Wissenschaft auf Kriegskurs

Wissenschaft auf Kriegskurs

Wissenschaft hat dem Schutz, nicht der Vernichtung von Leben zu dienen

von Dr. Rudolf Hänsel

Die menschliche Gemeinschaft erwartet von der Wissenschaft zu Recht, dass sie die brennenden sozialen Menschheitsprobleme wie Krieg, Armut, Hunger, Krankheit und soziale Ungerechtigkeit beseitigen hilft. Aber immer mehr Wissenschaftler verhökern ihr Wissen, ihr Können und oft auch ihre Seele dem militärisch-industriellen-medialen Komplex. Sie entfernen sich sogar so weit von ihrem Menschsein, dass sie die Mittel für die allgemeine Vernichtung der Menschheit vervollkommnen helfen. Die Dezimierung der Bevölkerungen der armen Länder ist die Folge oder sogar das Ziel. Wir Bürger werden darüber im Unklaren gelassen oder belogen, indem die militärischen Forschungsprojekte geheimgehalten oder humanitär bemäntelt werden.

Wissenschaft und Sittlichkeit

«Dank umfassender Erkenntnisse und der zielgerichteten Nutzung vieler objektiver Gesetze der materiellen Welt hat die Menschheit ein hohes Niveau der technischen und technologischen Entwicklung erreicht. Im Bestreben, die modernsten Errungenschaften des wissenschaftlich-technischen Fortschritts im Leben auch anzuwenden, hat die Menschheit jedoch zugleich ihre geistig-sittliche Sphäre aus dem Blickfeld verloren, genauer gesagt: Sie hat diesen Bereich, der ebenfalls existiert und sich nach bestimmten Gesetzen entwickelt, weitgehend ignoriert. Diese Gesetze sind nicht weniger objektiv als die der materiellen Welt. Hierbei wurde ein fundamentales Gesetz des Universums verletzt, das da lautet: Das Niveau der geistigen und sittlichen Entwicklung der menschlichen Gemeinschaft sollte stets ein wenig höher sein als das Niveau des wissenschaftlich-technischen Fortschritts. Nur dann erwächst aus den grossartigen Leistungen der Wissenschaft und Technik auch die Verantwortung für das allgemeine Wohl der Menschen, für die Vorsorge vor Hunger, Verelendung und Krankheiten in den verschiedenen Teilen des Erdballs.»

Aus der Rede von Tschingis Aitmatow vor der ETH Zürich im Jahr 2000, abgedruckt in Zeit-Fragen vom 29. Juli 2002: «Zentralasien soll der Kultur des Friedens dienen»

Der erste Teil der Artikelserie behandelt die Thematik am Beispiel der Nanotechnologie und nanobasierten Miltitärtechnologie, der radioaktiven Uranwaffen und biologischer Waffen wie Aids und Sars. Beispiele aus den Geistes- und Sozialwissenschaften, die den Kriegstreibern zuarbeiten anstatt ihnen zu wehren, folgen in einem weiteren Beitrag. Dass es zu jeder Zeit Wissenschaftler gegeben hat, die sich für den Schutz des Lebens und für den Frieden eingesetzt haben, wird Schwerpunkt eines letzten Beitrags sein. Dabei wird es um die Frage gehen, wie sich verantwortungsbewusste gesellschaftliche Kräfte aus den Bereichen Erziehung, Bildung, Justiz, Forschung, Wirtschaft und Politik verbinden können, um die Wissenschaftler auf ihre Verantwortung gegenüber den Bürgern und dem Gemeinwesen und auf die Einhaltung ethischer Standards und auf ehrliche wissenschaftliche Arbeit zu verpflichten.

Nanotechnologie: «Neue winzige Bausteine werden Grosses bewirken»

In einer grossen deutschen Tageszeitung erschien vor einiger Zeit eine ganzseitige Anzeige der Chemischen Industrie.1 Ein Physiknobelpreisträger, Jahrgang 1947, äusserte sich zu den vermeintlichen Chancen der ­Nanotechnologie (NT). Er selbst hat mit der Erfindung eines Rastertunnelmikroskops, mit dem man einzelne Atome und Moleküle betrachten kann, vor einem Vierteljahrhundert die Entwicklung der Nanotechnologie mit angestossen. Mit dem Begriff Nano kürzt man allgemein den milliardsten Teil einer Einheit ab, und unter Nanotechnologie versteht dieser Wissenschaftler, dass man mit einzelnen Atomen lokal und gezielt arbeitet.

Der Physikprofessor zählt in der Anzeige zunächst bereits existierende industrielle Produkte auf der Basis von NT auf, wie Pfannen und Autolacke «mit höherer Festigkeit», die auch «leichter zu pflegen» seien, sowie «völlig neue Materialien» mit «besseren Eigenschaften als etwa Metall». Erforscht würden ausserdem biologische Nanosysteme, «um sie in der Medizin und Technik anzuwenden», sowie «neue Methoden der Verbrennung […], die Energie erzeugen, ohne die Atmosphäre mit CO2 zu belasten». Einen grossen Nutzen erhoffe man sich von Nano­prozessoren, «die billiger zu produzieren sind als heutige Chips» und intelligenter seien. Sehr viel werde man in der Medizin erreichen, prophezeit der Physikprofessor. In der Krebstherapie werden «Nanopartikel zu Krebszellen geschleust, wo sie durch magnetisches Schütteln aufgeheizt werden und die Zellen gezielt zerstören». «Dereinst [werde man] auch mit Hilfe von Nano in der Lage sein, Viren und damit die Welt bedrohende Pandemien zu bekämpfen.» Weil einiges in der NT «erst im Entstehen» sei, «könnten sich durchaus Blockaden bilden, wenn in der Bevölkerung Ängste vor gewissen Entwicklungen aufkommen. Zum Beispiel vor intelligenten Chips.» Deshalb müsse man, so der Wissenschaftler, «offen kommunizieren und damit grundsätzlich Vertrauen in die Wissenschaft schaffen». «Wir Forscher», behauptet er wider besseres Wissen, «begeben uns auf Neuland, aber wir werden die Risiken so klein halten, wie es geht.»

Wer mehr über die NT erfahren will, wird am unteren Ende der Anzeige dazu eingeladen, im Internet-Chat mit Experten zu diskutieren. Thema des angebotenen Experten-live-Chats: «Nanostrukturen werden als neue, winzige Bausteine Grosses bewirken.»2

Ein Laie wird sich von den Verheissungen dieser Zeitungsanzeige angesprochen fühlen, als Krebspatient vielleicht Hoffnung schöpfen. Auch deshalb, weil die NT von Wissenschaftlern bereits als «neue industrielle Revolution»3 gefeiert wird. Zweifel an den wohlklingenden Versprechungen werden bei ihm erst gar nicht aufkommen, da er davon ausgeht, dass Wissenschaftler die Wahrheit sagen und sich einer hohen Ethik verpflichtet fühlen. Auch vertraut er darauf, dass der Staat seinen beamteten Forschern auf die Finger schaut und sie kontrolliert. Forschen sie doch mit den Steuergeldern der Bürger.

Nanotechnologie: Verheerende Auswirkungen auf die menschliche Gesundheit

Macht man sich die Mühe, über das Internet leicht zugängliche Forschungsberichte zur NT zu beschaffen, kommt man zu anderen Ergebnissen. Man stellt mit Entsetzen fest, dass es sich bei der NT um eine für uns Menschen äusserst gefährliche Risikotechnologie handelt. Die Anzeige ist ein Beispiel medialer Desinformation der Chemischen Industrie, für die sich ein Nobelpreisträger einspannen liess.

Hiltrud Breyer, als EU-Abgeordnete verantwortlich für Umwelt- und Verbraucher-schutz sowie Gentechnik/Bioethik, warnt in einem Fachbeitrag «Risiko Nanotechnologie» für die «Blätter für deutsche und internationale Politik»,4 dass die NT «schleichend und kaum bemerkt» Einzug in unser aller Leben gehalten habe und dabei die Verbraucher «als wehrlose Versuchskaninchen für Nanoprodukte» benutzt würden. Die Produkte kämen unreguliert auf den Markt, «obwohl die NT erhebliche Risiken birgt». Die EU-Kommission würde in ihrem «Aktionsplan Nanowissenschaften und -technologie» für die Jahre 2005 bis 2009 selbst zugeben, «dass Toxizität und mögliche Gesundheitsgefahren, die von Nanopartikeln ausgehen, verheerender sein könnten als die auf grössere Partikel zurückgehenden», und verdoppelt trotzdem die EU-Forschungsmittel ab 2007.

Zu den unkalkulierbaren Auswirkungen der NT auf die menschliche Gesundheit stellt Breyer fest: «Auf Grund der im Verhältnis zu ihrer Grösse deutlich grösseren Oberfläche sind Nanopartikel weitaus reaktiver, aber damit zugleich weitaus gefährlicher.» Bei den «synthetisch hergestellten wird bewusst verhindert, dass sie sich zu oder mit grösseren Partikeln verbinden und so weniger gefährlich werden». Nano­partikel können so «über Lunge und Magen-Darm-Trakt […] in den Blutkreislauf gelangen und von dort aus in alle Organe, selbst ins Gehirn, da sie die Blut-Hirn-Schranke, die ansonsten den Eintritt der allermeisten Stoffe ins Gehirn verhindert, überwinden». Da sie vom Immunsystem wegen ihrer Winzigkeit nicht als Fremdkörper erkannt würden, könnten sie Entzündungen und Allergien auslösen. Bei Tierversuchen an Mäusen führten Nanopartikel zu «substantiellen DNA-Schäden in Herz und Aorta». Bereits 2004, so Breyer, habe der Versicherungskonzern Swiss Re eindeutig vor «unkalkulierbaren Risiken» gewarnt und Parallelen zum Umgang mit Asbest gezogen, «bei dem es 100 Jahre gedauert hatte, bis man dessen Gefährlichkeit erkannte».

Dass nach Breyer die kriegführenden Vereinigten Staaten die Hälfte aller staatlichen Nano-Gelder für militärische Forschung verwenden, verwundert nicht. Dabei gehe es um die Optimierung von Militärkleidung, die Entwicklung neuer Waffensysteme und sogar um die «Optimierung» und «Erweiterung» menschlicher Eigenschaften wie Intelligenz, Gedächtnis oder körperliche Stärke.

Nanotechnologie: Perfekteres Töten mit Kernwaffen der vierten Generation

Die NT nützt in erster Linie dem militärisch-industriellen Komplex, und die in der Zeitungsanzeige angeführten vermeintlichen Vorzüge sind nur Neben- bzw. Abfallprodukte einer nanobasierten Kriegswaffenproduktion.

In einem Berichtsentwurf für die Parlamentarische Versammlung der Nato zum Thema «Auswirkungen der Nanotechnologie auf die Sicherheitslage» im Unterausschuss «Weiterverbreitung von Militärtechnologie» vom 15. April 2005 werden die Vorzüge der NT für militärische Zwecke detailliert dargelegt.5 Der Berichterstatter geht in seinem Bericht davon aus, dass die NT die Militärtechnik dramatisch verbessern wird. Am weltberühmten Massachusetts Institut of Technologie (MIT) sei bereits 2002 das Institute for Soldier Nanotechnology (ISN) mit Mitteln in Höhe von 50 Mio. Dollar aus dem Topf der US Army geschaffen worden. Ziel dieses Forschungszentrums sei es, mit Hilfe der NT einen multifunktionalen sicheren Kampfanzug herzustellen, der auch den Schutz der Soldaten gegen biologische oder chemische Waffen erhöht. «Einige futuristische Visionen sehen sogar voraus», so der Berichterstatter weiter, «dass es auf Grund der Entwicklung der NT möglich sein wird, autonome Kampfroboter zu entwickeln und künstliche Intelligenz militärisch einzusetzen». Der Schweizer Physiker André Gsponer, Direktor des Independent Scientific Research Institute in Genf, gehe sogar davon aus, «dass die NT durch hitze- und strahlungsresistente Werkstoffe tatsächlich zur Miniaturisierung und Sicherheit von Atombomben beitragen kann. Überdies könnte die NT zum Bau von Kernwaffen der vierten Generation eingesetzt werden». Dabei würde es sich «um eine ‹saubere› Atombombe mit niedrigem Detonationswert und Fusionsbrennstoff handeln, die kein oder sehr wenig spaltbares Material enthalten würde» und in erdeindringenden Flugkörpern verwendet werden kann.

Nach einer Fernsehsendung von rainews246 «verursachen die (Atom-)Waffen der 4. Generation nur eine begrenzte radioaktive Verseuchung, die spezifischen Eigenschaften werden aber noch durch die Militärs geheimgehalten». Man habe es «mit neuen nuklearen Prozessen zu tun», so ein Atomphysiker in der Sendung. 30 bis 40 Tonnen schwere Panzer aus Stahl würden geschmolzen, und tote Soldaten hätten schwarze Körper, ohne dass es Spuren von Verbrennung gäbe. Nach Berichten aus den weltweiten Kriegsgebieten sollen solche Atomwaffen bereits seit den 90er Jahren eingesetzt worden sein. Ist das mit «sauberen» Atombomben gemeint?

In Punkt 20 des Nato-Papiers weist der Berichterstatter auf eine weitere Entwicklung hin, und zwar auf «das Potential für NT-Innovationen in chemischen und biologischen Waffen […], da die Nanotechnologie die Einsatzmittel für Kampfstoffe und toxische Stoffe erheblich verbessern kann». «Die Fähigkeit von Nanopartikeln, in den menschlichen Körper und seine Zellen einzudringen, könnte dazu führen, dass der Einsatz biologischer und chemischer Kampfstoffe durchführbarer wird, leichter zu bewerkstelligen ist und gegen bestimmte Gruppen oder Einzelpersonen gerichtet werden kann.»7 Treffend charakterisiert Wolfgang Eggert in seinem Buch «Die geplanten Seuchen  – Aids, Sars und die militärische Genforschung» derartige Vorgänge: Hier forschen Wissenschaftler «mit hoch dotierten Militärverträgen am biologischen Overkill der Menschheit».8

Auch Russland will bei der Entwicklung der NT nicht nachstehen. Wie Meldungen in den Medien zu entnehmen war, sollen im Rahmen einer Investitionsoffensive allein 200 Milliarden Rubel in die Entwicklung der NT fliessen, und mit Hilfe neuer Materialien und Nanomaschinen sollen neuartige, verheerendere Waffensysteme entwickelt werden. In einem neu gegründeten staatlichen Nanotechnologierat finden sich neben Politprominenz die Spitzen des russischen Industriekapitals und Wissenschaftler.9 Da bei diesem neuen Hochrüstungswettlauf die Investmentbanker die NT als Branche der Superlative mit einem prognostizierten Jahresumsatz für 2008 von 700 Milliarden Dollar anpreisen, verwundert nicht.10 Und da Deutschland Spitzenreiter bei NT ist,11 dürfte deutsches Know-how für die auf Hochtouren laufende Kriegswaffenproduktion der USA von grossem Interesse sein.

Radioaktive Uranwaffen: ein Genozid und Omnizid auf Raten

Die NT ist nur eines von vielen Beispielen dafür, dass Wissenschaftler «die Mittel für die allgemeine Vernichtung der Menschheit vervollkommnen helfen», wie Albert Einstein es ausdrückte.12 Ein weiteres Beispiel ist die Entwicklung der radioaktiven Uranwaffen, nach Zyklon B die zweite Massenvernichtungswaffe, die in Deutschland entwickelt wurde. Der Einsatz von Uranwaffen in den völkerrechtswidrigen Kriegen der US-UK-Kriegskoalition gegen die Zivilbevölkerung Jugoslawiens und des Irak in den 90er Jahren und gegen Afghanistan, den Irak und zusammen mit Israel gegen Libanon in diesem Jahrhundert ist gleichbedeutend mit einem Genozid und Omnizid auf Raten. Zeit-Fragen berichtete ausführlich darüber.13 Uranwaffen sind Waffen, in denen abgereichertes Uran (DU  – Depleted Uranium) als Abfallprodukt der Atomwirtschaft dazu verwendet wird, besonders durchschlagskräftige Geschosse gegen Panzerplatten oder meterdicke Betonwände von unterirdischen Atomanlagen herzustellen. Beim Aufprall des Geschosses auf das Zielobjekt wird durch enorme Hitzeentwicklung ­Uranstaub in Nanopartikelgrösse in die Atmosphäre freigesetzt, der Menschen, Tiere und Pflanzen auf ewig vergiftet und verstrahlt. Die Halbwertszeit der strahlenden Uranpartikel beträgt nämlich 4,5 Milliarden Jahre.14 Nach Albrecht Schott ist DU «ein Beispiel für Eingriffe in die Schöpfung, die diese existentiell gefährden» und «keine Waffe gegen Staaten, sondern eine gegen den Planeten».15 Die Konvention zur Verhinderung des Völkermordes vom 9. Dezember 1948 (Genozid-Konvention)  – die ihre Wurzel in den Nürnberger Kriegsverbrecherprozessen hat  – wird mit dem Einsatz dieser Waffen eindeutig gebrochen.16

Aids und Sars: weitere Massenvernichtungswaffen aus Wissenschaftlerhand?

Biologische Kampfstoffe zur Ausrottung von Menschen scheinen nach Wolfgang Eggerts Recherchen die in US-Hochsicherheitslabors «erfundenen» Seuchen Aids und Sars zu sein. Es ist schier unglaublich, was er in seinem Buch «Die geplanten Seuchen  – Aids, Sars und die militärische Genforschung» zur Entstehung von Aids zusammenträgt. 1969 soll das US-Verteidigungsministerium beim Kongress den Antrag auf 10 Mio. Dollar Forschungsgelder gestellt haben, um ein neues Virus zu entwickeln, das das Immunsystem des Kranken zerstört und gegen das es keine Therapie gibt.17 «Der Besitz dieses Virus», so der stellvertretende Leiter der Forschungsabteilung beim US-Verteidigungsministerium, «würde den Vereinigten Staaten die absolute militärische Überlegenheit verleihen». Das Geld wurde bewilligt, und die fähigsten Wissenschaftler  – darunter Robert Gallo, der spätere «Entdecker» des Virus  – arbeiteten dem Projekt zu. Nach zehn Jahren Entwicklung traten die ersten Aids-Fälle in den USA auf.

Demnach wäre Aids eine von Menschenhand geschaffene biologische Massenvernichtungswaffe  – entwickelt von der militärischen Gentechnik, verwendbar für die Entvölkerung, zum Beispiel des afrikanischen Kontinents, und damit für die leichtere Ausbeutung durch die mit dem Militärapparat verbündeten «global player». Eggert schreibt: «Vor einem halben Jahrhundert schuf die Spaltung des Atoms die erste Bedrohung einer globalen Vernichtung. Heute spalten Wissenschaftler Gene und schaffen neue Krankheiten, die ein vergleichbar alarmierendes Vernichtungs­potential in sich bergen.»18 Nach Henry Kissinger, vor über 30 Jahren Aussenminister und Chef des Nationalen Sicherheitsrats der USA sowie Verfasser des «National Strategic Security Memorandum 200» (NSSM 200), sollte die Depopularisierung «die höchste Priorität in der US-Aussenpolitik gegenüber der dritten Welt sein», […] weil «die US-Wirtschaft grosse und wachsende Mengen von Rohstoffen aus Übersee braucht, vor allem aus den weniger entwickelten Staaten».19

Die Immunschwäche-Krankheit Aids wird nach UN-Angaben in den kommenden 20 Jahren allein in den am meisten betroffenen Ländern 68 Millionen Menschen das Leben kosten, falls nichts Entscheidendes geschieht. Besonders gefährdet sind schlecht oder gar nicht informierte Jugendliche.20 Laut EU-Kinderrechtsstrategie haben sich allein 2005 über 1 Million Jugendliche, zwei Drittel davon Mädchen, mit dem Aids-Virus infiziert.21 Auf den Friedhöfen sei kein Platz mehr für die vielen Aids-Toten, berichtete neulich ein Rundfunkreporter aus einem afrikanischen Land.

Die zweite von Wissenschaftlerhand geschaffene biologische Waffe, die Eggert in seinem Buch beschreibt, ist das Sars-Virus. Auch das Sars-Virus sei wahrscheinlich als «Mittel niedrigstufiger Kriegsführung» künstlich hergestellt worden. Das Virus, so Eggert, wurde in Asien «in Umlauf» gebracht und hat Chinas atemberaubendes Wirtschaftswachstum gebremst.22

Wissenschaft auf Kriegskurs

Die Vorbereitung von Kriegen durch den industriell-militärisch-medialen Komplex ist ohne die Beteiligung vieler Wissenschaftsgebiete und qualifizierter Wissenschaftler nicht möglich. Es scheint, dass er sich darauf verlassen kann, dass sie sich mehr oder weniger bereitwillig zur Verfügung stellen. Dieses enge Verhältnis von Kriegsindustrie, Militärstrategen und Wissenschaft hat Geschichte.

Am 29. August 1915, ein Jahr nach Beginn des Ersten Weltkriegs, schrieb die «Berliner Illustrierte Zeitung» zum Thema «Die Wissenschaft und der Krieg»: «Der rauhe Krieg scheint alles eher denn die stille friedliche Forschung zu fördern. Und doch feiert in diesem Krieg deutsche Gelehrtenarbeit ihre Triumphe. […] Immer weiter bemüht sich der Geist der deutschen Forscher und Gelehrten, neue, erstaunliche Waffen für unsere siegreichen Heere zu schmieden.»23

Die Erforschung und Herstellung von Giftgas für den Einsatz im Ersten und von Zyklon B im Zweiten Weltkrieg, das Manhattan-Programm zur Entwicklung der Hiroshima-Bombe, ebenfalls während des Zweiten Weltkrieges, die Entwicklung der Wasserstoffbombe in den 50er Jahren und die Herstellung und der Einsatz des giftigen, Missbildungen bei Embryos erzeugenden Entlaubungsmittels Agent Orange im Vietnam-Krieg in den 60er und 70er Jahren sowie die bereits in den 20er und 40er Jahren begonnene Beschäftigung mit biologischen Kampfstoffen in der Sowjetunion, in Grossbritannien, Kanada und in den USA sind äusserst finstere Kapitel in der Geschichte der naturwissenschaftlichen Forschung des vergangenen Jahrhunderts.24 Wozu sind Menschen noch fähig? Südafrikas Forschungsarbeit an einer Menschen unfruchtbar machenden Droge zum Zweck einer «humanen» Schwarzenreduzierung («Rassenbombe») oder Israels Forschung an einer «ethnischen» bzw. «Araberbombe» sind weitere Ausgeburten gewissenloser Politiker- und Wissenschaftlerhirne.25 Und was erwartet uns im 21. Jahrhundert?

1998 machten Wissenschaftler des «Forschungsverbunds Naturwissenschaft, Abrüstung und internationale Sicherheit (Fonas)» in einem «Forschungsmemorandum» auf eine «Revolution im militärischen Bereich» aufmerksam, die schon heute in Forschungslabors vorbereitet wird:

«Die Einbeziehung des Weltraums, die Elektronisierung und Automatisierung des Gefechtsfeldes, die Entwicklung neuer Waffentypen und die Steigerung der Präzision und Durchschlagskraft der Waffen verstärken erneut die Rüstungsdynamik. […] In den USA spricht man von einer ‹Revolution im militärischen Bereich›, die jetzt wissenschaftlich vorbereitet wird.»26

Die Atombombe der vierten Generation mittels Nanotechnologie ist eine der Monstergeburten dieser entarteten Revolution.

Damit wir Bürger ruhighalten, werden wir über die wahren Ziele dieser Forschungen getäuscht und belogen (Verbesserung der Volksgesundheit, Sicherung der Energie, Bekämpfung des Hungers, Eindämmung des internationalen Terrorismus, weltweite Sicherung des Friedens). Dabei sind die wenigen zivil nutzbaren Erfindungen dieser Wissenschaftsgebiete nur Neben- bzw. Abfallprodukte der weltweit florierenden Kriegswaffenproduktion.

Nicht nur die Naturwissenschaften dienen dem Kriegskartell

Nicht nur die Naturwissenschaftler lassen sich vom militärisch-industriellen-medialen Komplex einkaufen, auch die Geistes- und Sozialwissenschaftler und die Vertreter weiterer Wissenschaftsgebiete trugen und tragen in Kriegszeiten und den Jahren der Vorbereitung von Kriegen zur geistig-seelischen Mobilmachung der Bevölkerung bei, wie in einem weiteren Artikel gezeigt werden wird.

Warum Wissenschaftler sich der Verantwortung für den Frieden und einer entsprechenden Ethik verpflichtet haben  – wie das Beispiel Albert Schweitzer und vieler anderer zeigt27  –, und wie diese Verpflichtung von der Gesellschaft eingefordert werden kann, wird in einem letzten Teil der Artikelserie diskutiert werden.

zit. nach: Martin, Ch. N.(1955), Hat die Stunde X geschlagen? Die wissenschaftlichen Tatsachen über die Wirkung der Wasserstoffbombe. Frankfurt, S. 8 –10

Einflussversuche der Atomkonzerne auf «Wikipedia»-Seiten

Wer die Begriffe AKW, KKW, Atomkraftwerk oder AKW Biblis, KKW Leibstadt oder ähnliches bei Google eingab, fand zumeist zuoberst die kritischen Seiten von www.bund-freiburg.de .

Manche dieser Seiten wurden in kurzer Zeit über 10 000mal aufgerufen, und darum waren unsere Seiten der Atomlobby immer schon ein Dorn im Auge.

Seit in der Schweiz jetzt der Antrag auf ein neues AKW gestellt wurde, sind diese kritischen Bund-Atom-Seiten bei Google nicht mehr zu finden.

Wikipedia & AKW & Atomlobby

Heftig und leider «erfolgreich» sind schon lange die gut organisierten Einflussversuche der Atomlobby auf viele deutsche und Schweizer Wiki-Seiten. Häufig gibt es keinerlei Infos zur Abgabe von Radioaktivität im «Normalbetrieb», zu Krebsrisiken oder zur Unfallgefahr.

Wir haben nie versucht, Einfluss auf die Wikipedia-Seiten zu nehmen, haben allerdings von jeder Wiki-AKW-Seite einen Link zu unseren Bund-AKW-Seiten gelegt, um zumindest einen Hauch von Ausgewogenheit zu schaffen. (Beispielsweise von der Biblis-Wiki-Seite zur Bund-AKW-Biblis-Seite)

Diese Links zu unseren Bund-AKW-Seiten wurden seit Monaten häufig schnell gelöscht, die einseitigen Links zu AKW-Betreiberseiten blieben stehen.

Seit Mai 2008 stehen alle Links zu Bund-AKW-Seiten auf der Wiki-Spamliste.

Seither werden unsere Atomseiten auch von Google nicht mehr gefunden, was für den freien Informationszugang eine ziemliche Katastrophe darstellt.

Wenn die Links zu den Atomkonzernseiten unkritisiert bleiben, die Links zu kritischen Seiten von Nichtregierungsorganisationen aber gelöscht werden, dann ist das ziemlich peinlich für eine «freie» Enzyklopädie. Dieser Angriff zeigt natürlich auch, wie ungern unsere Informationen von der Atomlobby gesehen werden, auch wenn die Löschungen und der Eintrag in die Spamliste natürlich immer vollkommen anders begründet werden.

Es war gut und vorausschauend, dass wir die wichtigsten Atomtexte auch noch auf meiner privaten Homepage bei www.mitwelt.org «geparkt» hatten, wo sie zurzeit zumindest noch von Google gefunden werden …

Zu diesem allem passt, dass sich teilweise auch Orwellsches «Neusprech» auf den Wikipedia-Seiten zur Atomkraft findet. In vielen Artikeln wird vom «Abluftkamin» gesprochen. Gemeint ist damit der Schornstein, mit dem jedes AKW im sogenannten Normalbetrieb krebserzeugende Radioaktivität an die Umwelt abgibt.

Aber Abluftkamin klingt im Zeitalter der «Entsorgungsparks» einfach besser.

Der Bund-Regionalverband ist der Meinung, dass die Umweltbewegung Wikipedia nicht den Werbeabteilungen der Atomkonzerne überlassen darf. Was wir seit vielen Monaten erleben, ist ein Krieg um das Internet und um Wikipedia, ein moderner Konflikt um den Zugang zu Informationen. Es gibt Hinweise, dass Unbekannte sich in unsere Mailinglisten eintragen, um unsere Info-Mails dann als «Spam» zu melden.

Solche Konflikte werden in Zukunft noch an Schärfe zunehmen. Wir wissen, dass die Wikipedia-Manipulation Thema von Tagungen der Atomlobby war.

Die Umweltbewegung sollte die «freie Enzyklopädie» Wikipedia nicht kampflos der Atomindustrie überlassen.

Quelle: Axel Mayer / BUND Geschäftsführer, Freiburg,
www.bund-freiburg.de

Quelle:
www.zeit-fragen.ch

Nr.25 vom 16.6.2008 © 2006, Genossenschaft Zeit-Fragen,

Politik, Demokratie, Wirtschaft, Krieg, Nuklearwaffen, Wissenschaft, Technologie

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