Seniora.org - Kuba

Dir Aas kenn’ ick ...

von Wolf Gauer, Brasilien
Diplomatische Beziehungen zwischen Kuba und den USA! Zwischen einer kleinen Nation (11,2 Millionen Einwohner), die mittlerweile zwei Generationen sozialistisch erzogen und kostenlos ausgebildet hat, deren Lehrer und Ärzte in 40 Ländern tätig sind, und einer übermächtigen, kapitalgesteuerten Klassengesellschaft

(318 Millionen Einwohner), die in 74 Ländern Krieg führt, weltweit rund 1.100 Militärbasen unterhält und unseren Planeten als ihr rechtens zustehenden Zulieferer betrachtet.

Zuerst hatten wir uns in São Paulo richtig gefreut, mit den Kubanern in Brasilien, mit ganz Lateinamerika  – ein guter Anfang. Dabei auch ein bißchen gegrübelt  – „na ja, Obama will halt vor Ladenschluß noch rasch ins Geschichtsbuch“  – und schließlich verhalten gezweifelt. Fidel war so unheimlich stumm geblieben und die Granma so offiziell...

Aber bald fiel der Groschen: Schon am 23. Januar, am Tag nach der ersten Verhandlungsrunde, brach Roberta S. Jacobson, US-Ministerialdirektorin für die Westliche Hemisphäre und Chefunterhändlerin, ihre Frühstücksbrötchen mit sieben kubanischen „Dissidenten“. US-Diplomatie vom Feinsten. Jacobson: „Wir meinen, daß wir Entscheidungen in unserem eigenen Interesse treffen müssen..., Entscheidungen, die das kubanische Volk stärken“ (Miami Herald, 23.1.14, Übs. Autor).

Was „stärken“ auch immer heißen soll in einem Land, das 53 Jahre US-amerikanischer Nachstellungen und Attentate überstanden hat, dessen Kindersterblichkeit (4,2 von Tausend) weit unter derjenigen der USA (6,2) liegt, ganz zu schweigen von seinem überlegenen Erziehungswesen und der Tatsache, daß Kuba zum genannten Zeitpunkt schon 53 US-erkorene „Politische“ entlassen beziehungsweise ausgetauscht hatte.

Wolf Gauer, lebt seit vielen Jahren in Brasilien.
Quelle: Der Beitrag erschien zuerst in Ossietzky  – Zweiwochenschrift für Politik, Kultur und Wirtschaft.

Programmbeschwerde: Nachrichtenunterdrückung – Marxistische Sichtweise unserer realen Welt.

Von Volker Bräutigam, Friedhelm Klinkhammer und Wolf Gauer
Beispiel: ARD-aktuell zwischen 16.4. und 19.4. 2016

Sehr geehrte Damen und Herren,

Es bedarf keiner Absprache zwischen den deutschen Leitmedien über die Frage, was Lieschen Müller und Michel Meier nicht lesen, sehen oder hören sollen. Das trifft in besonderer Weise auf alle Äußerungen und Betrachtungen aus marxistischer Weltsicht zu.

Marxismus mag eine Philosophie von historischem Rang sein, der Kommunismus für mehr als eine Milliarde Menschen Bedeutung haben, im NDR-Staatsvertrag mag stehen 

§5 Programmauftrag...hat den Rundfunkteilnehmern und Rundfunkteilnehmerinnen einen objektiven und umfassenden Überblick... in allen wesentlichen Lebensbereichen zu geben. Sein Programm hat der Information, Bildung, Beratung und Unterhaltung zu dienen....§7 Programmgrundsätze ... dazu beitragen, die Achtung vor... Glauben und Meinung anderer zu stärken,... Das Programm... soll die... internationale Verständigung fördern, für die Friedenssicherung und den Minderheitenschutz eintreten...§8 Programmgestaltung... hat sicherzustellen, dass... das Programm nicht einseitig...  einer Weltanschauung dient - es ficht das alles ARD-aktuell nicht an. Über kommunistische Gesellschafts- und Politikvorstellungen unterrichtet diese Redaktion fast nie, vollständig und umfassend ohnehin nicht, und wenn überhaupt, dann nur in ihrem Internet-Feigenblatt "tagesschau.de" für die Fünf-Prozent-Minderheit des Publikums; in den TV-Ausgaben der Tagesschau mit ihren (noch) 9 Millionen Zuschauern erscheint nichts, was das herrschende System infrage stellt. Richtschnur dort ist allein die neo-liberalistische, kapitalistische Weltanschauung. Unsere  – wie wir wissen ebenso ungewöhnliche wie aussichts- und folgenlose  – Programmbeschwerde soll das am Beispiel der Nichtberichterstattung über den VII. Kongress der Kommunistischen Partei Kubas vom 16. bis19. April 2016 deutlich machen.

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