Ethik

«Bei uns ist die Freiheit zum Staatsprinzip geworden, das uns alle eint»

Rede von Bundesrat Ueli Maurer anlässlich des Jubiläumsfests «700 Jahre Schlacht am Morgarten» vom 21. Juni 2015 beim Morgarten-Denkmal
Ich halte Ihnen keine Geschichtslektion, so spannend das auch wäre. Denn Sie haben ja wahrscheinlich damals in der Schule noch etwas Schweizer Geschichte vermittelt bekommen, im Gegensatz zu den Schülern von heute …

Ich möchte über den staatspolitischen Wert der Geschichte reden; darüber, wie sie uns prägt und was sie uns lehrt. Dass Geschichte lebendig ist, das beweisen Sie alle mit diesem eindrücklichen, grossen Aufmarsch hier.

Wie wichtig unsere Geschichte ist, das beweisen uns aber auch die Historiker. Weil dieses Jahr verschiedene Erinnerungsanlässe anstehen, haben sich einige von ihnen schon anfangs Jahr zu Wort gemeldet.

Das sei alles nicht so bedeutend. Es sei alles ganz anders gewesen. Nun haben wir ja von archäologischen Funden erfahren, die möglicherweise im Zusammenhang mit der Schlacht stehen. Aber wir können jetzt schon die Prognose wagen: Das wird die Kritiker nicht umstimmen. Denn aus ihrer Sicht ist unsere ganze Geschichte nur ein patriotisches Trugbild. Vieles sei frei erfunden oder falsch verstanden.

Man kann daraus nur einen Schluss ziehen: Wer sich so viel Mühe gibt, um unserer Geschichte die Bedeutung abzusprechen, der zeigt damit vor allem eines  – nämlich, wie bedeutend unsere Schweizer Geschichte eben gerade ist.

Wenn unsere Geschichte nicht wichtig wäre, dann würde sie nicht so vehement in Frage gestellt, sondern einfach still vergessen. Gerade das ist aber nicht der Fall. Morgarten ist ein gutes Beispiel dafür. Die Erinnerung an die erste Freiheitsschlacht der Eidgenossenschaft blieb über die Jahrhunderte wach.
Der Mönch Johannes von Winterthur berichtet im 14. Jahrhundert in seiner Chronik davon und erwähnt einen jährlichen kirchlichen Gedenktag für die Gefallenen. Um 1500 wird die Schlachtkapelle erstmals erwähnt. Seit 1912 gibt es das Morgartenschiessen.

Weiterlesen: «Bei uns ist die Freiheit zum...

  • Gelesen: 3072
http://www.vtg.admin.ch/internet/vtg/de/home/dokumentation/news/newsdetail.57763.nsb.html

Gedanken zur Präimplantationsdiagnostik PID

von Erika Vögeli
Wenn wir [in der Schweiz] am 14. Juni über die Vorlage bezüglich Präimplantationsdiagnostik abstimmen sollen, stehen wir [nicht nur in der Schweiz] vor einer komplexen Fragestellung.

Konkret geht es um die Änderung von Art. 119 der Bundesverfassung, damit Gentests  – die sogenannte Präimplantationsdiagnostik (PID)  – bei im Reagenzglas hergestellten Embryonen durchgeführt werden dürfen. Die PID soll im Fortpflanzungsmedizingesetz erlaubt werden. Der ursprüngliche Vorschlag des Bundesrates wollte die PID nur für jene Elternpaare zulassen, die um die Gefahr der Weitergabe einer schweren Erbkrankheit wissen. Um nicht von vornherein auf die Erfüllung des Kinderwunsches verzichten zu müssen, soll die PID erlauben, eine mögliche Vererbung solcher Krankheiten auszuschliessen.

Der Vorgang als solcher wirft bereits eine Reihe ethischer Fragen auf. Mit der Neuformulierung des Gesetzesartikels durch eine Parlamentsmehrheit stellen sich diese aber neu und in ganz anderer Brisanz. Jeder der künstlich erzeugten Embryonen soll auf Erbkrankheiten und mittels «Preimplantation Genetic Screening» auf überzählige oder fehlende Chromosomen getestet werden können. Während der geltende Verfassungsartikel die In-Vitro-Fertilisation für so viele Embryonen zulässt, als der Frau «sofort eingepflanzt werden können», würde der geänderte Verfassungsartikel die PID ermöglichen, wobei «so viele menschliche Eizellen ausserhalb des Körpers der Frau zu Embryonen entwickelt werden [dürfen], als für die medizinisch unterstützte Fortpflanzung notwendig sind.» (BV Art. 119 Abs. 2c) Was heisst das? Wozu diese unklare Ausweitung und Abkoppelung von Frau und Schwangerschaft? Heute mag der Embryo noch geschützt sein, bevor er in die Gebärmutter eingepflanzt wird. Wie lange noch? Und was steht uns dann bevor?

Die Diskussion um Menschenzüchtung im Sinne genetischer Auswahl ist in unseren Medien bereits lanciert (vgl. «Nur das Beste für den Nachwuchs», Neue Zürcher Zeitung vom 17. April 2015). Eugenik nannte man das in den 1930er Jahren   – der Begriff weckt allerdings abstossende Erinnerungen an «Herrenmenschen»auswahl. Daher segelt die Diskussion um die «technologische» Verbesserung des Menschen heute unter dem Begriff «Transhumanismus». Die Vorstellung ist in ihrer Essenz nichts anderes: Unter Berufung auf Vernunft und Wissenschaft wird eine Verpflichtung auf Fortschritt abgeleitet, der auch eine «Ausweitung» der menschlichen Natur mittels technologischen Mitteln hin zum «Posthumanen» oder «Transhumanen» beinhalten soll. Aber:

Psychologie, Wissenschaft, Medizin, Ethik & Philosophie, Die soziale Natur des Menschen, Ethik, Genetik

Weiterlesen: Gedanken zur...

  • Gelesen: 3466
Quelle: 2015 © Zeit-Fragen. Alle Rechte reserviert.
http://www.zeit-fragen.ch/index.php?id=2120

Das gute Buch als Kulturgut fördern und erhalten

Der «Büecher-Chorb» – Ein Beispiel einer genossenschaftlichen Buchhandlung als wertvolle Bereicherung der Gemeindekultur und Persönlichkeitsbildung
von Urs Knoblauch, Kulturpublizist und Gymnasiallehrer, Fruthwilen TG

buecher-chorb-aadorf CHHIMG 9922

Seit vielen Jahren besteht die genossenschaftliche Buchhandlung Büecher-Chorb in Aadorf im Kanton Thurgau. Die erfahrene Buchhändlerin Gisela Hassenstein hat zusammen mit am guten Buch interessierten Eltern, Lehrern, Freunden und Bücherliebhabern den Büecher-Chorb als Genossenschaft gegründet und aufgebaut.

Wirtschaft, Bücher, Ethik & Philosophie, Kultur, Die soziale Natur des Menschen, Ethik

Weiterlesen: Das gute Buch als Kulturgut...

  • Gelesen: 3089
Quelle: 2014 © Zeit-Fragen. Alle Rechte reserviert.
http://www.zeit-fragen.ch/index.php?id=1969

Tschingis Aitmatows Vermächtnis an uns Menschen

Aitmatow

„Dank umfassender Erkenntnisse und der zielgerichteten Nutzung vieler objektiver Gesetze der materiellen Welt hat die Menschheit ein hohes Niveau der technischen und technologischen Entwicklung erreicht. Im Bestreben, die modernsten Errungenschaften des wissenschaftlich-technischen Fortschritts im Leben auch anzuwenden, hat die Menschheit jedoch zugleich ihre geistig-sittliche Sphäre aus dem Blickfeld verloren, genauer gesagt: Sie hat diesen Bereich, der ebenfalls existiert und sich nach bestimmten Gesetzen entwickelt, weitgehend ignoriert. Diese Gesetze sind nicht weniger objektiv als die der materiellen Welt. Hierbei wurde ein fundamentales Gesetz des Universums verletzt, das da lautet:
Das Niveau der geistigen und sittlichen Entwicklung der menschlichen Gemeinschaft sollte stets ein wenig höher sein als das Niveau des wissenschaftlich-technischen Fortschritts. Nur dann erwächst aus den grossartigen Leistungen der Wissenschaft und Technik auch die Verantwortung für das allgemeine Wohl der Menschen, für die Vorsorge vor Hunger, Verelendung und Krankheiten in den verschiedenen Teilen des Erdballs.“

Tschingis Aitmatow, 2000

Geschichte, Ethik & Philosophie, Philosopie, Die soziale Natur des Menschen, Ethik

Weiterlesen: Tschingis Aitmatows Vermächtnis...

  • Gelesen: 5106

150 Jahre Rotes Kreuz „Kinderzüge in die Schweiz 1946 – 56“

150 Jahre Rotes Kreuz „Kinderzüge in die Schweiz 1946  – 56“

Filmclub Bergische Filmbühne lädt ein zum Gespräch. Zeitzeugen berichten über die „Hilfe für Vertriebenen- und Flüchtlingskinder“  – „Henry Dunant  – Menschenfreund und Visionär“ (Video-Dokumentationen). Vorstellung der Ausstellung zum Thema

Freitag, 19.07.2013, 19 Uhr  – Altes Bürgermeisteramt, Bergische Landstraße 28, Leverkusen Schlebusch

Schweiz, Flüchtlinge, Die soziale Natur des Menschen, Ethik, Film

Weiterlesen: 150 Jahre Rotes Kreuz „Kinderzüge...

  • Gelesen: 3858

Fotograf Timo Vogt erhält Suttnerpreis 2011 für „...aber hat nicht gedient – Junge Menschen verweigern den Krieg"

Fotograf Timo Vogt erhält Suttnerpreis 2011 für „...aber hat nicht gedient  – Junge Menschen verweigern den Krieg"

Er erzählt vier Geschichten in Bild und Ton  – von einer engagierten Frau und drei Männern, die aktiv Widerstand gegen Militär und Krieg leisten. Damit lässt er ihre Kriegsdienstverweigerung lebendig werden.

Krieg, Militär, Die soziale Natur des Menschen, Ethik, Kunst

Weiterlesen: Fotograf Timo Vogt erhält...

  • Gelesen: 3333

„Es gibt nicht nur ein Lambarene, jeder kann sein Lambarene haben“

„Es gibt nicht nur ein Lambarene, jeder kann sein Lambarene haben“

Zum im 2005 erschienenen und leider bereits vergriffenen Buch: „Mit dem Herzen einer Gazelle und der Haut eines Nilpferdes  – Albert Schweitzer in seinen letzten Lebensjahren und die Entwicklung seines Spitals bis zur Gegenwart“ von Jo und Walter Munz.

von Urs Knoblauch, Pädagoge und Kulturpublizist, Fruthwilen TG

Krieg, Frieden, Geschichte, Ethik & Philosophie, Die soziale Natur des Menschen, Ethik

Weiterlesen: „Es gibt nicht nur ein Lambarene,...

  • Gelesen: 5813

Immanuel Kant und internationale Beziehungen der Neuzeit

Immanuel Kant und internationale Beziehungen der Neuzeit

von Prof. Dr. habil., Oberst i.G.a.D. Wjatscheslaw Daschitschew, Russische Akademie der Wissenschaften, Zentrum für internationale wirtschaftliche und politische Studien, Wirtschaftsinstitut

Krieg, Europa, Völkerrecht, Frieden, Ethik & Philosophie, Philosopie, Die soziale Natur des Menschen, Ethik

Weiterlesen: Immanuel Kant und internationale...

  • Gelesen: 3619
Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden.
Weitere Informationen Ok Ablehnen