Seniora.org - Machtwahn

Ende des Afghanistankrieges, Ende der Machtphantasien?

Die deutsche Regierung ruft - mit höchster Alarmstufe und Dringlichkeit- deutsche Staatsbürger aus Afghanistan zurück.
Von Dr. Barbara Hug, 20.8.21
Gleich vorweg: Trotz schwerster und unübersehbarer Niederlage wird diese kein Ende der Machtphantasien der USA oder Deutschlands bedeuten.

Auch am Ende des Vietnamkrieges trat kein Überdenken der Rolle der USA als Kriegsmacht, als einzige Weltmacht ein. Auch am Ende des ersten Weltkrieges musste die Dolchstosslegende dafür gebastelt werden, die Niederlage in einen Sieg umzudeuten: Auf dem Felde unbesiegt. "Verräter". die am eigentlichen "Sieg" zweifelten, wurden ermordet. Der zweite Weltkrieg war dann die Fortsetzung des ersten Weltkrieges, um die "Schande", die die Versailler Verträge für Deutschland bedeuteten, wieder zu tilgen.

Im Zweiten Weltkrieg war die militärische Niederlage spätestens seit Stalingrad absehbar, für jedermann. Und hohe Militärs sollen sich ja besonders dadurch auszeichnen, in strategischen Kategorien zu planen. Weit gefehlt, auch beim zweiten Weltkrieg. Die Niederlage war absehbar.

Krokodilstränen à la Kramp-Karrenbauer.... es ist schon bitter... zeigen nur, wie wenig realistisch die Situation in Afghanistan in den letzten 20 Jahren, seit Beginn des Krieges, erfasst worden war. Auch sehr bitter, sehr bitter, vor allem für die Opfer des Krieges. Doch das bleibt ungesagt.

Werner Otto Müller-Hill, Vater des unbestechlichen Genetik-Professors Benno Müller-Hill, legte in einem Kriegstagebuch von 1944-45 seine Eindrücke nieder. Seine täglichen Erfahrungsberichte legen Zeugnis davon ab, wie klar die Niederlage des deutschen Reiches für jedermann ersichtlich im Raum stand. Doch sie wurde geleugnet. Worin besteht der Zweck dieser Leugnung? Sein Buch "Man hat es kommen sehen und ist doch erschüttert"bietet reichhaltige Schilderungen für Interessierte und Friedensbewegte. Müller-Hill, der Vater, spricht von geschlossenen Blasen, von Monaden, in denen die deutsche Heeresführung lebte. Parallelen zu heute?

Für den ersten Weltkrieg schreibt Adolf Gasser, Schweizer Historiker, von einem kollektiven Grössenwahn, von einem irrational überhöhtem Kraftbewusstsein, eine in einem mythischen Glauben wurzelnde eigene Unbesiegbarkeit.

Der Zweck und die Funktion der Leugnung muss in jedem Fall durchleuchtet werden, nicht nur von der psychologischen Seite her, sondern auch von der innenpolitischen.

Hier dürfte der Machtwahn an erster Stelle stehen, vor allem wenn die Allmacht gefährdet scheint.

Dr. Barbara Hug

Alfred Adler: Die andere Seite - Eine massenpsychologische Studie über die Schuld des Volkes

Jahrzehntelang währte diese Dressur eines weichen Volkes und erzog es zur Selbstunsicherheit und zum Gehorsam gegen die Oberen.
Von Alfred Adler 1919
Da kam der Krieg und niemand wußte woher. Nach allen Regeln erprobter Kriegskunst warfen sie dem Volk ein undurchsichtiges Tuch über den Kopf. Wieder rauschte das militärische Blech auf, gemietete Banden zogen durch die Straßen, halbidiotische Klopffechter hielten eingeblasene Stachelreden, in denen viel vom eigenen Adel und von der Niedertracht der anderen die Rede war, ebenso von einem ganz kurzen Krieg und von einem glänzenden Sieg. Das Volk glaubte durch den dichten Schleier ein Licht zu sehen, fühlte vorerst aber nur seine Ohnmacht.

Die unterschätzte Weltmacht. Von Geo- bis Biopolitik – Plutokraten transformieren die Welt

Das neue Buch von Wolfgang Effenberger ist im April erschienen
Wolfgang Effenberger
Die Corona-Misere und erst recht der laufende Krieg in der Ukraine haben die mangelhaften Geschichtskenntnisse zahlreicher gesellschaftlicher und politischer Akteure aufgedeckt. Wenn die Fähigkeit zum ganzheitlichen Denken und wichtige geschichtliche Informationen fehlen, so ergeben sich leicht gravierende, verheerende Fehlentscheidungen.

Friedenspolitik im Nuklearzeitalter

Die Aussage von der Zeitenwende – inzwischen zum geflügelten Wort geworden – ist tatsächlich eine vom frustrierten Machtstreben des Westens diktierte Fehldiagnose, geradezu Propaganda in ihrer klassischen Form.
von Prof. Dr. Dr. h.c. mult. Hans Köchler - zeit-fragen.ch v. 04. Oktober 2022
Was sich vor unser aller Augen abspielt, ist eine «Zeitenwende» ganz anderer Art: In der Statistik der zwischenstaatlichen Gewaltanwendung ist im Jahre 2022 plötzlich ein dem Westen zugerechnetes Land (wenngleich diese Zuordnung unter dessen Bevölkerung umstritten ist) in der Position des Angegriffenen, während in den Jahrzehnten davor fast ausschliesslich die Vereinigten Staaten und deren Verbündete für sich  – mehr oder weniger straflos  – in Anspruch nahmen, das internationale Gewaltverbot zu ignorieren.

Milliarden deutsche Euro für Selenskis Krieg

In dieser Woche hat das russische Außenministerium dem amerikanischen Außenministerium eine formelle Note über die völkerrechtlichen Implikationen westlicher Rüstungshilfe für die Ukraine zugestellt.
Von Willy Wimmer - 16 April 2022 - World Economy
Damit ist nach den in dieser Note aufgestellten Kriterien jede westliche Hilfe eine westliche Kriegsbeteiligung. Unter Beachtung der von russischer Seite aufgestellten Kriterien kann sich der Westen nicht mehr darauf berufen, mit westlichen Rüstungsgütern keine Kriegsbeteiligung beabsichtigt zu haben.

Rom und Wien wollen mit Sozialpunkten und Smart City „ein neues Gesellschaftskonzept“ umsetzen

Die digitalen Pilotprojekte zur hoheitlichen Manipulation des Bürgerhandelns schießen wie Pilze aus dem Boden
Von Norbert Häring, 4. 05. 2022 |Geld und Mehr
Ist es wirklich Zufall, dass neben Bologna und Bayern, annähernd gleichzeitig auch Wien und Rom ihre Bürger mit Sozialpunkten für tugendhaftes Verhalten belohnen wollen und die EU-Kommission im Eiltempo den digitalen Euro auf den Weg bringen will?

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