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Seniora.org - Der Wunsch nach Frieden

«Russland – Menschen und Orte in einem fast unbekannten Land»

Die Idee zu diesem aussergewöhnlichen Buch hatte Heino Wiese, der als Unternehmer und Politikberater langjährige wirtschaftliche und persönliche Beziehungen zu Russland hat.
von Gisela Liebe – Zeit-Fragen v. 26.07.2022
Er schickte 2013 zwei Teams, bestehend jeweils aus einer jungen Journalistin und einem Fotografen, auf eine Reise durch das grösste Land der Erde. Sie sollten dort russische Menschen in den verschiedensten Regionen interviewen und in ihrem Alltag und ihrer jeweiligen Lebenssituation vorstellen.

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xISBN 978-3-7374-0709-0

 Das Team mit Jessica Schober und Olga Matweewa bereiste Russlands Westen von Kaliningrad über Smolensk, Sotschi, Moskau, Wolgograd und St. Petersburg bis Kasan; Wlada Kolosowa und Ewgeny Makarov machten sich auf die Reise durch Sibirien, ausgehend von Jekaterinburg, der Millionenstadt, die dem Ural und damit der Grenze zwischen Asien und Europa am nächsten ist, über Nowosibirsk bis hin nach Magadan und Wladiwostok, beide jeweils um die 10 000 km von Moskau entfernt.

An insgesamt 30 Orten trafen sie unterschiedlichste Menschen, häufig spontan und zufällig, und liessen sich ihre Geschichten erzählen. So entstand ein vielfältiges Kaleidoskop von unterschiedlichsten Menschen, wie sie in ihren Städten und Landschaften leben. Der Leser erhält so einen Einblick in die grosse ethnische, religiöse und kulturelle Vielfalt Russlands. Vom Hausmeister der Datscha Jelzins über Bergarbeiter, Künstler, Wissenschaftler, Bademeister und Politiker bis zur Schaffnerin in der Transsibirischen Eisenbahn lernt man insgesamt 42 Menschen kennen. Begleitet werden die anschaulichen Texte von zahlreichen Fotos von Menschen und Orten, die den fast unwiderstehlichen Wunsch wecken, dieses grosse Land einmal zu besuchen und seine Bewohner persönlich kennenzulernen.

Chorleiterin in Transbaikalien

Den Anfang des Buches macht eine Chorleiterin in einem Dorf mit 700 Einwohnern in Transbaikalien (5 665 km von Moskau entfernt), wo seit dem 17. Jahrhundert eine Glaubensgemeinschaft von sogenannten Altgläubigen lebt, die von der Zarin Katharina der Grossen verbannt worden waren und seitdem dort ihre kulturellen und religiösen Traditionen weiterleben. Ihre berühmten polyphonen Gesänge gehören mittlerweile zum Unesco-Weltkulturerbe. Heute leben sie mit Internet, aber immer noch in Holzhäusern ohne Kanalisation.

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In Nischni Nowgorod begegnen sich die Flüsse Oka und Wolga.
(Bild im Buch auf Seite 78)

Den Abschluss des Buches, nach den besuchten Städten alphabetisch geordnet, bildet Wolgograd, das frühere Stalingrad, wo die Erinnerung an die Schrecken des Zweiten Weltkriegs von der sogenannten «Such-Oma», der 73jährigen Dea Wrazowa, aufrechterhalten wird. Sie sammelt alle Informationen, Erinnerungen und Schriftstücke über die Kriegszeit. «Man muss doch die Geschichte des Ortes kennen, an dem man wohnt, seiner kleinen Heimat», sagt Wrazowa. Gegenüber dem früheren Kriegsgegner Deutschland ist auch ihre 91jährige Kameradin Zinaida Petrowna Stepykina versöhnlich: «Ich hege keinen Groll gegen die Deutschen», sagt sie. «Wir haben ja schon damals gemerkt, dass nicht alle Deutschen Faschisten sind, dass es verschiedene Menschen gibt.»

Schachspiel und Buddhismus in Kalmückien

Elista (1 261 km von Moskau entfernt) ist die Hauptstadt Kalmückiens, einer südrussischen Provinz nahe der Grenze zu Georgien. Der Nationalsport in Kalmückien ist das Schachspiel, das jedes Kind von klein auf lernt. Die besten dürfen an der Schachakademie vier Stunden täglich trainieren. Der Leiter der Schachakademie Alexander Abaschinow ist stolz darauf, dass während seiner Amtszeit schon drei Russlandmeister und drei Europameister aus Kalmückien hervorgegangen sind. Ein Grossmeister habe einmal an 30 Brettern gleichzeitig gespielt. In Elista befindet sich auch der Churul, der Tempel der buddhistischen Gemeinde. Telo Tulku Rinpoche ist das geistige Oberhaupt der 160 000 Buddhisten in Kalmückien. In den USA geboren, wurde er mit sieben Jahren von seinen Eltern, die mongolischen Ursprungs waren, in ein buddhistisches Kloster nach Indien geschickt. «Dort war ich 13 Jahre lang. Mit 21 begleitete ich den Dalai Lama auf seiner ersten Reise nach Kalmückien. Er bat mich zu bleiben. So habe ich meine Wurzeln kennengelernt.»

Kalmückien ist nicht nur die älteste buddhistische Region in Russland, sondern sogar in ganz Europa. «Anfang der neunziger Jahre war hier nichts vom Buddhismus übrig, kein Kloster, kein Tempel, kein einziger Mönch. Es wurde aber dringend jemand gebraucht, der die Wiedereinführung der Religion übernehmen konnte. Ich wurde gebeten, das zu tun. Ich wusste, ich konnte nicht viel Bekanntes bei der Bevölkerung voraussetzen, aber es hat mich überrascht, wie viele Gebete und Rituale die ältere Generation noch bewahrt hatte.» Seither wurden in Kalmückien rund 30 Tempel gebaut.
  Viele der vorgestellten Menschen haben mehrere Berufe. Anton Kuklin aus Wladiwostok (9127 km von Moskau, dafür nur 150 km von der chinesischen Grenze entfernt) hat eine Matrosenausbildung gemacht, ein Ingenieurstudium der Fischindustrie absolviert, grosse Erfolge als Kickboxer gefeiert und arbeitet nach vielen Umwegen im Leben mittlerweile bei einer Bank.

Permafrost in Jakutsk

In Jakutsk (8 352 km und sechseinhalb Flugstunden von Moskau entfernt) beträgt die Durchschnittstemperatur im Winter minus 42 Grad. Die Republik Sacha (Jakutien), deren Hauptstadt Jakutsk ist, ist so gross wie Indien, hat aber nur eine Million Einwohner. Die ganze Republik Jakutien liegt auf Permafrostboden, der nur im Sommer bis zur Tiefe von zwei bis drei Metern auftaut.

Viktor Schepelew, 71, ist stellvertretender Direktor des Permafrost-Instituts in Jakutsk, des einzigen Instituts weltweit, das Dauerfrostböden untersucht. 65 Prozent der Landfläche Russlands sind ständig gefroren, teils bis zu einem Kilometer tief. Im Labor des Instituts zwölf Meter unter der Erde herrscht eine konstante Temperatur von minus sechs Grad.

Viktor Schepelew macht sich Sorgen um den Umgang des Menschen mit der Natur und äussert sich zu den riesigen noch unerschlossenen Bodenschätzen in Sibirien. «Meiner Meinung nach sollte man Sibirien in Ruhe lassen. Der Norden und die Arktis sind Säuberungsfabriken unserer Erde. Wir dürfen die Weltfilter nicht kaputtmachen. Vielmehr sollte man darüber nachdenken, die natürliche Ressource unserer Region zu nutzen: die Kälte. Man könnte zum Beispiel die Kristallisationsenergie nutzen  – Energie, die beim Gefrieren freigesetzt wird.

Die Permafrostböden sind ausserdem ein Archiv der Weltgeschichte: Man findet hier gut erhaltene Mammutkadaver und andere prähistorische Tiere. Ausserdem ist Permafrost eine natürliche Tiefkühltruhe. Man könnte hier Keller graben und darin jahrhundertelang Lebensmittel lagern. Ich sage Ihnen: Der Frost ist ein wunderbares Erhaltungsmittel. Schauen Sie mich an! Ich bin 71, bin seit zwölf Jahren nicht mehr im Urlaub gewesen und fühle mich wie dreissig.»

Forschung und Datscha

Die Region Tjumen (2 120 km von Moskau entfernt) gilt als Saudi-Arabien Russlands  – hier sind 64 % der Erdöl- und 93 % der Erdgasvorkommen Russlands gelagert. Die 31jährige Ekaterina Matyuschkina arbeitet hier in der Stadt Tjumen als Endokrinologin in einer Einrichtung für alte Menschen und forscht zu Altersdiabetes. Ihre 65jährige Mutter passt auf ihre kleine Tochter auf, während sie arbeitet. «Ohne sie wäre es schwer, Kind und Karriere zu vereinbaren, oder Kind und Studium  – was hier immer noch viele machen. Ohne Omas und Opas würde das so nicht funktionieren. Und dieses Gefühl, gebraucht zu werden, hält jung. Nach dem Motto: Ich darf nicht krank werden, ich habe doch die Datscha, ich habe doch die Kleinen.»

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Am Ufer des Baikalsees.
(Bild im Buch auf Seite 62)

«Lernen von denen, die du liebst»

In der Kleinstadt Schtschokino, die 210 km von Moskau entfernt ist, besucht Wlada Kolosowa ihre ehemalige Lehrerin Nadeschda Chrjatschkowa, an deren Esstisch sie als Schülerin viele Abende verbracht hat. Deren pädagogische Überzeugung: «Ich glaube daran: Lernen kannst du nur von denen, die du liebst». Ihre ehemalige Schülerin Wlada Kolosowa erinnert sich, dass sie ihre Lehrerin innig geliebt hatten und dass sie ihr Omas Piroggen, ihre Sorgen und auch Strassenkatzen nach Hause gebracht hatten. Die Türen der Lehrerin seien zu jeder Tageszeit offengestanden. «Vielleicht ist es eine russische Tradition, Rund-um-die-Uhr-Lehrer zu sein. Viele unserer Schriftsteller haben sich auch als Lehrer gesehen», sagt Chrjatschkowa und verweist auf Dostojewski und Tolstoi.

Der Mufti von Tartarstan

Kasan, eine Millionenstadt an der Wolga (808 km von Moskau entfernt), ist das muslimische Zentrum Russlands. 52 % der Bevölkerung, die hier lebt, sind Tataren, die neben Russisch auch Tatarisch sprechen. Als Kasan 2005 seinen 1000jährigen Geburtstag feierte, wurde auch die grosse Kul-Scharif-Moschee eingeweiht. In den neunziger Jahren gab es in der autonomen Republik Tatarstan nur 20 Moscheen, während es heute rund 1500 sind.

Der Mufti von Tatarstan, der 28jährige Kamil Hazrat Samigullin, erklärt, dass zu Sowjetzeiten muslimische Gelehrte nach Sibirien deportiert wurden und viele Gläubige heimlich in Richtung Mekka gebetet hätten. Die Wiedergeburt des Islam sei in den neunziger Jahren gekommen; inzwischen bekennen sich 60 % der 3,7 Millionen Tataren zum Islam. Die russische Orthodoxie ist hier in der Minderheit. In der Schule dürfen die Mädchen ein Kopftuch tragen, was in manchen Regionen Russlands verboten ist.

Zum Zusammenleben der Religionen erklärt der Mufti:

«Der Rabbi, der Patriarch und ich, wir sind direkt verbunden. Vieles läuft zwar parallel, wir haben zum Beispiel eine eigene Druckerei, die Christen haben ihre eigene. Im Privatleben sind aber viele Tataren und Russen, Muslime und Christen befreundet. In der Schule lernen die Kinder, unabhängig von der Konfession, die gemeinsame Geschichte der Religion.»

Russland gehört zu Europa und ist mit seiner kulturellen Vielfalt, seiner Geschichte und seinen liebenswerten Menschen ein Land, mit dem wir verbunden sind und das wir näher kennenlernen sollten, statt uns noch weiter zu entfremden.  •

Buch-Widmung von Heino Wiese
Ich widme dieses Buch meinem Vater Otto Wiese, der 1941 als 18jähriger in den Krieg mit Russland marschieren musste, der fast drei Jahre als Kriegsgefangener in den Wäldern Nischni Tagils die Äxte der Baumfäller schärfte, der mit 24 Jahren, schwer krank und auf 38 kg abgemagert, wieder in die Heimat kam, der 1985 Moskau und Leningrad besuchte und begeistert zurückkam und der mich gelehrt hat, dass Russland schön und die Russen herzliche und liebenswerte Menschen sind.

Quelle: https://www.zeit-fragen.ch/archiv/2022/nr-16-26-juli-2022/russland-menschen-und-orte-in-einem-fast-unbekannten-land

Mit freundlicher Genehmigung von Zeit-Fragen

«Wenn wir diesen Krieg nicht beenden, dann könnte es noch viel schlimmer werden, als wir uns vorstellen können»

Interview des ZDF mit der Aussenministerin Südafrikas, Naledi Pandor, über den Krieg in der Ukraine und die Haltung Südafrikas
ZDF-Interview mit Naledi Pandor . Zeit-Fragen Nr. 15 v. 12.07.2022
zf. Am 27. Juni 2022 strahlte das heute journal ein Interview mit der südafrikanischen Aussenministerin Dr. Naledi Pandor aus, das in voller Länge in der ZDF-Mediathek zu finden ist.1 Naledi Pandor war geladener Gast bei der G-7-Konferenz in Elmau. Wir können an dieser Stelle nur Auszüge aus einer Mitschrift des Interviews abdrucken. Um so mehr empfehlen wir, das Interview auch nachzuhören  – denn so wird noch viel deutlicher, mit wieviel Würde und Aufrichtigkeit die südafrikanische Aussenministerin geantwortet hat.

60 Tonnen Hilfsgüter in Donezk eingetroffen, finanziert auch durch deutsche Spenden

22. Juni 2022 um 10:00 Ein Artikel von Ulrich Heyden/NachdenkSeiten

Ulrich Heyden

Liane Kilinc aus Wandlitz organisiert seit acht Jahren humanitäre Hilfe für die Menschen in der international nicht anerkannten „Volksrepublik“ Donezk. In diesen Tagen ist die Aktivistin in Moskau, wo sie den 40. Hilfstransport  – drei Lastwagen mit jeweils 20 Tonnen Hilfsgütern  – von Moskau nach Donezk mit organisiert hat. Der Transport traf am Sonntag in Donezk ein. Er wurde mitfinanziert von dem deutschen Verein „Friedensbrücke  – Kriegsopferhilfe“, den Kilinc vor acht Jahren zusammen mit Gleichgesinnten im brandenburgischen Wandlitz gründete. Ulrich Heydentraf sich in Moskau mit Liane Kilinc.

Dieser Beitrag ist auch als Audio-Podcast verfügbar.

 Liane Kilinc Foto Ulrich Heyden Liane Kilinc, Jahrgang 1972, ist Industrie- und Finanzkauffrau, Betriebswirtin und seit 16 Jahren in der Pflege tätig. Sie war während ihrer Kindheit und Jugend 15 Jahre lang Leistungssportlerin und mehrfache DDR-Meisterin im Nationalkader des Jugend-Bahnradsports. Seit 2015 ist sie Vorsitzende des Vereins Friedensbrücke-Kriegsopferhilfe e.V..

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Alfred Adler – Aus der Nähe porträtiert

Besonders eindrücklich ist das Kapitel über Adlers Erziehungsberatungsstellen, die sich trotz der schrecklichen Armut im Wien der Nachkriegszeit ab 1919 sehr rasch entwickelten und ab 1925 an allen Wiener Hauptschulen existierten, die in der Welt der Pädagogik berühmt wurden.
von Phyllis Bottome*
Als Adler 1916 vom Krieg nach Wien zurückkehrte und mit seiner alten Gruppe im Café Central zusammenkam, war es eine bedeutsame Wiederbegegnung, als ein Freund ihn fragte: «Nun, Adler, was gibt’s Neues?» Bevor Adler die an ihn gerichtete Frage beantwortete, schaute er mit ernstem Blick von einem zum anderen und sagte dann: «Mir scheint, was die Welt zurzeit am meisten braucht, ist Gemeinschaftsgefühl.» Von diesem Zeitpunkt an war Adler entschlossen, seine Wissenschaft an dieses ethische Ziel zu binden, um die Menschen zu befähigen, mehr Gemeinschaftsgefühl zu entwickeln.
http://www.rezensionen-tiefenpsychologie.de/alfred-adler-aus-der-nahe-portratiert-2/

Ami go home – Das wird die zentrale Botschaft des nächsten Jahrzehnts

Ein Artikel von: Redaktion NachDenkSeiten - 07. November 2022 um 16:41
Wenn wir in Frieden und im gemeinsamen, friedlichen Haus von Lissabon bis Wladiwostok leben wollen, dann wird das wahrscheinlich nur gehen, wenn unsere Freunde sich über den Atlantik zurückziehen.

Hierhat Diether Dehm ein aktuelles Thema aufgegriffen, einen Text formuliert und gesungen. Wenn wir in Frieden und im gemeinsamen, friedlichen Haus von Lissabon bis Wladiwostok leben wollen, dann wird das wahrscheinlich nur gehen, wenn unsere Freunde sich über den Atlantik zurückziehen. Allerdings muss ein gewaltiges Stück Aufklärungsarbeit geleistet werden, bis die europäischen Völker das mit Nachdruck verlangen.

Quelle: https://www.nachdenkseiten.de/?p=90100
NachDenkSeiten finanziert sich ausschliesslich aus dem Leserkreis und ist zum Überleben auf Spenden dringend angewiesen.
Mit freundlicher Genehmigung von NachDenkSeiten

Brzezinski und die Amerikanisierung Europas

Wir bringen diesen Vortrag aus dem Jahr 2000, weil er zum besseren Verständnis der heutigen Situation in der Ukraine und der EU beitragen kann
Von Dipl. Ing. Agr. et Dipl. Psych. Diethelm Raff - Vortrag in Salzburg, 24.10. 2000
Zbigniew Brzezinski war unter Präsident Carter Sicherheitsberater des Präsidenten und maßgebend an wichtigen Entscheidungen beteiligt. So z.B. als es um die Besetzung der USA-Botschaft im Iran nach dem Sturz des Schahs ging, um die Unterstützung von Sadam Hussein im Krieg gegen den Iran usw. Zbigniew Brzezinski ist polnischer Herkunft und griff auch mit ein als es um die Unterstützung der antikommunistischen Bewegung in Polen 1980/81 ging. Zbigniew Brzezinski gilt als Hardliner und extremer Antikommunist.

Das falsche Narrativ des Westens über Russland und China

Es gibt nur ein Land, dessen selbsterklärte Fantasie es ist, die dominierende Macht der Welt zu sein: die USA.
Von Jeffrey Sachs* - Aug 24, 2022
Die Welt steht am Rande einer nuklearen Katastrophe, und zwar nicht zuletzt deshalb, weil die politischen Führer des Westens es versäumt haben, die Ursachen der eskalierenden globalen Konflikte offen zu benennen. Das unerbittliche westliche Narrativ, dass der Westen edel sei, während Russland und China böse seien, ist einfältig und außerordentlich gefährlich. Es ist ein Versuch, die öffentliche Meinung zu manipulieren und nicht, sich mit der sehr realen und dringenden Diplomatie auseinanderzusetzen.

Das Samenkorn legen für ein zukünftig friedliches Zusammenleben in Europa

(Red.) Musik ist die Sprache, die auf unserem Planeten alle Menschen verstehen. Und die die Menschen zusammenbringt.
22. November 2022 Autor: Eva-Maria Föllmer-Müller - übernommen von globalbridge.ch
Deshalb ist es gerade jetzt in diesen kriegerischen Zeiten wichtig, dass zwischen dem Westen und Russland nicht auch noch die musikalischen Verbindungen gekappt werden. Denn was wäre die europäische klassische Musik ohne die russischen Komponisten: Peter Taschaikowski, Sergej Rachmaninow, Dmitri Schostakowitsch, Alexander Borodin, Sergej Prokofjew und wie sie alle heissen.

Der Chris Hedges Bericht: Die Ukraine und die "würdigen" und "unwürdigen" Opfer des Krieges

Der Journalist Peter Oborne erörtert mit Chris Hedges, wie diese Zweiteilung der Welt in "würdige" und "unwürdige" Opfer Nuancen und Mehrdeutigkeit auslöscht und ein Schlüsselelement der Propaganda ist, insbesondere im Krieg.
Von Chris Hedges / The Real News Network - 26. April 2022
Die Herrscher teilen die Welt in "würdige" und "unwürdige" Opfer ein; diejenigen, die wir bemitleiden dürfen, wie die Ukrainer, die die Hölle der modernen Kriegsführung erleiden, und diejenigen, deren Leiden heruntergespielt, abgetan oder ignoriert wird. Diese Zweiteilung der Welt in würdige und unwürdige Opfer ist ein wesentlicher Bestandteil der Propaganda, insbesondere im Krieg.

Die Rolle der Medien in bewaffneten Konflikten

(Red.) Nicht zuletzt die neuste geopolitische Situation zeigt in aller Deutlichkeit, dass die Medien ihren ursprünglichen Auftrag, die interessierte Bevölkerung möglichst unabhängig und genau zu informieren, zugunsten einer machtpolitisch einseitigen «Information» verlassen haben.
17. Oktober 2022 Autor: Karin Leukefeld übernommen von globalbridge.ch

Die Stimme aus dem Donbass (IX): Zum 79. Jahrestag der Befreiung des Donbass von deutsch-faschistischen Besatzern

Im Gedächtnis jedes Volkes gibt es bestimmte Daten, die als heiligste und bedeutendste gelten und eine ununterbrochene Verbindung zwischen den Generationen darstellen.
09. September 2022 Autor: Elena Malinowa übernommen von GlobalBridge

Donezk monument 1943Das 1984 in Donezk errichtete Monument „1943. Deinen Befreiern, Donbass“, Hauptmahnmal der Militärgeschichte unserer Region

 Eines von ihnen ist der 8. September 1943, an dem Donezk (damals Stalino) dank der Sowjetarmee von den deutsch-faschistischen Besatzern befreit wurde. Wer von uns, den Bewohnern des Donbass, hätte sich im XXI. Jahrhundert vorstellen können, dass wir 2014, 69 Jahre nach dem schrecklichsten Krieg des XX. Jahrhunderts auf unserem Planeten, wiederum einen Krieg auf unserem Territorium erleben würden, dessen direkter Anklang in unmittelbarem Zusammenhang mit den Ereignissen von 1941-1945 stehen würde? Keiner, nicht mal im schlimmsten Alptraum!  – Aber leider ist die traurige Wirklichkeit genau so …

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Die Stimme aus dem Donbass (VIII): Westliche Söldner im Einsatz gegen Lugansk und Donezk

Schon seit der Antike ist bekannt, dass Söldnerheere trotz professioneller Ausbildung in erster Linie auf Geld angewiesen sind, weshalb sie niemals die entscheidende Rolle im… Weiterlesen

Quelle und über GlobalBridge: "Mit Dank an Christian Müller"

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Initiator der Website Globalbridge ist Christian Müller.

Christian Müller, geboren am 12.5.1944 in Wettingen (Schweiz), wuchs in einer sogenannten Bildungsbürger-Familie auf. Der Vater Otto Müller-Blum war Lehrer für Methodik und Pädagogik am Aargauischen Lehrerseminar, war aber auch ein bekannter Lieder-Komponist. Nach dem Zweiten Weltkrieg engagierte er sich im Rahmen von Projekten des Roten Kreuzes im zerstörten Deutschland für Kriegsversehrte, insbesondere für Kinder. Christian Müller erlebte deshalb seine Jugendzeit neben einer älteren Schwester und einem älteren Bruder in einer Familie, in der immer auch kranke und geschwächte Kinder aus ärmlichen Familien aus Deutschland, Polen, Ungarn und anderen Ländern zugegen waren, die jeweils für ein Vierteljahr «gesundgefüttert» werden mussten.

Über die Motivation von GlobalBridge schreibt Müller:

Auf vielen, nicht zuletzt auch auf vielen kommerziellen Online-Plattformen gibt es die Rubrik «Unsere Mission». In unserem Fall aber wäre «Unsere Mission» missverständlich oder gar irreführend. Wir verstehen uns nicht als Missionare. Aber wir sind motiviert, im Rahmen des uns Möglichen etwas gegen den zunehmenden Hass auf dieser Welt zu unternehmen, die Menschen aufzurufen, miteinander zu reden statt einander gegenseitig zu beschuldigen oder gar aufeinander zu schiessen. Das unsäglich viele Geld, das international für die militärische Aufrüstung ausgegeben wird, muss umgeleitet werden in gegenseitige Verständigung und Ausgleich zwischen Reich und Arm. Wir müssen lernen, Andersgläubige und Andersdenkende zu akzeptieren und mit oder auch ohne Grenzen friedlich zusammenzuleben.

Dieser Motivation schliessen wir uns gerne an. Margot und Willy Wahl

 

Ein Lösungsvorschlag für den Ukraine-Krieg

Ein Ende der Invasion und des Krieges in der Ukraine kann nur gewährleistet werden, wenn die Sicherheit Russlands selbst garantiert ist. Sicherheit ist weitgehend unteilbar. Die Sicherheit eines Staates erfordert die Sicherheit anderer Staaten.
von Greg Mello,* Los Alamos Study Group, USA, 7. März 2022 - Schweizer Standpunkt

Erklärung des U.S. Peace Council

zur Militärintervention Russlands in der Ukraine - 24. März 2022
Übersetzt von Fee Strieffler und Wolfgang Jung, 19.08.22
Was wir alle nicht wollten, ist leider eingetreten. Die Russische Föderation hat am 24. Februar 2022 Truppen in die Ukraine entsandt und damit auf die seit Jahrzehnten laufenden Provokationen der von den USA angeführten NATO reagiert. Die gegenwärtige Situation stellt die globale Friedensbewegung vor viele schwierige, grundlegende Fragen.

Friedenspolitik im Nuklearzeitalter

Die Aussage von der Zeitenwende – inzwischen zum geflügelten Wort geworden – ist tatsächlich eine vom frustrierten Machtstreben des Westens diktierte Fehldiagnose, geradezu Propaganda in ihrer klassischen Form.
von Prof. Dr. Dr. h.c. mult. Hans Köchler - zeit-fragen.ch v. 04. Oktober 2022
Was sich vor unser aller Augen abspielt, ist eine «Zeitenwende» ganz anderer Art: In der Statistik der zwischenstaatlichen Gewaltanwendung ist im Jahre 2022 plötzlich ein dem Westen zugerechnetes Land (wenngleich diese Zuordnung unter dessen Bevölkerung umstritten ist) in der Position des Angegriffenen, während in den Jahrzehnten davor fast ausschliesslich die Vereinigten Staaten und deren Verbündete für sich  – mehr oder weniger straflos  – in Anspruch nahmen, das internationale Gewaltverbot zu ignorieren.

Globalbridge.ch: Infos in eigener Sache – und einige Lesetipps

03. November 2022 Autor: Christian Müller in Allgemein
Noch ist die Plattform Globalbridge.ch nicht viel älter als ein halbes Jahr. Die positiven Rückmeldungen sind aber zahlreich und immer mehr Leute haben bereits auch den Newsletter abonniert, der ihnen anzeigt, wenn ein neuer Artikel online ist. Aber noch sind nicht alle Probleme gelöst.

Interview der russischen Zeitung Izvestia mit Hans Christof von Sponeck

Am 11. Mai ist ein Interview von mir mit Izvestia erschienen. Ich schicke Ihnen den russischen Text (siehe unten) und den entsprechenden deutschen Orginaltext. Russische Freunde haben mit mir die Texte verglichen und bestätigt, dass das 'Abkommen' mit der IZ. von der Zeitung eingehalten worden ist.
Von Hans von Sponeck am 11. Mai 2022

Israel und Palästina: Es geht auch friedlich!

12. November 2022 Autor: Redaktion übernommen von GlobalBridge.ch
(Red.) Wo viele, ja die meisten Betroffenen und auch viele aussenstehende Beobachter mittlerweile jede Hoffnung auf eine friedliche Lösung aufgegeben haben: Es gibt sie, die Menschen, die trotz Verlust von eigenen Angehörigen zueinander gefunden haben  – so wie alle Involvierten zueinander finden könnten und sollten. Jetzt sind zwei solche Menschen aus Israel und aus Palästina in der Schweiz und in Süddeutschland und man kann sie sehen, hören und sprechen. Entsprechende Abendveranstaltungen finden statt in Zürich (15. November), Winterthur (16. November), Bern (17. November, Fribourg (18. November), Lausanne (19. November), Genf (20. November), Basel (21. November), Freiburg im Breisgau (22. November).

Nach der Teilmobilmachung: Dem Westen bleiben noch elf Tage zum Einlenken

Spätestens seit dem Beschuss des Reaktors von Energodar ist klar, dass der russische Einsatz in der Ukraine verschärft werden muss. Aber erst das Treffen in Samarkand machte den Weg dazu frei. Eskalation oder nicht – diese Entscheidung liegt jetzt beim Westen.
Von Dagmar Henn - 22 Sep. 2022 12:40 Uhr - rt.de
Das Treffen der Schanghaier Organisation zur Zusammenarbeit (SOZ) in Samarkand hatte weltgeschichtliche Bedeutung; das war vielen Beobachtern klar, auch wenn die westliche Presse sich darüber ausschwieg. Die Referenden in den Donbassrepubliken sowie in den Gebieten Saporoschje und Cherson dürften dort ebenso besprochen worden sein wie die jetzt verkündete Teilmobilisierung in Russland. Denn es war von Anfang an vor allem die Reaktion der wichtigsten Partner, die die Selbstbeschränkung Russlands auf eine besondere Militäroperation erforderlich machte, und der Schritt, der jetzt vollzogen wurde, beruht darauf, dass diese Partner die Legitimität des russischen Vorgehens akzeptieren.

Nach ewiger Planung: Nord-Süd-Korridor wird erprobt – Was heißt das für uns?

Autor: Wirtschaftsfacts-Gastautor 12.08.2022 - Zusammenfassung von Roman Baudzus Cashcurs
Nach zwanzig Jahren Planung kommt es jetzt wohl endlich zu einem ersten Feldversuch im Hinblick auf die Etablierung des sogenannten Nord-Süd-Korridors auf dem Eurasischen Kontinent. Zu diesem Zweck wird eine überschaubare Fracht im russischen St. Petersburg in Richtung des Kaspischen Meeres und einer Durchquerung des Irans mit dem Ziel des indischen Subkontinents auf den Weg gebracht. Welche Implikationen lassen sich hieraus ableiten?

Nachrichtensammlung unseres Freundes, des Journalisten und Filmemachers (wg) aus Brasilien

Pepe Escobar, Thierry Meyssan, Paul Steinhardt und mehr...
Ohne jedes Blatt vorm Mund und mit seinem unvergleichlichen (brasilianischen) Galgenhumor stellt Pepe Escobar mal wieder den Überblick über das Treiben des kollektiven Westens her. Kurz vorm 14.Juli kommentiert Thierry Meyssan die frz. Parlamentswahlen und entlarvt einmal mehr die neo-koloniale Außenpolitik der Regierung Macron. Dazu passend: Dagmar Henn über den "Schlangenmensch von Warschau" und dessen Geschichtsverbiegung. Äußerst lesenswert auch Paul Steinhardts Analyse eines urdeutschen Phänomens namens Robert Habeck. Im Schatten verbleiben derzeit die Ereignisse in Lateinamerika. Deshalb ein Beitrag aus dem Resumen Latinoamericano über den Besuch des mexikanischen Präsidenten Andres Manuel Lopez Obradors (AMLO) bei Biden, der ihm aber nur 30 Minuten (!) widmete.

Offener Brief: Wenn Sie Selbstmord begehen wollen, bitte! Deutschland und Europa in den Abgrund zu ziehen, steht Ihnen nicht zu!

Bereits Anfang Dezember 2014 warnten mehr als 60 Persönlichkeiten aus Politik, Wirtschaft, Kultur und Medien in dem Aufruf "Wieder Krieg in Europa? Nicht in unserem Namen!" vor einem Krieg und riefen zum Dialog mit Russland auf. Sie forderten eine neue Entspannungspolitik für Europa. Ihren Appell richteten sie an die Bundesregierung, die Bundestagsabgeordneten und die Medien

Ursula Mathern                                                          Merxheim, 26.04.2022

Ursula Mathern             Bachstr. 24       55627 Merxheim            urs.math@gmx.net

Bundeskanzler
Herrn Olaf Scholz
internetpost@bundesregierung.de;
parteivorstand@spd.de;
olaf.scholz.wk@bundestag.de;

Bundesminister für Wirtschaft und Klimaschutz, Vizekanzler
Herrn Dr. Robert Habeck
poststelle@bmwi.bund.de;
info@bmwi.bund.de;

Bundesminister der Finanzen
Herrn Christian Lindner
Poststelle@bmf.bund.de;

Bundesministerin des Innern und für Heimat
Frau Nancy Faeser
poststelle@bmi.bund.de;
internetredaktion@bmi.bund.de;

Bundesministerin des Auswärtigen
Frau Annalena Baerbock
poststelle@auswaertiges-amt.de;
annalena.baerbock@bundestag.de;

Bundesminister der Justiz
Herrn Dr. Marco Buschmann
poststelle@bmjv.bund.de;

Bundesminister für Arbeit und Soziales
Herrn Hubertus Heil
info@bmas.bund.de;
hubertus.heil@bundestag.de;

Bundesministerin der Verteidigung
Frau Christine Lambrecht
poststelle@bmvg.bund.de;
info@bundeswehr.org;

Bundesminister für Ernährung und Landwirtschaft
Herrn Cem Özdemir
poststelle@bmel.bund.de;

Bundesministerin für Familie, Senioren, Frauen und Jugend
Frau Lisa Paus
poststelle@bmfsfj.bund.de;
lisa.paus.ma08@bundestag.de;

Bundesminister für Gesundheit 
Herrn Prof. Dr. Karl Lauterbach
poststelle@bmg.bund.de;
karl.lauterbach@bundestag.de;

Bundesminister für Digitales und Verkehr
Herrn Dr. Volker Wissing
volker.wissing@bundestag.de;

Bundesministerin für Umwelt, Naturschutz nukleare Sicherheit und Verbraucherschutz
Frau Steffi Lemke
poststelle@bmu.bund.de;  
steffi.lemke@bundestag.de;

Bundesministerin für Bildung und Forschung
Frau Bettina Stark-Watzinger
bmbf@bmbf.bund.de;
information@bmbf.bund.de;

Bundesministerin für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung
Frau Svenja Schulze
poststelle@bmz.bund.de;
svenja.schulze@bundestag.de;

Bundesministerin für Wohnen, Stadtentwicklung und Bauwesen
Frau Klara Geywitz
internetredaktion@bmi.bund.de;

Bundesminister für besondere Aufgaben, Chef des Bundeskanzleramtes
Herrn Wolfgang Schmidt
poststelle@bk.bund.de;

Bundespräsident
Herrn Dr. Frank-Walter Steinmeier
bundespraesidialamt@bpra.bund;

Offener Brief: Wenn Sie Selbstmord begehen wollen, bitte! Deutschland und Europa in den Abgrund zu ziehen, steht Ihnen nicht zu!

Sehr geehrte Damen und Herren,

bereits Anfang Dezember 2014 warnten mehr als 60 Persönlichkeiten aus Politik, Wirtschaft, Kultur und Medien in dem Aufruf "Wieder Krieg in Europa? Nicht in unserem Namen!" vor einem Krieg und riefen zum Dialog mit Russland auf.Sie forderten eine neue Entspannungspolitik für Europa. Ihren Appell richteten sie an die Bundesregierung, die Bundestagsabgeordneten und die Medien:

„Wir, die Unterzeichner, appellieren an die Bundesregierung, ihrer Verantwortung für den Frieden in Europa gerecht zu werden. Wir brauchen eine neue Entspannungspolitik für Europa. Das geht nur auf der Grundlage gleicher Sicherheit für alle und mit gleichberechtigten, gegenseitig geachteten Partnern. Die deutsche Regierung geht keinen Sonderweg, wenn sie in dieser verfahrenen Situation auch weiterhin zur Besonnenheit und zum Dialog
it Russland aufruft. Das Sicherheitsbedürfnis der Russen ist so legitim und ausgeprägt wie das der Deutschen, der Polen, der Balten und der Ukrainer.

Neben dem Appell an die Bundestagsabgeordneten, „dem Ernst der Situation gerecht zu werden und aufmerksam auch über die Friedenspflicht der Bundesregierung zu wachen“ riefen sie ausdrücklich auch die Medien dazu auf,

ihrer Pflicht zur vorurteilsfreien Berichterstattung überzeugender nachzukommen als bisher. Leitartikler und Kommentatoren dämonisieren ganze Völker, ohne deren Geschichte ausreichend zu würdigen. Jeder außenpolitisch versierte Journalist wird die Furcht der Russen verstehen, seit NATOMitglieder 2008 Georgien und die Ukraine einluden, Mitglieder im Bündnis zu werden. Es geht nicht um Putin. Staatenlenker kommen und gehen. Es geht um Europa. Es geht darum, den Menschen wieder die Angst vor Krieg zu nehmen. Dazu kann eine verantwortungsvolle, auf soliden Recherchen basierende Berichterstattung eine Menge beitragen."(″Wieder Krieg in Europa? Nicht in unserem Namen!″ | Europa | DW | 08.12.2014)

Schaut man sich um nach Signalen für Frieden in Europa Ihrerseits wie auch hinsichtlich einer auf soliden Recherchen basierende Berichterstattung durch die Medien, insbesondere der Tagesschau, begegnen einem ausschließlich Fehlanzeigen.

Viele seit 2014 ergangene Warnungen, selbst von hohen Militärs, haben Sie ignoriert. Kritische Stimmen wurden und werden als Russland- bzw. Putin-Versteher denunziert und von Öffentlichen Podien verdrängt.

Unterdessen spitzt sich der Krieg zwischen der Ukraine und Russland, präziser gesagt zwischen der US-geführten NATO und Russland, scheinbar unaufhaltsam zu.

Tabus kennen Sie kaum noch. Gelder und selbst schwere Waffen sollen nun per „Ringtausch“ an die Ukraine geliefert werden.

Dem gegenüber warnte dieser Tage Dr. Erich Vad, Brigadegeneral a. D., von 2006 –2013 militärpolitischer Berater von Bundeskanzlerin Angela Merkel, «Jede militärische Lösung führt in die Katastrophe!» «Es braucht eine politisch-diplomatische Lösung in der Ukraine»(s. Nr. 7/8 vom 24. April 2022 - Zeitgeschehen im Fokus (zeitgeschehen-im-fokus.ch)

An gleicher Stelle fordert Jacques Baud, ehemaliger Oberst der Schweizer Armee, eine ehrliche internationale Untersuchung zu Butscha. Er betont, dass selbst das Pentagon bezweifle, dass Russland für die Massaker verantwortlich sei. (a. a. O.) https://zeitgeschehen-im-fokus.ch/de/newspaper-ausgabe/nr-7-8-vom-24-april-2022.html#article_1351

Auf Einladung des US-Verteidigungsministers Austin werden in wenigen Stunden auf dem US-Militärstützpunkt Ramstein Dutzende Verbündete, Verteidigungsminister und Militärchefs aus 20 Ländern - darunter Nato-Mitglieder und weitere Staaten, zusammen kommen. Dabei soll es um die Verteidigung der Ukraine gehen. Laut Pentagon-Sprecher Kirby gehe es „vor allem darum, das Militär zu modernisieren und sicherzustellen, dass es auch in Zukunft schlagkräftig und fähig ist“. Dazu gehöre auch, das industrielle Potenzial der Verbündeten zu ermitteln, um herauszufinden, wie deren Waffenhersteller die Ukraine weiterhin unterstützen können.  (s. Ukraine-Treffen in Ramstein: Was die USA auf die Tagesordnung setzen (rp-online.de) https://rp-online.de/politik/ausland/ukraine-treffen-in-ramstein-was-die-usa-auf-die-tagesordnung-setzen_aid-68399321

Wann zuvor, frage ich Sie, hat sich ein Gast in dieser Weise Hausherrliche Verfügungsrechte angemaßt?

Kämen Sie etwa umgekehrt auf die Idee, zu einem ähnlichen Treffen in die USA einzuladen?

Und Sie? Sie nehmen diese Unverfrorenheit ebenso stillschweigend hin wie die Ausladung des Bundespräsidenten in Kiew und die permanenten Einmischungen des ukrainischen Botschafters Melnyk in die hiesige Politik.

Beenden Sie endlich diese beschämenden Vorstellungen!

Setzen Sie endlich einen Schlussstrich unter die Nibelungentreue gegenüber der US-Regierung, deren ganzes Sinnen und Trachten seit Jahrzehnten darauf ausgerichtet ist, einen Keil zwischen Deutschland und Russland zu treiben, und denen es  – Nato-Partnerschaft hin oder her - schnurzegal ist, wenn nicht nur die Ukraine (die dortige Bevölkerung ist leider eh nur Spielball im großen Poker), sondern auch Deutschland dabei vor die Hunde geht.   

SIE WURDEN NICHT DAFÜR GEWÄHLT, DEUTSCHLAND  – SEI ES WIRTSCHAFTLICH, SEI ES DURCH EINEN ATOMAREN SCHLAGABTAUSCH  – IN DEN UNTERGANG ZU TREIBEN.

Falls Sie unbedingt Selbstmord begehen wollen, bitte. Das ist Ihre Privatangelegenheit.
Der Verantwortung gegenüber diesem Land wie auch gegenüber Europa entbindet Sie dies nicht.

Und die erfordert: Verhandlungen mit Russland! Frieden für Europa auf der Basis gleicher Sicherheit für alle und mit gleichberechtigten, gegenseitig geachteten Partnern, einschließlich Russlands.

Mühsam, gewiss. Aber unerlässlich!

Ursula Mathern  

So hat der Westen den Krieg in die Ukraine gebracht

Seit fast 200 Jahren, beginnend mit der Formulierung der Monroe-Doktrin im Jahr 1823, erheben die Vereinigten Staaten von Amerika Sicherheitsansprüche über praktisch die gesamte westliche Hemisphäre.
31. Mai 2022 Autor: Benjamin Abelow in Politik - übernommen mit Dank am 2.06.22 von globalbridge.ch
«Die fehlgeleitete Politik der USA und der NATO hat zur Ukraine-Krise und zum Krieg in der Ukraine geführt. Jetzt riskieren die USA gar einen Atomkrieg.» Der US-amerikanische Wissenschaftler Benjamin Abelow hat zur Beziehung USA/NATO versus Russland und zur Verursachung des Krieges in der Ukraine eine detailierte Analyse geschrieben. Ist äusserst lesenswert! (cm)

So rufen Schweizer Medien zu noch mehr Krieg auf

25. Oktober 2022 Autor: Christian Müller in Medienkritik - übernommen mit Dank an globalbridge.ch
(Red.) Am Wochenende 15./16. Oktober 2022 fand in Solothurn in der Schweiz eine Tagung zum Thema «Welche Medien für den Frieden?» statt. Zu den eingeladenen Referenten aus London, Brüssel, Berlin und natürlich auch aus der Schweiz gehörte auch Christian Müller, der Herausgeber der Plattform www.globalbridge.ch. Sein Referat wird hier im vollen Wortlaut wiedergegeben. Nähere Informationen zu dieser Tagung finden die Leserinnen und Leser am Endes des Textes.

Donbass zerstoertes Haus
Seit 2014  – seit acht Jahren!  – beschiessen und bombardieren ukrainische Truppen Städte im Donbass, deren Bevölkerung sich von der Ukraine zu trennen beschlossen hat, weil sie sich nach dem Putsch auf dem Maidan 2014 durch die nicht mehr demokratisch legitimierte Regierung nicht mehr vertreten fühlt. Aber zu diesen Kriegsverbrechen der Ukraine schweigen die grossen westlichen Medien konsequent. Das Bild zeigt ein von ukrinischem Militär zerstörtes Haus. (Foto Tatyana Tkachuk, CC BY-SA 2.0 Wikimedia Commons)

Hochgeschätzte Anwesende

Es ist mir eine Freude, auf Einladung der hier zuständigen Organisatoren zu Ihnen reden zu dürfen. Das, worüber ich zu Ihnen nun reden werde, ist allerdings alles Andere als eine Freude. Es ist eine echt traurige Geschichte!

Geschätzte Leserin, geschätzter Leser, liebe Freunde, zum Glück fragen sich immer mehr Menschen, dank unabhängiger Plattformen, weshalb in den grossen Medien zum Ukrainekrieg praktisch nur eine einzige Meinung verbreitet wird. Aber die Millionen Menschen, die arbeiten, ausgelaugt und müde nachhause kommen, keine Energie für den Besuch solch unabhängiger Plattformen haben, sind den marktdominierenden Medien schutzlos ausgeliefert. Und was macht eine dermassen einseitige, objektiv falsche, massenmediale Beeinflussung mit den Menschen? Was ist mit den Medien passiert, dass sie ihre Sorgfaltspflicht und seriösen Aufklärungs-Auftrag so grob missachten? Auch wir stellen uns mit grosser Sorge diese Fragen. Erhellende Antworten zur Medienfrage geben sowohl der Vortrag von Christian Müller, den wir hier dankend veröffentlichen, als auch das Referat von Karin Leukefeldan der Tagung «Welche Medien für den Frieden?». Die Frage, was die heutige Mainstream-Medienwalze mit den Menschen macht, ist nach unserer Meinung eine eminent psychologische und auch historische Frage. Denn so ganz neu sind Bestrebungen ‘der Obrigkeit’ ihre Untertanen dumm und unterwürfig zu halten auch wieder nicht. Trotz grosser Verdienste der Aufklärung ist in den Gefühlen und (meist unbewussten) Überzeugungen der Menschen der Gehorsam und die Obrigkeitsgläubigkeit noch nicht abgeschafft und durch selbstständiges Denken ersetzt worden. Den Versuch einer Antwort  – ein gewagtes Unterfangen  – machen meine Frau und ich auf unserem Portal www.copernicus.seniora.org (noch in Entwicklung begriffen). Die Leser auf eine bislang noch wenig bearbeitete  – eine eigentliche Menschheitsfrage  - aufmerksam zu machen ist dort unser Aufklärungsziel. Herzliche Grüsse Margot und Willy Wahl

Ein längerer  – kritischer!  – Leserbrief zu einem militärischen Thema an das «Badener Tagblatt» im Jahr 1964, aufgrund dessen Werner Geissberger, der damalige Regionalchef des «Badener Tagblatts», mich aufforderte, öfter und auch zu anderen Themen für das «BT» zu schreiben, wurde zum Start meines Berufes als Journalist. Im Gegensatz zu vielen meiner Kollegen, die ihr Studium an der Uni abbrachen, um mehr schreiben zu können  – was natürlich mehr Spass machte als Studieren  –, schloss ich aber mein Studium der Allgemeinen Geschichte und des Staatsrechts mit einer sozialgeschichtlichen Dissertation ab und promovierte zum Dr.phil I, nicht zuletzt, um zum Beispiel im Bildungsbereich eine andere Tätigkeit ausüben zu können und  – wichtig!  – so nie aus finanziellen Gründen von einem Zeitungsverleger abhängig zu werden. 

Beruflich wurde ich also Journalist, dann Redaktor, dann Ressortleiter, dann Mitglied der Redaktionsleitung und schliesslich persönlicher Stellvertreter des Herausgebers des «Badener Tagblatts» Otto Wanner, bis dieser im Jahr 1978 politisch  – und nicht zum ersten Mal in seinem Leben  – die Farbe wechselte und massiv nach rechts rutschte. Das war dann auch der Grund, beim «Badener Tagblatt» auszusteigen und über die Position des Chefredaktors der damaligen «Luzerner Neuste Nachrichten» LNN und später eines Medien-Managers im Hause Ringier und noch später eines selbständigen Medien-Beraters und dann als CEO einer Schweizer Medien-Gruppe meinen eigenen Weg zu beschreiten. 

Warum erwähne ich diese Details aus meinem Leben? Meine sogenannte berufliche Karriere begann mit der Korrektur eines fehlerhaften Artikels. Das hat dann fast mein ganzes Leben bestimmt. Und ich kenne aufgrund meiner sogenannten Karriere auch beide Seiten: die des Journalisten und die des Verlagsmanagers, der für den wirtschaftlichen Erfolg eines Medienunternehmens verantwortlich ist. Ich war auch etliche Jahre in Prag im Einsatz, wo ich hautnah erlebte, dass in einem anderen Land eben nicht immer alles gleich abläuft wie im trauten Heimatland  – nicht zuletzt im Bereich der Medien, der Vetternwirtschaft und der Korruption.

Trotz eines reichen beruflichen Werdegangs im Bereich der Medien hätte ich mir vor fünf Jahren aber noch nicht vorstellen können, wie brutal die Medienszene sich innerhalb kürzester Zeit total verändern kann  – zum Negativen. 

Es sind drei Punkte, die ich in aller Kürze beleuchten möchte:

  1. Viele junge Journalisten sind zwar «journalistisch» ausgebildete Berufsleute  – man lernt da zum Beispiel, dass man zur leichten Lesbarkeit keine Sätze mit mehr als fünf Kommas schreiben soll. Diese jungen Journalisten haben aber von der Geschichte  – der Weltgeschichte!  – oft keine Ahnung und liegen in ihren Aussagen und Analysen, wie ein politisches Ereignis zustande gekommen ist, oft völlig falsch.
  2. Aus Gründen der finanziellen Abhängigkeit sind sie heutzutage bereit, auch fürchterliche Vorgaben ihrer Bosse widerspruchsfrei zu befolgen.
  3. Viele von ihnen haben sich auch aus dem Bereich der uns innewohnenden Mitmenschlichkeit, bei einer kriegerischen Auseinandersetzung zur Vermeidung von weiteren Kriegsopfern als erstes eine Waffenruhe zu befürworten und anzustreben, definitiv verabschiedet. Viele sind recht eigentlich zu Kriegshetzern geworden.

Zur mangelnden Kenntnis der Geschichte

Ich nenne hier ein Beispiel, das leicht nachzuvollziehen ist und nicht nur einen einfachen, normalen Journalisten, sondern den Chefredaktor des im Bereich der Regionalzeitungen grössten Schweizer Medien-Konzerns und der regionalen Privatradio-Stationen, der CH-Media-Gruppe  – Aargauer Zeitung, Luzerner Zeitung, St. Galler Tagblatt und etliche weitere Blätter  – betrifft: CH-Media Chefredaktor Patrik Müller. Dieser schrieb am 5. Juni 2019 wörtlich: «Heute und morgen werden wir wieder schöne Reden hören, denn gefeiert wird die Landung der alliierten Truppen in der Normandie vor 75 Jahren  – der Wendepunkt im Zweiten Weltkrieg, der zur Befreiung Europas von Hitlers Nazi-Terror führte.» Und tags darauf, am 6. Juni, wurde in der gleichen, von Patrik Müller verantworteten Zeitung, dem gleichen Ereignis, dem sogenannten D-Day, eine ganze Doppelseite gewidmet. Headline: «Heute vor 75 Jahren begann(sic!) die Befreiung Europas von den Nazis.»

Diese beiden Aussagen sind historisch schlicht und einfach falsch. Erstmals echt geschlagen wurden die Truppen der Deutschen Wehrmacht und ihrer Verbündeten im Zweiten Weltkrieg in der Schlacht von Stalingrad vom Juli 1942 bis Februar 1943, wo beide Seiten  – Wehrmacht und Rote Armee  – Hunderttausende von Opfern zu verzeichnen hatten. Und vernichtend geschlagen wurden die Deutschen und ihre Verbündeten im Juli 1943 in der gigantischen Schlacht bei Kursk, bekannt unter dem Namen «Unternehmen Zitadelle», wo es erneut auf beiden Seiten zu Hunderttausenden von Toten kam  – auf russischer Seite in beiden Fällen auch zu unendlich vielen zivilen Kriegsopfern. Seit diesen beiden Schlachten waren die deutschen Truppen auf dem Rückzug.

Die Landung in der Normandie der Alliierten ein Jahr später Anfang Juni 1944  – dem sogenannten D-Day  – war zwar ebenfalls ein bedeutendes militärisches Ereignis im Zweiten Weltkrieg, aber alles andere als die Wende! Selbst im Januar 1945, also nur vier Monate vor Hitlers Kapitulation, bat der britische Premier Winston Churchill den Machthaber der Sowjetunion, Stalin, schriftlich darum  – die Dokumente dazu sind erhalten  –, den Vormarsch der Roten Armee Richtung Berlin auf keinen Fall zu stoppen, da eine dadurch möglich werdende Verlagerung der deutschen Truppen von der Ostfront an die Westfront einen erfolgreichen Einmarsch der alliierten Truppen im Westen Deutschlands in Frage stellen würde.

Ob Chefredaktor Patrik Müller von Militärgeschichte einfach keine Ahnung hat und dabei blind der westlichen Polit-Propaganda folgt, oder ob er die Geschichte sogar absichtlich verdreht, um die westlichen Mächte zu verherrlichen, bleibe dahingestellt. Eine bewusste Verherrlichung der westlichen Militärmächte ist allerdings deutlich wahrscheinlicher: Im aargauischen Birmenstorf fand auch in diesem August wieder die Grossveranstaltung «Convoy to Remember» statt, an der zur Erinnerung an den D-Day in einem Umzug ein paar hundert historische Panzer und andere Militärfahrzeuge gezeigt werden. Und auch diese Grossveranstaltung  – unter Beteiligung der «Patrouille Suisse»  – fand statt unter dem Motto «Im Gedenken an die Befreiung Europas» und sie erinnerte gemäss eigener Website «an die Invasion der Alliierten im Juni 1944» in der Normandie. Für den Chefredaktor der «Aargauer Zeitung» Patrik Müller wäre es die Gelegenheit gewesen, darauf aufmerksam zu machen, dass diese Darstellung der Geschichte des Zweiten Weltkrieges falsch ist. Gemacht hat er es nicht.

Dies nur ein  – wenn auch prominentes  – Beispiel, wie die Geschichte von den Medien vergessen oder sogar bewusst verdreht wird. 

 «His Masters Voice»

Es ist nachgerade üblich geworden, dass die Eigentümer und Bosse der grossen Konzern-Medien, die Verleger, sowohl in Deutschland wie auch in der Schweiz selber in die Tasten greifen  – und damit ihren Schreibsklaven öffentlich vorgeben, welche Politik sie zu vertreten und was sie zu schreiben haben. So etwa hat der Boss und Grossaktionär des deutschen Axel Springer Medien-Konzerns  – zu diesem gehören unter anderem die Tageszeitung «Die Welt» für die deutsche Intelligenz und die «Bild»-Zeitung für die grosse Masse  – Mathias Döpfner, selber einen Aufruf an seine Leser geschrieben. Von den zwei verbliebenen Möglichkeiten, entweder von China (zusammen mit Russland und Iran) abhängig zu werden, oder aber sich klar und deutlich nach den Vorgaben der USA zu richten, so Döpfner, komme nur diese zweite Variante in Frage: engste Zusammenarbeit im transatlantischen Bündnis mit den USA.

Welcher Redaktor oder Journalist in einem zum Axel Springer Konzern gehörenden Medium hat seither den Mut gehabt, die transatlantische Zusammenarbeit zu hinterfragen oder gar zu kritisieren?

Auch in der Schweiz gibt es ein prominentes Beispiel. Der Mehrheitsbesitzer und dadurch oberste Boss der CH-Media-Gruppe, Verleger Peter Wanner, hat am 19. März 2022, also knapp einen Monat nach Beginn des Krieges in der Ukraine, auf den Frontseiten seiner vielen marktdominierenden Regionalzeitungen einen eigenen Leitartikel platziert. Headline: «Der Westen muss klare Kante zeigen». Weil auch in Peter Wanners Medien-Imperium der rückläufigen Werbe-Erträge wegen das journalistische Personal kontinuierlich zurückgefahren wird und die Journalisten natürlich befürchten müssen, beim nächsten Personalabbau einer der Betroffenen zu sein, wagt es nun keiner mehr, eine differenziertere oder gar abweichende Meinung zu vertreten. Die Übernahme der Vorgaben des eigenen höchsten Bosses geht bis in die sprachlichen Formulierungen hinein. Peter Wanner brauchte die in der Schweiz eher unübliche Formulierung «klare Kante zeigen». Remo Hess, der CH-Media-Mann in Brüssel, über Ursula von der Leyen am 15. September  – ebenfalls in der Headline: «Stets klare Kante gezeigt: Für einmal Lob für Ursula von der Leyen». Auch die Kultur-Zuständigen der CH-Media-Zeitungen wagen keine kritischen Worte mehr. Selbst wenn an einem St. Galler Musik-Festival die Oper «Die Jungfrau von Orleans» von Peter Tschaikowsky abgesetzt und durch Giuseppe Verdis «Giovanna d’Arco» ersetzt wird, weil es den Flüchtlingen aus der Ukraine nicht zuzumuten wäre, ein Stück eines russischen Komponisten  – geboren notabene 1840 und gestorben 1893  – mitanhören zu müssen, wagt es kein Journalist mehr, solchen nachgerade rassistischen Schwachsinn zu kritisieren. (Die FAZ in Deutschland hat es immerhin getan.)

Peter Wanner schrieb in seinem Leitartikel auf der Frontseite seiner Zeitungen wörtlich: «Schon jetzt hat Putin in verschiedener Hinsicht den Krieg verloren: Er hat ihn politisch verloren, weil er weltweit isoliert dasteht, er hat ihn moralisch verloren, weil er als Aggressor und Kriegsverbrecher wahrgenommen wird, er hat ihn kommunikativ verloren, weil Selenski ihm hier haushoch überlegen ist, und er hat ihn ökonomisch verloren, weil die vom Westen verhängten Sanktionen ihre Wirkung entfalten und die russische Wirtschaft in den Abgrund ziehen. Kommt hinzu, dass er mit dem Überfall auf die Ukraine nicht nur den Abwehrwillen des ukrainischen Volkes gestärkt und die ukrainische Nation geeint hat, er hat auch die Nato geeint, die USA als Leader der freien Welt auf den Plan gerufen und die Deutschen zur Aufrüstung mit 100 Milliarden gebracht  – sowie zur Abkehr von ihrer naiven Ostpolitik.»

Der Faktencheck der Wannerschen Behauptungen:

Putin weltweit isoliert? Das ist Unsinn. Allein schon am Gipfeltreffen der «Shanghaier Organisation für Zusammenarbeit» SOZ Mitte September in Samarkand waren die Regierungschefs von vielen Ländern anwesend, die zusammen gut und gerne 40 Prozent der Weltbevölkerung ausmachen. Und sie alle sind tendenziell eher auf der russischen Seite als auf der Seite der USA. Praktisch ganz Lateinamerika und praktisch ganz Afrika sind überhaupt nicht interessiert an dem Krieg in der Ukraine. Die Bevölkerung der Ukraine entspricht (noch) knapp 0,7 Prozent der Weltbevölkerung, warum soll da eine «weltweite» Isolierung Putins zustande kommen?

Den Krieg moralisch verloren? Ja, das kann man so sagen, gerade eben der westlichen Medien wegen  – CH-Media inbegriffen! Die Anti-Russland-Politik der USA, Grossbritanniens und der anderen NATO-Staaten mit ihren massiven Provokationen gegen Russland (NATO-Osterweiterung, Raketenbasen in Polen und in Rumänien, gigantische NATO-Manöver an der russischen Grenze und die Verweigerung von Sicherheitsgarantien für Russland im Dezember 2021, um nur einige der Fakten zu erwähnen) wird in den meisten Medien ja ganz einfach verschwiegen. Es geht den Medien genau darum, Putin als «moralisch» Alleinschuldigen zu positionieren.

Den Krieg kommunikativ verloren? Ja, weil die westlichen Medien Wolodymyr Selenskyj zum modernen Heiligen erklärt haben und seine eigenen Missetaten  – zum Beispiel seine Verweigerung der Erfüllung der Minsk II Verträge, die Schliessung aller oppositionellen Medien in der Ukraine, vor allem aber auch die seit acht Jahren andauernde Beschiessung des Donbass  – einfach verschweigen.

Ökonomisch verloren? Das ist völliger Unsinn. Die Russland-Sanktionen schaden der Wirtschaft in der EU deutlich mehr als Russland. Ganz Westeuropa leidet bereits unter der nachgerade suizidalen Anti-Russland-Wirtschaftspolitik der EU. 

Die ukrainische Nation geeint? Und was ist mit dem Donbass im Südosten der Ukraine, der seit 2014 von ukrainischen Truppen immer wieder beschossen und bombardiert wird, mit mindestens schon 15‘000 Toten? Auch das wird in den westlichen Medien konsequent verschwiegen.

Die NATO geeint? Noch immer weigert sich die Türkei, der Aufnahme Schwedens und Finnlands in die NATO zuzustimmen  – droht aber ihrerseits dem NATO-Mitglied Griechenland deutlicher als je zuvor mit einem Krieg und der Besetzung der ägäischen Inseln. Eine geeinte NATO?

Die USA als Leader der freien Welt auf den Plan gerufen? Die Realität ist genau umgekehrt: Die USA haben schon 2014 auf dem Kiewer Maidan massiv eingegriffen, mit sehr viel Geld und sogar mit einem persönlichen Auftritt des republikanischen US-Senators John McCain, der die Protestierenden von der Maidan-Rednerbühne herab aufforderte, durchzuhalten. Und die seither alles getan haben, um die Ukraine militärisch aufzurüsten und das militärische Personal im Umgang mit modernen Waffen zu schulen. Die USA sind nicht erst durch den Krieg in der Ukraine auf den Plan gerufen worden, sie sind selber Mitverursacher dieses Krieges. 

Rhetorische Frage: Hat jemand in den 30 Wochen seit Verleger Peter Wanners Frontseiten-Leitartikel mit diesen Behauptungen in den von ihm verantworteten Zeitungen einen Artikel lesen können, in dem diese seine Behauptungen differenziert, relativiert oder gar als falsch dargestellt wurden? Die bittere Realität der heutigen Medien ist, dass wenn der Chef gesprochen hat, alles so kommuniziert wird, wie dieser es vorgegeben hat  – Fakten hin oder her.

Doch warum rede ich bis jetzt nur von den CH-Media-Zeitungen? Ich könnte das gleiche auch in der NZZ aufzeigen. NZZ-Chefredaktor Eric Guyer schrieb am 27. August ebenfalls auf der Frontseite der Zeitung schon in der Headline: «Putin hat verloren». Und auch er behauptet, die NATO sei jetzt stärker denn je. «Der Westen ist im Rahmen seiner Möglichkeiten geeint. Die wegen Trumps Maulheldentum schon für hirntot erklärte Nato steht robuster da denn je. In einem konventionellen Schlagabtausch stellt Russland für die Allianz keine Bedrohung dar.» Auch hier kein Wort über die Probleme innerhalb der NATO. 

Der Aufruf zum Krieg

Was aber besonders erschreckend ist, sind die Kommentare der Journalisten, in denen sich diese ausdrücklich gegen Verhandlungen der Ukraine mit Russland aussprechen und klar sagen, dieser Krieg müsse auf dem Schlachtfeld ausgetragen und gewonnen werden  – mit dem Ziel der militärischen und politischen Schwächung Russlands. Normales menschliches Verhalten wäre ein Aufruf für einen Waffenstillstand, um weitere Kriegsopfer  – notabene auf beiden Seiten  – zu vermeiden. 

Ich habe von verschiedenen privaten Seiten einen guten Vergleich gehört: Zwei Buben, ein 16- und ein 8-jähriger, streiten sich und schlagen aufeinander ein. Da kommt die Mutter der beiden dazu  – und was macht sie? Sie geht auf die beiden zu, versucht die beiden zu trennen und ruft «hört auf, euch zu schlagen!» Keine Mutter und auch kein anderer Mensch würde dem kleineren Buben ein Messer oder gar ein Beil in die Hand geben, um den grösseren und stärkeren wirksamer schlagen oder gar umbringen zu können. Aber was die westlichen Länder jetzt tun, ist genau das: sie liefern dem Schwächeren, der Ukraine, Waffen und Munition  – und was für welche!  –, um den stärkeren besser schlagen und schädigen zu können! Sie rufen zum Krieg auf, mit Zehn- oder gar Hunderttausenden von Opfern, militärischen und auch zivilen. Das ist ein absolut unmenschliches Verhalten!

Aber diese Aufrufe zum Krieg sind real! Wenn der Chef Aussenpolitik der EU, Josep Borrell, dazu aufruft, diesen Krieg in der Ukraine auf dem Schlachtfeld zu beendigen, dann ist  – dies ist meine klare Meinung  – auch das ein Kriegsverbrechen. Aber wenn sogar Journalisten dazu aufrufen, diesen Krieg nicht mit Verhandlungen, sondern auf dem Schlachtfeld zu beenden, was ist es dann? Und solche Aufrufe sind bittere Realität. Als Österreichs Kanzler Karl Nehammer Mitte April nach Moskau reiste, um mit Putin reden zu können, kritisierte Fabian Hock, der zuständige Ausland-Chef der CH-Media Zeitungen, Nehammer am 11. April scharf: «Dieser Besuch ist nicht nur sinnlos, sondern gefährlich. Und er ist ein absurdes Beispiel westlicher Fehleinschätzungen gegenüber dem Kriegstreiber im Kreml.» Fabian Hocks Schlussfolgerung wörtlich«Es gibt nur einen Weg, wie Putin zurückgebunden werden kann: Russland muss militärisch geschlagen werden.» 

Ins gleiche Kapitel gehört der Aufruf, nicht nur Putin, sondern die Russen schlechthin zu stoppen. Der gleiche Fabian Hock, Ausland-Chef aller CH-Media-Zeitungen und besonders treuer Gefolgsmann des Verlegerschen Aufrufs, «harte Kante» zu zeigen, an anderer Stelle in der Diskussion über die Visa-Vergabe an russische Touristen, wörtlich: «Es ist nicht nur Putins Krieg. Es ist Russlands Krieg. Ein Teil der mindestens gleichgültigen Bevölkerung verbringt die Ferien dank Touristen-Visa wie selbstverständlich in Europa. Das ist schlicht inakzeptabel.» Dieser Spruch von Fabian Hock ist, nebenbei bemerkt, auch ein typisches Beispiel massiver europäischer Selbstüberschätzung. Es gibt wahrlich auch ausserhalb der EU wunderschöne Orte, um Ferien zu machen!

Auch in diesem Punkt können zahlreiche Beispiele auch aus der NZZ erwähnt werden. Am 30. August, um ein Beispiel zu erwähnen, publizierte die NZZ einen ganzseitigen Beitrag von einem deutschen Autor Namens Jörg Himmelreich mit der bezeichnenden Headline: «Russlands asiatisches Gewalterbe». Und schon im Vorspann stand der Satz: «Nach 1989 glaubte man daran, dass Moskau im europäischen Haus Platz finden könne.» Und dann kommen die Erklärungen, warum Russland eben kein Vertreter «europäischer Werte» sei und sein könne. Der ganze lange Artikel strotzt von Rassen- und von Russenhass. Auch in der NZZ vom 25. Oktober findet sich ein langer Artikel: «Die Russen verharren in Passivität». Auch hier: dieRussen …

Unfassbares konnte man auch auf der Frontseite der NZZ vom Samstag, 15. Oktober, lesen, geschrieben von Chefredaktor Eric Guyer persönlich: «Eine glaubwürdige Abschreckung ist deshalb auch heute das beste Mittel, um den Einsatz von Atomwaffen zu unterbinden.» Und an anderer Stelle: «Wer Waffenlieferungen ablehnt und dies mit dem wachsenden Risiko eines Atomkriegs begründet, irrt. Das Gegenteil ist der Fall. Standfestigkeit in der konventionellen Sphäre ist der beste Schutz gegen eine atomare Eskalation.» Und der Schlussabschnitt von Eric Guyers Leitartikel auf der NZZ-Frontseite: «Wer dies nicht verstanden hat, sind wieder einmal viele Europäer und besonders die Deutschen. Die vier Merkel-Kabinette verweigerten den Kauf neuer Flugzeuge, die den deutschen Beitrag zur Nato-Abschreckung darstellen. Gegen diese ‹nukleare Teilhabe› sprachen sich vor dem Ukraine-Krieg auch die drei Parteien der Ampelkoalition aus. Zudem liebäugelten sie mit der Idee eines Verbots von Atomwaffen. Russland und Nordkorea hielten sich gewiss daran. Diesem Hirngespinst jagte auch das Schweizer Parlament nach, das sich in der Aussenpolitik für das Wahre, Schöne und Gute in der Welt zuständig fühlt.  – Europa ist seit Putins Angriffskrieg ein gefährlicher Ort. Damit er nicht noch gefährlicher wird, ist mehr Realismus erforderlich  – auch im Umgang mit Atomwaffen.»

So rufen all diese Schweizer Zeitungen nicht nur dazu auf, mit Russland keine Verhandlungen zu führen, sondern diesen Krieg auf dem Schlachtfeld zu gewinnen und deshalb Waffen und immer noch mehr Waffen und immer noch bessere Waffen an die Ukraine zu liefern. Und die gleichen Zeitungen rufen damit auch zum Rassenhass auf, zum Hass gegen alle Russen, vergleichbar zum Hass auf die Juden, zu dem die damaligen Nazis aufgerufen haben. Auch solche Journalisten müssten eigentlich als Kriegsverbrecher vor Gericht gebracht werden können. Justiziabel ist solche Kriegshetze aber leider noch nicht  – Stoff für künftige Historiker aber ist es alleweil.

Sie hier, hoch geschätzte Anwesende, die meisten von Ihnen Mitglied einer Organisation, die sich für den Frieden engagiert, haben vollkommen recht: Wo immer mit Waffengewalt Krieg geführt wird, von wem und mit wem auch immer: Es ist nicht nur das absolut wichtigste, einen Nuklear-Krieg zu verhindern, der zur Vernichtung der ganzen Menschheit führen kann. Wir müssen auch gegen jeden kleineren Krieg ankämpfen  – nicht mit Waffen notabene, sondern mit unseren Stimmen und mit unserer Schreibe. Und wir müssten es soweit bringen, dass nicht nur die militärischen Kriegsherren als Kriegsverbrecher vor Gericht gebracht werden können, sondern auch die Eigentümer und die Bosse jener privaten Medien-Konzerne, die zum Krieg  – zumal zum Krieg in einem anderen Land  – aufrufen. Und auch jene Journalisten, die ihren kriegsgeilen Bossen widerstandslos Folge leisten! 

20 Jahre nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges, im Jahr 1965, schrieb der damals bestbekannte deutsche Journalist Paul Sethe: «Pressefreiheit ist die Freiheit von zweihundert reichen Leuten, ihre Meinung zu verbreiten.» Dieser sein Spruch gilt heute wie damals, nur sind es heute im deutschsprachigen Raum wohl nur noch 20 und nicht mehr 200 reiche Leute wie damals, die «die Freiheit haben, ihre Meinung zu verbreiten». Unsere neoliberale Wirtschaftsordnung führt nicht nur dazu, dass der Mittelstand immer kleiner wird, dass immer mehr Menschen verarmen und dass das Geld aufwärts fliesst  – aufwärts zu den Reichen. Auch die Meinungsfreiheit geht in den mittleren und unteren Schichten immer mehr verloren und wird immer mehr zum Privileg jener, die volle Kassen haben. Die US-amerikanischen Neocons zeigen uns gerade wieder brandaktuell, wie die neoliberale Wirtschaftsordnung und die Meinungsmanipulation zugunsten der weltweiten Hegemonie der USA eng ineinander verwoben sind.

Ich danke Ihnen für Ihre Aufmerksamkeit.

Quelle: https://globalbridge.ch/so-rufen-schweizer-medien-zu-noch-mehr-krieg-auf/

Mit freundlicher Genehmigung und Dank an Christian Müller

Wichtige Information:  Die Tagung in Solothurn wurde organisiert und finanziell ermöglicht von den vier Schweizer Organisationen «Fondation GIPRI», «Schweizerische Friedensbewegung», «Vereinigung Schweiz-Cuba» und «ALBA SUIZA». Alle diese vier Organisationen setzen sich für den Frieden ein und leben ausschliesslich von den Beiträgen ihrer Mitglieder und von Spenden aus der Bevölkerung, um deren Friedensarbeit zu unterstützen. Initiantin, Organisatorin  – mit etlichen Helferinnen und Helfern  – und Moderatorin der Tagung mit Referaten und Diskussionen in Deutsch, Französisch und Englisch war Natalie Benelli, die dafür grossen Dank verdient.

Auch der Artikel «Die Rolle der Medien in bewaffneten Konflikten» von Karin Leukefeld, der am 17. Oktober 2022 auf globalbridge.ch online ging, entstand als Referat an dieser Tagung.

Warum 'Win-Win' heute nur ein No-No zum Atomkrieg sein kann

Menschsein statt Irresein - Ein kurzer Einwurf von Ray McGovern, 26. Mai 2022
Übersetzt von Fee Strieffler und Wolfgang Jung, 08.06.22
Da meine Vorredner bei der gestrigen internationalen Online-Konferenz “The Insanity of Politicians Threatens Nuclear War” (Weil die Politiker wahnsinnig sind, droht uns ein Atomkrieg) einen eher traditionellen Ansatz verfolgt haben, gab ich zu bedenken, dass es vielleicht an der Zeit wäre für das, was die Deutschen eine "Denkpause" nennen  – eine Pause, um darüber nachzudenken, "was für Narren wir Sterblichen doch eigentlich sind".

Warum lassen sich Deutsche und Europäer in die Gefolgschaft der US-Kriegspläne zwingen?

Eine Leserzuschrift von Gerd Lange am 16. Mai 2022
Ein Bürger Deutschlands, der (nach-)denken kann und sich weiterbildet, sandte uns eine erfreuliche Leserzuschrift. Ob diese allerdings für viele Menschen spricht, die in Deutschland und Europa ähnlich denken? Wenn es aber vielleicht viel mehr sind als wir denken? Wie und wo könnten sie sich äussern? Mit Briefen an die Obrigkeit oder an die Presse? Wohl kaum. Das wirft die Frage nach der unbeschreiblichen Wucht der medialen Beeinflussung der Menschen in Europa auf.

Warum sollen Grosseltern ihren Enkeln die Geschichte der Friedenstaube erzählen?

Richtig populär wurde die Taube als Friedenssymbol allerdings nicht wegen Noah, sondern weil der spanische Maler Pablo Picasso 1944 der kommunistischen Partei Frankreichs beitrat. Einige Überlegungen dazu von Margot und Willy Wahl.
STAND 29.4.2021, 14:47 Uhr Paula Kersten swr.de/wissen
Die Taube als Friedenssymbol geht auf die Geschichte von Noah zurück, der in seiner Arche mit seiner Familie die Sintflut überstand, die Gott in seinem Zorn über die Menschen gebracht hatte. 40 Tage lang hatte es geregnet, und als es endlich aufhörte, ließ Noah drei Tauben fliegen. Die erste kehrte mit leerem Schnabel zurück, die zweite brachte ihm einen Ölzweig und die dritte kam gar nicht wieder.

Wegweiser in Zeiten des Krieges

* Der Text gibt einen Vortrag wieder, den Karin Leukefeld am 19. März 2022 vor einem Leserkreis von Zeit-Fragen in der Schweiz gehalten hat.
von Karin Leukefeld* - 05. April 2022 - Zeit-Fragen Nr. 8
Albert Einstein 1933: «es gäbe genug Geld, genug Arbeit, genug zu essen, wenn wir die Reichtümer der Welt richtig verteilen würden, statt uns zu Sklaven starrer Wirtschaftsdoktrinen […] zu machen. Vor allem aber dürfen wir nicht zulassen, dass unsere Gedanken und Bemühungen von konstruktiver Arbeit abgehalten und für die Vorbereitung eines neuen Krieges missbraucht werden.»

Wer ist Wladimir Putin? Und warum halten die Russen zu ihm, fast mehr denn je?

03. Juni 2022 Autor: Kai Ehlers in Allgemein, Politik, übernommen mit Dank von GlobalBridge.ch
Wer Russland mit der Brille eines Deutschen oder gar eines US-Amerikaner betrachtet, kommt leicht zu falschen Ansichten. Kai Ehlers gehört zu jenen deutschen Publizisten, die fliessend Russisch sprechen und verstehen und Russland auch von innen kennen. Vor ein paar Tagen hielt er  – neben drei anderen Referenten  – einen Vortrag in Kassel. Dabei versuchte er, in aller Kürze, eine weniger bekannte Sicht zu geben. (cm)

Wladimir Putin komplette Rede auf dem 1. Eurasischen Wirtschaftsforum

Kein Weltpolizist wird in der Lage sein, diesen globalen Prozess aufzuhalten
uncut-news.ch - Mai 27, 2022 - Wirtschaft/Konzerne/Monopole
Ziel des Eurasischen Wirtschaftsforums, das durch einen Beschluss des Obersten Eurasischen Wirtschaftsrates eingerichtet wurde und zeitlich mit einer Sitzung des SEEC zusammenfällt, ist die weitere Vertiefung der wirtschaftlichen Zusammenarbeit zwischen den EAEU-Mitgliedstaaten.

Wo bleiben die Friedensinitiativen aus Berlin und Brüssel im Krieg in der Ukraine?

Seit Jahren hat man in Berlin den Eindruck, daß nicht sorgfältige Beratung nach einer freien öffentlichen Diskussion das Regierungshandeln bestimmt.
Von Willy Wimmer, 19. April 2022 13:20
Seit dem geradezu als Putschverhalten auf höchster Ebene empfundenen Handeln der Bundeskanzlerin, Frau Dr. Angela Merkel, in Zusammenhang mit der Schutzlosigkeit deutscher Staatsgrenzen seit dem Spätsommer 2015, wird die deutsche Politik von Entscheidungen bestimmt, die eher einem Überfall und auf staatlicher Ebene einem Putsch ähneln, als der stolzen, demokratischen Tradition der Bundesrepublik Deutschland zum Zeitpunkt der Wiedervereinigung Deutschlands. Das letzte Beispiel dieser unrühmlichen Kette von Entscheidungen sind die Wochenend-Ankündigungen des Bundeskanzlers Scholz, einhundert Milliarden Euro in die deutsche Aufrüstung zu stecken und, an einem anderen Wochenende, wesentlich der Ukraine zwei Milliarden Euro für Waffenzukäufe zur Verfügung zu stellen.

Zur Bedeutung Alfred Adlers

"Der Mensch ist von Natur aus nicht böse". Adlers wissenschaftlichen Erkenntnisse über die Sozialnatur des Menschen sind heute, in einer von unsäglicher Kriegspropaganda aufgeheizten Zeit, wichtiger denn je.
von Friedrich Liebling - Aus "Der Psychologe". Monatsschrift für Psychologie und Lebensberatung 1957.
Alfred Adler (1870 bis 1937) begründete eine der drei klassischen tiefenpsychologischen Schulen neben Sigmund Freud und Carl Gustav Jung.

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