Schule & Bildung

Champions der Praxis

Rudolf Strahm
Kolumne im Zürcher Tages-Anzeiger v. 17. Okt. 2017
Wenn Sie diese Kolumne lesen, schwitzen 38 junge Berufsleute aus der Schweiz in klimatisierten Expo-Hallen der Wüstenstadt Abu Dhabi um die Weltmeistertitel in ihrem erlernten Beruf. Und der Schreibende ist als Beobachter wohl gerade dabei, sich in den gigantischen Messehallen am Persischen Golf zurechtzufinden.

Die Berufsweltmeisterschaften «World Skills Competitions» finden alle zwei Jahre statt. Sie sind der ultimative Qualitätstest für unser Berufsbildungssystem, ja viel mehr, für die internationale Konkurrenz und Innovationsfähigkeit der Wirtschaft. Die 11 Frauen und 27 Männer messen sich mit rund 1300 Mitbewerbern aus 71 Ländern in einer anspruchsvollen berufsbezogenen Projektaufgabe. Jeder Teilnehmende muss in vier Tagen selbstständig ein oder mehrere Leistungsprogramme erfüllen, etwa eine elektrische Schaltzentrale für ein Gebäude erstellen, eine Maschinenkonstruktion nach digitalem Plan ausführen, eine IT-Software entwickeln und anwenden oder ein Viersternmenü zubereiten.

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Quelle: Quelle: Tages-Anzeiger v. 17. Oktober 2017
http://www.tages-anzeiger.ch

Digitalisierung von Bildung als neoliberales Projekt

Digitalisierung von Bildung als neoliberales Projekt

Das Internet als Brandbeschleuniger der Globalisierung und Infrastruktur des neoliberalen Regimes.

von Matthias Burchardt

In den 80er Jahren wurde den Studierenden an den westlichen Hochschulen politische Leidenschaft, Kritik und das Engagement für eine gerechte Welt durch den Hinweis auf das „Ende der großen Erzählungen“ aberzogen. Wie immer man zu Lyotard, dem Autor dieser  – selbst durchaus nicht kleinen  – Erzählung vom Ende der Utopien und Sinnklammern, stehen mag, scheint er doch von der Geschichte selbst widerlegt worden zu sein: Die Narrative der „Globalisierung“ oder auch der „Digitalisierung“ haben beinahe uneingeschränkte Hegemonie gewonnen, ihre Alternativlosigkeit entfaltet Sachzwang- und Legitimationskaskaden, die weiteren Begründungsbedarf oder gar alternative Gestaltungsabsichten schlichtweg pulverisieren. Politisches Handeln, das auf dieser Welle schwimmt, ist per se legitimiert, Skeptiker und Kritiker kommen gegen die Macht der großen Erzählung kaum an. Zumal auch die Mächtigen selbst sich intensiv mit diesem Thema auseinandersetzen.

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Eine weltumspannende, gewinnorientierte Bildungsindustrie breitet sich aus.

Die "Starke Volksschule St. Gallen" gibt einen wöchentlichen Medienspiegel zur Bildungssituation heraus.

Eine weltumspannende, gewinnorientierte Bildungsindustrie breitet sich aus.

Analysten der Bank Julius Bär schätzen, dass im globalen Bildungsmarkt in diesem Jahr bis zu 7,8 Billionen Dollar umgesetzt werden, fast 40 Prozent mehr als 2013. Davon entfällt ein wachsender Anteil auf private Firmen.“ (Anja Burri, NZZaS, 10.6.2017*) (Die Zahl 7.8 Billionen wird zwar im NZZ-Artikel erwähnt, aber ich denke, es muss Milliarden heissen, da in USA Billions für Milliarden stehen.ww)

Unter dem Titel „Die Schonzeit an unseren Schulen ist vorbei“ wirft Anja Burri ein Licht auf die Kräfte im Hintergrund, welche die Schulveränderer als nützliche Idioten brauchen, um ihre finsteren Geschäfte mit unseren Kindern vorwärts zu treiben  – sofern diese Reformer nicht schon selber im Trüben mitfischen. „Business as usual“?  – Diesmal geht es aber um unser Eingemachtes: die seelisch-geistige Kontrolle über die Jugend  – real in und mit der Datenmine.

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Was pädagogische Leidenschaft bewirken kann

Was pädagogische Leidenschaft bewirken kann

von Carl Bossard*

Wer in Biografien blättert und bei Schriftstellern schmökert, spürt sie immer wieder: die pädagogische Leidenschaft. Auf Spurensuche nach einem vergessenen Begriff. In seinen «Schulmeistereien» erzählt Peter Bichsel, wie er augenblicklich in seine Erstklasslehrerin verliebt gewesen sei. Der kleine Knirps mochte sie, die passionierte Person, und noch Jahre später konnte er ihr Kleid beschreiben.1 Das sei für ihn, so Bichsel, die einzige Erklärung, warum er kein Schulversager wurde.

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Bildung: Nicht auf allen Hochzeiten tanzen

Geschätzte Leserin, geschätzter Leser,

wie wohltuend ist es, von einem praxiserfahrenen, herausragenden Pädagogen, wie Carl Bossard, zu lesen, wie er die Schule wieder vom Kopf auf die Füsse stellt. Man fragt sich, weshalb “Bildungsexperten”  – ausgerechnet im Lande Pestalozzis  – von Amtes wegen “pädagogischen Chimären nachlaufen und von einer Hochzeit zur andern eilen”, die nachweislich bei unseren Schulabgängern wesentliche Wissenslücken hinterlassen, die ihr Fortkommen behindern und dem Lande schaden.

Willy Wahl

Bildung: Nicht auf allen Hochzeiten tanzen

Von Carl Bossard* 17.02.2017

Albanisch statt Französisch, Hausaufgaben streichen, Fächer abschaffen. Auf jede neue Idee springt der Lehrer-Dachverband auf. Wem ist damit gedient? Ein Klärungsversuch.

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Heftiger Bürger-Widerstand in der Schweiz gegen eine schädliche, von der OECD eingeschleuste Bildungs-”reform”

Heftiger Bürger-Widerstand in der Schweiz gegen eine schädliche, von der OECD eingeschleuste Bildungs-”reform”

Ein Beispiel auch für Deutschland und andere OECD-Länder

Lehrplan 21 als Standortnachteil für die Wirtschaft  – ein Leserbrief

Gegenwärtig soll in verschiedenen Kantonen mit dem umstrittenen Lehrplan 21 die radikalste Änderung des Schulsystems seit Bestehen der Volksschule vorgenommen werden.

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Bologna - Problematik des gestuften Studiums

Bologna - Problematik des gestuften Studiums

Von Prof. Dr. Pfeilschifter

Der Leibhaftige

Der Leinhaftige, Giovanni di Modena

Das, meine Damen und Herren, ist der Leibhaftige, wie wir in Bayern sagen würden. Er stammt aus Bologna, nicht aus der dortigen Universität, aber aus der Kirche San Giovanni gleich daneben. Und - nachdem ich einen, zugegebenermaßen, polemischen Artikel gegen die Bologna-Reform veröffentlicht hatte, in dem dieses Fresko des Teufels eine gewisse Rolle spielte - nachdem ich das getan hatte, wurde ich doch von Seiten eines Protagonisten der Bologna-Reform glatt meinerseits als der "Leibhaftige" bezeichnet.

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Die Bären und die Katzen

Die Bären und die Katzen

Aus dem Arbeitsheft zur Prävention

Sieben kleine Bären gingen trippel-trappel durch den Wald, hielten sich brav bei den Vordertatzen. Es standen sieben kleine Katzen bei der Pappel am Bach und sagten: «Ach, wären wir drüben  – miau!» Da nahmen die sieben kleinen Bären die sieben kleinen Katzen auf ihre Rücken und sagten: «Wir sind stark, es wird uns schon glücken.» Die Katzen machten die Augen zu vor Ängsten  – und der kleinsten war am bängsten. Als sie am andern Ufer waren, sagten die sieben Kätzlein artig das Sätzlein: «Wir danken schön.» «Es ist gern geschehen», sagten die Bären und meinten auch, «Ja  – wenn wir nicht wären!»

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