Seniora.org - Jugoslawien-Krieg

Die Erfolgsgeschichte der Gehirnwäscher

Dauerberieselung mit kriegstreibender AgitProp hat böse Folgen / Liedermachers Realsatire: „Da kann man wieder sehen wie der Russe provoziert“ (*)
Von Friedhelm Klinkhammer und Volker Bräutigam
„Deutschland wird außenpolitisch gebraucht“. „Wir müssen jetzt mehr Verantwortung in der Welt übernehmen.“ Können Sie abschätzen, wie oft Sie diese Standardsätze unserer regierenden Phrasendrescher schon gehört haben? „Was das allerdings genau heißt, ist noch nicht klar umrissen,“ behauptet die Tagesschau (1). Fälschlicherweise, denn das überhebliche Gequatsche der Befürworter von mehr deutscher Kriegsbeteiligung weltweit hat in den Nachrichten des öffentlich-rechtlichen Rundfunks eine gut erkennbare Funktion: Es soll uns im Glauben bestärken, „die Guten“ zu sein. Der Weihnachtsmann kommt schließlich auch in diesem Jahr wieder durch den Schornstein, und die Tagesschau beschert uns immer die reine Wahrheit.

Die mit dem Bär tanzen

Von Willy Wimmer
World-Economy 08 März 2021
Wenn man es genau nimmt, dann liegt zwischen uns und dem Verhängnis ein Wimpernschlag, ein "Nuhland". Das ist die Dame aus dem amerikanischen Außenministerium, der man auf dem Maidan-Platz in Kiew geschmierte Stullen verdankt wie wenig damenhafte Beschimpfungen der Europäischen Union oder sensationelle Erkenntnisse über die Finanzierungskosten für Putschgeschehen in einem europäischen Staat. Noch ist es nicht soweit, wie wir aus den Bestätigungsverfahren für Biden-Personal im US-Kongress wissen.

Willy Wimmer 2

Die Dame steht noch in den Startlöchern, aber das Gespann Biden-Nuhland könnte bald über Europa kommen. Dann dürfte es heftig werden, wie insgesamt die Darstellungskünste des ehemaligen US-Vizepräsidenten Biden in Sachen Ukraine deutlich machen dürften. Es ist aber nicht nur das Bestätigungsverfahren, das in Washington auf sich warten lässt.

Trump ist zwar nicht im "Weißen Haus", aber weichen will er auch nicht. Man sollte davon ausgehen, dass der ehemalige Präsident Donald Trump in seiner unnachahmlichen Art, die Dinge aufzumischen, das Ukraine-Dossier über Vater und Sohn Biden nicht nur auf Wiedervorlage liegen hat. Wenn man sich ansieht, welche ukrainischen Oligarchen die nazi-Formationen in der Ukraine unterstützen, hat man eine leichte Ahnung davon, welches üble Gebräu alleine mit dem Gedanken an die Ukraine verbunden ist.

Zuletzt hatte es der deutsche Bundespräsident Steinmeier mit einer vollen Breitseite des in Berlin wühlenden ukrainischen Botschafters zu tun bekommen, als er aus gutem Grund und eigentlich viel zu spät an die jüngere Geschichte nach dem 22. Juni 1941 erinnerte.

Deutschland ist gut beraten und polit-moralisch verpflichtet, die Erkenntnisse aus dem vergangenen Jahrhundert und dabei und vor allem auch den Krieg des Deutschen Reiches gegen die damalige Sowjetunion auf Dauer zu beherzigen. Auch dann, wenn man nicht zu Begriffen wie "Staatsraison" sich versteigen will, sollte man das Rüstzeug des deutschen Grundgesetzes vor diesem Hintergrund sehen.

Das Verbot des Angriffskrieges ist eine direkte Konsequenz jener dunklen Zeit und es ist verwerflich, dass die Bundesregierungen dazu beigetragen haben, durch die NATO Kriege auf der Rechtsbasis des 1. September 1939 zu führen. Dies in der Gewissheit, das zivilisatorische Vermächtnis des Zweiten Weltkrieges mit der Charta der Vereinten Nationen den Weltherrschaftsphantasien unseres transatlantischen Verbündeten zu opfern.

Der 21. Juni 1941 jährt sich zum achtzigsten Mal in diesem Jahr. Wir sollten nicht annahmen, unser Nachbarland Russland und seine Menschen aus Europa herausdrängen und Gegenreaktionen ausschließen zu können. Das europäische und deutsche Verhängnis im Umgang mit Russland und den Menschen dieses Landes besteht auch in dem Unverständnis und der bösartigen Vorgehensweise, die westliche Staaten dem "Wiener Kongress" 1815 und der von Russland und Österreich-Ungarn vorgeschlagenen "Heiligen Allianz" als "Streitschlichtungsplattform" entgegengebracht haben. "Versailles" war hundert Jahre später schon nicht mehr in der Lage oder willens, einen Frieden zu finden.

Die Charta von Paris im November 1990 wurde von den kriegstreibenden Mächten zerschossen, bevor sie umgesetzt werden konnte. Deutsche Generale geben heute wieder vor dem früheren Leningrad den Ton an. In Washington wird man darüber jubeln, wohin man die Deutschen führen kann. In St. Petersburg wird man das anders sehen, zu Recht.

Quellen

https://www.world-economy.eu/nachrichten/detail/die-mit-dem-baer-tanzen-nur-fuer-sie/

https://youtu.be/7ysf3pEyzC8

https://zeitgeist-online.de/1075-alexander-sosnowski-willy-wimmer-und-immer-wieder-versailles.html

Die Meinung des Autors/Ansprechpartners kann von der Meinung der Redaktion abweichen. Grundgesetz Artikel 5 Absatz 1 und 3 (1) „Jeder hat das Recht, seine Meinung in Wort, Schrift und Bild frei zu äußern und zu verbreiten und sich aus allgemein zugänglichen Quellen ungehindert zu unterrichten. Die Pressefreiheit und die Freiheit der Berichterstattung durch Rundfunk und Film werden gewährleistet. Eine Zensur findet nicht statt.“

 

DU-Bombardierungen der Nato haben Krebs verursacht

Nun auch in Frankreich gerichtlich bestätigt
Zeit-Fragen Nr. 13 v. 16.06.2020
ef Ein französisches Gericht hat nach einem vierjährigen Verfahren anerkannt, dass der Tod des Gendarmeriehauptmanns Henri Friconneau, der im Jahr 2015 an einem seltenen Angiosarkom gestorben ist, die Folge von abgereichertem Uran (DU) war, dem er während seines OPEX1-Einsatzes im Kosovo ausgesetzt war. Dies berichtete die französische Zeitung «La voix des gendarmes» (Die Stimme der Gendarmen) am 31. Mai 2020.

Das französische Nachrichtenmagazin Marianne hatte am 1. November 2019 berichtet: «Mit seinen Kollegen war er [Friconneau] in einer Kaserne der ehemaligen jugoslawischen Armee untergebracht, die noch immer die Spuren der Bombenangriffe trägt. Im Mai 2014 wurde der Untersuchungsbeamte […] wegen anhaltender Schmerzen im linken Gesäss, gegen die entzündungshemmende Medikamente wirkungslos waren, ins Krankenhaus eingeliefert. Die Analysen zeigten, dass er von einem metastasierenden Knochenangiosarkom zerfressen wird, das Leber, Lunge und Herz befällt. Er wird ein Jahr später daran sterben.»

Vor Gericht wurde die Gefahr der Uranmunition der NATO bewiesen

News-Front 03.06.2020 14:58
Die Witwe des Kapitäns der französischen Gendarmerie Henri Friconneau konnte nachweisen, dass ihr Ehemann an den Folgen des abgereicherten Urans gestorben war, das während der Bombardierung Serbiens verwendet wurde.

 Foto Uranmunition in Serbien DU
Am Mittwoch, dem 3. Juni, wurde von Serbische Ausgabe von ‘News Front’ darüber berichtet.

Wie Edward Bernays Massen manipulierte

Der Vater der Propaganda
Ein Feature von Manuel Gogos 54 Min.
Edward L. Bernays (1881 - 1995) gilt als Vater der Propaganda. Der Neffe Sigmund Freuds versuchte mithilfe der Tiefenpsychologie seines Onkels, die US-Gesellschaft zu manipulieren. Der erste Spin-Doktor der Politik wollte die Massen kontrollieren.

Das spannende Feature, vom 15.01.2021, 20:05 Uhr kann man hier hören:

Das Feature, 54 min 15.01.2021Von Manuel Gogos

Edward L. Bernays hat die Kunst der Beeinflussung der öffentlichen Meinung fast im Alleingang kreiert. Sein Klassiker „Propaganda“ von 1923 gehörte zur bevorzugten Lektüre von Joseph Goebbels. Nachdem die Deutschen den Begriff Propaganda in Verruf brachten, taufte Bernays sie in „Public Relations“ um. Er entwarf Werbekampagnen für Amerikas Wirtschaft, und er beriet die Politik.

Heute, da allerorten ein erbitterter Kampf um die Meinungshoheit tobt und autoritäre Regime und Rechtspopulisten die Propaganda nutzen, um die Demokratie auszuhöhlen: Braucht es da vielleicht eine neue, wirkungsvollere Propaganda für die Demokratie?

Wer die bessere Geschichte erzählt, gewinnt, erzählt Bernays Tochter Anne. Was kann uns Edward Bernays über die Kunst des Storytellings lehren?

Quelle: https://www.deutschlandfunkkultur.de/wie-edward-bernays-massen-manipulierte-der-vater-der.3720.de.html?dram:article_id=489754

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Von der Zensur zum Mainstream Medien und Massenmanipulation

von Robert Seidel

Wer sich heute ein Bild über die aktuellen politischen Geschehnisse machen möchte, ist oft verärgert über einseitige Berichterstattungen. Emotionalisierende Nachrichten, Pflege von Feindbildern oder Auslassungen sind immer häufiger anzutreffen. Es wird zunehmend anspruchsvoller, sich genau zu informieren. Ein Blick in die Vergangenheit kann helfen, die Situation heute wieder nüchterner zu betrachten.

Kennzeichen einer Demokratie und eine ihrer Grundlagen ist die Meinungs­äusserungsfreiheit. Sie gehört zu den unveräusserlichen Menschenrechten. Jeder darf frei seine Meinung äussern und zur Diskussion stellen. Erst durch einen offenen Austausch verschiedener Meinungen, Ideen, Lösungsvorschläge oder Ansichten entsteht eine Auswahl an Möglichkeiten, die Grundlage bieten, sich einen eigenen Standpunkt zu bilden. Wer mitsprechen und mitentscheiden möchte, ist angehalten, verschiedene Ansätze zu durchdenken und sie für sich zu prüfen, um gegebenenfalls auch eine politische Entscheidung treffen zu können. Deshalb sind mediale «Treibjagden» zutiefst undemokratisch, weil sie  – anstatt den Meinungspluralismus zu stärken  – die Grundlagen der Demokratie selbst angreifen, indem sie sich herausnehmen zu bestimmen, was «richtig» und «falsch» sei.

Eine wichtige Errungenschaft unserer modernen Demokratie ist die Abschaffung der Zensur. Die Pressefreiheit auf der Grundlage der Meinungsäusserungfreiheit stellt ein Fundament der Demokratie dar. Politische Eliten haben zum Erhalt ihrer Macht immer wieder versucht, abweichende Meinungen zu unterdrücken. Staatliche Beamte zensierten die Presse und selektierten so den Lesestoff für die Bevölkerung. Die heutigen Versuche, Einfluss auf das Internet zu nehmen, muten ähnlich an. Doch wie versucht man heute, die Bürgerinnen und Bürger zu beeinflussen? Ein kurzer Rückblick darauf, wie Herrschafts­eliten und Medien zusammenarbeiten, kann aufschlussreich sein.

Da inzwischen viele Archive offenstehen, kann man die historischen Versuche der Eliten, über Medien Einfluss zu nehmen, besser nachvollziehen. Man kann zum Beispiel feststellen, dass ab 1917 die US-amerikanischen Bürger bewusst in den Ersten Weltkrieg hineingelogen wurden (vgl. Elter, Andreas. «Die Kriegsverkäufer»). Es war zugleich der Beginn der modernen «Propaganda», heute verharmlosend als Public Relations PR bezeichnet. Psychologische Techniken wurden zunehmend zur Massenmanipulation eingesetzt (vgl. Bernays, Edward. «Propaganda. Die Kunst der Public Relations»).

Die Propagandamaschinerie der deutschen Nationalsozialisten übernahm aus den USA viele dieser Techniken, baute sie systematisch aus und trieb die deutsche Bevölkerung in den Zweiten Weltkrieg. Mit ähnlichen Manipulationstechniken wurden nach dem Zweiten Weltkrieg und während des Kalten Krieges die Bürger von der Notwendigkeit eines bestimmten militärischen und politischen Vorgehens überzeugt.

Von Politik und Medien in den Krieg hineingelogen

Die Rolle der Medien im Jugoslawien-Krieg (1991 –1995) betrachten wir heute aus einer relativ kurzen historischen Distanz. Das öffentliche Bewusstsein über diesen Krieg liegt immer noch im medialen Nebel der 1990er Jahre. Immer noch gelten «die Serben» und «Milosevic» als «Schuldige». Wie dieser Krieg über bezahlte PR-Agenturen initiiert und dabei gezielt Einfluss über die Medien genommen wurde, haben Jörg Becker und Mira Beham untersucht (vgl. «Operation Balkan: Werbung für Krieg und Tod»).

Völlig ungefiltert wurden 1999 die «Informationen» des Nato-Sprechers Jamie Shea zum Kosovo-Krieg in unseren Medien übernommen. Täglich warb dieser im öffentlichen TV auf reisserische Art für den völkerrechtswidrigen Krieg. Den Bürgern sollte dieser Krieg als menschliches Engagement verkauft werden. Auch hier ist der Blick auf die tatsächlichen Ereignisse immer noch durch den damaligen Medieneinsatz getrübt. Es gab aber auch kritische Beiträge, so die WDR-Sendung «Es begann mit einer Lüge» (2001).

Spätere Kriege  – ebenfalls völkerrechtswidrig  – gegen den Irak (2003), Libyen (2011) und Syrien (2011) wurden den westeuropäischen Medienkonsumenten derart einseitig präsentiert, dass immer mehr Menschen das Internet als zusätzlichen Informationskanal hinzuzogen.
Man muss davon ausgehen, dass wir heute über Krieg und Frieden immer noch falsch informiert werden.

weiterlesen: https://www.zeit-fragen.ch/archiv/2018/nr-23-9-oktober-2018/von-der-zensur-zum-mainstream.html

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