Seniora.org - Literatur

"Im Namen der Freiheit" – Leben und Philosophie des Albert Camus

"Im Namen der Freiheit"  – Leben und Philosophie des Albert Camus

Mythen um Camus

von Patrick Spät

Um Albert Camus, der am 7. November 2013 hundert Jahre alt geworden wäre, ranken sich viele Mythen: Er soll ein Existentialist, ein Philosoph allenfalls für Abiturklassen und ein harmloser Sozialdemokrat gewesen sein. Doch nichts von alledem trifft zu.

Albert Camus – Eine Tochter setzt ihrem Vater ein Denkmal

Albert Camus  – Eine Tochter setzt ihrem Vater ein Denkmal

«Albert Camus in Bildern und Dokumenten»

Camus Vater Tochter

Catherine Camus mit Vater (links), Catherine Camus (rechts)

rmh. Catherine Camus hat ihrem Vater  – Albert Camus  – einen Bild- und Dokumentenband* gewidmet, der sein Leben und Werk einfühlsam und lehrreich darstellt. Es ist die bewegende Dokumentation einer Tochter zum Leben ihres Vaters.

Lesen – ein Königsweg zur Gemütsbildung

von Peter Küpfer
Kürzlich war ich auf Einladung eines eindrücklichen privaten Sozialwerks in Erlangen. Die dortige Institution arbeitet seit dreissig Jahren mit in ihrem Alltag beeinträchtigten Menschen. In dezentral aufgebauten Wohngemeinschaften unterstützen sie sich gegenseitig, im Leben besser Fuss zu fassen. Dabei wird darauf geachtet, dass jeder seinen Beitrag ans gemeinsame Wohnen, Arbeiten und Sich-dabei-Weiterentwickeln leistet, auch wenn dieser  – je nach Lebenslage  – zeitweilig bescheiden ausfallen kann.

Beim Umgang der Betreuer mit den sie umgebenden Menschen fielen der herzliche Ton und der gegenseitige Respekt auf. Beides war durchaus gegenseitig und echt. Es ist denn auch eines der Prinzipien der Institution, sich im gegenseitigen Miteinander «auf Augenhöhe» zu begegnen, und mit Respekt vor der Würde, die jedem Menschen auf dieser unserer Welt zukommt, weil er Mensch ist.

Literatur schult das Einfühlungsvermögen

Im Rahmen der Jubiläumsfeierlichkeiten leitete ich ein Atelier zu Grundfragen der Literatur. Nicht nur Betreuer, auch Betreute zeigten grosses Interesse. Schon gleich zu Beginn wurde lebhaft mitgedacht, mitdiskutiert, miterörtert  – nicht im akademischen Sinne, aber mit dem Hintergrund der «Schule des Lebens». Es ging unter anderem darum, was uns das Lesen bringt, insbesondere das Lesen von literarischen Texten, also Romanen, Erzählungen, Gedichten, Theaterstücken und Ähnlichem. Ich vertrat dort ein Anliegen, das sich mir sowohl biographisch als auch aus meiner lebenslangen Beschäftigung mit Sprache und Literatur  – als Lehrer, Publizist, Vortragender und Übersetzer  – eingeprägt hat: Es sind vor allem die Werke der klassischen Literatur, die in hohem Masse das leisten, was sonst keine anderen «Medien», wie man heute sagt, zu leisten vermögen: das individuelle Einfühlungsvermögen zu schulen und auszubilden.

Quelle: 2014 © Zeit-Fragen. Alle Rechte reserviert.
http://www.zeit-fragen.ch/index.php?id=1860

Liebesbrief an einen Lehrer: "Steh auf!, sagten Sie"

Ulla Hahn schreibt an ihren Volksschullehrer
Lieber Herr Lehrer, sehr geehrter Herr Schulten, dass ich überhaupt hier sitze und diese Zeilen schreibe: Ohne Sie wäre ich nie so weit gekommen.

Erinnern Sie sich noch an das kleine Mädchen mit den langen dunklen Zöpfen?

Das sich empörte, weil Sie beim Beruf des Vaters "ungelernter Arbeiter" ins Klassenbuch eintrugen. Ungelernt? Der Vater konnte doch so vieles: Bäume propfen, Kartoffeln ziehen, Schuhe besohlen... Aber konnte er auch lesen und schreiben?

Wissen Sie noch, wie ich mich am ersten Schultag gleich freiwillig in die erste Bank setzte, direkt vor Ihr Pult? Ich hatte den Tag kaum erwarten können. Endlich lesen lernen! Wirklich lesen. Aus Büchern. Nicht nur so wie der Großvater aus Steinen am Rhein. Den Buchsteinen. Aus den Steinen lesen konnte ich längst. Ich hatte immer einen Buchstein bei mir. Auch an unserem ersten Schultag. Aus dem ich Ihnen und der Klasse vorlas.

Quelle: 30. November 2015 DIE ZEIT Nr. 45/2015, 5. November 2015

Schluß mit dem Gebrabbel

Schluß mit dem Gebrabbel

von Holdger Platta

Jeder, der sich im bundesdeutschen Literaturbetrieb auskennt, weiß: politische Lyrik ist out. Literatur dieser Art ist für die großen Verlage ein Rücksende-Umschlag. Der Marktwert dieser Texte tendiert gegen Null.

Aber auch der Gebrauchswert? Auch die Qualität?

Der Autor Rudolph Bauer, vormals Politologe an der Bremer Universität, tritt den Gegenbeweis an  – und mit ihm der Sujet-Verlag, der nunmehr den dritten Lyrikband von Bauer veröffentlicht hat: »Flugschriftgedichte«.

Tschingis Aitmatow «Der Schneeleopard»

Tschingis Aitmatow «Der Schneeleopard»

Begegnung mit Bestsellerautor Tschingis Aitmatow

Mit «Dshamilja» hat er eine der schönsten Liebesgeschichten aller Zeiten geschrieben: der kirgisische Schriftsteller Tschingis Aitmatow. Jetzt ist sein neustes Buch auf Deutsch erschienen: «Der Schneeleopard»  – eine Parabel über die Liebe und das Leben. Am 11. Mai wird der Autor seinen neuen Roman an der «BuchBasel» persönlich vorstellen. «kulturplatz» hat Tschingis Aitmatow im Vorfeld in Brüssel besucht, wo er seit einigen Jahren die Republik Kirgisien als Botschafter vertritt. Bericht: Christian WaltherAus urheberrechtlichen Gründen können wir diesen Video-Beitrag im Internet nicht zeigen.

Tschingis Aitmatow: Die Klage des Zugvogels und der Krieg unter Menschen

Die Klage des Zugvogels und der Krieg unter Menschen

Auszug aus dem Buch «Die Klage des Zugvogels» von Tschingis Aitmatow

Aitmatow Zugvogel

"Die Klage des Zugvogels"

[...] In jener Nacht, als schon der Morgen graute, entschlief vor den Augen seines jüngsten Sohnes Eleman der grosse Jurtenbaumeister Sengirbai.

Wir verbrennen keine Bücher, das nicht, aber…

Wir verbrennen keine Bücher, das nicht, aber…

A.L. Kennedy

A. L. Kennedy, Jahrgang 1965, lebt in Glasgow.

Die Schottin ist auch bei uns bekannt geworden durch Romane wie «Day», «Gleissendes Glück» oder «Also bin ich froh». Der hier abgedruckte Text ist ein Ausschnitt aus ihrer Dankesrede für den erstmals vergebenen Eifel-Literaturpreis 2008.

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