Der Weg in die totale Kontrolle

Jens Wernicke im Gespräch mit Wirtschaftsjournalist und Buchautor Norbert Häring
11. 03. 2016
Was bräuchte es für eine moderne Diktatur? Eine allumfassende Überwachung wäre gut. Am besten in Verbindung mit Sondergesetzen, die der Exekutive erlauben würden, Grund- und Menschenrechte  – etwa unter dem Vorwand der Terrorismusbekämpfung  – auszuhebeln, wo immer ihnen dies notwendig erscheint.

Eine allumfassende Propaganda wäre nötig. Und, ja: Hilfreich wäre sicher, wenn die Bürger ihre soziale Existenz nur noch sicherstellen könnten, wenn die Zustimmung der Mächtigen hierzu besteht. Dass letzteres gerade unter dem Label der „Bargeldabschaffung“ auf der Agenda der internationalen Eliten steht, argumentiert der Wirtschaftsjournalist und Autor zahlreicher populärer Wirtschaftsbücher Norbert Häring im Gespräch mit Jens Wernicke.

Herr Häring, die Bundesregierung will eine europaweite Obergrenze für Barzahlungen, die Europäische Zentralbank will den 500-Euro-Schein abschaffen. Als hätten Sie das geahnt, haben Sie ein Buch mit dem Titel „Die Abschaffung des Bargelds und die Folgen: Der Weg in die totale Kontrolle“ (siehe https://www.luebbe.de/quadriga/buecher/politik-und-gesellschaft/die-abschaffung-des-bargelds-und-die-folgen/id_5635561 geschrieben, das heute erschienen ist. Wie kam es dazu?

Vor 9 Monaten fand in London eine halb-geheime Konferenz der Schweizerischen Nationalbank zur Abschaffung des Bargelds aus geldpolitischen Gründen statt. Ich beschäftigte mich als Journalist mit den Hintergründen. Dabei wurde mir klar, dass es eine abgestimmte, weltweite Kampagne zur Verdrängung des Bargelds gibt, die mit Sicherheit auch Deutschland erreichen würde. Davor wollte und will ich warnen.

Was war das für eine Konferenz? Und warum machen die Schweizer eine Konferenz in London?

Ich nehme an, damit es nicht so auffällt. Vielleicht auch, weil der zurückgetretene Zentralbankchef Hildebrand in London für die Finanzbranche arbeitet. Von ihm vermute ich, dass er anders als der jetzige Chef zum inneren Kreis des Anti-Bargeld-Netzwerkes gehört.

Auf jeden Fall wurde die Konferenz nicht bekannt gegeben. Als eine Website darüber schrieb, dass sie stattfinden wird, wollte sich das Handelsblatt anmelden. Das wurde mitVerweis auf Platzmangel abgelehnt. Hauptredner waren Ken Rogoff und Willem Buiter, die beide mit Forderungen nach Bargeldabschaffung an die Öffentlichkeit getreten waren. Es waren auch Vertreter der EZB unter den Vortragenden und Teilnehmenden.

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Quelle: Nachdenkseite
http://www.nachdenkseiten.de/?p=32030
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