Die Vorteile einer gezielten Tötung im Falle Osama bin Ladens

Die Vorteile einer gezielten Tötung im Falle Osama bin Ladens

von Dr. Sabine Schiffer, 05.05.2011

Ohne in das gleiche Fahrwasser geraten zu wollen wie unser aller Kanzlerin Angela Merkel, die ihre Freude über die Tötung des Top-Terroristen zum Ausdruck brachte, muss über die möglichen Gründe dieser Vorgehensweise nachgedacht werden.

Inzwischen scheint ja klar, dass es einen Kill-Befehl Obamas gab, Osama bin Laden jetzt zu töten: Es hatte sich als einer der üblichen antiislamischen Spins erwiesen, dass Osama seine Frau als Schutzschild benutzt habe, und er war offensichtlich unbewaffnet und schlief in einer Villa im Garnisonsstädtchen Abbottabad nördlich der pakistanischen Hauptstadt. Dennoch soll Bin Laden durch zwei gezielte Schüsse sofort und auf der Stelle erschossen worden zu sein.

Das hat  – und das wiederum soll durchaus zynisch klingen  – gewisse Vorteile.

Man stelle sich einmal vor, man hätte den Verhafteten vor ein Gericht gestellt, wofür es ja verschiedenste Möglichkeiten gegeben hätte. Ein rechtsstaatliches Verfahren hätte aber sicher nicht nur die sensiblen und teilweise peinlichen Kooperationen mit den Geheimdiensten öffentlich machen können, sondern wäre sehr wahrscheinlich sogar gescheitert. Osama bin Laden stand nämlich nicht auf der FBI-Fahndungsliste wegen der Anschläge von 11. September 2001 (9/11), wegen der man ihn offiziell in Afghanistan suchte. Das traumatisierende Ereignis jährt sich heuer zum 10. Mal. Bei dem Anschlag kamen 3000 Menschen ums Leben und die Bilder von zwei der drei einstürzenden Türme des World Trade Centers gruben sich tief ins kollektive Gedächtnis der ganzen Welt ein.

Obwohl die Logistik für den Krieg in Afghanistan schon Monate vorher angelaufen war, gilt die Invasion als eine Folge dieser Anschläge und dem Ziel, al Qaida mitsamt Osama bin Laden zu schlagen.

Die besagte FBI-Liste ist nach wie vor auf der Website der Organisation einsehbar: http://www.fbi.gov/wanted/wanted_terrorists/usama-bin-laden/view

Demnach wurde Bin Laden wegen der Anschläge auf zwei US-Botschaften Ende der 1990er Jahre in Afrika gesucht. Dennoch hat sich nun auch das FBI nicht gescheut, die Bekanntgabe des Todes mit einem Verweis auf den 11. September zu verbinden

Mit freundlichen Grüßen
Dr. Sabine Schiffer
Institutsleitung
Institut für Medienverantwortung
Goethestr. 6
91054 Erlangen

Mehr lesen Sie hier:
http://bit.ly/jdRAks

USA, Terrorismus, Völkerrecht, Menschenrechte, Nachrichtendienst

  • Gelesen: 3124
Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden.
Weitere Informationen Ok Ablehnen