Seniora.org - Hongkong

Barack Obama, Umstürzler von Gottes Gnaden.

Spitzmarke Obama
von Volker Bräutigam
01.10. 14
Zehntausende Demonstranten protestieren in diesen Tagen in Hongkong gegen die Absicht der KP Chinas, zur Wahl für den nächsten Verwaltungschef der Sonderzone Hongkong nur solche Kandidaten zuzulassen, die mit der Zentralregierung in Beijing kooperieren wollen. Die mehrheitlich studentischen Protestler sind zwar noch keine gewichtige Größe im Vergleich zu den 3,7 Millionen Wahlberechtigten, aber medial aufblasen lassen sich ihre Auftritte schon jetzt.

An die Spitze ihrer vorerst  – bis zu Wahlen ist es noch ein Weilchen hin  – gewaltfreien Bewegung hat sich eine Organisation namens „Occupy Central“ gesetzt. Angeführt wird sie von einem britisch-christlich sozialisierten Professor der Uni Hongkong, die geistigen Väter des Projekts aber sitzen in Washington. In Ihrer nächsten Umgebung, Mr. President.

Sie gestatten in Anbetracht der notorischen westlichen Hetze gegen die USA-Konkurrenten Russland und VR China einige versachlichende Hinweise? Nein? Gut, dann eben trotzdem: Die Demonstrationen haben keinerlei Bezug zum Alltagsleben des Hongkong-Chinesen. Dem Wahlkonzept, um das es den Protestlern vorgeblich zu tun ist, hat die Mehrheit der Einwohner längst zugestimmt: bei Petitionen mit  – von einigen Zeitungen behaupteten, aber nicht belegten  – 800 000 Unterschriften für die Opposition und mit 1,3 Millionen dokumentierten Unterschriften für die Pro-Beijing-Fraktion. Der „Oppositionsführer“, besagter Professor, hat u. a. gegenüber der Deutschen Welle bereits eingestanden, nur ein Viertel der Wahlberechtigten stehe hinter ihm.

Das wollen Sie nicht hören? Bitte, ein kleiner Nachschlag: Hongkong hat einen der höchsten durchschnittlichen Lebensstandards weltweit, eine moderne, vorzügliche Infrastruktur, medizinische Versorgung, Bildungsstätten, hocheffizienten öffentlichen Nahverkehr, Vollbeschäftigung. Was die reichen Hongkonger fürchten ist allenfalls der Zustrom wesentlich ärmerer Chinesen vom Festland. Es herrschen nämlich Reise- und Meinungsfreiheit. Nur mit bösem Willen ließe sich behaupten, die jüngsten Demos seien Ausdruck von materieller Not oder ideeller Unfreiheit in Hongkong.

http://williamblum.org/chapters/killing-hope/us-government-assassination-plots

Die Fehlgriffe der Macht um acht: Großer Bahnhof für einen Grünschnabel

Heiko Maas ist für die „Regenschirm-Revolution“ gegen China, und die Tagesschau findet das prima
Von Friedhelm Klinkhammer und Volker Bräutigam
Grundmuster der US-amerikanischen Chinapolitik: Soziale Sabotage. Politische, organisatorische und finanzielle Unterstützung von Versuchen, zu destabilisieren und „regime change“ herbeizuführen, notfalls gewaltsam. Ob in Tibet, in Xingjiang oder in Hongkong: Immer und überall finden die USA Leute, die sich infolge Beschränktheit oder gegen Geld als Maulhelden und „Unterstützer der Demokratie“ einsetzen lassen. In Hongkong heißt ihr „Menschenrechtsaktivist“ Joshua Wong und ist ein 22jähriger Student. In Berlin ist es Heiko Maas, der größte Außenminister aller Zeiten. Beide voll dabei, eine „Regenschirm-Revolution“ gegen die Zugehörigkeit Hongkongs zur Volksrepublik China zu inszenieren. So abenteuerlich dieser Versuch, so hirnrissig seine Betitelung im medialen Echo. Die Tagesschau bewährt sich ganz vorne im Verzicht auf kritische und saubere Berichterstattung.
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