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Seniora.org - Hirnforschung

„Offener Dialog", ein alternativer Ansatz aus Finnland zur Heilung von Psychosen

Film von Daniel Mackler, englisch/deutsche Untertitel, 74 Min., 2011

„Offener Dialog", eine 74-minütige Filmdokumentation über das Westlappland Open Dialogue Projekt, dem Programm, das momentan die besten Ergebnisse für Erstsychosen in den entwickelten Ländern erzielen soll -- annähernd 85% vollständige Genesung, mehrheitlich ohne anti-psychotische Medikamente. In Finnland gedreht. Regie: Daniel Mackler.

In den 80er Jahren erneuerte eine Gruppe progressiver Psychologen und Psychiater im Norden Finnlands die klassische psychiatrische Versorgung schizophrener Patienten. Heraus kam eine Methode, die seit vielen Jahren herausragende Therapieerfolge für Erstpsychosen aufweisen kann: der „Offene Dialog“.

Quelle: Mehr Gesundheit für weniger Geld
http://www.mehr-gesundheit-fuer-weniger-geld.de/service-infothek/1/open-dialogue/index.html

„Work hard – Play hard“ – Ein Blick in Orwells schöne neue Arbeitswelt

Carmen Losmann hat einen sehenswerten Dokumentarfilm* über die moderne Arbeitswelt gedreht. "Work hard – play hard" erzählt von Team Buildings und kreativer Ausbeutung.
Von Meike Fries - April 2012, 19:21 Uhr
Work hard - Ein paar Männer sitzen im Kreis. Sie haben die Augen geschlossen, sie atmen. "Schaut euch eure Erkenntnisse an", sagt einer. Doch die meditative Übung ist nicht Teil einer Yogastunde . Zuvor haben sich die Männer aus Bäumen abgeseilt und sind mit verbundenen Augen durch einen unterirdischen Gang gekrabbelt. Sie trugen Helme mit Namensaufklebern, und wer etwas sagen wollte, musste vorher in eine Kindertröte pusten. Sie mussten einander Versprechen geben: "Ich werde demnächst noch mehr und besser und verstärkt kommunizieren, um Prozesse und Aufgaben schneller und zielführender erledigen zu können, was am Ende heißt: mehr Umsatz." Jetzt ruhen sich die Männer aus und schauen mit geschlossenen Augen ihre Erkenntnisse an. Ihr Arbeitgeber war der Meinung, dass ihre Teamfähigkeiten optimiert werden müssten. Deswegen sind sie hier, in einem Hochseilgarten in der Lüneburger Heide .

Das Outdoortraining für Angestellte ist eine Station auf Carmen Losmanns Reise durch deutsche Unternehmen, durch Konferenzräume und karge Empfangshallen, hinter orangene Stellwände und zu abgezirkelten Coffee Points , in denen Privatgespräche über Fußballergebnisse durchaus erwünscht sind. Die junge Dokumentarfilmerin hat etwa Architekten dabei beobachtet, wie sie die neue Firmenzentrale von Unilever in Hamburg entwerfen. Die Mitarbeiter sollten "auf keinen Fall daran erinnert werden, dass sie arbeiten ", sagt einer der Planer. Das Ergebnis ist im Film zu sehen.
(...)

Losmann hat mit klugem, nüchternem Blick einen Gruselfilm erster Güte geschaffen. Die grauen Herren sind längst da. Sie tragen bunte Designerbrillen und stellen überall Polstermöbel auf.

Quelle: Der Film
https://vimeo.com/75468538

Alles sehen, trotz fehlender linker Hirnhälfte

Einem Mädchen fehlt die Hälfte des Gehirns, dennoch sieht es praktisch normal.

Frankfurt.  – Bei einem heute 10-jährigen Mädchen hat sich aufgrund einer Entwicklungsstörung im Mutterleib die rechte Grosshirnhälfte nicht ausgebildet. Trotzdem besitzt das Mädchen ein fast normales Sehvermögen, wie deutsche Forscher nun zeigen konnten («PNAS», online).

Cannabis Sativa – Kiffen macht langfristig dumm

Kiffen ist nicht nur schädlich für die Gesundheit. Eine Langzeitstudie über fast 40 Jahre aus den USA zeigt: Cannabis-Konsum lässt den IQ unwiderruflich schrumpfen  – besonders bei Jugendlichen.

Washington/BerlinCannabis zu rauchen macht nach einer US-Studie dumm  – vor allem junge Menschen. Forscher um Madeline Meier von der Duke University in Durham (Bundesstaat North Carolina) fanden in einer fast 40 Jahre andauernden Studie heraus, dass Hanfkonsum das zentrale Nervensystem unwiderruflich schädigen und den Intelligenzquotienten (IQ) senken kann. Das berichten sie im US- Journal „Proceedings of the National Academy of Sciences"

(„Pnas" siehe: http://www.pnas.org/content/early/2012/08/22/1206820109/suppl/DCSupplemental).

Die Erklärung von Sevilla zur Gewalt (1986)

Sevilla, 16. Mai 1986
Bei allen eingehend untersuchten Gattungen wird der Status innerhalb einer Gruppe durch die Fähigkeit zur Kooperation sowie die Fähigkeit, bedeutende soziale Aufgaben für die Gruppe zu übernehmen, erworben. «Dominanz» setzt soziale Bindungen und Vereinbarungen voraus; auch wo sie sich auf aggressives Verhalten stützt, ist sie nicht einfach gebunden an den Besitz und die Anwendung überlegener physischer Kraft. Immer dann, wenn bei Tieren künstlich die Selektion aggressiven Verhaltens gefördert wird, führt dies schnell zu hyperaggressiven Verhaltensweisen dieser Individuen.

Dies ist ein Beleg dafür, dass eine ausschließliche Selektion der Aggression unter normalen Bedingungen nicht vorkommt. Wenn solche experimentell gezüchteten hyperaggressiven Tiere in eine soziale Gruppe eingeführt werden, stören sie entweder deren soziale Struktur oder sie werden vertrieben. Gewalt ist weder Teil unseres evolutionären Erbes noch in unseren Genen festgelegt.

Wir halten es für unsere Pflicht, uns aus der Sicht verschiedener wissenschaftlicher Disziplinen mit den gefährlichsten und vernichtendsten Aktivitäten der Menschheit zu befassen: mit Krieg und Gewalt.

Wir wissen, dass die Wissenschaft ein Produkt des Menschen ist, sie deshalb weder endgültig noch allumfassend sein kann. 

Wir danken der Stadt Sevilla sowie den Vertretern der Spanischen Unesco-Kommission für die Unterstützung unseres Treffens. In Sevilla trafen sich Wissenschafter aus der ganzen Welt, die sich mit dem Thema Krieg und Gewalt beschäftigen.

Die frühe emotionale Bindung ist entscheidend für die geistige und körperliche Entwicklung.

Kinder brauchen Geborgenheit, um sich ihrer Umwelt zu stellen. Das Gehirn reift durch Herausforderung.

von Ingeborg Bördlein

Frankfurt -  In die Diskussion um eine bessere Ausbildung der Kinder und Jugendlichen in Deutschland schalten sich jetzt Wissenschaftler ein, die sich mit der frühen Entwicklung von Kindern beschäftigen: Sie sehen eine sichere emotionale Bindung im ersten Lebensjahr als den besten Nährboden für gute Lebens- und Bildungschancen in späteren Jahren.

Epigenetik und Sport – Krafttraining hält die Gene "jung"

Vortrag von Prof. Dr. Wilhelm Bloch
von Prof. Dr. Wilhelm Bloch
Im Laufe des Lebens verändern sich unsere Gewebe und Organe auf vielfältige Weise. Das betrifft die Zellen und das Bindegewebe und geht unter anderem damit einher, dass die Regeneration und der Erhalt von Geweben und Organen beeinträchtigt werden. Diese langfristige Veränderungen sind verbunden mit Veränderungen der Genaktivität und Verfügbarkeit, die diese Prozesse steuern bzw. beeinflussen. Solche langfristigen Veränderungen der Genaktivität bezeichnet man als epigenetische Veränderungen, denen vor allem spezifische Modulationen, die für die Packung der DNA im Chromatin verantwortlich sind, zugrunde liegen.

Auch unser größtes „Organ“  – die Skelettmuskulatur  – ist von epigenetischen Veränderungen im Laufe des Lebens betroffen. Dies betrifft sowohl die Muskelfaser als auch die für deren Regeneration wichtigen Satellitenzellen. Daraus ergibt sich die Frage nach dem richtigen Training für den Erhalt der notwendigen Genfunktion in Muskelfasern und Satellitenzellen.

Universitätsprofessor für Molekulare und Zelluläre Sportmedizin am Institut für Kreislaufforschung und Sportmedizin der Deutschen Sporthochschule Köln
http://www.kieser-training.de/fachkongress-dresden/vortraege/prof-dr-wilhelm-bloch

KenFM im Gespräch mit: Manfred Spitzer ("Cyberkrank!")

Erkennen Sie sich wieder? Sie sitzen in einem Flieger, der nach gut zwei Stunden zur Landung angesetzt hat und jetzt auf dem Rollfeld Richtung finaler Parkposition schleicht. Noch ist das Betätigen des Mobiltelefons nicht gestattet, aber das hindert Sie nicht daran, jetzt und sofort Ihre Mails zu checken und über soziale Netzwerke der Restwelt klar zu machen, dass Sie wieder online sind.
KenFM, am 14.11.2017 veröffentlicht
Dieses Interview wird online veröffentlicht und dauert ca. 1 Stunde und 40 Minuten. Versuchen Sie mal, nachdem sie es gesehen haben, 48 Stunden lang offline zu bleiben. Komplett. Beobachten Sie sich dabei selber. Süchtig? Ja / Nein / Vielleicht ?!

Erkennen Sie sich wieder?

https://www.youtube.com/watch?time_continue=2&v=dxicBvXv-DM

Mütterliche Zuwendung mildert die Stressempfindlichkeit

Ein Gespräch mit dem Neurobiologen Michael Meaney
Frühkindliche Erfahrungen hinterlassen tiefe Spuren im Erbgut  – das ist eine Erkenntnis, zu der Michael Meaney massgeblich beigetragen hat. Im Gespräch mit Nicola von Lutterotti erläutert der renommierte Neurobiologe, wie sich Angst und Stress der Mutter auf die Hirnentwicklung des Kindes auswirken.

Herr Meaney, was hat Ihr Interesse an den Folgen frühkindlicher Erfahrungen geweckt?

Bereits in den 1950er und 1960er Jahren beschrieben Forscher aus Montreal, wie Stress die Entstehung etlicher Krankheiten fördert. Ich selber habe mich von jeher dafür interessiert, weshalb manche Menschen stressresistent sind und andere nicht. Dabei kam mir der Gedanke, den Unterschied in den frühkindlichen Erlebnissen zu suchen. Meine erste Frage dabei war: Was ist das Prägendste am Lebensanfang? 

Die Mutter?

Genau. Die Mutter bestimmt das Umfeld des Kindes, und zwar vollständig vor der Geburt und zu einem erheblichen Anteil danach. Wie wir dann bei Ratten beobachtet haben, kümmern sich manche Weibchen ausgesprochen liebevoll um ihre Brut und lecken diese ständig ab, während andere ihrem Nachwuchs nur wenig Aufmerksamkeit schenken. Das Leckverhalten der Mutter beeinflusst sowohl die Hirnentwicklung als auch das Körperwachstum des Kindes.

Quelle: NZZ  – 5.12.2014
http://www.nzz.ch/feuilleton/muetterliche-zuwendung-mildert-die-stressempfindlichkeit-1.18438371

Nachtrag zu “Wir haben uns verirrt” Hüthers atemberaubende Botschaft 2018

In seiner Weinachtsbotschaft stellte der Hirnforscher Folgendes fest: (Wir hatten bereits darüber berichtet) “Dass unser Gehirn nicht durch genetische Anlagen programmiert wird, sondern zeitlebens umbaufähig, also lernfähig bleibt, ist eine atemberaubende Erkenntnis. Sie stellt alle deterministischen Konzepte radikal auf den Kopf, die wir bisher als Rechtfertigungen für das Misslingen aller Bemühungen um Veränderung und Weiterentwicklung nicht nur in unseren Bildungseinrichtungen, auch in Politik und Wirtschaft und vielen anderen Bereichen unserer Gesellschaft verantwortlich gemacht hatten. Aber wirklich bemerkens- und bedenkenswert ist nicht diese neue Erkenntnis der lebenslangen Umbau- bzw. Lernfähigkeit des menschlichen Gehirns, sondern der Umstand, wie langsam sie sich ausbreitet, wie zögerlich sie von den meisten Menschen angenommen, ernst genommen und deshalb auch umgesetzt wird. Denn die wichtigste Schlussfolgerung aus der Erkenntnis der lebenslangen Plastizität des menschlichen Hirns lautet doch zwangsläufig: Wir verfügen über keine biologischen Programme, die uns zu dem machen, was wir sind. Wir müssen selbst herausfinden, was es heißt, Mensch zu sein: keiner weiß, wie es geht. Wir sind alle Suchende, überall auf der Welt.”

Bild Hüthergerald 2019
Diese Botschaft verbreitete Hüther mit einem Vorwort, das wir hier gerne nachtragen, weil so wichtige Fragen für das Überleben der Spezies Homo sapiens angeschnitten werden:

Liebe Interessierte an meinem Tun, liebe Freundinnen und Freunde,

in diesem trockenen Sommer hatte ich angesichts der ausgedörrten Natur endlich einmal genügend Zeit, darüber nachzudenken, weshalb ich all diese Bücher und Artikel schreibe, eine Akademie aufbaue, Vorträge halte, Interviews gebe, und so vieles mehr in die Welt zu bringen versuche. Es klingt sonderbar, aber ich halte es einfach nicht aus, tatenlos zuzuschauen wie eine vorübergehend irregeleitete Spezies dabei ist, die in Jahrmillionen auf unserem Planeten entstandene Vielfalt des Lebendigen zu ruinieren.

Auch wenn ich mit all meinen Bemühungen nichts daran ändern kann  – ich mache es trotzdem. Immer wieder mit aller Kraft und so gut ich es vermag, nicht weil ich dafür bewundert, belohnt oder auf irgendeine andere Weise bedeutsam werden will, sondern weil ich es tun muss. Weil ich es nur so und nicht anders tun kann. Weil ich es mir selbst so schuldig bin. Es hat etwas mit der Bewahrung meiner eigenen Würde zu tun. Dass ich so auch nicht so schnell Gefahr laufe, dement zu werden, ist ein netter Nebeneffekt.

Genauso nebenher erfreulich ist es, dass die Stimmen all jener nun allmählich verstummen, die meinten, mich diffamieren zu müssen, damit ich endlich damit aufhöre, ihnen einen Spiegel vorzuhalten, in dem sie sich nicht gern betrachten. Kritische Rückmeldungen zu dem Demenzbuch: Null, zum Würde-Buch: Null, zum jetzt erschienen Buch „Wie Träume wahr werden“: Null.

Und die andere Seite der Bilanz: hat sich durch all diese Bücher irgendetwas spürbares in unserer Gesellschaft verändert? Untergründig vielleicht, aber vordergründig: Null. In die Irre zu rennen, ist einfach, wenn fast alle anderen auch so unterwegs sind. Aber so einen Irrweg zu verlassen, ist schwer, besonders für all jene, die diesen Weg für den einzig zielführenden gehalten und seine konsequente Befolgung zu ihrem Daseinszweck, ihrem „Purpose“ gemacht haben.

Doch sind das nicht genau diejenigen, die es in Wirklichkeit zu erreichen gilt? Die etwas Anderes in ihrem Leben anstreben müssten, als nur möglichst gut zu funktionieren, sich optimal anzupassen, besonders effizient und erfolgreich zu sein? Es beschäftigt mich deshalb sehr, auf welche Weise sich diese Menschen erreichen lassen, die ja meist ziemlich erfolgreich  – und deshalb auch in den entsprechenden Führungspositionen gelandet  – sind.

Was ich bei all meinen Bemühungen dabei bisher gelernt habe: Es geht nicht, indem ich sie zum Objekt meiner klugen Ratschläge oder Belehrungen, meiner Bewertungen oder Vorhaltungen oder anderer Änderungsversuche mache. Wenn es überhaupt geht, dann geht es nur, wenn sie wieder mit sich selbst in Berührung kommen.

Genau das ist es aber, wovor sie die größte Angst haben und wogegen sie sich mit allen Mitteln zu wappnen versuchen. Man kann es nicht machen, aber bisweilen geschieht es eben. Einfach so, weil sie völlig ahnungslos beispielsweise zu einer Filmvorführung eingeladen werden. Wenn sie sich dann vielleicht „Die stille Revolution“ von Kristian Gründling oder „Alphabet“ von Erwin Wagenhofer anschauen. Da sitzen sie dann in ihren Kinosesseln und fangen an zu weinen - und sind froh, dass es im Kinoraum so dunkel ist.

Das sind Augenblicke des Erwachens und man kann nur hoffen, dass die dadurch in ihnen wiedererweckte Sehnsucht stark genug ist, um sich nicht gleich wieder in den festgefügten Beton ihres bisherigen „Ich“-Konstrukts zurückzuziehen. Denn nur aus dieser Berührung heraus passiert etwas.

Man kann Menschen nicht verändern. Das können sie nur selbst. Und nur dann, wenn sie es selbst auch wirklich wollen. Das ist es, was mir bei der Betrachtung der verdorrten Natur in diesem Sommer aufgegangen ist.

Ich habe hier einen kleinen Text dazu geschrieben, den Sie und Ihr alle gern weiter verbreiten könnt. Es ist nur ein weiterer Versuch, das zum Ausdruck zu bringen, was mir am Herzen liegt.

Ich wünsche Ihnen und Euch ein frohes und besinnliches Weihnachtsfest und einen zuversichtlichen Start in das Neue Jahr.

Mit einem herzlichen Gruß, Ihr und Euer
Gerald Hüther


P.S.: Was ich alles hier nicht aufgeschrieben habe, aber nicht unerwähnt lassen will:

1. Die Akademie läuft super, wir könnten nur noch weitere Mitglieder brauchen, sich hier mit einzubringen.

2. Zum Kindertag am ersten September erscheint gleichzeitig in Deutschland und Frankreich ein kleines Booklet von mir und André Stern, ähnlich wie das „Empört Euch“ von Stephan Hussel mit dem Titel „Was schenken wir unseren Kindern“.

3. Meine Homepage wird im kommenden Jahr umgebaut. In der neuen Version soll klarer auf den Punkt gebracht werden, worum es mir geht: Mit dem, was ich tue, möchte ich auch künftig nicht so gern als „Befruchter“ und auch nicht als „Krankenpfleger“ wirken, sondern „Geburtshelfer“ sein.

Neuauflage “ADHS – Diagnose statt Verständnis”

Zweite Auflage: grunderneuert, aktualisiert und erweitert
von Matthias Wenke*
Der ADHS-Wahn nimmt kein Ende, weiterhin bekommen ca. 10 Prozent der Grundschulkinder in Deutschland, vor allem Jungen, Medikamente. Die kritische Opposition zur "ADHS"-Diagnose wird wissenschaftlich immer mehr bestätigt. Die reduktionistische und biologistische Erklärung hat sich wie erwartet als überholt erwiesen und die phänomenologische, ganzheitliche Sicht von Geist, Leib und Welt wurde bestätigt.

Schreiben lernen

Die Handschrift – Unterricht im Lichte der Neurowissenschaften
von Nicole Duprat, Frankreich
Zeit-Fragen Nr. 7, 14. März 2017
In den finnischen Schulen ist die verbundene Schrift seit Beginn des Schuljahres 2016 durch eine Entscheidung der Regierung abgeschafft worden. Das Erlernen der Druckschrift wird jedoch beibehalten. In den USA haben bereits 45 der 50 Bundesstaaten seit Herbst 2014 die Schreibschrift durch die Druckschrift ersetzt.

In der Schweiz hatte sich Genf bereits im Jahr 2000 für einen Schreibunterricht ausschliesslich in Druckschrift entschieden. Im Jahr 2002 ist der Kanton aber wieder davon abgekommen. Seither wird wieder die verbundene Schrift unterrichtet, weil die Zwischenräume bei der Druckschrift den Kindern Probleme bereiteten. Bei der verbundenen Schrift hingegen ist das ganze Wort sofort erkennbar.

Ein anderes Argument zugunsten der verbundenen Schrift ist das kinästhetische Gedächtnis: Ein einziger Schwung erlaubt es, eine ganze Silbe in einem Zug zu schreiben. Zum Beispiel kann man das Pronomen «elle» [= sie] mit einer einzigen Bewegung formen und damit der Hand ermöglichen, sich an das doppelte «l» zu «erinnern».

Die Unterschiede zwischen der Druckschrift und der verbundenen Schrift zeigt folgender Vergleich.

Die Druckschrift

Die Druckschrift reproduziert die typographischen Buchstaben. Ihre Verbreitung im 20. Jahrhundert wird dem Kalligraphen und Schriftsetzer Edward Johnston (1872 –1944) zugeschrieben. Sie wurde nicht dafür entwickelt, um von Hand geschrieben zu werden. Sie ist unpersönlicher als die verbundene Schrift.

Die Bewegungslinie ist weniger anspruchsvoll als bei der verbundenen Schrift, die Geschwindigkeit des Schreibens wird durch das häufige An- und Absetzen des Schreibwerkzeuges verlangsamt, da jeder Buchstabe vom anderen getrennt ausgeführt wird. Man beginnt mit der Handbewegung, muss aber nach jedem Buchstaben stoppen. Damit verliert der Schriftzug an Schwung. Die Druckschrift verlangsamt das Schreiben und erschwert das Erfassen des Wortes in seiner Ganzheit.

Das grösste Problem der Kinder beim Erlernen der Druckschrift, also dem Schreiben eines Textes in Einzelbuchstaben, ist der Umgang mit den Zwischenräumen. Wo beginnt und wo endet das Wort? Das ist oft nicht eindeutig. Zum Beispiel unterscheidet sich der Abstand zwischen den Wörtern einerseits und dem der Buchstaben andererseits, die Anfänge und die Richtungen müssen für jeden Buchstaben neu bestimmt werden.

Quelle: Auszüge aus dem Artikel «Ces enfants qui n’arrivent plus à écrire», von ­Marie-Estelle Pech, Le Figaro, 1.3.2017 (Übersetzung Zeit-Fragen)
https://www.zeit-fragen.ch/de/ausgaben/2017/nr-7-14-maerz-2017/schreiben-lernen.html

Studie zu Cannabiskonsum Deutlich mehr Jugendliche kiffen regelmäßig

Besonders unter jungen Männern wird Cannabis immer beliebter. Für die Drogenbeauftragte ist klar, wer an dieser Entwicklung schuld ist.
von Daniel Deckers
15.09.2015
Cannabis ist unter Jugendlichen und jungen Erwachsenen so weit verbreitet wie seit zehn Jahren nicht mehr. Wie aus einer Untersuchung der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BzgA) hervorgeht, ist der Anteil der jungen Erwachsenen im Alter von 18 bis 25 Jahren, die mindestens einmal in den zurückliegenden zwölf Monaten Cannabis gebraucht haben, seit dem Jahr 2008 von 11,6 auf 17,7 Prozent gestiegen. Der Anteil der regelmäßigen Gebraucher hat sich im selben Zeitraum von 3,1 auf 4,6 Prozent erhöht.

Nach wie vor ist Cannabis unter jungen Männern weitaus beliebter als unter jungen Frauen. Die sogenannten Prävalenzraten* junger Männer liegen bis zum Dreifachen über denen junger Frauen. Indes verzeichnet die BzgA auch unter Frauen einen signifikanten Anstieg sowohl der 12-Monate- und der 30-Tage-Prävalenz wie des regelmäßigen Gebrauchs.

Deutlicher Anstieg zwischen zwölf und 17 Jahren

Erheblich zugenommen hat der Cannabis-Gebrauch auch unter Kindern und Jugendlichen im Alter von zwölf bis 17 Jahren. In dieser Alterskohorte hatten die Verlaufskurven der 12-Monate- und der 30-Tage-Prävalenz sowie des regelmäßigen Gebrauchs im Jahr 2011 einen Tiefpunkt erreicht. Seitdem zeigen alle Linien nach oben. So hat sich der Anteil der regelmäßigen Gebraucher unter männlichen Kindern und Jugendlichen von 1,1 auf 2,2 Prozent verdoppelt. Bei den Mädchen hat sich der Anteil der regelmäßigen Kiffer von 0,5 Prozent auf 1,5 Prozent gar verdreifacht. Bei der 30-Tage-Prävalenz gibt es inzwischen keinen Unterschied mehr zwischen männlichen und weiblichen Kindern und Jugendlichen.

Quelle: FAZ
http://www.faz.net/aktuell/gesellschaft/gesundheit/cannabis-konsum-unter-jugendlichen-und-kindern-gestiegen-13804415.html
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