, wie die Wahrheit über die Ukraine zu einem Rezept für Wut und Verachtung seitens der westlichen Medien geworden ist.
Von Patrick Lawrence / Original bei ScheerPost
Soweit ich das beurteilen kann, verlieren die Streitkräfte der Ukraine ihren Krieg gegen die russische Intervention. Soweit ich das beurteilen kann, hat die AFU den Krieg mehr oder weniger seit Beginn der Feindseligkeiten am 24. Februar verloren. Soweit ich das beurteilen kann, steuern die ukrainischen Streitkräfte mit immer größerer Dynamik auf eine entscheidende Niederlage zu. Soweit ich das beurteilen kann, werden sie immer verzweifelter, je deutlicher dieses Ergebnis wird, und ihr Verhalten wird immer verwerflicher.

Protokoll des ukrainischen Bürgerkriegs

Rezension des Buches von Ulrich Heyden „Der längste Krieg in Europa seit 1945 – Augenzeugenberichte aus dem Donbass“ [1]
Von Andreas Wehr ; Gesendet: Freitag, 24. Juni 2022 11:50
Der Einmarsch russischer Truppen in die Ukraine im Februar 2022 erfolgte weder aus einer Laune Wladimir Putins heraus, noch war er Ausdruck eines irgendwie gearteten imperialistischen Charakters Russlands, wie uns selbst Linke heute weißmachen wollen. Er war vielmehr das Ergebnis eines acht Jahre andauernden Bürgerkriegs in der Ostukraine.

Putins Gas statt Bidens Bomben[1]!

Im Diskurs über den Europäischen Krieg ist das Meiste noch vom Kopf auf die Füße zu stellen / Die Ossis sind die besseren Wessis
Von Friedhelm Klinkhammer und Volker Bräutigam - 2. November 2022

Russisches Verteidigungsministerium bezeichnet COVID-19 als US-Biowaffe

"Inside Corona": Das russische Verteidigungsministerium hat COVID-19 am 4. August in einer Erklärung zum US-Biowaffenprogramm in der Ukraine als von den USA entwickelte Biowaffe bezeichnet.
von Thomas Röper / 5. August 2022 02:47 Uhr
"Es zeichnet sich also ein klarer Trend ab: Erreger von Infektionskrankheiten, die in den Interessenbereich des Pentagons fallen, werden zu Pandemien, von denen US-Pharmakonzerne und ihre Gönner, die Führer der Demokratischen Partei der USA, profitieren."

Scholz-HiWis polieren Sankt Selenskyjs Scheinheiligen-Schein

Der Ukrainer nutzt den Krieg und die Faschisten, um sich an der Macht zu halten
Von Friedhelm Klinkhammer und Volker Bräutigam
Preisfrage: Wann lief die letzte 20-Uhr-Tagesschau ohne Beitrag über Ukraines Präsidenten Selenskyj  – albern kostümiert in NATO-Oliv, Waffen und Geld fordernd? „Selenskyj“ im Suchfeld auf tagesschau.de ergibt für die letzten drei Monate mehr als 1 400 Treffer. Tagesschau.de listet darunter mehr als 500-mal Selenskyj-Videos: Heldenverehrung für einen ferngesteuerten Gewaltherrscher, der den Kriegszustand zur Festigung der eigenen Position verlängert und dafür täglich hunderte Menschenleben opfert. Hingegen verschwieg die Tagesschau den weltweit beachteten Rat des einstigen US-Außenministers Henry Kissinger, Selenskyj solle zur Vermeidung einer gesamteuropäischen Katastrophe freiwillig Territorium an Russland abtreten und Frieden schließen. Kissingers Realismus passte der giftgrün-linientreuen ARD-aktuell-Redaktion ersichtlich nicht in den Propagandakram.

Schweiz: Nach der Neutralität jetzt auch die Musterdemokratie abgeschafft

– und das vor allem dem Geld zuliebe! Ein aktueller Kommentar zur Schweizer Politik.
16. September 2022 Autor: Christian Müller übernommen von GlobalBridge.ch
Am 20. Dezember 2019 bewilligten die beiden Schweizer Parlamente Ständerat und Nationalrat für die Beschaffung von 36 neuen Kampfjets einen Kredit in Höhe von 6 Milliarden Franken  – und Folgekosten in Höhe von geschätzt weiteren 20 Milliarden. Resultat im Ständerat: 33 Ja, 10 Nein, 1 Enthaltung. Resultat Nationalrat: 123 Ja, 68 Nein, 5 Enthaltungen. Dagegen wurde das in der Schweizer Musterdemokratie mögliche Referendum erhoben. An der darauffolgenden Volksabstimmung am 27. September 2020 stimmten 51 Prozent der teilnehmenden Schweizer Stimmbürger für den Kauf.

So hat der Westen den Krieg in die Ukraine gebracht

Seit fast 200 Jahren, beginnend mit der Formulierung der Monroe-Doktrin im Jahr 1823, erheben die Vereinigten Staaten von Amerika Sicherheitsansprüche über praktisch die gesamte westliche Hemisphäre.
31. Mai 2022 Autor: Benjamin Abelow in Politik - übernommen mit Dank am 2.06.22 von globalbridge.ch
«Die fehlgeleitete Politik der USA und der NATO hat zur Ukraine-Krise und zum Krieg in der Ukraine geführt. Jetzt riskieren die USA gar einen Atomkrieg.» Der US-amerikanische Wissenschaftler Benjamin Abelow hat zur Beziehung USA/NATO versus Russland und zur Verursachung des Krieges in der Ukraine eine detailierte Analyse geschrieben. Ist äusserst lesenswert! (cm)

So rufen Schweizer Medien zu noch mehr Krieg auf

25. Oktober 2022 Autor: Christian Müller in Medienkritik - übernommen mit Dank an globalbridge.ch
(Red.) Am Wochenende 15./16. Oktober 2022 fand in Solothurn in der Schweiz eine Tagung zum Thema «Welche Medien für den Frieden?» statt. Zu den eingeladenen Referenten aus London, Brüssel, Berlin und natürlich auch aus der Schweiz gehörte auch Christian Müller, der Herausgeber der Plattform www.globalbridge.ch. Sein Referat wird hier im vollen Wortlaut wiedergegeben. Nähere Informationen zu dieser Tagung finden die Leserinnen und Leser am Endes des Textes.

Donbass zerstoertes Haus
Seit 2014  – seit acht Jahren!  – beschiessen und bombardieren ukrainische Truppen Städte im Donbass, deren Bevölkerung sich von der Ukraine zu trennen beschlossen hat, weil sie sich nach dem Putsch auf dem Maidan 2014 durch die nicht mehr demokratisch legitimierte Regierung nicht mehr vertreten fühlt. Aber zu diesen Kriegsverbrechen der Ukraine schweigen die grossen westlichen Medien konsequent. Das Bild zeigt ein von ukrinischem Militär zerstörtes Haus. (Foto Tatyana Tkachuk, CC BY-SA 2.0 Wikimedia Commons)

Hochgeschätzte Anwesende

Es ist mir eine Freude, auf Einladung der hier zuständigen Organisatoren zu Ihnen reden zu dürfen. Das, worüber ich zu Ihnen nun reden werde, ist allerdings alles Andere als eine Freude. Es ist eine echt traurige Geschichte!

Geschätzte Leserin, geschätzter Leser, liebe Freunde, zum Glück fragen sich immer mehr Menschen, dank unabhängiger Plattformen, weshalb in den grossen Medien zum Ukrainekrieg praktisch nur eine einzige Meinung verbreitet wird. Aber die Millionen Menschen, die arbeiten, ausgelaugt und müde nachhause kommen, keine Energie für den Besuch solch unabhängiger Plattformen haben, sind den marktdominierenden Medien schutzlos ausgeliefert. Und was macht eine dermassen einseitige, objektiv falsche, massenmediale Beeinflussung mit den Menschen? Was ist mit den Medien passiert, dass sie ihre Sorgfaltspflicht und seriösen Aufklärungs-Auftrag so grob missachten? Auch wir stellen uns mit grosser Sorge diese Fragen. Erhellende Antworten zur Medienfrage geben sowohl der Vortrag von Christian Müller, den wir hier dankend veröffentlichen, als auch das Referat von Karin Leukefeldan der Tagung «Welche Medien für den Frieden?». Die Frage, was die heutige Mainstream-Medienwalze mit den Menschen macht, ist nach unserer Meinung eine eminent psychologische und auch historische Frage. Denn so ganz neu sind Bestrebungen ‘der Obrigkeit’ ihre Untertanen dumm und unterwürfig zu halten auch wieder nicht. Trotz grosser Verdienste der Aufklärung ist in den Gefühlen und (meist unbewussten) Überzeugungen der Menschen der Gehorsam und die Obrigkeitsgläubigkeit noch nicht abgeschafft und durch selbstständiges Denken ersetzt worden. Den Versuch einer Antwort  – ein gewagtes Unterfangen  – machen meine Frau und ich auf unserem Portal www.copernicus.seniora.org (noch in Entwicklung begriffen). Die Leser auf eine bislang noch wenig bearbeitete  – eine eigentliche Menschheitsfrage  - aufmerksam zu machen ist dort unser Aufklärungsziel. Herzliche Grüsse Margot und Willy Wahl

Ein längerer  – kritischer!  – Leserbrief zu einem militärischen Thema an das «Badener Tagblatt» im Jahr 1964, aufgrund dessen Werner Geissberger, der damalige Regionalchef des «Badener Tagblatts», mich aufforderte, öfter und auch zu anderen Themen für das «BT» zu schreiben, wurde zum Start meines Berufes als Journalist. Im Gegensatz zu vielen meiner Kollegen, die ihr Studium an der Uni abbrachen, um mehr schreiben zu können  – was natürlich mehr Spass machte als Studieren  –, schloss ich aber mein Studium der Allgemeinen Geschichte und des Staatsrechts mit einer sozialgeschichtlichen Dissertation ab und promovierte zum Dr.phil I, nicht zuletzt, um zum Beispiel im Bildungsbereich eine andere Tätigkeit ausüben zu können und  – wichtig!  – so nie aus finanziellen Gründen von einem Zeitungsverleger abhängig zu werden. 

Beruflich wurde ich also Journalist, dann Redaktor, dann Ressortleiter, dann Mitglied der Redaktionsleitung und schliesslich persönlicher Stellvertreter des Herausgebers des «Badener Tagblatts» Otto Wanner, bis dieser im Jahr 1978 politisch  – und nicht zum ersten Mal in seinem Leben  – die Farbe wechselte und massiv nach rechts rutschte. Das war dann auch der Grund, beim «Badener Tagblatt» auszusteigen und über die Position des Chefredaktors der damaligen «Luzerner Neuste Nachrichten» LNN und später eines Medien-Managers im Hause Ringier und noch später eines selbständigen Medien-Beraters und dann als CEO einer Schweizer Medien-Gruppe meinen eigenen Weg zu beschreiten. 

Warum erwähne ich diese Details aus meinem Leben? Meine sogenannte berufliche Karriere begann mit der Korrektur eines fehlerhaften Artikels. Das hat dann fast mein ganzes Leben bestimmt. Und ich kenne aufgrund meiner sogenannten Karriere auch beide Seiten: die des Journalisten und die des Verlagsmanagers, der für den wirtschaftlichen Erfolg eines Medienunternehmens verantwortlich ist. Ich war auch etliche Jahre in Prag im Einsatz, wo ich hautnah erlebte, dass in einem anderen Land eben nicht immer alles gleich abläuft wie im trauten Heimatland  – nicht zuletzt im Bereich der Medien, der Vetternwirtschaft und der Korruption.

Trotz eines reichen beruflichen Werdegangs im Bereich der Medien hätte ich mir vor fünf Jahren aber noch nicht vorstellen können, wie brutal die Medienszene sich innerhalb kürzester Zeit total verändern kann  – zum Negativen. 

Es sind drei Punkte, die ich in aller Kürze beleuchten möchte:

  1. Viele junge Journalisten sind zwar «journalistisch» ausgebildete Berufsleute  – man lernt da zum Beispiel, dass man zur leichten Lesbarkeit keine Sätze mit mehr als fünf Kommas schreiben soll. Diese jungen Journalisten haben aber von der Geschichte  – der Weltgeschichte!  – oft keine Ahnung und liegen in ihren Aussagen und Analysen, wie ein politisches Ereignis zustande gekommen ist, oft völlig falsch.
  2. Aus Gründen der finanziellen Abhängigkeit sind sie heutzutage bereit, auch fürchterliche Vorgaben ihrer Bosse widerspruchsfrei zu befolgen.
  3. Viele von ihnen haben sich auch aus dem Bereich der uns innewohnenden Mitmenschlichkeit, bei einer kriegerischen Auseinandersetzung zur Vermeidung von weiteren Kriegsopfern als erstes eine Waffenruhe zu befürworten und anzustreben, definitiv verabschiedet. Viele sind recht eigentlich zu Kriegshetzern geworden.

Zur mangelnden Kenntnis der Geschichte

Ich nenne hier ein Beispiel, das leicht nachzuvollziehen ist und nicht nur einen einfachen, normalen Journalisten, sondern den Chefredaktor des im Bereich der Regionalzeitungen grössten Schweizer Medien-Konzerns und der regionalen Privatradio-Stationen, der CH-Media-Gruppe  – Aargauer Zeitung, Luzerner Zeitung, St. Galler Tagblatt und etliche weitere Blätter  – betrifft: CH-Media Chefredaktor Patrik Müller. Dieser schrieb am 5. Juni 2019 wörtlich: «Heute und morgen werden wir wieder schöne Reden hören, denn gefeiert wird die Landung der alliierten Truppen in der Normandie vor 75 Jahren  – der Wendepunkt im Zweiten Weltkrieg, der zur Befreiung Europas von Hitlers Nazi-Terror führte.» Und tags darauf, am 6. Juni, wurde in der gleichen, von Patrik Müller verantworteten Zeitung, dem gleichen Ereignis, dem sogenannten D-Day, eine ganze Doppelseite gewidmet. Headline: «Heute vor 75 Jahren begann(sic!) die Befreiung Europas von den Nazis.»

Diese beiden Aussagen sind historisch schlicht und einfach falsch. Erstmals echt geschlagen wurden die Truppen der Deutschen Wehrmacht und ihrer Verbündeten im Zweiten Weltkrieg in der Schlacht von Stalingrad vom Juli 1942 bis Februar 1943, wo beide Seiten  – Wehrmacht und Rote Armee  – Hunderttausende von Opfern zu verzeichnen hatten. Und vernichtend geschlagen wurden die Deutschen und ihre Verbündeten im Juli 1943 in der gigantischen Schlacht bei Kursk, bekannt unter dem Namen «Unternehmen Zitadelle», wo es erneut auf beiden Seiten zu Hunderttausenden von Toten kam  – auf russischer Seite in beiden Fällen auch zu unendlich vielen zivilen Kriegsopfern. Seit diesen beiden Schlachten waren die deutschen Truppen auf dem Rückzug.

Die Landung in der Normandie der Alliierten ein Jahr später Anfang Juni 1944  – dem sogenannten D-Day  – war zwar ebenfalls ein bedeutendes militärisches Ereignis im Zweiten Weltkrieg, aber alles andere als die Wende! Selbst im Januar 1945, also nur vier Monate vor Hitlers Kapitulation, bat der britische Premier Winston Churchill den Machthaber der Sowjetunion, Stalin, schriftlich darum  – die Dokumente dazu sind erhalten  –, den Vormarsch der Roten Armee Richtung Berlin auf keinen Fall zu stoppen, da eine dadurch möglich werdende Verlagerung der deutschen Truppen von der Ostfront an die Westfront einen erfolgreichen Einmarsch der alliierten Truppen im Westen Deutschlands in Frage stellen würde.

Ob Chefredaktor Patrik Müller von Militärgeschichte einfach keine Ahnung hat und dabei blind der westlichen Polit-Propaganda folgt, oder ob er die Geschichte sogar absichtlich verdreht, um die westlichen Mächte zu verherrlichen, bleibe dahingestellt. Eine bewusste Verherrlichung der westlichen Militärmächte ist allerdings deutlich wahrscheinlicher: Im aargauischen Birmenstorf fand auch in diesem August wieder die Grossveranstaltung «Convoy to Remember» statt, an der zur Erinnerung an den D-Day in einem Umzug ein paar hundert historische Panzer und andere Militärfahrzeuge gezeigt werden. Und auch diese Grossveranstaltung  – unter Beteiligung der «Patrouille Suisse»  – fand statt unter dem Motto «Im Gedenken an die Befreiung Europas» und sie erinnerte gemäss eigener Website «an die Invasion der Alliierten im Juni 1944» in der Normandie. Für den Chefredaktor der «Aargauer Zeitung» Patrik Müller wäre es die Gelegenheit gewesen, darauf aufmerksam zu machen, dass diese Darstellung der Geschichte des Zweiten Weltkrieges falsch ist. Gemacht hat er es nicht.

Dies nur ein  – wenn auch prominentes  – Beispiel, wie die Geschichte von den Medien vergessen oder sogar bewusst verdreht wird. 

 «His Masters Voice»

Es ist nachgerade üblich geworden, dass die Eigentümer und Bosse der grossen Konzern-Medien, die Verleger, sowohl in Deutschland wie auch in der Schweiz selber in die Tasten greifen  – und damit ihren Schreibsklaven öffentlich vorgeben, welche Politik sie zu vertreten und was sie zu schreiben haben. So etwa hat der Boss und Grossaktionär des deutschen Axel Springer Medien-Konzerns  – zu diesem gehören unter anderem die Tageszeitung «Die Welt» für die deutsche Intelligenz und die «Bild»-Zeitung für die grosse Masse  – Mathias Döpfner, selber einen Aufruf an seine Leser geschrieben. Von den zwei verbliebenen Möglichkeiten, entweder von China (zusammen mit Russland und Iran) abhängig zu werden, oder aber sich klar und deutlich nach den Vorgaben der USA zu richten, so Döpfner, komme nur diese zweite Variante in Frage: engste Zusammenarbeit im transatlantischen Bündnis mit den USA.

Welcher Redaktor oder Journalist in einem zum Axel Springer Konzern gehörenden Medium hat seither den Mut gehabt, die transatlantische Zusammenarbeit zu hinterfragen oder gar zu kritisieren?

Auch in der Schweiz gibt es ein prominentes Beispiel. Der Mehrheitsbesitzer und dadurch oberste Boss der CH-Media-Gruppe, Verleger Peter Wanner, hat am 19. März 2022, also knapp einen Monat nach Beginn des Krieges in der Ukraine, auf den Frontseiten seiner vielen marktdominierenden Regionalzeitungen einen eigenen Leitartikel platziert. Headline: «Der Westen muss klare Kante zeigen». Weil auch in Peter Wanners Medien-Imperium der rückläufigen Werbe-Erträge wegen das journalistische Personal kontinuierlich zurückgefahren wird und die Journalisten natürlich befürchten müssen, beim nächsten Personalabbau einer der Betroffenen zu sein, wagt es nun keiner mehr, eine differenziertere oder gar abweichende Meinung zu vertreten. Die Übernahme der Vorgaben des eigenen höchsten Bosses geht bis in die sprachlichen Formulierungen hinein. Peter Wanner brauchte die in der Schweiz eher unübliche Formulierung «klare Kante zeigen». Remo Hess, der CH-Media-Mann in Brüssel, über Ursula von der Leyen am 15. September  – ebenfalls in der Headline: «Stets klare Kante gezeigt: Für einmal Lob für Ursula von der Leyen». Auch die Kultur-Zuständigen der CH-Media-Zeitungen wagen keine kritischen Worte mehr. Selbst wenn an einem St. Galler Musik-Festival die Oper «Die Jungfrau von Orleans» von Peter Tschaikowsky abgesetzt und durch Giuseppe Verdis «Giovanna d’Arco» ersetzt wird, weil es den Flüchtlingen aus der Ukraine nicht zuzumuten wäre, ein Stück eines russischen Komponisten  – geboren notabene 1840 und gestorben 1893  – mitanhören zu müssen, wagt es kein Journalist mehr, solchen nachgerade rassistischen Schwachsinn zu kritisieren. (Die FAZ in Deutschland hat es immerhin getan.)

Peter Wanner schrieb in seinem Leitartikel auf der Frontseite seiner Zeitungen wörtlich: «Schon jetzt hat Putin in verschiedener Hinsicht den Krieg verloren: Er hat ihn politisch verloren, weil er weltweit isoliert dasteht, er hat ihn moralisch verloren, weil er als Aggressor und Kriegsverbrecher wahrgenommen wird, er hat ihn kommunikativ verloren, weil Selenski ihm hier haushoch überlegen ist, und er hat ihn ökonomisch verloren, weil die vom Westen verhängten Sanktionen ihre Wirkung entfalten und die russische Wirtschaft in den Abgrund ziehen. Kommt hinzu, dass er mit dem Überfall auf die Ukraine nicht nur den Abwehrwillen des ukrainischen Volkes gestärkt und die ukrainische Nation geeint hat, er hat auch die Nato geeint, die USA als Leader der freien Welt auf den Plan gerufen und die Deutschen zur Aufrüstung mit 100 Milliarden gebracht  – sowie zur Abkehr von ihrer naiven Ostpolitik.»

Der Faktencheck der Wannerschen Behauptungen:

Putin weltweit isoliert? Das ist Unsinn. Allein schon am Gipfeltreffen der «Shanghaier Organisation für Zusammenarbeit» SOZ Mitte September in Samarkand waren die Regierungschefs von vielen Ländern anwesend, die zusammen gut und gerne 40 Prozent der Weltbevölkerung ausmachen. Und sie alle sind tendenziell eher auf der russischen Seite als auf der Seite der USA. Praktisch ganz Lateinamerika und praktisch ganz Afrika sind überhaupt nicht interessiert an dem Krieg in der Ukraine. Die Bevölkerung der Ukraine entspricht (noch) knapp 0,7 Prozent der Weltbevölkerung, warum soll da eine «weltweite» Isolierung Putins zustande kommen?

Den Krieg moralisch verloren? Ja, das kann man so sagen, gerade eben der westlichen Medien wegen  – CH-Media inbegriffen! Die Anti-Russland-Politik der USA, Grossbritanniens und der anderen NATO-Staaten mit ihren massiven Provokationen gegen Russland (NATO-Osterweiterung, Raketenbasen in Polen und in Rumänien, gigantische NATO-Manöver an der russischen Grenze und die Verweigerung von Sicherheitsgarantien für Russland im Dezember 2021, um nur einige der Fakten zu erwähnen) wird in den meisten Medien ja ganz einfach verschwiegen. Es geht den Medien genau darum, Putin als «moralisch» Alleinschuldigen zu positionieren.

Den Krieg kommunikativ verloren? Ja, weil die westlichen Medien Wolodymyr Selenskyj zum modernen Heiligen erklärt haben und seine eigenen Missetaten  – zum Beispiel seine Verweigerung der Erfüllung der Minsk II Verträge, die Schliessung aller oppositionellen Medien in der Ukraine, vor allem aber auch die seit acht Jahren andauernde Beschiessung des Donbass  – einfach verschweigen.

Ökonomisch verloren? Das ist völliger Unsinn. Die Russland-Sanktionen schaden der Wirtschaft in der EU deutlich mehr als Russland. Ganz Westeuropa leidet bereits unter der nachgerade suizidalen Anti-Russland-Wirtschaftspolitik der EU. 

Die ukrainische Nation geeint? Und was ist mit dem Donbass im Südosten der Ukraine, der seit 2014 von ukrainischen Truppen immer wieder beschossen und bombardiert wird, mit mindestens schon 15‘000 Toten? Auch das wird in den westlichen Medien konsequent verschwiegen.

Die NATO geeint? Noch immer weigert sich die Türkei, der Aufnahme Schwedens und Finnlands in die NATO zuzustimmen  – droht aber ihrerseits dem NATO-Mitglied Griechenland deutlicher als je zuvor mit einem Krieg und der Besetzung der ägäischen Inseln. Eine geeinte NATO?

Die USA als Leader der freien Welt auf den Plan gerufen? Die Realität ist genau umgekehrt: Die USA haben schon 2014 auf dem Kiewer Maidan massiv eingegriffen, mit sehr viel Geld und sogar mit einem persönlichen Auftritt des republikanischen US-Senators John McCain, der die Protestierenden von der Maidan-Rednerbühne herab aufforderte, durchzuhalten. Und die seither alles getan haben, um die Ukraine militärisch aufzurüsten und das militärische Personal im Umgang mit modernen Waffen zu schulen. Die USA sind nicht erst durch den Krieg in der Ukraine auf den Plan gerufen worden, sie sind selber Mitverursacher dieses Krieges. 

Rhetorische Frage: Hat jemand in den 30 Wochen seit Verleger Peter Wanners Frontseiten-Leitartikel mit diesen Behauptungen in den von ihm verantworteten Zeitungen einen Artikel lesen können, in dem diese seine Behauptungen differenziert, relativiert oder gar als falsch dargestellt wurden? Die bittere Realität der heutigen Medien ist, dass wenn der Chef gesprochen hat, alles so kommuniziert wird, wie dieser es vorgegeben hat  – Fakten hin oder her.

Doch warum rede ich bis jetzt nur von den CH-Media-Zeitungen? Ich könnte das gleiche auch in der NZZ aufzeigen. NZZ-Chefredaktor Eric Guyer schrieb am 27. August ebenfalls auf der Frontseite der Zeitung schon in der Headline: «Putin hat verloren». Und auch er behauptet, die NATO sei jetzt stärker denn je. «Der Westen ist im Rahmen seiner Möglichkeiten geeint. Die wegen Trumps Maulheldentum schon für hirntot erklärte Nato steht robuster da denn je. In einem konventionellen Schlagabtausch stellt Russland für die Allianz keine Bedrohung dar.» Auch hier kein Wort über die Probleme innerhalb der NATO. 

Der Aufruf zum Krieg

Was aber besonders erschreckend ist, sind die Kommentare der Journalisten, in denen sich diese ausdrücklich gegen Verhandlungen der Ukraine mit Russland aussprechen und klar sagen, dieser Krieg müsse auf dem Schlachtfeld ausgetragen und gewonnen werden  – mit dem Ziel der militärischen und politischen Schwächung Russlands. Normales menschliches Verhalten wäre ein Aufruf für einen Waffenstillstand, um weitere Kriegsopfer  – notabene auf beiden Seiten  – zu vermeiden. 

Ich habe von verschiedenen privaten Seiten einen guten Vergleich gehört: Zwei Buben, ein 16- und ein 8-jähriger, streiten sich und schlagen aufeinander ein. Da kommt die Mutter der beiden dazu  – und was macht sie? Sie geht auf die beiden zu, versucht die beiden zu trennen und ruft «hört auf, euch zu schlagen!» Keine Mutter und auch kein anderer Mensch würde dem kleineren Buben ein Messer oder gar ein Beil in die Hand geben, um den grösseren und stärkeren wirksamer schlagen oder gar umbringen zu können. Aber was die westlichen Länder jetzt tun, ist genau das: sie liefern dem Schwächeren, der Ukraine, Waffen und Munition  – und was für welche!  –, um den stärkeren besser schlagen und schädigen zu können! Sie rufen zum Krieg auf, mit Zehn- oder gar Hunderttausenden von Opfern, militärischen und auch zivilen. Das ist ein absolut unmenschliches Verhalten!

Aber diese Aufrufe zum Krieg sind real! Wenn der Chef Aussenpolitik der EU, Josep Borrell, dazu aufruft, diesen Krieg in der Ukraine auf dem Schlachtfeld zu beendigen, dann ist  – dies ist meine klare Meinung  – auch das ein Kriegsverbrechen. Aber wenn sogar Journalisten dazu aufrufen, diesen Krieg nicht mit Verhandlungen, sondern auf dem Schlachtfeld zu beenden, was ist es dann? Und solche Aufrufe sind bittere Realität. Als Österreichs Kanzler Karl Nehammer Mitte April nach Moskau reiste, um mit Putin reden zu können, kritisierte Fabian Hock, der zuständige Ausland-Chef der CH-Media Zeitungen, Nehammer am 11. April scharf: «Dieser Besuch ist nicht nur sinnlos, sondern gefährlich. Und er ist ein absurdes Beispiel westlicher Fehleinschätzungen gegenüber dem Kriegstreiber im Kreml.» Fabian Hocks Schlussfolgerung wörtlich«Es gibt nur einen Weg, wie Putin zurückgebunden werden kann: Russland muss militärisch geschlagen werden.» 

Ins gleiche Kapitel gehört der Aufruf, nicht nur Putin, sondern die Russen schlechthin zu stoppen. Der gleiche Fabian Hock, Ausland-Chef aller CH-Media-Zeitungen und besonders treuer Gefolgsmann des Verlegerschen Aufrufs, «harte Kante» zu zeigen, an anderer Stelle in der Diskussion über die Visa-Vergabe an russische Touristen, wörtlich: «Es ist nicht nur Putins Krieg. Es ist Russlands Krieg. Ein Teil der mindestens gleichgültigen Bevölkerung verbringt die Ferien dank Touristen-Visa wie selbstverständlich in Europa. Das ist schlicht inakzeptabel.» Dieser Spruch von Fabian Hock ist, nebenbei bemerkt, auch ein typisches Beispiel massiver europäischer Selbstüberschätzung. Es gibt wahrlich auch ausserhalb der EU wunderschöne Orte, um Ferien zu machen!

Auch in diesem Punkt können zahlreiche Beispiele auch aus der NZZ erwähnt werden. Am 30. August, um ein Beispiel zu erwähnen, publizierte die NZZ einen ganzseitigen Beitrag von einem deutschen Autor Namens Jörg Himmelreich mit der bezeichnenden Headline: «Russlands asiatisches Gewalterbe». Und schon im Vorspann stand der Satz: «Nach 1989 glaubte man daran, dass Moskau im europäischen Haus Platz finden könne.» Und dann kommen die Erklärungen, warum Russland eben kein Vertreter «europäischer Werte» sei und sein könne. Der ganze lange Artikel strotzt von Rassen- und von Russenhass. Auch in der NZZ vom 25. Oktober findet sich ein langer Artikel: «Die Russen verharren in Passivität». Auch hier: dieRussen …

Unfassbares konnte man auch auf der Frontseite der NZZ vom Samstag, 15. Oktober, lesen, geschrieben von Chefredaktor Eric Guyer persönlich: «Eine glaubwürdige Abschreckung ist deshalb auch heute das beste Mittel, um den Einsatz von Atomwaffen zu unterbinden.» Und an anderer Stelle: «Wer Waffenlieferungen ablehnt und dies mit dem wachsenden Risiko eines Atomkriegs begründet, irrt. Das Gegenteil ist der Fall. Standfestigkeit in der konventionellen Sphäre ist der beste Schutz gegen eine atomare Eskalation.» Und der Schlussabschnitt von Eric Guyers Leitartikel auf der NZZ-Frontseite: «Wer dies nicht verstanden hat, sind wieder einmal viele Europäer und besonders die Deutschen. Die vier Merkel-Kabinette verweigerten den Kauf neuer Flugzeuge, die den deutschen Beitrag zur Nato-Abschreckung darstellen. Gegen diese ‹nukleare Teilhabe› sprachen sich vor dem Ukraine-Krieg auch die drei Parteien der Ampelkoalition aus. Zudem liebäugelten sie mit der Idee eines Verbots von Atomwaffen. Russland und Nordkorea hielten sich gewiss daran. Diesem Hirngespinst jagte auch das Schweizer Parlament nach, das sich in der Aussenpolitik für das Wahre, Schöne und Gute in der Welt zuständig fühlt.  – Europa ist seit Putins Angriffskrieg ein gefährlicher Ort. Damit er nicht noch gefährlicher wird, ist mehr Realismus erforderlich  – auch im Umgang mit Atomwaffen.»

So rufen all diese Schweizer Zeitungen nicht nur dazu auf, mit Russland keine Verhandlungen zu führen, sondern diesen Krieg auf dem Schlachtfeld zu gewinnen und deshalb Waffen und immer noch mehr Waffen und immer noch bessere Waffen an die Ukraine zu liefern. Und die gleichen Zeitungen rufen damit auch zum Rassenhass auf, zum Hass gegen alle Russen, vergleichbar zum Hass auf die Juden, zu dem die damaligen Nazis aufgerufen haben. Auch solche Journalisten müssten eigentlich als Kriegsverbrecher vor Gericht gebracht werden können. Justiziabel ist solche Kriegshetze aber leider noch nicht  – Stoff für künftige Historiker aber ist es alleweil.

Sie hier, hoch geschätzte Anwesende, die meisten von Ihnen Mitglied einer Organisation, die sich für den Frieden engagiert, haben vollkommen recht: Wo immer mit Waffengewalt Krieg geführt wird, von wem und mit wem auch immer: Es ist nicht nur das absolut wichtigste, einen Nuklear-Krieg zu verhindern, der zur Vernichtung der ganzen Menschheit führen kann. Wir müssen auch gegen jeden kleineren Krieg ankämpfen  – nicht mit Waffen notabene, sondern mit unseren Stimmen und mit unserer Schreibe. Und wir müssten es soweit bringen, dass nicht nur die militärischen Kriegsherren als Kriegsverbrecher vor Gericht gebracht werden können, sondern auch die Eigentümer und die Bosse jener privaten Medien-Konzerne, die zum Krieg  – zumal zum Krieg in einem anderen Land  – aufrufen. Und auch jene Journalisten, die ihren kriegsgeilen Bossen widerstandslos Folge leisten! 

20 Jahre nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges, im Jahr 1965, schrieb der damals bestbekannte deutsche Journalist Paul Sethe: «Pressefreiheit ist die Freiheit von zweihundert reichen Leuten, ihre Meinung zu verbreiten.» Dieser sein Spruch gilt heute wie damals, nur sind es heute im deutschsprachigen Raum wohl nur noch 20 und nicht mehr 200 reiche Leute wie damals, die «die Freiheit haben, ihre Meinung zu verbreiten». Unsere neoliberale Wirtschaftsordnung führt nicht nur dazu, dass der Mittelstand immer kleiner wird, dass immer mehr Menschen verarmen und dass das Geld aufwärts fliesst  – aufwärts zu den Reichen. Auch die Meinungsfreiheit geht in den mittleren und unteren Schichten immer mehr verloren und wird immer mehr zum Privileg jener, die volle Kassen haben. Die US-amerikanischen Neocons zeigen uns gerade wieder brandaktuell, wie die neoliberale Wirtschaftsordnung und die Meinungsmanipulation zugunsten der weltweiten Hegemonie der USA eng ineinander verwoben sind.

Ich danke Ihnen für Ihre Aufmerksamkeit.

Quelle: https://globalbridge.ch/so-rufen-schweizer-medien-zu-noch-mehr-krieg-auf/

Mit freundlicher Genehmigung und Dank an Christian Müller

Wichtige Information:  Die Tagung in Solothurn wurde organisiert und finanziell ermöglicht von den vier Schweizer Organisationen «Fondation GIPRI», «Schweizerische Friedensbewegung», «Vereinigung Schweiz-Cuba» und «ALBA SUIZA». Alle diese vier Organisationen setzen sich für den Frieden ein und leben ausschliesslich von den Beiträgen ihrer Mitglieder und von Spenden aus der Bevölkerung, um deren Friedensarbeit zu unterstützen. Initiantin, Organisatorin  – mit etlichen Helferinnen und Helfern  – und Moderatorin der Tagung mit Referaten und Diskussionen in Deutsch, Französisch und Englisch war Natalie Benelli, die dafür grossen Dank verdient.

Auch der Artikel «Die Rolle der Medien in bewaffneten Konflikten» von Karin Leukefeld, der am 17. Oktober 2022 auf globalbridge.ch online ging, entstand als Referat an dieser Tagung.

SPD-Vorsitzender Klingbeil gibt Pickelhauben aus: deutsche Führung in Europa, wo Politik der guten Nachbarschaft nötig ist

Von Willy Wimmer, 22.06.2022
Der österreichische Diplomat redete pausenlos auf den amerikanischen Repräsentanten ein. Das Gespräch war derart laut in der Lufthansa-Maschine auf dem Weg von Belgrad nach Frankfurt, daß die anderen Passagiere nicht umhin konnten, dem zuzuhören, was der Mann aus Wien dem Mann aus Washington pausenlos nahelegte. Amerika müsse auf dem Balkan „Führung“zeigen, Führung, Führung. Beide Herren waren auf dem Weg nach Rambouillet, dem letzten Sargnagel für den Krieg gegen Jugoslawien.

Völker, sehet die Signale

Demnächst wird es amtlich. Während über dem Portal des Reichstages in Berlin noch die Inschrift: „Dem deutschen Volke“ prangt, wird vor dem Reichstag die Fahne der neuen Zeit aufgezogen, oder ersetzt auf dem Dach eine der dort bisher gezeigten Bundesflaggen.
Willy Wimmer, 2. Juni 2022
Die Regenbogenfahne wird demnächst nicht nur vor dem Bundesinnenministerium im Winde verweht werden.

Wann endlich hören die Verneigungen vor der allgemein üblichen Empörung über „Putins Aggressionsverbrechen“ auf!

Der Begriff „Putins Aggressionsverbrechen“ ist so undifferenziert, dass einem die differenzierte und richtige Analyse des Journalisten Heribert Prantl im Halse steckenbleibt.
19. Juli 2022 um 16:56 Ein Artikel von: Albrecht Müller - NachDenkSeiten
Klar. Er versucht mit solchen Formulierungen, die Herzen und Ohren von Menschen zu öffnen, die sonst seine Warnungen vor der Energiekrise und den Folgen für unser Land nicht zur Kenntnis nehmen würden. Aber ist das den Preis der Verstärkung von Vorurteilen und Aggressionen gegen Russland wert? Ich bezweifle das und schlage vor, dass wir alle endlich damit aufhören. Albrecht Müller

Warum der 9. Mai den Russen so wichtig ist und wie im Westen die Geschichte umgeschrieben wird

Am 9. Mai wird in Russland der Sieg über Nazideutschland gefeiert, was in Russland einer der wichtigsten Feiertage ist. Umso schockierter ist man in Russland über die zunehmenden Bestrebungen im Westen, die Geschichte umzuschreiben.
von Thomas Röper, 9. Mai 2022 03:29 Uhr
Der 9. Mai ist in Russland einer der wichtigsten Feiertage, weil der 2. Weltkrieg in Russland immer noch präsent ist. Die Sowjetunion, deren Rechtsnachfolger Russland ist, hat in dem Krieg 27 Millionen Menschen verloren. Das bedeutet, dass jedes zweite Opfer des 2. Weltkrieges aus der Sowjetunion kam. Dieser Blutzoll hat in Russland Spuren hinterlassen und selbst junge Menschen, die keine Kriegsveteranen mehr kennengelernt haben, wissen genau, wo ihre Vorfahren gekämpft oder den Krieg durchlitten haben. Diese Erinnerungen werden in Russland von Generation zu Generation weitergegeben.

Warum lassen sich Deutsche und Europäer in die Gefolgschaft der US-Kriegspläne zwingen?

Eine Leserzuschrift von Gerd Lange am 16. Mai 2022
Ein Bürger Deutschlands, der (nach-)denken kann und sich weiterbildet, sandte uns eine erfreuliche Leserzuschrift. Ob diese allerdings für viele Menschen spricht, die in Deutschland und Europa ähnlich denken? Wenn es aber vielleicht viel mehr sind als wir denken? Wie und wo könnten sie sich äussern? Mit Briefen an die Obrigkeit oder an die Presse? Wohl kaum. Das wirft die Frage nach der unbeschreiblichen Wucht der medialen Beeinflussung der Menschen in Europa auf.

Was immer die NATO behauptet: de facto führt sie in der Ukraine Krieg gegen Russland

21. September 2022 Autor: Christian Müller in Militär, Politik
Die NATO-Länder, insbesondere die USA, UK und Deutschland, unterstützen die Ukraine mit Geld, mit viel Geld, vor allem aber auch mit Waffen, mit Munition, mit der Ausbildung ukrainischer Militärs  – in der Ukraine und auch auf eigenem NATO-Boden, mit Beratern und Instruktoren vor Ort in der Ukraine und mit einer unbekannten Anzahl Söldner. Und noch immer behauptet die NATO, am Krieg nicht beteiligt zu sein. Die Realität ist eine ganz andere.
Ramstein Stoltenberg Reznikov NATO-Generalsekretär Jens Stoltenberg begrüsst den ukrainischen Verteidigungsminister Oleksyj Reznikov anlässkich des Treffens der «Ukraine Defence Contact Group» auf der US Ramstein Air Base in Deutschland am 8. September 2022. Man beachte beim Soldat rechts das Wappen der Ukraine auf der Uniform. (Foto NATO)

Seit dem Jahr 2014, als die auf dem Kiewer Maidan wütenden Proteste mit massiver Unterstützung der USA zum Staatsstreich führten und der ordentlich gewählte Staatspräsident Wiktor Janukowitsch nur wenige Montate vor Neuwahlen abgesetzt und vertrieben wurde, haben Militärberater vor allem aus den USA der Ukraine geholfen, das Land militärisch aufzurüsten. Das Ziel war, die von der Ukraine unterzeichneten Verträge von Minsk II vergessen zu machen und die abtrünnigen Provinzen Luhansk und Donezk mit Gewalt zurückzuerobern.

Die Einflussnahme der NATO auf die Armee der Ukraine war sichtbar. So etwa wurden die Armee-Hierarchie-Stufen der NATO angeglichen und die Offiziere mussten Englisch lernen. Und als Russland im Dezember 2021 aufgrund immer neuer Bedrohungen der NATO  – zum Beispiel Raketenbasen in Polen und Rumänien und immer gigantischere Manöver direkt an der russischen Grenze  – eine Sicherheitsgarantie verlangte, lehnten beide angesprochenen Militärmächte, die USA und die NATO, in aller Form ab. Das führte am 24. Februar zum Einmarsch russischer Truppen in die Ukraine. Russland gegen die Ukraine, de facto aber ein Stellvertreterkrieg wuschen den USA und Russland  – auf dem Rücken der Ukrainer.

Was aber tut die NATO seit dem 24. Februar?

Gerade wieder vor ein paar Tagen haben die USA das 21. militärische Hilfspaket für die Ukraine beschlossen. Seit der Wahl von Joe Biden zum US-Präsidenten bis am 15. September 2022 haben die USA  – gemäss einer Meldung von Aussenminister Antony Blinken  – 15,8 Milliarden Dollar an Militär-Hilfe an die Ukraine freigegeben. Zu den gelieferten Waffen gehörten insbesondere die Mehrfach-Raketenwerfer Himars, davon bisher zwölf Stück, wie aus inoffiziellen Quellen zu vernehmen ist. Die genauen Daten  – Waffen, Munition, andere «Hilfen»  – können hier eingesehen werden.

Keine Beteiligung der NATO am Krieg in der Ukraine?

Zweitgrösster militärischer Unterstützer der ukrainischen Streitkräfte sind das Vereinigte Königreich UK. Die neue Premierministerin Liz Truss am 20. September 2022 in einer Medienmitteilung der Regierung:

«Das Vereinigte Königreich ist bereits der zweitgrößte militärische Geber für die Ukraine und hat bis 2022 2,3 Mrd. Pfund(2,6 Milliarden Euro, Red.) zugesagt. Seit 2015 (also schon seit sieben Jahren vor dem Einmarsch der Russen. Red.) haben wir 27.000 Angehörige der ukrainischen Streitkräfte ausgebildet (!), und im letzten Jahr haben wir Hunderte von Raketen, fünf Luftabwehrsysteme, 120 gepanzerte Fahrzeuge und über 200.000 Stück nicht-tödliche militärische Ausrüstung bereitgestellt. In der vergangenen Woche fand der größte kommerzielle Munitionstransport auf der Straße seit dem Zweiten Weltkrieg statt, als weitere Zehntausende von aus dem Vereinigten Königreich gespendeter Artilleriemunition an die Frontlinien in der Ukraine geliefert wurden. Die genaue Art der militärischen Unterstützung des Vereinigten Königreichs im Jahr 2023 wird auf der Grundlage des Bedarfs der ukrainischen Streitkräfte festgelegt. Es ist jedoch davon auszugehen, dass sie Ausrüstung wie das u.a. vom Vereinigten Königreich an die Ukraine gelieferte Multiple Launch Rocket System umfassen wird, das entscheidend dazu beigetragen hat, dass die Ukraine in den letzten Tagen mehr als 3.000 Quadratkilometer Territorium zurückgewinnen konnte.»

Keine Beteiligung der NATO am Krieg in der Ukraine?

Deutschlands Militärische Unterstützung für die Ukraine

Aber auch weitere NATO-Mitglieder unterstützen die ukrainischen Streitkräfte massiv. In einem offiziellen Dokument der Bundesregierung findet sich  – ein weiteres Beispiel nur  – die folgende Liste:

• 24 selbstfahrende Flugabwehrkanonen GEPARD*
• 67 Kühlschränke für medizinisches Material
• Gegenbatterieradarsystem COBRA*
• 4000 Runden üben Munition für selbstfahrende Flugabwehrkanonen
• 54 M113 gepanzerte Personaltransporter (Systeme Dänemarks, von Deutschland finanzierte Upgrades)*
• 53.000 Schuss Munition für selbstfahrende Flugabwehrkanonen
• 20 Laser-Zielbezeichner*
• 403.000 vorverpackte Militärmahlzeiten bereit
• 3000 Panzerabwehrwaffen Panzerfaust 3 mit 900 Schussvorrichtungen
• 14.900 Panzerabwehrminen
• 500 Mann tragbare Luftverteidigungssysteme STINGER
• 2700 Mann-tragbare Luftverteidigungssysteme STRELA
• 10 selbstfahrende Haubitzen Panzerhaubitze 2000 einschließlich Anpassung, Training und Ersatzteile (gemeinsames Projekt mit den Niederlanden)
• 21,8 Millionen Schuss Munition für Schusswaffen
• 50 Bunker-Buster-Raketen
• 100 Maschinengewehr MG3 mit 500 Ersatzläufen und Verschlussblöcken
• 100.000 Handgranaten
• 5.300 Sprengladungen
• 100.000 m Sprengkabel und 100.000 Zünder
• 350.000 Zünder
• 10.500 Projektile 155 mm
• 10 Anti-Drohnen-Geschütze
• 14 Anti-Drohnen-Sensoren und Störsender
• 100 Auto-Injektor-Geräte
• 28.000 Kampfhelme
• 15 Paletten Militärkleidung
• 280 Fahrzeuge (LKW, Kleinbusse, Geländefahrzeuge)
• 100 Zelte
• 12 Generatoren
• 6 Paletten Material für die Entsorgung explosiver Munition
• 125 Ferngläser
• 1200 Krankenhausbetten
• 18 Paletten medizinisches Material, 60 OP-Leuchten
• Schutzkleidung, OP-Masken
• 10.000 Schlafsäcke
• 600 Schutzbrillen
• 1 Hochfrequenzsystem
• 3000 Feldtelefone mit 5.000 Kabeltrommeln und Tragegurten
• 1 Feldlazarett (gemeinsames Projekt mit Estland)
• 353 Nachtsichtbrille
• elektronische Anti-Drohnen-Geräte
• 165 Feldgläser
• medizinisches Material (unter anderem Rucksäcke, Kompressionsverbände)
• 38 Laser-Entfernungsmesser
• Diesel und Benzin (laufende Lieferungen) *
• 10 Tonnen AdBlue*
• 500 medizinische Gazen
• MiG-29 Ersatzteile*
• 30 geschützte Fahrzeuge*
• 80 Pick-up-Trucks*
• 7.944 tragbare Panzerabwehrwaffen RGW 90 Matador
• 3 multiple Raketenwerfer MARS mit Munition
• 6 mobile Dekontaminationsfahrzeuge HEP 70 einschließlich Dekontaminationsmaterial
• 10 HMMWV (8x Bodenradarfähigkeit, 2x Jamming/Anti-Drohnen-Fähigkeit) *
• 3 gepanzerte Bergungsfahrzeuge*
• 7 Funkstörsender*
• 8 mobile Bodenüberwachungsradare und Wärmebildkameras*
• 4 mobile, ferngesteuerte und geschützte Minenräumsysteme*
• 8 elektronische Anti-Drohnen-Geräte*
• 1 Hochfrequenzeinheit mit Ausrüstung

… und weiter im Takt, immer noch Deutschland:

Militärische Unterstützung für die Ukraine bei der Planung/Ausführung
• Ersatzteile für schweres Maschinengewehr M2
• 167.000 Schuss Munition für Schusswaffen
• 12 Tanktransporter Traktor M1070 Oshkosh*
• 12 elektronische Kommunikationsscanner/Störersysteme*
• Feldkrankenhaus (Rolle 2)*
• 20 Raketenwerfer 70 mm auf Pick-up-Trucks mit 2.000 Raketen*
• 1592 Projektile 155 mm*
• 255 Vulcano-Projektile 155 mm*
• 60.200 Runden Munition 40mm*
• 6 Gabelstapler*
• 40 Frequenzbereichserweiterungen für Anti-Drohnen-Geräte*
• 12 gepanzerte Bergungsfahrzeuge*
• 30 MG3 für gepanzerte Bergungsfahrzeuge
• 10 (+10 als Option) autonome Oberflächenschiffe*
• 14 LKW-Traktorzüge und 14 Sattelanhänger*
• 2 Traktoren und 4 Anhänger
• 43 Aufklärungsdrohnen*
• 10 geschützte Fahrzeuge*
• 1 Dekontaminationssystem für Fahrzeuge
• Luftverteidigungssystem IRIS-T SLM*
• 100.000 Erste-Hilfe-Kasten*
• 5032 tragbare Panzerabwehrwaffen für Menschen
• 200 Lastwagen*
• 24 Anti-Drohnen-Systeme*
• 16 Brückenverlegepanzer BIBER (BEAVER)*
• 3.000 Projektile 155 mm
• 6 selbstfahrende Flugabwehrkanonen GEPARD, darunter ca. 6.000 Schuss Munition*

Dazu der offizielle Text: «Der Gesamtwert der von der Bundesregierung ausgestellten Einzellizenzen für die Ausfuhr von Militärgütern im Zeitraum vom 1. Januar 2022 bis zum 12. September 2022 beläuft sich auf 733,631 Millionen EUR. Der Gesamtlizenzwert umfasst die oben aufgeführten Waren, soweit ihre Ausfuhr den Lizenzanforderungen nach deutschem Außenhandelsrecht unterliegt. Dies ist nicht bei allen oben aufgeführten Waren der Fall. Um die Bearbeitung bestimmter Lieferungen zu beschleunigen, hat die Bundesregierung auch bestimmte Lizenzierungsverfahren gelockert, z. B. in Bezug auf militärische Schutzgüter. Diese Lieferungen sind auch nicht im Gesamtlizenzwert enthalten. Die für gebrauchtes Material der Bundeswehr angegebenen Werte basieren auch auf aktuellen Werten, die deutlich niedriger sein können als die entsprechenden Werte für Neu- oder Ersatzwaren. Der Gesamtlizenzwert umfasst die Waren, unabhängig davon, wie ihre Beschaffung und Lieferung finanziert wurden. Aus Sicherheitsgründen gibt die Bundesregierung erst dann weitere Angaben an, wenn die Ware geliefert wurde.

* Lieferungen aus Industrieaktien, die aus deutschen Mitteln für den Aufbau von Sicherheitskapazitäten finanziert werden. Einige der Lieferungen erfordern Upgrades oder Produktionen sind im Gange; auch Schulungsmaßnahmen finden statt.» (13. September 2022)»

Zum offiziellen Dokument der Bundesregierung als PDF siehe hier.

Um sich besser vorstellen zu können, um was für Waffen es sich bei dieser militärischen Unterstützung der ukrainischen Streitkräfte geht, siehe ein Video, in dem die US-amerikanischen Himars und die europäischen Mars II Raketenwerfer vorgestellt werden. Hier anklicken.

Und all dies ist immer noch keine Beteiligung der NATO am Krieg in der Ukraine?

Und das sind erst die USA, UK und Deutschland …

Auch etliche weitere NATO-Mitglieder haben der Ukraine schon Waffen und Munition geliefert, darunter Polen, die Tschechische Republik, Spanien, etc etc. Und es gibt zusätzliche Unterstützung der NATO für die Ukraine, die in den offiziellen Dokumenten nicht aufgeführt sind. Der Militär-Spezialist der Neuen Zürcher Zeitung NZZ, Georg Häsler, erklärt in der NZZ vom 20. September 2022, warum die ukrainischen Streitkräfte in den letzten Tagen im Gebiet Charkiv erfolgreich waren. Darin finden sich die folgenden drei Passagen:

«Die ukrainische Armee verfügt dank einer engen Zusammenarbeit mit der Nato in diesem Bereich über einen entscheidenden Vorteil gegenüber den russischen Angreifern. Kiew profitiert von den Daten der westlichen Satelliten, Kampfjets und Aufklärungsdrohnen.»

«Die ukrainische Armee kann über ihre westlichen Artilleriesysteme hochpräzise Munition über eine Distanz von bis zu 70 Kilometern verschiessen.»

«Die Ukraine betreibt ein britisches Command-and-Control- System, das eine Vernetzung der Führungsinstrumente ermöglicht. Damit lassen sich die Nato-Sensoren und die westlichen Waffensysteme verbinden.»

Und auch das ist immer noch keine Beteiligung der NATO am Krieg in der Ukraine?

Die Realität ist eine andere

Formal hat die NATO Russland den Krieg (noch) nicht erklärt. Die Realität aber ist, dass die NATO bereits am Krieg mit Russland aktiv beteiligt ist  – und nicht erst seit dem 24. Februar 2022: mit Beratern und Instruktoren vor Ort, mit «Söldnern» vor Ort, mit der Ausbildung von ukrainischen Soldaten vor Ort und in mehreren NATO-Ländern, mit gigantischen Lieferungen von Waffen  – auch schweren Waffen und modernsten Panzern!  – und von Munition in allen Kalibern, und auch mit der direkten Zusammenarbeit im Bereich der elektronischen Kommunikation und Zielfindung für die Raketen.

Wundert es da, wenn Russland heute Morgen, 21. September 2022, eine neue Etappe im Krieg angekündigt hat?

Stoltenberg und ReznikovNATO-Generalsekretär Jens Stoltenberg und Oleksyj Reznikov, Verteidigungsminister der Ukraine, in Ramstein: ein Herz und eine Seele. (Foto NATO)

Quelle: https://globalbridge.ch/was-immer-die-nato-behauptet-de-facto-fuehrt-sie-in-der-ukraine-krieg-gegen-russland/

Mit freundlicher Genehmigung von GlobalBridge.ch

WashingtonExaminer: Der deutsche Olaf Scholz hält die USA beim Walzer in Peking zum Narren

von Tom Rogan, November 04, 2022 06:00 AM - übernommen von washingtonexaminer.com
Die frühere deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel hat sich in einer Meisterklasse der Verdrehung als Anführerin der freien Welt präsentiert. In Wirklichkeit erleichterte Merkel Russlands Energieerpressung in Europa und inspirierte den russischen Präsidenten Wladimir Putin zu seiner expansiven Aggression. In Bezug auf das kommunistische China begann und endete Merkels Politik mit dem Handel. Peking war dankbar für seinen Freund.

Wer jetzt noch die Grünen wählt, ist kein Mitläufer, sondern ein Mittäter

Wer sich immer noch irgendwelche Illusionen über den Charakter der Grünen macht, muss sich nur die Meldungen der letzten Woche anschauen.
30. Mai 2022 um 13:25 Ein Artikel von: Jens Berger NachDenkSeiten
Zunächst verteidigte Robert Habeck in Davos die Sanktionen gegen russische Getreideexporte, selbst wenn dies eine Hungerkrise und einen Verlust von 100.000 Menschenleben bedeuten würde. Dann verkündete Annalena Baerbock Durchhalteparolen und beklagte die „wachsende Kriegsmüdigkeit“ im Westen. Und last but not least schoss Toni Hofreiter mal wieder scharf  – diesmal gegen China.

„Wir“ sollten  – so „Haubitzen-Toni“  – „viel enger mit den USA zusammenarbeiten“ und unser „Wirtschaftsmodell hinterfragen“.

Es gibt keine Partei, die konflikt- und kriegsgeiler ist als die Grünen. Wer sie jetzt noch wählt, ist kein Mitläufer, sondern ein Mittäter. Von Jens Berger.

Weiterlesen oder Hören - Dieser Beitrag ist auch als Audio-Podcast verfügbar.

Willy Wimmer Es gibt Reden, die besser nie gehalten worden wären – Die Scholz Rede gehört dazu

Interview Ivanov/Wimmer zu Krieg und Geschichte
Der Parlamentarische Staatssekretär beim Bundesminister der Verteidigung, Willy Wimmer, bezeichnet die Politik von Deutschland und der NATO als gefährlich und deren Folgen als unabsehbar.

 Wissenschaftliche Gutachten des Deutschen Bundestages setzten der Beteiligung am Konflikt klare Grenzen, bevor ein Land als Kriegspartei angesehen wird. Nicht nur die Bundesregierung, sondern auch zahlreiche politische Kräfte im deutschen Parlament haben diese Grenze überschritten. Deutschland habe in seiner üblichen Rolle in der NATO als Vermittler zwischen dem Westen und Russland versagt.
Quelle:

Ziele

Respice finem – Bedenke das Ende! Möchte man zu den Zielen hinzufügen
Von Willy Wimmer - 3. September 2022
Spiegel-online meldete am 2.9.2022 kurzzeitig, daß SPD-MdBs von dem Bundeskanzler eine auf Beendigung des Krieges in der Ukraine und einen Friedensschluß ausgerichtete Politik fordern würden. Das ist nicht das erste Mal, Stimmen dieser Tonlage aus der SPD zu vernehmen. In dem Maße, wie SPD-Fraktionsvorsitzender Rolf Mützenich in der Versenkung zu verbleiben scheint, machen sich Teile der SPD friedenspolitisch Luft. Weder in CDU/CSU noch bei den Grünen oder der FDP gibt es vergleichbare Trends.

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