Seniora.org - ADHS / Ritalin

Kinder brauchen Beziehung – Ritalin ist keine Lösung

Kinder brauchen Beziehung  – Ritalin ist keine Lösung

von Dr. phil. Judith Barben, Psychologin und Lehrerin (Baden), und lic. phil. Nadia Müller, Psychologin (Aadorf)

Seit einiger Zeit tauchen die Begriffe «Hyperaktivität», «ADS» und «ADHS» überall auf. Was bedeuten sie? Helfen sie weiter? «ADHS» ist die Abkürzung für «Aufmerksamkeitsdefizitstörung mit Hyperaktivität», «ADS» für «Aufmerksamkeitsdefizitstörung ohne Hyperaktivität». Früher verwendete man die Begriffe POS (Kindliches psychoorganisches Syndrom) oder MCD (Minimale cerebrale Dysfunktion). All diesen Begriffen liegt ein biologisches Persönlichkeitsmodell zugrunde, nämlich die Vorstellung, dass Kinder, die Mühe haben, sich zu konzentrieren, die unruhig, aggressiv oder impulsiv sind und mit ihren Mitmenschen häufig in Konflikte geraten, eine hirnorganische Störung hätten.

“Giù Le Mani Dai Bambini” ® – Hände weg von den Kindern!

 “Giù Le Mani Dai Bambini”®   – Hände weg von den Kindern!

371 Wissenschaftler, Psychiater, Psychotherapeuten, Professoren, Ärzte und 125 Institutionen mit über 220'000 Mitglieder nehmen Stellung: ADHS ist KEINE Krankheit.

Im Gegensatz zum deutschsprachigen Raum hat sich in Italien unter Fachkräften eine breite Bewegung formiert, die im ADHS KEINE genetisch bedingte, biologisch zu erklärende Krankheit sieht und sich dementsprechend von einer die Kinder vereinehmenden Medikation distanziert.

„ADHS“ – unaufmerksame Einheitsdiagnose für Alles?

Eröffnungsvortrag zum 6. ADHS-Symposium im Kinderzentrum Schwerin am 18.Oktober 2008

von Matthias Wenke

wenke matthias

1. Zwei Perspektiven: Unruhige Kinder oder beunruhigte Kinder 

Guten Morgen.

Ich möchte in meinen heutigen Beitrag nicht die populären Aussagen über das Phänomen "ADHS" vervielfältigen, sondern bewusst einen anderen Horizont öffnen. Lassen Sie mich dazu mit einer kurzen Geschichte beginnen, die zeigt, wie unsere Vorannahmen Konzepte und Begriffe, die wir für wahr halten bestimmen, was und wie wir wahrnehmen:

«Integrative Schulklassen an ihren Grenzen: Immer mehr Kinder werden als lernschwach diagnostiziert, damit mehr Geld in die Schulen fliesst.»

Seit der Einführung der integrativen Schule und der Abschaffung der Klein- und Sonderklassen steigt die Zahl der Schüler, die besonders betreut werden müssen.

Damit das möglich und finanziert werden könne, brauche es entsprechende Diagnosen, stellt Beatrice Kronenberg vom Schweizer Zentrum für Heil- und Sonderpädagogik fest:

«Was wir zur Zeit beobachten, ist, dass Diagnosen gestellt werden, um an mehr Ressourcen zu kommen.Das ist an sich verständlich, aber eigentlich ein ungesunder Mechanismus.»

Das gelte zum Beispiel für die autistische Störung Asperger-Syndrom. Es gebe aber auch Regionen mit einem auffälligen Anstieg von Kindern mit einer sprachlichen oder geistigen Behinderung. Für die Sonderpädagogin und Psychotherapeutin ist klar:

«Das Angebot steuert einfach die Nachfrage. Das ist in unserem Bereich ganz deutlich sichtbar.»

Quelle: SRF 1, Heute Morgen, 28.10.2013

«Ritalin ist ein Verbrechen»

«Ritalin ist ein Verbrechen»

ein Interview mit Georg Feuser

von Daniela Niederberger

Für den Sonderpädagogik-Professor Georg Feuser gehört das Beruhigungsmittel Ritalin verboten. Lebhafte Kinder passten sich ihrer hektischen Umgebung an. Oft fehle es ihnen bloss an Zuwendung.

Prof. feuser

«Es kommt uns offenbar nicht darauf an, ob dabei ein paar Kinder hopsgehen»: Sonderpädagogik-Professor Feuser.

«Wir haben die Unreife von Kindern in Krankheit verwandelt»

«Wir haben die Unreife von Kindern in Krankheit verwandelt»  – "DSM5 wird Millionen von neuen Patienten schaffen"

Der emeritierte Professor für Psychiatrie Allen Frances sagt, dass DSM5, das neue Standardwerk der Psychiatrie, zur Hyperinflation psychischer Krankheiten führt.

von Rudolf Burger, Samstagsinterview 4. Januar 2014

Herr Frances, wenn ich es richtig sehe, haben Sie ein Problem mit Ihrer eigenen Berufsgattung.

Psychiatrie, richtig ausgeübt an Personen, die effektiv darauf angewiesen sind, hilft wunderbar und ist absolut notwendig, aber wir haben die Grenze für Funktionsstörungen nach unten verschoben. Wir brauchen zu viele Medikamente für Leute, die ohne Medikamente oder mit Psychotherapie besser zurechtkämen.

«Wir haben viel mehr Psychiatrie-Notfälle»

«Wir haben viel mehr Psychiatrie-Notfälle»

Die Chefin der Zürcher Kinder- und Jugendpsychiatrie Susanne Walitza beobachtet, dass die Menschen heute offener über psychiatrische Störungen sprechen. Dadurch sei jedoch die Gefahr vorschneller Behandlungen grösser.

mit Susanne Walitza sprachen Felix Straumann und Matthias Meili.

Emotional aufgeladenes Thema

Mehr Psychopharmaka, mehr psychiatrische Diagnosen, mehr Therapien an Schulen  – das erwartet die Kinder in der Schweiz im kommenden Jahr.

«Wir müssen aufhören, Kinder zu Konsumenten zu machen»

Neurobiologe Gerald Hüther sagt, was wir Kindern schenken sollten – und warum er seinen Eltern dankbar ist, dass sie kaum Zeit für ihn hatten.
Interview Mathias Morgenthaler*
Tages-Anzeiger v. 21. Dezember 2019 [ALPHA]

Herr Hüther, Sie haben ein Buch übers Schenken geschrieben. Was soll man Kindern schenken, die schon alles haben?
Hilfreich ist, sich selber zu fragen, welche Geschenke aus der frühen Kindheit einem noch in Erinnerung sind. Die meisten können sich nicht an ein materielles Geschenk erinnern, sondern an das Spielen mit ihrem Grossvater unter dem Weihnachtsbaum oder an den Ausflug zum See, wo man gemeinsam eine Hütte gebaut hat. Solche Erinnerungen sind auch nach 50 Jahren noch präsent  – offenbar sind das die wertvollsten Geschenke. Ich halte es für problematisch, wie sehr wir heute den Fokus auf materielle Dinge legen und diese in der Weihnachtszeit durch die feierliche Verpackung auch noch emotional aufladen. Dadurch fördern wir den Irrglauben, dass Dinge, die man sich kaufen kann, glücklich machen.

Sie raten also zum Konsumverzicht?

ADHS – Heilung ohne schädliche Medikamente

Die Beschäftigung mit ADHS geht heute kaum einmal an Eltern von Grundschulkindern vorüber.
Von Christa Meves
MEVES-AKTUELL v. 01. Mai 2019
Ein Vater berichtet: Die Lehrerin seines ältesten Sohnes im dritten Grundschuljahr habe um einen Besuch der Eltern in der Schule gebeten. Bei dem Jungen sei - wie übrigens bei der Mehrzahl der Kinder in dieser Klasse - nach einer Expertenuntersuchung ADHS festgestellt worden. Die Eltern seien deswegen ersucht worden, jeweils für ihre Kinder fachliche Hilfe in Anspruch zu nehmen. Seitdem würden die meisten Eltern ihren Kindern unter kinderärztlicher Observanz eine Substanz mit Inhaltsstoffen wie z. B. Methylphenidat in täglicher Einnahme verabreichen. Bei diesem Medikament handelt es sich allerdings - wie jeder Mensch durch googeln herausfinden kann  – um eine Aufputschdroge, die zunächst vor allem bei Arbeitsstress von Studenten in den USA Erfolge gezeitigt hatte. Unverzüglich werden deswegen Substanzen dieser Art tonnenweise in Deutschland für Schulkinder zur Verfügung gestellt - wie man meint - mit einigem Erfolg.

ADHS als kulturelle Pandemie, Zappelphilipp, eine Karriere

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Liebe Seniora-Leserinnen und Seniora-Leser,
wie lange wollen wir eigentlich noch warten, bis wir endlich mit dieser unsäglichen Diagnose “ADHS” aufhören? Mag sein, dass sie für betroffene Eltern ein willkommenes Trostpflaster bedeutet: “Wir sind nicht schuld”.

Aber es darf nicht sein, dass die Wissenschaft zum Trost einiger Eltern und zum Schaden der allermeisten Kinder für ein gigantisches Geschäftsmodell Hand bietet zur Desorientierung der Eltern und Lehrer. Bei vielen Kindern bleibt u. a. lebenslänglich ein diffuses Gefühl zurück: "In meinem Kopf stimmt etwas nicht."

Ich will nicht ausschliessen, dass in ganz seltenen Fällen es angebracht sein kann, ein Medikament einzusetzen, aber niemals in diesem pandemischen Ausmass.
Wenn Sonderpädagogikprofessor Feuser sagt: “Ritalin verletzt die Menschenrechte” so hat er vollkommen Recht. Das “Herumstochern” mit Hirnscannern in den Köpfen der Kinder mitansehen zu müssen, ist unerträglich. Mit dieser Pseudowissenschaft muss Schluss sein!
Willy Wahl

ADHS als kulturelle Pandemie, Zappelphilipp, eine Karriere

NZZ: Manfred Schneider 11.12.2014

Mehr als eine halbe Million Kinder und Jugendliche erhielten in Deutschland 2011 die Diagnose für eine Krankheit, die erst in den neunziger Jahren Karriere gemacht hat: ADHS. Das Zappelphilipp-Syndrom gibt es nicht überall auf der Welt, in Asien kennt man es kaum. Wie kulturell bedingt ist sein Auftreten?

ADHS Forschung zeigt: es gibt keine spezifischen Gene

Die Konferenz ADHS kritisiert die Behauptung, ADHS sei primär genetisch bedingt.
Pressemitteilung vom 18. Februar 2019
Neue Forschungsergebnisse aus der Epi- und Molekulargenetik weisen auf komplexe Wechselwirkungen mit starken psychosozialen Kontexteffekten hin.

ADHS ist keine Krankheit – Neue Therapien machen Mut

Watergate.tv Redaktion
03.10.2017

Doch rastlose Kinder gibt es schon lange. Das ist keine Modediagnose. Früher nannte man unruhige Kinder "Zappelphilip" und auch in dem Kinderbuch "Struwwelpeter" von 1844 beschreibt der Autor Heinrich Hoffmann, ein Frankfurter Arzt, seine beruflichen Erfahrungen mit "Zappelphilippen" und "Hans-guck-in-die-Lufts".

Während die meisten Mediziner die Verhaltensweise als psychische Störung deklarieren und diese mit dem Medikament Ritalin behandeln, haben Wissenschaftler eine Behandlungsmethode gefunden, mit der gute Erfolge bei Kindern erzielt werden - ganz ohne Ritalin.

Neurofeedback* heißt die Therapie, bei der das Gehirn in mehreren Trainingseinheiten durch Neurofeedback lernt, seine Aktivität situationsgerecht zu verstärken oder zu reduzieren. Nach Einschätzung von Wissenschaftlern und Therapeuten ist Neurofeedback eine gut und schnell wirksame Therapie, um die Störungen bei sowohl Kindern als auch Erwachsenen gut zu behandeln.

Quelle: Watergate.tv, Redaktion
http://www.watergate.tv/?s=ADHS

Beruf: Diagnosenerfinder

DocCheck
15. Juli 2015
Die Industrie verdient gut, wenn viele Menschen krank sind. Nicht selten hört sie deshalb den Vorwurf, sie würde Krankheiten erfinden, die sich gut mit ihren Wirkstoffen vermarkten lassen. Ihr allein den schwarzen Peter für „Lifestyle-Leiden“ zuzuschieben, ist jedoch zu kurz gedacht.

Der Arzt, der nichts tut, weil es die beste Option ist, kommt häufig nicht gut an: Denn Patienten wollen meistens, dass etwas getan wird. Unter Internisten und Chirurgen schon lange ein großes Thema, ist das „Weniger“ nun auch in der Allgemeinmedizin angekommen: Bei einem Wechsel zu einem anderen Hausarzt wundern sich gerade ältere Patienten mitunter, dass der erst einmal viele der vermeintlich unentbehrlichen Medikamente absetzt .

Disease Mongering  – Umsatz durch Krankheit

Leben wir in einem Zeitalter der Übermedikalisierung mit vielen unnötigen Operationen? Mit multiplen Medikamentenverordnungen, bei denen das Risiko gefährlicher Neben- und Wechselwirkungen höher als deren Nutzen ist? Sind es die „bösen Pharmafirmen“, die Befindlichkeitsstörungen zu behandlungsbedürftigen Krankheiten machen, um mit geeigneten Wirkstoffen die Lebensqualität zu „optimieren“?

Experten kennen den Begriff „Disease Mongering“, die großzügige Ausweitung der Grenzen zwischen Gesunden und Kranken, sodass sich Marktchancen für jene ergeben, die Therapien verkaufen und am Patienten anwenden. Heftig wird dementsprechend über die schnelle Zunahme an Diagnosen für ADHS gestritten, aber auch die Zahl oft unnötiger operativer Eingriffe etwa in der Orthopädie. Für die „Wechseljahre des Mannes“ gibt es ebenso wie für das Burnout-Syndrom keine standardisierte Diagnostik, eine medikamentöse Therapie erhöht jedoch oft das Risiko für verschiedene Erkrankungen oder psychische Störungen.

Pillen statt Lebensstilveränderung

Einen guten Überblick über die Entwicklungen von Modekrankheit und die Grenzen zwischen Krankheit und Gesundheit lieferte vor einigen Monaten eine Diskussion im Deutschen Ethikrat. Er hatte ein halbes Dutzend Experten zu diesem Thema eingeladen und ließ sich sowohl über Probleme mit „beliebten“ Krankheiten in der Vergangenheit als auch über deren aktuelle Bedeutung berichten.

Quelle: Zeit-Fragen, Nr. 8 vom 20.2. 2012
http://www.zeit-fragen.ch/index.php?id=690
Quelle 2/Original: DocCheck
http://news.doccheck.com/de/88424/beruf-diagnosenerfinder/#comment-50144

Briefe zum Thema ADHS und RITALIN

Diese Nachricht versandte ich in meinem Mailverteiler.

Ritalin als Opium für das Volk

von Maurice Thiriet

Selbsthilfegruppen für ADHS-Betroffene kurbeln den Verkauf von Ritalin an. Das zeigt eine breit angelegte Studie. Auch in der Schweiz wird kräftig geholfen  – und fleissig publiziert.

vasella freut sich

Verkauft viel Ritalin: Die Novartis von Daniel Vasella. 

Hier der ganze Text:
http://www.tagesanzeiger.ch/schweiz/standard/Ritalin-als-Opium-fuer-das-Volk/story/26684028

Der Basar der Psychiater

Martina Frei
10. 08. 2014

Für die Bibel der psychischen Erkrankungen feilschen Ärzte um die Diagnosen

Es erinnert an einen Marktplatz. Als in den 70er-Jahren eine Gruppe bedeutsamer Psychiater darüber nachdenkt, was eine Depression ausmacht, und eine Liste von neun Symptomen erstellt  – u.a. Niedergeschlagenheit, wenig Energie, schlechte Konzentration –, ist die Frage: Wie viele Kriterien braucht es, um die Diagnose zu stellen?

«Vier schienen zu wenig. Und sechs erschienen als zu viel», bekannte der US-Psychiater Robert L. Spitzer, der das Gremium leitete, später in einem Interview.

Also fällt die Wahl auf fünf. Sind mindestens fünf der neun Kriterien über die Dauer von zwei Wochen oder länger vorhanden, handelt es sich um eine Depression, beschliesst das Fachgremium.

http://webapp.sonntagszeitung.ch/read/sz_10_08_2014/nachrichten/11921

Die Kraft vorangehender Empathie – Auswirkungen positiver und negativer Erwartungshaltungen auf die Entwicklung der Kinder

Die Kraft vorangehender Empathie  – Auswirkungen positiver und negativer Erwartungshaltungen auf die Entwicklung der Kinder

von Corinna Schmied, Psychologin und schulische Heilpädagogin, und Renate Caesar, Gymnasiallehrerin und Diplom-Pädagogin

Lehrer, Eltern oder andere Menschen aus dem Umfeld eines Kindes treten oft mit Vorannahmen, Theorien oder Überzeugungen an das Kind heran. Jede Erwartungshaltung gegenüber dem Kind, ob bewusst oder unbewusst, hat Folgen für dessen weitere Entwicklung, die in negativer oder in positiver Weise zum Tragen kommen können. Darin liegt eine grosse Verantwortung und zugleich eine grosse Chance.

Die umfassende Bildung der Schüler ist Aufgabe des Lehrers

Die umfassende Bildung der Schüler ist Aufgabe des Lehrers

«Eine gut funktionierende und angeleitete Klassengemeinschaft ist von immenser Bedeutung»

von Dr. phil. Alfred Burger, Schulleiter

An unserer Schule werden immer wieder sehr interessante Kinder angemeldet, die trotz hoher Intelligenz in der Schule Schiffbruch erlitten haben. Zumeist bringen sie ein dickes Dossier von Abklärungen und Diagnosen mit, die aber nicht weitergeholfen haben.

DSM – ICD – ICF – erst klassifizieren, dann verwalten!

DSM  – ICD  – ICF  – erst klassifizieren, dann verwalten!

Checklisten und Etiketten

eg/ hhg. Was tun, wenn Kinder in Familie und Schule auffällig werden? Wenn sie durch Unkonzentriertheit und mangelnde Aufmerksamkeit auffallen, durch ständige Unruhe den Unterricht stören, Affekte ausleben, ängstlich und schüchtern sind oder ausgeprägte Stimmungsschwankungen haben?

Erfinder des ADHS: «ADHS ist eine fabrizierte Erkrankung»

von Moritz Nestor

Die schweizerische Nationale Ethikkommission im Bereich Humanmedizin NEK (Präsident: Otfried Höffe) hat sich in ihrer Stellungnahme vom 22. November 2011 mit dem Titel: Über die «Verbesserung» des Menschen mit pharmakologischen Wirkstoffen1 erfreulicherweise sehr kritisch mit der Verwendung des ADHS-Medikaments Ritalin befasst: Das Verhalten des Kindes werde durch Chemie ohne jegliche Eigenleistung beeinflusst. Das sei ein Eingriff in die Freiheit und die Persönlichkeitsrechte des Kindes, denn chemische Wirkstoffe verursachten zwar gewisse Verhaltensänderungen, das Kind lerne aber unter Chemie nicht, wie es sein Verhalten selbst ändern könne. Damit würden ihm wichtige Lernerfahrungen für eigenverantwortliches und mitmenschliches Handeln vorenthalten, «die Freiheit des Kindes empfindlich eingeschränkt und es in seiner Persönlichkeitsentwicklung gehemmt», kritisiert die NEK.

Ethikkommission warnt vor Ritalin

Über die „Verbesserung" des Menschen mit pharmakologischen Wirkstoffen

Stellungnahme Nr. 18/2011, Bern, Oktober 2011
Verabschiedet von der Ethikkommission am 15. September 2011

Gemeinsam Einsam – „AD(H)S ist keine Krankheit, sondern ein Sozialisationsdefizit“

Prof. Dr. Gerald Hüther entwickelt eine neue Sicht auf dieses strapazierte Krankheitsbild
Rund eine Million Kinder leiden in Deutschland am Aufmerksamkeitsdefizit-Syndrom ADS und Variante mit Hyperaktivität ADHS. Circa 300.000 Kinder nehmen alleine in Deutschland Medikamente, welche tief in den Gehirnstoffwechsel eingreifen. Der Verbrauch des Wirkstoffs Methylphenidat, der im ADS-Mittel Ritalin enthalten ist stieg von 34 kg im Jahr 1993 auf rund 1.735 kg im Jahr 2011, ein Anstieg von über 700 Prozent. Die Auswirkungen dieser Behandlung auf die spätere Hirnentwicklung sind bisher nur unzureichend erforscht.

Der prominente Hirnforscher Gerald Hüther entwickelt eine neue These die besagt, den betroffenen Kindern fehlt die Erfahrung des Gefühls der Zugehörigkeit zu sozialen Gruppen durch „shared attention“. Diese These liegt different zur vorherrschenden schulmedizinischen Lehrmeinung das AD(H)S eine angeborene Funktionsstörung des Gehirns, vor allem des Dopamin-Stoffwechsels sei.

Silke Steffen: Professor Dr. Hüther, Ihre Ansätze sind ja sehr konträr zu der allgemeinen Schulmedizin. Welche Erklärung haben Sie für die Entstehung von AD(H)S?

Hüther: Ein Faktor, der meiner Meinung nach von entscheidender Bedeutung für diese Kinder ist, ist die Erfahrung des „shared attention“. Diese Fähigkeit zu geteilter Aufmerksamkeit entsteht nicht von allein. Dazu muss ein Kind die Erfahrung machen, dass es wunderschön ist sich mit jemand anderem auf etwas zu freuen, etwas gemeinsam zu gestalten. Das geschieht z.B. beim gemeinsamen Anschauen eines Kinderbuches oder beim Beobachten von etwas Drittem. Durch „shared attention“ lernen wir, unsere eigenen Impulse zu kontrollieren, uns auf etwas gemeinsam einzulassen. Diese Erfahrung wird dann im Frontalhirn verankert.

Silke Steffen: Was erklärt uns das bei den AD(H)S Kindern?

http://www.gerald-huether.de/Mediathek/ADHS/Interview_Silke_Steffen.pdf

Gibt es das Karriere-Gen?

Was darüber entscheidet, ob wir erfolgreich sind.
Diese Fragen stellt das Frauenmagazin "Annabelle" und organisiert dazu eine Podiums-Diskussion im Kaufleuten Zürich am 9. Juni 2011. Auf dem Podium sind Valerie Gürtler-Doyle (Biochemie Studium), Susanne Rietiker (Marketingleiterin), Alice Walder (Chefärztin Innere Medizin), Ueli Mäder (Studium Soziologie, Philosophie, Psychologie, Psychotherapie). Moderator ist Filippo Leutenegger (Politiker, Ökonom, Jurist).

Die provokative Frage nach dem "Karriere-Gen"  – natürlich gibt es das nicht und das wissen wohl auch die meisten Menschen  – hat mich bewogen, dem Moderator und dem Humanwissenschaftler zu schreiben:

Sehr geehrter Herr Leutenegger,

Jonas – ein autistisches Kind findet in die Gemeinschaft

von Anne Schumacher, Deutschland

ks. Das nachstehende Beispiel, geschildert von einer sehr erfahrenen Lehrerin, veranschaulicht anhand der Beschreibung des Zustandes von Jonas bei Eintritt in die Schulklasse zum einen, wie sich eine eigene gefühlsmässige Unsicherheit von Eltern im Umgang mit ihrem Kind auf dessen Entwicklung auswirken kann. Durch die innere Unsicherheit der Mutter, die sich wie im vorliegenden Beispiel kurz erwähnt, emotional aus der Beziehung mit dem Kind zurückhält und dem Kind keinen Rückhalt, keine emotionale Führung ins Leben zu vermitteln vermag, ist das Kind auf sich selbst zurückgeworfen. Die Verbindung zum anderen Menschen fehlt, und dadurch findet er auch nicht zu den anderen, seinen Mitschülern. Die Erfahrung und Sicherheit der Lehrerin, die sich von den Reaktionen des Kindes nicht abschrecken lässt, sondern emotional beständig und kontinuierlich eine Verbindung zum Kind aufbaut und ihr Wissen, dass das Kind sich grundsätzlich gerne positiv in der Gemeinschaft einfinden möchte, ihre Fähigkeit, ihm in kleinen Schritten in konkreten Situationen über seine Schwierigkeiten im Umgang mit dem Lernen und den Mitschülern hinwegzuhelfen, bildet für Jonas die Brücke, auf der er schliesslich zu den anderen findet. Das Beispiel kann Mut geben  – das sogenannt autistische Kind  – eine der vielen Diagnosen, die letztlich nur einen Zustand beschreiben  – entwickelt sich im Laufe der Monate zu einem Kind, das immer mehr aus seiner Isolation heraustritt. Frühkindlicher Autismus ist eine tiefgreifende Beziehungs- und Kommunikationsstörung, die sich bereits in den ersten Lebensjahren zeigt und zu einer schweren Entwicklungsverzögerung oder Entwicklungsstörung führen kann.

Kritische Auseinandersetzung zum Thema Ritalin

Eine Auswahl von aktuellen Zeitungsartikeln:

  • Die Epidemie der Rastlosigkeit und die Karriere des Koks für Kinder
  • Ritalin ­ Hilfe oder Sackgasse?
  • Seelische und körperliche Folgeschäden der Ritalineinnahme
  • Manipulierte Ritalinstudie
  • Mit Ritalin und Prozac gefügig für die Globalisierung?
  • Entzugsklinik für Ritalinkinder
  • Virtuelle Welt oder reales Leben?
  • Unterrichtsstil und Hyperaktivität
  • Keine besseren Schulleistungen mit Ritalin
  • Wirkliche Hilfe statt Ritalin
  • Hirnforscher stellt gängige Erklärungsmuster in Frage
  • Hyperaktivität und Bewegungslinie des Kindes
  • Emotionale Hintergründe von Konzentrationsschwäche und Hyperaktivität
  • Massive Zunahme an Ritalinverschreibungen
  • Uno besorgt über Ritalinboom
  • Michael ­ ein Fallbeispiel
  • Ritalin und der Zappelphilipp
  • Methylphenidate (Ritalin)
http://www.praxis-deutsch.ch/ritalin.htm

Neuauflage “ADHS – Diagnose statt Verständnis”

Zweite Auflage: grunderneuert, aktualisiert und erweitert
von Matthias Wenke*
Der ADHS-Wahn nimmt kein Ende, weiterhin bekommen ca. 10 Prozent der Grundschulkinder in Deutschland, vor allem Jungen, Medikamente. Die kritische Opposition zur "ADHS"-Diagnose wird wissenschaftlich immer mehr bestätigt. Die reduktionistische und biologistische Erklärung hat sich wie erwartet als überholt erwiesen und die phänomenologische, ganzheitliche Sicht von Geist, Leib und Welt wurde bestätigt.

Pressemitteilung der Michigan State University

Nearly 1 million children potentially misdiagnosed with ADHD
by Todd Elder

Bild Todd Elder

Todd Elder, assistant professor of economics. Photo by G.L. Kohuth

EAST LANSING, Mich.  – Nearly 1 million children in the United States are potentially misdiagnosed with attention deficit hyperactivity disorder simply because they are the youngest  – and most immature  – in their kindergarten class, according to new research by a Michigan State University economist.

These children are significantly more likely than their older classmates to be prescribed behavior-modifying stimulants such as Ritalin, said Todd Elder, whose study appears in the September issue of the Journal of Health Economics.

Such inappropriate treatment is particularly worrisome because of the unknown impacts of long-term stimulant use on children's health, Elder said. It also wastes an estimated $320 million-$500 million a year on unnecessary medication  – some $80 million-$90 million of it paid by Medicaid, he said.

Elder said the "smoking gun" of the study is that ADHD diagnoses depend on a child's age relative to classmates and the teacher's perceptions of whether the child has symptoms.

"If a child is behaving poorly, if he's inattentive, if he can't sit still, it may simply be because he's 5 and the other kids are 6," said Elder, assistant professor of economics. "There's a big difference between a 5-year-old and a 6-year-old, and teachers and medical practitioners need to take that into account when evaluating whether children have ADHD."

http://msutoday.msu.edu/news/2010/nearly-1-million-children-potentially-misdiagnosed-with-adhd/

Ritalin-Wahnsinn im Chindsgi (Kindergarten) – Jetzt werden schon die Kleinsten ruhig gestellt

Blick, 27.07.2015
In der Schweiz müssen bis zu 80 Kleinkinder Ritalin schlucken  – dabei ist das ruhigstellende Medikament für sie gar nicht zugelassen. Wenn ein Junge oder ein Mädchen im Chindsgi oder in der Schule zappelt, nicht aufpasst und die Lehrer zur Weissglut treibt, ist der Verdacht oft schnell geäussert: Das Kind leidet wohl an einer Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung, kurz ADHS.

Und sehr schnell ist in solchen Fällen das Gegenmittel Nr. 1 zur Hand: Ritalin. (...)

Ob ADHS tatsächlich eine Krankheit ist, bezweifeln immer mehr Experten. Bereits 2009 distanzierte sich der «Erfinder» von ADHS, Leon Eisenberg (1922 –2009), von seiner Jugendsünde. Kurz vor seinem Tod erzählte der US-Psychiater dem «Spiegel»: «ADHS ist ein Paradebeispiel für eine fabrizierte Erkrankung».

http://www.blick.ch/news/schweiz/ritalin-wahnsinn-im-chindsgi-jetzt-werden-schon-die-kleinsten-ruhig-gestellt-id4011025.html

Ritalinkonsum einschränken

Parlament streitet weiter

Die Verschreibung von Ritalin und ähnlichen Arzneimitteln beschäftigt auch das Parlament. Der Nationalrat möchte das Betäubungsmittelgesetz verschärfen und vorschreiben, dass Ritalin nur verschrieben wird, «wenn es wirksam, zweckmässig und wirtschaftlich ist sowie im Rahmen einer umfassenden Therapie verabreicht wird». Mitte März entscheidet der Ständerat über den Vorstoss. Seine Gesundheitskommission empfiehlt diesen zur Ablehnung. Sie stützt sich auf einen Bericht des Bundesrats, der keinen Handlungsbedarf feststellt. SVP-Nationalrätin Yvette Estermann will noch vor dem Entscheid des Ständerats eine neue Motion einreichen. «Der Bundesrat soll Massnahmen ergreifen, welche die Empfehlungen der UNO umsetzen», sagt sie. Die medikamentöse Lösung des «Problems ADHS» müsse eingeschränkt werden. (bua)

Statt künstlich «Sonderschüler» zu produzieren – Rückbesinnung auf die Heilpädagogik

Statt künstlich «Sonderschüler» zu produzieren  – Rückbesinnung auf die Heilpädagogik

von Dr. phil. Eliane Gautschi und Dr. phil. Henriette Hanke Güttinger

Im letzten Jahrzehnt hat sich in den Schweizer Volksschulen die Zahl der Sonderschüler von 12 000 auf 24 000 verdoppelt.1 Das sind 3,2% aller Volksschüler. Gleichzeitig ist in diesem Zeitraum die Gesamtschülerzahl zurückgegangen. Viele dieser Kinder sind gar keine Sonderschüler, sondern Kinder mit einer Lernschwäche oder Verhaltensauffälligkeiten. Trotzdem wird ihnen eine «Behinderung» zugeschrieben.

Statt Lehrer pädagogisch zu schulen, gibt’s die Etikette «Sonderschüler»

hhg. Anfang Mai 2013 konnte man lesen, dass auch im Kanton Zürich die Zahl der Sonderschüler massiv angestiegen ist; zwischen 2000 und 2010 um 61%!

Stefan Fritschi, der der Volksschule in Winterthur vorsteht, spricht davon, dass in den letzten Jahren viele Kinder vorschnell zu Sonderschülern gemacht worden seien. Dafür sei die Regelschule verantwortlich. «Fachleute vermuten, dass diese nicht ganz pflegeleichte Kinder zunehmend der Sonderschule zuweist, um der zusätzlichen Belastung auszuweichen.»  – so die «Neue Zürcher Zeitung». In der «Berner Zeitung» konnte man kürzlich lesen, dass im Kanton Bern die Zahl der Kinder mit Autismus von 2005/6 bis 2010/2011 um das 47fache gestiegen sei (von 3 auf 142); 95% davon seien Kinder mit einer Asperger-Diagnose.

Quelle: Neue Zürcher Zeitung vom 3.5.13, S. 17

Stimmt es, dass ADHS eine Krankheit im medizinischen Sinne ist?

Stimmt es, dass ADHS eine Krankheit im medizinischen Sinne ist?

Eine Diagnose ist heute in aller Munde: Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitätsstörung (ADHS). Kaum jemand kennt diese vier Buchstaben nicht! Die sind zu einem geläufigen Kürzel für ein postuliertes Krankheitsbild geworden, von dem Kinder neuerdings in einem überproportionalen Ausmass betroffen sein sollen. Aber stimmt es, dass ADHS eine Krankheit im medizinischen Sinne ist, eine genetisch bedingte und damit nicht heilbare Störung?

Überlasst Ritalin den Experten

UNO-Kinderadvokaten beurteilen die Schweizer Ritalinabgabe an Kinder als «exzessiv». Eine Verschärfung der Verschreibungspraxis könnte das Problem lösen.
Kommentar von Anja Burri
Die Wirkung von Ritalin oder ähnlichen Arzneimitteln ist beeindruckend. Wer schon erlebt hat, wie Freunde mithilfe von Ritalin eine Prüfungsphase durchstanden, weiss das.

Plötzlich ist stundenlanges Lernen nach strengen Arbeitstagen möglich. Auch Lehrer und Eltern von Kindern mit der Aufmerksamkeitsstörung ADHS schwören auf das Medikament: Es bringt ihnen das normale Familienleben, den geordneten Schulunterricht zurück. Doch wie weit darf die Gesellschaft gehen, um ihre Kinder zu disziplinieren, auf Leistung zu trimmen? Der Bundesrat und der UNO-Kinderrechtsausschuss sind sich in dieser Frage nicht einig.

Quelle: Tages-Anzeiger

UNO-Kritik irritiert ADHS-Experten

Schweizer Fachleute weisen die Vorwürfe des UNO-Kinderrechtsausschusses zurück. Dieser zeigte sich in seinem jüngsten Bericht besorgt über die hohen ADHS- und Ritalin-Zahlen.
Der Inhalt der Kritik ist nicht neu, doch der Absender sorgt für besonderes Gewicht:

In seinem jüngsten Bericht von Anfang Februar bemängelt der UNO-­Kinderrechtsausschuss, dass Kinder in der Schweiz zu häufig die Diagnose Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung (ADHS) erhalten würden. Man sei besorgt über den damit verbundenen Anstieg bei den Verschreibungen von Ritalin und anderen Psychostimulanzien, «obwohl es immer mehr Hinweise auf schädliche Auswirkungen dieser Medikamente» gebe. Beunruhigt ist der Ausschuss zudem über Meldungen, dass gedroht werde, Kinder von der Schule zu weisen, wenn Eltern eine ADHS-­Behandlung ablehnten.

Die harschen Worte des UNO-Ausschusses sorgen unter Schweizer Fachleuten für Irritation. Susanne Walitza, Ärztliche Direktorin des kinder- und ­jugendpsychiatrischen Dienstes des Kantons Zürich, sagt: «Die Kritik entbehrt jeder Grundlage und ist durchgängig unkorrekt.» Dies sei auch die Ansicht ihrer Fachkollegen, von denen sich 150, unter ihnen Universitäts- und Chefärzte, unlängst an einer Weiterbildungstagung trafen und den Kinderrechtsbericht diskutierten. «Keiner von uns wurde vom UNO-Ausschuss angehört, das ist bedauerlich», sagt Walitza. Sie befürchtet, dass nun Familien und Fachleute verunsichert sind. Im Parlament dürfte der Kinderrechtsbericht zudem weitere Vorstösse zu Ritalin auslösen.

Stagnation seit drei Jahren

Walitza kontert die Vorwürfe mithilfe des im November erschienenen Berichts, den die Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften (ZHAW) im Auftrag des Zürcher Regierungsrats verfasste. Er basiert auf Zahlen der Krankenversicherungen und lässt sich weitgehend auf die ganze Schweiz übertragen:

Quelle: Tagesanzeiger
http://www.tagesanzeiger.ch/wissen/medizin-und-psychologie/UNOKritik-irritiert-ADHSExperten/story/10190931

USA: Das lukrative Geschäftsfeld der ADHS-Verhaltensstörungen - Eine "nationale Katastrophe mit gefährlichen Ausmaßen"

USA: Das lukrative Geschäftsfeld der ADHS-Verhaltensstörungen  – Eine "nationale Katastrophe mit gefährlichen Ausmaßen"

eine Chronologie des Erfolgs

von Thomas Pany 16.12.2013

"Die Kinder fuchteln häufig mit Händen oder Füßen oder winden sich auf den Sitzen"  – aus der Symptomatik (siehe Stellungnahme der Bundesärztekammer von 2005[1] zur Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung) von ADHS lassen sich ohne lange Suche Sätze herausnehmen, die anzeigen, weshalb die Diagnose der Verhaltensstörung so kontrovers diskutiert wird. Es gibt eine längere Reihe der Störungsbilder und diese sind teilweise so weitreichend und diffus, dass besorgte Eltern ihre Kinder leicht darin wiedererkennen können. So kommt es sehr auf das Vertrauen zum behandelnden Arzt an. Insbesondere, wenn es um Medikamente zur Behandlung der Verhaltensstörung geht.

Von der personalen Sicht des Menschen hin zur Psychiatrisierung kindlichen Verhaltens

Von der personalen Sicht des Menschen hin zur Psychiatrisierung kindlichen Verhaltens

Immer neue Reformen im Schulbereich führen zu einem Anstieg von Lernschwierigkeiten und seelischen Auffälligkeiten bei Kindern

von Dr. med. Andreas Bau, Hackborn

zf. Um heutige Ereignisse und Entwicklungen verstehen, einschätzen und einordnen zu können, braucht es die Fähigkeit, gesellschaftliche, wirtschaftliche und politische Entwicklungen mit wachem Geist über einen langen Zeitraum zu überblicken und im mitmenschlichen Sinne zu beurteilen. Richtungsweisende Erkenntnisse daraus dienen dem Wohle aller. Dies gilt auch für den Bereich der Bildung und der Medizin (Sozialwissenschaften), wie der folgende Beitrag auf das Eindrücklichste zeigt.

Was Kinder in der Schule brauchen

Was Kinder in der Schule brauchen

von Dr. Alfred Burger, Schulleiter

An unserer Schule werden in letzter Zeit häufiger Kinder angemeldet, die trotz guter Intelligenz erhebliche stoffliche Rückstände haben. Es fehlt ihnen an Grundfertigkeiten in Lesen, Schreiben und Rechnen.

Es fehlt ihnen auch die Zuversicht beim Lernen, und oft weichen sie den gestellten Anforderungen aus. Manche von ihnen haben schon verschiedene Therapien und Unterstützungsangebote wie Logopädie, Psychomotorik, Ergotherapie erhalten, ohne dabei wesentliche Fortschritte gemacht zu haben.

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