Konsum medialer Gewalt senkt Mitgefühl

Konsum medialer Gewalt senkt Mitgefühl

Eine letzte Woche veröffentlichte Studie des Instituts für Sozialwissenschaften der Universität von Michigan zeigt aufgrund einer Untersuchung über 30 Jahre hinweg Erschreckendes. Das Mitgefühl der College-SchülerInnen ist um ca. 40% tiefer als 20 bis 30 Jahre früher. Sie bemühen sich weniger die Sichtweise ihrer KameradInnen zu verstehen und verspüren weniger Mitgefühl für Schwächere.

Die WissenschaftlerInnen erklären die Abnahme der Fähigkeit, sich in andere hinein zu versetzen, auch durch den Faktor mediale Gewalt:

"Compared to 30 years ago, the average American now is exposed to three times as much nonwork-related information.In terms of media content, this generation of college students grew up with video games. And a growing body of research, including work done by my colleagues at Michigan, is establishing that exposure to violent media numbs people to the pain of others."

Die Vereinigung gegen mediale Gewalt fordert, dass auch die Problematik der abnehmenden Empathie in die Diskussion um die Wirkung medialer Gewalt einbezogen wird. Massnahmen zur Senkung des Konsums von Killergames und Horrorfilmen müssen intensiviert werden und auf den folgenden 4 Säulen aufbauen: Aufklärung, Förderung der Medienkompetenz, Jugendschutz und Einschränkung des Handels mit Killergames und Horrorfilmen.

Links zu Artikeln in Bezug auf die Ergebnisse der Studien:

VGMG
Vereinigung gegen mediale Gewalt
Postfach 323
3074 Muri

E-Mail: info@vgmg.ch
http://www.vgmg.ch

Keine Empathie unter Studenten mehr

Empathie, Mitgefühl, muss gelernt werden. Studenten zeigen deutlich weniger Empathie als noch vor 20 oder 30 Jahren.

Wolfgang Weitlaner, Boston/Wien (pte/31.05.2010/13:14)

Zu diesem Schluss kommt eine Meta-Studie unter insgesamt 14.000 College-Studentenin den USA. Verglichen wurden dabei Daten zwischen 1979 und 2009. "Den größten Abfall von Empathie konnten wir nach dem Jahr 2000 feststellen", schreibt Sara Konrath, Forscherin am Institute of Social Research der University of Michigan http://www.umich.edu/ . Präsentiert wurde das Forschungsergebnis beim jährlichen Treffen der Association for Psychological Science in Boston.

Verglichen mit den Studenten der späten 70er-Jahre stimmen heute Studierende Sätzen wie "Manchmal versuche ich meine Freunde besser zu verstehen, indem ich mir vorstelle, wie Dinge aus ihrer Perspektive betrachtet aussehen" deutlich seltener zu. Auch fehle es an Gefühlen für Menschen, die ärmer oder weniger begütet sind, geben die Studenten zu. Aus dieser Geisteshaltung sehen viele Menschen die heutigen Jugendlichen als "Generation Me", die sich durch Attribute wie egozentrisch, ich-bezogen, narzisstisch, individuell und überzeugt auszeichnen.

Leistungsgesellschaft fördert Egoismus

"Da die heutige Gesellschaft eine Leistungsgesellschaft ist, wird schon sehr früh Wert darauf gelegt, wie man am besten durchkommt und Karriere macht", meint die Psychologin Caroline Erb gegenüber pressetext. Der Druck auf jeden Einzelnen steige, weil jeder das Ziel erreichen will  – notwendigerweise auch ohne Rücksicht auf Verluste. "Massenuniversitäten fördern die Angst, ein anderer könnte einem den Job vor der Nase wegschnappen."

"Diese Situation macht Menschen unzufriedener und geht zu Lasten des allgemeinen Wohlfühlfaktors", so Erb. Gerade am Anfang der Studienzeit suche man nach Rückhalt bei Kommilitonen. "Der große Druck sorgt jedoch dafür, dass jeder in erster Linie auf sich selbst schaut als auf die anderen."

Egoismus im Berufsleben als Unzufriedenheitsfaktor

"Diese Geisteshaltung, dass jeder nur für sich selbst ist, schafft auch im Berufsleben ein deutliches Unwohlsein", sieht Erb. Das führe dazu, dass die Unzufriedenheit wachse und man einfach nicht mehr gerne zur Arbeit geht. "Offensichtlich zählt es mehr, ob man etwas am Konto hat, als die Frage nach Werten und Idealen", meint Erb. "Es besteht die ernstzunehmende Gefahr, dass wir immer mehr zu einer Ellbogengesellschaft werden."

"Empathie muss von Kindheit an gelernt werden", bestätigt die Psychologin, die unter anderem auch für die Partnerplattform Parship.com arbeitet. Empathie mit einem anderen Menschen bedeutet, sich in dessen Lage zu versetzen und mit ihm mitzufühlen, sich darüber klar zu werden, was der andere fühlt oder fühlen könnte. Dazu ist es allerdings auch notwendig, die eigenen Gefühle zu erkennen und angemessen zu reagieren.

Ältere Generation war nicht besser

Eine Studie an mehr als 450.000 Mittelschulabgängern verschiedener Jahrgänge hat gezeigt, dass die heutige Jugend nicht selbstbezogener war als ihre Eltern es damals waren (pressetext berichtete http://www.pressetext.com/news/100318023/ ). Was sich jedoch in den vergangenen 30 Jahren deutlich veränderte, war der Einfluss der Massenmedien und der Video-Games. Zudem spielen auch immer mehr soziale Netzwerke eine Rolle.

"Wenn es auch so einfach ist, online mit Menschen in Kontakt zu treten, ist es auch leicht diese beim Auftreten von Problemen einfach zu ignorieren oder wegzuschalten. Dieses Verhalten könnte auch einen Einfluss auf das tägliche Leben in der Realität haben", meint Studien-Koautor Edward O'Brien. Vorhergehende Untersuchungen haben gezeigt, dass College-Studenten Suchtverhalten bei der Nutzung von sozialen Medienplattformen zeigten.

Medien, Gewalt, Schule & Bildung, Gewaltprävention, Computer, Psychology

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