Seniora.org - Palästina

«Israel ist für Juden das unsicherste Pflaster der Welt»

Ilan Pappe ist unter Israels Historikern wohl der umstrittenste. Jetzt nimmt er eine Auszeit in England. Zuvor hat er sich noch mit der Friedensbewegung angelegt.

von Marlène Schnieper, Haifa

Ilan Pappe? Der erste Student, der uns auf dem Parkplatz der Universität Haifa begegnet, strahlt, als er den Namen hört. «Kennen Sie den Mann?» fragt er. Er sei ein Palästinenser aus Akko, ein Araber mit israelischem Pass, stellt er sich vor.

"Sag die Wahrheit, Shimon Peres!"

Ein Journalist und Weggefährte fordert Israels Aussenminister Shimon Peres auf, die verbrecherische Regierung von Ariel Sharon zu verlassen.

von Gideon Levy*

In den vierundzwanzig Jahren unserer Bekanntschaft (vier davon war ich dein Mitarbeiter) schreibe ich dir heute zum dritten Mal einen offenen Brief. Das erste Mal war 1989, als du Finanzminister unter Yitzhak Shamir warst und die erste Intifada wütete. Seinerzeit schrieb ich, dass du "nichts mehr zu verlieren hast  – bis auf die Aussicht, dich in Luft aufzulösen". Das war eine Reaktion auf dein Schweigen zum Verhalten der israelischen Armee während der Intifada und Israels hartnäckiger Weigerung, die PLO als Vertretung der Palästinenser anzuerkennen. Damals glaubte ich, du dächtest anders als Shamir und Yitzhak Rabin und seist bloss nicht kühn genug, die Stimme zu erheben.

„Wann beginnt der Neue Tag?“ – oder die Weisheit des Rabbi

Ein weiser Rabbi stellte seinen Schülern die folgende Frage:

"Wie bestimmt man die Stunde, in der die Nacht endet und der neue Tag beginnt?"

Einer der Schüler antwortete:

"Vielleicht ist es der Moment, in dem man einen Hund von einem Schaf unterscheiden kann?"

Der Rabbi schüttelte den Kopf.

«Einer dauerhaften Friedenslösung den Weg bereiten»

Rolf Verleger und die Berliner Erklärung "Shalom 5767"

von Miriam Weissbrod und Daniel ben Elias

In seiner sehr persönlichen Auseinandersetzung mit dem Judentum und Israel versucht Rolf Verleger, ein deutscher Jude der Nachkriegsgeneration, einen Ausweg zu finden aus der scheinbar ausweglosen Situation in Palästina.

Barenboim – Ehrenbürgerschaft auf dem Mond

Amira Hass, 16.1.08, Haaretz

„Daniel Barenboim, der weltbekannte israelische Pianist und Dirigent, ist zum palästinensischen Ehrenbürger ernannt worden“

und hat einen palästinensischen Pass erhalten, berichtete Haaretz in der Englischausgabe am Montag und verwendete eine Geschichte von Reuters. Die Ynet-Version sagte, das die palästinensische Behörde Barenboim die palästinensische Staatsbürgerschaft gewährt habe, wogegen die New York Times berichtete, dass der aus Argentinien gebürtige israelische Pianist und Dirigent damit einverstanden war, die palästinensische Staatsbürgerschaft und auch einen palästinensischen Ehrenpass anzunehmen.

Der Pass wurde ihm zum Abschluss eines Konzertes in Ramallah gegeben in Anerkennung der Art und Weise (und dies ist die Version der Autorin dieses Artikels), mit der Barenboim seit Jahren die musikalischen Initiativen mit seiner klaren Gegnerschaft zur israelischen Besatzung verbindet; für seine Bereitschaft nach Ramallah zu einer Zeit zu kommen, in der die meisten Israelis dieses als eine Bastion des Terror ansehen; und für die Art und Weise, mit der er mit prominenten Palästinensern freundschaftlich verbunden ist, die den meisten Israelis nicht  – so wie Eduard Said  – bekannt sind.

Brief an einen Soldaten

von Gideon Levy

Lieber Soldat!

Es ist unmöglich, das zu tun, was du in den besetzten Gebieten tust, ohne darüber nachzudenken, wie du es tust.

Es ist unmöglich für dich, dich ohne das Gefühl „enormer Genugtuung“, täglich in große Gefahr zu begeben. Du und deine Kumpels wäret nicht in der Lage, diesen Job, den ihr auf euch genommen habt, zu tun, wenn ihr nicht überzeugt wäret, dass das, was ihr tut, sehr wichtig und richtig ist.

Es ist genau deshalb, weil wenigstens einige von euch Prinzipien haben, dass du nicht in der Lage sein würdest, das zu verüben, was du verübst  – weil du nicht darüber denkst, warum du das tun darfst  – ihnen dasselbe aber verboten ist. Dass sie und wir nicht gleich sind. Dass dir im Namen der Sicherheit alles zu tun erlaubt ist, was dir gefällt  – ohne rote Linien, einschließlich der roten Linie, nicht auf Kinder zu schießen  – eine Linie, die längst überschritten ist.

Der Gipfel der Heuchelei

Der Gipfel der Heuchelei

von Volker Bräutigam, 10. Juni 2009 

Großen Eindruck hat US-Präsident Obama mit seiner Rede in Kairo und seinen Auftritten in Europa, u. a. in Buchenwald, gemacht, Stürme der Begeisterung geweckt.

Die Mauer/WALL/MUR

Als ich am Montag vor einer Woche (6.11. 23.10 Uhr auf 3sat) den Film „MUR/WALL“ sah, fiel ich aus allen Wolken.

Ich wusste zwar, dass die Israelis eine acht Meter hohe Mauer bauten. Von der Monströsität dieses „Bauwerks“ hatte ich bis dato jedoch keine Ahnung: 50 Meter breit ist diese Mauer-Sperranlage! Eine fünfzig Meter breite Schneise, elektronisch gesichert, mit Wachttürmen, Stacheldraht, Schutzgraben, asphaltierte Strasse für Armeefahrzeuge durchzieht 500 Kilometer lang zum Teil fruchtbares Land und sperrt die Palästinenser buchstäblich in ein Konzentrationslager. Unvorstellbar! Ein Kilometer kostet 2 Mio Dollar.

Schauen Sie sich auf „Steinbergrecherche“ die Bilder an. Noch eindrücklicher wäre natürlich der Film. Ich hoffe, er kommt in die Kinos.

Die Bilder auf www.Steinbergrecherche.com/ können nicht mehr eingesehen werden, da die Seite eingestellt wurde.

Beste Grüsse

Die Welt darf nicht schweigen. Die Menschen in Gaza sind keine Versuchstiere.

Die Journalistin Andrea Bistrich führte ein Interview mit Dr. Juma Al Saqqa, Facharzt für plastische Chirurgie sowie Sprecher des Schifa-Krankenhauses in Gaza-Stadt, über den vermutlichen Testeinsatz neuer israelischer Waffen im Gaza-Streifen.

Palästinensische Ärzte befürchten, daß israelische Armee Gaza-Invasion zum Waffentest nutzt. Gespräch mit Juma Al Saqqa. Dr. Juma Al Saqqa ist Facharzt für plastische Chirurgie und Sprecher des Schifa-Krankenhauses in Gaza-Stadt

Auf welche Verletzungen sind Sie und Ihre Kollegen im Schifa-Krankenhaus in Gaza gestoßen, die Sie vermuten lassen, daß die israelische Armee möglicherweise eine neue Waffenart in Gaza testet?

Ein ganzes Volk einsperren

von John Pilger, 22.06.2007 — New Statesman/ZNet

Israel ist dabei, jede Idee eines Staates Palästina zu zerstören und es wird ihm erlaubt, eine ganze Nation einzusperren.

Das wird deutlich durch die letzten Angriffen auf den Gazastreifen, dessen Leiden schon zu einer Metapher für eine Tragödie geworden ist, die Völkern des Nahen Ostens und drüber hinaus auferlegt wird. Diese vom britischen Kanal 4 berichteten Angriffe wären auf Schlüsselfiguren militanter Hamas und auf die Hamas Infrastruktur gezielt gewesen. Die BBC beschreibt einen „Zusammenstoß“ zwischen denselben Militanten und einem israelischen F-16-Kampfflugzeug.

Gott beherrscht alles im Israel von 2012, sogar den Staat

Gideon Levy, Haaretz, 29. 01. 2012

Gideon Levy wurde 1953 in Tel Aviv als Sohn von Flüchtlingen geboren; sein Vater stammte aus dem Sudetenland. Levy war von 1978 bis 1982 Sprecher von Shimon Peres.

1982 schrieb er erstmals für die israelische Tageszeitung " Ha´aretz" . Seit 1986 berichtet er Woche für Woche in der Kolumne "Zwielicht-Zone" über das palästinensische Leben unter israelischer Besatzung. Eine Sammlung der Beiträge des Journalisten ist unter dem Titel "Schrei´, geliebtes Land" im Melzer Verlag erschienen. Gideon Levy wurde 1996 der "Emil Grunzweig Menschenrechtspreis" verliehen.

In eigener Sache: Ein Wort zu Pessach

von Reuven Cabelman

Wer auch immer die gewählten Vertreter und Führer des zionistischen Staates gewesen sein mögen  – ob Peres oder Sharon, Begin oder Rabin, Barak und Livni, ob Netanyahu und Lieberman, ob „links oder „rechts“  – sie alle spielten mit dem Leben von Juden.

Israels unmoralisches „Recht zu existieren“

von John Whitbeck, Christian Science Monitor

Nun, da der palästinensische Bürgerkrieg  – auf den Israel, die US und die EU lange gewartet haben  – im Begriff ist, auszubrechen, mag es an der Zeit sein, die Rechtfertigung zu prüfen, die von Israel vorgebracht wurde und von den US und der EU als kollektive Strafe für das palästinensische Volk angeblich als Vergeltung dafür gedacht war, dass es bei den letzten demokratischen Wahlen ( Jan. 2006) falsch gewählt hatte: die Verweigerung der Hamas, „Israel anzuerkennen“ oder „Israels Existenz anzuerkennen“ oder „Israels Existenzrecht anzuerkennen “.

Klarheit, Eindeutigkeit ist erforderlich

Klarheit, Eindeutigkeit ist erforderlich

Luz María De Stéfano Zuloaga de Lenkait zu Süddeutsche Zeitung (SZ) vom 4.9.: „In der Glaubwürdigkeitsfrage" von Peter Münch, und Süddeutsche Zeitung (SZ) vom 5.9: „Aufruf zu mehr Einigkeit" von Daniel Brössler

von Luz María De Stéfano Zuloaga de Lenkait, Juristin und Diplomatin a.D

Abschlusserklärung der Konferenz der blockfreien Staaten in Teheran mit Unterstützung der Gründung des Staates Palästina und der Forderung nach einer atomwaffenfreien Zone Naher und Mittlerer Osten

Meldungen über Eklat beim Auftritt von deutschem Außenminister in Israel

Ohne Bewertung der Tatsachen keine seriöse Haltung gegenüber Israel
von Luz María De Stéfano Zuloaga de Lenkait, Juristin und Diplomatin a.D.
27.4.17
Die deutsche Bundesregierung beharrt auf einer schon obsoleten, weil impraktikablen Lösung für Palästina. Aus fehlendem Realismus, aus Mangel an Sachverstand der historischen Fakten, ihrer sachlichen Bewertung und Überlegung bleibt Berlin und sein Auswärtiges Amt bei leeren Worten für eine völlig unrealisierbare, alte Empfehlung der Vereinten Nationen (UN), die keine Lösung war und ist.

Versäumte Friedenspolitik Deutschlands und Europas - Fehlender Realismus, Mangel an Sachverstand der historischen Fakten und sachlicher Bewertung in Regierung

Deutschland und die EU haben es versäumt, mit einem konstruktiven realistischen Vorschlag für Frieden und Sicherheit in Palästina beizutragen. Sie haben es versäumt, eine Friedens-Außenpolitik Europas für den Nahen und Mittleren Osten in Gang zu setzen. Gegenüber der wiederholten Aggressivität Israels gab es in der Regel keine angemessene Reaktion der EU. Friedensverhandlungen sind immer wieder gescheitert, Konferenzen und Abkommen erfolglos geblieben. Die Regierung Israels lehnt es ab, sich aus den palästinensischen Territorien zurückzuziehen. Dadurch ist die Zwei-Staaten-UN-Empfehlung von 1947 unmöglich geworden, da heute kein Platz, kein Territorium dafür besteht. Appelle dafür sind Schreie in den Wind, völlig realitätsfern, weil die sogenannte Zwei-Staaten-“Lösung“ als nicht praktikabel längst gescheitert ist.

Quelle: Luz María De Stéfano Zuloaga de Lenkait

Miko Peled kommt nach Bern und Zürich am 17. und 19. Juni 2017

Miko Peled, Autor von “Der Sohn des Generals”, spricht im Rahmen der Veranstaltung „50 Jahre Sechstagekrieg“, organisiert vom Asien-Orient-Institut, über seinen Vater. General Matti Peled setzte sich nach dem Sechstagekrieg und der völkerrechtswidrigen Besetzung der palästinensischen Gebiete 1967 für Versöhnung und Frieden zwischen Israelis und Palästinensern ein. Sein Sohn Miko Peled geht zwei Fragen nach: Was habe ich von meinem Vater gelernt? Wie können Israelis und Palästinenser jene Feindschaft überwinden, die täglich Menschenleben fordert?

Miko Peled

Miko Peled

Zürich: Montag, 19. Juni 2017, 19.00
Universität Zürich (Hauptgebäude), Hörsaal KOL F-101 (in englischer Sprache)
Moderation: Erich Gysling.

Bern: Samstag, 17. Juni 2017, 15.30 Uhr (anschliessend an die GV der GSP)
Kornhausforum, Bern, Kornhausplatz 18

Mehr zum Buch: Der Sohn des Generals

Quelle: Edition8
http://www.edition8.ch/buch/der-sohn-des-generals/

Offener Beschwerdebrief an Deutschlandradio

Gravierende journalistische Defizite in Nahostberichterstattung: "Tote bei Protesten an Gaza-Grenze" (30.3.2018)
Von Thomas Siemon

Sehr geehrter Herr Dr. Bertolaso,
 sehr geehrte Damen und Herren,

wir - die einhundertsiebenundvierzig (147) Unterzeichner dieses Schreibens - Unterstützer und Vertreter zivilgesellschaftlicher Organisationen, die versuchen, die Öffentlichkeit über die Hintergründe des Nahost-Konflikts aufzuklären, haben es regelmäßig mit Offiziellen - Kommunal-, Landes- und teilweise Bundespolitikern - zu tun, deren Unwissenheit über den Nahen Osten geradezu erschreckend ist.

Dies ist nach unserem Eindruck auch darauf zurückzuführen, dass die Medien im Nahost-Umfeld eine Filter-Blase errichtet haben, durch die fast ausschließlich Informationen dringen, die zu dem israelischen Narrativ passen, demzufolge Israel das Opfer der von ihm seit über einem halben Jahrhundert unterdrückten Palästinenser sei.

An dieser Filterblase ist leider auch Ihr Haus beteiligt, wie dieser Beitrag - Tote bei Protesten an Gaza-Grenze - vom 30. März zeigt, dessen Verfasser sich über journalistische Grundsätze freizügig hinweggesetzt haben, wie wir nachfolgend zeigen.

Rolf Verleger im Gespräch mit Tobias Armbrüster

Rolf Verleger im Gespräch mit Tobias Armbrüster

Rolf Verleger, ehemaliges Direktoriums-Mitglied im Zentralrat der Juden in Deutschland, wundert sich nicht über die neue Welle des Antisemitismus im Land. Im Deutschlandfunk warf er Repräsentanten des Judentums vor, jede Kritik an Israel als antisemitisch zu erklären. Es müsse erlaubt sein, die israelische Politik zu kritisieren.

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