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Ehe und Familie: Mal aufs Abstellgleis geschoben – dann begehrlich in den Focus gerückt!

von Dr. Albert Wunsch
29. 07. 2015
„Ich habe mich selbst geheiratet“, so eine britische Fotografin. Sie setzte damit das in die Tat um, was Carrie in der US-TV-Serie Sex and the City inszeniert hatte, um auch endlich mal Geschenke von ihren verheirateten Pärchen zurück zu bekommen.

Grace Gelder hat den Vorgang aber real  – vor einer Parkbank in London  – im Herbst 2014 vollzogen und somit Carries Fake-Vorhaben in die Tat umgesetzt. Vor fünfzig Hochzeitsgästen hat sie ihr Ja-Wort gegeben und zwar sich selbst. Die Zeremonie wurde mit dem Kuss aufs Spiegelbild besiegelt.  – Die Zukunft wird Vielfältig. Ob ein Mann vier Frauen, eine Frau drei Männer, zwei Schwule oder drei Lesben sich verbinden, der Slogan: „Ehe für alle“ wird viel Hoffung auf ‚Freibier für alle’ auslösen.

‚Wir fühlen uns in unserer Familie mit Wolfgang und Isolde wohl. Täglich gehen wir mit den beiden mindestens zweimal Gassi. Das Wochenende verbringen wir mit unseren Hunde-Freuden als Großfamilie. Wir haben auch schon eine Grabstätte gekauft, wo wir dann gemeinsam unsere letzte Ruhe finden’. Auch wenn wir nicht auf den Hund gekommen sind, das Verständnis von dem, was als Keimzelle der Gesellschaft betrachtet wird, ist recht schillernd.

Ungleiches gleich machen zu versuchen ist ein Zeichen von Dummheit

Ehe und Familie sind wieder im Gespräch. Das ist gut und verwundert zugleich. Denn im politisch und medial inszenierten Mainstream weht Ehe und Familie oft ein eisiger Wind entgegen, werden die Voraussetzungen für ein gut lebbares Miteinander von Eltern mit ihren Kindern stark behindert, manchmal auch bekämpft. Andererseits ist zu beobachten, dass sich unterschiedlichste Interessengruppen oder Lebensformen gerne als Familie bezeichnen, wenn es dem eigenen Nutzen dient. Nun steht sogar die Forderung nach einer „Ehe für alle“ im Raum.

Zum Problem der Ehescheidungen

Friedrich Liebling
Zürich
Die Zahl der Ehescheidungen hat ein Ausmaß angenommen, das weithin beunruhigend wirkt; die Statistik gibt an, daß etwa ein Viertel aller Ehen geschieden wird.

Scheidungsraten 2014 05 06

Scheidungsrate Schweiz 2010: 51%, Deutschland: 49%

Diese Zahl läßt uns ungefähr abschätzen, in wieviel Partnerschaften schwerwiegende bis unlösbare Probleme aufzutreten scheinen; es ist selbstverständlich, daß nicht nur die Scheidungsehen problematisch sind, sondern daß auch in jenen Verbindungen, die aus irgendwelchen Gründen eine Trennung vermeiden, große Dissonanzen bestehen, die zwar nicht zur Auflösung der Ehe, aber dennoch zu unsäglichem Leid und zu Verstrickungen führen können.

Diese allgemeine Übersicht belehrt uns darüber, daß das Scheidungsproblem größte sozialhygienische und psychologische Bedeutung besitzt: man muß sich im klaren darüber sein, daß die «kranken Ehen» einen psychischen Gefahrenherd darstellen, in dessen Einflußbereich nicht nur die beteiligten Partner, sondern auch die Kinder und Außenstehende fallen.

Quelle: “Psychologische Menschenkenntnis”, Heft 1, Juli 1964, S. 2 - 8
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