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15. 02. 2026 Von Ralph Bosshard - übernommen von globalbridge.ch
16. Februar 2026

Revisionisten, Manipulatoren und ihre alten Ideen


(Red.) Wir übernehmen diesen Beitrag mit freundlicher Genehmigung von Globalbridge. Es ist eine absolute Fleißarbeit von Ralph Bosshard. Er stellt die Behauptung aus dem eingangs genannten Buch eines Autoren, der es auf Grund seiner Ausbildung und seines Werdegangs besser wissen müsste, ausführlich vom Kopf auf die Füße. Bosshard argumentiert logisch und kenntnisreich. Dabei bringt er auch der Öffentlichkeit kaum bekannte Fakten wie z.B. die Molotow-Linie in die Diskussion ein, womit er die Behauptung eines geplanten Präventivkrieges Sowjetunion gegen Deutschland entkräftet und den Plan Barbarossa als das qualifiziert, was er war - eine langfristig geplante, mörderische Unternehmung zur Zerstörung der Sowjetunion. (rbz)

Noch immer gibt es Versuche, die Aggression von Hitler-Deutschland gegen die Sowjetunion im Jahr 1941 umzudeuten in einen Präventivkrieg Deutschlands gegen die gefährliche Bedrohung durch die Sowjetunion. So etwa ist das Buch des ehemaligen NVA-Generals Bernd Schwipper, in dem diese These "wissenschaftlich" erklärt wird, im Jahr 2022 erneut herausgegeben worden   – von einem Verlag VFFW oder ausgeschrieben "Verlag für Frieden, Freiheit & Wahrheit GmbH" im äußersten Osten Deutschland, in Bautzen. Wer allerdings den Angriff Deutschlands auf Russland genauer studiert   – man denke an die Ausrottung von Menschen in Hunderten von Dörfern in Belarus oder an die Aushungerung Leningrads, der kann diesen Versuch, Deutschlands Schuld in Unschuld umzudrehen, nur verurteilen. (cm)

Mit beinahe schon erstaunlicher Beharrlichkeit hält sich die Theorie, wonach der Überfall des nationalsozialistischen Deutschlands und seiner europäischen Verbündeten auf die Sowjetunion keine Aggression gewesen sei und nicht der Auftakt zu einem rasseideologischen Vernichtungskrieg, sondern ein Präventivangriff auf eine Sowjetunion, die selbst im Begriff gewesen sei, Deutschland zu überfallen.

Als eines der hauptsächlichen Beweisstücke für diese These wird gerne ein Dokument vom Volkskommissar für Verteidigung (Verteidigungsminister), Marschall Semjon Timoschenko, und vom Generalstabschef der Roten Armee, General Georgi Schukow angeführt, das angeblich den Operationsplan für einen Angriff auf Deutschland darstellt (1). Das Dokument ist schon seit längerem publiziert und wurde 2016 vom deutschen Militärhistoriker Bernd Schwipper im Archiv im Original eingesehen. Es lohnt sich, dieses im Hinblick auf die Machbarkeit der skizzierten Operationen zu prüfen und in einen größeren Zusammenhang zu stellen. 

Ein Brief an Stalin

In der Tat ist im Archiv des russischen Verteidigungsministeriums ein Schriftstück erhalten geblieben, das irgendwann im Mai 1941 entstanden sein muss. Es handelt sich dabei formell um eine Eingabe von Timoschenko und Schukow an den Vorsitzenden des Rats der Volkskommissare, Josef Stalin (2). Es wurde auf dem Briefpapier des Verteidigungsministeriums handschriftlich verfasst von Generalmajor Alexander Wassiliewski, damals Stellvertretender Leiter der Operationsabteilung im Generalstab der UdSSR (3). Ihn darf man wohl als Urheber des Dokuments bezeichnen. Ein Klassifizierungsvermerk, den man eigentlich erwarten würde, fehlt, aber der Vermerk „особо важно, только лично, экземпляр единств.(енный)“ (besonders wichtig, nur persönlich, einziges Exemplar) weist auf die besondere Wichtigkeit der Einzelanfertigung hin, welche ausschließlich persönlich übergeben werden dürfe (4). Der linke Rand des Dokuments ist abgeschnitten, sodass ein Teil der Absenderzeile fehlt, wie auch ein Teil des Datums, sodass der Tag im Mai 1941, an welchem das Datum handschriftlich eingefügt wurde, nicht ersichtlich ist (5). In militärischen Schriftstücken der Sowjetunion war es üblich, das Datum eines Dokuments nicht maschinenschriftlich bei der Erstellung, sondern später bei der Genehmigung handschriftlich nachzutragen (6). Es darf deshalb davon ausgegangen werden, dass die Unterzeichner Timoshenko und Schukow das Dokument tatsächlich an Stalin übergeben haben. Ferner war es üblich, dass der Genehmigende seine Zustimmung handschriftlich auf dem Dokument festhält, was hier nicht der Fall ist. Die Genehmigung Stalins ist dem Dokument folglich nie zuteil geworden (7).

https://globalbridge.ch/wp-content/uploads/2026/02/RB-Abb.-1-203x300.png 203w, https://globalbridge.ch/wp-content/uploads/2026/02/RB-Abb.-1-768x1133.png 768w, https://globalbridge.ch/wp-content/uploads/2026/02/RB-Abb.-1.png 900w" data-lazy-sizes="(max-width: 694px) 100vw, 694px" data-lazy-src="https://globalbridge.ch/wp-content/uploads/2026/02/RB-Abb.-1-694x1024.png" data-ll-status="loaded" /> Faksimile des Dokuments vom 15. Mai 1941 / Quelle: Schwipper S. 469

Die Überschrift „Überlegungen zum strategischen Einsatzplan der Streitkräfte der Sowjetunion“, erhielt es erst später, wahrscheinlich vom Archivar, der damit dessen Charakter als Denkschrift hervorheben wollte. Die Einleitung „Ich unterbreite Ihnen meine Gedanken zu dem Plan zur Prüfung …“ legt in der Tat die Bezeichnung als Denkschrift nahe und weniger als Operationsplan, auch wenn Absichten, Aufträge und Logistik-Anordnungen teilweise sehr detailliert ausgearbeitet waren (8).

Thesen Ewiggestriger

Die Präventivkriegsthese wurde schon während des Kriegs von der nationalsozialistischen Propaganda verbreitet, um den Angriffskrieg gegen die Sowjetunion zu rechtfertigen. Später diente sie den Angeklagten im Nürnberger Kriegsverbrecherprozess und in den Folgeprozessen als Rechtfertigung. ​ Historiker widerlegten die These bereits in den Sechzigerjahren, vor allem auf Basis von Dokumenten aus den Oberkommandos von Wehrmacht und Heer OKW und OKH, was rechtskonservative Autoren nicht davon abhält, sie ab und zu wieder aufzutischen (9). Neue Nahrung erhielt die Präventivkriegsthese in den frühen Achtzigerjahren, als der übergelaufene sowjetische Nachrichtendienst-Offizier Wladimir Resun ausgerechnet unter dem Pseudonym „Viktor Suworow“ angebliche Beweise für Angriffsabsichten Stalins publizierte (10).

Neu angefacht wurde die Diskussion in den vergangenen Jahren durch die Veröffentlichungen des ehemaligen NVA-Generals Bernd Schwipper, der aus sowjetischen Original-Dokumenten die Absicht einer Eroberung Deutschlands durch die Sowjets herausgelesen haben will (11).

Bis heute sind aus russischen Archiven keine Dokumente bekannt, die als Beweis für einen konkreten Plan einer sowjetischen Invasion in Deutschland dienen könnten (12). Unter anderem auch deshalb hat die historische Forschung in Deutschland und Russland die Präventivkriegsthese als unhaltbar zurückgewiesen. ​ Sie wird als Teil des Geschichtsrevisionismus betrachtet, der die Kriegsschuld und die Verbrechen des NS-Regimes relativieren soll. ​

Tradition der Geringschätzung

Bis heute wird die Rote Armee im Westen gerne als eine unmotivierte, schlecht ausgerüstete, ausgebildete und geführte Truppe dargestellt, die sich auf die Taktik der menschlichen Wellen verließ und die rücksichtslos ihre Soldaten verheizte, bis der harte russische Winter 1941 die Lage rettete. Und nach Stalingrad habe die Rote Armee nur deshalb die Oberhand gewonnen, weil sie unermessliche menschliche und materielle Ressourcen besaß, dank derer sie wie eine Dampfwalze die zahlenmäßig hoffnungslos unterlegenen Deutschen geradezu zermalmte. So erklärte die „Herrenrasse“ ihre militärische Niederlage gegen die „Untermenschen“.

Aus mangelnder Kenntnis des sowjetischen Siegs über die Japaner am Khalkin Gol in der Mongolei im Sommer 1939 maßen gerade deutsche Militärs die Rote Armee an den anfänglichen Misserfolgen im Winterkrieg gegen Finnland: Man sah gravierende Mängel in Ausbildung, Ausrüstung und Führung (13). In Berlin ging man davon aus, dass die Rote Armee nach den stalinistischen Säuberungen zwischen 1937 und 1940 führungslos sei und dass sie über kaum mehr als 50 bis 75 „gute Divisionen“ verfügen könne. Zwar warnten einzelne Militärs, darunter der deutsche Militärattaché in Moskau, General Ernst-August Köstring, davor, die Rote Armee zu unterschätzen, doch diese Stimmen fanden in der Umgebung Hitlers kein Gehör (14).

Bereits hierin liegt einer der Widersprüche der Präventivkriegsthese: Die Frage, wie der „Koloss auf tönernen Füssen“ jederzeit bereit gewesen sein soll, in Deutschland einzufallen, wurde weder damals noch heute je beantwortet.

Die Sowjetunion als globaler Paria

Über die grundsätzliche Feindschaft der Mehrheit der westeuropäischen Staaten gegenüber der jungen Sowjetunion machte man sich in Moskau nie Illusionen. Der militante Anti-Kommunismus der Mächte Westeuropas zeigte sich im Paria-Status, den die Sowjetunion bis in die Dreißigerjahre innehatte. Der Terror der Roten im Bürgerkrieg   – derjenige der Weißen war nicht weniger zerstörerisch   – und wohl auch der Mord an der Zarenfamilie im Jahr 1918 mögen dazu beigetragen haben. Mit dem Vertrag von Rapallo begann 1922 wenigstens eine Normalisierung der Beziehungen zu Deutschland, aber erst die Aufnahme der Sowjetunion in den Völkerbund 1934 setzte ihrem Paria-Status ein Ende. 

Nachdem der polnisch-sowjetische Krieg im Jahr 1921 mit dem für die Sowjets äußerst ungnädigen Frieden von Riga zu Ende gegangen war, blieben Abneigung und Misstrauen beider Seiten gegeneinander erhalten. Die feindselige Haltung der Nationalsozialisten in Deutschland war in Moskau schon weit vor der Machtergreifung Adolf Hitlers 1933 klar: Hitlers „Mein Kampf“ war auch dort bekannt (15). 

Viel Beton

Vor dem Hintergrund der Feindseligkeit der westlichen Nachbarn begann die junge Sowjetunion im Jahr 1929 damit, ihre Westgrenze zu befestigen. Von Karelien bis ans Schwarze Meer entstand eine Kette von Befestigungen, die sogenannte Stalin-Linie, die bis 1939 zu 85% ausgebaut war (16). Sie wurde mit einem Schlag bedeutungslos, nachdem die Rote Armee im September 1939 die Osthälfte Polens besetzt hatte. In der Folge gingen die Sowjets sofort daran, entlang der neu festgelegten Grenze zum Deutschen Reich bzw. dem deutsch besetzten Teil Polens   – als „Generalgouvernement“ bezeichnet   – eine neue Linie zu bauen, die informell nach Außenminister Molotow benannt wurde. Sie erstreckte sich von der Ostsee bis zu den Karpaten bzw. der Slowakei und war in 13 Festungskreise unterteilt, die durchschnittlich um die 55 km breit und in der Regel 5 bis 6 km tief waren (17). Das entsprach in der Breite ungefähr dem Verteidigungsabschnitt eines Schützenkorps. Permanente Befestigungen bestanden allerdings nur an den Hauptachsen.

Jeder dieser Festungskreise bestand aus einer Vielzahl permanenter Verteidigungsanlagen in Form von Betonbunkern, die mit Maschinengewehren, Panzerabwehrkanonen und Artilleriegeschützen bestückt waren (18). Je nach Art der Anlage variierte die Stärke der Bunkerbesatzungen von 8  –10 bis hin zu 30  –40 Mann. Die Bunker waren im Gelände so angeordnet, dass sie sich gegenseitig unterstützen konnten. Jede derartige Gruppe von Bunkern bildete einen Bataillonsabschnitt, der von einem sogenannten selbstständigen Maschinengewehr- und Artilleriebataillon (OPAB) bemannt wurde. Zusätzlich waren Truppen der Feldarmee in derartige Festungskreise integriert, um den Nahschutz der Bunker sicherzustellen. Im Sommer 1941 waren aber lediglich 14% der Bunker der Molotow-Linie gebaut, nur gerade 9% einsatzbereit, und erst 28% der OPAB waren aufgestellt.

Parallel zum Aufbau der Molotow-Linie wurde die Stalin-Linie abgebaut. So kam es, dass im Sommer 1941 beide Linien nicht einsatzbereit waren. Dort, wo noch Teile der Stalin Linie intakt geblieben waren, vermochten sie im Juli und August 1941 den angreifenden Deutschen 10 bis 14 Tage Widerstand zu leisten. Dem gegenüber konnten sich die wenigen Befestigungen der Molotow-Linie, die kampfbereit waren, nur wenige Tage halten.

https://globalbridge.ch/wp-content/uploads/2026/02/RB-Karte-2-Festungslinien-Res-300x217.png 300w, https://globalbridge.ch/wp-content/uploads/2026/02/RB-Karte-2-Festungslinien-Res-768x556.png 768w" data-lazy-sizes="(max-width: 900px) 100vw, 900px" data-lazy-src="https://globalbridge.ch/wp-content/uploads/2026/02/RB-Karte-2-Festungslinien-Res.png" data-ll-status="loaded" /> Karte: Festungslinien vor dem Krieg, projektierte neue Linie und Dislokation der Reserven gemäß Denkschrift vom 15. Mai / Quelle: Verfasser

Bei der Anlage der Molotow-Linie ist kein operativer Gedanke zu erkennen, der darüber hinausgegangen wäre, den Grenzraum mit zahlenmäßig schwachen Kräften möglichst lang zu halten, um der Feldarmee Zeit zum Aufmarsch zu verschaffen. Dass auch die Molotow-Linie früher oder später irgendwo durchbrochen werden würde, musste man realistischerweise erwarten. Befestigungen in der Tiefe fehlten aber, denn die Stalin-Linie entlang der alten Staatsgrenze war ja geplündert. So war die Molotow-Linie irgendwo weder Fisch noch Vogel: Zur bloßen Sicherung des Ausgangsraums für einen Angriff zu stark, für eine nachhaltige Verteidigung zu schwach. Der Umstand, dass die Sowjets nach 1939 überhaupt mit dem Bau einer Befestigungslinie begannen, zeugt aber davon, dass sie auch die Defensive als Handlungsoption betrachteten, nicht nur Angriffshandlungen, wie immer wieder behauptet wird (19).

Dass die Führung der Sowjetunion bis ins Jahr 1941 die Option der Verteidigung hinter befestigten Linien verfolgte, zeigt die Planung für den beschleunigten Bau befestigter Verteidigungslinien tief im sowjetischen Hinterland, den Generalleutnant Nikolai F. Watutin gefordert hatte (20). Eine am 17. Mai 1941 erstellte Karte belegt die Planung einer umfangreichen Befestigungslinie entlang der Linie Ostaschkow   – Rschew   – Wjasma   – Spas-Demensk zum Schutz der 200 km Kilometer entfernt gelegenen Stadt Moskau. Der Plan umfasste detaillierte Baupläne und Angaben zu den Kosten. Allein der Aufwand, der für diese Planung geleistet worden sein muss, belegt, dass es sich dabei nicht um eine spontane Idee handeln konnte, sondern um ernsthafte Vorbereitungen. Die Sowjets bereiteten sich offensichtlich auf die Verteidigung im Innern des Landes vor. Aber diese Initiative kam viel zu spät, die Befestigungen konnten nicht mehr realisiert werden.  

Kaum defensive Optionen

Als Ende des Jahres 1940 zunehmend beunruhigende Nachrichten in Moskau eintrafen, wonach in Berlin ein Krieg gegen die Sowjetunion beschlossene Sache sei, befand sich die Führung der Roten Armee in einer Zwickmühle (21). In der Mongolei hatte die Rote Armee in Sommer 1939 ein erstes Mal die Doktrin der „tiefen Operation“ erfolgreich angewendet, nachdem es den Truppen der Roten Armee in Fernost gelungen war, japanische Übergriffe abzuwehren und die Front am Fluss Khalkin Gol zu stabilisieren (22). Im Winterkrieg gegen Finnland hatte sie auf die harte Art lernen müssen, wie man befestigte Linien durchbricht (23). Das mag erklären, weshalb in der Roten Armee der Glaube an die Wirksamkeit von befestigten Linien erhalten blieb. Eine solche war aber weder an der alten polnisch-sowjetischen Grenze noch an der neuen deutsch-sowjetischen Grenze vorhanden. Somit blieb als Option nur der Bau von Feldbefestigungen für eine Verteidigung in einem grundsätzlich an Geländehindernissen armen Raum oder aber die bewegliche Verteidigung, für welche allerdings wenig Know-How vorhanden war: Man hatte solches ja kaum je geübt. Angesichts dieses Dilemmas ist es wenig erstaunlich, dass die Führung der Roten Armee sich auf die Erfahrungen aus der Mongolei besann und mit dem Gedanken eines Präventivangriffs zu spielen begann.

Ein Entschluss reift

In den Jahren 1938  –1941 verfügte die Rote Armee über keinen einheitlichen, genehmigten Kriegsplan gegen Deutschland, sondern über eine Reihe operativ-strategischer Einsatzoptionen (24), welche in der Regel den Charakter von Denkschriften hatten. 

Eine erste derartige Denkschrift vom September 1940 hielt fest, dass Deutschland als wahrscheinlichster Feind der Sowjetunion zu betrachten sei und dass ein bewaffneter Konflikt zwischen der UdSSR und Deutschland auch Ungarn, Finnland und Rumänien in einen Krieg hineinziehen könnte (25). Für diesen Fall erwog die Denkschrift die Handlungsoption eines Angriffs in Richtung Lublin und Krakau und weiter nach Breslau oder Bratislava, um in einer ersten Phase des Krieges Deutschland von den Balkanländern zu trennen, diese von einer Kriegsteilnahme abzuhalten und Deutschland der kriegswirtschaftlich wichtigen Industrie in Oberschlesien zu berauben. Eine andere Option, die geprüft wurde, war ein Angriff nördlich von Brest(-Litowsk), mit dem Ziel, die Hauptstreitkräfte der deutschen Armee in Ostpreußen zu zerschlagen und dieses einzunehmen. Wohlgemerkt: Diese Denkschrift behandelte die mögliche Reaktion der Sowjetunion auf den Beginn eines Kriegs durch Deutschland. Ausgangslage für einen Angriff war und blieb vorerst die erfolgreiche Verteidigung, in deren Verlauf es gelungen war, die Deutschen zu stoppen.

Im März 1941 erwarteten die Sowjets einen Zweifrontenkrieg gegen die Achsenmächte im Westen, inklusive Finnland, und Japan im Osten. Sie gingen von einem Aufmarsch der Hauptkräfte der Deutschen in Südpolen und einem anschließenden Einfall in die Ukraine aus. Die Denkschrift vom 11. März 1941 behandelte im Wesentlichen den vermuteten Aufmarsch der Finnen, Deutschen, Ungarn und Rumänen. Darüber hinaus regelte sie die Aufstellung der Kräfte zum Schutz der vorerst nicht gefährdeten Grenzabschnitte auf der Halbinsel Kola, an der Schwarzmeerküste, im Südkaukasus, sowie in Zentralasien (26).

Die Tatsache, dass in jenen Jahren eine ganze Reihe aufeinander aufbauender Dokumente entstand, deutet darauf hin, dass sie auf der Basis eines entsprechenden Auftrags erarbeitet worden waren und weniger aus Eigeninitiative einzelner Angehöriger des Generalstabs. Insgesamt zeigen die Denkschriften vom September 1940 und März 1941 sehr gut den Gang der Überlegungen, die zur Denkschrift vom Mai 1941 führten. 

Stalin bleibt skeptisch   – aber lässt Alternativen prüfen

Als der sowjetische Generalstab seine Gedanken über einen eventuellen Präventivangriff zu formulieren begann, war der deutsche Aufmarsch an der sowjetischen Grenze in vollem Gange. Die diversen sowjetischen Nachrichtendienste überschätzten zwar den deutschen Kräfteansatz, erkannten aber klar den offensiven Charakter des Aufmarschs (27). Falsch schätzten sie hingegen die Absicht der Deutschen ein: Sie gingen davon aus, dass die Deutschen ihren Hauptangriff aus dem Raum Lublin   – Radom   – Krakau in Richtung Lwow   – Winniza   – Kiew und letztlich in den Donbass führen würden. Von dieser Feindannahme ging auch die Denkschrift vom 15. Mai aus. Die Bereitstellung deutscher Panzerverbände in Ostpreußen blieb offenbar unbemerkt. Verwirrung herrschte in Moskau vor allem über den Zeitpunkt des erwarteten deutschen Angriffs, was zu einem guten Teil damit zu erklären ist, dass Hitler den Angriffsbeginn selbst mehrere Male verschob. Verärgert über die teils widersprüchlichen Informationen von seinen Nachrichtendiensten und fehlgeleitet von seinen eigenen Vorurteilen unternahm auch Stalin selbst am Vorabend des deutschen Überfalls nichts, um die Truppen an der Grenze vor einem Überfall zu warnen. So kam es, dass der deutsche Angriff in den frühen Morgenstunden des 22. Juni 1941 das Gros der Roten Armee und der NKWD-Grenztruppen völlig überraschend traf.

Sicherlich spielte hierbei der nachrichtendienstliche Bericht vom 5. Mai 1941 eine Rolle, wonach zwar Informationen über Deutschlands Kriegsvorbereitungen gegen die UdSSR vorlägen, aber nicht ausgeschlossen werden könne, dass die Truppenkonzentration lediglich darauf abziele, politischen Druck auszuüben. Dieser Bericht war einer der Gründe für Stalins anhaltende Skepsis gegenüber einem deutschen Überfall. Vor diesem Hintergrund ist die Denkschrift vom 15. Mai eher als Eventualplanung zu betrachten als ein in Stein gemeißelter Operationsplan. 

Gelände und Infrastruktur bestimmen die Operationsrichtung

Bis ins Frühjahr 1941 stellte die Rote Armee durch Einführung der Wehrpflicht und Mobilisation insgesamt 303 Divisionen auf und nicht deren 150 bis 200, wie man in Berlin vermutete (28). Für den sich abzeichnenden Krieg gegen Deutschland wollte der sowjetische Generalstab 214 davon im Westen des Landes einsetzen. Die restlichen Divisionen wurden gebraucht, um die Grenze des Riesenreiches von Karelien über die Schwarzmeerküste, den Südkaukasus und Zentralasien bis nach Transbaikalien zu besetzen. Zusätzlich mussten starke Kräfte in Fernost stationiert bleiben, weil das Verhalten Japans nur schwer vorherzusehen war (29). Folglich waren circa zwei Drittel der vorhandenen Kräfte gegen Deutschland eingesetzt, wodurch ein eindeutiges Schwergewicht im Westen entstand. Einen Schlag mit dem Gros der vorhandenen Kräfte gegen den gefährlichsten Feind zu führen, war sicherlich ein vernünftiger Planungsansatz. 

Eine derartige Streitmacht kann nur mittels leistungsfähiger Transportmittel verlegt und versorgt werden. Im damaligen Belarus und in Polen kamen dafür nur die Eisenbahnen in Frage, denn das Straßennetz war nur spärlich ausgebaut und schiffbare Flüsse gab es nur wenige (30). Damit bestimmte das Eisenbahnnetz ein gutes Stück weit die Richtungen von Angriffsoperationen. Im Eisenbahnnetz von Polen stellten damals Warschau, Katowice, Breslau und Posen (Poznan) eigentliche Drehscheiben dar, deren Besitz die Weiterführung von Operationen in mehrere Richtungen und auch Rochaden von Reserven ermöglichte. Sie intakt in Besitz zu nehmen, war für einen Angreifer von großer Bedeutung. 

https://globalbridge.ch/wp-content/uploads/2026/02/RB-Karte-3-Fluesse-Eisb-300x178.png 300w, https://globalbridge.ch/wp-content/uploads/2026/02/RB-Karte-3-Fluesse-Eisb-768x456.png 768w" data-lazy-sizes="(max-width: 900px) 100vw, 900px" data-lazy-src="https://globalbridge.ch/wp-content/uploads/2026/02/RB-Karte-3-Fluesse-Eisb.png" data-ll-status="loaded" /> Karte: Flüsse und Eisenbahnnetz in Polen / Quelle: Verfasser

Ein weiteres Element, das den Verlauf von Operationen bestimmte, stellten in diesem hindernisarmen Gelände die Flüsse dar, die aufgrund ihrer Breite, aber auch der teilweise schwierig zugänglichen Ufer bedeutende Hindernisse für einen Angriff darstellten. Der Gedanke Wassilewskis, entlang des Narew vorzustoßen und diesen als Flankenschutz nach Norden zu nutzen und die Operation nicht mit einem immer schwierigen Flussübergang zu beginnen, lag nahe.

Ein vielsagender Aspekt der Denkschrift ist das Fehlen jeglicher Überlegungen zum Einsatz der Seestreitkräfte: Die schnellste Methode, Truppen und große Mengen an Nachschubgütern aller Art nahe an Berlin zu bringen, wäre der Seeweg nach Stettin gewesen. Ganz allgemein wäre die Kontrolle über die Deutschen Ostseehäfen von Bedeutung gewesen, wenn es darum gegangen wäre, Deutschland zu besetzen. Ferner hätte die Kontrolle über die Häfen von Königsberg, Danzig und Gdingen die Möglichkeit geschaffen, eine entlang der Ostseeküste vorstoßende Kräftegruppierung bequem von See her zu versorgen. All das wurde nicht einmal in Erwägung gezogen. 

Den Stier bei den Hörnern packen

Ausgehend vom Auftrag, die Hauptmacht der Deutschen zu zerschlagen, sowie den Möglichkeiten und Einschränkungen von Gelände und Infrastruktur formulierte Wassilewski den Plan eines Angriffs aus mehreren Richtungen auf die Hauptmacht der Wehrmacht im Raum Demblin   – Lublin (31). Der Hauptstoß zielte auf die Operationsziele Katowice und Krakau, mit dem Ziel, die Deutschen von ihren Verbündeten im Süden zu trennen und die zum Angriff bereitgestellten Kräfte östlich der Weichsel einzukesseln. Ein Nebenangriff in Richtung Siedlice sollte die Deutschen zwingen, Truppen zum Schutz der Stadt Warschau einzusetzen. Ein weiterer Stoß entlang des Narew bis nach Łowicz und Lodz dürfte dem Schutz der Nordflanke der nach Siedlce und Demblin vorgehenden Kräfte gedient haben. Gegen Ostpreußen, Ungarn und Rumänien wollten die Sowjets vorerst defensiv bleiben. In einer zweiten Phase, frühestens 30 Tage nach Beginn der Operationen, war ein Stoß nach Norden oder Nordwesten, westlich der Weichsel beabsichtigt, mit dem Ziel, alle östlich des Flusses aufmarschierten Kräfte der Deutschen einzukesseln und zu zerschlagen. 

Interessanter ist aber, wovon in der Denkschrift nicht die Rede ist: Wassilewski spricht insbesondere nicht von der Einnahme der Eisenbahnknotenpunkte Breslau und Posen, welche für die Fortführung von Operationen in Richtung Mitteldeutschland und Berlin eminent wichtig gewesen wären. 

Von entscheidender Bedeutung war die Wahl des richtigen Zeitpunkts für den Angriff: Die Sowjets mussten sicher sein, dass sich alle kampfkräftigen Kräfte der Wehrmacht zum Zeitpunkt der Angriffsauslösung östlich der Weichsel befanden, ansonsten waren deutsche Gegenangriffe in die Flanke weit vorgestoßener Kräfte der Roten Armee zu erwarten, welche diese rasch in eine äußerst prekäre Lage hätten bringen können. 

https://globalbridge.ch/wp-content/uploads/2026/02/RB-Karte-4-Absicht-300x220.png 300w, https://globalbridge.ch/wp-content/uploads/2026/02/RB-Karte-4-Absicht-768x564.png 768w" data-lazy-sizes="(max-width: 900px) 100vw, 900px" data-lazy-src="https://globalbridge.ch/wp-content/uploads/2026/02/RB-Karte-4-Absicht.png" data-ll-status="loaded" /> Karte Absicht eines Präventivangriffs nach Südpolen / Quelle: Verfasser auf der Basis der Denkschrift vom 15. Mai 1941

Schwergewicht gegen Deutschland

War die Denkschrift vom 15. Mai 1941 ein Hirngespinst aus dem Generalstab der Roten Armee oder eine ernstzunehmende Grundlage für die Operationsplanung? Hierfür ist vorerst einmal die Machbarkeit der vorgesehenen Operationen in Bezug auf die erteilten Aufträge, die eingesetzten Kräfte in Raum und Zeit, sowie in logistischer Hinsicht zu prüfen. In diesem Bereich bleibt gerade Schwipper überraschend oberflächlich. 

Wenn die Rote Armee an der circa 1’600 km langen Grenze zu Deutschland, Ungarn und Rumänien rein defensiv bleiben wollte, dann waren dazu mindestens 110 bis 120 Divisionen einzuplanen, also gut die Hälfte der für einen Krieg gegen Deutschland zur Verfügung stehenden Kräfte (32). Die andere Hälfte im Umfang von 100 bis 110 Divisionen erlaubte die Bildung starker Reserven, oder die Verstärkung besonders gefährdeter Frontabschnitte. Dadurch hätten sich massiv kürzere Abschnittsbreiten der an der Front eingesetzten Divisionen ergeben. Grundsätzlich war mit diesen Kräften auch ein Präventivangriff möglich. In dieser Hinsicht war Wassilewskis Kräfteansatz realistisch.

Ein Schwachpunkt des Plans bestand allerdings in einem Teil der eingesetzten Verbände, nämlich der 48 Panzerdivisionen: Anfang 1940 begann die Rote Armee auf der Basis der Beobachtungen, die man bei den Deutschen in Polen gemacht hatte, eine Reorganisation der Panzertruppen ins Auge zu fassen. Im März 1941 war diese immerhin so weit gediehen, dass die Aufstellung von 17 Panzerdivisionen auf Basis bestehender Panzerbrigaden in vollem Gange war. Die Denkschrift vom 15. Mai 1941 rechnete folglich mit Divisionen, die eben erst gebildet worden waren und die kaum Erfahrung in der Zusammenarbeit innerhalb des eigenen Verbandes haben konnten, geschweige denn mit anderen Großverbänden (33). Es war somit fraglich, ob diese Divisionen die ihnen zugedachten Aufgaben würden erfüllen können. 

Herkulesaufgaben

Die zur Verfügung stehenden 214 Divisionen teilte Wassilewski in eine Westfront, Südwestfront und in Reserven des Oberkommandos ein. 

Die Südwestfront hatte mit einem Gesamtbestand von 122 Divisionen eine gewaltige Aufgabe zu bewältigen: Einerseits hatte sie die Verteidigung der Staatsgrenze zu Ungarn und zu Rumänien sicherzustellen und andererseits den Angriff in die Angriffsziele Krakau, Katowice und Kielce zu führen. Auch hier wird die Schwergewichtsbildung sichtbar, indem die Südwestfront circa 60% der für den Krieg gegen Deutschland vorgesehenen Kräfte unterstellt erhielt. 

Für die Verteidigung der Grenzen zu Ungarn von Mukatschevo bis Sighetu Marmației und weiter zu Rumänien bis zur Donaumündung auf einer, teilweise im Gebirge verlaufenden Front von 750 bis 800 km Länge waren zusammengenommen wohl um die 60 Divisionen, das heißt die Hälfte der zur Verfügung stehenden Kräfte einzurechnen. Folglich standen für den Angriff aus dem Raum Sieniawa   – Przemysl   – Lutowiska, das bedeutet auf einer Frontbreite von 100 km circa 60 Divisionen zur Verfügung, sicherlich die Mehrzahl der vorhandenen Panzer- und Motorisierten Divisionen. Sie mussten für einen Angriff in zwei Staffeln eingeteilt werden, denn die Angriffstiefen von 160 bis 280 km zwangen zu einer Ablösung der angreifenden Verbände bzw. zu einem Staffelwechsel (34). Ferner musste ein Teil davon die Flanke der vorstoßenden Kräfte der Roten Armee nach Norden schützen, wo die Sowjets die Hauptmacht der Deutschen vermuteten, zu deren Einkesselung die Südwestfront beizutragen hatte.

Auch die Westfront bekam in der Denkschrift einen zweiteiligen Auftrag zugewiesen. Einerseits hatte sie die Verteidigung gegen die deutschen Kräfte in Ostpreußen sowie im Nordosten Polens zwischen Ostrołęka und Druskininkai sicherzustellen, was einer Frontline von zusammengenommen circa 400 km entsprach und wohl die Hälfte der zur Verfügung stehenden Divisionen beanspruchte. Mit den anderen 20 bis 25 Divisionen war zusätzlich ein Angriff zu führen, welcher die deutschen Hauptkräfte binden sollte. Operationsziele waren das 160 km von der Staatsgrenze entfernte Radom, sowie Siedlce in 90 km und Lublin in 120 km Distanz von der Grenze. Die Westfront sollte zum Angriff antreten, sobald die Südwestfront ihren Angriff ausgelöst hatte. Auch diese Angriffsoperation war in zwei Phasen zu führen, von welcher jede bis zu zwei Wochen gedauert hätte. 

Insgesamt sind die der Südwestfront und der Westfront zugeteilten Kräfte für die gestellten Aufgaben als genügend, aber nicht üppig zu bezeichnen. Wassilewskis Plan hatte hingegen einen weiteren kritischen Punkt, nämlich den Übergang über die Weichsel, der rasch gelingen musste. Ein Angriff an die Weichsel auf breiter Front war in einer ersten Phase das probate Mittel: Man konnte davon ausgehen, dass einer von mehreren Stößen schon gelingen würde. Eine Luftlandeoperation auf die Brücken über die Weichsel wäre natürlich naheliegend gewesen, aber die Rote Armee hatte 1941 keinerlei Erfahrungen mit Luftlandeaktionen größeren Ausmaßes. 

Ein Monat Krieg

Die Dauer dieser Operation veranschlagte die Denkschrift mit 30 Tagen (35), weil zur Erreichung der Operationsziele Radom und Katowice jeweils zwei aufeinanderfolgende Angriffsoperationen der Stufe Armee stattfinden mussten, für welche nach den Erfahrungen der Roten Armee jeweils eine Dauer von circa 2 Wochen anzunehmen war. Weitere Angriffsoperationen, wie die in der Denkschrift vorgesehenen Folgeoperationen in Moldawien bzw. in Zentralpolen, erforderten die Auffrischung der eingesetzten Truppen und die Bereitstellung von neuen Kräften, die erst herangeführt werden mussten. Das erforderte Zeit, in welcher ausgefallenes Personal ersetzt, beschädigte Waffen und Geräte repariert oder ausgetauscht und die Verbände für neue Aufgaben reorganisiert werden mussten. Diese Fragen regelte die Denkschrift vom 15. Mai allerdings ebenso wenig wie die Heranführung der 47 Divisionen der Reserven des Oberkommandos.

Zeit für die Auffrischung und Verstärkung der eingesetzten Verbände dürfte durchaus zur Verfügung gestanden haben, denn die Deutschen hätten sicherlich mehrere Wochen benötigt, um Verbände von anderen Kriegsschauplätzen heranzuführen und Reserven im Reich mobilzumachen, bevor diese in Westpolen eingesetzt werden konnten.

Treibstoff für einen Monat

Zu den zeitlichen Vorgaben passen auch die logistischen Anordnungen, welche in der Denkschrift festgehalten sind. Besonders vielsagend sind jene im Bereich der Treibstoffe: Beim dort erwähnten Benzin der Typen B-70, -74 und -78, welche für 10 Tage bis 2½ Monate genügen sollten, handelt es sich um bleifreie, niedrig-oktanige Flugbenzine, welche als Kraftstoff für Flugzeugmotoren verwendet wurden (36). In der Anfangsphase des Zweiten Weltkriegs nutzten sowjetische Jagdflugzeuge primär Flugbenzin der Typen B-70/74 mit einer Oktanzahl von 70 bis 74. Später wurden für die neuen Jäger mit ihren modernen Motoren von Mikulin, Klimow und Schwezow hochwertige Treibstoffe mit Oktanzahlen von 87 bis 95 verlangt (37). Im Gegensatz zu den deutschen Panzermodellen verwendeten sowjetische Panzer, insbesondere der T-34 und der KV-1, Dieselkraftstoff für ihre Motoren. Dieselmotoren in Panzern bedeuteten höhere Reichweite und geringere Brandgefahr. Dieseltreibstoff sollte gemäß der Denkschrift vom 15. Mai 1941 für einen Monat bereitgestellt werden. 

Die Forderung nach Bereitstellung von Flugbenzin für bis zu 2½ Monate spricht folglich dafür, dass Wassilewski mit längeren Luftkämpfen nach dem sowjetischen Angriff rechnete. Die logistischen Anordnungen im Bereich der Treibstoffe können somit nicht als Beweis für vorgesehene, weiträumige Folgeoperationen betrachtet werden, wie Schwipper andeutet, ansonsten hätte mehr Dieselkraftstoff eingeplant werden müssen (38). Insgesamt beinhaltet die Denkschrift vom 15. Mai 1941 keine operationellen oder logistischen Anordnungen, die auf die Absicht zur Einnahme des Oberschlesischen Industriegebiets, zum Stoß an die Oder oder gar zum Angriff auf Berlin schließen lassen. 

Insgesamt standen Aufgaben, Raum, Kräfte und Zeit in einem angemessenen Verhältnis und die Logistik der Operation entsprach den operationellen Vorgaben. Fraglich ist aber, ob die Sowjets auch in der Lage waren, die für die Operation notwendige Beschaffung von Nachrichten sicherzustellen: Das Agentennetz in Polen war dünn und der militärische Nachrichtendienst GRU geschwächt, sodass beispielsweise der Aufmarsch starker Panzerverbände in Ostpreußen nicht erkannt wurde (39).

Gefährlich ist’s, den Leu zu wecken

Ein Präventivangriff auf die östlich der Weichsel zum Angriff bereitgestellten Kräfte der deutschen Wehrmacht versprach großen Gewinn für den Fall, dass die Überraschung gelang und die erfahrensten, sowie am besten ausgebildeten und ausgerüsteten Verbände der deutschen Wehrmacht eingekesselt und zerschlagen werden konnten. Die jahrelangen Bemühungen Deutschlands, die Aufrüstung und der Aufbau der Wehrmacht seit 1934 wären innerhalb weniger Wochen zunichte gemacht worden. Deutschland hätte nur noch über wenige, wirklich kampfkräftige und erfahrene Verbände verfügt und wäre mehrheitlich mit zweitklassigen Besatzungstruppen dagestanden. 

Aber das Vorhaben eines Präventivangriffs barg auch seine Risiken: Wenn die Überraschung nicht gelingen oder der Angriff nicht den gewünschten Erfolg erzielen sollte, dann stand die Sowjetunion als Aggressor da und das nationalsozialistische Deutschland hätte sich glaubwürdig als Schutzwall Europas gegen die aggressiven „roten Horden“ darstellen können. Die Rote Armee hätte auf fremdem Territorium in die Verteidigung übergehen müssen. Das nächstgelegene Geländehindernis stellte abschnittsweise der Westliche Bug dar. Es hätte eine deutsche Invasion in Belarus gedroht.  

Mobilisation in Deutschland

Aber selbst im Fall eines gelungenen Präventivangriffs mussten die Sowjets damit rechnen, dass die Deutschen sich nicht geschlagen geben würden. Sie konnten ihre Besatzungstruppen in Nordwesteuropa und auf dem Balkan ausdünnen, um Kräfte für einen Gegenangriff freizumachen, und zusätzlich neue Verbände aufstellen.

In den Jahren 1934 bis 1939 stellte die deutsche Wehrmacht in einer sogenannten 1. Aufstellungswelle 40 Infanterie-Divisionen auf (40). Kurz vor Kriegsausbruch wurden aus eingezogenen Reservisten weitere 18 Divisionen gebildet. Ab März 1940 begann die Wehrmacht die Jahrgänge ab 1910 voll einzuberufen. Die früheren Jahrgänge waren zuvor nur teilweise einberufen worden. In den Jahren danach umfassten die Rekruten-Jahrgänge in der Regel circa 600’000 bis 740’000 Mann, von denen jeweils 400’000 bis 620’000 Mann effektiv Dienst leisteten (41). Im Verlauf des Kriegs kamen noch 33 weitere Aufstellungswellen dazu, die letzte im März 1945. Personalbestand, Ausstattung und Bewaffnung der Divisionen der verschiedenen Aufstellungswellen waren unterschiedlich: Bereits ab der 5. Aufstellungswelle kamen teilweise Beutewaffen und -gerät aus verschiedenen Ländern zum Einsatz. Bis im Sommer 1941 hatte die Wehrmacht 185 Infanterie-Divisionen und 41 Sicherungs- bzw. Besatzungsdivisionen für die eroberten Gebiete aufgestellt. Letztere waren nicht als erstklassige Verbände zu betrachten, weil sie teilweise nur hastig ausgebildet werden konnten. Die Zahl von deutschen 180 Divisionen, die in der Denkschrift vom 15. Mai erwähnt ist, war folglich gar nicht so weit daneben. In den Jahren 1942 bis 1944 stellte die Wehrmacht jährlich 30 bis 40 Divisionen neu auf, vor allem aus den Rekrutenjahrgängen der Zwanzigerjahre.

Realistischerweise musste Wassilewski folglich mit einer Masse von circa 50 Divisionen rechnen, welche die Deutschen für einen Gegenangriff in Polen heranführen würden. Nach einem gelungenen Präventivangriff musste sich die Rote Armee darauf vorbereiten, gegen diese 50 Divisionen die Verteidigung zu führen. Auch davon ist in der Denkschrift vom 15. Mai 1941 nicht die Rede. 

Grobe Manipulationen

Gerade Generalstabschef Schukow mag einen Präventivangriff als Möglichkeit betrachtet haben, das Szenario aus der Mongolei von 1939 zu wiederholen, als die Rote Armee den Japanern eine Lektion erteilte, welche diese bis 1945 nicht vergaßen. Wäre der sowjetische Präventivangriff gelungen, dann wäre die Sowjetunion   – und zahlreiche andere europäische Länder auch   – auf Jahre sicher vor den Nationalsozialisten in Berlin gewesen. Vielleicht hätten dann Aufstände gegen die deutsche Besatzung eine Chance gehabt, vor allem wenn sie Unterstützung von außen erhalten hätten. Großbritannien war im Sommer 1941 aber kaum in der Lage, ein Schwächemoment der Deutschen in Nordwesteuropa oder auf dem Balkan auszunutzen, um auf dem europäischen Kontinent wieder Fuß zu fassen. Darüber hinaus war eine sowjetisch-britische Zusammenarbeit im Kampf gegen die Achsenmächte noch nicht etabliert. Ein Bündnis zwischen Großbritannien und der Sowjetunion kam erst am 12. Juli 1941 zustande, zwei Monate nachdem Wassilewski seine Denkschrift verfasst hatte.

Wassilewskis Operationsskizze war nicht darauf angelegt, das nationalsozialistische Deutschland zu besetzen, sondern die am besten ausgerüsteten, ausgebildeten und erfahrensten Kräfte der Wehrmacht zu zerschlagen, was wohl günstige Voraussetzungen geschaffen hätte für eine Verteidigung gegen diejenigen Kräfte, die Deutschland dann noch zur Verfügung haben konnte. Für die in der Denkschrift erwähnten Folgeoperationen in Westpolen und in Rumänien waren weder Kräfte vorgemerkt, noch waren logistische Vorkehrungen getroffen worden. Wenn die fünf Reserve-Armeen in den Räumen Winniza, Kiew, Minsk und Smolensk rechtzeitig in den vorgesehenen Operationsräumen eintreffen sollten, um ab dem 30. Operationstag Folgeoperationen zu führen, hätten sie bereits wenige Tage nach Operationsbeginn in Marsch gesetzt werden müssen. Auch darüber schweigt die Denkschrift vom 15. Mai. 

https://globalbridge.ch/wp-content/uploads/2026/02/RB-Karte-5-Originalkarte-300x281.png 300w, https://globalbridge.ch/wp-content/uploads/2026/02/RB-Karte-5-Originalkarte-768x720.png 768w" data-lazy-sizes="(max-width: 900px) 100vw, 900px" data-lazy-src="https://globalbridge.ch/wp-content/uploads/2026/02/RB-Karte-5-Originalkarte.png" data-ll-status="loaded" /> Karte: Originalkarte zur Denkschrift / Quelle: Schema der strategischen Aufstellung der Streitkräfte der UdSSR im Falle eines Krieges mit Deutschland und seinen Verbündeten (42)

Vor diesem Hintergrund kommt man nicht darum herum, die Kartenskizze „Die grafische Darstellung der Idee der Handlungen und der Aufgaben an die Fronten“ bei Schwipper und die Karte des Forum Free Russia als eine grobe Manipulation zu bezeichnen, denn weder im Originaldokument noch auf der Karte von Wassilewski ist von der Einnahme von Breslau oder Posen die Rede, geschweige denn von einer Folgeoperation in Richtung Berlin.

https://globalbridge.ch/wp-content/uploads/2026/02/RB-Karte-6-manipulierte.-Karten-300x160.png 300w, https://globalbridge.ch/wp-content/uploads/2026/02/RB-Karte-6-manipulierte.-Karten-768x410.png 768w" data-lazy-sizes="(max-width: 900px) 100vw, 900px" data-lazy-src="https://globalbridge.ch/wp-content/uploads/2026/02/RB-Karte-6-manipulierte.-Karten.png" data-ll-status="loaded" /> Karten: manipulierte Karten bei Schwipper und beim Forum Freies Russland (43). Die Folgeoperationen sind dazugedichtet

Der angeblich vorgesehene Angriff der Roten Armee auf Deutschland ist reine Spekulation der Autoren. Die Denkschrift vom Mai 1941 kann somit nicht als Beweis für die Richtigkeit der Präventivkriegsthese dienen.

Absage an ewiggestrige Revisionisten

Klar muss heute aber sein, dass die Rote Armee im Sommer 1941 nicht in der Lage gewesen wäre, die Offensivoperationen zu führen, die geplant waren. Trotz umfangreicher Maßnahmen zur Steigerung der Verteidigungsbereitschaft war die Rote Armee 1941 weit von der Kriegstüchtigkeit entfernt. Insbesondere die Qualität der Führung litt unter der massiven Vergrößerung der Armee nach 1935, der hastigen Einführung der Wehrpflicht, der raschen Modernisierung der Bewaffnung und der Reorganisationen. Der eigentliche Hauptgrund für die katastrophalen Niederlage der Roten Armee im Sommer 1941 lag in der mangelnden Vorbereitung auf einen modernen, beweglichen Krieg gegen einen Gegner mit umfassender Erfahrung und exzellenter Ausbildung. Die Rote Armee vermochte bis 1941 nicht, das enorme personelle und industrielle Potenzial der Sowjetunion für die Zwecke der Verteidigung auszunutzen (44). 

Wenn einer der Protagonisten des deutsch-sowjetischen Kriegs   – oder des Großen Vaterländischen Kriegs   – einen Präventivkrieg plante, dann die Sowjetunion und nicht Deutschland. Ohne die Fehler und Verbrechen Stalins in Abrede zu stellen, muss man festhalten, dass er einen präventiven Angriff als Eventualplanung erwog, aber nicht vorbereitete. Auch wenn einige Ewiggestrige die aktuelle politische Stimmung für günstig halten, um die alte These vom Präventiv- und Verteidigungskrieg gegen die Sowjetunion neu aufzutischen, ist eines unmissverständlich festzuhalten: Das Unternehmen Barbarossa war keine präventive Handlung und somit nicht Teil legitimer Selbstverteidigung des nationalsozialistischen Deutschen Reichs gegen die Sowjetunion.

Anmerkungen: 

  1. Siehe «Соображения по плану стратегического развертывания…», датируется 15 мая 1941 г., авторы — Жуков и Тимошенко (Überlegungen zu einem strategischen Einsatzplan…”, datiert 15. Mai 1941, Autoren   – Schukow und Timoschenko), bei Электронная библиотека исторических документов, Федерального историко-документального просветительского портала (Elektronische Bibliothek historischer Dokumente, Föderales Portal für historische und dokumentarische Bildung), online unter https://docs.historyrussia.org/ru/nodes/120110-coobrazheniya-po-planu-strategicheskogo-razvertyvaniya-vooruzhennyh-sil-covetskogo-coyuza-ne-ranee-15-maya-1941-g. Die der Denkschrift beigelegte Karte „Схема стратегического развертывания вооруженных сил СССР на случай войны с Германией и ее союзниками“; приложение к записке наркома обороны СССР С. К. Тимошенко и начальника Генштаба Красной армии Г. К. Жукова И. В. Сталину от 15 мая 1941 г.( „Schema der strategischen Aufstellung der Streitkräfte der UdSSR im Falle eines Krieges mit Deutschland und seinen Verbündeten“; Anhang zu dem Schreiben des Volkskommissars für Verteidigung der UdSSR, S. K. Timoschenko, und des Chefs des Generalstabs der Roten Armee, G. K. Schukow, an I. W. Stalin vom 15. Mai 1941), ist publiziert auf der Homepage der «Президентская библиотека имени Б.Н. Ельцина» (Bibliothek Präsident Boris Jelzin), 2026, online unter https://www.prlib.ru/item/1323488. Das Original befindet sich im Zentralarchiv des Verteidigungsministeriums der Russischen Föderation (Центральный архив Министерства обороны Российской Федерации), ЦА МО РФ. Ф. 28. Оп. 17. Д. 22. Л. 12. Auf der Karte ist Wassilewski als Urheber vermerkt. Die Karte“Советский план нападения на Германию. Вариант от 15 мая 1941 года“ (Sowjetischer Plan für den Angriff auf Deutschland. Fassung vom 15. Mai 1941), bei Форум свободной России (Forum Freies Russland), 07.02.2020, online unterhttps://www.forumfreerussia.org/articles/opinions/2020-02-07/sovetskij-plan-napadeniya-na-germaniyu-variant-ot-15-maya-1941-goda ist  als grobe Manipulation zu betrachten.
  2. Der Rat der Volkskommissare entspricht in heutiger Terminologie dem Kabinett, der Titel des Volkskommissars einem Minister. Der Vorsitzende des Rats der Volkskommissare ist Regierungschef (Ministerpräsident, Premierminister). Zu jener Zeit war die Redaktion von derartigen Dokumenten von Hand durch die Bearbeiter aus Gründen der Geheimhaltung üblich. Der Text des Dokuments enthält Korrekturen, die vermutlich von Schukow stammen. 
  3. Ab Mai 1940 war Wassilewski als Stellvertretender Leiter der Operationsabteilung im Generalstab an der Entwicklung von Operationsplänen für den Aufmarsch der Roten Armee in im Falle eines Kriegs mit Deutschland beteiligt. Seine Biografie: „Герои страны. Василевский, Александр Михайлович“, online unter https://www.warheroes.ru/hero/hero.asp?Hero_id=569. Seine Memoiren: Александр Михайлович Василевский: Дело всей жизни (Alexander Michailowitsch Wassilewski: Das Werk eines Lebens), bei «Милитера», «Военная литература», online unter https://militera.lib.ru/memo/russian/vasilevsky/index.html, besonders Kapitel Последние мирные месяцы (Die letzten Monate des Friedens), in russischer Sprache. Der US-amerikanische Militärhistoriker David Glantz über die Persönlichkeit Wassilewskis: David M. Glantz, Jonathan M. House: When Titans Clashed: How the Red Army Stopped Hitler, Kansas, 1995., S. 129, online unter https://archive.org/details/whentitansclashe00glan_0/page/129/mode/1up.
  4. Faksimile der ersten beiden Seiten bei Bernd Schwipper, Deutschland im Visier Stalins. Der Weg der Roten Armee in den Europäischen Krieg und der Aufmarsch der Wehrmacht. Eine vergleichende Studie anhand russischer Dokumente, 2. Auflage Gilching, 2016, online unter https://dokumen.pub/qdownload/deutschland-im-visier-stalins-der-weg-der-roten-armee-in-den-europischen-krieg-und-der-aufmarsch-der-wehrmacht-eine-vergleichende-studie-anhand-russischer-dokumente-druffel-amp-vowinckel-verlag-9783806112498.html, S. 468f. 
  5. Verschiedene Autoren schlossen aus der Datierung der Beilagen, dass das Dokument nicht vor dem 15. Mai 1941 entstanden sein kann. 
  6. So wird das bis heute in der russischen Armee gehandhabt und so wurde der Verfasser in seiner Ausbildung an der Militärakademie des russischen Generalstabs instruiert.
  7. Registriert und archiviert wurde das Dokument 1948: Darauf deuten der Stempel der Operationsabteilung des Generalstabs vom 29.03.1948 (rechteckig, bei Schwipper: Deutschland im Visier, a.a.O., S. 468 fälschlicherweise 29.05.1948) und des Generalstabs vom 31.03.1948 (oval). Unklar ist, welche Rolle der sogenannte Hauptmilitärrat der Roten Armee (russischГлавный военный совет Красной Армии ГВС КА, GVS KA) in dieser Angelegenheit spielte, welcher zwischen dem Kabinett und dem Generalstab stand und von Timoschenko geleitet wurde.
  8. Russisch “ Докладываю на Ваше рассмотрение соображения по плану …“. Der sowjetische Generalstab legte der politischen und militärischen Führung offensichtlich keine Luftschlösser vor.
  9. Eine Zusammenfassung der Diskussion bei Gerd R. Ueberschär: Das „Unternehmen Barbarossa“ gegen die Sowjetunion   – ein Präventivkrieg? Zur Wiederbelebung der alten Rechtfertigungsversuche des deutschen Überfalls auf die UdSSR 1941, in: Brigitte Bailer-Galanda, Wolfgang Benz und Wolfgang Neugebauer (Hrsg.): Wahrheit und „Auschwitzlüge“; Zur Bekämpfung „revisionistischer“ Propaganda, Wien 1995, S. 163  –82, online unter https://www.doew.at/cms/download/7at82/ueberschaer.pdf. Vgl. Bernd Wegner: Präventivkrieg 1941? in: Jürgen Elvert, Susanne Krauß (Hrsg.): Historische Debatten und Kontroversen im 19. und 20. Jahrhundert, 2002, S. 215f. (Quelle ebd., einsehbar im Bundesarchiv-Militärarchiv, RW 4/v.475).
  10. Russisch Владимир Богданович Резун. Siehe Viktor Suvorov: Ледокол, История так называемой ‚великой отечественной войны‘, Краткий курс (Der Eisbrecher, die Geschichte des sogenannten ‚grossen vaterländischen Krieges‘, kurzer Lehrgang), Paris 1989, deutsche Ausgabe, Stuttgart 1989, online unter https://ulis-buecherecke.ch/Neue%20Eintr%C3%A4ge%202021/hitler_in_stalins_kalkuel.pdf.
  11. Siehe Schwipper, Deutschland im Visier a.a.O. und ders.: Die Aufklärung der Bedrohung aus dem Osten. Die Prävention durch die Wehrmacht, Band 1: 1939 bis Dezember 1940; Band 2: Januar bis 22. Juni 1941, Bautzen 2022, eingeschränkte Vorschau unter https://archive.org/details/bernd-schwipper-die-aufklaerung-der-bedrohung-aus-dem-osten.-die-praevention-durch-die-wehrmacht/Bernd%20Schwipper%20-%20Die%20Aufklaerung%20der%20Bedrohung%20aus%20dem%20Osten.%20Die%20Praevention%20durch%20die%20Wehrmacht%20Band%201%201939%20bis%20Dezember%201940/page/n5/mode/2up. Schwippers Thesen sind umstritten. Siehe Manfred Zeidler: Rezension; Bernd Schwipper, Deutschland im Visier Stalins, der Weg der Roten Armee in den Europäischen Krieg und der Aufmarsch der Wehrmacht; eine vergleichende Studie anhand russischer Dokumente, bei SSOAR. Info, online unter https://www.ssoar.info/ssoar/handle/document/69905. Vgl. auch Klaus Hesse et.al.: „Deutschland hat die Sowjetunion 1941 gar nicht überfallen …“. Wem die Lüge vom Präventivkrieg nützt und wer sie verbreitet, online unter https://rotfuchs.net/files/rotfuchs-beilagen-pdf/RF-225-10-16-Beilage-Praeventivkrieg.pdf, besonders S. 468   – 483.
  12. Einen Überblick über die Diskussionen russischer Historiker bietet Ю. А. Никифоров: «План Г. К. Жукова» от 15 мая 1941 года: проблемы интерпретации, bei Федеральный портал Истории России, Том III, „Позади Москва“ (G.K. Schukows Plan vom 15. Mai 1941: Interpretationsfragen, (Föderales Portal für russische Geschichte, Band III, „hinter Moskau“, S. 163   – 171, online unter https://histrf.ru/uploads/media/default/0001/25/e5b02265523c4ad2eb8721a1563da027a904afe6.pdf, in russischer Sprache.  
  13. Siehe Roman Töppel: „Auch beim Gegner wird heldenmütig und mit Hingabe gekämpft“. Die Grenzschlacht im Südabschnitt der Ostfront, 22. Juni bis 2. Juli 1941, bei Portal Militärgeschichte, Arbeitskreis Militärgeschichte e.V., 21. Juni 2021, online unter https://www.portal-militaergeschichte.de/toeppel_grenzschlacht. Siehe auch Gerd R. Ueberschär, Wolfram Wette (Hrsg.): Der deutsche Überfall auf die Sowjetunion, Frankfurt am Main 1991, online unter https://dfg-viewer.de/show?tx_dlf%5Bdouble%5D=0&tx_dlf%5Bid%5D=https%3A%2F%2Fapi.digitale-sammlungen.de%2Fdfg%2Fmets%2Fmods%2Fv1%2Fdigitalobjects%2Fidentifier%2Fmdz-obj%3Absb00045995&tx_dlf%5Bpage%5D=98&cHash=589f0b3293bce74ec089a102d70a540a. Auf S. 97, spricht er von einer „deutliche(n) Geringschätzung des militärischen Potentials Moskaus“. Vgl. zur Unterschätzung der Sowjets durch die Finnen Carl van Dyke: The Soviet Invasion of Finland 1939  –40, London, Portland 1997, S. 189  –194, online unter https://www.taylorfrancis.com/books/mono/10.4324/9780203044384/soviet-invasion-finland-1939-40-carl-van-dyke. Die Erkenntnis, dass man den sowjetischen Gegner unterschätzt habe, gewannen im Herbst 1941 auch die Finnen. Siehe Robert Pulvermacher: Finnland während des Fortsetzungskrieges zwischen der Sowjetunion und dem nationalsozialistischen Deutschland, Masterarbeit, Klagenfurt 2020, S. 35, online unter   https://netlibrary.aau.at/obvuklhs/content/titleinfo/7032698/full.pdf,
  14. Siehe „Der Feldzugsplan“, bei Aus Politik und Zeitgeschichte APuZ 11/1960 bei Bundeszentrale für politische Bildung, 1960, online unter https://www.bpb.de/shop/zeitschriften/apuz/archiv/525975/der-feldzugsplan/. Die Operationsstudien von Erich Marcks und Bernhard von Loßberg vor dem Krieg rechneten mit max. total 200 Divisionen. Siehe „Studie von Generalmajor Erich Marcks für eine Offensivoperation gegen die Sowjetunion und Vortragsnotizen des Chefs der OKH-Abteilung Fremde Heere Ost zur Stärke und Verteilung der Roten Armee“, bei Deutsch-russisches Projekt zur Digitalisierung deutscher Dokumente in Archiven der Russischen Föderation, online unter https://wwii.germandocsinrussia.org/de/nodes/883-akte-61-studie-von-generalmajor-erich-marcks-f-r-eine-offensivoperation-gegen-die-sowjetunion-u#page/1/mode/grid/zoom/1.
  15. Siehe „Mit offenen Augen in die Katastrophe“, bei Global Bridge, 23.01.2026, online unter https://globalbridge.ch/mit-offenen-augen-in-die-katastrophe/.
  16. Siehe „Fortified zones alertness data 1941, Soviet fortified zones alertness data for 1941″, bei Armchair General Magazine, online unter http://armchairgeneral.com/rkkaww2//weapons/lines1941.htm, mit Angaben über Planungen und IST-Zustand der Stalin- und der Molotov-Linie 1941.
  17. Russisch укреплённый район (ukreplennyi raion), abgekürzt укрепрайон УР (ukrepraion).
  18. Russisch долговременных оборонительных сооружений — ДОС DOS.
  19. Hierfür wird immer wieder gerne die Rede Stalins vor Absolventen der sowjetischen Militärakademien am 5. Mai 1941angeführt, in welcher er konkrete Angriffsabsichten gegen Deutschland zum Ausdruck gebracht haben soll. Von der Rede sind keine authentischen Niederschriften bekannt und über ihren Inhalt existieren widersprüchliche Informationen. Siehe „Rußland im Krieg“, bei Der Spiegel 26/1965, 22.06.1965, online unter https://www.spiegel.de/politik/russland-im-krieg-a-04441bcd-0002-0001-0000-000046273123?context=issue.  Auch die beiden operativ-strategischen Kriegsspiele (Simulationen) des sowjetischen Generalstabs vom Januar 1941 können nicht als Beweis für sowjetische Angriffsabsichten dienen, denn sie behandelten beide eine sowjetische Gegenoffensive nach erfolgreicher Abwehr eines deutschen Angriffs. Siehe Владимир Шерстнев: Трагедия сорок первого. Документы и размышления, Смоленск, 2005 (Vladimir Sherstnev: Die Tragödie von 1941. Dokumente und Reflexionen, Smolensk, 2005), „ “, besonders Kapitel „Оперативно-стратегические игры на картах, январь 1941 года“, (Operativ-strategische Spiele auf Karten Januar 1941), online unter http://www.warmech.ru/1941war/sher_6_2.html#:~:text=либо%20изготавливается%20по%20валовому%20производству,мм%20на%2034%2C8%20%25, in russischer Sprache. 
  20. Siehe Вадим Петров: План обороны СССР 1941 года в случае нападения Германии, bei Альтернативная история (Der sowjetische Verteidigungsplan von 1941 im Falle eines deutschen Angriffs, bei Alternative Geschichte), online unter https://alternathistory.ru/plan-oborony-sssr-1941-goda-v-sluchae-napadeniya-germanii/, in russischer Sprache. 
  21. Siehe „Mit offenen Augen in die Katastrophe“, bei Global Bridge, 23.01.2026, online unter https://globalbridge.ch/mit-offenen-augen-in-die-katastrophe/.
  22. Siehe Gerd Brenner: Vorgeschichte des Zweiten Weltkriegs und Nachkriegsordnung   – Stalin bekommt nachträglich Recht, bei World Economy, 09.04.2020, online unter https://www.world-economy.eu/nachrichten/detail/vorgeschichte-des-zweiten-weltkriegs-und-nachkriegsordnung-stalin-bekommt-nachtraeglich-recht/.Vgl. Stuart D. Goldman: The Forgotten Soviet-Japanese War of 1939, bei The Diplomat, 28.08.2012, online unter https://thediplomat.com/2012/08/the-forgotten-soviet-japanese-war-of-1939/, sowie Alvin D. Coox: Nomonhan; Japan Against Russia, 1939, 2 Bände, Stanford University 1985, eingeschränkte Vorschau unter https://books.google.ch/books?id=SIAwKiNRmrAC&redir_esc=y. Siehe namentlich Bd. 2, S. 991   – 1033 und Amnon Sella: Khalkhin-Gol; The Forgotten War, bei Journal of Contemporary History, Vol. 18, No. 4, Military History (Oct., 1983), S. 651-687, eingeschränkte Vorschau unter https://www.jstor.org/stable/260307. Vgl. auch Joseph Micallef: Japan Strikes North; How the Battle of Khalkhin Gol Transformed WWII, bei Military.com, 27.08.2019, online unter https://www.military.com/daily-news/2019/08/27/japan-strikes-north-how-battle-khalkhin-gol-transformed-wwii.html
  23. Siehe “ Bericht. Wollte Stalin ganz Finnland erobern?“ Bei Global Bridge, 30.03.2025, online unter https://globalbridge.ch/wollte-stalin-ganz-finnland-erobern/?utm_source=mailpoet&utm_medium=email&utm_source_platform=mailpoet&utm_campaign=globalbridge-updates-3
  24. Eine Übersicht über die verschiedenen sowjetischen Operationspläne ab 1938, von denen kein einziger Operationen weiter westlich als Breslau beinhaltete, gibt „Советское стратегическое планирование накануне Великой Отечественной войны. Часть 1. Контрнаступление и превентивный удар“(Strategische Planung der Sowjetunion am Vorabend des Großen Vaterländischen Krieges. Teil 1. Gegenoffensive und Präventivschlag), bei Военное обозрение (Militärische Rundschau), 01.04.2012, online unter https://topwar.ru/37961-sovetskoe-strategicheskoe-planirovanie-nakanune-velikoy-otechestvennoy-voyny-chast-1-kontrnastuplenie-i-preventivnyy-udar.html
  25. Siehe Соображения об основах стратегического развертывания Вооруженных сил СССР на западе и на востоке на 1940 и 1941 гг. 18 сентября 1940 г. (Überlegungen zu den Grundlagen der strategischen Aufstellung der Streitkräfte der UdSSR im Westen und Osten in den Jahren 1940 und 1941, 18. September 1940), Veröffentlicht 1941 in 2 Bänden, hrsg. von Л.Е. Решин (L.E. Reshin) und В.П. На­умов (V.P. Naumov), Internationaler Fond «Демократия», 1998, S. 236—238, 241, 253, bei «Президентская библиотека имени Б. Н. Ельцина» (Bibliothek Präsident Boris Jelzin) 2011 und bei Электронная библиотека исторических документов (Elektronische Bibliothek historischer Dokumente), online unter https://docs.historyrussia.org/ru/nodes/148058-soobrazheniya-ob-osnovah-strategicheskogo-razvertyvaniya-vooruzhennyh-sil-sssr-na-zapade-i-na-vostoke-na-1940-i-1941-gg-18-sentyabrya-1940-g und unter https://history.ru/uploads/media/default/0001/25/aed2e90e78021af3fbd71aba90e41c377a0f3379.pdf?ysclid=ml0pw7jd6x947355868
  26. Siehe „Из уточненного плана стратегического развертывания Вооруженных Сил Советского Союза на Западе и на Востоке, разработанного Генеральным штабом Красной Армии, 11 марта 1941 г.“ (Aus dem überarbeiteten Plan für die strategische Aufstellung der Streitkräfte der Sowjetunion im Westen und Osten, erarbeitet vom Generalstab der Roten Armee. 11. März 1941), bei Электронная библиотека исторических документов, Федерального историко-документального просветительского портала (Elektronische Bibliothek historischer Dokumente, Föderales Portal für historische und dokumentarische Bildung), online unter https://docs.historyrussia.org/ru/nodes/169705-iz-utochnennogo-plana-strategicheskogo-razvertyvaniya-vooruzhennyh-sil-sovetskogo-soyuza-na-zapade-i-na-vostoke-razrabotannogo-generalnym-shtabom-krasnoy-armii-11-marta-1941-g#mode/inspect/page/1/zoom/4. Siehe auch „Из плана Генштаба Красной Армии о стратегическом развертывании Вооруженных Сил Советского Союза на западе и востоке“ 1941-й год. Книга первая Март 1941 года [Док. № 293  –351], Документ № 315, 11.03.1941, bei Архив Александра Н. Яковлева,online unter https://www.alexanderyakovlev.org/fond/issues-doc/1011512, in russischer Sprache. Original im Zentralarchiv des Verteidigungsministeriums der Russischen Föderation, ЦА МО РФ. Ф. 16. Оп. 2951. Д. 241. Лл. 1  –16. Auch dieses Dokument ist in der Handschrift von Wassilewski ausgeführt. 
  27. Siehe „Mit offenen Augen in die Katastrophe“, bei Global Bridge, 23.01.2026, online unter https://globalbridge.ch/mit-offenen-augen-in-die-katastrophe/
  28. Ebd. 
  29. In dieser Hinsicht gaben erst die Nachrichten des Agentennetzes um Richard Sorge im September 1941 Entwarnung. Gerade Sorge erfüllt die Anforderungen der Presse an attraktive Geschichten über Geheimagenten bestens, mit seinem Lebenswandel, zu dem häufiger Alkoholkonsum und zahlreiche Frauengeschichten gehörten. Seine Angewohnheiten machten ihn aber auch zu einem einfachen Ziel für Desinformation, weshalb namentlich Stalin ihm nicht vertraute. Er persönlich und Agenturaufklärung generell werden von der Presse aber gerne überschätzt. Siehe hierzu Alfred Schickel: Entschied Verrat den Zweiten Weltkrieg? Vom Einfluß der Spionage auf die politischen und militärischen Ereignisse, bei Aus Politik und Zeitgeschichte APuZ 25/1968, Bundeszentrale für politische Bildung, online unter https://www.bpb.de/shop/zeitschriften/apuz/archiv/527992/entschied-verrat-den-zweiten-weltkrieg-vom-einfluss-der-spionage-auf-die-politischen-und-militaerischen-ereignisse/.  
  30. Die Hauptschifffahrtswege in Belarus beschränken sich auf den Prypjat und Abschnitte von Beresina und Dnepr mit Zugang zum Schwarzen Meer, sowie den Augustow-Kanal, welcher den Neman (Memel) mit der Weichsel verbindet. Der Dnepr-Bug-Kanal stellt theoretisch eine Wasserverbindung von der Ostsee zum Schwarzen Meer her aber der Westliche Bug ist im Grenzgebiet zu Polen nur bedingt schiffbar, weil oft zu flach. 
  31. Vgl. Schwipper: Deutschland im Visier, a.a.O. S. 474.
  32. Eine Schützendivision der Roten Armee war in der Lage, in der Verteidigung eine Front von 8-10 km im Haupt- und 18-20 km im Nebenabschnitt halten.  In Ausnahmefällen hielten Divisionen auch erheblich breitere Abschnitte, aber die genannten Distanzen waren die Normalwerte, die sich auch im Verlauf des Kriegs bestätigten.
  33. Siehe И.Г Желтов., А.Ю.Макаров: Очередная реорганизация танковых войск РККА (Eine weitere Reorganisation der Panzertruppen der Roten Armee), bei Т-34 Информ, online unter https://t34inform.ru/publication/p03-2.html, und „Танковые армии и основы их боевого применения“ (Panzerarmeen und die Prinzipien ihres Kampfeinsatzes), bei «Военная Литература», Военная мысль, Глава первая (Militärliteratur, Militärisches Denken, Kapitel 1), online unter https://militera.lib.ru/science/radzievsky_ai/01.html, beide in russischer Sprache. Vgl Valeriy Potapov: The Structure and Organization of the Red Army’s Tank Forces, bei The Russian Battlefield, online unter https://battlefield.ru/library/bookshelf/stats/stat11.html#:~:text=Before%20the%20start%20of%20the,and%20other%20corps%20auxiliary%20units.
  34. Eine verstärkte Schützendivision der Roten Armee konnte einen Angriff in 10 km Tiefe auf einer Front von 2½ bis 3½ km führen. Für Nebenaktionen waren auch breitere Abschnitte möglich.  
  35. Siehe Denkschrift vom 15. Mai 1941, Kap.II.
  36. Siehe Denkschrift vom 15. Mai 1941, Kap. VII. 
  37. Der Klimow M-105, der Schwezow ASch-82 und der Mikulin AM-38 waren die drei wichtigsten Motorentypen der Sowjetunion im Zweiten Weltkrieg. Siehe Bill Gunston: World encyclopedia of aero engines, Cambridge 1989, online unter https://de.scribd.com/doc/184151748/Aero-Engines-World-Encyclopedia-pdf. Die später im Rahmen des Lend-Lease-Abkommens gelieferten Flugzeuge aus den USA brauchten Benzin mit Oktanzahlen von 90 bis 100. Siehe „A history of aviation gasoline“, bei Air Facts, 11.04.2022, online unter https://airfactsjournal.com/2022/04/a-history-of-aviation-gasoline/#:~:text=The%20normal%20avgas%20used%20by,an%20octane%20rating%20of%20150.
  38. Die Dauer der Operationen der Roten Armee im deutsch-sowjetischen bzw. Großen Vaterländischen Krieg, von der Verteidigungsoperation in Moldawien im Juli 1941 bis zur Grazer/Amstettener Operation im April 1945 betrug durchschnittlich 37 Tage. Dies zeigt eine Auswertung von Dauer und Verlusten der Roten Armee in 69 Armee-Operationen durch den Verfasser. Schwipper (Deutschland im Visier, a.a.O. S. 480) ging auf der Basis von Vorkriegsauffassungen von der Dauer einer Frontangriffsoperation von ca. 15-20 Tagen aus und schloss daraus, dass „auch die nachfolgenden Operationen der Roten Armee sichergestellt gewesen“ seien, übersieht dabei aber, dass die Denkschrift auf S. 81 explizit mit 30 Tagen Operationsdauer rechnet.
  39. Vgl. „Mit offenen Augen in die Katastrophe“, a.a.O. Vgl. die Kartenskizze des deutschen Aufmarsch siehe „Unternehmen „Barbarossa“ auf der Homepage der deutschen Bundeswehr, 26.04.2022, online unter https://zms.bundeswehr.de/de/mediathek/aktuelle-karte-barbarossa-5386466
  40. Siehe Samuel W. Mitcham: German Order of Battle, Volume Two: 1st   – 290th Infantry Divisions, Named Infantry Divisions, and Special Divisions in WWII, Lanham (Maryland), online unter https://i.4pcdn.org/tg/1442492610535.pdf, besonders S. 21  –25, sowie ders.: German Order of Battle, Volume Two: 291st   – 999th Infantry Divisions, Named Infantry Divisions, and Special Divisions in WWII, Lanham (Maryland).Siehe auch Werner Haupt: Die deutschen Infanterie-Divisionen 1  –50, Eggolsheim 2005 und ders.: Die deutschen Infanterie-Divisionen 50  –87 und 205  –269, Eggolsheim 2005. Vgl. Georg Tessin: Verbände und Truppen der deutschen Wehrmacht und Waffen-SS im Zweiten Weltkrieg 1939-1945; Erster Band: Die Waffengattungen — Gesamtübersicht, bearbeitet auf Grund der Unterlagen des Bundesarchiv-Militärarchiv, herausgegeben, unter Mitarbeit von Brün Meyer, mit Unterstützung des Bundesarchivs und des Arbeitskreises für Wehrforschung, Osnabrück 1977, online unter https://prussia.online/Data/Book/ve/verbande-und-truppen-der-deutschen-wehrmaht-und-waffen-ss-im-zweiten-weltkrieg-1/01%20-%20Die%20Waffengattungen%20-%20Gesamtubersicht%20(OCR).pdf. Tessin stand allerdings Parteigrößen der NSDAP nahe, weshalb bei seinen Schlussfolgerungen Vorsicht angebracht ist.
  41. Siehe Jörg Wurdack: Der Wehrdienst in der Wehrmacht, ein Überblick, bei Lexikon der Wehrmacht, Juli 2002, online unter https://www.lexikon-der-wehrmacht.de/Soldat/Wehrdienst.htm
  42. Siehe „Schema der strategischen Aufstellung der Streitkräfte der UdSSR im Falle eines Krieges mit Deutschland und seinen Verbündeten“, a.a.O.
  43. Siehe Schwipper: Deutschland im Visier, a.a.O., S. 474 und „Советский план нападения на Германию. Вариант от 15 мая 1941 года“ (Sowjetischer Plan für den Angriff auf Deutschland. Fassung vom 15. Mai 1941), bei Форум свободной России(Forum Freies Russland), 07.02.2020, online unter https://www.forumfreerussia.org/articles/opinions/2020-02-07/sovetskij-plan-napadeniya-na-germaniyu-variant-ot-15-maya-1941-goda, in russischer Sprache.
  44. Siehe А. Филиппов: О готовности Красной Армии к войне в июне 1941 г., bei XPOHOC, всемирная история в интернете(Zur Kriegsbereitschaft der Roten Armee im Juni 1941, bei XPOHOC, Weltgeschichte online), online unterhttps://hrono.ru/statii/1900/filipp_rkka.php, in russischer Sprache. 

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