Seniora.org - Familie

"Niemals Gewalt!"

Die Rede, die Astrid Lindgren bei der Entgegennahme des Friedenspreises des Deutschen Buchhandels am 22. Oktober 1978 in der Frankfurter Paulskirche hielt:
Von Astrid Lindgren
Über den Frieden sprechen heißt über etwas sprechen, das es nicht gibt. Wahren Frieden gibt es nicht auf unserer Erde und hat es auch nie gegeben, es sei denn als Ziel, das wir offenbar nicht zu erreichen vermögen. Solange der Mensch auf dieser Erde lebt, hat er sich der Gewalt und dem Krieg verschrieben, und der uns vergönnte, zerbrechliche Friede ist ständig bedroht. Gerade heute lebt die ganze Welt in der Furcht vor einem neuen Krieg, der uns alle vernichten wird. Angesichts dieser Bedrohung setzen sich mehr Menschen denn je zuvor für Frieden und Abrüstung ein  – das ist wahr, das könnte eine Hoffnung sein. Doch Hoffnung hegen fällt so schwer. Die Politiker versammeln sich in großer Zahl zu immer neuen Gipfelgesprächen, und sie alle sprechen so eindringlich für Abrüstung, aber nur für die Abrüstung, die die anderen vornehmen sollen. Dein Land soll abrüsten, nicht meines! Keiner will den Anfang machen. Keiner wagt es anzufangen, weil jeder sich fürchtet und so geringes Vertrauen in den Friedenswillen des anderen setzt.Und während die eine Abrüstungskonferenz die andere ablöst, findet die irrsinnigste Aufrüstung in der Geschichte der Menschheit statt. Kein Wunder, dass wir alle Angst haben, gleichgültig, ob wir einer Großmacht angehören oder in einem kleinen neutralen Land leben. Wir alle wissen, dass ein neuer Weltkrieg keinen von uns verschonen wird, und ob ich unter einem neutralen oder einem nicht-neutralen Trümmerhaufen begraben liege, das dürfte kaum einen Unterschied machen.

«Hört auf, die Kinder zu loben»

Erziehungsexperte Jesper Juul fordert: Eltern sollen Leitwölfe sein. Wie man renitente Kinder ins Bett bringt, weiss er auch.

Eltern sollen «Leitwölfe» sein, fordern Sie in Ihrem neuen Buch. Läuten Sie die Rückkehr des autoritären Erziehungsstils ein?

Über 20 Jahre lang habe ich geschrieben, dass Eltern wie «Leuchttürme» sein sollten: dass sie allein die Verantwortung für eine gesunde Beziehung zu ihren Kindern tragen. Ich habe jedoch merken müssen, dass ich falsch verstanden wurde. Der Begriff des Leuchtturms war wohl zu romantisch. «Leitwölfe sein» verstehe ich deshalb als Weckruf. Mit einem autoritären Erziehungsstil, also mit Machtausübung und Gehorsam, hat das nichts zu tun.

Quelle: Tagesanzeiger.ch/Newsnet
http://www.tagesanzeiger.ch/kultur/diverses/hoert-mit-der-loberei-auf/story/29718022

«Lasst eure Kinder in Ruhe!»

«Lasst eure Kinder in Ruhe!»

Kinder brauchen Liebe statt Leistungsdruck

von Wolfgang Bergmann

Bild bergmann wolfgang

von Wolfgang Bergmann

«Kinder werden heut immer früher gefördert: Babyschwimmen, zweisprachige Kindergärten, Musikstunden schon vor dem Schuleintritt  – alles aus dem Wunsch heraus, dem Kind von Anfang an eine optimale Ausgangsposition zu verschaffen. Doch ist es wirklich richtig, die Kleinen schon so früh mit einem vollen Stundenplan zu konfrontieren?»

(Wolfgang Bergmann im Klappentext seines Buches)

«Wenn man redet, lebt man gut»: das abgelegene sardische Dorf mit acht Hundertjährigen

Bücher, saubere Luft und geselliges Beisammensein werden wohl dazu beigetragen haben, dass die letzten fünf in Perdasdefogu in diesem Jahr ihren 100. Geburtstag feiern
Angela Giuffrida in Perdasdefogu, Sardinien
Theguardian, Sun 8 Aug 2021 10.27 BSTLast modified on Tue 10 Aug 2021 10.05 BST
Wenn es etwas gibt, wovon das abgelegene Bergdorf Perdasdefogu immer genug hat, dann sind es Geburtstagskerzen. In diesem Jahr wurden bereits 500 benötigt, um die Geburtstagstorten von fünf Einwohnern zu verzieren, die 100 Jahre alt wurden.

 Sardinien aelteste familie der weltConsolata Melis (sitzend, vierte von rechts) mit ihren neun Kindern, 24 Enkeln und 25 Urenkeln im Jahr 2012, einen Tag vor ihrem 105. Foto: AFP/Getty Images

Bürgermeister Mariano Carta überreicht den Hundertjährigen, die sich meist mit bemerkenswerter Klarheit an Details aus ihrem Leben im letzten Jahrhundert erinnern können, eine Medaille.

"Immer wenn ein Bürger seinen 100. Geburtstag feiert, habe ich das Gefühl, ein Stück Geschichte vor mir zu haben, ein lebendiges Denkmal", so Carta. "Hier gibt es Menschen, die kleine Geschichten erzählen, die mit einer größeren Geschichte verwoben sind. Ein Teil dieser Geschichte spiegelt sich in den 16 Fotos von lebenden oder verstorbenen Hundertjährigen wider, die die Wände auf beiden Seiten der Hauptstraße der Stadt säumen. Da ist Vittorio Palmas, der während des Zweiten Weltkriegs das Konzentrationslager Bergen-Belsen überlebte und 2019 im Alter von 105 Jahren starb".

Consolata Melis war die älteste von neun Geschwistern, die 2012 als älteste lebende Geschwister der Welt mit einem Gesamtalter von 818 Jahren in das Guinness-Buch der Rekorde aufgenommen wurden. 2016 starb ihre Schwester Claudina im Alter von 103 Jahren, gefolgt von Maria, die mit 100 Jahren starb, und Antonio mit 97 Jahren.

Ein Steinblock am Eingang von Perdasdefogu, einem Ort, der hoch oben in den zerklüfteten Bergen im Südosten Sardiniens liegt und nur über eine schmale, kurvenreiche Straße zu erreichen ist, erinnert an die Geschwister Melis mit der Aufschrift: "Perdasdefogu, Weltrekord für Langlebigkeit in der Familie". 98 Jahre alt ist Adolfo, der nächste der Geschwister, der hundert Jahre alt werden möchte. Die drei Jüngsten der Familie - Vitalio, 90, Fida, 89, und Mafalda, die mit 87 Jahren "das Baby" genannt wird - leben in der sardischen Hauptstadt Cagliari. Ihre Eltern waren Francesco Melis, der im Ersten Weltkrieg diente, und Eleonora Mameli, die 1939 von der faschistischen Regierung Benito Mussolinis eine Medaille erhielt, weil sie so viele Kinder zur Welt brachte.

Insgesamt gab es 11 Kinder, von denen zwei das Erwachsenenalter nicht erreichten, aber die Langlebigkeit ist nicht auf die Familie Melis beschränkt. In Perdasdefogu leben derzeit acht Hundertjährige - vier Männer und vier Frauen - bei einer Einwohnerzahl von 1.740. Zehn weitere Bürger könnten in den nächsten Jahren 100 Jahre alt werden.

In ganz Italien steigt die Zahl der Menschen, die 100 Jahre oder älter werden, schnell an. Am 1. Januar 2021 gab es 17.935 Hundertjährige, gegenüber 14.456 im Jahr 2019 und 11.000 im Jahr 2009, so die Zahlen der nationalen Statistikbehörde Istat.

Sardinien wurde als eine von fünf Regionen in der Welt identifiziert, die eine hohe Konzentration von Hundertjährigen aufweisen. Es gibt 534 Menschen, die 100 Jahre oder älter sind, das sind 33,6 pro 100.000 Einwohner. Perdasdefogu ist insofern einzigartig, als die Zahl der Hundertjährigen in einer Stadt seiner Größe 13-mal so hoch ist wie der nationale Durchschnitt:

"Es gibt natürlich die frische Luft und das gute Essen, aber ich glaube, einer der Gründe für ihre Langlebigkeit ist ihr Umgang mit Stress", sagt Luisa Salaris, Professorin für Demografie an der Universität von Cagliari. "Sie wurden vor 100 Jahren geboren und hatten sicherlich kein einfaches Leben - es gab Hunger und Krieg. Es ist noch gar nicht so lange her, dass Adolfo Melis in der von seinem Vater 1958 eröffneten Bar Getränke servierte. Auf einer Bank auf dem Platz neben der Bar sitzend, leuchten Adolfos Augen auf, wenn er sich an die Gespräche und das Lachen seiner Brüder und Schwestern am Esstisch erinnert. Damals war der Tisch etwas länger", sagt er. "Wir haben uns alle gut verstanden, es gab selten Streit... vielleicht ist das einer der Gründe, warum wir so lange gelebt haben. "

Abgesehen von der familiären Gemütlichkeit ist Adolfo, der in jungen Jahren auf dem Bauernhof gearbeitet hat, überzeugt, dass der Hauptgrund für die Langlebigkeit der Familie in der Ernährung liegt. Die Lebensmittel waren knapp - ein Jahr vor Consolatas Geburt gab es Proteste gegen die Lebensmittelknappheit in Perdasdefogu -, aber ihr Vater war der erste in der Stadt, der einen Gemüsegarten anlegte. Bevor Perdasdefogu Anfang der 1960er Jahre an das Wassernetz angeschlossen wurde, musste das Wasser für den Garten aus einem Brunnen geholt werden.

"Alles, was wir aßen, kam aus dem Garten", sagt Adolfo. "Was man in den Magen bekommt, ist so wichtig - wenn man den Magen missbraucht, kann er sich nicht wehren".

*** Übersetzt mit www.DeepL.com/Translator (kostenlose Version) ***

* * *Original engl.

‘If you talk, you live well’: the remote Sardinian village with eight centenarians

Books, clean air and socialising thought to have helped the latest five mark their 100th birthdays in Perdasdefogu this year

Consolata Melis (seated, fourth from right) with her nine children, 24 grandchildren and 25 great-grandchildren in 2012, the day before her 105th birthday. Photograph: AFP/Getty Images

Angela Giuffrida in Perdasdefogu, Sardinia

Sun 8 Aug 2021 10.27 BST

Last modified on Tue 10 Aug 2021 10.05 BST

If there’s one thing the remote mountain village of Perdasdefogu needs to ensure it always has a steady supply of, it’s birthday candles. Already this year, 500 have been needed to decorate the birthday cakes of five residents who turned 100.

Each milestone usually means a celebration involving the entire town. The mayor, Mariano Carta, presents a medal to the centenarian, who more often than not can recall details of their life over the past century with remarkable lucidity.

“Whenever a citizen celebrates a 100th birthday, it feels as if I have a piece of history in front of me, a living monument,” said Carta. “Here are people who tell small stories that are entwined with a bigger story. I feel very lucky.”

Some of that history is reflected in the 16 photos of centenarians, either living or deceased, that line the walls on either side of the town’s main thoroughfare. There is Vittorio Palmas, who survived the Bergen-Belsen concentration camp during the second world war and died in 2019, aged 105. There is also a mural dedicated to the town’s longest-surviving citizen to date  – Consolata Melis, who died in 2015, aged 108.

Consolata was the eldest in the family of nine brothers and sisters who shot to fame in 2012 after entering the Guinness World Records as the oldest living siblings on earth, with a combined age at the time of 818.

Her sister, Claudina, died in 2016, aged 103, followed by Maria, who died at 100, and Antonio at 97. Another of the siblings, Concetta, turned 100 in February.

A stone block at the entrance to Perdasdefogu, a town tucked high up in the rugged mountains of south-eastern Sardinia and accessible only by a narrow, winding road, celebrates the Melis siblings with the message: “Perdasdefogu, world record for family longevity”.

The next of the siblings hoping to become a centenarian is 98-year-old Adolfo. The three youngest in the family  – Vitalio, 90; Fida, 89, and Mafalda, who at 87 is called “the baby”, live in the Sardinian capital of Cagliari.

Their parents were Francesco Melis, who served during the first world war, and Eleonora Mameli, who received a medal from Benito Mussolini’s fascist government in 1939 for giving birth to so many children. There were 11 altogether; two didn’t make it to adulthood.

But the longevity streak is not limited to the Melis family. Perdasdefogu is currently home to eight centenarians  – four men and four women  – in a population of 1,740. Ten more citizens could turn 100 within the next couple of years.

Across Italy, the number of people living to 100 or more is rising fast. As of 1 January 2021, there were 17,935 centenarians, up from 14,456 in 2019 and 11,000 in 2009, according to figures from Istat, the national statistics agency.

Sardinia has been identified as one of five regions in the world that have high concentrations of centenarians. There are 534 people who are 100 or older, or 33.6 for every 100,000 inhabitants.

Perdasdefogu is unique in the sense that the number of centenarians in a town of its size is 13 times the national average.

“There is of course the fresh air and the good food, but I believe one of the reasons for their longevity is their approach to stress,” said Luisa Salaris, a demographics professor at the University of Cagliari. “They were born 100 years ago and certainly didn’t have an easy life  – there would have been hunger and war. But they are people who have managed to adapt  – if there’s a problem, they solve it quickly.”

It wasn’t so long ago that Adolfo Melis was serving drinks at the bar opened by his father in 1958.

Sitting on a bench in the square next to the bar, Adolfo’s eyes light up as he recalls the chatter and laughter around the dinner table among his brothers and sisters.

“The table was slightly longer back then,” he said. “We all got on well, there was rarely any arguing … maybe this is one of the reasons why we have lived so long.”

Family congeniality aside, Adolfo, who worked on farms in his younger years, is convinced that the main reason for their longevity is diet. Food was scarce  – a year before Consolata was born, there were protests against food shortages in Perdasdefogu  – but their father was the first in the town to create a vegetable garden.

Before Perdasdefogu was connected to the water mains in the early 1960s, water for the garden had to be carried from a well.

“Everything we ate came from the garden,” said Adolfo. “What you put into your stomach is so important  – if you abuse the stomach, it doesn’t resist.”

The eight living centenarians in Perdasdefogu. Photograph: tourism sardinia

There is plenty of meat in the local diet, as well as some fish (the sea is about an hour’s drive away), but the trick is to “eat little, but genuine food”, according to Adolfo.

He said his family were always physically active, especially having worked in agriculture. But they were also businesspeople. “Three of my sisters had shops,” he added.

At 102, Bonino Lai is still the president of Perdasdefogu’s football team. He lives with his wife, Elena, and one of his two daughters in a modest apartment. An office worker before he retired, Bonino said it is the simple activities that keep him going. “Reading, walking, playing cards … the simple things are the best things.”

Perdasdefogu is remote and most of the population elderly, but that doesn’t mean the town is not lively. It hosts several cultural events throughout the year, including a literary festival. Books are believed locally to have played a part in residents’ longevity. Next to the photo of Vittorio Palmas, who is holding a copy of Gabriel Garcia’s One Hundred Years of Solitude, is a sign that says: “Reading keeps you alive”.

The literary festival is organised by Giacomo Mameli, a distant cousin of the Melis siblings who still works as a journalist at aged 80.

At the most recent event in July, Antonio Brundu, 103, was in the front row to listen to a discussion with Jonathan Hopkin, a politics professor at the London School of Economics. Other elderly people are equally active  – Vittorio Lai, 99, still drives and hunts for wild boar.

“Our environmental conditions play a crucial role,” said Mameli. “We live in a place where the air is clean. Our centenarians were in continuous movement in a healthy environment  – collecting firewood or working on their allotments.

“Another important factor is that Perdasdefogu conserves the sense of community. The elderly still live at home and not in care homes. Sociality is so important because if you have good social contacts, you remember, talk, and evaluate … you live well.”

Quelle : https://www.theguardian.com/world/2021/aug/08/if-you-talk-you-live-well-the-remote-sardinian-village-famed-for-longevity

1 und 1 zusammenzählen – gerade als Mutter!

von Hemma Poledna, Wien

Die Weltlage ist bedrückend. Ein Krieg wird vorbereitet, in dem  – wenn es nicht zu verhindern gelingt  – unzählige Männer, Frauen und Kinder ihr Leben lassen müssen.

ADHS als kulturelle Pandemie, Zappelphilipp, eine Karriere

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Liebe Seniora-Leserinnen und Seniora-Leser,
wie lange wollen wir eigentlich noch warten, bis wir endlich mit dieser unsäglichen Diagnose “ADHS” aufhören? Mag sein, dass sie für betroffene Eltern ein willkommenes Trostpflaster bedeutet: “Wir sind nicht schuld”.

Aber es darf nicht sein, dass die Wissenschaft zum Trost einiger Eltern und zum Schaden der allermeisten Kinder für ein gigantisches Geschäftsmodell Hand bietet zur Desorientierung der Eltern und Lehrer. Bei vielen Kindern bleibt u. a. lebenslänglich ein diffuses Gefühl zurück: "In meinem Kopf stimmt etwas nicht."

Ich will nicht ausschliessen, dass in ganz seltenen Fällen es angebracht sein kann, ein Medikament einzusetzen, aber niemals in diesem pandemischen Ausmass.
Wenn Sonderpädagogikprofessor Feuser sagt: “Ritalin verletzt die Menschenrechte” so hat er vollkommen Recht. Das “Herumstochern” mit Hirnscannern in den Köpfen der Kinder mitansehen zu müssen, ist unerträglich. Mit dieser Pseudowissenschaft muss Schluss sein!
Willy Wahl

ADHS als kulturelle Pandemie, Zappelphilipp, eine Karriere

NZZ: Manfred Schneider 11.12.2014

Mehr als eine halbe Million Kinder und Jugendliche erhielten in Deutschland 2011 die Diagnose für eine Krankheit, die erst in den neunziger Jahren Karriere gemacht hat: ADHS. Das Zappelphilipp-Syndrom gibt es nicht überall auf der Welt, in Asien kennt man es kaum. Wie kulturell bedingt ist sein Auftreten?

ADHS ist keine Krankheit – Neue Therapien machen Mut

Watergate.tv Redaktion
03.10.2017

Doch rastlose Kinder gibt es schon lange. Das ist keine Modediagnose. Früher nannte man unruhige Kinder "Zappelphilip" und auch in dem Kinderbuch "Struwwelpeter" von 1844 beschreibt der Autor Heinrich Hoffmann, ein Frankfurter Arzt, seine beruflichen Erfahrungen mit "Zappelphilippen" und "Hans-guck-in-die-Lufts".

Während die meisten Mediziner die Verhaltensweise als psychische Störung deklarieren und diese mit dem Medikament Ritalin behandeln, haben Wissenschaftler eine Behandlungsmethode gefunden, mit der gute Erfolge bei Kindern erzielt werden - ganz ohne Ritalin.

Neurofeedback* heißt die Therapie, bei der das Gehirn in mehreren Trainingseinheiten durch Neurofeedback lernt, seine Aktivität situationsgerecht zu verstärken oder zu reduzieren. Nach Einschätzung von Wissenschaftlern und Therapeuten ist Neurofeedback eine gut und schnell wirksame Therapie, um die Störungen bei sowohl Kindern als auch Erwachsenen gut zu behandeln.

Quelle: Watergate.tv, Redaktion
http://www.watergate.tv/?s=ADHS

Anna Lang – Wie ich 108 Jahre alt wurde

Über die Bedeutung der Beziehung eines Kindes zu einer liebenden Grossmutter
Bayerischer Rundfunk BR 2018 Film 44 Min.
Man sieht in diesem eindrucksvollen Filmdokument, was es ausmachen kann, wenn ein Kind sich an einer liebenden Grossmutter orientiert und dieses Gefühl der Verbundenheit auch unter schwersten Umständen in der Ursprungsfamilie, in sozial schwierigen Verhältnissen, schwersten existenziellen Nöten und Bedrohungen und ebenso mit dem eigenen Mann sich in der Liebe zum Leben treu bleiben kann und sich am Leben bis ins hohe Alter erfreut.

Anna Lang aus Augsburg ist mit ihren 107 Jahren rüstig, geistig völlig präsent und hat einen erfrischenden, hintergründigen Humor. Ihre Geschichte erzählt von einem beispielhaften Frauenleben, das sich über ein ganzes Jahrhundert erstreckt. Ein Leben voller Hoffnungen, Rückschläge und dem Durchhaltevermögen einer einfachen Frau, die oft zurückstecken musste, aber den Glauben an sich selbst bewahrt hat.

Bertelsmann und die Kinder

Fortgeschrittene Indoktrination:

von Ulla Wesseler*

Nahezu unbemerkt von der Öffentlichkeit hat es  in den Kindergärten der Republik in den letzten Jahren gravierende Veränderungen in der Erziehung gegeben. Zuerst waren es die Hochschulen (Prozess von Bologna), dann die Schulen (selbstständige Schulen) und zuletzt die Kindergärten, die unter den politischen Einfluss von Lobbyisten wie der Bertelsmann-Stiftung geraten sind. Eine erfahrene Erzieherin weiß näheres aus Erfahrung zu berichten.  – Die Redaktion.

Brauchen wir Autorität in der Erziehung? Wege zu prosozialem Verhalten

Vortrag von Dr. med. Andreas Bau, gehalten im Rahmen einer Elternfortbildung

Ich gehe davon aus, dass alle Eltern das Beste für ihre Kinder wollen, auch wenn  sich bei weitem nicht alle bewusst damit auseinandersetzen, was es zu einem guten Gelingen der Erziehung braucht. Es ist deshalb zu begrüssen, wenn sich Eltern Gedanken über die Ziele ihrer Erziehung und darüber, wie sie diese erreichen können, machen wollen.

Das Wohlergehen aller sicherstellen - mit allen zusammen

Das Wohlergehen aller sicherstellen  – mit allen zusammen

ein Interview mit Professor Dr. Françoise D. Alsaker, Universität Bern

Zeit-Fragen: Frau Professor Alsaker, wir haben die Materialien studiert, die Sie entwickelt haben. Sie sind mit Herzblut geschrieben und vom Gefühl für die Kinder getragen. Da stellt sich natürlich auch die Frage, wie Sie auf dieses Gebiet gestossen sind.

Professor F. Alsaker: Ich bin durch Forschung darauf gekommen, und zwar habe ich mich in meiner Dissertation mit dem Selbstwert befasst. Während des Studiums habe ich mich eher mit Depression und ähnlichen Problemen beschäftigt. Dann ging ich zur Erforschung des Selbstwerts über und untersuchte, was den Selbstwert von Jugendlichen, das heisst bei 10- bis 16jährigen, beeinflusst. Da habe ich zuerst die üblichen Themen untersucht, wie Pubertät, Schulleistungen usw. Ich arbeitete mit Dan Olweus zusammen, der Pionier im Bereich Mobbing ist.

Den Kindern den Weg ins Leben zeigen

Aus Zeit-Fragen Beilage zur Bildung

Anleiten und erziehen sind die Aufgaben der Erwachsenen, ein Interview mit Dr. med. Michael Winterhoff, Kinder- und Jugendpsychiater und Psychotherapeut

ein Interview Eliane Gautschi und Erika Vögeli

Zeit-Fragen: Herr Doktor Winterhoff, Sie haben verschiedene Bücher geschrieben, das letzte trägt den Titel «SOS-Kinderseele». Was ist so alarmierend bei der Entwicklung unserer heutigen Kinder?

Die Droge Verwöhnung

Ein Plädoyer für einen nicht verwöhnenden Umgang mit Kindern
Autor Jürg Frick*
Dieses Buch richtet sich an Eltern, Grosseltern, Erzieher, Lehrer, Kinder- und Jugendpsychologen und -psychiater, aufgeschlossene Menschen, die sich für die Problematik der übermäßigen Verwöhnung interessieren. Warum werden Kinder zu sehr verwöhnt? Weshalb ist dies den Eltern oft gar nicht bewusst? Ein Blick in die Bereiche Kindergarten, Schule und Elternhaus zeigt die Aktualität des Themas - nicht nur vor dem Hintergrund neuerer technischer Geräte wie Tablets und Handys, die zusätzliche Verwöhnungsfelder bieten.

Die ersten Jahre bestimmen den Rest des Lebens

Vortrag von Prof. Dr. Thomas Schirrmacher: Die Rolle des Staates und die der Familien

Eröffnungsvortrag auf der Konferenz „Betreuung der Kleinkinder zwischen Familie und Staat“ des Ministeriums für Arbeit und Soziales der Tschechischen Republik.

Dem bedeutenden tschechischen Kinderpsychologen Professor Zdeněk Matějček (1922 –2004) gewidmet

Vor 800 Jahren wollte der deutsche Kaiser Friedrich II. von Barbarossa (1194 –1250) herausfinden, welches die Ursprache ist.

Quelle: 1. Aufl. 2009 MBS Texte Martin Bucer Seminar
http://www.thomasschirrmacher.info/archives/571

Die Familie als Schule des Lebens

von Sonja van Biezen, Psychologin
In der psychologischen Praxis begegnen uns immer häufiger Mütter, die nach einer Geburt von starken Gefühlen der Bedeutungslosigkeit überfallen werden. Das Gefühl, «nur Mutter» zu sein, belastet den seelischen Haushalt vieler junger Frauen. Da beide Elternteile meist in Arbeitsprozesse eingebunden sind, wird die Erziehungsaufgabe zunehmend nichtfamiliären Einrichtungen wie Kindertagesstätten übertragen. Der traditionelle Familienverbund befindet sich im Wandel und scheint dadurch an Bedeutung zu verlieren.

Die Familie als Fundament unserer Gesellschaft

Aus den Forschungen der vergleichenden Kulturanthropologie wissen wir, dass es in allen Kulturen fest regulierte Verwandtschaftssysteme gibt, deren Zentrum die Familie  – die sogenannte «Kernfamilie»  – bildet. Sie besteht aus der engen Bindung der Eltern zueinander und zu ihren Kindern. Bei aller Unterschiedlichkeit  – seien es Klein- oder Grossfamilien, Sippen oder Clans  – findet sich die Kernfamilie in allen Kulturen als gründende Einheit des Zusammenlebens. In einer Familie aufzuwachsen bedeutet, in den ersten Lebensjahren in der intensiven Beziehung zu Mutter und Vater positive gefühlsmässige Erfahrungen zu machen und ein Urvertrauen zu den Mitmenschen zu entwickeln, das den Grundstein für alle Beziehungen des zukünftigen Lebens bildet.

Quelle: Zeit-Fragen
https://www.zeit-fragen.ch/de/ausgaben/2017/nr-32-19-dezember-2017/die-familie-als-schule-des-lebens.html

Die Familie stärken

Die Familie stärken

von Erika Vögeli

In allen Kulturen bildet die Familie Kern und Grundlage des menschlichen Zusammenlebens. Als soziales Lebewesen ist der Mensch für seine gesamte körperliche, seelische und geistige Entwicklung auf tragfähige menschliche Beziehungen angewiesen.

Die Folgen von emotionaler Vernachlässigung in der Kindheit

von Bruce D. Perry, M.D., Ph.D. (Sept. 99)
Die wichtigste Beziehung in dem Leben eines Kindes ist die Bindung zu seiner ersten Pflegeperson, im Idealfall zur Mutter. Dies liegt daran, dass diese erste Beziehung das biologische und gefühlsmäßige ’Modell’ für alle zukünftigen Beziehungen darstellt. Eine gesunde Liebesbindung zur Mutter, aufgebaut durch wiederholte Bindungserfahrungen während der Säuglingszeit, sind eine solide Basis für zukünftige gesunde Beziehungen. Dagegen können Probleme mit Bindung und Liebe zu einer fragilen biologischen und gefühlsmäßigen Basis zukünftiger Beziehungen führen.

 

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Bruce Perry

Vorbemerkung:

Perry’s Beobachtungen und Empfehlungen entsprechen in allen Einzelheiten unseren Erfahrungen im Intensivpädagogischen Programm der AGSP. Ferner ist seine begriffliche Diffrenzierung zwischen ATTACHMENT und BOND sehr hilfreich: Attachment meint positive Liebesbindungen; Bond umfaßt positive und pathologische Bindungen (z.B. Opfer-Täter-Fixierungen), die von unerfahrenen Richtern und Jugendamtsmitarbeitern oft zur Begründung von Verbleibens-, Rückkehr- oder Umgangs-Anordnungen herangezogen werden. In einem späteren und vielbeachteten Aufsatz hat Perry über die alarmierenden hirnphysiologischen und hirnanatomischen Defekte nach Vernachlässigung, Mißhandlung und Mißbrauch referiert.

(vgl. Violence and Childhood). K.E. (März 01)

Einleitung

Die wichtigste Eigenschaft eines Menschen ist die Fähigkeit, Beziehungen zu anderen Menschen zu bilden und zu erhalten. Diese Beziehungen sind für jeden von uns absolut notwendig, um zu überleben, zu lernen, zu arbeiten, zu lieben und sich fortzupflanzen.

Die Hebamme Livia Görner plädiert für mehr Normalität im Umgang mit dem Nachwuchs

Sie ist die Stimme des gesunden Mutterverstands
Wenig bringt Livia Görner mehr in Rage als #regrettingmotherhood. Unter dem Begriff ­diskutiert die Internetgemeinde eine Studie der israelischen Soziologin Orna Donath. Darin kommt das tief empfundene Bedauern von ­Müttern zu Wort, sich überhaupt auf Kinder eingelassen zu haben. Es sind mehr, als Donath dachte: Als Buch wurde die Studie ein unerwarteter Bestseller. Ein Tabu sei damit endlich, endlich ausgesprochen worden, urteilte die Presse. Die Hamburger Hebamme Livia Görner dagegen findet, wer sein Muttersein bereue, benötige einen Psychiaterstatt der Aufmerksamkeit von Buchverlagen, Zeitungen und Blogs. Zur «Frankfurter Allgemeinen Zeitung» sagte sie zudem:

«Dass die Gesellschaft und die Medien einem solch neurotischen Luxusproblem wie der angeblich bereuten Mutterschaft mancher Frauen einen derartigen Platz einräumen, ist unverantwortlich.»

4500 Kinder

Peng, das sitzt. Görner, die in den letzten dreissig Jahren 4500 Kindern auf die Welt geholfen hat, ist die Stimme des gesunden Mutterverstands in der mitunter schrill geführten Debatte ums Für, Wider und Warum des Kinderkriegens. Vor zwei Jahren hat sie einen Ratgeber veröffentlicht, den sie schlicht «Die Wahrheit übers Kinderkriegen» nannte. Seither ist sie eine gefragte Fachfrau zum Thema, arbeitet aber ganz normal als Hebamme weiter, überwacht Geburten, besucht junge Mütter, Väter und deren Babys in ganz Hamburg.

Quelle: Tagesanzeiger
http://www.tagesanzeiger.ch/zeitungen/gegen-den-hype-ums-kinderkriegen/story/11511072

Die Jugend auf den konstruktiven Weg mitnehmen

Die Jugend auf den konstruktiven Weg mitnehmen

Werteerziehung in Familie und Schule als Gegengewicht zu den destruktiven Wirkungen der Mediengewalt

von Rudi und Renate Hänsel*

Wir werden darlegen, dass Charakterbildung immer im Zusammenhang mit Wertebildung geschieht. Es gibt keine Entwicklung und keine Erziehung ohne Werte. Dann werden wir Ihr Augenmerk auf die verheerenden psychosozialen Folgen der Gewaltdarstellungen in den audiovisuellen Medien lenken, die unsere Kinder und Jugendliche eine Reihe amoralischer und asozialer Unwerte lehren, die mit den Werten einer zivilisierten Welt unvereinbar sind.

Die Kraft vorangehender Empathie – Auswirkungen positiver und negativer Erwartungshaltungen auf die Entwicklung der Kinder

Die Kraft vorangehender Empathie  – Auswirkungen positiver und negativer Erwartungshaltungen auf die Entwicklung der Kinder

von Corinna Schmied, Psychologin und schulische Heilpädagogin, und Renate Caesar, Gymnasiallehrerin und Diplom-Pädagogin

Lehrer, Eltern oder andere Menschen aus dem Umfeld eines Kindes treten oft mit Vorannahmen, Theorien oder Überzeugungen an das Kind heran. Jede Erwartungshaltung gegenüber dem Kind, ob bewusst oder unbewusst, hat Folgen für dessen weitere Entwicklung, die in negativer oder in positiver Weise zum Tragen kommen können. Darin liegt eine grosse Verantwortung und zugleich eine grosse Chance.

Die seelische Entwicklung unserer Kinder und das audiovisuelle Angebot

Diskussionsveranstaltung am Montag, den 3. November 2014. Beginn: 18.30 Uhr, Akademie der KAS, Tiergartenstr. 35, 10785 Berlin

Im Newsletter der Deutschen Liga für das Kind vom 28. Juli 2014 ist zu lesen

Im Jahr 2013 haben die Jugendämter in Deutschland 42.100 Kinder und Jugendliche in Obhut genommen. Das waren gut 1.900 Minderjährige (+5%) mehr als 2012. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) weiter mitteilt, hat die Zahl der Inobhutnahmen in den letzten Jahren stetig zugenommen, gegenüber 2008 (32.300) stieg sie um 31 Prozent.

DSM – ICD – ICF – erst klassifizieren, dann verwalten!

DSM  – ICD  – ICF  – erst klassifizieren, dann verwalten!

Checklisten und Etiketten

eg/ hhg. Was tun, wenn Kinder in Familie und Schule auffällig werden? Wenn sie durch Unkonzentriertheit und mangelnde Aufmerksamkeit auffallen, durch ständige Unruhe den Unterricht stören, Affekte ausleben, ängstlich und schüchtern sind oder ausgeprägte Stimmungsschwankungen haben?

Ehe und Familie: Mal aufs Abstellgleis geschoben – dann begehrlich in den Focus gerückt!

von Dr. Albert Wunsch
29. 07. 2015
„Ich habe mich selbst geheiratet“, so eine britische Fotografin. Sie setzte damit das in die Tat um, was Carrie in der US-TV-Serie Sex and the City inszeniert hatte, um auch endlich mal Geschenke von ihren verheirateten Pärchen zurück zu bekommen.

Grace Gelder hat den Vorgang aber real  – vor einer Parkbank in London  – im Herbst 2014 vollzogen und somit Carries Fake-Vorhaben in die Tat umgesetzt. Vor fünfzig Hochzeitsgästen hat sie ihr Ja-Wort gegeben und zwar sich selbst. Die Zeremonie wurde mit dem Kuss aufs Spiegelbild besiegelt.  – Die Zukunft wird Vielfältig. Ob ein Mann vier Frauen, eine Frau drei Männer, zwei Schwule oder drei Lesben sich verbinden, der Slogan: „Ehe für alle“ wird viel Hoffung auf ‚Freibier für alle’ auslösen.

‚Wir fühlen uns in unserer Familie mit Wolfgang und Isolde wohl. Täglich gehen wir mit den beiden mindestens zweimal Gassi. Das Wochenende verbringen wir mit unseren Hunde-Freuden als Großfamilie. Wir haben auch schon eine Grabstätte gekauft, wo wir dann gemeinsam unsere letzte Ruhe finden’. Auch wenn wir nicht auf den Hund gekommen sind, das Verständnis von dem, was als Keimzelle der Gesellschaft betrachtet wird, ist recht schillernd.

Ungleiches gleich machen zu versuchen ist ein Zeichen von Dummheit

Ehe und Familie sind wieder im Gespräch. Das ist gut und verwundert zugleich. Denn im politisch und medial inszenierten Mainstream weht Ehe und Familie oft ein eisiger Wind entgegen, werden die Voraussetzungen für ein gut lebbares Miteinander von Eltern mit ihren Kindern stark behindert, manchmal auch bekämpft. Andererseits ist zu beobachten, dass sich unterschiedlichste Interessengruppen oder Lebensformen gerne als Familie bezeichnen, wenn es dem eigenen Nutzen dient. Nun steht sogar die Forderung nach einer „Ehe für alle“ im Raum.

Falsch verstandene Bedürfnisbefriedigung

Beispiele aus der Praxis eines Kinderarztes

von Dr. Andreas Bau, Kinderarzt

Um allen Missverständnissen vorzubeugen, muss man deutlich unterscheiden zwischen den Bedürfnissen eines Kindes, die unbedingt erfüllt werden sollten, und solchen, die keiner oder erst nach reiflicher Überlegung einer Erfüllung bedürfen. Die Frage sollte immer unter dem Gesichtspunkt beleuchtet werden, was der gesunden seelischen Entwicklung eines Kindes förderlich ist.

Familienpolitik im internationalen Kontext

Familienpolitik im internationalen Kontext

von Karl Müller

Wie weit die Dimensionen von Familien­politik gehen, zeigt ein Blick in das 2009 in deutscher Übersetzung erschienene Buch des US-amerikanischen Strategieanalysten und Strategen George Friedman «Die nächsten hundert Jahre. Die Weltordnung der Zukunft».

Gender Mainstreaming: Emanzipation oder Tyrannei?

Gender Mainstreaming: Emanzipation oder Tyrannei?

Aufsatz des Monats 1 / November 2013

Von Robert Spaemann

Das Wort „Gender Mainstreaming“ ist den meisten Bürgern unseres Landes nicht bekannt. Es ist ihnen daher auch nicht bekannt, dass sie seit Jahren von Seiten der Regierungen, der europäischen Autoritäten und einem Teil der Medien einem Umerziehungsprogramm unterworfen sind, das bei den Insidern diesen Namen trägt.

Grundlagen der Prävention von Mobbing

Grundlagen der Prävention von Mobbing

von Françoise D. Alsaker

Für die Prävention von Mobbing sind ein gewisses Wissen über dieses Phänomen sowie die persönliche Auseinandersetzung mit den eigenen ethischen Prinzipien zwar unentbehrlich, dies allein reicht aber noch nicht aus. Um etwas zu bewegen, muss die Entscheidung zu handeln vorhanden sein, und es muss auch konkret gehandelt werden.

Grundprinzipien aus Sicht der personalen Psychologie

von Dr. Annemarie Buchholz-Kaiser

Es gibt Grundprinzipien der Psychologie und Pädagogik, essentials, die  – weil sie der menschlichen Natur entsprechen  – sowohl beim heranwachsenden Kind zentral sind, im Leben der Familie und in der Schule ihre Gültigkeit haben als auch später in einem gesellschaftlichen Zusammenwirken, das der Stärkung und vollen Entfaltung der Menschen dient und sich an ihrem Wohl orientiert. Wir nennen hier die wichtigsten:

Im Gespräch: Psychoanalytikerin Caroline Thompson

„Abhängige Eltern haben abhängige Kinder“
Mit Caroline Thompson* sprach Anna v. Münchhausen, 31. August 2008
Ein heißer Tag in Paris, ein kleines Apartment im Stadtteil Saint Germain: Hier hat Caroline Thompson ihre Praxis, Psychoanalytikerin und Buchautorin. Ihr in Frankreich heftig diskutierter Titel „La violence d'amour“ erscheint in diesen Tagen auf Deutsch: „Die Tyrannei der Liebe“. Ein heikles Thema:

Lieben Eltern ihre Kinder mehr, als denen guttut? Bringt unsere Wohlfühlgesellschaft kleine Monster hervor? Welche Folgen hat es, wenn sich Erwachsene emotional von ihrem Nachwuchs abhängig machen? Caroline Thompson nimmt auf ihrer roten Couch Platz.

Immer mehr Jungen leben in einer anderen Welt. Sie sind gefühlsmäßig nur schwer erreichbar und werden in der Schule von den Mädchen abgehängt

Immer mehr Jungen leben in einer anderen Welt. Sie sind gefühlsmäßig nur schwer erreichbar und werden in der Schule von den Mädchen abgehängt

von Dipl.-Psych. Dr. Rudolf Hänsel, Lindau (Bodensee)

Eltern und Lehrer stellen übereinstimmend fest, dass es immer schwieriger wird, Jungen gefühlsmäßig anzusprechen. Gleichzeitig kommen deutsche Bildungsberichte 2012 zu dem Ergebnis, dass Mädchen die Jungen in der Schule von Jahr zu Jahr mehr „abhängen". Als Ursachen für die Bildungsunterschiede werden öfter diagnostizierte Sprachentwicklungsstörungen der Jungen sowie fehlende männliche Erzieher in Kindergärten und Schulen genannt. Die zu häufige Nutzung digitaler Medien und das exzessive Spielen von Computerspielen werden nicht erwähnt, obwohl seriöse Medienwirkungsforscher seit Jahren davor warnen, dass die schulischen Leistungen und Abschlüsse der Jungen darunter leiden werden.

Jonas – ein autistisches Kind findet in die Gemeinschaft

von Anne Schumacher, Deutschland

ks. Das nachstehende Beispiel, geschildert von einer sehr erfahrenen Lehrerin, veranschaulicht anhand der Beschreibung des Zustandes von Jonas bei Eintritt in die Schulklasse zum einen, wie sich eine eigene gefühlsmässige Unsicherheit von Eltern im Umgang mit ihrem Kind auf dessen Entwicklung auswirken kann. Durch die innere Unsicherheit der Mutter, die sich wie im vorliegenden Beispiel kurz erwähnt, emotional aus der Beziehung mit dem Kind zurückhält und dem Kind keinen Rückhalt, keine emotionale Führung ins Leben zu vermitteln vermag, ist das Kind auf sich selbst zurückgeworfen. Die Verbindung zum anderen Menschen fehlt, und dadurch findet er auch nicht zu den anderen, seinen Mitschülern. Die Erfahrung und Sicherheit der Lehrerin, die sich von den Reaktionen des Kindes nicht abschrecken lässt, sondern emotional beständig und kontinuierlich eine Verbindung zum Kind aufbaut und ihr Wissen, dass das Kind sich grundsätzlich gerne positiv in der Gemeinschaft einfinden möchte, ihre Fähigkeit, ihm in kleinen Schritten in konkreten Situationen über seine Schwierigkeiten im Umgang mit dem Lernen und den Mitschülern hinwegzuhelfen, bildet für Jonas die Brücke, auf der er schliesslich zu den anderen findet. Das Beispiel kann Mut geben  – das sogenannt autistische Kind  – eine der vielen Diagnosen, die letztlich nur einen Zustand beschreiben  – entwickelt sich im Laufe der Monate zu einem Kind, das immer mehr aus seiner Isolation heraustritt. Frühkindlicher Autismus ist eine tiefgreifende Beziehungs- und Kommunikationsstörung, die sich bereits in den ersten Lebensjahren zeigt und zu einer schweren Entwicklungsverzögerung oder Entwicklungsstörung führen kann.

Kinder brauchen Herausforderungen, um zu wachsen

Kinder brauchen Herausforderungen, um zu wachsen 

Interview mit dem Psychologen Dr. Albert Wunsch

Krisen im Leben sind unvermeidlich. Misserfolge, Trennung, Scheidung, Tod, Arbeitslosigkeit  – das kann alle irgendwann, irgendwie und irgendwo treffen. Je schwerer die Krise, desto größer ist die Herausforderung, da wieder ‚heil’ heraus zu kommen. In der Erziehung ist es wichtig, Kinder nicht nur zu "schonen", sondern sie so zu stärken, dass sie die Krisen im Leben gut meistern können!

Kinder und Jugendliche stark für den Umgang mit Medien machen

Interview mit Uwe Buermann, pädagogisch-therapeutischer Medienberater*
ein Interview von Eliane Gautschi

Zeit-Fragen: Medien sind heute in unserem Lebensalltag überall präsent. Für viele Eltern stellt sich deshalb die Frage, wie ihre Kinder die nötige Medienkompetenz erwerben. Was braucht es dazu?

Uwe Buermann: Wir leben im Medienzeitalter. Das ist gut so, aber es ist eine Herausforderung. Um eins vorwegzunehmen: Wir müssen wegkommen von Debatten, die geführt werden zur Frage:«Ist das Internet gut oder schlecht, sind Smartphones gut oder schlecht?» So kommen wir nicht weiter. Es geht letztlich um die Frage: «Welche Fähigkeiten und Fertigkeiten muss ich als Nutzer mitbringen, damit ich die verschiedenen Geräte und Angebote sinnhaft nutzen kann?» Dass wir uns diese Frage stellen müssen, ist allgegenwärtig und auch die Probleme sind allgegenwärtig. Die ganze Problematik von Cybermobbing zum Beispiel macht deutlich, dass es nicht so einfach mit der Medienkompetenz ist, wie es uns Eltern, Lehrern und Erziehern lange Zeit suggeriert worden ist. Nach dem Motto: «Wir müssen die Kinder nur so früh wie möglich an die Medien heranführen und dann klappt es schon mit der Medienkompetenz von allein!» So ist es eben nicht.

Was erachten Sie als Voraussetzungen für einen kompetenten Umgang mit Medien?

Quelle: Louis-Philippe Beland und Richard Murphy. Ill Communication: Technology, Distraction & Student Performance. London School of Economics and Political Science. Centre for Economic Performance. London 2015
Übersetzung: Zeit-Fragen
http://www.zeit-fragen.ch/index.php?id=2163

Kinderarmut? Kein Thema für die Tagesschau

Über die krasse “Gerechtigkeitslücke” in unserem Sozialsystem wahren ARD-aktuell & Co. eisern Stillschweigen
Von Friedhelm Klinkhammer und Volker Bräutigam
Mitten unter uns leben 4 Millionen Kinder an oder unter der Armutsgrenze. Falls wir überhaupt davon erfahren, geschieht es nur beiläufig. Unsere Leit- und Qualitätsmedien interessiert das Thema einfach nicht. Marktführer ARD-aktuell informiert uns zwar fast täglich über die Börse, vermeidet aber krampfhaft, regelmäßige Blicke auf die Schattenseiten unserer Gesellschaft zu werfen. Die Problematik “Arbeitslosigkeit, Armut, soziales Elend und krasser Reichtum” bleibt außen vor. Wir existieren in einem antisozialen Unrechtsstaat. Es soll aber keiner so verstehen.

Kritische Auseinandersetzung zum Thema Ritalin

Eine Auswahl von aktuellen Zeitungsartikeln:

  • Die Epidemie der Rastlosigkeit und die Karriere des Koks für Kinder
  • Ritalin ­ Hilfe oder Sackgasse?
  • Seelische und körperliche Folgeschäden der Ritalineinnahme
  • Manipulierte Ritalinstudie
  • Mit Ritalin und Prozac gefügig für die Globalisierung?
  • Entzugsklinik für Ritalinkinder
  • Virtuelle Welt oder reales Leben?
  • Unterrichtsstil und Hyperaktivität
  • Keine besseren Schulleistungen mit Ritalin
  • Wirkliche Hilfe statt Ritalin
  • Hirnforscher stellt gängige Erklärungsmuster in Frage
  • Hyperaktivität und Bewegungslinie des Kindes
  • Emotionale Hintergründe von Konzentrationsschwäche und Hyperaktivität
  • Massive Zunahme an Ritalinverschreibungen
  • Uno besorgt über Ritalinboom
  • Michael ­ ein Fallbeispiel
  • Ritalin und der Zappelphilipp
  • Methylphenidate (Ritalin)
http://www.praxis-deutsch.ch/ritalin.htm

Mütterliche Zuwendung mildert die Stressempfindlichkeit

Ein Gespräch mit dem Neurobiologen Michael Meaney
Frühkindliche Erfahrungen hinterlassen tiefe Spuren im Erbgut  – das ist eine Erkenntnis, zu der Michael Meaney massgeblich beigetragen hat. Im Gespräch mit Nicola von Lutterotti erläutert der renommierte Neurobiologe, wie sich Angst und Stress der Mutter auf die Hirnentwicklung des Kindes auswirken.

Herr Meaney, was hat Ihr Interesse an den Folgen frühkindlicher Erfahrungen geweckt?

Bereits in den 1950er und 1960er Jahren beschrieben Forscher aus Montreal, wie Stress die Entstehung etlicher Krankheiten fördert. Ich selber habe mich von jeher dafür interessiert, weshalb manche Menschen stressresistent sind und andere nicht. Dabei kam mir der Gedanke, den Unterschied in den frühkindlichen Erlebnissen zu suchen. Meine erste Frage dabei war: Was ist das Prägendste am Lebensanfang? 

Die Mutter?

Genau. Die Mutter bestimmt das Umfeld des Kindes, und zwar vollständig vor der Geburt und zu einem erheblichen Anteil danach. Wie wir dann bei Ratten beobachtet haben, kümmern sich manche Weibchen ausgesprochen liebevoll um ihre Brut und lecken diese ständig ab, während andere ihrem Nachwuchs nur wenig Aufmerksamkeit schenken. Das Leckverhalten der Mutter beeinflusst sowohl die Hirnentwicklung als auch das Körperwachstum des Kindes.

Quelle: NZZ  – 5.12.2014
http://www.nzz.ch/feuilleton/muetterliche-zuwendung-mildert-die-stressempfindlichkeit-1.18438371

Nomadenkinder

mfuhlrott
7. April 2015
Wenn Eltern sich trennen, werden Kinder häufig zu Reisenden. Das tut ihnen nicht gut, hat Kolumnist Michael Thiel bemerkt.

„Und was machst Du in Stuttgart?“ „Ich besuche Papi. Das mache ich so alle zwei Wochen!“. Marius, acht Jahre alt und trotzdem irgendwie sehr erwachsen, sitzt mir gegenüber im Zug von Hamburg nach Stuttgart. Vier Stunden Zugfahrt liegen vor uns. Zeit genug, um sich kennen zu lernen. „Fährst du ganz allein?“ „Oh Mann, ich bin doch erst acht…!“. Marius legt in seine Stimme einen Hauch von: bist du doof  – und du willst erwachsen sein? „Ich werde von Janine begleitet. Das ist die da mit der blauen Weste. Die arbeitet für ‚Kids on Tour’ und sammelt alle Kinder in Hamburg ein, die mit nach Stuttgart fahren und übergibt uns da an unsere Eltern“.

Janine erzählt mir später, dass sie zusammen mit anderen Zugbegleitern Kinder auf bestimmten Bahnstrecken begleitet. Das kann man vorher bei „Kids on Tour“ buchen (siehe: http://www.bahn.de/p/view/service/familie/kids_on_tour.shtml). Einige wollen einfach nur mal die Großeltern besuchen, ein paar fahren etwa zurück ins Internat, andere sind „Stammgäste“, die nach der Scheidung der Eltern zwischen Vater oder Mutter pendeln. Von denen haben sich kleine Cliquen gebildet, die regelmäßig zusammen fahren. „Die helfen sich schon gegenseitig, wenn es wieder Stress mit den geschiedenen Eltern gibt. Oder wenn der Abschiedsschmerz auf dem Bahnhof zu groß wird. Und ich bin ja auch noch da und hör mir die Sorgen an. Wie eine große Schwester.“ Janine wirkt ein wenig bekümmert: „Ich mache das schon seit zwei Jahren und habe das Gefühl, die Zahl der reisenden Scheidungskinder nimmt zu.“ Grund genug für mich, mich mit diesem Thema näher zu beschäftigen.

Kinder sind keine Trennungsbremse

Wie viele Scheidungskinder haben wir eigentlich in Deutschland? Laut Statistischen Bundesamt wurden 2013 insgesamt 169.833 Ehen geschieden. Darunter waren 84.844 Ehen mit minderjährigen Kindern. Insgesamt waren 136.064 minderjährige Kinder (siehe: https://www.destatis.de/DE/ZahlenFakten/GesellschaftStaat/Bevoelkerung/Ehescheidungen/Tabellen/EhescheidungenKinder.html;jsessionid=D0AFDB054397E46EB27F0E187ABBBCC8.cae3) 2013 von der Scheidung ihrer Eltern betroffen.

Quelle: Die Neu-Erfindung der Familie
http://atkearney361grad.de/orientierung/nomadenkinder/
http://www.medienbuero-lt.de/Medienburo_Lohstroh_+_Thiel/Home.html

Offener Brief an Oberst Thorsten Poschwatta

Warnung Willy Wahls (2007) an den Oberst des Tornadogeschwaders Immelmann über die Gefahr, ein Kriegsverbrechen in Afghanistan zu begehen.
Willy Wahl, 13. März 2007

Oberst Thorsten Poschwatta
Aufklärungsgeschwader 51 Immelmann
Kai-Uwe-von-Hassel-Kaserne
Bennebecker Chaussee
24848 Kropp

Zürich, 13. März 2007

Bitte um Aufklärung aller Piloten sowie der Mannschaft, die für den Einsatz in Afghanistan vorgesehen sind über die rechtliche Tragweite dieses Einsatzes.: Die Piloten müssen wissen, dass sie sich auf dem Weg zum Internationalen Gerichtshof in Den Haag befinden, wenn sie dem Befehl Folge leisten! Und sie sollen wissen, dass sie den Befehl verweigern können, analog dem Vorbild von Major Florian Pfaff.

Sehr geehrter Herr Poschwatta,

in tiefer Sorge um das weitere Wohlergehen der Piloten, die für den geplanten Einsatz in Afghanistan vorgesehen sind, bitte ich Sie, allen Beteiligten den beigelegten Artikel zur Kenntnis zu bringen zusammen mit einer Kopie meines Briefes an Sie. Mir liegt sehr daran, dass jeder der jetzt als Tornadopilot oder Teammitglied nach Afghanistan geschickt wird, sich genau über die Rechtslage in Kenntnis gesetzt hat und weiss, dass dieser Einsatzbefehl weder vom Grundgesetz noch vom Völkerrecht gedeckt ist.

Der Abgeordnete Dr. Willy Wimmer hat bereits vor Wochen erklärt, dass

„die Tornado-Piloten, die nach dem Willen der Bundesregierung nach Afghanistan gehen sollen, damit auf dem Weg zum Internationalen Strafgerichtshof nach Den Haag sind“.

Es ist nur eine Frage der Zeit, bis die Zivilgesellschaft ein Kriegsverbrechertribunal einrichten wird, um alle Verantwortlichen für die völkerrechtwidrigen Kriege der letzten Jahre und die Verantwortlichen für die Verstösse gegen das Grundgesetz zur Rechenschaft zu ziehen.

Bitte um Aufklärung auch der Ehefrauen der Piloten

Darüberhinaus bitte ich Sie, sehr geehrter Herr Oberst Poschwatta, auch die Ehefrauen der Piloten über die juristische Brisanz des Einsatzes ihrer Männer in Kenntnis zu setzen und auf die Möglichkeit hinzuweisen, dass ihre Männer den Befehl verweigern können, ja geradezu verweigern müssen. Siehe dazu was das  Bundesverwaltungsgericht befindet:

"Die Streitkräfte sind als Teil der vollziehenden Gewalt ausnahmslos an 'Recht und Gesetz' gebunden"

Die Causa Florian Pfaff wird Ihnen bekannt sein:

(Der 2. Wehrdienstsenat des Bundesverwaltungsgerichts in Leipzig hat den Soldaten freigesprochen, weil dem Soldaten ein Dienstvergehen nicht nachzuweisen war. Ein Verstoß gegen die Gehorsamspflicht (§ 11 Abs. 1 Soldatengesetz) liege nicht vor. Der Senat hat entschieden, dass in der konkreten Lage das Grundrecht der Freiheit des Gewissens nach Art. 4 Abs. 1 GG durch den Befehl nicht verdrängt werde. Dieser sei deshalb für den Soldaten unverbindlich gewesen. Der Soldat habe die Ernsthaftigkeit seiner Gewissensentscheidung glaubhaft dargetan. Im vorliegenden Fall sei die gebotene gewissensentlastende Konfliktlösung durch eine anderweitige Verwendung des Soldaten erfolgt. Der Soldat könne sich auf das Grundrecht der Gewissensfreiheit nach Art. 4 Abs. 1 GG ungeachtet dessen berufen, dass er keinen Antrag auf Anerkennung als Kriegsdienstverweigerer nach Art. 4 Abs. 3 GG gestellt habe. Denn auch Berufssoldaten stünde das Grundrecht der Gewissensfreiheit nach Art. 4 Abs. 1 GG zu. Die Streitkräfte seien als Teil der vollziehenden Gewalt ausnahmslos an "Recht und Gesetz" (Art. 20 Abs. 3 GG) und insbesondere an die Grundrechte uneingeschränkt gebunden. Davon könnten sie sich nicht unter Berufung auf Gesichtspunkte der militärischen Zweckmäßigkeit oder Funktionsfähigkeit freistellen.)

Ich bitte Sie, mir den Erhalt dieses Schreibens zu bestätigen und verbleibe

mit vorzüglicher Hochachtung
Willy Wahl

Eine Antwort erhielt ich - wie erwartet - nicht.

Zur Entlastung des Herrn Oberst Poschwatta - der nur ein ganz kleiner Bauer im grösseren geopolitischen Schachspiel ist - lese man den Beitrag von Jens Loewe bei Heise hier

Pädagogisch wertvoll: Familienausflug zur Christopher-Street-Day-Parade

Pädagogisch wertvoll: Familienausflug zur Christopher-Street-Day-Parade

06. Juli 2014

Moderne, zeitgemäße Kleinkindererziehung sollte so früh wie möglich, also sobald die Kleinen laufen können, dafür sorgen, dass Eltern mit ihren Sprösslingen dem Christopher-Street-Day beiwohnen — dieser Meinung ist zumindest Kathy Stolzenbach, in einem Artikel, der vom Generalanzeiger (Bonn, Köln) und dem Nachrichtensender NTV vertrieben wird: “Ausflug zum Christopher Street Day: ‘Mama warum muss der Mann an die Leine?‘”

Pöbelnde Erstklässler: Eltern empören sich über Brandbrief der Lehrerin

Pöbelnde Erstklässler: Eltern empören sich über Brandbrief der Lehrerin und Replik eines engagierten Seniora-Lesers

Eine Hamburger Lehrerin hat genug von Respektlosigkeiten, Gepöbel und Fäkalsprache ihrer 24 Erstklässler. Sie schreibt einen Brandbrief an die Eltern  – und erntet dafür auch heftige Kritik.

Die Hamburger Grundschullehrerin Dagmar B. ist entrüstet über das Verhalten ihrer 24 Schüler. Sie seien fast ausnahmslos respektlos, rülpsten, pöbelten lautstark herum, würden mit Fäkalausdrücken um sich werfen und handgreiflich werden.

Pressemitteilung der Michigan State University

Nearly 1 million children potentially misdiagnosed with ADHD
by Todd Elder

Bild Todd Elder

Todd Elder, assistant professor of economics. Photo by G.L. Kohuth

EAST LANSING, Mich.  – Nearly 1 million children in the United States are potentially misdiagnosed with attention deficit hyperactivity disorder simply because they are the youngest  – and most immature  – in their kindergarten class, according to new research by a Michigan State University economist.

These children are significantly more likely than their older classmates to be prescribed behavior-modifying stimulants such as Ritalin, said Todd Elder, whose study appears in the September issue of the Journal of Health Economics.

Such inappropriate treatment is particularly worrisome because of the unknown impacts of long-term stimulant use on children's health, Elder said. It also wastes an estimated $320 million-$500 million a year on unnecessary medication  – some $80 million-$90 million of it paid by Medicaid, he said.

Elder said the "smoking gun" of the study is that ADHD diagnoses depend on a child's age relative to classmates and the teacher's perceptions of whether the child has symptoms.

"If a child is behaving poorly, if he's inattentive, if he can't sit still, it may simply be because he's 5 and the other kids are 6," said Elder, assistant professor of economics. "There's a big difference between a 5-year-old and a 6-year-old, and teachers and medical practitioners need to take that into account when evaluating whether children have ADHD."

http://msutoday.msu.edu/news/2010/nearly-1-million-children-potentially-misdiagnosed-with-adhd/

Revolutionäre Wandlungen im psychiatrischen Denken der Gegenwart

Geschätzte Seniora-Leserin, geschätzter Seniora-Leser,

Zum Neuen Jahr:
Wir werden getreu unserer Überzeugung

«Weil Kriege im Geist der Menschen entstehen, muss auch der Frieden im Geist der Menschen verankert werden»

(UNESCO Präambel 1945)

auch weiterhin wesentliche wissenschaftliche Beiträge zur Sozialnatur des Menschen veröffentlichen oder wieder in Erinnerung rufen, um dem Gedanken Alfred Adlers zum Durchbruch zu verhelfen:

"Erziehung muss gelehrt und gelernt werden."

Zum Schluss des nachstehenden Textes schreibt der Autor:

“Wie alle großen Pioniere der Tiefenpsychologie hat auch Sullivan die kulturelle Tragweite seiner Befunde hervorgehoben. Er machte bedeutsame Ansätze zu einer »Psychiatrie der Völker» und zeigte darin auf, wie die Menschheit in ihren Kindheitstagen unter dem Eindruck der unbewältigten Daseinsangst jene Verschrobenheiten ihres Gesichtsfeldes erwarb, welche innerhalb der wachsenden Kultur als nationalistische und rassische Verblendung, religiöse und soziale Unduldsamkeit, mangelhaftes gemeinschaftliches Verantwortungsgefühl in Wirtschaft und Politik, sinnloser Machtwahn usw. auftreten: Auch er hatte, wie vor ihm Sigmund Freud und Alfred Adler, die tiefe Überzeugung, dass die Tiefenpsychologie dazu berufen ist, einer kommenden Menschheit die sinnvolle Realitätsanpassung zu lehren und ihr neue und bessere Formen des Gemeinschaftslebens zu weisen.”

In diesem Sinne widmen wir diesen beeindruckenden tiefenpsychologischen Grundlagentext unseren Lesern, verbunden mit unseren besten Wünschen für ein gutes Neues Jahr 2017!

Margot und Willy Wahl, 31. Dezember 2016

Revolutionäre Wandlungen im psychiatrischen Denken der Gegenwart

Das Werk von H. S. Sullivan und die interpersonelle Psychiatrie, aus der psychologischen Monatszeitschrift “Psychologische Menschenkenntnis” 1965, S. 390  – 397

Dr. Georg Frank, Berlin

Wenn man die Frage aufwirft, in welchem Lande der Welt heute die psychiatrische Forschung die größten Fortschritte zu verzeichnen hat, so denkt man in erster Linie an die Vereinigten Staaten von Amerika: Von dort her kommen heute die wichtigsten und entscheidendsten Forschungsergebnisse, und es kann kein Zweifel mehr daran bestehen, daß die eigentliche Pionierarbeit der Psychiatrie gegenwärtig in den USA geleistet wird.

harry stack sullivan

Harry Stack Sullivan 1892  – 1949

Säuglinge in Kinderkrippen – Ein interessanter Briefwechsel mit einer Mutter

In Europa bringen Immer mehr Mütter ihre Kinder bereits ab dem zweiten oder dritten Monat in Kinderkrippen. In der Schweiz stellt man einen Run auf Krippenplätze fest. Aus diesem Anlass haben wir kürzlich die Forschungen von Professor Zdenek Matejcek auf dieser Webseite vorgestellt: “Kinder ohne Liebe“** und „Betreuen der Kleinkinder zwischen Familie und Staat“ . Daraufhin erhielten wir das engagierte Schreiben einer Mutter, das wir für so wesentlich erachten, dass wir es hier, zusammen mit unserer Antwort, veröffentlichen:

Sehr geehrter Herr Wahl

Schluss mit dem Bildungsgerede!

Schluss mit dem Bildungsgerede!

von Michael Felten

Nachdem über viele Jahre hinweg eher die Kritik an den bestehenden Schulverhältnissen, den Lehrern und der Kultusbürokratie im Vordergrund der öffentlichen Debatte standen, mehren sich nun die Veröffentlichungen ( und, da bin ich sicher, auch die vielen unbekannten Beispiele in der Praxis), in denen optimistisch, praxisnah und zukunftsorientiert die Bildungsdebatte jenseits der Diskussion von Strukturfragen und Organisationsproblemen angegangen wird.

Schon im ersten Lebensjahr werden Worte leicht gelernt

Neugeborene: Sprachbegabter als bislang angenommen.

Babies verfügen über ausgeprägtere Sprachfähigkeiten als bisher gedacht. Schon im ersten Lebensjahr sind sie in der Lage, wesentlich kompliziertere Begriffe als Mama oder Papa zu verstehen und die dazugehörigen Gegenstände zu erkennen.

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