Film nicht verpassen: Eine Familie unterm Hakenkreuz

Die grosse Gewissensfrage ist für uns alle: Wie hätte ich mich damals verhalten?
ARTE - Dokumentation zur NAZI-Zeit in Deutschland
01. Mai 2021
Hunderte Briefe und über neun Stunden privates Filmmaterial dokumentieren eine außergewöhnliche Familiengeschichte: Die Medizinstudentin Erna erfährt, dass ihre Mutter Jüdin ist. Ernas Mann, der Doktorand Helmut versucht durch seinen tapferen Einsatz an der Front eine Urkunde über die "Deutschblütigkeit" seiner Familie zu erlangen.

Geschätzte Leserin, geschätzter Leser,
warum hat uns dieser Film so bewegt und warum empfehlen wir ihn Ihnen?
Weil die besondere Qualität des Films u.E. dadurch zustande kam, dass die Hauptfigur, der Arzt, der seine Familie rettete, indem er sich an der Front opferte, zugleich ein talentierter Fotograf und Amateurfilmer gewesen ist. Sein Material prägt und trägt den ganzen Film mehr noch als das aus den Archiven ausgewählte und erzeugt eine ganz persönliche Authentizität und einen sehr berührenden Grundton. Er unterscheidet sich damit auch von den politisch korrekten Filmen über den NS-Rassismus, wie wir sie ja alle kennen. Der Film ist eine Rarität und wir wünschen ihm ein breites Echo, auch als Dokument unserer jüngeren Geschichte an Schulen und Hochschulen.
Margot und Willy Wahl

Eine eindrückliche Dokumentation bei Arte 60 Min. Verfügbar vom 29/04/2021 bis 27/07/2021 - Nächste Ausstrahlung am Freitag, 14. Mai um 11:10

Es ist Liebe auf den ersten Blick, als sich der Doktorand Helmut und die Medizinstudentin Erna 1929 kennenlernen. Beide schauen zuversichtlich in die Zukunft. Dann erfährt Erna in der heraufziehenden Nazizeit von einem Familiengeheimnis: Ihre Mutter sei Jüdin. Erna ist sich sicher, dass sich Helmut von ihr trennen wird. Doch ihr Verlobter steht zu ihr. Die beiden heiraten und bekommen drei Söhne.

Nach und nach wird das Leben im nationalsozialistischen Deutschland für die Familie immer schwerer. Erna gilt als Mensch zweiter Klasse, nach den sogenannten Rassegesetzen ist sie Halbjüdin und darf nicht mehr studieren. Helmut bekommt als Arzt keine Zulassung für Kassenpatienten.

Das Ehepaar sieht nur noch eine Chance: Durch seine Bewährung als tapferer Soldat will Helmut die sogenannte Sippenschande tilgen. Der Führer und Reichskanzler kann durch seine Unterschrift Helmuts Familie angesichts seines tapferen Einsatzes im Krieg für „deutschblütig“ erklären. Helmut nimmt als Feldarzt am Krieg teil.

Erna bleibt mit den drei Söhnen im Münsterland und muss dort den rassistischen Alltag und die Bedrohung von Gesundheit und Leben durch die Nationalsozialisten und ihre autoritätshörigen Helfer allein bestehen.

Von der Wehrmacht wird Helmut für seine Tapferkeit ausgezeichnet. Er fällt an der Front. Doch das scheinbar Unmögliche, die Rettung seiner Familie, gelingt ihm posthum.

Erna wird nach seinem Tod tatsächlich für „deutschblütig“ erklärt und entkommt den Deportationen. Sie überlebt mit ihren drei Kindern den Nationalsozialismus. Helmut und Erna waren beide sehr begabt, beide konnten gut schreiben; er war ein leidenschaftlicher Fotograf und Filmemacher.

Er hielt die ersten Schritte seiner Kinder und das anfangs glückliche Leben als Arzt genauso in Filmen, Fotos und Briefen fest wie später das Grauen an der Front.

Die Geschichte von Erna und Helmut zeigt eine sehr nahe, neue Perspektive auf das Leben im NS-Staat, sie bewegt, sie reißt mit und konfrontiert die Zuschauerinnen und Zuschauer mit der Gewissensfrage: Wie hätte ich mich verhalten?

Quelle: https://www.arte.tv/de/videos/095098-000-A/eine-familie-unterm-hakenkreuz/

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