Nobelpreis für die NATO? - Offener Brief an das Norwegische Nobelkomitee

From the Belgrade Forum, the Club of Generals and Admirals of Serbia, and the Foundation United for the Youth
28. März 2020
Nach der in den serbischen Medien veröffentlichten Nachricht, dass eine Reihe norwegischer Abgeordneter offiziell eine Initiative für die Verleihung des Friedensnobelpreises an die NATO ergriffen haben, haben das Belgrad Forum für eine Welt der Gleichberechtigten, der Klub der Generäle und Admirale Serbiens und die Stiftung "Vereinte Jugend" gemeinsam einen offenen Brief an das Norwegische Nobelkomitee geschickt.

nobel
Vom Belgrad Forum, dem Klub der Generäle und Admirale Serbiens und der Stiftung Vereinte Jugend

In dem Brief wird daran erinnert, dass die NATO vor 21 Jahren eine illegale Aggression gegen Serbien (die Bundesrepublik Jugoslawien) unternommen hat, wobei sie allein und ohne Genehmigung des UN-Sicherheitsrates handelte, was eine grobe Verletzung der UN-Charta, der Schlussakte von Helsinki, einer Reihe anderer internationaler Übereinkommen und ihrer eigenen Gründungsakte von 1949 darstellte.

In dem Schreiben wird festgestellt, dass der Angriff zwischen 3‘500 und 4‘000 Menschen das Leben kostete (die Liste ist noch nicht abgeschlossen), darunter 89 Kinder, und mehr als 12‘500 Verletzte hinterließ, wobei die Zahl der Opfer die den Spätfolgen erlegen sind, einschließlich der Umweltschäden, noch nicht feststeht. Der direkte wirtschaftliche Schaden wurde auf über 100 Milliarden USD geschätzt.

Die Aggression war der erste Krieg auf europäischem Boden nach dem Zweiten Weltkrieg, ein Präzedenzfall für die Durchführung illegaler Interventionen auf der ganzen Welt unter Verletzung der UN-Charta, für die Untergrabung der Rolle des UN-Sicherheitsrates und für die Anstiftung zu Separatismus und Terrorismus. Er markierte den Punkt, an dem sich die NATO von einem Defensiv- in ein Offensivbündnis verwandelte und damit den UN-Grundsatz untergrub, dass der Frieden nur mit friedlichen Mitteln verteidigt werden sollte.

Das Schreiben erinnert an den Einsatz von Geschossen mit abgereichertem Uran und anderen verbotenen Waffen mit dauerhaften, schweren Auswirkungen, ein Einsatz, der vom Europäischen Parlament, der Parlamentarischen Versammlung des Europarates und den nationalen Parlamenten vieler NATO-(EU)-Mitgliedstaaten scharf verurteilt worden war.

Die Verwendung von abgereichertem Uran hat dauerhafte Folgen hinterlassen und verursacht weiterhin bösartige Krankheiten in massivem Ausmaß, die das Leben Tausender unschuldiger Menschen gefährden.

Das Schreiben kommt zu dem Schluss, dass die NATO-Aggression von 1999 in Anbetracht all dessen im Wesentlichen ein Verbrechen gegen den Frieden und die Menschlichkeit war, das neben dem menschlichen Opfer und den enormen Verwüstungen auch einen schweren Schlag für den Frieden und die Stabilität auf dem Balkan, in Europa und der Welt im Allgemeinen bedeutet hat. Es war der Beginn des neuen Kalten Krieges, dem die Welt heute gegenübersteht.

Die Unterzeichner des Briefes im Namen ihrer Organisationen, Živadin Jovanović, General Milomir Miladinović und Professor Dr. Danica Grujičić, äußerten die Hoffnung, dass das Norwegische Nobelkomitee die oben genannten Punkte berücksichtigen wird.

Belgrad, 20. März 2020,
Marina Čolić, Exekutivsekretärin des Belgrad Forums für eine Welt der Gleichberechtigte
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Englischer Originaltext

Responding to the initiative for awarding the Nobel Prize to NATO
Open Letter to the Nowegian Nobel Committee

Following the news published in the Serbian media that a number of Norwegian Members of Parliament have officially raised an initiative to have the Nobel Peace Prize awarded to NATO, the Belgrade Forum for a World of Equals, the Club of Generals and Admirals of Serbia, and the Foundation United for the Youth have jointly sent an open letter to the Norwegian Nobel Committee.

The letter recalls that 21 years ago NATO undertook an illegal aggression against Serbia (the Federal Republic of Yugoslavia), acting on its own and without the UN Security Council approval, in a gross violation of the UN Charter, the Helsinki Final Act, a number of other international conventions, and its own Founding Act of 1949.

The letter notes that the aggression took between 3,500 and 4,000 lives (the list has not been concluded as yet) including 89 children, and left more than 12,500 wounded people, with the number of casualties having succumbed to its subsequent consequences including the environmental damage yet to be determined. The direct economic damage was estimated at over USD 100 billion. 

The aggression was the first war on the European soil after the Second World War, precedent for conducting illegal interventions around the world violating the UN Charter, undermining the role of the UN Security Council and for inciting separatism and terrorism. It marked the point of NATO’s transformation from a defensive into an offensive alliance, undermining a UN principle that peace should  be defended by peaceful means only.

The letter recalls NATO’s use of missiles with depleted uranium and other forbidden weaponry having lasting graves effects, which had been strongly condemned at the European Parliament, the Parliamentary Assembly of the Council of Europe, and the national parliaments of many NATO (EU) member countries. The use of depleted uranium has left lasting consequences and keeps causing malignant diseases on a massive scale jeopardising lives of thousands of innocent people.

The letter concludes that, considering all the foregoing, NATO aggression of 1999 was in essence a crime against peace and humanity which, in addition to human toll and huge devastation, also inflicted a serious blow to peace and stability in the Balkans, in Europe and the world in general. It was the beginning of the new Cold War facing the world today./p>

Signatories of the letter on behalf of the of their organizations, Živadin Jovanović, General Milomir Miladinović, and Professor Dr. Danica Grujičić expressed the hope that the Norwegian Nobel Committee will take in consideration aforesaid.

Belgrade, March 20th, 2020

Marina Čolić,
Executive Secretary of the Belgrade Forum for a World of Equals

(Quelle Originaltext: http://www.beoforum.rs/en/appeals-belgrade-forum-for-the-world-of-equals/678-appeal-to-nobel-committee.html)
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THE TIME FOR APOLOGY AND COMPENSATION

Entschuldigung und Entschädigung für die Aggression

Belgrad Forum für eine Welt der Gleichberechtigten

23. März 2020.

klinton

Vor genau 21 Jahren hat die NATO, ohne die Einwilligung des Sicherheitsrates, eine bewaffnete Aggression gegen die Republik Serbien verübt, gegen die Charta der UN, gegen den Abschlussbericht der OSZE aus Helsinki, gegen eine Reihe weiterer internationaler Konventionen, sowie den eigenen Gründungsakt aus 1949 grob brechend. Dies war und bleibt ein Verbrechen gegen den Frieden und die Menschlichkeit.

Während der Aggression, verübt im Verbund mit der terroristischen UCK, wurden zwischen 3500 und 4000 Menschen (die offizielle Liste wurde immer noch nicht bestätigt), einschließlich 89 Kinder getötet, und verletzt wurden über 12.500. Es wurde ein enorm großer ökonomischer Schaden angerichtet, und durch den Einsatz von Projektilen mit abgereichertem Uran und anderen verbotenen Substanzen ist die Gesundheit der Menschen, sowie die Umwelt verbleibend gefährdet. Eine defensive NATO wurde zum offensiven Interventionsbündnis mit klarer Expansionspolitik, besonders nach Osten ausgerichtet.

Die Aggression und die ihr folgende Okkupation Kosovo und Metochiens, die ungesetzliche Installierung der Militärbasis “Bondsteel“, eine der größten amerikanischen  Militärbasen in der Welt, die einseitige Proklamation des unabhängigen Territoriums  unter dem Mandat der Vereinten Nationen, die grobe Verletzung der Resolution 1244 des SR der UN stellen gefährliche Präzedenzfälle dar, sind schwere Schläge gegen das europäische und globale Sicherheitssystem, wie auch die Ermutigung zur Ausweitung von Separatismus und Terrorismus mit unvorhersehbaren Folgen.

Das Belgrader Forum für eine Welt der Gleichberechtigten, der Klub der Generäle und Admiräle Serbiens und die Stiftung Vereint für die Jungen haben sich mit einem Brief an das norwegische Nobelkomitee gewandt bezüglich der Information, dass eine bestimmte Zahl der Mitglieder des norwegischen Parlaments und weitere Persönlichkeiten aus den westlichen Ländern eine Initiative ins Leben gerufen haben, den Friedensnobelpreis dem NATO-Pakt zu erteilen.

Originaltext

Der Brief der serbischen Organisationen mit Tatsachen und prinzipiellen Einschätzungen über die illegale Aggression und die offensive Natur der NATO hat eine breite Unterstützung und Publizität in Serbien und im Ausland gefunden.

Der Originaltext wurde in Serbien in namhaften Tageszeitungen veröffentlicht; zahlreiche Presseagenturen  sowie viele elektronische Medien und Soziale Netzwerke haben den Brief in Russisch, Deutsch, Italienisch übersetzt. Er wurde in Italien, Schweiz, Russland, Griechenland, USA und anderen Ländern abgerufen. Der Brief bekam Unterstützung von vielen Organisationen und bekannten Persönlichkeiten aus der ganzen Welt, u.a. vom Weltfriedensrat,  Beitrittsmitglied bei ЕCOSOC ( UN ), mit Sitz in Athen, der mehrere tausend Friedensorganisationen und Bewegungen von allen Kontinenten vereint. Unter den bekannteren Persönlichkeiten und Intellektuellen der Welt, die dem Brief ihre Unterstützung verkündet haben, sind der ehemalige französische Politiker Yves Bonnet, der russische Politiker Sergej Baburin, der deutsche Politiker Willi Wimmer, der finnische Politiker und Autor Pirrko Turpeinen-Saari, die italienische Schriftstellerin Jaen Toschi Marazzani Visconti, die amerikanische Autorin und Friedensaktivistin Sharon Tennison, der bekannte kanadische Diplomat James Bissett u.v.a.

Das Belgrader Forum, der Klub der Generäle und Admiräle und die Stiftung Vereint für die Jungen stellen erneut ihre Forderung, dass serbische Staatsorgane von den NATO-Ländern Entschädigung für Kriegsschäden verlangen, dass  so schnell wie möglich alle Opfer der Aggression der NATO aufgelistet werden, damit sie nicht in Vergessenheit geraten und damit die öffentlichen Auseinandersetzungen über ihre Zahl beendet werden können, dass der vor einem Jahr von der Regierung gebildeten Arbeitskörpers zur Feststellung der Folgen des Einsatzes von Projektilen mit abgereichertem Uran mit seiner Arbeit beginnen soll, dass so schnell wie möglich das Feuer am Denkmal für die Opfer der Aggression im Park der Freundschaft in Neu-Belgrad aktiviert wird, dass ein Serbischer Gedenkplatz für die Opfer des Genozids im 20.JH festgelegt und aufgebaut wird, ähnlich dem in Israel, „Jad Vashem“und dem in Armenien, „Ararat“.

Die genannten Organisationen sind der Meinung, dass die Zeit gekommen ist, dass die Regierungen der Mitgliedsstaaten der NATO und EU ihre Rollen bei der Aggression 1999 überprüfen sollen, genauso wie ihre Politik gegenüber Serbien und dem serbischen Volk, dass sie sich öffentlich entschuldigen sollen für die verursachten Opfer und die Zerstörung Serbiens ( BRJ ) und dass sie zurück zur Durchführung der Resolution 1244 des SR der UN kommen, als der einzig akzeptablen, prinzipiellen Grundlage für eine gerechte und verbleibende friedliche Lösung des zukünftigen Status Kosovo und Metochiens, als einer Provinz mit breiter Autonomie innerhalb Serbiens.

Neue Trends in den globalen Beziehungen, ein neues Paradigma bei der Durchsetzung der Gleichberechtigung, der Partnerschaft und der Geltung der Grundprinzipien der Charta der UN sind nicht mit der Fortsetzung der Politik Clintons, Albrights, Blairs und anderer vereinbar, als hätte sich in den letzten drei Jahrzehnten nichts verändert.

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