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Impfstoff für die ganze Menschheit

The Lancet bestätigt Wirksamkeit von 91,6 Prozent bei Sputnik V
Die renommierte medizinische Fachzeitschrift „The Lancet“ hat über die Phase III der klinischen Studien des Impfstoffs „Sputnik V“ berichtet und die russische Vakzine als sicher und effizient bezeichnet. „Sputnik V“ biete einen vollen Schutz gegen schwere Fälle von Covid-19. Seit September 2020 ist es bereits der zweite Beitrag in der angesehenen medizinischen Fachzeitschrift, der dem russischen Impfstoff „Sputnik V“ gewidmet ist.

Demnach ist „Sputnik V“ sicher, effizient und bietet einen vollen Schutz gegen schwere Fälle von Covid-19.

Um die Phase III der klinischen Studien zu absolvieren, haben die russischen Immunologen monatelang geforscht. 19.866 Freiwillige nahmen an den Tests teil, die eine Wirksamkeit von 91,6 Prozent bestätigt haben.

Das andere wichtige Ergebnis sei die Immunogenität der russischen Impfungen: 14.964 Freiwillige, denen „Sputnik V“ verabreicht worden sei, hätten 1,3 bis 1,5 Mal mehr Antikörper gegen das neuartige Coronavirus entwickelt, als Covid-19-Genesene. Die anderen 4902 Teilnehmer hätten während der Studie ein Placebo erhalten  – wie es eben die Regeln der typischen klinischen Großstudien vorschreiben.

Die Studie umfasste eine Gruppe von Freiwilligen im Alter von 60 bis 87 Jahren und zeigte beeindruckende Ergebnisse für diese Altersgruppe. Überraschenderweise war die Wirksamkeit von „Sputnik V“ bei den älteren Menschen vergleichbar mit der in der Altersgruppe der 18- bis 60-Jährigen (91,8 Prozent)“.

Was die Sicherheit betreffe, so habe das Independent Data Monitoring committee (dt.: unabhängiges Datenüberwachungskomitee“) bestätigt, dass 94 Prozent aller Nebenwirkungen leicht gewesen seien. Es seien keine ernsthaften nachteiligen Auswirkungen oder Allergien im Zusammenhang mit dem Präparat festgestellt worden, und die meisten leichten Nebenwirkungen hätten sich auf grippeähnliche Symptome oder Kopfschmerzen beschränkt.

Der staatliche Russische Direktinvestitionsfonds (RDIF), der gegründet wurde, um neben internationalen strategischen und Finanzinvestoren Co-Investitionen vor allem in Russland zu tätigen, ist derzeit damit beauftragt, die Produktion und den internationalen Vertrieb von „Sputnik V“ zu intensivieren.

RDIF-Chef Kirill Dmitriev begrüßte den Bericht von „The Lancet“ und sagte, dies sei „ein großer Tag im Kampf gegen die Covid-19-Pandemie“:

„Die von The Lancet veröffentlichten Daten beweisen, dass Sputnik V nicht nur der erste registrierte Impfstoff der Welt ist, sondern auch einer der besten. Er schützt vollständig vor dem schweren Covid-19, wie es die Daten ergeben, die unabhängig zusammengestellt, von Gutachtern überprüft und dann in „The Lancet“ veröffentlicht wurden“, äußerte er. „‚Sputnik V‘ ist einer von nur drei Impfstoffen weltweit mit einer Wirksamkeit von über 90 Prozent, er übertrifft diese aber in Bezug auf Sicherheit, einfache Transportierbarkeit aufgrund der Lagerbedingungen von +2 bis +8 Grad Celsius und einem günstigeren Preis. ‚Sputnik V‘ ist ein Impfstoff für die ganze Menschheit.“

Weltweit haben nur vier Impfstoffentwickler, darunter das Gamaleja-Forschungsinstitut für Epidemiologie und Mikrobiologie, die Ergebnisse ihrer klinischen Phase-III-Studien in führenden medizinischen Fachzeitschriften mit Peer-Review veröffentlicht. „Sputnik V“ ist einer von nur drei Impfstoffen weltweit mit einer nachgewiesenen Wirksamkeit von über 90 Prozent. Andere Impfstoffe weisen niedrigere Wirksamkeitsraten auf, wie beispielsweise 62,1 Prozent bei AstraZeneca, 50,4 Prozent bei Sinovac und 79,3 Prozent bei Sinopharm.

Die Russische Vakzine übertrifft die anderen Impfstoffe mit einer Wirksamkeit von über 90 Prozent, da sie eine einfachere Logistik, einen niedrigeren Preis und eine länger anhaltende Immunantwort bietet, die durch das so genannte „heterogene Boosting“, die Verwendung von zwei verschiedenen Vektoren in zwei separaten Impfungen, erreicht wird.

Der RDIF hatte mehrmals seine Bereitschaft erklärt, die Effektivität anderer Impfstoffe mit einer Wirksamkeitsrate unter 90 Prozent durch eine Sputnik-V-Impfung zu erhöhen. Er arbeitet bereits mit AstraZeneca zusammen, um die Wirksamkeit der von dem schwedisch-britischen Unternehmen entwickelten Vakzine von 62,1 Prozent durch eine Sputnik-V-Spritze zu erhöhen.

„Einfach zu produzieren und bequem einzusetzen“

Angesichts solider Daten ebbt die vor einigen Monaten geäußerte Kritik hinsichtlich des russischen Impfstoffs allmählich ab; viele westliche Wissenschaftler haben die neue Veröffentlichung begrüßt.

„Die Entwicklung des Impfstoffs ‚Sputnik-V‘ wurde wegen unangemessener Eile, mangelnder Qualität und Transparenz kritisiert. Aber die hier dargelegten Ergebnisse sind offensichtlich und das wissenschaftliche Prinzip der Impfung ist nachgewiesen, was bedeutet, dass nun ein weiterer Impfstoff im Kampf um die Reduzierung der Inzidenz von Covid-19 eingesetzt werden kann“, so Dr. Ian Jones von der University of Reading und Dr. Polly Roy von der London School of Hygiene & Tropical Medicine, die nicht an dem Peer-Review des Artikels in „The Lancet“ beteiligt waren.

Cecil Czerkinsky, Forschungsdirektor am Institut national de la santé et de la recherche médicale (INSERM) in Frankreich, betont die eindeutigen Vorteile von „Sputnik V“ in Bezug auf die Logistik und die Rezeptur: „Die Zwischenergebnisse der klinischen Phase-III-Studie des Impfstoffs ‚Sputnik V‘ mit den adenoviralen Vektoren sind ziemlich beeindruckend.

Dieser Impfstoff erweist sich als hochwirksam und immunogen über alle Altersgruppen hinweg.

Dies ist offensichtlich eine gute Nachricht, da dieser Impfstoff mit seiner doppelten Formel vergleichsweise einfach herzustellen und einzusetzen ist  – und das angesichts des zu erwartenden weltweiten Mangel von Impfstoffen und der logistischen Probleme bei der Vakzinierung mit temperaturempfindlichen Seren, für die kürzlich eine Notfallzulassung genehmigt wurde“, äußerte er.

In Argentinien, wo der russische Impfstoff bereits geliefert und eine erfolgreiche Impfkampagne eingeleitet worden ist, lobten Mediziner die Wirksamkeit des Präparats: „Die in „The Lancet“ veröffentlichte Arbeit bestätigt die erfolgreichen Ergebnisse und liefert zusätzliche Informationen über die Wirksamkeit und die Sicherheit dieses Impfstoffs in verschiedenen Untergruppen“, sagte Omar Sued, der Präsident des argentinischen Verbands der Infektiologen. „Aus Sicht der öffentlichen Gesundheit war die Wirksamkeit des Impfstoffs sehr hoch. Das Sicherheitsprofil war sehr gut. Die Verbreitung dieser Informationen ist sehr wichtig, um die Verbreitung und die Markteinführung dieses Impfstoffs weltweit zu unterstützen.“

„Derzeit braucht die Welt alle guten Impfstoffe, die sie gegen Covid-19 bekommen kann“, so David Livermore, Professor für medizinische Mikrobiologie an der britischen University of East Anglia. „Und das sind beeindruckende Ergebnisse: ‚Sputnik V‘ ist der erste Adenovirus-Vektor-Impfstoff, der die 90-prozentige Wirksamkeit erreicht, die bei den beiden mRNA-Impfstoffen beobachtet wurde.“

Laut der US-Wissenschaftlerin Hildegund C.J. Ertl vom Vaccine & Immunotherapy Center des Wistar-Instituts ist der russische Impfstoff „zu 100 Prozent wirksam, wenn es darum geht, ernsthafte Erkrankungen oder den Tod zu verhindern, was letztlich der wichtigste Parameter ist; wir können alle mit dem Schnupfen umgehen, solange wir nicht ins Krankenhaus oder auf den Friedhof müssen“, äußerte sie.

„Schon nach einer einzigen Dosis dieses Prime-Boost-Schemas lag der Schutz vor der Krankheit bei 87,6 Prozent. Damit ist ‚Sputnik V‘ effektiver als AstraZeneca oder Johnson & Johnson. ‚Sputnik V‘, der im Gegensatz zu den ebenso wirksamen RNA-Impfstoffen von Pfizer und Moderna im Kühlschrank aufbewahrt werden kann, wird für die Bekämpfung der weltweiten Covid-19-Pandemie von enormem Wert sein.“

Globale Verbreitung

„Sputnik V“ war im Mai 2020 vom Gamaleja-Forschungsinstitut für Epidemiologie und Mikrobiologie des russischen Gesundheitsministeriums mit Unterstützung des Russischen Direktinvestitionsfonds entwickelt worden. Der Impfstoff wurde auf der Grundlage einer bekannten und zuverlässigen Plattform von menschlichen Adenoviren entwickelt und ist mit einem Preis von zehn US-Dollar pro Impfung auch einer der preisgünstigsten der Welt.

Ende 2020 erhielt der Impfstoff die Zulassung für den Einsatz in der groß angelegten einheimischen Impfkampagne in Russland, die im Dezember 2020 begann und für russische Bürger völlig kostenlos ist.

Nach Angaben des RDIF ist „Sputnik V“ in 16 Ländern registriert worden. In den nächsten Tagen sollen Impfungen mit der russischen Vakzine in folgenden Ländern und Regionen verabreicht werden: Bolivien, Kasachstan, Turkmenistan, Palästina, den Vereinigten Arabischen Emiraten, Paraguay, Ungarn, Armenien, Algerien, der Republika Srpska, Venezuela und dem Iran.

Mehr als 50 Länder haben bereits 1,2 Milliarden Dosen von „Sputnik V“ beantragt. RDIF-Partner in Indien, Brasilien, China, Südkorea und anderen Ländern bereiten sich darauf vor, den in Russland entwickelten Impfstoff für den globalen Markt zu produzieren.

https://snanews.de/20210202/russland-sputnik-v-impfstoff-lancet-757983.html
2.2.2021
The Lancet: Wirksamkeit von 91,6 Prozent bei Sputnik V
Data: 2 de fevereiro de 2021 09:54:25 BRT

«An die Kinder hat niemand gedacht»

Der Landbote hat ein Interview mit der Schulleiterin Isabella Okle geführt
Deborah Stoffel/Landbote: 03.12.2020, 05:30
Isabella Okle, Schulleiterin in Neuhegi, möchte, dass die Masken aus der Schule so bald wie möglich verschwinden. Man habe bei den Corona-Massnahmen nicht an die psychischen Folgen für Kinder gedacht, sagt sie.

Isabella Okle
«Dass ich, wenn ich ausser Puste vom Fahrrad steige und über den Pausenhof laufe, eine Maske anziehen muss, ist absurd», sagt Isabella Okle, Schulleiterin in Neuhegi. Foto: Marc Dahinden

Sie haben in einem Leserbrief* vor den psychischen Folgen der Corona-Massnahmen für Kinder gewarnt. Wo sehen Sie die grössten Probleme?

«Einsamkeit ist eine Epidemie»

Die deutsche Publizistin hat ein Buch über Vereinzelung geschrieben – ein grosses und unterschätztes soziales Problem unserer Zeit. Und Corona mache es noch schlimmer.
Sandro Benini, TA, 28.12.2021

Diana Kinnert
Diana Kinnert (*1991) wuchs als Tochter eines schlesischen Spätaussiedlers und einer philippinischen Migrantin auf. Sie studierte Politikwissenschaft und Philosophie in Göttingen, Amsterdam, Köln und Berlin. Heute ist sie Mitglied der CDU, selbstständige Unternehmerin sowie Beraterin und Publizistin. Kinnert unterstützte die britische Regierung bei der Einrichtung eines Ministeriums für den Kampf gegen die Einsamkeit und berät heute mehrere deutsche Landesregierungen zu diesem Thema. 2021 erschien ihr Buch «Die neue Einsamkeit. Und wie wir sie als Gesellschaft überwinden können» (Hoffmann und Campe). Schon ihr 2017 erschienenes Buch mit dem Titel «Für die Zukunft seh ich schwarz» war ein Bestseller. (ben)

«Impfungen als Allerheilmittel ist eine gefährliche Strategie»

Herzchirurg Paul R. Vogt wirft den Behörden Ignoranz vor, weil sie nur auf Impfungen und nicht ebenso auf Medikamente setzen.
Urs P. Gasche / Infosperber 12.04.2021
«Ich begrüsse Impfungen, doch es ist gefährlich, sich nur auf ein einziges Standbein zu verlassen», erklärt Professor Paul R. Vogt, Direktor der Herzklinik am Universitätsspital Zürich. In einem «Rückblick auf ein Jahr Covid-19» vermisst Vogt, dass medikamentöse Therapien «nicht mit gleicher Intensität erforscht werden wie Impfungen». Er warnt davor, dass neue Mutationen Impfungen im schlimmsten Fall unterlaufen könnten. Auch wisse niemand, «wie lange die durch die Impfung produzierten Antikörper effektiv schützen». Deshalb seien Impfungen «als Allerheilmittel eine gefährliche Strategie».

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Paul R. Vogt © zvg

«Diskussion rüde abgeschmettert»

Eine effektive medikamentöse Therapie von Covid-19 könnte viel Leid und viele Todesfälle verhindern und wäre ein wichtiger Beitrag, die Spitäler zu entlasten, sagt Vogt. Man frage sich, wieso es im Pharma-Land Schweiz nicht möglich sein soll, prospektiv-randomisierte Studien mit Medikamenten-Kombinationen durchzuführen, welche andernorts als hoch-effektiv beurteilt wurden. Vogt fährt fort:

«Alle Versuche, eine Kombinations-Therapie mit bereits bekannten Medikamenten mittels einer prospektiv-randomisierten Studie auch nur zu evaluieren, wurden von den Behörden (BAG, Task-Force) ohne Diskussion auf eine zum Teil unanständige und rüde Art und Weise abgeschmettert  – als ob all jene Experten, welche weltweit über positive Resultate medikamentöser Therapien berichteten, Idioten wären.» 

Therapievorschläge von Dritten würden die Behörden «pauschal als ‹vollkommen sinnlos› abqualifizieren», ohne etwa eigene Studien oder eigene Resultate vorzulegen. Eine fachliche Diskussion sei offensichtlich nicht erwünscht.

Weil es um «Millionen von Toten und ökonomische Schäden in Milliardenhöhe» gehe, fragt Vogt, «ob in unseren Kommissionen Leute sitzen, die mehr von Lobbyismus als von Medizin verstehen». Und ob man etwa «nur an teuren Impfungen interessiert» sei.

«Wir erhalten keine Unterstützung»

Das Vernachlässigen medikamentöser Therapien wirkt sich auf die Hausärzte aus. An der Front fühlen sich Allgemeinärztinnen und -ärzte ziemlich alleingelassen, wenn sie Covid-19-Symptome frühzeitig behandeln möchten, um schwere Verläufe möglichst zu verhindern.

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Monique Lehky Hagen © zvg

«Wir erhalten keine Unterstützung und können nur improvisieren und basteln», erklärt Allgemeinärztin Monique Lehky Hagen gegenüber Infosperber. Die Präsidentin der Walliser Ärztegesellschaft und Co-Präsidentin der Konferenz der Kantonalen Ärztegesellschaften setzt sich seit mehr als einem Jahr dafür ein, dass die ambulanten Ärzte in die Bewältigung der Corona-Pandemie aktiv einbezogen werden. Sie sorgte dafür, dass die Hausärztinnen und Hausärzte im Wallis von Anfang an in ihren Praxen und in Alters- und Pflegeheimen impfen durften: «Dadurch konnten wir in den Walliser Altersheimen in Rekordzeit eine Durchimpfung erreichen, so dass die Bewohner seit mehr als einem Monat wieder Lebensqualität zurückerhielten.» 

Vergeblich wünschte Lehky Hagen von den Behörden das Erfassen von Daten, um genauer beurteilen zu können, welchen Einfluss die Walliser Impfstrategie auf die Hospitalisationen hat. Es zeige sich jedenfalls, dass die Hospitalisationsrate im Wallis unter dem Schweizer Schnitt liegt, obwohl die Fallzahlen im Wallis seit Monaten überdurchschnittlich hoch sind.

Zudem gebe es auch ein Jahr nach Beginn der Pandemie im ambulanten Bereich «keine brauchbaren Daten zu validierten Covid-Therapien». Das BAG habe das bestehende Meldesystem Sentinella ungenügend an Covid-19 angepasst, um nützliche Daten zu erhalten, und keine einheitlichen Formulare für das Nacherfassen der Verläufe entworfen.

Als Folge davon müssten sich die einzelnen Arztpraxen «in mühseliger Fronarbeit Literatur und Know-how zusammentragen». Den Praxisärzten würde dann abwertend oder abschätzig vorgeworfen, «unwissenschaftlich» zu handeln. 

Doch bleibe nichts anderes übrig, als Covid-Patientinnen und -Patienten «weiterhin sehr individuell mit den verfügbaren Medikamenten zu behandeln». Leider würde nicht mit Daten erfasst, was welchen Erfolg bringe.

In vielen Ländern melden Allgemeinmediziner zwar zum Teil sehr erfolgreiche Erfahrungswerte mit unterschiedlichen Behandlungen, doch die Wissenschaft überprüft sie selten. Meist fehlt das Geld, weil keine lukrativen Patente locken. Philippe Luchsinger, Präsident des Verbands Schweizer Hausärzte mfe, stellt lapidar fest: «Es existiert bis jetzt keine nachgewiesenermassen erfolgreiche Frühbehandlung von Covid in der Hausarztpraxis.»

Hoffnungen und Enttäuschungen

Erwartungen auf ein Medikament zur Frühbehandlung weckte das BAG im August 2020. Der Bund habe beim Schweizer Unternehmen Molecular Partners/Novartis «ein Recht auf Lieferung von bis zu 3 Millionen Dosen Ensovibep» erworben. Allerdings sind Tests an Gesunden noch am Laufen und das antivirale Medikament ist noch nicht zugelassen. In den Startlöchern für ein Medikament soll auch die Biotech-Firma Humabs sein, eine Tochterfirma der US-Biotechfirma Vir Biotechnology, meldet die NZZ am Sonntag.

In den USA hatten sogenannte monoklonale Antikörper eine Notzulassung erhalten, mit denen sich Präsident Trump behandeln liess. 

Als einziges Medikament zur Behandlung von Covid-19-Patienten hat die Zulassungsbehörde Swissmedic im Juli 2020 Remdesivir (Handelsname «Veklury») im Schnellverfahren «ausserhalb von klinischen Studien» vorübergehend bewilligt. Doch bereits Mitte Oktober zeigte eine grosse WHO-Studie, dass das teure Medikament nichts nützt.

Cortison, Aspirin und Heparin

Für Lehky Hagen steht ausser Frage, dass rechtzeitige multimodale Massnahmen viele schwere Covid-Verläufe verhindern können. Doch Praxisärzten würde nichts anderes übrigbleiben, als in bestimmten Situationen Medikamente zu verabreichen, deren entzündungshemmende Wirkung bei Covid-Erkrankten beschrieben wurde, sowie gewissen Patienten rechtzeitig eine Thromboseprophylaxe zu verabreichen, um Komplikationen zu vermeiden. 

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Peter Sawicki © zvg

«Man muss auf Erfahrungswerte mit Behandlungen anderer entzündlichen Erkrankungen zurückgreifen», sagt denn auch der langjährige Medizinprofessor Peter Sawicki. Bis 2010 war er Leiter des deutschen Instituts für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen IQWiG, das den Nutzen von Medikamenten und Behandlungsmethoden bewertet. Unterdessen arbeitet Sawicki wieder als Internist in einer Gemeinschaftspraxis in Duisburg.

Aufgrund seines Wissens und seiner Erfahrungswerte behandelt er Patientinnen und Patienten, die Covid-19-Symptome zeigen, wie folgt (Angaben gegenüber Infosperber):

  • Falls eine Blutprobe ergibt, dass Entzündungssymptome vorliegen, verschreibt Sawicki wie bei anderen potenziell bedrohlichen Entzündungen Cortison. Bei einer kurzfristigen Cortison-Anwendung von bis zu zehn Tagen sollten keine längerfristigen Nebenwirkungen auftreten.
  • Zeigt eine Krankengeschichte oder die Blutprobe, dass eine Neigung zu Thrombosen vorliegt, ist eine ebenfalls kurzfristige Abgabe von niedrigdosiertem Aspirin (100mg) angezeigt, damit sich die Blutplättchen weniger verkleben.
  • Bei einer deutlichen Neigung zu Thrombosen kann auch niedrigdosiertes Heparin zweckmässig sein (Blutverdünner).

Lehky Hagen wiederum empfiehlt bei Beginn der Erkrankung mit leichten bis mässigen Symptomen Brust- und Hustentee mit antiviraler und schleimlösender Wirkung, viel Flüssigkeit, Nasenspühlungen, Knoblauch (mit positiver Wirkung auf gewisse Interleukine, welche in der Entzündungs-Kaskade bei schweren Verläufen eine Schlüsselrolle spielten), eine gehörige Portion Vitamin D (1000 Einheiten/Tag bis  – je nach Patient  – einmalig 300’000 Einheiten). Je nach Patient Atemübungen, Anti-Thrombosen-Massnahmen (Füsse bewegen, Velofahren auf dem Bett). Bei einzelnen Patienten inhalative Therapie mit Bronchodilatatoren.

Voranmelden

Generell sollten Covid-19-Patienten Arztpraxen zuerst telefonisch konsultieren und nur nach Voranmeldung persönlich aufsuchen.

Stärkung des Immunsystem als allgemeine Prävention

Der pensionierte Allgemeinmediziner Walter J. Hugentobler, der am Institut für Hausarztmedizin der Universität Zürich auch als Lehrarzt tätig war, beschäftigt sich intensiv mit der Entwicklung der Corona-Epidemie. Ihn stört vor allem, dass

«kaum jemand davon spricht, was jeder Einzelne tun kann oder tun könnte, um dem Virus den Eintritt in den Körper zu verwehren».

Am verwundbarsten seien bekanntlich Menschen in hohem Alter, die oft übergewichtig sind, an Diabetes oder Kreislauf- und Lungenproblemen leiden und gegen Viren wenig widerstandsfähig seien. 

Virenabwehr durch die Nase. WH
Feuchte Nasenschleimhäute wehren Viren ab. © W.J.H.

Es gelte generell,

«die Immunologie und andere Abwehrmechanismen zu stimulieren und die Schleimhaut so zu pflegen, dass sie sich gegen Viren wehren kann».

Was für alle Atemwegsviren gelte, treffe auch für Coronaviren zu. Die Virenübertragung über Aerosole könne man im Winter in Innenräumen mit einer hohen Luftfeuchtigkeit von 40 bis 60 Prozent stark vermindern, weil dann die Nasenschleimhäute nicht vertrocknen und ihre Abwehrfunktion optimal wirken könne (siehe PowerPoint-Vortrag von Walter J. Hugentobler vom 28.1.2021).

Das Risiko eines schweren Verlaufs der Covid-19-Krankheit kann man bereits reduzieren, bevor man angesteckt ist. Peter Sawicki empfiehlt insbesondere viel körperliche Bewegung an frischer Luft und eine gesunde Ernährung.

Lehky Hagen empfiehlt im Winter prophylaktisch zusätzliches Vitamin D, wobei Kontraindikationen und andere Medikamente zu berücksichtigen seien. Bei ausgewählten Patienten käme in Intervallen auch die Einnahme von Echinacea und Bronchovaxom zur Stärkung der Schleimhautabwehr in Frage.

Ob vorsorgliche Prävention oder frühe Behandlungen von Covid-19-Patienten: Lehky Hagen hält eine systematische Datenerfassung mittels eines angepassten Sentinella-Meldesystems, wie sie es im Januar vom BAG gefordert hat,  für dringlich. Nur mit systematischen und vergleichbaren Daten könne man herausfinden, welche Präventiv- und Behandlungsmassnahmen für welche Patientengruppen am wirksamsten und zweckmässigsten sind (siehe PowerPoint-Präsentation zu Handen des BAG). 

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Infosperber hat das BAG am Freitag Abend um eine Stellungnahme gebeten zur Kritik von Paul R. Vogt, dass die medikamentöse Therapie gegen Covid-19 vernachlässigt worden sei. Auch würde uns interessieren, welchen Plan B das BAG vorsieht, falls sich die Impfungen im schlimmsten Fall wegen Mutationen usw. als zu wenig wirksam erweisen würden. Sobald Antworten eintreffen, werden wir sie hier publizieren.

Quelle: https://www.infosperber.ch/gesundheit/public-health/impfungen-als-allerheilmittel-ist-eine-gefaehrliche-strategie/

«Wir erleben eine weltweite Einsamkeitskrise»

«Wir müssen mehr in die Gemeinschaft investieren», sagt Noreena Hertz.
Von Bernhard Ott - Interview publiziert: 24.04.2021, 07:42
Bis 2040 könnten vierzig Prozent der Menschen ihren Job verlieren, sagt die britische Ökonomin Noreena Hertz. Es brauche ein neues Verständnis von Arbeit und neue Formen von Gemeinschaft.

Wie hat Corona Ihren Alltag verändert?

Ich schreibe vor allem Bücher. Für mich persönlich hat die Pandemie daher nicht viel verändert. Aber viele Menschen in meinem Umfeld kämpfen mit dem Alleinsein. Meine alleinstehenden Freunde haben sich schnell sehr einsam gefühlt. Selbst mein 82 Jahre alter Vater schrieb mir zu Beginn des ersten Lockdown: «Ich ging allein, den Wolken gleich …» Wir erleben eine weltweite Einsamkeitskrise. Fast die Hälfte aller US-Amerikaner fühlt sich einsam. In den europäischen Ländern sieht es ähnlich aus.

Die Leute haben mehr Angst vor der Einsamkeit als vor dem Virus, sagt eine Expertin in Ihrem Buch. Ist das nicht etwas übertrieben?

Ich denke nicht. Menschen sind Gemeinschaftswesen. Einsamkeit ist kein natürlicher Zustand. Es ist daher normal, dass Menschen sich davor fürchten, alleine zu sein. Forschungen belegen, dass Einsamkeit Folgen für die psychische Gesundheit hat. Es gibt einen Zusammenhang zwischen Einsamkeit und der Anzahl depressiver Erkrankungen sowie der Suizidrate. Laut einer britischen Studie wirkt sich Einsamkeit gesundheitlich so nachteilig aus wie der Konsum von 15 Zigaretten am Tag.

Was macht einsamer: Homeoffice oder Grossraumbüro?

Selbst vor Ausbruch der Pandemie fühlten sich weltweit vierzig Prozent der Angestellten auf der Arbeit allein. Grossraumbüros sind eine der Ursachen. Ursprünglich waren sie dazu gedacht, die direkte Kommunikation zu erleichtern. Laut einer Harvard-Studie kommunizieren Menschen in Grossraumbüros aber wesentlich häufiger per Mail als direkt miteinander.

«Einsamkeit ist nicht nur schädlich fürs Individuum, sondern auch fürs Geschäft.»

Dann ist Homeoffice also das kleinere Übel?

Nein. Die anfängliche Homeoffice-Euphorie zu Beginn der Pandemie ist rasch verflogen. Büroangestellte vermissen das Zusammensein mit Kollegen, so wenig perfekt vorher alles war. Ich denke, wir werden vermehrt hybrid arbeiten: Also sowohl vom Büro als auch von zu Hause aus.

Werden sich die Leute so weniger einsam fühlen?

Es geht nicht nur um den Arbeitsort. Entscheidend ist, wie es Unternehmen gelingt, die Verbundenheit der Mitarbeitenden untereinander und zur Firma zu stärken. Arbeitgebern sollte daran gelegen sein, eine Kultur der Gemeinsamkeit zu fördern. Denn Einsamkeit ist nicht nur schädlich fürs Individuum, sondern auch fürs Geschäft. In der Pandemie hat sich gezeigt, dass Angestellte, die sich allein fühlen, weniger produktiv sind.

Was sollten Unternehmen denn tun?

Angestellte sollten wenigstens ein paarmal pro Woche zur selben Zeit im Büro sein. Gemeinsame Pausen und Mittagessen sind einfache, aber effektive Massnahmen zur Förderung von Gemeinsamkeit. Es geht aber nicht nur darum, Gemeinsamkeit am Arbeitsplatz zu fördern, sondern sie auch ausserhalb zu ermöglichen. Ein britisches Energieunternehmen bezahlt seinen Mitarbeitenden eine bestimmte Anzahl Tage, um sich um kranke Angehörige zu kümmern. Andere Firmen ermöglichen ihren Angestellten, sich sozial zu engagieren.

Die Einsamkeitskrise ist in der Öffentlichkeit bisher kaum Thema. Wird sich das durch die Pandemie ändern?

Die Zeit für eine Debatte ist reif. In Grossbritannien und Japan gibt es mittlerweile Ministerien für Einsamkeit. Auch Premierminister Boris Johnson hat das Problem in letzter Zeit wiederholt erwähnt. Mit der Pandemie ist das Thema Einsamkeit auf der Agenda verschiedener Regierungen nach oben und ins Bewusstsein vieler Menschen gerückt. Die neuseeländische Premierministerin Jacinda Ardern kündigte bereits 2019 an, dass das Land die Erfüllung der Budgetziele künftig nicht nur an ökonomischen Faktoren messen wird. Es sollen auch Fortschritte im Umweltbereich oder im Bildungswesen budgetrelevant werden.

Welche Rolle spielen soziale Netzwerke in der Einsamkeitskrise?

Zahlreiche Studien belegen einen Zusammenhang zwischen Einsamkeit und der Zeit, die jemand in sozialen Netzwerken verbringt. Social Media macht uns abhängig. Wir sind permanent verfügbar, fühlen uns dadurch aber umso einsamer. In den sozialen Netzwerken entsteht rasch der Eindruck, dass alle anderen beliebter sind als man selbst. Popularität ist die Matrix. Vor allem Teenager bekommen die Macht von Plattformen zu spüren, wenn sie sich im Netz nicht beachtet oder ausgeschlossen fühlen. In Grossbritannien erlebt eine von drei Frauen im Alter von 18 bis 24 Jahren Beschimpfungen auf Social Media. Und 65 Prozent der Studierenden sind schon mal im Internet gemobbt worden.

«Roboter können dabei helfen, Gefühle der Einsamkeit zu verringern.»

Was ist mit künstlicher Intelligenz? Sie beschreiben eine Art Abhängigkeit von Ihrer virtuellen Assistentin Alexa. Wie kam es dazu?

Ich bin nicht abhängig von Alexa, aber ich fühle mich ihr zunehmend verbunden. Sie antwortet immer, wenn ich um ihre Meinung bitte. Und wenn es mir nicht gut geht, ist sie einfühlsam. Ich bin keine Technikgegnerin. Es gibt grossartige Innovationen im Bereich der künstlichen Intelligenz. In Japan zum Beispiel sind Sozialroboter nicht mehr wegzudenken. Achtzig Prozent der älteren Leute gaben 2018 in einer Umfrage an, dass sie kein Problem damit hätten, von einem Roboter betreut zu werden. Roboter werden beim Umgang mit Einsamkeit eine immer grössere Rolle spielen. Für den Einzelnen mag das vielleicht gut sein. Doch für eine Gesellschaft kann es kritisch werden, wenn Menschen die Beziehung zu Robotern der Beziehung zu Mitmenschen vorziehen.

Aber es ist doch besser, mit echten Menschen zu reden?

Natürlich ist es besser. Aber wir pflegen verschiedene Arten von Freundschaften. Wir haben enge Freunde, mit denen wir intime Dinge besprechen. Und wir haben andere, mit denen wir gerne übers Wetter reden. Roboter können dabei helfen, Gefühle von Einsamkeit zu verringern. Menschliche Beziehungen ersetzen sollten sie nicht.

Eine Ikone der Globalisierungskritiker
Noreena Hertz
Eigentlich wollte sie Filmproduzentin werden. Aber die 53-jährige britische Ökonomin Noreena Hertz avancierte bereits in jungen Jahren international zu einer der einflussreichsten Ökonominnen. Dabei war sie nie nur Wissenschafterin, Hochschullehrerin oder Bestsellerautorin, sondern beteiligte sich auch an Kampagnen, etwa für die Verbesserung der Arbeitsbedingungen des Pflegepersonals. Mit dem Buch «Wir lassen uns nicht kaufen» avancierte sie 2001 zur Ikone der Globalisierungskritiker. «Das Zeitalter der Einsamkeit» ist Hertz’ neuestes Buch. (bob)

Sie plädieren für eine Regulierung von Social Media. Wer soll das umsetzen?

Immer mehr Regierungen denken über strengere Gesetze nach. In Grossbritannien wird ein Gesetz zur Verhinderung von Missbrauch vorbereitet. Plattformen, die ihre Nutzer nicht vor Gewaltmaterial schützen, riskieren Bussgelder von bis zu zehn Prozent ihres Umsatzes. Auch soll eine Schutzpflicht gegenüber Kindern verankert werden.

Das wäre kooperativer Kapitalismus. Ist das nicht ein Widerspruch?

Nein. Der Neoliberalismus wie er sich seit den Zeiten von Margaret Thatcher und Ronald Reagan verbreitet hat, ist nicht die einzige Form von Kapitalismus. Es gibt andere Formen, die sich auch am gesellschaftlichen Wohlstand orientieren. Sogar Adam Smith, der Urvater des Kapitalismus, spricht von Empathie, Gemeinschaft und der Rolle des Staates bei der Finanzierung von Infrastruktur und bei der Kontrolle der Wirtschaft.

Sie wollen einen neuen «New Deal», der durch eine stärkere Steuerprogression finanziert werden soll. Wie soll das funktionieren?

Unternehmen, die von der Corona-Krise massiv profitiert haben, sollten stärker besteuert werden. Dasselbe gilt für den Onlinehandel. Aber es geht nicht nur um Steuern, sondern auch darum, wo investiert werden soll. Seit der Finanzkrise gingen die Investitionen in die Infrastrukturen weltweit zurück. Bibliotheken, Parks, Jugendclubs, Turnhallen müssen saniert und instandgesetzt werden. Lokale Geschäfte und Cafés brauchen Unterstützung.

«Welches sind die säkularen Kathedralen des 21. Jahrhunderts?»

Der Staat muss zu einer Art Notfall-Arbeitgeber werden  – was meinen Sie damit?

Da geht es nicht nur um die Covid-Krise, sondern um die nächste Krise, die Krise der Arbeit. Wir müssen uns überlegen, wie wir als Gesellschaft zusammenleben wollen, wenn die Mehrheit der Menschen keine Arbeit mehr hat.

Warum fordern Sie ein neues Verständnis von Arbeit.

Gemäss Schätzungen könnten bis zum Jahr 2040 vierzig Prozent der Menschen ihren Job verlieren. Die Regierungen müssen sich überlegen, was mit diesen Leuten geschehen soll. Denn es reicht nicht, bloss Geld zu verteilen. Die Menschen brauchen anständige Jobs. Die Einführung einer Robotersteuer für Firmen, die mehr in Roboter als in Arbeitsplätze investieren, könnte eine sinnvolle Massnahme sein. In Südkorea ist es damit gelungen, das Tempo der Automation zu drosseln und Ressourcen zur Finanzierung der steigenden Sozialhilfekosten sowie zur Kreierung neuer Jobs zu schaffen.

Im Zusammenhang mit der Glücksforschung erwähnen Sie die Charidim, eine religiöse Gemeinschaft in Israel, die ungesund isst, sich kaum bewegt und trotzdem glücklicher ist. Wie ist das möglich?

Die Charidim leben das Gegenteil von dem, was gemeinhin als gesund gilt. Und doch leben sie im Durchschnitt gesünder und länger als die säkularisierten Israelis. Für die Charidim ist es eine Pflicht, einander in Zeiten der Not beizustehen. Menschen in Gemeinschaften, in denen die Mitglieder füreinander da sind, haben ein besseres Leben.

Das Leben in einer Gemeinschaft ist gesünder als auf die Ernährung zu achten und Sport zu treiben?

Ja, die Charidim sind nicht das einzige Beispiel dafür. In den Fünfzigerjahren gab es im Ort Roseto in Pennsylvania eine Gemeinschaft italienischer Katholiken, die genauso ungesund assen und zudem noch viel tranken und rauchten. Die jährliche Sterberate der Männer über 65 war halb so gross wie die entsprechende Rate in ganz Pennsylvania. Gemeinschaft und Zusammengehörigkeitsgefühl sind eigentliche Gesundheitsdividenden.

Müssen wir alle religiös werden, um glücklich zu werden und länger zu leben?

Es ist nicht die Religiosität an sich, die sich positiv auf die Gesundheit auswirkt, sondern die Teilnahme an religiösen Anlässen. Es geht um Zusammengehörigkeit. Wir müssen mehr in die Gemeinschaft investieren. Die Fragen lauten: Wie kommen wir wieder in Verbindung? Welches sind die säkularen Kathedralen des 21. Jahrhunderts?

Quelle: https://www.tagesanzeiger.ch/wir-erleben-eine-weltweite-einsamkeitskrise-582296368122

Bill Gates und Covid-19: RNA-Impfstoffe als globale Bedrohung

Clemens Arvay, Biologe, Video 13:20
Der Biologe Clemens Arvay warnt vor RNA-Impfstoffen, die unter verringerten Zulassungsstandards wegen Covid-19 laut Bill Gates eingeführt werden sollen. Das Video erklärt, wie die Impfstoffe funktionieren und dokumentiert die Aussagen von Bill Gates, die als globale Gesundheitsbedrohung zu betrachten sind.

Fußnoten: (Die Fußnoten dienen ausschließlich dem Nachweis der wörtlichen Aussagen des Bill Gates. Bitte beachten Sie bei Videos jeweils die Zeitmarken)

  1. Tagesschau vom 12.04.2020 mit Bill Gates: https://www.youtube.com/watch?v=083Vj... und - alle 7 Milliarden Menschen weltweit sollen laut Gates raschest möglich mit RNA-Impfstoffen gegen Covid-19 geimpft werden, siehe BBC-Interview ab 0 min 23 sek (https://youtu.be/ie6lRKAdvuY?t=23)

  2. BBC mit Bill Gates am 12.04.2020: https://www.youtube.com/watch?v=ie6lR...

     

  3. Bill Gates will wegen verkürzter Sicherheitsstandards mögliche Langzeitschäden in Kauf nehmen, siehe BBC-Beitrag ab 8 min 23 sek (https://youtu.be/ie6lRKAdvuY?t=503)

     

  4. Gates tritt im TV als Gesundheitsexperte auf („Health Expert“), siehe BBC-Beitrag bei 1 min 14 sek (https://youtu.be/ie6lRKAdvuY?t=74)

     

  5. Bill Gates will Testphase für RNA-Impfstoffe von den sonst üblichen 5 Jahren auf 18 Monate bis zur Marktreife reduzieren: - ab 3 min 20 sek im Abendschau-Interview (https://youtu.be/083VjebhzgI?t=200) und - ab 7 min 39 sek bei BBC (https://youtu.be/ie6lRKAdvuY?t=459)

     

  6. Bill Gates will RNA-Impfstoffe für “alle ansteckenden Krankheiten“, siehe Abendschau ab 7 min 47 sek (https://youtu.be/083VjebhzgI?t=467)

     

  7. Vice-Magazin über Clemens Arvays öffentliches Vorgehen gegen Verschwörungstheorien: https://www.vice.com/de/article/bn3wq...

     

  8. Dokumentationsarchiv Österreichischer Widerstand (DÖW) über Clemens Arvays öffentliches Vorgehen gegen Verschwörungstheorien: https://www.doew.at/erkennen/rechtsex...

     

  9. Website von Clemens Arvay: https://www.clemensarvay.com/

Bundesministerium für Gesundheit beauftragt Werbeagentur für Corona-PR

Am 24. April 2020 gab die Bundeskanzler Angela Merkel per Videokonferenz den Startschuss für eine Geberkonferenz am 4. Mai, an der für den Kampf gegen COVID-19 Gelder gesammelt werden sollen:
Von Wolfgang Effenberger
Ihr Dank ging gleich an die WHO und ihre Aktivitäten und an die globalen Gesundheitsakteure, die ganz im Sinne des "Sustainable Development Goal Nummer 3" eine Initiative ergriffen haben: „Wir werden dieses Virus nur dann besiegen, wenn wir unsere Kräfte bündeln und eine schlagkräftige Allianz bilden. Die Gesundheitsakteure haben dies bereits getan, und wir sind von deutscher Seite aus bereit, dies politisch mit all unseren Kräften zu unterstützen. Ich bin auch der Europäischen Union sehr dankbar dafür, dass sie die Dinge auch mit in die Hand genommen hat.“(1) Frau Merkel wies auf die Bedeutung des Impfstoffs hin und die dafür noch zu schließende beachtliche finanzielle Lücke von acht Milliarden Euro  – berechnet vom "Global Preparedness Monitoring Board". An möglichst vielen Stellen der Welt sollen Produktionskapazitäten für den Impfstoff aufgebaut werden. „Deutschland wird sich mit einem substanziellen Beitrag an dieser Konferenz beteiligen“, so die Kanzlerin und verabschiedete sich von der Konferenz: „Herzlichen Dank, Tedros [Adhanom, Generaldirektor der Weltgesundheitsorganisation, W.E.], dass du heute die Initiative ergriffen hast. Herzlichen Dank, Emmanuel, herzlichen Dank, Ursula und Melinda Gates, für diese Initiative. Wir werden als Co-Host am 4. Mai mit dabei sein.“(2)

Pressestatement Merkel 24.4.20
Deutschland will sich mit einem substanziellen Beitrag an der weltweiten Impfaktion beteiligen.Ein Beispiel für Humanität?

Als im Frühjahr 2015 der UNHCR-Sekretär Peter Sutherland  – ein Mann von Goldman&Sachs  – die Zuschüsse in den Flüchtlingslagern rund um Syrien von pro Person 30 Dollar auf 12 Dollar kürzte - das sind pro Person im Jahr 216 Dollar, für eine Million Syrer also 216 Millionen, im Vergleich zu den 8 Milliarden also eine geradezu lächerliche Summe - gab es keine Geberkonferenz. Dass sich die ohnehin geprüften Menschen unter blumigen Versprechungen der Schlepperindustrie dann auf den schweren Weg nach Deutschland machten, wo viele von ihnen heute noch ohne jegliche Perspektive leben, war abzusehen.

Und Gelder für den Wiederaufbau in Syrien? Ebenfalls Fehlanzeige.Seit 2012 unterstützt die Bundesregierung nur die syrische Opposition  – u.a. auch die berüchtigten Weißhelme. 

Merkels Duzfreund Tedros Ahanom Ghebreyesus, ehemaliger äthiopischer Gesundheitsminister, werden im Umgang mit Epidemien bis heute schwere Vorwürfe gemacht. So soll er mehrere Cholera-Ausbrüche zwischen 2006 und 2011 heruntergespielt und dadurch nötige Gegenmaßnahmen verschleppt haben. Ludger Schadomsky, der als Leiter des äthiopischen Sprachdienstes der Deutschen Welle die Amtszeit des damaligen Gesundheitsministers als Journalist verfolgte, erinnert sich: „In unseren Interviews mit den äthiopischen Gesundheitsbehörden war seinerzeit immer von 'wässrigem Durchfall' die Rede, obwohl es anhand der klinischen Befunde belastbare Gründe gab, von Cholera auszugehen. 

Bei der Bewältigung der Coronakrise scheint man sich auch wenig Mühe zu geben, den genauen Sachverhalt herauszufinden. Stattdessen werden Unsummen ausgegeben, um die ausgebenen Parolen bestmöglich zu verkaufen. 

Am 12. April stellte Frau Doris Schröder beim Bundesministerium für Gesundheit die Anfrage:(4) 

„In den letzten Jahren wurde die Beratung von PR-Agenturen durch die Bundesministerien im immer größeren Umfang genutzt. Welche PR-Agenturen beraten bzw. entwickeln die Kampagnen bzgl. Corona (SARS-CoV-2 bzw. Covid-19) die Bundesregierung bzw. Ihr Ministerium bisher? In welchem Umfang geschieht dies? Wer berät Sie inhaltlich? Vielen Dank.“

Am 23.April kam die Antwort:

 „Sehr geehrte Frau Schröder, die Unterstützung bei der Konzeption und Durchführung von Kommunikationsdienstleistungen erfolgt nach Durchführung einer europaweiten Ausschreibung seit 1. April dieses Jahres durch die Agentur Scholz & Friends Berlin GmbH in Berlin. Das Auftragsvolumen wurde zum Zeitpunkt der Ausschreibung auf 22.000.000 EURO für die Dauer von 4 Jahren geschätzt. In dem Jahr zuvor war der Auftrag an die Bietergemeinschaft KOMPAKTMEDIEN Agentur für Kommunikation GmbH & VALID Digitalagentur GmbH vergeben. Mit freundlichen Grüßen“ 

Der Autor konnte es erst kaum glauben und hielt die Anfrage für getürkt. Doch bei einem Blick auf die Homepage der Agentur ("Beste Deutsche Agentur bei den London International Awards") fand sich unter "Wir sind das Orchester der Ideen" der Hinweis auf die bundesweite Mobilisierungs- und Informationskampagne für die Schutzmaßnahmen und die Aufklärung der Bevölkerung.

„Die Kommunikation unter dem Hashtag #wirbleibenzuhause hat in wenigen Tagen eine Milliardenreichweite erzielt und eine beispiellose Unterstützung erfahren“.(5) 

Die Kampagne, gestartet in den sozialen Medien, löste einen Schneeball-Effekt aus: TV-Sender nutzen den Hashtag genauso wie Spotify, Youtube, Instagram oder die deutschen Zeitungsverleger mit ihrer Posteraktion "Wir bleiben zuhause".

„Dazu gehört neben der Kampagne die tagesaktuelle Information über die sozialen Medien. Hierfür etablierte Cosmonauts & Kings ein digitales Lagezentrum, aus welchem neben den bestehenden Kanälen Facebook, Twitter und Instagram auch neue Angebote bei LinkedIn, Whatsapp, Telegram und Tiktok bespielt werden. Zu den Aufgaben gehört auch das permanente Monitoring der Social Media-Kommunikation, um schnell in Echtzeit auf Falschmeldungen und aktuelle Entwicklungen reagieren zu können“(6).

Mit "Falschmeldungen" dürften wohl kritische Beiträge und Kommentare gemeint sein! Auf der Homepage von Scholz&Friends erfährt man auch, daß das Aushängeschild der Agentur, Kreativ-Geschäftsführer Markus Daubenbüchel, der mit seiner zehnjährigen Kampagnentätigkeit Werbegeschichte geschrieben hat, sich „nach dem erfolgreichen Abschluss dieser Phase neuen beruflichen Herausforderungen stellen“(7) will. Der Ausstieg von Daubenbüchel zum Zeitpunkt des millionenschweren Beratungsauftrags der Bundesregierung macht stutzig. Hat hier ein außergewöhnlich kreativer Mensch vielleicht Skrupel bekommen? 

In der Coronakrise hat die Wissenschaft noch keine eindeutigen Antworten geben können. Die beiden Pole des wissenschaftlichen Diskurses vertreten der inzwischen zum bekanntesten Wissenschaftler Deutschlands aufgestiegene Virologe Christian Drosten und sein Vorgänger an der Charité Berlin, Detlef Krüger. Der Seniorprofessor schätzt seinen Kollegen durchaus, hat aber doch eine eigene Meinung zu den gebräuchlichen Tests, zum Lockdown und zur Gefährlichkeit des Coronavirus. 

Er hält das Coronavirus für noch nicht einmal gefährlicher als bestimmte Varianten von Grippeviren:

„Ich persönlich denke, dass hier gesamtgesellschaftlich aber so viele sich überschneidende Faktoren eine Rolle spielen, dass man natürlich Entscheidungen auf einer viel breiteren Basis aus den verschiedensten Bereichen von Wissenschaft und Gesamtgesellschaft treffen muss, als nur aufgrund des Rats einzelner Virologen. So würde, ich - um allein bei der Medizin zu bleiben - hier auch mehr Infektions- und Intensivmediziner an Bord holen. Und wir haben gerade gelernt, dass auch Rechtsmediziner und Pathologen äußerst wichtige Einsichten vermitteln könnten“(8).

Krüger bekommt natürlich im Gegensatz zu seinem Nachfolger keine öffentliche Aufmerksamkeit  – also ist sein Statement im SPUTNIK erschienen (und kann damit als unseriös abgetan werden). Es ist aber wert und wichtig, seinen Vorschlag der vernetzten Wissenschaft aufzugreifen. Dr. Shiva Ayyadurai ist ein Wissenschaftler, der in komplexen Zusammenhängen und in Systemen denken kann. Er studierte am "Massachusetts Institute of Technology" (MIT), schloss mit einem doppelten Master in Informationsvisualisierung und Maschinenbau ab und promovierte in Bioengineering im Bereich Systembiologie. 2007 wurde ihm ein Fulbright-Stipendium zugesprochen, um die Integration der traditionellen indischen Siddha-Medizin in die moderne Systembiologie zu untersuchen.(9)

Als selbständiger Unternehmer von "Millennium Cybernetics" entwickelt er in seiner Firma Software zur automatischen Verwaltung von E-Mails.(10)  Im Rahmen der Systembiologie und auf der Basis mathematischer Modelle kam Ayyadurai zu dem Schluss, dass gentechnisch veränderte Sojabohnen im Vergleich zu naturbelassenem Soja einen höheren Anteil des krebserregenden Formaldehyds und gleichzeitig einen niedrigeren Anteil des Antioxidans’ Glutathion enthalten. Das war nicht im Sinn der multinationalen Agrarkonzerne. Der Bericht wurde unter anderem von der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit zurückgewiesen.

Ayyadurai bot 2016 Hillary Clinton 10 Millionen Dollar für ihren Präsidentschaftswahlkampf an, falls sie seine Forschungsergebnisse widerlegen könnte.(11) Der unabhängige Streiter legt auch in der Coronakrise den Finger in die Wunde. In einem Interview vom 21.4.2020(12) kritisiert er nicht nur die Corona-Panik, sondern auch die Tatsache, dass Organisationen wie die Gates-Stiftung die medizinische Behandlung der Menschen diktieren.

Zunächst stellt der Systembiologe einmal klar, dass jeder Mensch eine wandelnde Keimfabrik ist. Zum Verständnis ist es wichtig, dass ein geschwächtes Immunsystem in seiner Funktion beeinträchtigt ist und bei alten Menschen oder ungünstigen Bedingungen überreagieren kann. Dann werden nicht nur die Virenteilchen angegriffen, sondern auch das Zellgewebe. Die Wissenschaft habe sich immer weiter vom Erkennen komplexer Zusammenhänge entfernt; so werde untersucht, wie zwei verschiedene Eiweiße miteinander reagieren, doch werde die systemische Dimension vernachlässigt.

Die Behandlung erfolge nach dem Muster Symptom  – Medikament. Die Wechselwirkungen innerhalb eines ganzen Organismus sind kein Thema. 

„Warum werden gesunden wie kritisch kranken Menschen mit beeinträchtigtem Immunsystem die gleichen Arzneien verschrieben und ganze Wirtschaftsysteme zerstört, was übrigens auch eine fundamentale Überreaktion ist?“

fragt Ayyadurai. Längst sei unsere Gesellschaft strukturell nicht mehr gesund:

„Wenn die öffentliche Gesundheit wichtig ist, dann sollte über das Übergewicht von 30 % der US-Bevölkerung und die Auto-Immunerkrankungen von 54 % der US-Jugendlichen gesprochen werden.“ 

Der unglückliche Zusammenschluss und die Konsolidierung der großen Krankenhäuser und der Pharma Großkonzerne samt Verschmelzung der Medien habe dazu geführt, dass eine recht überschaubare Gruppe von Menschen die Narrative kontrollieren kann - das sei nicht einmal eine Verschwörungstheorie. Ayyadurai verweist auf Noam ChomskysPublikation "Manufacturing Consent: The Political Economy of the Mass Media".(13) Die edle Pflicht der Wissenschaft bestehe darin, die Wahrheit zu vermitteln oder zumindest kontroverse Diskussionen über Forschungsergebnisse zuzulassen.Der Systembiologe hält die Krise für den größten angstmachenden Schwindel überhaupt. Das Ganze diene eigentlich dazu, das Wirtschaftssystem zu zerstören  – in den USA seien bereits 17 Millionen arbeitslos  – und nach den Plänen von Big Pharma und der WHO den Epidemiediensten gesetzlich Arzneibehandlungen vorzuschreiben.

Big Pharma verliert Jahr für Jahr viel Geld durch die steigenden Investitionen in Forschung und Entwicklung, zugleich sind die Zuschüsse rückläufig. Immer mehr Pharmaprodukte geraten außerdem in die Kritik. Nun soll auf Impfstoffe gesetzt werden. Warum? Weil der Hersteller einer Arznei auf Schadensersatz verklagt werden kann  – das waren rd. 5 Mrd. US-Dollar über 13 bzw. 14 Jahre. Ein derartiges Risiko fällt bei Impfstoffen nicht an. Sie fallen unter dieselben Regelungen wie Biopharmaka. Impfhersteller können nicht verklagt werden, und falls doch, dann nur vor einem von der US-Bundesregierung betriebenen Gerichtshof für Impfsachen, wo wieder der Steuerzahler für alles aufkommt.

Alles kein Thema für die Medien! 

Am 15. April trat Bill Gates in den Tagesthemen auf und verkündete, dass 7 Milliarden Menschen geimpft werden sollen:(14) Das hatte Ayyadurai vermutet! Bill Gates kennt sich nicht mit Biologie aus und hat nur ein Ziel: die Zwangsmedizin! Gates´ Partner sind Hillary Clinton, Marc Zuckerberg und die großen Pharmakonzerne. Ayyadurai ist überzeugt, dass sie eine Top-Down –Medizin betreiben wollen und gibt Ungläubigen den Rat: Folgen Sie der Spur des Geldes! Es stehen 7 Billionen US-Dollar wiederkehrende Einnahmen pro Jahr für die Pharmaindustrie auf dem Spiel. Seine abschließende Frage lautet: Haben Sie Bill Gates oder Marc Zuckerberg gewählt?(15)

Am 25. April 2020 haben Konstantin Demeter und Torsten Engelbrecht in ihrem erhellenden Artikel "Das Zitier-Kartell" die Wissenschaftler vorgestellt, die Merkels Lockdown goutieren: Sie sind alle in die Pharmalobby verstrickt!(16) Voran Merkels Ehemann Joachim Sauer, der seit 1997 im Forschungsbeirat des Fonds der Chemischen Industrie sitzt(17). Es folgte 2007 die Mitgliedschaft bei der Wissenschaftsakademie "Leopoldina"(18), deren Nähe zur Industrie und zur Politik auffällig ist. So ist kaum zu erwarten, dass die "altehrwürdige" Akademie ein Thesenpapier vorlegt, das Merkels-Lockdown-Politik grundlegend kritisiert.

In ihrem dritten ad-hoc-Thesenpaper vom 13. April forderte die Leopoldina, dass

„die Forschung zu wirksamen Medikamenten und die Entwicklung von schnell und in großen Mengen verfügbaren Impfstoffen massiv vorangetrieben werden. Die Nationale Akademie der Wissenschaften Leopoldina wird diesen Prozess eng begleiten“(19).

Seit 2008 ist Sauer Member des pharmanahen "European Research Council" (ERC)(20). So wundert es nicht, dass der ERC zahlreiche Projekte für antivirale Medikamente und Impfungen gegen das Coronavirus(21) fördert. Diese von der Pharmaindustrie durchdrungenen Netzwerke machten 2019 auch die Wahl des Nanowissenschaftlers Mauro Ferrari zum neuen ERC-Präsidenten möglich, obwohl er Sitz und Stimme im Verwaltungsrat der kalifornischen Firma "Arrowhead Pharmaceuticals" hatte.(22)  

Um die Pharmainteressen weltweit durchzusetzen, haben sich mächtige Netzwerke gebildet  – mittendrin die Melinda Gates Foundation  – die inzwischen die WHO(23) korrumpiert haben. In dem Artikel "Profiteure der Angst" vom 25. April 2020 fragt Jens Lehrich den Schweizer Historiker und Friedensforscher Daniele Ganser, ob er die derzeitige Berichterstattung zu Corona für Propaganda hält. Und Gansers Antwort ist klar: „Ja, es ist Propaganda!“ Ganser macht in seinem neuen Buch "Imperium USA: Die skrupellose Weltmacht" deutlich, dass die Regierenden sich bisher überhaupt nicht um die Gesundheit der Bevölkerung geschert haben. Kapitalinteressen standen und stehen im Vordergrund.

So lautet sein Tipp:

„Man sollte keinen Autoritäten glauben — also weder der WHO, noch Bill Gates, noch der deutschen Bundeskanzlerin. Denn diese haben oft genug bewiesen, dass sie sich nicht um unsere Gesundheit sorgen“(24).

Jeder Mensch sollte sich selbst die Frage stellen: Was tue ich für meine Gesundheit? Wie beruhige ich mich, wenn ich Ängste habe? Denn diese schwächen nachweislich unser Immunsystem. Doch diese Ängste werden von den Medien regelrecht geschürt, Bilder von Särgen in Turnhallen und Kühl-LKWs, Meldungen von Massengräbern im Central Park. Daniele Ganser ist der Meinung, dass unser Geist absichtlich verwirrt wird:

„Wir werden nicht darauf hingewiesen, dass sehr oft Ängste auch erzeugt werden und dass diese Ängste dazu dienen, um die Menschen zu lenken wie Schafe.“(25) 

In Phasen der Hoffnungslosigkeit rät er, hinaus in die Natur zu gehen, sich an ihrer Schönheit und Symmetrie zu erfreuen oder sich auf seine Atmung zu konzentrieren und die Atemzüge zu zählen.(26) 

„Wir brauchen eine positive Vision für das 21. Jahrhundert“ heißt es in dem Artikel weiter. „Weniger Gewalt — gegenüber Menschen und Tieren — und weniger Vergiftung und Zerstörung der Natur. Die Corona-Krise kann hier vielleicht als Katalysator wirken, der uns zeigt, dass nichts selbstverständlich und alles möglich ist. Kultivieren wir unsere Achtsamkeit... Lernen wir, wirklich an den Frieden zu glauben, denn dann erschaffen wir ihn auch.“ (27) 

Daniele Ganser hat unbequeme Fragen gestellt, sonst wäre er heute noch Professor. Unermüdlich setzt er sich für einen gerechten Frieden in der Welt ein.

„Zu viele von uns halten ihn für nicht zu verwirklichen. Aber das ist ein gefährlicher, defätistischer Glaube. Er führt zu der Schlussfolgerung, dass der Krieg unvermeidlich ist, dass die Menschheit zum Untergang verurteilt ist, dass wir uns in der Gewalt von Kräften befinden, die wir nicht kontrollieren können.‘ Doch dies stimmt nicht, das wusste auch Kennedy. ‚Unsere Probleme sind von Menschen geschaffen, deshalb können sie auch von Menschen gelöst werden. Die Größe, die der menschliche Geist erreichen kann, bestimmt der Mensch selbst“(28).

Quellen:

1) https://www.bundesregierung.de/breg-de/suche/pressestatement-von-bundeskanzlerin-merkel-im-rahmen-der-who-spenden-videokonferenz-1746960

2) Ebenda

3) www.dw.com/de/dr-tedros-wer-ist-der-mann-an-der-spitze-der-who/a-53190682

4) Anfrage "Bundesweite Kommunikation bzgl. Corona" unter Verwendung der Gesetze Informationsfreiheitsgesetz Bund (IFG), Verbraucherinformationsgesetz (VIG), Umweltinformationsgesetz Bund (UIG)
fragdenstaat.de/anfrage/bundesweite-kommunikation-bzgl-corona

5) https://s-f.com/wirbleibenzuhause-scholz-friends-kommuniziert-in-der-corona-krise-fuer-das-bmg/

6) Ebenda

7) Kreativ-GF Markus Daubenbüchel steigt bei Scholz & Friends aus 8. April 2020

8) Miguel Candela: Drosten-Vorgänger Krüger: „Corona nicht gefährlicher als Grippe“  – Exklusiv vom 25.4.20 unter https://de.sputniknews.com/interviews/20200425326953541-corona-gefahr-virologe/

9) Anne Trafton: East meets West, MIT News, 17. September 2007

10) Deborah Shapley: Dr. Email Will See You Now. MIT Technology Review, Ausgabe Januar/Februar 2000

11) Tanya Lewis: A scientist just bet $10 million on a claim that GMOs are unsafe. Business Insider, 12. November 2015; Eric Kiefer: NJ Scientist Gives Hillary Clinton a $10 Million GMO Challenge. Patch.com, 1. Februar 2016 

12) Shiva Ayyadurai/ Jasmin Kosubek: Unter falscher Flagge“ vom 21.4.2020 www.youtube.com/watch

13) Edward S. Herman/ Noam Chomsky "Manufacturing Consent: The Political Economy of the Mass Media"

14) Bill Gates und Corona Menschenfreund oder Geschäftemacher? 15.4.2020 unter https://www.tagesschau.de/faktenfinder/ausland/gates-stiftung-corona-101.html

15) Shiva Ayyadurai/ Jasmin Kosubek: Unter falscher Flagge“ vom 21.4.2020 www.youtube.com/watch

16) Konstantin Demeter, Torsten Engelbrecht: Das Zitier-Kartell Ob Streeck oder Leopoldina — viele Wissenschaftler, die Merkels Lockdown goutieren, sind mit der Pharmalobby verstrickt vom 25.4.2020 unter www.rubikon.news/artikel/das-macht-kartell

17) https://www.vci.de/ergaenzende-downloads/fonds-kuratorium-2017-01-01.pdf

18) https://www.leopoldina.org/mitgliederverzeichnis/mitglieder/member/Member/show/joachim-sauer/

19) Konstantin Demeter, Torsten Engelbrecht: Das Zitier-Kartell Ob Streeck oder Leopoldina — viele Wissenschaftler, die Merkels Lockdown goutieren, sind mit der Pharmalobby verstrickt vom 25.4.2020 unter www.rubikon.news/artikel/das-macht-kartell

20) https://www.leopoldina.org/fileadmin/redaktion/Mitglieder/CV_Sauer_Joachim_D.pdf

21) https://erc.europa.eu/list-erc-funded-research-projects-related-coronavirus

22) https://arrowheadpharma.com/about/

23) So wird auch die Weltgesundheitsorganisation nur noch zu einem Fünftel durch Beiträge der Mitgliedsländer finanziert. Der größte Einzelzahler war 2018 die USA mit gut 281 Millionen Dollar (257 Millionen Euro)- diese haben ihre Beiträge aktuell jedoch eingefroren. Der Rest der Ausgaben wird aus privaten Geldern bestritten. Mit fast 229 Millionen Dollar (210 Millionen Euro) machte die Bill and Melinda Gates Foundation 2018 dabei die größte Spende - bestimmte aber auch, für welche Programme das Geld verwendet werden soll.

24) www.rubikon.news/artikel/profiteure-der-angst-2

25) Elisa Gratias: Profiteure der Angst, 25. 4.2020 unter www.rubikon.news/artikel/profiteure-der-angst-2

26) Ebenda

27) Ebenda

28) Daniele Ganser, „Imperium USA: Die skrupellose Weltmacht“, S. 18

Die Meinung des Autors/Ansprechpartners kann von der Meinung der Redaktion abweichen. Grundgesetz Artikel 5 Absatz 1 und 3 (1) „Jeder hat das Recht, seine Meinung in Wort, Schrift und Bild frei zu äußern und zu verbreiten und sich aus allgemein zugänglichen Quellen ungehindert zu unterrichten. Die Pressefreiheit und die Freiheit der Berichterstattung durch Rundfunk und Film werden gewährleistet. Eine Zensur findet nicht statt.“Am 25. Mai 2018 tritt die neue EU-Datenschutzgrundverordnung (DSGVO) in Kraft. World Economy S.L. aktualisiert in diesem Zuge seine Datenschutzbestimmungen. Gerne möchten wir Sie weiterhin mit unserem Newsletter an Ihre E-Mail-Adresse informieren. Sie haben jederzeit das Recht, der weiteren Nutzung Ihrer personenbezogenen Daten für die Zukunft zu widersprechen

Quelle : https://www.world-economy.eu/nachrichten/detail/bundesministerium-fuer-gesundheit-beauftragt-werbeagentur-fuer-corona-pr/
Hervorhebungen: seniora.org

China & Russland Impfstoffe besiegen den Virus des Kalten Krieges

China & Russia Vaccines Defeat Cold War Virus
Von Finian Cunningham – ICH 17. 03. 2021
17. März 2021 "Information Clearing House" - - "Sputnik News " - Ein Freund in der Not ist in der Tat ein Freund, und mehrere Länder, die zuvor vielleicht an den von China und Russland produzierten Impfstoffen geschnuppert haben, finden die Wahrheit in dem alten Sprichwort.

China steigert die Lieferungen seines CoronaVac an Brasilien und andere lateinamerikanische Länder, in denen Covid-19-Infektionen die öffentlichen Gesundheitsdienste zu überfordern drohen. Brasilien hat sich zu einem neuen globalen Hotspot für tödliche Varianten des Coronavirus entwickelt. Mit fast 280.000 Todesfällen hat das bevölkerungsreichste Land Lateinamerikas nach den Vereinigten Staaten (533.000) die zweithöchste Zahl an Infizierten weltweit zu verzeichnen.

Corona und Psychologie: Angst arbeitet dem demokratischen Miteinander entgegen

Ein Artikel von Jane-Anna Spiekermann
NachDenkSeiten vom 26. Januar 2021 um 11:08
Politik und Medien appellieren momentan gleichzeitig an die Gefühlsebene der Bürger. Dieser Weg ist ohne Fachleute eingeschlagen worden. Das führt zu einer psychologischen Vernachlässigung der Menschen und in Folge zu einer Gefahr für die Gesellschaft. Psychoanalytikerin Jane-Anna Spiekermann hat dazu Gedanken aufgeschrieben.

Längst ist die Angst überall sicht- und spürbar. Mal latent, mal manifest. Wenn eine Angst-Dynamik solche Ausmaße erreicht hat, wie es seit der Corona-Krise der Fall ist, handelt es sich um einen komplexen Vorgang, bei dem es sehr schwierig wird, die einzelnen Komponenten zu definieren und zwischen Anteilen der bewussten Herbeiführung sowie Anteilen der Eigendynamik zu unterscheiden.

Corona-Krise: Prof. Sucharit Bhakdi erklärt warum die Maßnahmen sinnlos und selbstzerstörerisch sind

Die jetzt verhängten Maßnahmen sind eine Katastrophe für die gesamte Bevölkerung.
Ein Interview mit Prof. Dr. Sucharit Bhakdi, geführt von Sibylle Haberstumpf, Video 9:24
In einem aufrüttelnden Interview erklärt Professor Sucharit Bhakdi, einer der weltweit meistzitierten Experten auf dem Gebiet der medizinischen Mikrobiologie, dass es „falsch“ und „gefährlich irreführend“ sei, das neue Coronavirus für die Todesfälle hauptverantwortlich zu machen, da Vorerkrankungen und die Luftverschmutzung in chinesischen und norditalienischen Städten eine wichtigere Rolle spielten.

Die derzeit diskutierten oder beschlossenen Maßnahmen verurteilt Professor Bhakdi mit deutlichen Worten als „grotesk“, „sinnlos“, „selbstzerstörerisch“ und einen „kollektiven Selbstmord“, der die Lebenserwartung der Senioren verkürzen werde und von der Gesellschaft nicht akzeptiert werden dürfe. Covid-19 nennt Prof. Bhakdi einen »Spuk«:

Leben und Existenzen unserer Mitbürger werden aufs Spiel gesetzt, um eine nicht existente Gefahr abzuwehren.

Corona: «Die Katastrophenszenarien waren offensichtlich falsch»

Medizinprofessor Urs Scherrer bezeichnet die Corona-«Task Force» als Deckmäntelchen für die Entscheidungsunfähigkeit der Politik.
Von Prof. Dr. med. Urs Scherrer / 16. Mai 2020
upg. Die abgeschottete und stillgelegte Stadt Wuhan, das Video über den dortigen Bau eines Notspitals innerhalb einer Woche, die Bilder aneinandergereihter Särge in Bergamo oder Berichte aus New York: Sie haben tiefe emotionale Spuren hinterlassen. Deshalb ist es verständlich, dass nicht nur die notwendigen und zu spät erlassenen Verbote von Massenveranstaltungen bei uns auf breite Unterstützung stossen, sondern selbst die Schul- und Geschäftsschliessungen sowie Ausgehbeschränkungen. Noch weiss niemand sicher, ob dieser verordnete Stillstand eines Teils der Wirtschaft mit allen ihren finanziellen und sozialen Folgen sowie die Abermilliarden an neuen Schulden verhältnismässig waren. Im Folgenden stellen wir einen Gastbeitrag des Medizinprofessors Urs Scherrer* zur Diskussion.

Urs Scherrer.SRF

Notizen eines alternden Mediziners zur Corona-Krise

Ich liebe dieses Land, dem ich viel zu verdanken habe, zahlte pünktlich Steuern, hatte Vertrauen in die Institutionen. Doch inzwischen frage ich mich, ob dieses Vertrauen berechtigt war. Da tritt ein neues Virus auf, mässig gefährlich, keine Pest. Experten malen den Teufel an die Wand, die ratlose Regierung verfällt in Panik und erklärt den Notstand. Das Volk kuscht, die Freiheit ist bloss noch eine Erinnerung, das Land steht still, das Volksvermögen wird hochwassernd die Aare hinuntergespült. Der Staat verfällt in einen inkohärenten Aktivismus.

Corona: Psychische Gefahren für unsere Schulkinder

Mit dieser Warnung trat eine mutige Schulleiterin mit einer Verantwortung über 360 Kinder und 40 Lehrpersonen mit einem Leserbrief an den Tages-Anzeiger heute an die Öffentlichkeit
Die Lehrpersonen der Schule Neuhegi leisten einen immensen Aufwand, um trotz grosser Herausforderungen guten Unterricht zu bieten. Ihrem Engagement gebührt grosser Respekt. Tatsache ist dennoch: Seit einem halben Jahr finden an den Schulen keine klassenübergreifenden Anlässe mehr statt, Klassenlager wurden gestrichen, und dieses Jahr gibt es auch keine gemeinsamen Adventsfeiern und Konzerte im Schulhaus.

Schule Neuhegi
Schule Neuhegi

Eltern sind nicht mehr willkommen, Seniorinnen und Senioren schon gar nicht. Wir öffnen die Schulhaustüren nicht, wir schliessen sie zu. Auf dem Schulgelände müssen alle Erwachsenen eine Maske tragen. Das Maskentragen an der frischen Luft ist verordnet - auch wenn weit und breit niemand da ist. In den Schulzimmern treffe ich Lehrpersonen an, welche mit Maske versuchen, eine Fremdsprache zu lehren. Fröhliche Musikklänge sind fast verstummt. Austausch in Kreisrunden gibt es selten, geturnt wird mit Abstand, Körperkontakt ist tabu. Kinder sehen keine Mimik, kein Lachen in den Maskengesichtern ihrer Lehrerinnen und Lehrer - Gefühle können nur erahnt werden. Lehrpersonen müssen immer mal wieder zehn Tage in Quarantäne - auch wenn sie kerngesund sind. Die Schulleitung muss dann Vertretungen aus dem Hut zaubern. Die kosten viel Geld, das viel sinnvoller eingesetzt werden könnte.

Nein, ich bin keine Verschwörungstheoretikerin, sondern einfach eine Schulleiterin mit einer Verantwortung über 360 Kinder und 40 Lehrpersonen, welche zuerst leise und jüngst immer lautere Zweifel bei der Verordnung all dieser lebenseinschränkenden Massnahmen überkommen. Das Virus ist eine physische Gefahr - die Massnahmen sind eine psychische. Wer hat bei all den einschneidenden Massnahmen eigentlich an den Einfluss dieser Erfahrung auf die Entwicklung unserer Kinder gedacht?

Isabella Okle, Winterthur Schulleiterin Schule Neuhegi

Quelle: https://www.tagesanzeiger.ch/

Mehr zur Schule Neuhegi: https://www.schule-neuhegi.ch/unsere-schule/portrait/p-26/

Coronavirus-Impfstoff von Pfizer: Was unausgesprochen bleibt

von F. William Engdahl* - Global Research, November 15, 2020
Bill Gates finanziert und fördert die Entwicklung neuer, noch ungetesteter Impfstoffe intensiv. Das Ziel: Uns vor einem qualvollen Tod durch das neue Coronavirus zu schützen und uns voraussichtlich die Möglichkeit zu bieten, wieder zu einem einigermassen «normalen» Leben zurückzukehren. Inzwischen hat der Pharmariese Pfizer spektakuläre Ergebnisse zu den ersten Tests am Menschen veröffentlicht. Für die Produktion des Impfstoffs wird die experimentelle Technik des «Genome Editing», bekannt auch als «Genomchirurgie», verwendet. Insbesondere das mRNA-Genom-Editing wurde nie zuvor für die Herstellung von Impfstoffen eingesetzt. Bevor wir daher zu viel Hoffnung auf ein gewisses Mass an Immunität setzen, sollten wir mehr darüber erfahren, wie radikal diese experimentelle Technologie ist  – und wie wenig präzise.

Pfizer Gebäude
Am 9. November löste eine Pressemeldung an den Börsen ein Kursfeuerwerk aus. Der Pharmariese Pfizer und sein deutscher Partner BioNTech informierten über die Entwicklung ihres Impfstoffs gegen Covid-19 mit einer behaupteten Schutzwirkung von 90 %. Anthony Fauci, der kontrovers diskutierte US-Chef des NIAID (National Institute of Allergy and Infectious Diseases), begrüsste die Neuigkeit postwendend, und die EU verkündete den Kauf von 300 Millionen Dosen des kostspieligen neuen Impfstoffs. Ginge es nur nach den Finanzmärkten, schien die Pandemie schon so gut wie beendet.

Verdachtsmomente

COVID-19 - eine Zwischenbilanz oder eine Analyse der Moral, der medizinischen Fakten, sowie der aktuellen und zukünftigen politischen Entscheidungen

Überlegungen eines besorgten Schweizer Bürgers
Gastkommentar von Prof. Dr. med. Dr. h.c. Paul Robert Vogt
Mittelländische Zeitung 08. 04. 2020 Wissenschaft&Forschung

https://www.mittellaendische.ch/2020/04/08/covid-19-eine-zwischenbilanz-oder-eine-analyse-der-moral-der-medizinischen-fakten-sowie-der-aktuellen-und-zuk%C3%BCnftigen-politischen-entscheidungen/

Vogt Prof. Interview Foto

Vorwort: wieso nehme ich überhaupt Stellung?

Aus 5 Gründen:

  1. bin ich mit meiner Stiftung «EurAsia Heart  – A Swiss Medical Foundation» seit mehr als 20 Jahren in EurAsien tätig, habe fast ein Jahr in China gearbeitet und seit 20 Jahren eine kontinuierliche Verbindung zum «Union Hospital of Tongji Medical College/Huazhong University of Science and Technology» in Wuhan, wo ich eine meiner vier Gastprofessuren in China habe. Die 20-jährige Verbindung zu Wuhan habe ich auch in den jetzigen Zeiten konstant aufrechthalten können.
  2. ist COVID-19 nicht nur ein Problem der mechanischen Beatmung, sondern betrifft das Herz in ähnlicher Weise. 30% aller Patienten, welche die Intensivstation nicht überleben, versterben aus kardialen Gründen.
  3. ist die letzt-mögliche Therapie des Lungenversagens eine invasiv-kardiologische, respektive kardiochirurgische: die Verwendung einer «ECMO», der Methode der «extrakorporellen Membran-Oxygenation», d.h. die Verbindung des Patienten mit einer externen, künstlichen Lunge, welche bei diesem Krankheitsbild die Funktion der Lunge des Patienten so lange übernehmen kann, bis diese wieder funktioniert.
  4. bin ich  – ganz einfach  – um meine Meinung gefragt worden.
  5. sind sowohl das Niveau der medialen Berichterstattung wie auch sehr viele Leser-Kommentare nicht ohne Widerspruch hinzunehmen und zwar in Bezug auf Fakten, Moral, Rassismus und Eugenik. Sie benötigen dringend einen Widerspruch durch zuverlässige Daten und Angaben.

Die dargelegten Fakten entstammen wissenschaftlichen Arbeiten, welche ein «peer-review» durchlaufen haben und in den besten medizinischen Zeitschriften publiziert worden sind. Viele dieser Fakten waren bis Ende Februar bekannt. Hätte man diese medizinischen Fakten zur Kenntnis genommen und wäre man fähig gewesen, Ideologie, Politik und Medizin zu trennen, wäre die Schweiz heute mit grosser Wahrscheinlichkeit in einer besseren Lage: wir hätten pro Kopf nicht die zweitmeisten COVID-19-positiven Leute weltweit und eine bedeutend kleinere Zahl an Menschen, welche ihr Leben im Rahmen dieser Pandemie verloren haben. Zudem hätten wir mit grosser Wahrscheinlichkeit keinen partiellen, unvollständigen «Lock-down» unserer Wirtschaft und keine kontroversen Diskussionen, wie wir hier wieder «herauskommen».

Anmerken möchte ich noch, dass alle wissenschaftlichen Arbeiten, die ich erwähne, bei mir im Original erhältlich sind.

1. Die Zahlen in den Medien

Es ist verständlich, dass alle das Ausmass dieser Pandemie auf die eine oder andere Art erfassen möchten. Nur, die tägliche Rechnerei hilft uns nicht weiter, da wir nicht wissen, wie viele Personen lediglich folgenlos Kontakt mit dem Virus hatten und wie viele Personen tatsächlich krank geworden sind.

Die Anzahl asymptomatischer COVID-19 Träger ist wichtig, um Vermutungen über die Ausbreitung der Pandemie machen zu können. Um brauchbare Daten zu haben, hätte man jedoch zu Beginn der Pandemie breite Massentests durchführen müssen. Heute kann man nur noch vermuten, wie viele Schweizer Kontakt mit COVID-19 hatten. Eine Arbeit mit einer amerikanisch-chinesischen Autorenschaft hat schon am 16. März 2020 publiziert, dass auf 14 dokumentierte mit 86 nicht-dokumentierten Fällen von COVID-19-positiven Personen zu rechnen ist. In der Schweiz muss man deshalb damit rechnen, dass wohl 15x bis 20x mehr Personen COVID-19-positiv sind, als in den täglichen Berechnungen dargestellt wird.

Um den Schweregrad der Pandemie zu beurteilen, bräuchten wir andere Daten:

  1. eine exakte, weltweit gültige Definition der Diagnose «an COVID-19 erkrankt»:
  2. positiver Labortest + Symptome;
  3. positiver Labortest + Symptome + entsprechender Befund im Lungen-CT; oder
  4. positiver Labortest, keine Symptome, aber entsprechende Befunde im Lungen-CT.
  5. die Anzahl hospitalisierter COVID-19-Patienten auf der Allgemeinabteilung
  6. die Anzahl COVID-19-Patienten auf der Intensivstation
  7. die Anzahl beatmeter COVID-19-Patienten
  8. die Anzahl von COVID-19-Patienten am ECMO
  9. die Anzahl an COVID-19 Verstorbenen
  10. die Anzahl infizierter Ärzte und Pflegepersonen

Nur diese Zahlen ergeben ein Bild vom Schweregrad dieser Pandemie, respektive von der Gefährlichkeit dieses Virus. Die aktuelle Anhäufung von Zahlen ist derart ungenau und hat einen Touch von «Sensations-Presse» - das letzte, was wir in dieser Situation noch brauchen.

2. «Eine gewöhnliche Grippe»

Handelt es sich hier nur um «eine gewöhnliche Grippe», die jedes Jahr vorüberzieht und gegen die wir üblicherweise «nichts» unternehmen  – oder um eine gefährliche Pandemie, welche rigide Massnahmen benötigt?

Um diese Frage zu klären, muss man bestimmt keine Statistiker fragen, die noch nie einen Patienten gesehen haben. Die reine, statistische Beurteilung dieser Pandemie ist sowieso unmoralisch. Fragen muss man die Leute an der Front.

Keiner meiner Kollegen  – und ich natürlich auch nicht  – und niemand vom Pflegepersonal kann sich erinnern, dass in den letzten 30 oder 40 Jahren folgende Zustände herrschten, nämlich dass:

  1. ganze Kliniken mit Patienten gefüllt sind, welche alle dieselbe Diagnose besitzen;
  2. ganze Intensivstationen mit Patienten gefüllt sind, welche alle dieselbe Diagnose aufweisen;
  3. 25% bis 30% der Pflegenden und der Ärzteschaft genau jene Krankheit auch erwerben, welche jene Patienten haben, die sie betreuen;
  4. zu wenig Beatmungsgeräte zur Verfügung standen;
  5. eine Patientenselektion durchgeführt werden musste, nicht aus medizinischen Gründen, sondern weil wegen der schieren Anzahl an Patienten schlicht das entsprechende Material gefehlt hat;
  6. die schwerer erkrankten Patienten alle dasselbe  – ein uniformes  – Krankheitsbild aufgewiesen haben;
  7. die Todesart jener, die auf der Intensivstationen verstorben sind, bei allen dieselbe ist;
  8. Medikamente und medizinisches Material auszugehen drohen.

Aufgrund von 1-8) ist es klar, dass es sich um einen gefährlichen Virus handelt, der dieser Pandemie zugrunde liegt.

Die Behauptungen, eine «Influenza» sei genau gleich gefährlich und koste jedes Jahr gleich viele Opfer ist falsch. Zudem ist die Behauptung, man wisse nicht, wer «an» und wer «wegen» COVID-19 sterbe, ebenso aus der Luft gegriffen.

Vergleichen wir Influenza und COVID19: hat man das Gefühl, bei Influenza seien immer alle Patienten «wegen» Influenza gestorben und nie einer «mit»? Sind wir Mediziner im Rahmen der COVID-19-Pandemie nun alle plötzlich so verblödet, dass wir nicht mehr unterscheiden können, ob jemand «mit» oder «wegen» COVID-19 stirbt, wenn diese Patienten eine typische Klinik, typische Laborbefunde und ein typisches Lungen-CT aufweisen? Aha, bei der Diagnose «Influenza» waren natürlich alle immer hellwach und haben immer die ganze Diagnostik bemüht und waren immer sicher: nein, bei der Influenza sterben alle «wegen» und nur bei COVID-19 viele «mit».

Zudem: wenn es in einem Jahr in der Schweiz angeblich 1600 Influenza-Tote gab, so sprechen wir über 1600 Tote über 12 Monate  – ohne präventive Massnahmen. Bei COVID-19 gab es jedoch 600 Tote in 1(!) Monat und das trotz massiver Gegenmassnahmen. Radikale Gegenmassnahmen können die Verbreitung von COVID-19 um 90% senken  – man kann sich also vorstellen, welches Szenario ohne Gegenmassnahmen herrschen würde.

Zudem: in einem Monat wurden in der Schweiz >2200 Patienten wegen COVID-19 hospitalisiert und es wurden gleichzeitig bis zu 500 Patienten auf verschiedenen Intensivstationen hospitalisiert. Nie hat jemand von uns auch nur annähernd solche Zustände im Rahmen einer «Influenza» gesehen.

Im Rahmen einer «gewöhnlichen» Influenza erwerben ca. 8% der Betreuenden ebenfalls eine Influenza, aber niemand stirbt daran. Bei COVID-19 werden 25% bis 30% der Betreuenden infiziert und das ist mit einer signifikanten Mortalität verbunden. Dutzende von Ärzten und Pflegepersonen, die COVID-19 Patienten betreut haben, sind an derselben Infektion verstorben.

Zudem: suchen Sie einmal die harten Zahlen zu «Influenza»! Sie werden keine finden. Was sie finden, sind Schätzungen: ca. 1000 oder 1600 in der Schweiz; ca. 8000 in Italien; ca. 20'000 in Deutschland. Eine FDA-Studie (US Food and Drug Administration) hat untersucht, wie viele der 48'000 Influenza-Toten eines Jahres in den USA wirklich wegen klassischer Influenza-Pneumonie gestorben sind. Resultat: alle möglichen Krankheitsbilder wurden unter «Tod durch Pneumonie» subsummiert, so z.B. auch die Lungenentzündung eines Neugeborenen, der bei der Geburt Fruchtwasser in die Lunge aspiriert hat. Die Anzahl der effektiv «wegen Influenza verstorbenen» - Patienten sank in dieser Analyse dramatisch weit unter 10'000 ab.

Auch in der Schweiz kennen wir die genaue Anzahl von Patienten nicht, die jährlich an Influenza versterben. Und dies trotz Dutzender massiv überteuerter Datenerfassungs-Systeme; trotz sinnloser Doppel- und Triple-Erfassung der Daten durch Kliniken, Krankenkassen und Gesundheitsdirektionen; trotz eines sinnlosen und überteuerten DRG-Systems, das nur Nonsens produziert. Wir können nicht mal exakt die Zahlen von hospitalisierten Influenza-Patienten pro Monat liefern! Aber Millionen und Milliarden für überteuerte und kontraproduktive IT-Projekte verschwenden. 

Aufgrund des aktuellen Wissensstandes kann man insgesamt nicht von einer «gewöhnlichen Grippe» reden. Und deshalb ist die widerstandslose Durchseuchung der Gesellschaft auch kein Rezept. Ein Rezept, notabene, welches Grossbritannien, die Niederlande und Schweden versucht und nacheinander aufgegeben haben.

Aufgrund des aktuellen, mangelhaften Wissensstandes sagen auch die Zahlen des Monats März überhaupt nichts aus. Wir können glimpflich davonkommen, oder eine Katastrophe erleben. Rigide Massnahmen bewirken, dass die Kurve der Kranken flacher verläuft. Es geht aber nicht nur um die Höhe der Kurve, es geht auch um die Fläche unter der Kurve und diese repräsentiert am Ende die Anzahl Toter.

3. «Es sterben nur alte und kranke Patienten»

Prozentzahlen  – Nebendiagnosen  – Moral und EUGENIK

Das Alter der in der Schweiz Verstorbenen liegt zwischen 32 und 100 Jahren. Zudem gibt es einige Studien und Berichte, welche zeigen, dass auch Kinder an COVID-19 verstorben sind.

Ob wegen COVID-19 nun 0.9% oder 1.2% oder 2.3% versterben ist sekundär und bloss Futter für Statistiker. Relevant ist die absolute Anzahl an Toten, die diese Pandemie verursacht. Sind 5000 Tote weniger schlimm, wenn sie 0.9% aller COVID-19-Träger darstellen? Oder sind 5000 Tote schlimmer, wenn sie 2.3% aller COVID-19-Träger darstellen?

Angeblich beträgt das durchschnittliche Alter der verstorbenen Patienten 83 Jahre, was von vielen  – von zu vielen in unserer Gesellschaft  – wohl als vernachlässigbar abgetan wird.

Die lässige Grosszügigkeit, wenn andere sterben, ist in unserer Gesellschaft nicht zu übersehen. Das andere, das sofortige Geschrei und die immediaten Schuldzuweisungen, wenn es einem selber oder nächste Angehörige trifft, kenne ich zur Genüge. 

Alter ist relativ. Der eine US-Präsidentschafts-Kandidat ist heute 73 und der andere ist 77 Jahre alt. Mit guter Lebensqualität ein hohes, selbstbestimmtes Alter zu erreichen, ist ein hohes Gut, für das wir in der Schweiz ins Gesundheitswesen investiert haben. Und es ist das Resultat der Medizin, dass man auch mit drei Nebendiagnosen bei guter Lebensqualität ein hohes Alter erreichen kann. Diese positiven Errungenschaften unserer Gesellschaft sind nun plötzlich nichts mehr wert, sondern, mehr noch, nur noch eine Last?

Zudem: wenn 1000 über 65-Jährige oder 1000 über 75-Jährige untersucht werden, die bisher meinten, sie seien gesund, haben nach einem gründlichen Check wohl >80% neu 3 "Nebendiagnosen", besonders wenn es sich um die weit verbreiteten Diagnosen „hoher Blutdruck“ oder „Zucker“ handelt.

Gewisse Medien-Artikel und Leser-Kommentare  – viel zu viele, meiner Meinung nach  – überschreiten bei dieser Diskussion jede Grenze, haben den üblen Geruch der Eugenik und es kommen Erinnerungen an bekannte Zeiten auf. Muss ich wirklich jene Jahreszahlen nennen? Es erstaunt mich, dass unsere Medien nicht bemüht sind, in dieser Sache einmal Klartext zu schreiben. Es sind ja unsere Medien, welche diese erbärmlichen Meinungsäusserungen in ihren Kommentarspalten publizieren und so stehen lassen. Und ebenso erstaunlich ist, dass die Politiker es nicht für notwendig erachten, einmal eine klare Stellungnahme zu diesem Punkt abzugeben.

4. Diese Pandemie war angekündigt

War die Schweiz minimal auf diese Pandemie vorbereitet? NEIN.

Hat man Vorkehrungen getroffen, als COVID-19 im China ausgebrochen ist? NEIN.

Hat man wissen können, dass eine COVID-19-Pandemie über die Welt ziehen wird?

JA, SIE WAR ANGEKÜNDIGT UND DIE DATEN LAGEN BIS MÄRZ 2019 VOR.

  1. SARS war 2003.
  2. MERS war 2012.
  3. 2013 hat der Deutsche Bundestag Katastrophen-Szenarien diskutiert: wie bereitet sich Deutschland auf Katastrophen, z.B. Überschwemmungen vor. In diesem Rahmen wurde auch diskutiert, wie Deutschland auf eine zukünftigen SARS-Pandemie reagieren muss! Ja, im Jahre 2013 hat der Deutsche Bundestag eine SARS-Corona-Pandemie in Europa und Deutschland simuliert!
  4. In 2015 wurde eine experimentelle Gemeinschaftsarbeit von Forschern aus drei US-Universitäten, Wuhan und einem italienischen Forscher aus Varese, der in Bellinzona ein Labor hat, publiziert. Diese produzierten synthetisch hergestellte Corona-Viren im Labor und infizierten damit Zellkulturen und Mäuse. Grund der Arbeit: man wollte einen Impfstoff respektive monoklonale Antikörper produzieren, um gegen die nächste Corona-Pandemie gewappnet zu sein.  
  5. Ende 2014 hatte die US-Regierung Forschung an MERS und SARS wegen der Gefährlichkeit für Menschen für ein Jahr ausgesetzt. 
  6. 2015 hielt Bill Gates eine weit beachtete Rede und meinte: die Welt sei auf die nächste Corona-Pandemie unvorbereitet.
  7. 2016 erschien erneut eine Forschungsarbeit, welche mit Corona-Viren hantierte. Das «Summary» dieser Publikation muss man sich auf der Zunge zergehen lassen, denn es handelt sich hier um die perfekte Beschreibung dessen, was aktuell abläuft:
    “Focusing on SARS-like CoVs, the approach indicates that viruses using the WIV1-CoV spike protein are capable of infecting human alveolar endothelium cultures directly without further spike adaptation. Whereas in vivo data indicate attenuation relative to SARS-CoV, the augmented replication in the presence of human Angiotensin-Converting-Enzyme Typ 2 in vivo suggests that the virus has significant pathogenic potential not captured by current small animal models.”
  8. Im März 2019 wurde in der epidemiologischen Studie von Peng Zhou aus Wuhan gesagt, dass u.a. aufgrund der Biologie der Corona-Viren in den Fledermäusen („bat“) in China vorausgesagt werden kann, dass es in Kürze eine erneute Corona-Pandemie geben werde. Mit Sicherheit! Man könne nur nicht genau sagen wann und wo, aber China werde der hot-spot sein. 

Im Prinzip waren das 8 KONKRETE, DEUTLICHE WARNUNGEN INNERHALB VON 17 JAHREN, dass so etwas kommen wird. UND DANN KOMMT ES TATSÄCHLICH! Im Dezember 2019, 9 Monate nach Peng Zhou's Warnung. Und die Chinesen informieren die WHO nachdem sie 27 Patienten mit atypischer Pneumonie ohne Todesfall gesehen haben. Noch am 31. Dezember beginnt die Reaktionskette von Taiwan, die aus insgesamt 124 Massnahmen bestand  – alles bis zum 03. März 2020 publiziert. Und nein, es wurde nicht auf Taiwanesisch-chinesisch in einer Asiatischen Medizinischen Zeitschrift publiziert, sondern unter Mitarbeit der University of California im „Journal of American Medical Association“.

Das Einzige was man tun musste: ab dem 31. Dezember 2019 „bat + coronavirus“ in «PubMed», der U.S. National Library of Medicine, eingeben und alle Daten lagen vor. Und man musste nur die Publikationen bis Ende Februar 2020 verfolgen, um zu wissen, 1) was auf uns zukommt und 2) was zu tun ist.

Uzbekistan hat im Dezember ihre 82 Studenten aus Wuhan zurückbeordert und alle in Quarantäne gesteckt. Am 10. März habe ich von Uzbekistan aus, weil ich nach meiner Meinung gefragt worden war, die Schweiz gewarnt: Parlamentarier, Bundesrat, BAG, Medien. 

Und was hat die Schweiz seit der Meldung China's an die WHO am 31. Dezember 2019 gemacht? Unsere Landesregierung, unser BAG, unsere Experten, unsere Pandemiekommission? Es sieht so aus, dass sie nichts mitbekommen haben. Natürlich, die Situation ist heikel. Sollte man die Bevölkerung informieren? Panik säen? Wie vorgehen? Was man wenigstens hätte tun können: die exzellenten wissenschaftlichen Arbeiten der Chinesischen und Amerikanisch-Chinesischen Wissenschaftler studieren, die in den besten Amerikanischen und Englischen Medizinischen Zeitschriften publiziert worden sind.

Man hätte wenigstens  – und das wäre ohne Information an die Bevölkerung, ohne Panik zu säen, machbar gewesen  – man hätte wenigstens das notwendige medizinischen Material auffüllen können. Dass die Schweiz mit ihrem 85-Milliarden-schweren Gesundheitswesen, in welchem eine durchschnittliche 4-köpfige Mittelstandsfamilie die Krankenkassen-Prämien nicht mehr bezahlen kann, nach 14 Tagen lauem Gegenwind an der Wand steht, über zu wenig Masken, zu wenig Desinfektionsmittel und zu wenig medizinischem Material verfügt, ist eine Schande. Was hat die Pandemie-Kommission gemacht? Wenn das keine PUK braucht. Aber keine, die nur mit Politkern besetzt ist.

Und so hat sich das behördliche Versagen bis heute fortgesetzt. Keine der von Singapur, Taiwan, Hongkong oder China erfolgreich eingesetzten Massnahmen wurden angewendet. Keine Grenzschliessung, keine Grenzkontrollen, jeder konnte und kann immer noch problemlos in die Schweiz immigrieren ohne überhaupt kontrolliert zu werden (habe ich am 15. März selber so erfahren).

Es waren die Österreicher, welche die Grenze zur CH geschlossen haben und es war die italienische Regierung, welche Ende März endlich die SBB gestoppt hat und so weiter und so fort. Und noch heute gibt es keine Quarantäne für Personen, die in die Schweiz einreisen. 

Wurde die Forschungsgruppe von Antonio Lanzavecchia in Bellinzona konsultiert? Antonio Lanzavecchia, der an den oben erwähnten Forschungsarbeiten zu den synthetisch hergestellten Corona-Viren als Co-Autor beteiligt war? Wie kann es sein, dass Hr. Lanzavecchia am 20. März in einem kleinen Tessiner TV-Sender sagt, dass dieses Virus extrem ansteckend und extrem resistent sei  – das BAG am 22. März, 2 Tage später also, von einem «Silberstreifen am Horizont» schreibt?

Wie kann es sein, dass eine gemischt Amerikanische-Chinesische Autorenschaft am 06. März im «Science» publiziert, dass nur eine kombinierte Grenzschliessung und eine lokale Ausgangssperre effektiv sind, dann aber die Verbreitung des Virus um 90% einzudämmen vermögen  – das BAG und Bundesrat aber mitteilen, dass Grenzschliessungen nichts bringen, «weil sich die meisten sowieso zu Hause anstecken» würden.

Das Maskentragen wurde für nicht notwendig befunden  – aber nicht, weil dessen Effektivität nicht bewiesen wäre. Nein, weil man schlicht nicht genügend Masken zur Verfügung stellen konnte. Man müsste lachen, wenn es nicht so tragisch wäre: statt die eigenen Versäumnisse einzugestehen und sie immediat zu korrigieren, hat man lieber den Deutschen Botschafter einbestellt. Was hat man ihm gesagt? Dass das 85-Milliarden-schwere Schweizer Gesundheitswesen keine Masken hat, um seine Bürger, Pflegende und Ärzte zu schützen?

Die Serie von peinlichen Pannen lässt erweitern: Hände-Desinfektion! Empfohlen, da wirksam und schon zu Zeiten der Spanischen Grippe empfohlen. Haben wir von unseren Entscheidungsträgern je gehört, welche Desinfektionsmittel denn wirksam sind und welche nicht? Haben wir nicht, obwohl am 06. Februar 2020 ein Summary von 22 Arbeiten im «Journal of Hospital Infection» publiziert worden ist, welches schon damals berichtete, dass Corona-Viren bis zu 9 Tage auf Metall, Plastik und Glas überleben können und welche drei Desinfektionsmittel das Virus innert 1(!) Minute killen und welche nicht. Natürlich konnte man das richtige Desinfektionsmittel nicht konkret empfehlen: der Bürger hätte dann gemerkt, dass gar nicht genug davon vorhanden ist, weil das Pandemie-Lager, welches Ethanol (62%iges bis 71%iges Ethanol killt Corona-Viren innerhalb einer Minute) bereithalten sollte, 2018 aufgelöst worden war.

Als die Schwierigkeiten der Pandemie auch für das BAG offensichtlich wurden, liess man verlauten, dass Patienten, welche auf die Intensivstation müssten, sowieso schlechte Chancen hätten. Dies im klaren Widerspruch zu 4 bis dahin publizierten wissenschaftlichen Arbeiten, welche übereinstimmend berichten, dass 38% bis 95% aller Patienten, die auf die Intensivstation mussten, nach Hause entlassen werden konnten.

Ich will hier keine weiteren Punkte erwähnen. Klar sind zwei Dinge: die Pandemie wurde seit 2003 mindestens 8x angekündigt. Und nachdem ihr Ausbruch am 31. Dezember 2019 der WHO gemeldet worden war, hätte man 2 Monate Zeit gehabt, die richtigen Daten zu studieren und die richtigen Konsequenzen zu ziehen. Taiwan zum Beispiel, dessen 124 Massnahmen früh publiziert worden sind, hat am wenigsten Infizierte und Todesfälle und hat keinen «Lock-down» der Wirtschaft durchführen müssen.

Die Massnahmen der Asiatischen Ländern wurden aus politischen und diffusen Gründen als für uns nicht machbar qualifiziert. Einer davon: das Tracking Infizierter. Angeblich unmöglich und das in einer Gesellschaft, die ihre privaten Daten ohne Probleme an iCloud’s und Facebook auslagert. Tracking? Wenn ich jeweils in Tashkent, Peking oder Yangon aus dem Flugzeug steige, dauert es 10 Sekunden und Swisscom heisst mich im jeweiligen Land willkommen. Tracking? Nein gibt es bei uns nicht.

Hätte man sich besser orientiert, hätte man gesehen, dass gewisse Länder ohne rigide Massnahmen ausgekommen sind. In der Schweiz hat man allenfalls semi-rigide oder gar keine Massnahmen ergriffen, sondern hat die Bevölkerung im eigentlichen Sinne durchseuchen lassen. Rigidere Massnahmen wurden zu spät ergriffen. Hätte man reagiert, hätte man vielleicht keine solchen Massnahmen ergreifen müssen  – und könnte sich die aktuellen Diskussionen um einen «Ausstieg» ersparen. Von den ökonomischen Folgen will ich gar nicht reden.

5. Politische Aspekte - Propaganda

Warum hat man nicht nach Asien geschaut? Es gab genug Zeit. Oder anders: wie hat man nach Asien geschaut? Die Antwort ist klar: arrogant, ignorant und besserwisserisch. Typisch europäisch, oder sollte ich sagen, typisch schweizerisch?

Xi Jinping war noch nett, als er meinte, Europa sei wegen seines «Narzissmus» innert kürzester Zeit das weltweite Zentrum der Pandemie geworden. Ich würde hinzufügen: wegen seiner Arroganz, seiner Ignoranz und seines unsäglichen Besserwissertums.

In den Kommentarspalten haben immer mehr Leser unserer Medien bemerkt, dass wir vielleicht aufhören sollten, andere konstant zu belehren, wenn wir selber pro Kopf mit Spanien zusammen die höchste Rate an COVID-19-positiven Leuten und eine der höchsten Sterberaten haben.

Europa scheint unbelehrbar. Amerika  – zumindest seine Wissenschaftler und ein Teil seiner politischen Journalisten  – haben anders reagiert. Amerika hat die exzellenten wissenschaftlichen Arbeiten Chinesischer Autoren anerkannt und sie in ihren besten Medizinischen Zeitschriften publiziert. Selbst im «Foreign Affairs», der wichtigsten Essay-Zeitschrift zur internationalen Politik finden sich Arbeiten mit Überschriften wie: «Was die Welt von China lernen kann»; und «China hat eine App und der Rest der Welt braucht einen Plan»; ferner, dass die «internationale Kooperation der Wissenschaftler ein Beispiel dafür sei», wie man in anderen Bereichen «multipolar zusammenarbeiten müsse» und wie die Welt nun einmal «interconnected» sei. Selbst der oft zitierte Anthony Fauci, Trump’s Chef-Virologie, rühmte im «Foreign Affairs» die Zusammenarbeit mit den Chinesischen Kollegen.

Dass die US-Politführung das nicht umgesetzt hat, ist nicht das Problem der Wissenschaftler, welche, inklusive WHO, die exzellente Arbeit der Chinesen vor Ort lobten: «the Chinese know exactly what they do»; «and they are really, really good at it».

Dagegen veröffentlichte das Deutsche Magazin DER SPIEGEL einen Artikel mit der Überschrift «Tödliche Arroganz» und damit meinten sie nicht Amerika, sondern das überhebliche Europa.

Was sind die Fakten?

  1. Nach der SARS-Epidemie hat China ein Überwachungsprogramm installiert, welches eine auffällige Häufung atypischer Lungenentzündungen so früh wie möglich melden sollte. Als 4 Patienten in diesem Land mit seiner gigantischen Bevölkerung in kurzer Zeit eine atypische Lungenentzündung zeigten, hat das Überwachungssystem Alarm ausgelöst
  2. Nachdem bei 27 (andere Quellen sagen: 41) Patienten in Wuhan eine atypische Pneumonie diagnostiziert worden war, aber noch kein einziger Todesfall vorlag, hat die chinesische Regierung am 31. Dezember die WHO informiert.
  3. Am 07. Januar 2020 hat dasselbe Team von Peng Zhou, welches im März 2019 vor einer Corona-Pandemie gewarnt hatte, das vollständig definierte Genom des verursachenden Virus an die Welt weitergegeben, damit so schnell wie möglich weltweit Test-Kits entwickelt, eine Impfung erforscht und monoklonale Antikörper hergestellt werden können.
  4. entgegen der Meinung der WHO haben die Chinesen Wuhan im Januar mit einem «travel ban» und einer Ausgangssperre lahmgelegt.
    Ich erspare es mir, auf die anderen Massnahmen einzugehen, welche in China getroffen worden sind. Nach Meinung internationaler Forschungsteams hat China mit diesen früh und radikal einsetzenden Massnahmen Hunderttausenden von Patienten das Leben gerettet.
  5. am 31. Dezember 2019 hat Taiwan alle Flüge aus Wuhan gestoppt. Die weiteren 124 Massnahmen Taiwans sind im «Journal of American Medical Association» publiziert  – rechtzeitig. Man hätte sie nur zur Kenntnis nehmen müssen.

Ohne Zweifel hat die «Command and Control»-Struktur Chinas initial zu einer Unterdrückung relevanter Informationen geführt, umgekehrt jedoch später bei der Begrenzung der Pandemie umso effektiver funktioniert. Der Umgang mit dem Augenarzt Li Wenliang ist schrecklich, passt jedoch zu solchen Ereignissen. Als 1918 der amerikanische Landarzt Loring Miner in Haskell County im US-Bundesstaat Kansas mehrere Patienten mit Grippesymptomen sah, welche an Heftigkeit alles Bisherige übertrafen, hat er sich an den „United States Public Health Service“ gewandt und um Unterstützung gebeten. Diese wurde im verweigert. Drei Patienten von Haskell County wurden zum Militärdienst eingezogen. Albert Gitchell, der Küchenunteroffizier  – der Patient NULL  – verbreitete das Virus in jener Kompanie, für die er kochte und die nach Europa verlegt wurde. 40 Tage später gab es in Europa 20 Millionen Infizierte und 20'000 Tote. Die 1918 Pandemie hat mehr Tote verursacht, als der 1. Weltkrieg.

Die Klagen des Westens über die «Behandlung» von Li Wenliang sind berechtigt, aber triefen von Doppelmoral, weiss man doch, welches Schicksal Whistleblower im Westen mit seinen tollen Werten widerfahren. Auch die US-Regierung versuchte, medizinische Informationen zu filtern, indem die führenden Virologen Amerikas von Trump angewiesen worden waren, jede öffentliche Aussage zuvor mit Mike Pence, dem Vize-Präsidenten, zu besprechen, was im kürzlich erschienen «Science» unter dem Titel «Do us a favor» als «unacceptable» bezeichnet und mit China verglichen worden ist.

Politik ist das eine, die wissenschaftlichen Arbeiten sind das andere. Bis Ende Februar 2020 sind derart viele, exzellente wissenschaftliche Arbeiten mit Chinesischen und gemischt Amerikanisch-Chinesischen Autoren erschienen, dass man hätte wissen können, um was es bei dieser Pandemie geht und was man vorkehren sollte.

Warum hat man alles verpasst?

Weil weder Politiker, noch Medien und die Mehrzahl der Bürger nicht fähig sind, in einer solchen Situation Ideologie, Politik und Medizin zu trennen. Eine virale Pneumonie ist ein medizinisches und kein politisches Problem. Dank des politisch-ideologisch begründeten Ignorierens medizinischer Fakten hat sich Europa in kürzester Zeit selber zum weltweiten Pandemie-Zentrum gemacht  – mitten drin die Schweiz mit der zweithöchsten pro Kopf Infektionsrate.

Politik und Medien spielen hier eine besonders unrühmliche Rolle. Statt sich auf das eigene Versagen zu konzentrieren, wird die Bevölkerung durch ein fortgesetztes, dümmliches China-Bashing abgelenkt. Dazu kommen, wie immer, Russland-Bashing und Trump-Bashing. Man muss Trump keinesfalls mögen  – aber bis die USA bezüglich der COVID-19-Todesfälle pro Kopf gleichauf mit der Schweiz liegt, müssen sie 30'000 Tote haben.

Wie kann man konstant andere Länder kritisieren, wenn man mit dem zweitteuersten Gesundheitswesen der Welt pro Kopf am zweitmeisten Infizierte hat und weder genügend Masken, noch genügend Desinfektionsmittel, noch genügend medizinisches Material vorweisen kann? Die Schweiz wurde von dieser Pandemie nicht überrascht  – nach dem 31. Dezember 2019 hat man mindestens 2 Monate Zeit gehabt, die dringendst notwendigen Vorkehrungen zu treffen. Und zu diesem Verhalten haben die Medien beileibe genug dazu beigetragen. Die mediale Berichterstattung erschöpft sich im Schönreden, was Bundesrat und BAG veranlassen sowie im Kritisieren anderer Länder.

Beispiele von dümmlichem China-Bashing gibt es genug: «die Chinesen sind schuld»! Wer so etwas behauptet, versteht nichts von Biologie und Leben überhaupt. «Alle Pandemien kommen aus China»: die Spanische Grippe war in Tat und Wahrheit eine Amerikanische Grippe, HIV kam aus Afrika, Ebola kam aus Afrika, die Schweinegrippe aus Mexico, die Cholera-Epidemie der 60er-Jahre mit Millionen von Toten aus Indonesien und MERS aus dem Nahen Osten mit Zentrum Saudi-Arabien.

Ja, SARS kam aus China. Aber die Chinesen haben im Gegensatz zu uns gelernt, wie «Foreign Affairs» am 27. März 2020 schreibt: «Past Pandemics Exposed China’s Weakness. The Current One Highlights Its Strengths”.

Wenn konstant behauptet wird, die Zahlen, welche China zur COVID-19-Pandemie veröffentlicht, seien sowieso alle beschönigt, was heisst dann das? Heisst das, dass wir deshalb nichts unternehmen müssen? Oder heisst es nicht viel mehr, dass es sich  – sind dies Zahlen wirklich beschönigt  – um eine noch viel gefährlichere Pandemie handelt, für die wir in Europa Vorkehrungen treffen sollten? So viel zur Logik von sinnlosem, politischem Nach-Geplapper.

Mit konstanten Aussagen wie «die Chinesen lügen sowieso nur» «Taiwan kann man nichts glauben»; «Singapur, eine Familien-Diktatur, lügt sowieso» kommt man dieser Pandemie nicht bei. Auch hier agiert die US-Zeitschrift «Foreign Affairs» - bestimmt nicht per se China-freundlich  – intelligenter, wie man am 24. März 2020 lesen kann: «The U.S. and China Could Cooperate to Defeat the Pandemic. Instead, Their Antagonism Makes Matters Worse”. Und am 21. März: “It Takes a World to End a Pandemic. Scientific Cooperation Knows No Boundaries  – Fortunately”.

Ich kann die Kritik von Lukas Bärfuss nur begrüssen. Insbesondere seine Aussage:

«Warum die entsprechenden Fabriken nicht mehr in Biberist stehen. Sondern in Wuhan. Und ob dieses Allokationsproblem vielleicht nicht nur Zellulose betrifft, sondern auch Information, Bildung, Nahrung und Medikamente».

Diese Aussage trifft ins Schwarze und demaskiert unsere Arroganz und Ignoranz.

Reicht es nicht, dass der Westen zu Beginn dieser Pandemie hochnäsig und mit einer gewissen Schadenfreude nach China geschaut hat? Muss jetzt die Unterstützung der westlichen Staaten durch China auch noch bösartig diffamiert werden? China hat bis heute 3.86 Milliarden Masken, 38 Millionen Schutzanzüge, 2.4 Millionen Infrarot-Temperatur-Messgeräte und 16'000 Beatmungsgeräte geliefert. Nicht Chinas angeblicher Weltmachtsanspruch, sondern das Versagen der westlichen Länder hat dazu geführt, dass der Westen buchstäblich am medizinischen Tropf Chinas hängt.

6. Woher stammt dieses Virus?

Auf unserem Globus gibt es ungefähr 6400 Säugetier-Arten. Fledermäuse (bats) und Flughunde machen 20% der Säugetier-Population aus. Es gibt 1000 verschiedene Arten von Fledermäusen und Flughunden. Es sind die einzigen Säugetiere, die fliegen können, was ihren grossen Bewegungsradius erklärt.

Fledermäuse und Flughunde beherbergen eine Unzahl von Viren. Wahrscheinlich sind Fledermäuse und Flughunde in der Entwicklungsgeschichte die Eintrittspforte von Viren in den Stammbaum der Säugetiere gewesen.

Es gibt zahlreiche gefährliche Viren, welche von den «Bats» auf den Menschen übergesprungen sind und für viele Krankheiten verantwortlich sind: Masern, Mumps, Tollwut, Marburg-Fieber, Ebola und andere, seltenere, nicht weniger gefährliche Krankheiten. Auch bei anderen Säugetieren haben von «Bats»-stammende Viren immer wieder zu Massensterben in der Schweine-, Hühner- oder Vogelzucht geführt.

Dies sind entwicklungs-geschichtlich Jahr-Millionen alte biologische Vorgänge. Auch in der DNA gesunder Menschen finden sich Reste von viraler Gensequenzen, die über die Jahrtausende «eingebaut» worden sind.

SARS und MERS haben die Forschung an Corona-Viren intensiviert, gerade weil man mit einer baldigen, neuen Corona-Viren-Epidemie, respektive Pandemie gerechnet hat. 22 der 38 bekannten und noch lange nicht definitiv klassifizierten Corona-Viren wurden von chinesischen Forschern in extenso studiert, siehe u.a. Peng Zhou’s Publikation zur Epidemiologie der «bat coronaviruses in China» sowie die anderen, oben erwähnten Publikationen Amerikanischer Autoren. Peng Zhou hat im März 2019 eine baldige, neue Corona-Epidemie vorausgesagt und zwar aus folgenden Gründen:

  1. hohe Biodiversität in China;
  2. hohe Anzahl an «Bats» in China;
  3. hohe Bevölkerungsdichte in China = nahes Zusammenleben zwischen Tier und Mensch;
  4. hohe genetische Variabilität der «Bats», d.h. eine hohe Wahrscheinlichkeit, dass sich das Genom einzelner Coronavirus-Typen spontan im Rahmen zufälliger Mutationen verändern kann;
  5. hohe aktive genetische Rekombination von Corona-Viren, heisst: Corona-Viren verschiedener Typen tauschen untereinander Genom-Sequenzen aus, die sie dann für den Menschen aggressiver machen können;

Die Tatsache, dass viele dieser Viren  – Corona-Viren, aber auch Ebola- oder Marburg-Viren  – zusammen in diesen «Bats» hausen und zufällig genetisches Material austauschen können

Obwohl nicht bewiesen, hat Peng Zhou auch die Essgewohnheiten der Chinesen angesprochen, welche die Wahrscheinlichkeit einer Transmission dieser Viren von Tieren auf den Menschen erhöhen. Peng Zhou hat in seinem Artikel vom März 2019 vor einer Corona-Pandemie gewarnt. Und er schrieb, dass er nicht sagen könne, wann genau und wo diese Pandemie ausbrechen würde, aber dass China mit grosser Wahrscheinlichkeit ein «hot-spot» sein werde. So viel zur wissenschaftlichen Freiheit notabene. Peng Zhou und seine Gruppe aus Wuhan haben weitergeforscht und sie waren es, die bereits am 7. Januar das Genom von COVID-19 identifiziert und der ganzen Welt mitgeteilt hatten.

Es gibt 4 Theorien, wie dieses Virus auf den Menschen übergesprungen ist:

  1. Das COVID-19-Virus ist von einer Fledermaus direkt auf den Menschen übertragen worden. Dasjenige Virus, welches in Frage kommt und genetisch zu 96% mit dem aktuellen «COVID-19» Virus übereinstimmt, kann jedoch von seiner Struktur her nicht an das «Angiotensin-Converting-Enzyme» (ACE) Typ 2 in der Lunge andocken. Das Virus benötigt aber dieses Enzym, um in die Lungenzellen (und in die Zellen des Herzens, der Niere und des Darmes) eindringen und diese zerstören zu können.
  2. Ein COVID-19-Virus sprang vom Pangolin, einem Malaysischen Säugetier mit Schuppen, welches illegal in China eingeführt worden sei, auf den Menschen und war zunächst nicht Krankheits-erregend. Im Rahmen konsekutiver Mensch-zu-Mensch-Transmissionen hat sich dieses Virus an die beim Menschen vorliegenden Rahmenbedingungen dank Mutation oder Adaptation angepasst und konnte schliesslich an den ACE2-Rezeptor andocken und in die Zellen eindringen, womit die Pandemie «startete».
  3. Es gibt einen Elternstamm dieser beiden COVID-19-Viren, der bis anhin leider unentdeckt blieb.
  4. Es handelt sich um ein synthetisches Labor-Virus, denn genau daran wurde geforscht und der biologische Mechanismus der Krankheits-Erregung ist ja im Detail schon 2016 beschrieben worden. Die angefragten Virologen verneinen natürlich diese Möglichkeit, können sie aber auch nicht ausschliessen, nachzulesen im eben publizierten «Nature Medicine»: «The proximal origin of SARS-CoV-2» von Kristian Andersen.

Das Besondere an diesen Tatsachen ist, dass Corona-Viren zusammen mit dem Ebola-Virus auf ein und demselben «Bat» leben können, ohne dass die Fledermaus erkrankt. Einerseits ist dies wissenschaftlich interessant, weil vielleicht Immunmechanismen gefunden werden können, die erklären, wieso diese Fledermäuse nicht erkranken. Diese Immunmechanismen gegenüber Corona-Viren und dem Ebola-Virus könnten Erkenntnisse liefern, die für den Homo sapiens von Bedeutung ist. Anderseits sind diese Tatsachen beunruhigend, weil man sich vorstellen kann, dass sich aufgrund der hohen, aktiven, genetischen Rekombination ein Supervirus bilden kann, welches eine längere Inkubationsdauer als das aktuelle COVID-19-Virus, aber die Letalität des Ebola-Virus aufweist.

SARS wies eine 10%ige Mortalität auf, die Mortalität von MERS betrug 36%. Es war nicht das Verdienst des Homo sapiens, dass SARS und MERS sich nicht so schnell ausgebreitet haben, wie jetzt COVID-19. Das war einfach nur Glück. Die Behauptung, dass ein Virus, welches eine hohe Mortalität habe, sich nicht ausbreiten könne, weil es ja viel zu schnell seinen Wirt umbringe, war zu den Zeiten richtig, als eine "infizierte" Kamelkarawane von X'ian Richtung Seidenstrasse losgezogen ist und wegen der hohen Mortalität in der nächsten Karawanserei gar nicht mehr ankam. Heute geht das Ruckzuck. Heute sind alle massivst vernetzt. Ein Virus, das in 3 Tagen tötet, geht trotzdem um die Welt. Alle kennen Peking und Shanghai. Ich kenne Wuhan seit 20 Jahren. Keiner meiner Kollegen und Bekannten hat je etwas von Wuhan gehört. Aber hat man gesehen, wie viele Ausländer es in Wuhan - in einer Stadt, die "niemand" kennt - gab und wie sie blitzschnell in alle Weltregionen verteilt wurden? Das ist die heutige Situation. 

7. Was wissen wir? Was wissen wir nicht?

Wir wissen,

  • dass es sich um ein aggressives Virus handelt;
  • dass die mittlere Inkubationszeit 5 Tage dauert; die maximale Inkubationszeit ist noch nicht klar;
  • dass asymptomatische COVID-19 Träger andere Personen anstecken können und dass dieses Virus „extrem ansteckend“ und „extrem resistent“ (A. Lanzavecchia) ist;
  • wir kennen die Risiko-Populationen;
  • dass es in den letzten 17 Jahren nicht gelungen ist, weder eine Impfung, noch einen monoklonalen Antikörper gegen Corona-Viren zu entwickeln;
  • dass es überhaupt noch nie gelungen ist, eine Impfung gegen welches Corona-Virus auch immer zu entwickeln;
  • dass auch die so genannte „Grippe-Impfung“ entgegen der gängigen Werbung nur einen minimalen Effekt ausweist.

Was wir nicht wissen:

  • ob nach durchgemachter Infektion eine Immunität vorliegt, oder nicht. Gewisse Daten weisen darauf hin, dass der Mensch ab dem 15. Tag Immunglobuline der G-Klasse entwickeln kann, welche eine erneute Infektion mit demselben Virus verhindern sollten. Aber es ist noch nicht definitiv bewiesen;
  • wie lange eine allfällige Immunität schützen könnte;
  • ob dieses COVID-19-Virus stabil bleibt, oder ob sich im Herbst analog der üblichen Grippe-Welle erneut ein leicht verändertes COVID-19 über ganze Welt verbreitet, gegen welches keinerlei Immunität vorliegt;
  • ob uns die höheren Temperaturen des Sommers helfen, weil die Hülle des COVID-19 bei höheren Temperaturen instabil ist. Hier muss erwähnt werden, dass das MERS-Virus sich im Nahen Osten in den Monaten Mai bis Juli verbreitet hatte, als die Temperaturen höher waren, als sie bei uns je sind;
  • wie lange es dauert, bis eine Population so durchseucht ist, dass der R-Wert <1 ist:
    Wenn man zu einem bestimmten Zeitpunkt 1 Million Zürcher testet, sollen aktuell angeblich 12% bis 18% COVID-19 positiv sein. Um der Pandemie ihren Pandemie-Charakter zu nehmen, müsse der R-Wert <1 sein, d.h. circa 66% der Bevölkerung müssen mit dem Virus Kontakt gehabt und Immunität entwickelt haben. Niemand weiss, wie lange, wie viele Monate es dauern wird, bis die Durchseuchung, die aktuell 12% bis 18% betragen soll, 66% erreicht hat! Aber man kann davon ausgehen, dass die Weiterverbreitung des Virus von 12% bis 18% auf 66% der Bevölkerung weiterhin schwerkranke Patienten generieren wird.
  • wir wissen also nicht, wie lange wir mit diesem Virus zu tun haben werden. Zwei Berichte, welche der Öffentlichkeit nicht zugänglich sein sollten (U.S.- Government COVID Response Plan sowie ein Bericht des Imperial College London) kommen unabhängig voneinander auf eine „Lock-down“-Phase von bis zu 18 Monaten;
  • und wir wissen nicht, ob uns dieses Virus epidemisch/pandemisch oder vielleicht sogar endemisch beschäftigen wird;
  • wir haben nach wie vor keine anerkannte und breit anwendbare, definierte Therapie; eine solche haben wir auch bei der Influenza nie präsentieren können.
    Vielleicht sollten Behörden und Medien einmal die Fakten auf den Tisch legen, statt alle zwei Tage Meldungen von einer scheinbar erfolgreichen Impfung, die nicht mehr weit weg ist, zu präsentieren.

8. Was können wir aktuell tun?

Die Frage nach den besten Lösungsansätzen kann ich auch nicht beantworten. Ob die Schweiz die Pandemie überhaupt noch eindämmen kann, oder ob die Durchseuchung der Bevölkerung unbeeinflusst weiterläuft, weil man initial alle Massnahmen verschlafen hat, ist möglich.

Wenn dem so ist, kann man nur hoffen, dass wir diese „Politik“ nicht mir zu vielen Toten und Schwerkranken bezahlen. Und dass nicht zu viele Patienten an den Langzeitfolgen einer COVID-19-Infektion leiden, wie z.B. einer „dank“ COVID-19 neu erworbenen Lungenfibrose, einem gestörten Glucose-Metabolismus sowie neu auftretenden kardiovaskulären Erkrankungen. Die langfristigen Konsequenzen einer durchgemachten SARS-Infektion sind bis 12 Jahre nach angeblicher Heilung dokumentiert. Hoffen wir, dass sich COVID-19 anders verhalten wird.

Die Aufhebung des „Lock-down“, respektive die Rückkehr zur dem, was wir als normal empfinden, ist sicherlich der Wunsch eines jeden. Welche Schritte bei der Rückkehr zur Normalisierung mit nachteiligen Folgen verbunden sein werden  – d.h. mit einem Wieder-Aufflammen der Infektionsrate  – kann niemand voraussagen. Jeder Schritt Richtung Lockerung ist im Grunde genommen ein Schritt ins Unbekannte.

Wir können nur sagen, was nicht machbar ist: eine aktive Durchseuchung der nicht-Risiko-Gruppen mit dem COVID-19-Virus ist mit Sicherheit ein absolutes Hirngespinst. Es kann nur Leuten in den Sinn kommen, die keine Ahnung von Biologie, Medizin und Ethik haben:

  • kommt es mit Sicherheit nicht in Frage, Millionen von Gesunden Mitbürgern absichtlich mit einem aggressiven Virus zu infizieren, von welchem wir eigentlich überhaupt nichts wissen, weder das Ausmass der akuten Schädigung, noch die Langzeitfolgen;
  • je grösser die Anzahl Viren pro Population, desto grösser die Wahrscheinlichkeit einer zufälligen Mutation, welche das Virus noch aggressiver machen könnte. Also sollten wir sicher nicht aktiv mithelfen, die Anzahl Viren pro Population zu erhöhen.
  • Je mehr Leute mit COVID-19 infiziert sind, desto wahrscheinlicher wird es, dass sich dieses Virus noch „besser“ an den Menschen adaptiert und noch desaströser wird. Es wird ja angenommen, dass das bereits einmal passiert ist.
  • bei staatlichen Reserven von angeblich 750 Milliarden, ist es ethisch und moralisch verwerflich, aus blossen wirtschaftlichen Überlegungen Millionen von gesunden Personen zu infizieren.
  • Die gewollte Infizierung gesunder Leute mit diesem aggressiven Virus würde eines der fundamentalen Prinzipien der gesamten Medizingeschichte aus reinen, kurzfristigen ökonomischen „Bedenken“ akut aushebeln: das Prinzip des „primum nil nocere“. Ich würde mich als Mediziner weigern, an einer derartigen Impfaktion überhaupt teilzunehmen.

Die Bestimmung der COVID-19 IgM- und IgG-Antikörper-Konzentration im Blut geht scheinbar mir der Neutralisierung des COVID-19-Virus einher. Die quantitative und qualitative Diagnostik dieser Antikörper wurde bis jetzt nur in einer kleinen klinischen Studie mit 23 Patienten untersucht. Ob die Massenbestimmung der Antikörper im Blut einen kontrollierten «Lock-down» sicherer machen, indem sich vorerst nur nicht mehr ansteckende und nicht mehr ansteckbare Personen frei bewegen können, kann derzeit nicht beantwortet werden. Ebenso unklar ist, wann diese Methode klinische valide und breit anwendbar sein wird.

9. Zukunft

Diese Pandemie wirft viele politische Fragen auf. „Foreign Affairs“ mit Donald Trump und Anthony Fauci auf dem Cover schreibt am 28. März 2020 dazu: „Plagues Tell Us Who We Are. The Real Lessons of the Pandemic will be Political“.

Diese politischen Fragen werden nationaler und internationaler Art sein.

Die ersten Fragen werden ganz bestimmt unser Gesundheitswesen betreffen. Mit einem 85-Milliarden-Budget hat es die Schweiz - was die Anzahl Corona-Patienten pro 1 Million Einwohner betrifft  – weltweit auf Rang 2 geschafft. Gratuliere! Was für eine Schande! Grundlegendes und billiges Material fehlt in der Schweiz nach 14 Tagen. Das kommt davon, wenn selbsternannte «Gesundheitspolitiker», «Gesundheits-Ökonomen» und IT-Experten Milliarden in Projekte wie e-Health, elektronische Gesundheitskarte, überteuerte Klinik-Informationssysteme (man frage einmal das Kantonsspital Luzern!), tonnenweise Computer und «Big Data» investieren und so vollkommen zweckentfremdet Milliarden aus dem Gesundheitswesen abziehen. Und Ärzteschaft und FMH sind buchstäblich zu blöd, endlich einmal dagegen aufzustehen. Sie lassen sich lieber jede Woche als Abzocker und Kriminelle titulieren. Die Schweiz muss endlich untersuchen, wie viel von 1 Million Kassengelder noch für medizinische Leistungen aufgewendet werden, welche direkt dem Patienten zugutekommen und wie viel Geld zweckentfremdet in Branchen-fremde Lobby-Vereinigungen fliesst, die sich schamlos am 85-Milliarden-Kuchen bereichern, ohne je einen Patienten gesehen zu haben. Und natürlich braucht es endlich eine adäquate Qualitätskontrolle medizinischer Leistungen. Auf die weiteren Massnahmen im Rahmen der Reorganisation des Schweizerischen Gesundheitswesens möchte ich hier nicht eingehen.

Die internationalen Fragen betreffen vor allem unser Verhältnis zu China und den Asiatischen Ländern überhaupt. Kritische Stellungnahmen: ja. Aber konstantes, dümmliches „Bashing“ anderer Nationen kann kein Rezept dafür sein, globale Probleme gemeinsam anzugehen  – von „Lösen“ möchte ich gar nicht sprechen. Anstatt sinnlose Propaganda nachzuplappern, sollte man sich vielleicht einmal mit Autoren auseinandersetzen, die tatsächlich ausgewogen auf hohem Niveau etwas zu sagen haben, so z.B.:

  • Pankaj Mishra: „Aus den Ruinen des Empires“
  • Kishore Mahbubani: „The Asean Miracle. A Catalyst for Peace“
  • „Has the West lost it?“
  • „Can Asians think?“
  • Lee Kuan Yew: „One man’s view of the world“
  • David Engels: „Auf dem Weg ins Imperium“
  • Noam Chomsky: „Wer beherrscht die Welt“
  • Bruno Macàes: „The Dawn of Eurasia“
  • Joseph Stiglitz: „Reich und Arm“
  • Stephan Lessenich: „Neben uns die Sintflut“
  • Parag Khanna: „Unsere asiatische Zukunft“

Lesen heißt noch lange nicht, allen diesen Autoren in allem Recht zu geben. Aber es wäre für den Westen  – inklusive die Schweiz  – von grossem Wert, Besserwisserei, Ignoranz und Arroganz hier und dort durch Fakten, Verständnis und Kooperation zu ersetzen. Die Alternative besteht ja nur darin, zu versuchen, unsere vermeintlichen Konkurrenten früher oder später in einem Krieg zu eliminieren. Was man von dieser „Lösung“ halten soll, kann jeder selber entscheiden.

In diesem Sinne kann man nur darauf hoffen, dass sich die Menschheit eines Besseren besinnt. Träumen ist immer erlaubt.

Die Herausforderungen sind global. Und die nächste Pandemie steht vor der Tür. Und diese wird vielleicht durch ein Super-Virus verursacht werden und ein Ausmass annehmen, das wir uns lieber nicht vorstellen möchten.

09.04.2020: Der Gastkommentar und die Veröffentlichung des Manuskriptes "COVID-19 - eine Zwischenbilanz oder eine Analyse der Moral, der medizinischen Fakten, sowie der aktuellen und zukünftigen politischen Entscheidungen" von Prof. Dr. med. Dr. h.c. Paul Robert Vogt vom 7.4.2020 in unserer Zeitung findet international riesige Beachtung und Zustimmung.

In den ersten beiden Tagen wurde der Artikel bereits über 350'000 mal gelesen und tausendfach geteilt. Wir haben deshalb bei Prof. Dr. med. Dr. h.c. Paul Robert Vogt nachgefragt und 10 Fragen gestellt, die aktuell im Raum stehen.

Interview (09.04.2020)

Quelle: https://www.mittellaendische.ch/2020/04/08/covid-19-eine-zwischenbilanz-oder-eine-analyse-der-moral-der-medizinischen-fakten-sowie-der-aktuellen-und-zuk%C3%BCnftigen-politischen-entscheidungen/

 https://herzchirurgie-paulvogt.ch/covid-19-eine-zwischenbilanz-in-der-schweiz/
https://herzchirurgie-paulvogt.ch/medien/

COVID-19 – Weg aus der Krise und ein Blick in die Zukunft - von Prof. Dr. med. Dr. h.c.Paul R. Vogt

Das Ziel muss sein, menschliches Leid ohne weiteren Lock-down zu verhindern
*Prof. Dr. Paul R. Vogt 20. April 2020
Seit Publikation des Manuskripts und Interviews bei «Der Mittelländischen Zeitung» DMZ hat sich mein Office in ein internationales «Virologie-Zentrum» verwandelt. Nebst über 2000 Leser-Kommentaren per Mail, WhatsApp oder SMS, erhielt ich viele Hinweise von Experten aller Fachrichtungen, so z.B. von Virologen, Immunologen, Statistikern, Epidemiologen oder Infektiologen. Ich bin all’ diesen Experten zu Dank verpflichtet.

Obwohl viele Fragen offenbleiben, kristallisieren sich Möglichkeiten, welche einen Weg aus dieser Krise zeigen und einen Blick in die Zukunft erlauben, z.B. ob uns dieses Virus konstant begleiten oder «bloss» saisonal wiederkehren wird und wie wir uns dagegen wappnen könnten. Ziel muss sein, menschliches Leid ohne weiteren Lock-down zu verhindern.

Vogt Prof. Interview Foto
*Prof. Dr. Paul R. Vogt

COVID-19: gefährlich oder nicht  – kleine Statistik

COVID-19 ist hoch-infektiös. Wie man in allen Ländern fast identisch beobachten konnte, steigt die kumulierte Zahl der Infizierten ohne Gegenmassnahmen täglich um rund 40%, was einer Verdoppelung der Infizierten alle 2 Tage entspricht oder einer Verhundertfachung pro Woche. Die Infektionsrate ist auch deshalb höher als die bei einer Grippe, weil man bei COVID-19, im Gegensatz zur Grippe, auf keine zuvor Geimpfte trifft.

Die durchschnittliche Dunkelziffer der Infizierten liegt je nach Land zwischen 30 bis 90%.

Die Sterberate von COVID-19 ist  – wie wir aus geschlossenen Populationen (Kreuzfahrtschiffen) wissen - rund 20x höher als die der Grippe.

COVID-19: eine «ausserirdische» Krankheit?

International Journal of Infectious Diseases Volume 110, P155-159, September 01, 2021
Elisabeth Paul1*, Garrett W. Brown2, Mélanie Dechamps3, Andreas Kalk4, Pierre-François Laterre5, Bernard Rentier6, Valéry Ridde7, Martin Zizi8

1 School of Public Health, Université Libre de Bruxelles, Brussels, Belgium
2 Global Health Theme, University of Leeds, Leeds, UK
3 Cardiovascular ICU, St-Luc University Hospital, Université Catholique de Louvain, Brussels, Belgium
4 Kinshasa Country Office, Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit, Kinshasa, Democratic Republic of the Congo
5 Department of Critical Care Medicine, St-Luc University Hospital, Université Catholique de Louvain, Brussels, Belgium
6 Rector Emeritus, Prof. Em. Virology & Viral Immunology, Université de Liège, Belgium
7 CEPED, Institute for Research on Sustainable Development (IRD), IRD-Université de Paris, ERL INSERM SAGESUD, Paris, France
8 CEO, Aerendir Mobile Inc., Mountain View, CA, USA; formerly Prof. at VUB (Brussels) and KULeuven, ex-CSO Belgian Ministry of Defense

© 2021 Der/die Autor(en). Veröffentlicht von Elsevier Ltd im Namen der Internationalen Gesellschaft für Infektionskrankheiten. Dies ist ein frei zugänglicher Artikel unter der CC BY-NC-ND-Lizenz (http://creativecommons.org/licenses/by-nc-nd/4.0/)

* Corresponding author.
E-mail Adresse: Elisabeth.Paul@ulb.be (E. Paul).

Artikel-Info

Geschichte: Eingereicht am 17. Juni 2021. Überarbeitet am 20. Juli 2021. Angenommen am 22. Juli 2021.

Zusammenfassung

Hintergrund: Seit Beginn der Pandemie wird COVID-19 als eine aussergewöhnliche Krankheit angesehen. Die Bekämpfungsmassnahmen konzentrierten sich ausschliesslich auf «das Virus», während andere biologische und soziale Faktoren, die schwere Formen der Krankheit bestimmen, ausser Acht gelassen wurden.

Das Coronavirus-Phänomen des jungen Jahres 2020.

Antworten von Dr. med. Wolfgang Wodarg.
Im Stundentakt werden neue Forderungen und Herausforderungen an die Bürger gerichtet. Was zumindest nachweislich in der Bevölkerung kontinuierlich steigt, ist der Grad der Verunsicherung.

Was muss man glauben, was darf man glauben? Welche Darlegung von Fakten sind seriös, welche Mahnung ist fahrlässig?

Wie schon zu den Zeiten der Klima-Diskussion rücken sogenannte "Experten" in den Fokus der Öffentlichkeit.

Die Berliner Zeitung formulierte es am 17.03.2020 so: "Virologe Christian Drosten - Eine Instanz in Coronavirus-Zeiten. An ihm kommt man in der Coronavirus-Krise nicht vorbei: Charité-Mediziner Christian Drosten ist seit Wochen omnipräsent. Als Berater für die Regierung  – und für uns alle." Ist dem so?

Der Internist, Lungenarzt und Facharzt für Umweltmedizin Dr. med. Wolfgang Wodarg ist nun seit Tagen nicht unerheblicher Kritik ausgesetzt, da er um eine etwas differenzierte und vor allem unaufgeregtere Betrachtung der aktuellen Situation bittet. Er erfährt dadurch ungeahnte Anfeindungen, die aufgrund seines beruflichen Werdegangs irritieren.

KenFM möchte von ihm wissen, was unterscheidet die aktuelle Viren-Diskussion von denen zurückliegender Jahre? Sind die eingeforderten Maßnahmen wirklich angebracht oder übertrieben? Was ist eine Corona-Pandemie?

Antworten auf diese Fragen gibt uns am Telefon: Dr. med. Wolfgang Wodarg.

Biografie:

Dr. med. Wolfgang Wodarg, geb. 1947, ist Internist und Lungenarzt, Facharzt für Hygiene und Umweltmedizin sowie für öffentliches Gesundheitswesen und Sozialmedizin. Nach seiner klinischen Tätigkeit als Internist war er u.a. 13 Jahre Amtsarzt in Schleswig-Holstein, gleichzeitig Lehrbeauftragter an Universitäten und Fachhochschulen und Vorsitzender des Fachausschusses für gesundheitlichen Umweltschutz bei der Ärztekammer Schleswig-Holstein; 1991 erhielt er ein Stipendium an der Johns Hopkins University/Baltimore/USA (Epidemiologie) Als Mitglied des Deutschen Bundestages von 1994 bis 2009 war er Initiator und Sprecher in der EnquêteKommission „Ethik und Recht der modernen Medizin“, Mitglied der Parlamentarischen Versammlung des Europarates, dort Vorsitzender des Unterausschusses Gesundheit und stellv.Vors. des Ausschusses für Kultur, Bildung und Wissenschaft. 2009 initiierte er in Straßburg den Untersuchungsausschuss zur Rolle der WHO bei der H1N1 (Schweinegrippe) und war dort nach seinem Ausscheiden aus dem Parlament als wissenschaftlicher Experte weiter beteiligt. Seit 2011 ist er als freier Hochschullehrer, Arzt und Gesundheitswissenschaftler und ehrenamtlich als Vorstandsmitglied und AG Leiter (Gesundheit) bei Transparency International Deutschland engagiert.

Das Coronavirus-Update mit Christian Drosten

Täglich: Das Gespräch mit Christian Drosten, dem Leiter der Virologie in der Berliner Charité.

Sars-CoV-2, das neue Coronavirus, hat sich zuerst in China ausgebreitet und ist nun Tag für Tag in den Schlagzeilen. Doch wie können wir so viele Menschen wie möglich so fundiert wie möglich informieren - ohne dabei unnötige Panik zu verbreiten? NDR Info Wissenschaftsredakteurin Korinna Hennig spricht jeden Tag mit einem der führenden Virus-Forscher Deutschlands: Christian Drosten, dem Leiter der Virologie in der Berliner Charité.

Welche Spur verfolgt die Forschung aktuell? Welche neuen Erkenntnisse gibt es zu Ansteckung und Krankheitsverlauf? Ist die Aufregung um das neue Virus überhaupt angemessen? Und: Wie ergeht es den Forschern persönlich in diesen Tagen?

https://www.ndr.de/nachrichten/info/podcast4684.html

Der grosse Vorwand … für eine Anti-Utopie

Für alle, die sich den Kopf nicht durch einen angeblich coronabedingten «grossen Umbruch» à la WEF verdrehen lassen wollen
von Diana Johnstone*
In ihrer vom Weltwirtschaftsforum (WEF) herausgegebenen Abhandlung «Covid-19: The Great Reset» [Covid-19: Der grosse Umbruch] bescheren uns die Ökonomen Klaus Schwab und Thierry Malleret die Stimme der Möchtegern-Global-Governance.

«Das WEF ist heute mächtig, weil es in einem Umfeld des Staatskapitalismus operiert, in welchem die Rolle des Staates (vor allem in den Vereinigten Staaten, weniger in Europa) weitgehend darauf reduziert wurde, positiv auf die Forderungen solcher Lobbys, insbesondere des Finanzsektors, zu reagieren.»

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Diana Johnstone (Bild Wikipedia)

Indem sie ihrer kürzlich veröffentlichten WEF-Abhandlung den Titel «Covid-19: The Great Reset» geben, verknüpfen die Autoren die Pandemie auf eine Art und Weise mit ihren futuristischen Vorschlägen, die einen Chor von «Aha!»-Rufen hervorrufen dürfte. In der gegenwärtigen Atmosphäre der Verwirrung und des Misstrauens lässt die Freude, mit der die Ökonomen Klaus Schwab und Thierry Malleret die Pandemie als Vorboten der von ihnen vorgeschlagenen sozioökonomischen Umwälzung begrüssen, vermuten, dass sie (wenn sie dazu in der Lage gewesen wären) Covid-19 geschaffen hätten, wäre es nicht zufällig aufgetaucht.

Tatsächlich hat Klaus Schwab, der Gründer des Weltwirtschaftsforums, den «Great Reset» bereits energisch propagiert und dabei den Klimawandel als auslösende Krise genutzt, bevor ihm der jüngste Ausbruch des Corona-Virus einen noch unmittelbareren Vorwand lieferte, seine Pläne zur Neugestaltung der Welt anzupreisen.

Die Autoren fangen gleich an, indem sie verkünden: «Die Welt, wie wir sie in den ersten Monaten des Jahres 2020 kannten, gibt es nicht mehr», (dt. S. 12) dass radikale Veränderungen eine «neue Normalität» (dt. S. 12) formen werden. Wir selbst würden transformiert werden. «Viele unserer Überzeugungen und Annahmen, wie die Welt aussehen könnte oder sollte, werden sich dabei zerschlagen.» (dt. S. 13)

Das ganze Buch hindurch scheinen sich die Autoren über die angenommenen Auswirkungen der weit verbreiteten «Angst» vor dem Virus zu freuen, die die Menschen darauf konditionieren soll, die von ihnen angestrebten radikalen Veränderungen zu wünschen. Sie verwenden technokratisches Psychogeschwätz, um zu verkünden, dass die Pandemie die menschliche Mentalität bereits so verändert, dass sie sich der neuen Realität anpasst, die sie für unvermeidlich halten.

«Unsere unterschwellige und möglicherweise anhaltende Furcht davor, mit einem Virus (Covid-19 oder einem anderen) infiziert zu werden, wird somit den unerbittlichen Marsch der Automatisierung beschleunigen […].» (dt. S. 183) Wirklich?

«Auf Grund der Corona-bedingten höheren Angst, mit völlig Fremden in einem geschlossenen Raum zu sitzen, könnte es sein, dass viele Menschen beschliessen, sich den neuesten Film oder die Opernaufführung lieber zu Hause anzusehen, weil es am vernünftigsten ist.» (dt. S. 234)

«Es gibt andere erste Auswirkungen, die viel einfacher vorherzusehen sind. Sauberkeit ist eine davon. Die Pandemie wird unseren Fokus auf Hygiene sicherlich mehr in den Vordergrund rücken. Die neue Hygienebesessenheit wird insbesondere die Schaffung neuer Verpackungen nach sich ziehen. Wir werden angehalten, die Produkte, die wir kaufen wollen, nicht anzufassen. Einfache Freuden wie das Riechen an einer Melone oder das Betasten einer Frucht werden verpönt sein und vielleicht sogar der Vergangenheit angehören.» (dt. S. 234)

Dies ist die Stimme der Möchtegern-Global-Governance. Von oben herab entscheiden Experten, was die Massen wollen sollen, und verdrehen die angeblichen Wünsche des Volkes so, dass sie zu den Profitplänen passen, mit denen sie hausieren gehen. Ihre Pläne kreisen um digitale Innovation, massive Automatisierung unter Verwendung «künstlicher Intelligenz» und schliesslich sogar um die «Verbesserung» des Menschen, indem man ihn künstlich mit einigen Eigenschaften von Robotern ausstattet: zum Beispiel Problemlösung ohne ethische Ablenkungen.

Der 1938 in Ravensburg geborene Ingenieur und Wirtschaftswissenschaftler Klaus Schwab gründete 1971 sein Weltwirtschaftsforum, das von internationalen Konzernen massiv gesponsert wird. Es tagt einmal im Jahr in Davos in der Schweiz  – das letzte Mal im Januar 2020 und nächstes Jahr im Mai, verschoben auf Grund von Covid-19.

Eine mächtige Lobby

Was ist es genau? Ich würde das WEF als eine Kombination von kapitalistischer Beratungsfirma und gigantischer Lobby beschreiben. Die futuristischen Vorhersagen sind darauf angelegt, Investoren in profitable Bereiche der, wie Schwab es nennt, «Vierten Industriellen Revolution (4IR)» zu führen und dann, wenn die Bereiche definiert sind, Druck auf Regierungen auszuüben, um solche Investitionen durch Subventionen, Steuererleichterungen, Beschaffungen, Vorschriften und Gesetze zu unterstützen. Kurz gesagt, das WEF ist die Lobby für neue Technologien, alles Digitale, künstliche Intelligenz, Transhumanismus.

Es ist heute mächtig, weil es in einem Umfeld des Staatskapitalismus operiert, in welchem die Rolle des Staates (vor allem in den Vereinigten Staaten, weniger in Europa) weitgehend darauf reduziert wurde, positiv auf die Forderungen solcher Lobbys, insbesondere des Finanzsektors, zu reagieren. Da sie durch Wahlkampfspenden gegen die obskuren Wünsche der einfachen Leute immunisiert sind, brauchen die meisten der heutigen Politiker praktisch die Führung von Lobbys wie dem WEF, die ihnen sagen, was sie tun sollen.

Im 20. Jahrhundert, insbesondere während des New Deal, stand die Regierung unter dem Druck widersprüchlicher Interessen. Der wirtschaftliche Erfolg der Rüstungsindustrie während des Zweiten Weltkriegs liess einen Militärisch-Industriellen Komplex (MIC) entstehen, der zu einem dauerhaften Strukturfaktor in der US-Wirtschaft geworden ist.

Es ist die dominante Rolle des MIC und der daraus resultierenden Lobbys, die die Nation endgültig in einen Staatskapitalismus anstelle einer Republik verwandelt haben.

Der Beweis für diese Transformation ist die Einstimmigkeit, mit der der Kongress nie davor zurückschreckt, grotesk aufgeblähte Militärbudgets zu genehmigen. Der MIC hat Medien und Think tanks hervorgebracht, welche die Öffentlichkeit ununterbrochen damit indoktrinieren, es sei existenziell notwendig, den Reichtum der Nation weiterhin in Kriegswaffen zu investieren. Sofern die Wähler nicht zustimmen, können sie keine Mittel des politischen Ausdrucks finden angesichts von Wahlen, die von zwei Pro-MIC-Parteien monopolisiert werden.

Das WEF kann als analog zum MIC gesehen werden. Es beabsichtigt, Regierungen und Meinungsmacher für die Förderung einer «4IR» zu gewinnen, welche die zivile Wirtschaft und das zivile Leben selbst dominieren wird.

Die Pandemie ist ein vorübergehender Vorwand; die Notwendigkeit, «die Umwelt zu schützen», wird der nachhaltigere Vorwand sein. Genauso wie der MIC als absolut notwendig dargestellt wird, um «unsere Freiheiten zu schützen», wird die 4IR als absolut notwendig angepriesen werden, um «die Umwelt zu retten»  – und in beiden Fällen werden viele der verfochtenen Massnahmen den gegenteiligen Effekt haben.

Bisher hat die Techno-Tyrannei von Schwabs 4IR ihren Platz im US-Staatskapitalismus noch nicht ganz erobert. Aber ihre Aussichten sehen gut aus. Das Silicon Valley trug massiv zur Kampagne von Joe Biden bei, und Biden hat sich beeilt, die Mogule in sein Übergangsteam zu berufen.

Aber die wirkliche Gefahr dabei, dass alle Macht an den Reset geht, liegt nicht in dem, was da ist, sondern darin, was nicht da ist: irgendeine ernsthafte politische Opposition.

Kann die Demokratie wiederhergestellt werden?

Dem Great Reset steht eine breite Strasse offen, aus dem einfachen Grund, dass ihm nichts im Wege steht. Kein weit verbreitetes Bewusstsein für die Probleme, keine effektive politische Organisation des Volkes, nichts. Schwabs Dystopie (Anti-Utopie) ist allein aus diesem Grund beängstigend.

Die Präsidentschaftswahlen 2020 haben gerade die fast vollständige Entpolitisierung des amerikanischen Volkes veranschaulicht. Das mag seltsam klingen angesichts der heftigen parteipolitischen Emotionen. Aber es war alles viel Lärm um nichts.

Es wurden keine wirklichen Themen debattiert, keine ernsthaften politischen Fragen aufgeworfen, weder zu Krieg noch zu den Richtungen der zukünftigen wirtschaftlichen Entwicklung. Bei den bösartigen Auseinandersetzungen ging es um Personen, nicht um -Politik. Der stümperhafte Trump wurde beschuldigt, «Hitler» zu sein, und die von der Wall Street gekauften demokratischen Kriegstreiber wurden von Trumpisten als «Sozialisten» bezeichnet. Lügen, Beleidigungen und Verwirrung hatten überhandgenommen.

Eine Wiederbelebung der Demokratie könnte sich aus einer organisierten, konzentrierten Beschäftigung mit den von den Davoser Planern aufgeworfenen Fragen ergeben, aus der eine informierte öffentliche Meinung hervorgeht, die beurteilt, welche technischen Innovationen sozialverträglich sind und welche nicht.

Alarmrufe von den Rändern werden das intellektuelle Kräfteverhältnis nicht beeinflussen. Was wir brauchen, ist, dass sich die Menschen überall zusammenfinden, um die Probleme zu studieren und eine fundierte Meinung über Ziele und Methoden der zukünftigen Entwicklung zu erarbeiten.

Solange sie nicht mit sachkundiger und präziser Kritik konfrontiert werden, werden das Silicon Valley und seine unternehmerischen und finanziellen Verbündeten einfach damit weiterfahren, zu tun, was immer sie sich vorstellen, tun zu können, ungeachtet der sozialen Auswirkungen.

Eine seriöse Bewertung sollte zwischen potentiell nützlichen und unerwünschten Innovationen unterscheiden, um zu verhindern, dass populäre Vorstellungen dazu benutzt werden, Akzeptanz für jeden noch so verhängnisvollen «technologischen Fortschritt» zu gewinnen.

Fragen neu definieren

Die politischen Unterscheidungen zwischen links und rechts, zwischen Republikanern und Demokraten, haben an Schärfe zugenommen, während sie sich gerade selbst als inkohärent, verzerrt und irrelevant entpuppen und mehr auf ideologischen Voreingenommenheiten als auf Fakten basieren. Neue und fruchtbarere politische Orientierungen könnten durch die Konfrontation mit spezifischen, konkreten Themen aufgebaut werden.

Wir könnten die Vorschläge des Great Reset einen nach dem anderen aufgreifen und sie sowohl in pragmatischer als auch in ethischer Hinsicht überprüfen.

  1. Dank der Pandemie hat die Nutzung von Telefonkonferenzen über Skype, Zoom oder andere neue Plattformen stark zugenommen. Das WEF begrüsst dies als einen Trend. Ist es deswegen schlecht? Fairerweise muss man sagen, dass diese Innovation positiv ist, da sie es vielen Menschen ermöglicht, an Konferenzen teilzunehmen, ohne die Kosten, den Ärger und die Umweltkosten von Flugreisen. Die negative Seite ist, dass sie den direkten menschlichen Kontakt verhindert. Dies ist ein einfaches Problem, bei dem die positiven Punkte zu überwiegen scheinen.
  2. Sollte die Hochschulbildung online gehen, wobei die Professoren Kurse für Studenten über das Internet geben? Dies ist eine weitaus kompliziertere Frage, die von den Bildungseinrichtungen selbst und den Gemeinschaften, denen sie dienen, gründlich diskutiert werden sollte, wobei das Für und Wider abzuwägen ist und man sich vor Augen halten sollte, dass diejenigen, die die Technologie bereitstellen, sie verkaufen wollen und sich wenig um den Wert des menschlichen Kontakts in der Bildung kümmern  – nicht nur des menschlichen Kontakts zwischen Student und Professor, sondern auch der oft lebensbestimmenden Kontakte zwischen den Studenten selbst. Online-Kurse mögen für geografisch isolierte Studenten von Vorteil sein, aber die Auflösung der Bildungsgemeinschaft wäre ein grosser Schritt zur Zerstörung der menschlichen Gemeinschaft insgesamt.
  3. Gesundheit und «Wellness». Hier sollte die Diskussion deutlich hitziger werden: «In der Zeit nach der Pandemie», so Schwab und Malleret, «werden (insgesamt) drei Branchen florieren: Big Tech, Gesundheit und Wellness.» (dt. S. 241) Für die Davoser Planer verbinden sich die drei.

Diejenigen, die glauben, dass Wohlbefinden weitgehend selbst erzeugt wird und von Einstellungen, Aktivitäten und Lebensstilentscheidungen abhängt, übersehen das Wesentliche. «Die Kombination von KI [künstliche Intelligenz], Internet der Dinge, Sensoren und tragbarer Technologie wird neue Einblicke in das gesundheitliche Wohlbefinden der Menschen ermöglichen. Diese Systeme werden überwachen, wie es uns geht und wie wir uns fühlen, […] werden präzise Informationen über unseren CO2-Fussabdruck, unsere Auswirkungen auf die Biodiversität, die Toxizität aller Inhaltsstoffe, die wir konsumieren, und die Umgebungen oder räumlichen Kontexte, in denen wir uns bewegen, bedeutende Fortschritte unseres Bewusstseins für das kollektive und individuelle Wohlbefinden bewirken.» (dt. S. 243f.)

Frage: Wollen oder brauchen wir diesen ganzen kybernetischen Narzissmus wirklich? Können wir das Leben nicht einfach geniessen, indem wir einem Freund helfen, eine Katze streicheln, ein Buch lesen, Bach hören oder einen Sonnenuntergang beobachten? Es wäre besser, wir entschliessen uns, bevor sie unsere Gedanken umarbeiten.

4. Essen. Um mir den gesunden Appetit nicht zu verderben, werde ich das überspringen. Die Tech-Zauberer möchten die Bauern mit all ihren schmutzigen Böden und Tieren abschaffen und in schönen, sauberen Labors kreierte, verbesserte, künstliche Lebensmittel industriell herstellen  – aus was genau?

Das zentrale Thema: Homo faber

5. Was ist mit der menschlichen Arbeit?

«Aller Wahrscheinlichkeit nach wird die durch die Pandemie ausgelöste Rezession einen starken Anstieg der Arbeitssubstitution auslösen, das heisst körperliche Arbeit wird durch Roboter und ‹intelligente› Maschinen ersetzt, was wiederum dauerhafte und strukturelle Veränderungen auf dem Arbeitsmarkt hervorrufen wird.» (dt. S. 61f.)

Diese Ablösung ist bereits seit Jahrzehnten im Gange. Zusammen mit Outsourcing und Zuwanderung hat sie die kollektive Macht der Arbeit ohnehin schon geschwächt. Aber zweifellos sind die Tech-Industrien bereit, viel, viel weiter und schneller zu gehen, um Menschen aus der Arbeit zu verdrängen.

«Die Covid-19-Krise und die damit einhergehenden Massnahmen zur räumlichen Distanzierung haben diesen Prozess der Innovation und des technologischen Wandels nun plötzlich beschleunigt. Chatbots, die sich oft auf die gleiche Spracherkennungstechnologie wie Alexa von Amazon stützen, und andere Software, die Aufgaben anstelle von menschlichem Personal ausführen kann, setzen sich rasch durch. Diese, auf Notwendigkeit (wie z. B. Hygienemassnahmen) beruhenden Innovationen werden bald Hunderttausende und möglicherweise Millionen von Arbeitsplätzen kosten.» (dt. S. 62)

Die Senkung der Arbeitskosten ist seit langem das Leitmotiv dieser Innovationen, nebst der internen Dynamik der Technologieindustrie, «alles zu tun, was sie tun kann». Zur Rechtfertigung werden dann sozial nützliche Vorwände erfunden. Etwa so:

«Da die Verbraucher in nächster Zeit wahrscheinlich automatisierte Dienste einem persönlichen Kontakt vorziehen, wird das, was derzeit im Callcenter-Sektor geschieht, unweigerlich auch in anderen Bereichen auftreten.» (dt. S. 62)

«Da die Verbraucher wahrscheinlich vorziehen …»! Jeder, den ich kenne, klagt über die Verzweiflung, wenn er versucht, die Bank oder die Versicherungsgesellschaft zu erreichen, um einen Notfall zu erklären, und statt dessen mit einer toten Stimme und einer Auswahl an irrelevanten Nummern zum Anklicken konfrontiert wird. Vielleicht unterschätze ich den Grad der Feindseligkeit gegenüber unseren Mitmenschen, der heute die Gesellschaft durchdringt, aber mein Eindruck ist, dass es eine grosse, unausgesprochene öffentliche Nachfrage nach weniger automatisierten Diensten und mehr Kontakt mit realen Menschen gibt, die ausserhalb des Algorithmus denken und das Problem tatsächlich verstehen können, anstatt einfach vorprogrammierte Fehlerkorrekturen auszuspucken.

Es gibt eine potentielle Bewegung da draussen. Aber wir hören nichts davon, weil uns unsere Medien einreden, das -grösste Problem im täglichen Leben der Menschen bestehe darin, dass jemand seine Verwirrung zeige angesichts des verwirrten Gender-Geschlechts eines anderen.

Dabei, so behaupte ich, würde sich die Nachfrage der Verbraucher mit dem verzweifelten Bedürfnis der fähigen Menschen, ihren Lebensunterhalt zu verdienen, zusammenfügen. Die Technokraten verdienen ansehnliches Geld, indem sie anderen Menschen die Möglichkeit nehmen, ihren Lebensunterhalt zu verdienen.

Hier ist eine ihrer grossartigen Ideen:

«So gibt es in so unterschiedlichen Städten wie Hangzhou, Washington DC und Tel Aviv Bemühungen, von Pilotprogrammen zu gross angelegten Aktionen überzugehen, die in der Lage sind, eine Armee von Lieferrobotern auf die Strasse und in die Luft zu bringen.» (dt. S. 185)

Was für eine tolle Alternative zur Bezahlung eines existenzsichernden Lohns an menschliche Lieferanten!

Und nebenbei bemerkt: Ein Mann, der ein Lieferfahrrad fährt, nutzt erneuerbare Energie. Aber all diese Roboter und Drohnen? Batterien, Batterien und noch mehr Batterien! Hergestellt aus welchen Materialien, die woher kommen und wie produziert werden? Von noch mehr Robotern? Woher kommt die Energie, die nicht nur fossile Brennstoffe, sondern auch die menschliche körperliche Anstrengung ersetzen soll?

Auf dem letzten Treffen in Davos äusserte der israelische Intellektuelle Yuval Harari eine eindringliche Warnung:

«Während die Menschen in der Vergangenheit gegen die Ausbeutung kämpfen mussten, wird im 21. Jahrhundert der wirklich grosse Kampf der gegen die Bedeutungslosigkeit sein. […] Diejenigen, die im Kampf gegen die Bedeutungslosigkeit scheitern, werden eine neue ‹nutzlose Klasse› bilden  – nicht aus der Sicht ihrer Freunde und ihrer Familie, sondern nutzlos aus der Sicht des wirtschaftlichen und politischen Systems. Und diese nutzlose Klasse wird durch eine immer grösser werdende Kluft von der immer mächtiger werdenden Elite getrennt sein.»1

Und das Militär. Unsere kapitalistischen Untergangspropheten prophezeien den Teil-Kollaps der zivilen Luftfahrt und der Luftfahrtindustrie, da die Menschen alle beschliessen, zu Hause zu bleiben und an ihren Bildschirmen zu kleben. Aber keine Sorge!

«Eine Ausnahme stellt der Luft- und Raumfahrtsektor im Verteidigungsbereich dar, der relativ sicher zu sein scheint.» (dt. S. 231)

Für Kapitalinvestitionen zumindest. Anstatt auf Ferien an sonnigen Stränden können wir uns auf Weltraumkriege freuen. Das könnte eher früher als später passieren, denn, wie die Brookings Institution in einem Bericht von 2018 darüber, «How artificial intelligence is transforming the world» («Wie künstliche Intelligenz [KI] die Welt verändert»), feststellt, geht alles schneller, auch der Krieg:

«Die mit KI verbundene Big-Data-Analytik wird die nachrichtendienstliche Analyse tiefgreifend beeinflussen, da riesige Datenmengen nahezu in Echtzeit gesichtet werden […] und damit Kommandeuren und ihren Stäben ein bisher nicht gekanntes Mass an nachrichtendienstlicher Analyse und Produktivität liefern. Die Befehls- und Kontrollfunktionen werden in ähnlicher Weise betroffen sein, da menschliche Befehlshaber bestimmte Routine-, und unter besonderen Umständen Schlüsselentscheidungen an KI-Plattformen delegieren, wodurch sich die Zeit drastisch verkürzt, die Entscheidung und anschliessende Aktion verknüpft.»2 

Es besteht also keine Gefahr, dass irgendein weichherziger Offizier aus sentimentaler Verbundenheit mit der Menschheit zögert, den dritten Weltkrieg zu beginnen. Wenn die KI-Plattform eine Gelegenheit sieht, dann nichts wie los!

«Letztendlich ist Kriegsführung ein Wettbewerbsprozess um die Zeit, bei dem die Seite, die am schnellsten entscheiden und am schnellsten zur Ausführung übergehen kann, in der Regel die Oberhand behält. In der Tat können künstlich intelligente Informationssysteme, verbunden mit KI-gestützten Kommando- und Kontrollsystemen, die Entscheidungsunterstützung und Entscheidungsfindung auf eine Geschwindigkeit bringen, die der Geschwindigkeit der traditionellen Mittel der Kriegsführung weit überlegen ist. Dieser Prozess wird so schnell sein, insbesondere wenn er mit automatischen Entscheidungen zum Einsatz künstlich intelligenter autonomer Waffensysteme mit tödlicher Wirkung gekoppelt ist, dass ein neuer Begriff geprägt wurde, um die Geschwindigkeit der Kriegsführung zu beschreiben: Hyperwar».3

Die Amerikaner haben die Wahl. Entweder sie streiten sich weiter über Belanglosigkeiten oder sie wachen auf  – wachen wirklich auf, erkennen die geplante Realität und tun etwas dagegen.

Die Zukunft wird durch Investitionsentscheidungen gestaltet. Nicht durch unanständige Reden, nicht einmal durch Wahlen, sondern durch Investitionsentscheidungen. Damit das Volk seine Macht zurückgewinnt, muss es seine Herrschaft darüber, wie und für welche Zwecke Kapital investiert wird, wieder geltend machen.

Und wenn privates Kapital sich dagegen sperrt, muss es sozialisiert werden. Das ist die einzige Revolution  – und es ist auch der einzige Konservatismus, der einzige Weg, um anständiges menschliches Leben zu erhalten. Darum geht es in der Realpolitik.  •


https://www.weforum.org/agenda/2020/01/yuval-hararis-warning-davos-speech-future-predications/
https://www.brookings.edu/research/how-artificial-intelligence-is-transforming-the-world/
3 a.a.O.

*Diana Johnstone lebt in Paris. Ihr neuestes Buch ist «Circle in the Darkness: Memoirs of a World Watcher » (Memoiren einer Weltbeobachterin). Atlanta 2020. ISBN 978-1-949762-13-6. Ausserdem erschien «Fools’ Crusade: Yugoslavia, NATO and Western Delusions.» 2002.(ISBN 978-1-58367-084-2), «Queen of Chaos: the Misadventures of Hillary Clinton. » Deutsch: Die Chaos Königin. Frankfurt 2016 (ISBN 978-3-866489-135-9). Sie schrieb ausserdem ein Vorwort und einen Kommentar zu den Memoiren ihres Vaters, Paul H. Johnstone  – ehemaliger leitender Analytiker der Strategic Weapons Evaluation Group (WSEG) im Pentagon  –, die unter dem Titel «From MAD to Madness. Inside Pentagon Nuclear Planning» 2017 erschienen. Sie kann unter diana.johnstone@wanadoo.fr erreicht werden.

Quelle: https://consortiumnews.com/2020/11/24/diana-johnstone-the-great-pretext-for-dystopia/; Abdruck mit der freundlichen Genehmigung der Autorin. (Übersetzung Zeit-Fragen)

Quelle: https://www.zeit-fragen.ch/archiv/2020/nr-30-29-dezember-2020/der-grosse-vorwand-fuer-eine-anti-utopie.html

Die Abkanzlerin

Merkel serviert der verängstigten Republik einen zynischen Corona-Appell, der das medizinische Kriegsrecht im Land legitimieren will.
von Bertram Burian
Merkel stimmt „ihr“ Wahlvolk auf den totalen Krieg gegen das Virus ein. Ihre Botschaft: wir sollen glauben, gehorchen und uns an die Regeln halten. Wenn jemand viel redet, dabei über die Autorität des Amtes verfügt und eine gewisse vertrauenserweckende Gemütsruhe ausstrahlt, vergisst man leicht eine entscheidende Frage: Haben Merkels Ermahnungen überhaupt eine Grundlage? Das heißt: Ist es wirklich wahr, dass wir es mit einer außergewöhnlich gefährlichen Epidemie zu tun haben? Mit dieser Prämisse steht und fällt das gesamte Kartenhaus ihrer Einpeitscher-Rhetorik. Eine wirklich fundierte Widerlegung der Einwände, die Dr. Wodarg und andere gegen das herrschende Narrativ vorgebracht haben — bisher Fehlanzeige! Der Autor nimmt sich die Fernsehansprache der Bundeskanzlerin vor.

 „...weil ich Ihnen sagen will, was mich als Bundeskanzlerin und alle meine Kollegen in der Bundesregierung in dieser Situation leitet. Das gehört zu einer offenen Demokratie: dass wir die politischen Entscheidungen auch transparent machen und erläutern. Dass wir unser Handeln möglichst gut begründen und kommunizieren, damit es nachvollziehbar wird“ (1).

Das Gegenteil ist der Fall!

Die Kanzlerin erklärt in ihrer Rede am 18. März 2020 in keiner Weise, warum die Maßnahmen notwendig seien. Sie begründet es mit dem „Außenfeind“ Virus. Mit Verlaub, das ist keine Begründung! Jedes Jahr lassen wir eine Viruswelle ohne Gerede über uns ergehen — bis die Herdenimmunität groß genug ist und in deutschen Landen circa 4.000 bis 25.000 von uns gehen mussten.

Weiterlesen:  https://www.rubikon.news/artikel/die-abkanzlerin

Die Befreiung

Auf der Straße überwand der Autor seine Angst und entdeckte den Mut in sich.
von Michael Bubendorf
Seit Wochen schreiben wir gegen das Unrecht an. Wir teilen Analysen, Kommentare und Beiträge alternativer Medien. Der Blick wird klarer, die Wut wächst und mit ihr das Bedürfnis, endlich ins Handeln zu kommen. Denn ein Post in den „sozialen“ Medien ist nicht Widerstand, ein „Like“ nicht Zivilcourage. Bei seiner ersten Demonstration erlebte der Autor unglaublich befreiende Gefühle, als er seinen Protest endlich auf die Straße trug.

„Gehen Sie einfach, Herr Bubendorf. Sehen Sie nur, ihre Töchter weinen. Machen Sie einen Spaziergang an der Aare. Genießen Sie den schönen Tag.“

Nennen wir den Polizisten Herr Berner. Seit er meine Personalien aufgenommen hat, spricht er mich mit Namen an. So wie ich ihn schon seit Beginn der Unterhaltung, sein Name steht auf der Uniform. Wir sind ungefähr im selben Alter, es ist gegenseitige Sympathie spürbar. Beide stehen heute aus demselben Grund auf den Bundesplatz in Bern: Um das Recht zu verteidigen — und doch stehen wir uns gegenüber.

Die Impfpflicht-Empfehlung des Deutschen Ethikrats unter der Lupe: Kein schöner Anblick

Am 22. Dezember 2021 hat der Deutsche Ethikrat eine 20-seitige „Ad-hoc-Empfehlung“ zur allgemeinen gesetzlichen Impfpflicht veröffentlicht.
Aus Weblog von Norbert Häring, 30. 12. 2021
Die Frage ist für viele von enormer praktischer Bedeutung und moralisch, gesellschaftspolitisch und verfassungsrechtlich hochbrisant. Ein Gastautor, der an einer großen Universität im deutschsprachigen Raum Philosophie lehrt, hat analysiert, wie der Rat zu dieser Empfehlung kam. Er möchte anonym bleiben, weil er andernfalls erhebliche berufliche Nachteile befürchtet.

Anonymus. Mit einer mehrheitlichen Befürwortung einer allgemeinen Impfpflicht hat der Ethikrat in seiner Ad-hoc-Empfehlung eine Kehrtwende vollzogen. Noch im November 2020 war eine Impfpflicht in einem gemeinsam mit der Leopoldina und der Ständigen Impfkommission (Stiko) verfassten Positionspapier kategorisch ausgeschlossen worden:

"Impfungen setzen prinzipiell eine aufgeklärte, freiwillige Zustimmung voraus. Eine undifferenzierte, allgemeine Impfpflicht ist deshalb auszuschließen.“

Wichtiges Argument gegen die Impfpflicht war damals die unzureichende Kenntnis der „Wirk- und Risikoprofile“ der neuen Impfstoffe.

Die Pest von Albert Camus –Roman von 1947

Aus aktuellem Anlass erinnern wir an Camus’ berühmtes Werk
Bei unserer Überlegung, ob es opportun ist, heute «La Peste» zum Lesen zu empfehlen, sprachen wir u.a. auch darüber mit unserem Freund Wolf Gauer, Journalist und Filmemacher aus Südamerika, der uns spontan diese Zuschrift sandte

Buch Die Pest

Lieber Willy,

Albert Camus ist m.E. eine der respektabelsten Gestalten der europäischen Moderne. Sein kurzer Lebensweg (1913-1960) als Arbeiterkind, Journalist, Philosoph und Kommunist hat ihn durch praktisch alle sozialen Schichten, existenziellen und ideologischen Situationen geführt - er war ja später auch ein Mitbegründer des Existenzialismus, der seinerseits das Trauma des WW2 und dessen geistige Erschütterungen überwinden wollte.

Die Versager haben das Wort

Corona offenbart die Ursachen der Mängel unseres Sozialstaats und die Untauglichkeit der politisch Verantwortlichen
Von Friedhelm Klinkhammer und Volker Bräutigam
Kein Albtraum, sondern grauenhaft real: Italienische Ärzte sind seit dem 10. März gezwungen, zu entscheiden, welcher Corona-Patient behandelt wird und welcher sterben muss. (1, 2, 3) Zur uneingeschränkten Hilfeleistung reichen die medizinischen Kapazitäten nicht mehr. Trotzdem wachten unsere politisch Verantwortlichen erst eine Woche später auf. Kanzlerin Merkel, so phrasenreich wie widersprüchlich: „Deutschland hat ein exzellentes Gesundheitssystem, vielleicht eines der besten der Welt ... Unsere Krankenhäuser wären völlig überfordert, wenn in kürzester Zeit zu viele Patienten ... Dass wir diese Krise überwinden werden, dessen bin ich vollkommen sicher.” (4) Muttis Feldgottesdienst („Passen Sie gut auf sich und Ihre Lieben auf”) wurde von ihren Ministern und den Regierungen der Länder auf der Notverordnungs-Orgel begleitet.

Sie hätten von China, Taiwan, Singapur, Korea und Japan lernen können, wie die Corona-Pandemie mit ebenso rigorosen wie erfolgreichen Methoden zu bewältigten ist. Aber sie wiegten lieber sich und die Öffentlichkeit in wohliger Selbstzufriedenheit. Von ausgeguckten Fachleuten ließen sie sich die bescheuerte Unternehmer-Formel bestätigen: „Unsere Krankenhäuser sind bestens aufgestellt.” (5) Gesundheitsminister Spahn versuchte noch Anfang März, mit seinen verbalen Beruhigungspillen (6)

„so oft in der Tagesschau vorzukommen, bis das Corona-Virus sagt: Ich geb auf.” (7)

Der spätere inkonsistente Aktionismus (8) Spahns und seiner Chefin hat jedoch  längst nichts Belustigendes mehr. Politische Fehler der Vergangenheit rächen sich dafür umso sichtbarer. Die Tagesschau nimmt das allerdings nicht wahr. Sie überschlägt sich zwar mit ausführlichen Berichten über die Ereignisse  – bedingte Nützlichkeit wird hier nicht bestritten  – bleibt aber bei ihrem üblichen Verlautbarungsjournalismus.

Die Welt von vor zwei Monaten gibt es nicht mehr

Ein Essay, das uns helfen kann, die Umstände und Folgen von COVID-19 für die Menschheit zu verstehen
Von Ignacio Ramonet
Resumen Latinoamericano - Omelio Borroto Leiseca on June 1, 2020 (Maschinen-Übersetzung)
Der Journalist, Schriftsteller und Kommunikationsexperte Ignacio Ramonet hat seine Bewegungsfreiheit eingeschränkt und befolgt strikte Maßnahmen zur sozialen Isolation in Havanna, obwohl er sich bei ausgezeichneter Gesundheit befindet. Doch während er sich scheinbar ausruht, hat er einen Essay verfasst, der bereits Auszeichnungen als ein Werkzeug erhalten hat, das uns helfen kann, die Umstände und Folgen von COVID-19 für die Menschheit zu verstehen: "Vor dem Unbekannten ... Die Pandemie und das Weltsystem".

Ramonet hat uns einige Gedanken vorgelegt, mit dem Ziel, uns dem Verständnis der Auswirkungen der weltweiten Epidemie auf die weltweite Geopolitik und die soziale Kommunikation näher zu bringen:

"Ich würde die Pandemie als eine totale soziale Tatsache definieren. Dabei handelt es sich um ein sozialwissenschaftliches Konzept, das darauf hinweist, dass ein soziales Ereignis mitunter die Fähigkeit besitzt, alle Menschen, alle Institutionen und auch alle Werte der Gesellschaft zu stören. Es gibt nur sehr wenige totale soziale Fakten, aber die Pandemie ist eine davon; sie ist nicht nur eine Gesundheitskrise. Die Frage, die wir uns heute stellen müssen, lautet: Ist es der Neoliberalismus selbst, der eine Mitverantwortung für die Gesundheitstragödie trägt?  Und wenn ja, in welchem Ausmaß?  In dem Maße, in dem der Neoliberalismus der Befürworter der Verkleinerung des Staates ist, und auch in dem Maße, in dem der Neoliberalismus versucht, die Macht auf den Markt zu übertragen und sie dem Staat wegzunehmen".

Die Zuschauer-Verachtung der Tagesschau

Statt sauberer Information kübelt ARD-aktuell ihre Doppelmoral über‘s Publikum / Hauptsache, ihre primitiven Feindbilder wirken
Von Friedhelm Klinkhammer und Volker Bräutigam
„Was ist das?“, fragt der TV-Reklame-Sprecher und hebt eine Klobürste ins Bild: „Ist es A: ein Lockenwickler? Oder B: ein Kleiderbügel? Wenn Sie die Antwort wissen und gleich die 0900… anrufen, können Sie 200 Euro gewinnen.“ Ähnlich verfährt die Tagesschau. Sie nimmt einen Büchsenspanner (1) ins Bild  – ist das A: der Kriegsminister, oder B: ein Sozialdemokrat?  – und lässt den Heiko Maas sein NATO-konformes, antirussisches oder antichinesisches Gift absondern. Die im Schnitt 11,77 Millionen Zuschauer (2) sollen sich mittels solcher „Nachrichten“ ein eigenes Urteil bilden können. Das wird ihnen als Gewinn versprochen. Sie brauchen nicht mehr kostenpflichtig zu telefonieren, sie zahlen ja schon Rundfunkbeitrag.

Die Tagesschau richtet mit ihrer Berichterstattung gewaltigen mentalen Schaden an. Der selbstherrlichen Aussage, eine deutsch geführte Europäische Union könne „eine ähnlich starke Rolle in der Weltpolitik spielen“ wie die USA und China, stimmt mittlerweile beinahe die Hälfte der Deutschen zu. In der Altersgruppe der 18- bis 29-Jährigen sind es sogar 70 Prozent. (3) Tagesschau-Meldung:

Die EU und China haben ihre wirtschaftlichen Beziehungen neu geregelt. … Die chinesische Regierung verpflichtet sich außerdem, internationalen Abkommen gegen Zwangsarbeit beizutreten. Kritiker befürchten allerdings, dass sich China nicht daran hält. (4)

Wer sind die Kritiker? Welche nachvollziehbaren Begründungen haben sie? ARD-aktuell fragt nicht danach. Ihr haltloser Schlenker erfüllt aber seinen agitatorischen Zweck.

Ein Brief, den jeder lesen sollte

Der Rektor einer Mailänder Schule schreibt seinen Schülern einen Brief. Und vergleicht die heutige Situation mit der Pestwelle des 17. Jahrhunderts.
Von Michèle Binswanger
Tages-Anzeiger vom 05.03.2020
Aussergewöhnliche Zeiten erfordern aussergewöhnliche Massnahmen, das ist eine in jüngster Zeit oft gehörte Maxime. In Italien herrscht wegen des Coronavirus seit Wochen der Ausnahmezustand, das Leben scheint gerade in den norditalienischen Städten fast zum Erliegen gekommen zu sein. Auch in Mailand wurden die Schulen bis auf Weiteres geschlossen.

Menschen reagieren immer ähnlich

Zu einer solchen Massnahme sah sich deswegen auch Domenico Squillace angehalten, Leiter des staatlichen wissenschaftlichen Gymnasiums «Alessandro Volta» in Mailand. Der studierte Philosoph und Historiker schrieb seinen Schülern deswegen einen Brief, in dem er die Dramatik der Situation einzuordnen versucht und an die Vernunft der Schüler appelliert

Domenico Squillace.

Die Lage sei nicht zu unterschätzen, schreibt der 63-Jährige, denn «Schulen sind Einrichtungen, deren Rhythmen und Riten den Verlauf der Zeit und den geordneten Ablauf des Zivillebens anzeigen». Deren zwangsweise Schliessung zeige deshalb tatsächlich eine Ausnahmesituation an.

Er könne nicht beurteilen, ob diese Massnahme angemessen sei, schreibt der Rektor. Aber wenn es sie schon gebe, solle man daraus lernen. Denn so aussergewöhnlich unsere heutige Zeit scheinen mag  – Seuchen haben die Menschen immer wieder heimgesucht. Und wenn es in der Geschichte eine Konstante gibt, dann die, dass Menschen auf ähnliche Bedrohungen ähnlich reagieren.

Ein genbasierter Impfstoff soll’s richten

Der Bund (Die Schweiz) vertraut im Kampf gegen das Coronavirus auf einen mRNA-Impfstoff der Firma Moderna – er geht ein ziemliches Risiko ein.
Rafael Lutz, 18. Okt 2020 - INFOsperber
INFOsperber: https://www.infosperber.ch/Artikel/Politik/Corona--Ein-genbasierter-Impfstoff-solls-richten
Anfang August machte das Bundesamt für Gesundheit (BAG) publik, dass der Bund einen Vertrag mit dem US-Biotech-Unternehmen Moderna abgeschlossen hat. Die Schweiz soll 4,5 Millionen Impfdosen des Impfstoffes mRNA-1273 erhalten. Produziert werden sollen sie unter anderem in neuen Anlagen der Lonza in Visp.

Vorteile dieses neuartigen Impfstoffs

Beim vorbestellten Impfstoff handelt es sich um einen sogenannten mRNA-Impfstoff, mit dem fremdes und genverändertes Material in die Zellen einer Person eingebracht wird. Ein solcher Impfstoff wurde bis heute noch nie am Menschen angewendet. Genetische Ansätze werden laut der «Schweizerischen Ärztezeitung» unter anderem von Bill Gates und dem deutschen Virologen Christian Drosten favorisiert. Fast die Hälfte der Impfstoffe, die gegen Sars-Cov-2 entwickelt werden, stützen sich auf diese neue Technologie.

Ein sehr hörenswertes Interview mit einem Staatsrechtler zur Corona Politik der Bundesregierung

Dietrich Murswiek ist Rechtswissenschaftler. Bis zur Emeritierung 2016 war er Professor für Staats- und Verwaltungsrecht und gehörte von 1972 bis 2015 der CDU an.
Diskutiert man aktuell über die Auswirkungen des Coronavirus, steht die medizinische Komponente mehrheitlich im Vordergrund. Wie schaut es aber mit der juristischen Betrachtung aus?

Er berät Bundestagsabgeordnete, erstellt Rechtsgutachten und übernimmt Prozessvertretungen für Parteimitglieder der CDU, der GRÜNEN und der AfD. Angesichts der globalen Corona-Pandemie suspendiert auch dieses Land seine in den Verfassungen verbrieften Bürgerrechte, ohne dass darüber auch nur ein Parlament beratschlagt hätte. Die anfänglichen Ohnmachtsgefühle der Politiker mutierten binnen weniger Wochen zu Allmachtsfantasien.

Ausgehverbote. Amüsierverbote. Arbeitsverbote. Abstandsgebote. Versammlungsverbote.  – Die Verunsicherung eines Großteils der Bürger, hinsichtlich dieser einzigartigen Situation, sorgt nicht nur für Irritationen bei Betrachtung der diskutierten gesundheitlichen Gefahren, sondern stellt zusehends auch eine elementare Beeinträchtigung im alltäglichen Dasein und entsprechenden Abläufen dar.

  • Welchen politischen und verfassungsrechtlichen Handlungsspielraum hat gegenwärtig die Bundesregierung? Inwiefern spielt hier das parlamentarische Kontrollrecht eine Rolle?
  • Wäre ein Gesetz, dass Gesundheitsbehörden ermächtigen würde Zwangstest, Zwangsimpfungen und Zwangsbehandlungen zur Eindämmung des Coronavirus durchzuführen in Deutschland verfassungsgemäß?
  • Hat der Bürger individuelle Chancen, sich den Anordnungen der Politik zu widersetzen?

Diese und weitere Fragen der juristischen Ebene in der Corona-Diskussion sind Bestandteil des Interviews, welches KenFM am Telefon am 3.4.2020 veröffentlich hat.

Quelle:  https://www.youtube.com/watch?v=1d6hPaGmXw0

Es ist Zeit, den Panikmodus zu beenden

Die Infektionszahlen sind stark rückläufig, der Alarmismus hat Pause. Zeit, einmal tief durchzuatmen und rational über die Fehler der Corona-Politik zu debattieren und die von ihr angerichteten Schäden zu bilanzieren.
Ein Artikel von Werner Rügemer – NachDenkSeiten 16. Juni 2021 um 9:11
Diesen Versuch unternimmt eine öffentliche Erklärung, die von zahlreichen bekannten Personen unterzeichnet wurde, die man dem linken politischen Spektrum zuordnen könnte  – darunter der regelmäßige NachDenkSeiten-Gastautor Werner Rügemer. Die NachDenkSeiten möchten ihren Lesern diese Erklärung vorstellen, bietet sie doch eine sinnvolle Grundlage für eine konstruktive Debatte.


Öffentliche Erklärung zur Corona-Politik: Dauer-Desaster und enorme Schäden  – Notwendige Konsequenzen

SARS-COV-2 ist ein neuartiges Virus, das ernst zu nehmen ist und bei Menschen mit geschwächtem Immunsystem und Vorerkrankungen in Abhängigkeit von Arbeits-, Sozial- und Wohnverhältnissen zu schwerer Krankheit und Tod führen kann. Jedoch verursachen die zum Teil wissenschaftlich strittigen und teilweise nicht begründbaren Pandemie-Maßnahmen der Bundesregierung enorme Schäden: in der Gesundheit der Bevölkerung, insbesondere bei Kindern und Jugendlichen, im Gesundheitssystem selbst, bei prekär abhängig Beschäftigten und Solo-Selbständigen, bei Alleinerziehenden, bei isolierten Alten, in der Wirtschaft.

Diese Erklärung ruft dazu auf, eine öffentliche Diskussion in Gang zu bringen, in der die bisherigen Maßnahmen der Bundesregierung und ihre Folgen  – auch mit Blick auf mögliche weitere Wellen oder etwaige neue Pandemiefälle  – sachlich aufgearbeitet und Schlussfolgerungen für die Zukunft gezogen werden. Die Unterzeichnenden wollen, ungeachtet einiger Differenzen in den einzelnen Punkten, diese offene und öffentliche Diskussion befördern und dafür eine mögliche Grundlage bereitstellen. Für Korrekturen sind wir aufgeschlossen. Es ist Zeit, den Panikmodus zu beenden. Lassen Sie uns gemeinsam die Folgen der Corona-Krise bewerten und notwendige Änderungen erkunden.

I. Öffentliches Gesundheitswesen  – systematische Fehlentwicklungen und fehlende Vorbereitung

Weiterlesen: https://www.nachdenkseiten.de/?p=73386

Europäisches Roulette

EU-Politiker und -Behörden agitieren gegen Impfstoff aus Russland, verzögern damit Impfungen und setzen Menschenleben aufs Spiel.
Von German-Foreign-Policy.com
BERLIN/MOSKAU/LONDON (Eigener Bericht) - Mit neuen Attacken gegen den Covid-19-Impfstoff Sputnik V setzen Politiker und Behörden aus der EU den Machtkampf gegen Russland fort - auf Kosten von Menschenleben. Eine Notfallzulassung des Vakzins sei "russisches Roulette", erklärt eine Mitarbeiterin der EU-Zulassungsbehörde EMA. Der Impfstoff dürfe nicht genutzt werden, weil er ein "Instrument des hybriden Krieges" sei, den Russland gegen den Westen führe, behauptet der Außenminister der Slowakei.

Ob der Antrag einer Firma aus der Schweiz genehmigt wird, das russische Vakzin in einem ihrer Werke in Norditalien in Lizenz zu produzieren, ist noch ungewiss: Der Machtkampf der EU gegen Russland steht einer Ausweitung der Impfungen mit Hilfe von Sputnik V immer noch im Weg, auch wenn sie zahlreiche Menschenleben retten könnte.

Gleichzeitig mit dem Streit um das russische Vakzin heizt die EU den Konflikt mit Großbritannien um Impfstofflieferungen an und verhandelt mit dem bisher einzigen Land neben ihr, das Exporte von Vakzinen und deren Bestandteilen verhindert: mit den Vereinigten Staaten.

Wirksamkeit: 91,6 Prozent

Finale Rettungsschüsse

Die Berliner Schießbude und der Abschied der Tagesschau vom Nachrichtenjournalismus
Von Friedhelm Klinkhammer und Volker Bräutigam
Die Regierung Merkel schiebt im Schlagschatten der Pandemie einen mörderischen Bundeswehr-Auslandseinsatz durchs Parlament; „unsere Jungs und Mädels“ sollen jetzt auch noch nach Libyen.(1) Bundestagspräsident Schäuble gibt das Grundgesetz für einen finalen Rettungsschuss frei: Die Würde des Menschen stehe über dessen Recht auf Leben.(2) Und die Tagesschau, führende Repräsentantin der „Vierten Gewalt“ im Staate, unterschlägt diese Informationen und deren unerlässliche Erklärung.

 Die indirekte Bankrotterklärung der ARD-aktuell kam in der Tagesschau-Hauptausgabe um 20 Uhr am 26. April:

„Bundestagspräsident Schäuble hat angesichts der Einschränkung vieler Grundrechte davor gewarnt, dem Schutz von Leben in der Corona-Krise alles unterzuordnen. Wenn es überhaupt einen absoluten Wert im Grundgesetz gebe, dann sei es die Würde des Menschen, sagte er dem Tagesspiegel. Diese sei unantastbar, aber sie schließe nicht aus, dass Menschen sterben müssen.(3)

Daniel Popakra, ARD-Hauptstadtstudio, berichtet anschließend über Alltagsaspekte der Kontaktsperre, qualifiziert Schäubles Säure-Attentat auf die Verfassung als „bemerkenswerte Äußerung“ und zitiert ihn noch einmal wörtlich:

„Wenn ich höre, alles andere habe vor dem Schutz von Leben zurückzutreten, dann muss ich sagen: Das ist in dieser Absolutheit nicht richtig.“(4)

Die Äußerung des Bundestagspräsidenten, protokollarisch der Zweite im Staate (nach dem Bundespräsidenten), ist als offiziöse Handreichung bei behördlichen Entscheidungen über Leben und Tod zu verstehen. Einen

„Durchbruch des Sozialdarwinismus in Zeiten der Corona-Pandemie“(5)

nannte Rüdiger Minow das Schäuble-Interview im Berliner Tagesspiegel.(6) ARD-Mann Popakra berichtete, Schäuble erhalte nicht nur lebhafte Unterstützung von seinem Parteifreund Armin Laschet, dem nordrhein-westfälischen Ministerpräsidenten, sondern auch von der Bündnis90/Die Grünen-Fraktionsvorsitzenden Katrin Göring-Eckardt und von Alexander Gauland, Fraktionschef der AfD. Unisono, frei von Scham und Berührungsängsten, bekundeten die alle:

“Schäuble hat recht”.(Anm.4)

Hat er nicht. Und das weiß er selbst am besten. Bereits als Bundesinnenminister hatte er vergeblich versucht, sein zynisches Grundrechtsverständnis durchzusetzen. Von der Idee, dass der Staat gegebenenfalls Herr über Leben und Tod seiner Bürger sei, war er schon damals geradezu besessen.(7) Er hatte deshalb ein „Luftfahrtsicherheitsgesetz“ auf den Weg gebracht, das die Behörden ermächtigte, von Terroristen entführte zivile Passagierflugzeuge notfalls abzuschießen. Das Bundesverfassungsgericht verwarf das Gesetz und belehrte den Urheber:  

„Dem Staat ist es im Hinblick auf dieses Verhältnis von Lebensrecht und Menschenwürde einerseits untersagt, durch eigene Maßnahmen unter Verstoß gegen das Verbot der Missachtung der menschlichen Würde in das Grundrecht auf Leben einzugreifen. Andererseits ist er auch gehalten, jedes menschliche Leben zu schützen.“(8) 

Die Tagesschau hätte mit Verweis auf dieses höchstrichterliche Urteil zumindest den übelsten Auswüchsen des Streits über das Anti-Pandemie-Regime der Bundesregierung ein rasches Ende machen können. Hat sie aber nicht, und das disqualifiziert sie.

Gesundheitsminister Spahn macht einen krank

Er schafft es in die obere Reihe der Pfeifensammlung / ARD und ZDF überbieten sich in Verlautbarungsjournalismus
Von Friedhelm Klinkhammer und Volker Bräutigam
Ach du liebe Corona: "Der Ausbruch ist - Stand heute - wieder beherrschbar und beherrschbarer geworden", tönte Gesundheitsminister Jens Spahn am 17. April auf der Bundespressekonferenz.(1) Bis zu diesem Tag waren in Deutschland bereits 3 808 COVID-Tote registriert(2); inzwischen sind es mehr als 5 000. Tendenz: weiter steigend. In Südkorea und im benachbarten Taiwan leben zusammengenommen fast ebensoviele Menschen wie hierzulande, dort sind aber nur 260 Pandemie-Tote zu beklagen, und der Trend ist gestoppt.(3, 4). Doch Minister Spahn behauptet unverdrossen, „im internationalen Vergleich schneidet Deutschland bei der Bewältigung der Krise gut ab“. Unser Gesundheitssystem sei „zu keiner Zeit überfordert“ gewesen.(5) Und was macht die Tagesschau daraus? Sie referiert Spahns Angeberei als Fakt, statt ihn zu fragen, ob er selbst noch ganz gesund sei.

Dabei wirkte der mit seiner Ergebnisbewertung „...das macht uns demütig, aber nicht übermütig“(ebd.) so, als bettle er geradezu um Ohrfeigen. Die bekam er von den Qualitätsjournalisten natürlich nicht. Es bleibt ein Wunschtraum, dass sich ein echter Reporter den Mann vorknöpft: „Ich rieche Propaganda zehn Kilometer gegen den Wind. Um das mal klarzustellen, Genosse: Wenn Du mich einmal verarschst, ist es deine Schuld, dann bist du der Böse. Wenn Du mich das zweite Mal verarschst, bin ich selbst ein Depp.“(6) Kein Traum, sondern traurige Wirklichkeit: Für die Tagesschau-Leute war es leider nicht erst das zweite Mal. Sie lassen sich seit jeher mit Spahns Propagandakisten unterm Arm losschicken.

Bevor wir uns dieser Lichtgestalt, ihrem ebenso begnadeten Parteifreund und Wirtschaftsminister Peter Altmaier sowie dem total sozialdemokratischen Finanzminister Olaf Scholz etwas spezieller widmen, sei hier positiv vermerkt, dass die „Tagesthemen“ ganz ausnahmsweise doch einmal, nämlich am 8. April, richtigen Journalismus vorführten. WDR-Kommentator Detlef Flintz balbierte den Gesundheitsminister mit der rostigen Sense: „Pfleger und Ärztinnen werden die Situation ausbaden und zum Teil mit ihrem Leben bezahlen müssen“.(7)

Hackerangriff offenbart ein Problem mit dem mRNA-Impfstoff

Journalisten und Wissenschaftler werteten vertrauliche E-Mails zum Pfizer-Impfstoff aus. Das Resultat ist nicht vertrauensbildend.
Martina Frei / 11.03.2021
InfoSperber 11-03-21
Experten der Europäischen Arzneimittelagentur (EMA) richteten am 23. November 2020 noch eine Reihe offener Fragen zum Impfstoff an Pfizer/Biontech. Zwei grössere Einwände betrafen die Herstellungsqualität der mRNA-Vakzine. Eine Analyse der EMA hatte nämlich ergeben, dass diese Qualität zu wünschen übrig liess: Beim Vergleich von Impfdosen, die in den klinischen Studien eingesetzt wurden, mit solchen, die für den Verkauf bestimmt waren, fanden sich eklatante Unterschiede im Anteil intakter mRNA-Moleküle.

Das berichtet die Schweizer Journalistin Serena Tinari im «British Medical Journal» (BMJ) am 10. März mit Berufung auf interne Emails der EMA. Die EMA war letzten Spätherbst Opfer eines Hackerangriffs. Mehr als 40 Megabyte der gehackten Informationen wurden anschliessend im Dark Web veröffentlicht und verschiedenen Wissenschaftlern und Journalisten über anonyme Emails zugespielt, darunter auch Tinari

Hamburger Erkenntnisse: Prof. Nils Kucher über Lungenembolien und Behandlungsmethoden

An keinem anderen deutschen Bundesland wurden mehr Covid-19-Tote obduziert als in Hamburg.
Video Interview mit Prof. Dr. med. Nils Kucher 09:41
Der Schweizer Mediziner Professor Nils Kucher arbeitet am Universitätsspital Zürich und kritisiert im Interview mit welt.de die Vorgehensweise des Robert Koch-Instituts und bestätigt die häufigste Todesursache durch das Coronavirus: Lungenembolie.

Hamburger Erkenntnisse: Prof. Nils Kucher über Lungenembolien und Behandlungsmethoden

An keinem anderen deutschen Bundesland wurden mehr Covid-19-Tote obduziert als in Hamburg.
Video Interview mit Prof. Dr. med. Nils Kucher 09:41
Der Schweizer Mediziner Professor Nils Kucher arbeitet am Universitätsspital Zürich und kritisiert im Interview mit welt.de die Vorgehensweise des Robert Koch-Instituts und bestätigt die häufigste Todesursache durch das Coronavirus: Lungenembolie.

Heimleiterin zeigt Rückgrat und wird zur «Rebellin von Kirchheim»

Isabell Flaig kämpft gegen regelmäßige Corona-Tests in ihren Pflegeheimen
Video publiziert: 16.03.2021

Seit nunmehr einem Jahr kämpft Pflegeheimbesitzerin Isabell Flaig gegen die Auflagen der Behörden, ihre Angestellten und Heimbewohner regelmäßig auf das SARS-CoV-2-Virus testen zu müssen.

Deswegen geriet sie schnell in den Fokus der Behörden, die ihr vorwerfen, dadurch die Gesundheit der ihr Anvertrauten zu gefährden. Doch Flaig sieht das völlig anders.

Aus ihrer Sicht sind regelmäßige Testungen ohne Krankheitssymptome eine nicht verfassungskonforme Quälerei aller Beteiligten. Sie setzt stattdessen auf ihr altbewährtes Hygienekonzept und hatte bis jetzt trotzdem keine Coronaausbrüche in ihrer Einrichtung.

RT-Reporter Marcus Robbin hat Isabell Flaig besucht und eine Frau kennengelernt, die den Kampf gegen die Autoritäten nicht scheut.

Zum Videobeitrag (7½ Min)

publiziert: 16.03.2021
https://de.rt.com/kurzclips/114518-rebellin-von-kirchheim-isabell-flaig/
abgerufen am: 20.03.2021

Interview mit Prof. Dr. med. Dr. h.c. Paul Robert Vogt

Der Gastkommentar "COVID-19 - eine Zwischenbilanz oder eine Analyse der Moral, der medizinischen Fakten, sowie der aktuellen und zukünftigen politischen Entscheidungen" von Prof. Dr. med. Dr. h.c. Paul Robert Vogt vom 7.4.2020 findet international grosse Beachtung und Zustimmung.
Interviewer David Aebischer
Mittelländische Zeitung 09. 04. 2020 Wissenschaft&Forschung
In den ersten beiden Tagen wurde der Artikel bereits über 350'000 mal gelesen und tausendfach geteilt. David Aebischer hat bei Prof. Dr. med. Dr. h.c. Paul Robert Vogt nachgefragt und 10 Fragen gestellt, die aktuell im Raum stehen.

 Vogt Prof. sitzend Foto
Prof. Dr. med. Dr. h.c. Paul Robert Vogt

David Aebischer (D.A.): Was hat der Artikel in der Mittelländischen ausgelöst, welche Reaktionen sind bis zu Ihnen persönlich vorgedrungen?

Prof. Dr. med. Dr. h.c. Paul Robert Vogt: Seit der Publikation des Manuskriptes bei Ihnen bin ich mit Repliken überflutet worden: per sms, Whatsapp, e-Mail oder per Telefon. Viele haben das Manuskript weiter verteilt. Bis jetzt habe ich keine negativen Kommentare erhalten.

Die Grundstimmung der Antworten: ein Aufatmen! Ich bin erstaunt, dass viele Leser schrieben, sie hätten zum ersten Mal erfahren, was eigentlich die Fakten zu dieser Pandemie seien! Und natürlich erwarten die Leute Antworten von unserer Regierung: was wurde nach dem 31. Dezember veranlasst, als die chinesische Regierung die WHO informierte? Und was wurde nach dem 30. Januar veranlasst, als die WHO dieses Ereignis weltweit offiziell als «public health emergency of international concern» bezeichnete und entsprechend warnte?

Vielen sind die möglichen ökonomischen Konsequenzen dieses «Lock-down» eine grosse Sorge. Einerseits sind sie mit einer «Öffnung», welche keine Rücksicht auf möglicherweise neue Krankheitsfälle nimmt, nicht einverstanden; auf der anderen Seite fürchten sie finanziellen Konsequenzen.

Überrascht hat mich, dass viele unsere Demokratie in Gefahr sehen  – etwas, das wir üblicherweise anderen Ländern vorwerfen, indem wir sie verdächtigen, unter dem Deckmantel der Pandemie-Bekämpfung die Bürgerrechte einzuschränken. Ein Leser wurde konkret, indem er schrieb: «Unsere Regierung hat es geschafft, dass wir uns alle freiwillig einsperren. Nachrichten zur Krise werden jeden Abend von der täglichen Pressekonferenz des Bundes vermittelt. Inhalt: diffus, nicht nachvollziehbar, kein Plan. Unverständlich, dass unsere Presse einerseits unsere Regierung lobt, andererseits konstant andere Länder kritisiert, welche niedrigere Infektionsraten haben als wir! Sollen wir dadurch abgelenkt werden?». Die direkte Demokratie wurde quasi stillgelegt, meinten viele. Meine Antwort war: das war auch ein Zweck meines Vorstosses: unsere direkte Demokratie wieder anzustossen, die ich notabene sehr schätze.

D.A.: Was Sie zu diesem Bericht motiviert hat, haben Sie ausführlich erklärt. Hatten Sie beim Verfassen auch Angst, dass es Ihnen und Ihrem Ruf schaden könnte?

Prof. Dr. med. Dr. h.c. Paul Robert Vogt: Nein. Ich fühle mich nicht meinem Ruf verpflichtet, sondern den Tatsachen. Zudem bin ich mir bei aller Kritik an der Schweiz bewusst, dass es hier, in meinem Heimatland möglich ist, Dinge zu sagen, nicht populär sein mögen, die aber gesagt werden müssen.

D.A.: Der Artikel wird grösstenteils sehr positiv aufgenommen, nur wenige sprechen in den Kommentaren von Polemik und Emotionen in Ihrem Artikel. Was sagen Sie diesen Menschen?

Prof. Dr. med. Dr. h.c. Paul Robert Vogt: Ich will hier als einerseits als Arzt und andererseits als Bürger antworten. Wenn ich angesichts der 2000 Hospitalisationen und 600 Toten alleine im Monat März, angesichts so vieler Patienten, die auf der Intensivstation intubiert in Bauchlage um ihr Leben kämpfen, keine Emotionen mehr verspüre, hänge ich meinen Beruf umgehend an den Nagel. Was die Polemik betrifft: mit einem weichgespülten Artikel, welcher nur von «political correctness trieft» und die Fakten verschleiert, erreicht man heutzutage gar nichts. Entweder will ich etwas erreichen und wenn nicht, brauch’ ich auch nichts zu schreiben.

D.A.: Sicherlich sind bei Ihnen bereits Medienhäuser vorstellig geworden, die nun auf Ihren Zug aufspringen wollen?

Prof. Dr. med. Dr. h.c. Paul Robert Vogt: Natürlich. Aber keine Angst. Ich will  – wie es schon der Deutsche Virologe Christian Drosten gesagt hat  – kein Medien- oder Fernseh-Professor werden. Dafür hab’ ich meinen Beruf zu gern und der lässt so was zeitlich auch nicht zu. Es war mir wichtig, etwas anzustossen.

D.A.: Die Entwicklung und die täglichen Neuigkeiten rund um Covid-19 sorgen für rasantes Tempo und zwingen laufend auch zu Anpassungen von Aussagen. Gibt es in der Zwischenzeit bereits diverse Punkte aus Ihrem Bericht, die Sie anpassen oder ergänzen müssen?

Prof. Dr. med. Dr. h.c. Paul Robert Vogt: Die Fragen, die bis anhin noch nicht beantwortet werden konnten, bleiben nach wie vor unklar. Für präzise Angaben ist einfach zu wenig Zeit vergangen. Die Hoffnung bleibt, dass es doch nicht so schlimm kommt, wie viele befürchtet haben. Die dringlichste Fragen sind, wann eine medikamentöse Therapie und eine Impfung zur Verfügung stehen. Was allfällige Medikamente betrifft, gibt es positive Nachrichten aus aller Welt  – aber auch das wird Zeit benötigen. Schneller helfen könnte eine Antikörper-Diagnostik, welche zumindest jene identifiziert, die nicht mehr ansteckend sind, aber auch nicht mehr angesteckt werden können.

D.A.: Einige Kommentare vermissen in Ihren Ausführungen auch Tipps im Umgang mit Covid19 und der Situation darum herum. Das Bedürfnis für Empfehlungen war in der Bevölkerung nie grösser. Können Sie da Hand bieten?

Prof. Dr. med. Dr. h.c. Paul Robert Vogt:  Etwas pessimistisch gesagt: da es weder Impfung noch Medikamente gibt, gelten die Empfehlungen zur Zeit der Spanischen Grippe  – was natürlich nachdenklich stimmt. Immerhin: mehrere Studien bestätigen übereinstimmend, dass konsequentes Hände-Waschen mit den entsprechenden Desinfektionsmitteln, die eigentlich der Bund endlich nennen sollte, und das Tragen von N95-Masken, medizinischen Masken und auch selbst-gebastelten Masken, wenn sie aus 4 Lagen Papier oder 1 Lage Stoff bestehen, 95% bis 99% der Viren auf Oberflächen oder in der Luft blockieren können. Als wirksame Desinfektionsmittel gelten laut dem «Journal of Hospital Infection» vom 06. Februar 2020: Alkohol 62%ig bis 71%ig; Hydrogen Peroxid 0.5% oder Natrium Hypochlorite 0.1%. Ich denke, am einfachsten hält man sich an die Alkohol-Desinfektion. Und Abstandhalten gilt nach wie vor, wie zu Zeiten der Spanischen Grippe.

D.A.: Nun hat der Bundesrat mitgeteilt, dass er (wahrscheinlich vor allem unter dem Druck der Wirtschaft) bald Lockerungen des Lockdowns formulieren will. Wie sehen Sie das Vorgehen des Bundesrates in dieser Sache? 

Prof. Dr. med. Dr. h.c. Paul Robert Vogt: Man wird nicht um Lockerungen herumkommen, Wirtschaft hin oder her. Das Leben soll sich ja wieder normalisieren. Bei diesem Entscheid beneide ich den Bundesrat nicht. Mathematische Modelle rechnen damit, dass die Sache bis Ende Mai nicht ohne Risiko bleiben wird. Andere Studien, wie jene vom Imperial College London oder der U.S. Regierung («U.S.-Government COVID-19 Response Plan») reden von bis zu 18 Monaten. Entscheiden kann ich das nicht. Sicher ist: jede Lockerung gleicht etwas einem Schritt ins Ungewisse, weshalb jeder Schritt mit einem exakten Monitoring verbunden sein muss. Entscheidend ist dabei, ob die Anzahl Hospitalisationen nach jedem Schritt wieder zunehmt, oder nicht. Die Anzahl positiv-getesteter Personen, welche keine Symptome haben, hilft uns in dieser Situation nicht weiter.

D.A.: Welche Empfehlungen geben Sie dem Bundesrat aktuell?

Prof. Dr. med. Dr. h.c. Paul Robert Vogt: Exakte Informationen zu geben: wer muss sich wann mit was desinfizieren! Masken tragen ja oder nein, wann und wo! Formulierung eines klaren zeitlichen Plans: was wird konkret wann gemacht. Der Bundesrat kann sich ruhig vorbehalten, bei bestimmten Umständen, z.B. einer erneuten, plötzlichen, deutlichen Zunahme der Hospitalisationen, den Kurs zu ändern. Aber die Leute, das haben mir die vielen Antworten gezeigt, erwarten einen konkreten Plan. Das Rad muss dabei nicht neu erfunden werden, man muss nur bereit sein, zu beobachten, was andere Länder tun oder getan haben.

D.A.: Wie sehen Sie die Problematik des zivilen Ungehorsams bei doch noch sehr vielen Menschen in der Schweiz?

Prof. Dr. med. Dr. h.c. Paul Robert Vogt: Ziviler Ungehorsam? Den sehe ich nicht, da sind wir weit davon entfernt. Die Leute werden wissen wollen, was passiert ist. Ob und wenn ja, was versäumt worden ist. Das ist ihr gutes Recht. Und vielleicht werden sie wissen wollen, wie in Zukunft vorgesorgt wird. Drei biologische Jahrhundert-Ereignisse (SARS, MERS, COVID-19) in nur 17 Jahren sollten Anlass genug sein, über die Bücher zu gehen. Die nächste Pandemie ist eine reale Möglichkeit. COVID-19 wurde im März 2019 als «bald» angekündigt und 9 Monate später war sie da.

D.A.: Es kursieren weltweit Theorien und abstruse Verschwörungstheorien rund um Covid-19. Wie ordnen Sie das Phänomen ein und wie gefährlich ist es für die Gesellschaft, wenn laufend mehr und immer wieder solche Theorien verbreitet werden? Ihr persönlicher Rat im Umgang damit?

Prof. Dr. med. Dr. h.c. Paul Robert Vogt: Eine gute wissenschaftliche Arbeit ist jene von Kristian Andersen im «Nature Medicine», die ich im Manuskript erwähnt hatte. Sie beschreibt, wie diese Pandemie entstanden sein könnte. Diese Forschung muss international weiter vorangetrieben werden, denn neu entstehende Viren können uns echt bedrohen. Zudem muss die Bevölkerung mehr Transparenz einfordern. Es kann nicht sein, dass Forschungsvorhaben laufen, welche die halbe Weltbevölkerung ausrotten können  – egal ob rein wissenschaftlich oder nicht  – ohne dass diese transparent öffentlich kontrolliert und reguliert werden. 

Prof. Dr. med. Dr. h.c. Paul R. Vogt 

Facharzt FMH für allgemeine Chirurgie, Herz- und Gefässchirurgie.
Initiator und Präsident von „EurAsia Heart  – A Swiss Medical Foundation“ (www.eurasiaheart.com)
Schweizerischer, Deutscher, Russischer und Ukrainischer Facharzt für Herz- und Gefässchirurgie
Consultant für Herz- und Gefässchirurgie, Hirslanden-Gruppe, Klinik Im Park, Zürich, Schweiz
Senior Consultant, Klinik für Herz- und thorakale Gefässchirurgie, UniversitätsSpital Zürich, Schweiz 

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https://www.seniora.org/politik-wirtschaft/politik/covid-19-eine-zwischenbilanz-oder-eine-analyse-der-moral-der-medizinischen-fakten-sowie-der-aktuellen-und-zukuenftigen-politischen-entscheidungen

English (18.04.2020) - COVID-19  – an interim review or an analysis on the ethics, the medical facts as well as the current and future political decisions 

Espanol (18.04.2020) - OVID-19 - una revisión a medio plazo o análisis de la moral, los hechos médicos y las decisiones políticas actuales y futuras

Quelle : https://www.mittellaendische.ch/2020/04/09/covid-19-zwischenbilanz-oder-eine-analyse-der-moral-der-medizinischen-fakten-sowie-der-aktuellen-und-zuk%C3%BCnftigen-politischen-entscheidungen-das-interview/

https://herzchirurgie-paulvogt.ch/covid-19-eine-zwischenbilanz-in-der-schweiz/
https://herzchirurgie-paulvogt.ch/medien/

Ivermectin – Versuch eines Updates

WHO: : «[…] eine Impfstrategie, die auf wiederholten Auffrischungsdosen der ursprünglichen Impfstoffzusammensetzung beruht, ist wahrscheinlich weder angemessen noch nachhaltig.» («[…] a vaccination strategy based on repeated booster doses of the original vaccine composition is unlikely to be appropriate or sustainable.»)
von Dr. med. Sabine Vuilleumier
(10. Februar 2022) Im April 2020 stellten australische Wissenschaftler fest, dass Ivermectin, ein Medikament auf der Liste der unentbehrlichen Medikamente der «Weltgesundheitsorganisation» (WHO), im Reagenzglas die Vermehrung der Coronaviren vom Typ Sars-Cov-2 innert 48 Stunden praktisch zum Erliegen bringt.1  – In Mainstream-Medien erfährt man nichts von den seither publizierten positiven Forschungsresultaten in der prophylaktischen und therapeutischen Anwendung von Ivermectin in Kombination mit anderen günstigen Medikamenten bei Covid-19.

Die Stimmen mehren sich, dass die Virusvariante Omikron mit grosser Wahrscheinlichkeit «den Anfang vom Ende» der Pandemie bedeutet. Menschen in allen Ländern der Welt atmen auf und sehen den Silberstreifen einer Rückkehr zur Normalität am Horizont. Doch gleichzeitig wird vor neuen «möglicherweise» gefährlicheren Varianten gewarnt  – der Angstpegel wird hoch gehalten.

Notfallplan wird erstellt

Die Tageszeitung BLICK des Ringier-Konzerns, bekannt für ihre Nähe zur Landesregierung, schrieb am 9. Januar 2022, dass der Bund an einem «Notfallplan» arbeite. Er rüste sich gegen Virus-Varianten, die den Impfschutz umgehen würden und habe damit das externe Unternehmen Ecoplan mit einem Budget von 150 000 Franken beauftragt. Der Notfallplan, «mit dem im Ernstfall schnell geeignete Massnahmen getroffen werden können», solle im Frühling bereit sein.2

«Let doctors be doctors!» (FLCCC Alliance)

In den USA kämpfen die Intensivmediziner und Forscher der Nonprofit-Organisation Front Line COVID-19 Critical Care (FLCCC) Alliance in Washington DC um die Freiheit der Ärzte, ihre Patientinnen und Patienten so behandeln zu können, wie sie es aus ihrer Erfahrung und ihrem Wissen für richtig halten  – bisher eine Selbstverständlichkeit! Wöchentlich informieren sie auf ihrer Website im «FLCCC Weekly update» über neue Erkenntnisse.3 Sie betonen, dass weder die Regierung noch grosse Gesundheitsorganisationen oder andere in die «heilige Patienten-Arzt-Beziehung» eingreifen dürfen.

Weltweit grösste Studie zur prophylaktischen Anwendung von Ivermectin

Am 20. Januar 2022 präsentierte Pierre Kory, Präsident der FLCCC Alliance (siehe Kasten) die Auswertung der weltweit grössten Studie zu Ivermectin als Prophylaxe gegen COVID-19:

In der Stadt Itajai im brasilianischen Staat Santa Catarina wurden alle Einwohnerinnen und Einwohnern über die Möglichkeit aufgeklärt, an einer prospektiven (vorausschauenden) Beobachtungsstudie teilzunehmen. 113 845 Personen entschieden sich für die prophylaktische Einnahme von Ivermectin. Sie nahmen das Medikament alle zwei Wochen an zwei aufeinander folgenden Tagen zu je 0,2 mg/kg Körpergewicht ein; 45 716 lehnten die Einnahme ab. Im Beobachtungszeitraum von Juli bis Dezember 2020  – Impfungen waren damals noch nicht erhältlich  – infizierten sich in der ersten Gruppe 3,7% der ausgewerteten Probanden, in der zweiten 6,6%. Die Anzahl der Hospitalisationen konnte in der ersten Gruppe im Vergleich zur zweiten Gruppe um 67%, die Todesrate um 68% reduziert werden.4

Nach dieser Studie wird eine Strategie zur «Bekämpfung des Corona-Virus» ohne zumindest der Prüfung von Ivermectin in Kombination mit anderen günstigen Medikamenten unglaubwürdig. Ärzte in der Praxis brauchen dringend Behandlungsmöglichkeiten, damit sie nicht  – wie in den vergangenen zwei Jahren oft geschehen  – durch ihre Praxisassistentin dem positiv getesteten Patienten mitteilen lassen müssen: «Bleiben Sie zuhause. Verschlimmern sich ihre Symptome, so rufen sie den Krankenwagen...».

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Ärzte und Forscher der «FLCCC Alliance» diskutieren wöchentlich mit weiteren Experten neue Erkenntnisse zu Covid-19.
(Bild https://covid19criticalcare.com)

Zunahme positiver Berichte und Informationen

Ivermectin konnte bisher keinen Eingang in die Strategien europäischer Staaten zum Schutz der Gesundheit der Bevölkerung finden. WHO, Food and Drug Administration (FDA), Europäische Arzneimittelbehörde (EMA) und das Schweizerische Heilmittelinstitut Swissmedic sprechen sich gegen seine Anwendung in der Behandlung Covid-Kranker aus.

Dies, obwohl die positiven Berichte und Informationen ständig zunehmen. Immer mehr Menschen bestellen deshalb Ivermectin über das Internet im Ausland, trotz der damit verbundenen Risiken. Swissmedic sah sich veranlasst, am 2. November 2021 folgende unpassende Warnung zu veröffentlichen: «Vor allem über Online-Kanäle wird verbreitet, das Entwurmungsmittel Ivermectin könne die Covid-19-Krankheit zuverlässig verhindern oder heilen. Aktuell liegen Swissmedic dazu keine wissenschaftlichen Belege vor.»  – Dies kann wohl kaum das letzte Wort von Swissmedic zu Ivermectin sein…

Am 24./25. April 2021 fand die Online-Konferenz «The First International Ivermectin for Covid Conference» statt. Ein weltweites Expertenteam präsentierte Studienresultate «über die Neuanwendung dieses sicheren Medikaments, das die globalen Bemühungen zur Bekämpfung der Pandemie verändern kann». («… on repurposing this safe drug that has the ability to transform global efforts to fight the pandemic»).5  – Was konnte man in unseren Medien darüber lesen?

Swiss Policy Research  – ein Forschungs- und Informationsprojekt über geopolitische Propaganda in nationalen und internationalen Medien  – hat die Debatte über Ivermectin mit ihren widersprüchlichen Studienresultaten analysiert und kommt Ende 2021 zum Schluss: «Auch wenn Ivermectin nur zu 10% in der Vermeidung von Todesfällen wirksam wäre, hätte bis heute eine Million Menschen gerettet werden können!»6

Umfassende Informationen für Prophylaxe und Behandlung

Mit grossem Nachdruck vertreten die Ärzte der FLCCC Alliance den Einsatz von Ivermectin in Prophylaxe und Behandlung. Auch die weltweiten Forschungsergebnisse7veranlassten sie dazu, Ivermectin bereits im Oktober 2020 in ihre Behandlungsprotokolle aufzunehmen. Diese Protokolle  – in verschiedenen Sprachen auf ihrer Homepage publiziert  – werden laufend den neuen Entwicklungen angepasst.8

Neben Angaben zu Ivermectin und anderen Medikamenten enthalten die Empfehlungen der FLCCC Alliance auch Angaben zur Einnahme von Wirkstoffen, die zu einer allgemeinen Stärkung des Immunsystems beitragen. Wie unzählige andere Gesundheitsfachleute, denen der Schutz der Gesundheit des Einzelnen am Herzen liegt, geben sie auf ihrer Homepage Informationen zur Dosierung von Vitamin D3, Vitamin C, Zink, Flavonoiden wie Quercetin und anderen Substanzen.

Sie betonen jedoch stets, dass ihre Informationen im Einzelfall die persönliche ärztliche Beratung nicht ersetzen.

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Die Sicherheit von Ivermectin ist erwiesen. (Bild covid19criticalcare.com)

«Irreguläre Handlungen und Desinformationskampagne»

Es stellt sich immer drängender die Frage, weshalb Ivermectin in einer günstigen Medikamenten-Kombination in der Bekämpfung der Pandemie nicht einbezogen wurde.

Am 31. März 2021 veröffentlichte die WHO eine Empfehlung gegen seine Anwendung bei Covid-Kranken. Die Ärzte und Forscher der FLCCC Alliance untersuchten detailliert die Grundlagen für diese Negativempfehlung. Am 12. Mai 2021 veröffentlichten sie die aufschlussreiche «Erklärung der FLCCC-Allianz zu den irregulären Handlungen der Gesundheitsbehörden und zu der weit verbreiteten Desinformationskampagne gegen Ivermectin».

Ihre Schlussfolgerungen sind deutlich: «Beunruhigenderweise konnten wir nach eingehender Analyse der jüngsten Ivermectin-Empfehlung der WHO keine glaubwürdige wissenschaftliche Begründung für die zahlreichen (oben) dokumentierten unregelmässigen, willkürlichen und inkonsistenten Verhaltensweisen finden. Darüber hinaus haben wir nach Rücksprache mit zahlreichen Ärzten, Gutachtern von Richtlinien, Rechtsexperten und erfahrenen PHA-Wissenschaftlern [Public-Health-Agencies] zwei wichtige sozio-politisch-ökonomische Kräfte identifiziert, die in grossen Teilen der Welt das Haupthindernis für die Aufnahme von Ivermectin in die öffentliche Gesundheitspolitik darstellt. Diese Kräfte sind:

1. die moderne Struktur und Funktion dessen, was wir als ‹Big Science› bezeichnen und

2. das Vorhandensein einer aktiven ‹politisch-wirtschaftlichen Desinformationskampagne›.»9

Die Erläuterungen zu den Begriffen «Big Science» und «politisch-wirtschaftliche Desinformationskampagne» sind sehr aufschlussreich, können hier aber nur angedeutet werden. Sie rücken die Problematik der modernen medizinischen Forschung mit ihrer immer engeren Vernetzung zwischen «Big Pharma», «Big PHA’s» (Organisationen der öffentlichen Gesundheit), «Big Journals» (medizinischen Fachzeitschriften), «Big Media» und «Big Social Media» in den Vordergrund.

Impfungen

Ohne Einbezug der damals bereits vorliegenden Kenntnisse über das prophylaktische und therapeutische Potential von Ivermectin wurden im Dezember 2020 die mRNA-Impfstoffe von BionTech/Pfizer und Moderna als die erfolgversprechendste Strategie zur Bekämpfung des Virus Sars-CoV-2 (auch in der Schweiz) befristet zugelassen. Später kam der Vektorimpfstoff von Janssen dazu.

Am 19. Januar 2022 waren in der Schweiz 90,64% der über 65-jährigen und 77,32% der über 12-jährigen vollständig geimpft.  – Eine günstige medikamentöse Kombinationstherapie zu Prophylaxe und früher Behandlung wurde nicht in Betracht gezogen.

Mit den mRNA-Impfstoffen wird der Körper durch die Injektion eines Abschnittes des Genmaterials des Virus dahingehend stimuliert, selbst einen Teil des Virus zu produzieren und danach eine Abwehr dagegen zu bilden. So entsteht ein weitgehender Schutz gegen einen schweren Verlauf von Covid-19.

Da sich später herausstellte, dass die gebildeten Antikörper bereits nach etwa vier Monaten wieder auf einem tiefen Niveau sind, werden aktuell Auffrischimpfungen mit den gleichen Impfstoffen durchgeführt; mehr als die Hälfte der geimpften Personen hat bereits eine dritte Impfung, einen sogenannten «Booster», erhalten. Diese Strategie hat sich gemäss einer kürzlichen Mitteilung der WHO als «wahrscheinlich weder angemessen noch nachhaltig» erwiesen (siehe unten).

Neue Impfstoffe gesucht

Die bisher bevorzugte Strategie der Impfungen und Auffrischimpfungen mit mRNA-Impfstoffen gerät zunehmend unter Druck. Es wird immer deutlicher, dass die Impfung als einziges Standbein ungenügend ist. Die bisher eingesetzten Impfstoffe genügen den Ansprüchen an einen wirksamen, langanhaltenden Schutz vor einer Infektion nicht.

Am 11. Januar 2022 veröffentlichte die Weltgesundheitsorganisation folgende Stellungnahme: «[…] eine Impfstrategie, die auf wiederholten Auffrischungsdosen der ursprünglichen Impfstoffzusammensetzung beruht, ist wahrscheinlich weder angemessen noch nachhaltig.» («[…] a vaccination strategy based on repeated booster doses of the original vaccine composition is unlikely to be appropriate or sustainable.»)

Die WHO fordert «neue Impfstoffe, die den Geimpften gegen eine Infektion und vor der Weitergabe des Virus schützen.» Dies entspricht der bis am 2. September 2021 offiziell geltenden Definition einer Impfung. Weiter schreibt sie, dass damit schwerwiegende Massnahmen im Bereich der öffentlichen Gesundheit und im sozialen Leben zurückgefahren werden könnten. Zudem sollten die neuen Impfungen eine breite, starke und langandauernde Immunität bewirken, um den Bedarf an Booster-Impfungen zu senken.10

Es ist bekannt, dass neben den bisher verwendeten mRNA-Impfstoffen bereits verschiedene Totimpfstoffe entwickelt wurden, die weltweit gegen Covid-19 eingesetzt werden. Sie bestehen meist aus abgetöteten Krankheitserregern, die eine Immunreaktion des Körpers auslösen. Vertreter dieser Art Impfstoff sind diejenigen gegen Diphterie, Hepatitis B, Kinderlähmung, Keuchhusten und Tetanus. Sie sind seit Jahrzehnten bekannt und haben sich mit ihrer guten Verträglichkeit, dem guten Schutz vor der Krankheit und langanhaltenden Wirksamkeit das Vertrauen vieler Menschen erworben.

Fazit

Ein Schweizer «Notfallplan» zum grösstmöglichen Schutz der Bevölkerung  – wie er offensichtlich vom Departement Berset in Auftrag gegeben wurde  – muss die Möglichkeit der Impfung mit einem Totimpfstoff enthalten. Ebenso muss Ivermectin in einer Medikamentenkombination zur Prophylaxe und Therapie ernsthaft geprüft werden.

Diese Massnahmen können entscheidend dazu beitragen, die während der vergangenen zwei Jahre entstandenen gesellschaftlichen Gräben und wirtschaftlichen Verwerfungen wieder zuzuschütten. Infektionsraten, Erkrankungen und Weitergabe des Virus lassen sich durch die genannten Massnahmen eindämmen, ein längerfristiger Schutz kann aufgebaut werden. Menschen können zu einem normalen Leben mit normalen zwischenmenschlichen Beziehungen zurückkehren und ihrer Berufstätigkeit nachgehen.

1 https://swiss-standpoint.ch/news-detailansicht-de-gesellchaft/ivermectin-ein-vielversprechendes-medikament-in-der-behandlung-von-covid-19.html

2 https://www.blick.ch/schweiz/bag-engagiert-externe-firma-fuer-notfallplan-bund-ruestet-sich-gegen-neue-virus-varianten-id17130171.html

3 https://covid19criticalcare.com/flccc-weekly-updates/

4 https://flccc.substack.com/p/large-peer-reviewed-research-study

5 https://bird-group.org/conference-programme/

6 https://swprs.org/the-ivermectin-debate/

7 https://ivmmeta.com

8 https://covid19criticalcare.com/wp-content/uploads/2020/12/FLCCC_Alliance-I-MASKplus-Protocol-DEUTSCH.pdf

9 https://covid19criticalcare.com/videos-and-press/flccc-releases/flccc-alliance-statement-on-the-irregular-actions-of-public-health-agencies-and-the-widespread-disinformation-campaign-against-ivermectin/

10 https://www.who.int/news/item/11-01-2022-interim-statement-on-covid-19-vaccines-in-the-context-of-the-circulation-of-the-omicron-sars-cov-2-variant-from-the-who-technical-advisory-group-on-covid-19-vaccine-composition

Druckversion

D_Gesellschaft_SVuilleumier_Ivermectine-Versuch-eines-Updates.pdf (1,3 MiB)

Quelle: https://www.schweizer-standpunkt.ch/news-detailansicht-de-gesellchaft/ivermectin-versuch-eines-updates.html

kontertext: Wieder mal: Durchseuchung als beste Medizin!

The Great Barrington Declaration sorgt für medialen Wirbel. Dabei ist sie ein Ladenhüter. 13 Gründe für ein gesundes Misstrauen.
Alfred Schlienger* / 20. Okt 2020 –INFOsperber
Auf den ersten Blick hat die Barrington-Erklärung etwas Verführerisches: Diejenigen, die während der Corona-Pandemie nicht schutzbedürftig sind, sollen sofort wieder ein normales Leben führen dürfen, so lautet die Kernbotschaft der drei Professoren der Elite-Universitäten Oxford, Harvard und Stanford. Besonders gefährdete ältere Menschen seien abzuschirmen und damit vor einer Ansteckung zu schützen. Kurz: Vergesst all die mühsamen, staatlich verordneten Eindämmungsmassnahmen gegen Covid-19, Herdenimmunität unter den Fitten und Starken ist die Lösung.

Leben schützen als Auftrag

Hoffnung für den globalen Süden: Kubas Impfstoffe sind hochwirksam, die Infektionszahlen im Land äußerst niedrig
Von Volker Hermsdorf
Kubas Erfolge beim Schutz der eigenen Bevölkerung und der solidarischen Hilfe für Menschen in anderen Ländern während der Coronapandemie sind konkrete Beispiele für die Möglichkeiten einer Gesellschaft, in der das Prinzip »Arbeiten, Produzieren und Leben nach menschlichen Bedürfnissen statt nach Profitlogik« gilt. Dies ist auch das Thema des Vortrags von Rosario del Pilar Pentón Díaz, Rektorin der Hochschule der Kommunistischen Partei Kubas (PCC), auf der XXVII. Internationalen Rosa-Luxemburg-Konferenz am 8. Januar 2022.

 Kuba Impfstoff
Natalia Favre/REUTERS, Frau erhält Boosterimpfung mit dem in Kuba entwickelten »Abdala«-Vakzin (Havanna, 6.12.2021)

Zur Person: Rosario del Pilar Pentón Diaz

Rosario del Pilar Pentón Díaz ist Rektorin der Hochschule der Kommunistischen Partei Kubas (PCC), die nach Ñico López, dem am 7. Dezember 1956 unter der Batista-Diktatur ermordeten Revolutionär und Mitglied der Bewegung des 26. Juli, benannt ist. Sie besitzt einen Universitätsabschluss in Sozialwissenschaften sowie einen Masterabschluss in Sozialarbeit und war einige Zeit als Assistenzprofessorin tätig. Rosario del Pilar Pentón Díaz ist Mitglied der PCC, der Föderation der kubanischen Frauen (FMC), des Komitees zur Verteidigung der Revolution (CDR) und des Kubanischen Gewerkschaftsbundes (CTC).

Nach Ableistung ihres Sozialdienstes wurde sie zunächst Funktionärin und später Abteilungsleiterin im Kommunistischen Jugendverband (Unión de Jóvenes Comunistas, UJC) in der Provinz Camagüey. Zwischen 1991 und 1993 war sie dort Leiterin der politischen und ideologischen Abteilung und Mitglied des UJC-Landesvorstands. 1993 wurde sie in die PCC aufgenommen, in der sie wenig später Mitglied der Leitung in Camagüey wurde und dann als Leiterin der dortigen ideologischen Abteilung der Partei tätig war.

1997 war Pentón Díaz Delegierte des V. und 2011 des VI. Parteitags der PCC. Seit 2018 ist sie Abgeordnete der Nationalversammlung der Volksmacht (Asamblea Nacional del Poder Popular), dem Parlament der Republik Kuba. Am 8. Januar 2022 ist Rosario del Pilar Pentón Díaz Gast und Referentin der XXVII. Internationalen Rosa-Luxemburg-Konferenz in Berlin. Das Thema ihres Vortrages lautet: »Widerstand organisieren: Arbeiten, Produzieren und Leben nach menschlichen Bedürfnissen statt nach Profitlogik.« (vh)

Kubas Erfolge beim Schutz der eigenen Bevölkerung und der solidarischen Hilfe für Menschen in anderen Ländern während der Coronapandemie sind konkrete Beispiele für die Möglichkeiten einer Gesellschaft, in der das Prinzip »Arbeiten, Produzieren und Leben nach menschlichen Bedürfnissen statt nach Profitlogik« gilt. Dies ist auch das Thema des Vortrags von Rosario del Pilar Pentón Díaz, Rektorin der Hochschule der Kommunistischen Partei Kubas (PCC), auf der XXVII. Internationalen Rosa-Luxemburg-Konferenz am 8. Januar 2022.

Am Mittwoch war der Wert der Sieben-Tage-Inzidenz in Kuba auf 6,9 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner gefallen. Am selben Tag lag er in Deutschland bei 426,9, in Österreich bei 523,5 und in der Schweiz bei 732,5. Der unter anderem von der Johns Hopkins University bestätigte Erfolg Kubas in der Virusbekämpfung klingt zunächst unglaublich, denn noch im August hatte die Sieben-Tage-Inzidenz auf der Karibikinsel mit fast 10.000 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner einen Höchststand erreicht. Seitdem hat das Gesundheitssystem des Landes es mit einer weltweit beispiellosen Kampagne geschafft, rund 83 Prozent der 11,3 Millionen Einwohner vollständig (mit drei Impfungen) vor schweren Folgen einer Infektion zu schützen. Obwohl Kuba später als andere Länder mit den Impfungen starten konnte, könnte das ehrgeizige Ziel erreicht werden, als eines der ersten Länder der Welt die gesamte Bevölkerung bis Ende dieses Jahres geimpft zu haben.

Als Ergebnis der bisher bereits erfolgten Impfungen, der vorbildlichen Prävention und anderer Leistungen der staatlichen Gesundheitsfürsorge sank die Letalitätsrate, das heißt der Anteil aller Erkrankten, der an den Folgen der Krankheit stirbt, in Kuba auf 0,86 Prozent. In hochentwickelten Ländern wie Deutschland (1,65 Prozent), Österreich (1,07) und der Schweiz (1,08) liegt sie deutlich höher. Obwohl die Bevölkerung Kubas seit über 60 Jahren unter den Folgen der von den USA gegen das Land verhängten Wirtschafts-, Handels- und Finanzblockade leidet, wird das wichtigste Menschenrecht dort besser geschützt als in den meisten anderen Ländern der Welt. »Jeder Mensch hat das Recht auf Leben« heißt es in Artikel drei der am 10. Dezember 1948 durch die Generalversammlung der Vereinten Nationen verabschiedeten Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte, deren Verkündung an diesem Freitag als »Tag der Menschenrechte« gefeiert wird. In Kuba wird dem Recht auf Leben Vorrang vor den Interessen nach Gewinn und Profit eingeräumt.

Diese Prioritätensetzung erklärt, warum die sozialistische Inselrepublik als einziges Land Lateinamerikas fünf eigene, hochwirksame Covid-19-Vakzine entwickelt und produziert hat. »Das kubanische Vakzin Soberana weist in klinischen Studien eine hohe Wirksamkeit von 92,4 Prozent auf«, stellte die britische Fachzeitschrift Nature am 22. November fest. Die weiteren kubanischen Impfstoffe seien »ähnlich gut«, bescheinigte die Zeitschrift. Entwickelt wurden diese Vakzine im kubanischen Finlay-Institut, einer der weltweit führenden epidemiologischen Forschungseinrichtungen.

Ziel sei es, »neben dem eigenen Bedarf auch den anderer Länder zu decken«, erklärte dessen Direktor Vicente Vérez Bencomo. »Wir sind kein multinationales Unternehmen, bei dem die finanzielle Rendite als Motiv im Vordergrund steht«, fügte er hinzu. »Wir arbeiten anders. Unsere Motivation und unser Auftrag bestehen in erster Linie darin, die Gesundheit der Menschen zu schützen. Die Rendite ist eine Folge, wird aber nie die Priorität sein.« Für viele Länder des globalen Südens, die im Verteilungskampf um Impfstoffe bisher keine Chance gegen die wohlhabenden Industrienationen hatten, ist Kuba damit zur Hoffnung geworden. Vérez kündigte an, dass das staatliche Unternehmen Bio Cuba Farma pro Jahr 100 Millionen Dosen herstellen kann.

»Zusammen mit unserem Gesundheitspersonal haben Sie das Land gerettet, und das wird Kuba nie vergessen«, dankte Kubas Präsident Miguel Díaz-Canel am Dienstag (Ortszeit) den Beschäftigten von Bio Cuba Farma bei einem Empfang aus Anlass des neunjährigen Bestehens der Einrichtung. Zu Bio Cuba Farma gehören heute 32 Unternehmen, in deren 65 Betrieben und 21 Forschungslaboren über 20.000 Mitarbeiter beschäftigt sind. »Die Kubaner, die Kinder, die geimpft zur Schule gehen, werden, wenn sie erwachsen sind, wenn sie ihre Familien gründen, eines Tages von einer der größten Leistungen des Volkes inmitten einer sehr widrigen Situation erzählen«, sagte Díaz-Canel. Was Bio Cuba Farma in dieser Zeit getan hat, sei auch »eine würdige Hommage an Fidel Castro, den Gründer dieser Institution«, fügte das Staatsoberhaupt hinzu.

Auf Initiative des 2016 verstorbenen Revolutionsführers ist der Biotechsektor in Kuba seit den 80er Jahren  – trotz US-Blockade  – systematisch auf- und ausgebaut worden. Von Anfang an lag dabei ein besonderer Schwerpunkt auf der Entwicklung von Impfstoffen  – nicht nur für den Eigenverbrauch, sondern auch zur Unterstützung von Ländern des globalen Südens. Kuba liefert seine Covid-19-Vakzine bereits nach Venezuela, Nicaragua, Vietnam und in den Iran. Verhandlungen mit anderen Ländern sind fortgeschritten. Die Erfahrungen und Erfolge der kubanischen Wissenschaftler leisten auch einen entscheidenden Beitrag bei den Forschungen zur Bekämpfung künftiger Virusmutationen. Drei Tage nachdem die Weltgesundheitsorganisation die neue Omikron-Variante am 26. November als »besorgniserregend« eingestuft hatte, erklärte der Präsident von Bio Cuba Farma, Eduardo Martínez Díaz: »Wir sind bereits dabei, spezifische Impfstoffe zu entwickeln.«

Zeitung gegen Profite mit der Gesundheit

Die junge Welt ist die einzige parteiunabhängige Tageszeitung, die Zeit Ihres Bestehens gegen Krieg und Faschismus angeschrieben hat. Wenn wir nun unseren 75. Geburtstag feiern, dann möchten wir das zusammen mit unseren Leserinnen und Lesern begehen.

Um dieses Jubiläum gebührend zu feiern, hat die junge Welt die 75er-Aktion. Schenken Sie sich, Ihren Lieben und der jW 75 Ausgaben für 75 Euro. Danach endet das Abo automatisch und muss nicht abbestellt werden.

Quelle übernommen von: https://josopon.wordpress.com/2021/12/09/hoffnung-fur-den-globalen-suden-kubas-covid-impfstoffe/
Quelle: https://www.jungewelt.de/artikel/416186.kampf-gegen-corona-leben-sch%C3%BCtzen-als-auftrag.html
Aus: Ausgabe vom 09.12.2021, Seite 3 / Schwerpunkt Kampf gegen Corona

Minister Heils echt sozialdemokratischer Tiefschlag

Doch kein Wort davon in der Tagesschau: Wiedereinführung des 12-Stunden-Arbeitstages
Von Friedhelm Klinkhammer und Volker Bräutigam

Die Tagesschau meldet am 12. Mai:

„Am Internationalen Tag der Pflege haben Beschäftigte, Gewerkschaften und Verbände für bessere Arbeitsbedingungen und höhere Gehälter geworben“.(1)

Wie süß: „geworben“, sagt der Tagesschau-Sprecher. Nicht: „ultimativ gefordert“. Die Redaktion gibt der milden Sauce noch eine Portion Sülze bei und lässt den Bundespräsidenten direkt in die Kamera säuseln:

„Sie leisten Enormes für unser Land. Dafür danke ich Ihnen aus tiefstem Herzen. Ich würde mir wünschen, dass wir alle uns auch nach der Krise daran erinnern, was Sie für diese Gesellschaft tun.“

Na bravo.

Nochmal, weil es gar so unverbindlich und gestelzt daherkommt: „...würde mir wünschen, dass wir alle uns erinnern.“ Steinmeier wirkt richtig ergriffen, besonders von sich selbst. Dass sein Parteifreund, Arbeitsminister Heil, am 7. April per Verordnung ermöglicht hatte, den „systemrelevanten“ Arbeitnehmern den 12-Stunden-Arbeitstag und die 60-Stunden-Woche abzuverlangen(2), treibt hingegen allenfalls den Ausgebeuteten selbst das Wasser in die Augen. Die Schmocks in der Tagesschau-Redaktion ließ es kalt. Sie verloren kein Wort über diesen typisch sozialdemokratischen Tiefschlag. Wundert sich hier noch jemand?

In den Nachrichtensendungen der ARD-aktuell häufen sich Meldungen über die ökonomischen Auswirkungen des Anti-Pandemie-Regimes  – und über die Forderungen der Wirtschaftslobby nach finanziellem Ersatz und Steuererleichterungen. Das sonst so gern behauptete „Unternehmerrisiko“ taucht in diesem Zusammenhang natürlich nicht auf. Wer tatsächlich die schwersten Lasten zu schultern hat, kommt in dieser Berichterstattung erst recht nicht vor. Es sind, für das kapitalistische System typisch, Mitmenschen ohne nennenswertes Eigentum: abhängig Beschäftigte in Kurzarbeit, Arbeitslose, Rentner, Sozialhilfeempfänger. Ihre Last: Um den „Dank aus tiefstem Herzen“ müssen Kurzarbeiter auf bis zu 40 Prozent ihres Einkommens verzichten und alle zusammen müssen obendrein zu ihrer Bedürftigkeit noch einen rasanten Anstieg der Lebens- und Haushaltsmittelpreise verkraften.

Die Sozialverbände forderten bisher vergeblich, im Rahmen der umfangreichen staatlichen Hilfsmaßnahmen für „die Wirtschaft“ auch den sozial Benachteiligten wenigstens einen monatlichen Zuschlag von 100 Euro zu gewähren und einmalig 200 Euro für krisenbedingte Zusatzausgaben.(3) Die große Koalition in Berlin kümmerte das nicht. Und die Tagesschau berichtete weder über die Forderung des Verbandes noch über die Ignoranz der Regierung.

Das unterscheidet Staatsfunker von seriösen Journalisten.

Bei der Agentur für Arbeit waren Ende April rund 10 Millionen Personen für “konjunkturelle Kurzarbeit” angemeldet. 30 Prozent aller sozialversicherungspflichtig Beschäftigten.

Immer auf den größten Haufen

Die Arbeitsagentur hat 26 Milliarden Euro Rücklagen. Die schmelzen gerade weg wie Schnee in der Sahara. Kurzarbeitsgeld ist allerdings kein Göttergeschenk, erst recht kein Gnadenerweis der Regierung, sondern ein Rechtsanspruch auf Rückzahlung zuvor geleisteter Beiträge an die Arbeitslosenversicherung.

Etwas geschenkt kriegen hier nur die Unternehmer, dafür aber reichlich und ohne Not: Seit Beginn der Krise erstattet die Arbeitsagentur ihnen nämlich, wie von der Bundesregierung verfügt, die kompletten Sozialabgaben auf kurzarbeitsbedingt entfallende Arbeit. Zu 100 Prozent; früher waren es nur die dem Beitragsanteil der Arbeitgeber entsprechenden 50 Prozent gewesen. Wir reden hier über ein Geschenk im Wert von rund 10 Milliarden Euro(4).

Doch kein Wort davon in der Tagesschau.

Dort herrscht die gewöhnliche Meinungsmache von Politikern und „Finanzexperten“, die sich nach Belieben spreizen und in ihren Ansichten widersprechen dürfen, zur Erkenntnisförderung des Publikums und sachlich begründetem Problembewusstsein jedoch wenig bis gar nichts beitragen.

Wie nicht anders zu erwarten, huldigt die Redaktion ARD-aktuell den von der Bundesregierung entwickelten Maximen und verwendet ihre üblichen Denkschablonen. Mit abfälligen Pauschalurteilen  – „Verschwörungsideologen!“  – zieht sie über Bürgerproteste und die alternativen Medien her(5) und betreibt Feindbildpflege. Sie ignoriert, dass sich in der oppositionellen Szene inzwischen auch nachdenkliche, diskussionsfähige und damit ernst zu nehmende Zeitgenossen äußern(6) und nicht nur die vielen orientierungslosen Spinner tummeln.

Die Redaktion verschweigt andererseits, dass sich viele neoliberale Wirtschafts-Exponenten mit ihren Forderungen bei den Demagogen und rechten Ultras eingereiht haben. Jene Kräfte also, deren Druck sich politische Mollusken wie der CDU-Vorsitz-Kandidat Laschet und der Grünen-Ministerpräsident Kretschmann willig beugen und bei der riskanten „Lockerung“ der Kontaktsperren miteinander wetteifern.(7) 

Einäugige Nachrichtengestaltung

Sozialen Themen widmet sich die ARD-aktuell hingegen auch in Krisenzeiten nur ausnahmsweise und noch seltener mit aufklärerischem Anspruch. Berichte über die sozialen Aspekte der Pandemiebekämpfung dienen mehr zu illustrativen als  informatorischen Zwecken. Das Leben der tatsächlich Armen bleibt daher weitgehend ausgeblendet. Vielmehr werden  – unter „gutbürgerlichen“ Aspekten  – die Irritationen wegen geschlossener Kitas oder die Umstände des Arbeitens im Home-Office abgehandelt. Da geht´s um die vermeintlichen Sorgen der gut ausgebildeten Mittelschichtler aus dem Blickwinkel des „hippen Großstadtmilieus“, wie die Linke-Politikerin Sarah Wagenknecht es nannte.(s.u.a. 8, 9, 10)

In diesem Nachrichtenangebot spielt auch das private Leben jener „systemrelevanten“ Arbeitnehmer kaum eine Rolle, denen in Krisenzeiten nun zusätzlich die Ausdehnung ihrer Wochenarbeitszeit auf 60 Stunden zugemutet wird.

Übrigens: Welche Tätigkeiten als „relevant“ betrachtet werden und warum, auch das entzieht sich dem Blick der Öffentlichkeit. Dazu trägt die ARD-aktuell mit ihrer ignoranten und ignorierenden Berichterstattung fraglos erheblich bei. Man denkt bei „systemrelevant“ ans Krankenhauspersonal, an Polizei und Feuerwehr, allenfalls noch an die Beschäftigten im Supermarkt  – und ahnt nicht einmal, dass man damit kaum die Hälfte des Spektrums erfasst. Eine vollständige Liste der fraglichen Tätigkeiten wurde von der ARD-aktuell nicht veröffentlicht, auch nicht in ihrem diskreten Internet-Portal tagesschau.de. Hier ist sie:  

Herstellen, Verpacken einschließlich Abfüllen, Kommissionieren, Liefern an Unternehmer, Be- und Entladen und Einräumen von Waren des täglichen Bedarfs, Arzneimitteln, Medizinprodukten und weiteren apothekenüblichen Waren, Produkten zur Eingrenzung, Bekämpfung und Bewältigung der COVID-19-Epidemie, Stoffen, Materialien, Behältnissen und Verpackungsmaterialien zur Herstellung und zum Transport der genannten Waren, Mittel und Produkte; Medizinische Behandlung und Pflege, Betreuung und Versorgung von Personen; Not- und Rettungsdienste, Feuerwehr und Zivilschutz, Aufrechterhalten der öffentlichen Sicherheit und Ordnung sowie der Funktionsfähigkeit von Gerichten und Behörden; Energie- und Wasserversorgungsbetrieben, Abfall- und Abwasser-Entsorgungsbetrieben; Landwirtschaft und Tierhaltung, Einrichtungen zur Behandlung und Pflege von Tieren; Sicherstellung von Geld- und Werttransporten und Bewachung von Betriebsanlagen; Aufrechterhalten der Funktionsfähigkeit von Datennetzen und Rechnersystemen; Apotheken und Sanitätshäuser im Rahmen der zugelassenen Ladenöffnungszeiten und bei erforderlichen Vor- und Nacharbeiten sowie Abhol- und Lieferdienste von Apotheken und Sanitätshäusern.(11)

Mit Lug und Trug

Dass in einem kapitalistischen Wirtschaftssystem auch den „systemrelevanten“ Arbeitnehmern nichts, aber auch gar nichts geschenkt wird, was über einen feuchten Händedruck hinausgeht, zeigt sich in unseren Tagen nur dem, der sich selbst um Einblicke bemüht. Ins öffentliche Bewusstsein rückt es nicht, vor allem weil die Tagesschau ihrer Informationspflicht nicht nachkommt.

Ende März hatte Bundestagspräsident Schäuble das Parlament zu stürmischem Beifall eingeladen, zu standing ovations in Würdigung der aufopfernden Leistungen der Arbeitnehmer im Gesundheitswesen. Zur gleichen Zeit wurde jedoch unter dem täuschenden Namen „Sozialschutzpaket“ jene Gesetzesänderung vorbereitet, mit der die Exekutive ermächtigt wurde, massiv in unseren Alltag einzugreifen. Angeblich sollte das dazu dienen, Härten infolge der Corona-Krise abzumildern, daher der trügerische Titel „Sozialschutzpaket“. Orwell lässt schön grüßen.

Die Tagesschau schob ihrem zahlenden Publikum sogar die kontextfreie Nachricht unter, dass insbesondere private Krankenhäuser Kurzarbeit angemeldet hätten  – während hintenherum die 60 Stunden-Woche wiedereingeführt wurde.(12) Penetranter als in den hier angesprochenen Vorgängen und Umständen hätten sich die Menschenfeindlichkeit eines kapitalistischen Gesellschaftssystems sowie die soziale Inkompetenz und Unverfrorenheit seiner Fachminister kaum zeigen können; der Redaktion ARD-aktuell geht das trotzdem an gewissen Körperteilen vorbei.

Kurzarbeit in Krankenhäusern  – inmitten einer Pandemie? Dass der Privatwirtschaft das letzte Mittel recht ist, jeden Cent bei den sozialen Kassen abzuzocken, beweist der Asklepios-Konzern in einer Presserklärung: “Der Schutzschirm der Bundesregierung hat Löcher.”(13) Der „Schutzschirm“ sieht unter anderem vor, dass Kliniken für die sicherheitshalber freizuhaltenden Betten 560 Euro pro Tag bekommen. Das, so Asklepios, sei zu wenig.

Nicht nur dieser Konzern, sondern die gesamte Branche machte hoch angesetzte Einnahmeausfälle geltend, weil in ihren Spezialkliniken häufig aufwändige und damit teurere Eingriffe durchgeführt würden, ebensolche wie in den Uni-Krankenhäusern. ARD-aktuell berichtete zwar über die Forderungen, jedoch ohne kritische Distanz. Als handle es sich um etwas Unabänderliches  – und nicht um das vorhersehbare (und von vielen Mahnern vorhergesagte!) Ergebnis der zerstörerischen Privatisierungspolitik im Gesundheitswesen.

Wie so oft lieferte das politische Kabarett mehr Information darüber als die Nachrichtensendungen. Das ZDF-Angebot Die Anstalt deckte eine Serie von Täuschungsmanövern rund um die angeblich notwendigen Krankenhaus-Privatisierungen auf und beschrieb, wie schamlos sich einflussreiche Personen und Organisationen am „Geschäft mit der Krankheit“ bereichern: 

„Durch Gerhard Schröders Reformen haben sich die Liegezeiten in deutschen Krankenhäusern erheblich verkürzt, das Pflegepersonal wurde reduziert, es gibt weniger Betten.... dennoch steigen die Kosten. Vier private Krankenhauskonzerne: (Helios, Asklepios, Rhön-Klinikum, Fresenius) haben 2018 einen Gesamtgewinn von einer Milliarde Euro gemacht, mit öffentlichen Geldern. Mit dem Geld hätte man 22 000 Pflegerinnen finanzieren können.“(14) 

Eine Ausgeburt von Verlogenheit, Heuchelei und Unmoral ist auch die aktuelle Debatte über die Zahlung einer Prämie an die “systemrelevanten” Kräfte in der Altenpflege.(15) Das Durchschnittsgehalt für die physisch und psychisch sehr belastende Arbeit in diesem Berufsfeld liegt bei weniger als 2 600 Euro brutto. Es soll, erbärmlich genug, mit einer einmaligen steuerfreien Krisen-Sonderzahlung von 1500 Euro aufgestockt werden. 1000 Euro wurden vom Gesetzgeber verfügt, zu zahlen von den Pflegekassen; wer für die noch fehlenden 500 Kröten aufkommen soll, bleibt vorerst umstritten. Wie die Pflegekassen ihre Auslage ersetzt bekommen, ebenfalls.(15)

Herrschaft des Geldadels

Von der zunehmend notwendigen Rückführung des gesamten Gesundheitswesens in die Öffentliche Hand, erforderlichenfalls mittels Enteignung der privaten Krankenhauskonzerne und Klinikbetreiber, ist keine Rede. Auch nicht von einer Reform der Krankenversicherung mit ihrer Zwei-Klassen-Realität  – nicht einmal zu Pandemiezeiten. Für die Unterdrückung eines solchen Diskurses stehen die öffentlich-rechtlichen Nachrichtenredaktionen. Sie nämlich sind systemrelevant  – für die Herrschaft des Geldadels.

Einige marginale kritische Beiträge in Funk und Fernsehen auf gar zu unauffälligen Sendeplätzen taugen nicht als Gegenbeweis. Nur dort konnte beispielsweise ein gesellschaftskritisch argumentierender junger Mann wie der 23jährige Altenpfleger Alexander Jorde zu Wort kommen, obwohl dessen treffliches Resümee weit größere Aufmerksamkeit verdient gehabt hätte:

„Derjenige, der in einem Parlament sitzt, der hat die Mittel, der hat die Möglichkeiten, etwas zu verändern, und das tut er nicht. Und sich dann hinzustellen und zu klatschen und zu sagen: ‚Das ist jetzt unsere Wertschätzung für euch.’ Die kann der behalten, die möchte ich nicht.“(16)

Jordes Fazit zeigt, wie jämmerlich es um Dankbarkeit und Anstand der politisch Verantwortlichen gegenüber den „systemrelevanten“ Malochern tatsächlich bestellt ist.

Ganz anders ihr Verhalten gegenüber den Automobil-Bossen: Die wurden sogar für voll genommen, als sie beim „Autogipfel“ per Videokonferenz mit der Kanzlerin in Berlin auch noch milliardenschwere Kaufprämien für ihre Neuwagen verlangten, unabhängig von deren Umweltverträglichkeit.(17) Die dreisten Bittsteller genießen bereits die Segnungen des Kurzarbeitergeldes und schieben trotzdem ungerührt ihren Aktionären Milliarden an Dividende in den Rachen. Und den können Superreiche wie die Familien Klatten und Quandt offenbar niemals voll genug kriegen. Davon war im Tagesschau-Bericht über den „Autogipfel“ natürlich keine Rede.(18)

Das Sein bestimmt das Bewusstsein

Dass nicht nur die Belange der Armen, sondern auch die der “systemrelevanten” Beschäftigten in den Nachrichten von ARD-aktuell weitgehend unberücksichtigt bleiben, hat böse, aber systemische Gründe. Zum einen wissen hochbezahlte Tagesschau-Redakteure nicht aus eigenem Erleben, was es heißt, sich bei sehr bescheidenen Einkünften in dieser Krisenzeit auch noch ausbeuten lassen zu müssen. Zum anderen sehen sie sich gehalten, Spurtreue im Sinne der Regierung zu zeigen. Kanzlerin Merkel haben sie als vorbildliche „Mutti der Nation“ darzustellen; undenkbar, die kleinen und großen Schweinereien von Muttis Regierung in den Nachrichtensendungen auch nur anzudeuten.

Unsere ganovenhafte politische Realität zu durchleuchten ist nicht die Sache der Tagesschau. In deren Sendungen dürfen nur Zyniker und Selbstdarsteller wie Spahn, Heil, Altmaier oder Lindner ihr verbales Wässerle abschlagen. Im Sonderfall auch mal die Kanzlerin und der Bundespräsident.

Leitmotiv: Nichts Aufklärerisches zur Primetime! Die Tagesschau ist doch ausschließlich der Information gewidmet. Basta!

Quellen und Anmerkungen:

(1) https://www.tagesschau.de/multimedia/sendung/ts-37055.html

(2) https://www.haufe.de/personal/arbeitsrecht/covid-19-arbeitszeitverordnung-neue-hoechstarbeitszeit_76_514024.html

(3) https://www.der-paritaetische.de/fachinfo/sozialschutzpaket-ii-paritaetischer-kritisiert-soziale-schieflage-der-staatlichen-hilfsmassnahmen-in/

(4) https://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/kurzarbeitergeld-kosten-ba-1.4897602

(5) https://www.tagesschau.de/investigativ/zapp/hygiene-demos-101.html

(6) https://egon-w-kreutzer.de/anti-kontaktbeschraenkungs-demonstrationen

(7) https://www.weka.de/einkauf-logistik/lockdown-oder-lockerung-umgang-mit-corona-massnahmen-in-wirtschaftskreisen-umstritten/#Scharfe_Kritik_vom_HDE

(8) https://www.tagesschau.de/inland/coronakrise-homeoffice-101.html

(9) https://www.tagesschau.de/inland/corona-homeoffice-heil-101.html

(10) https://www.tagesschau.de/ausland/interview-chatman-home-office-101.html

(11) https://www.bund-verlag.de/corona/corona-arbeitnehmer

(12) https://www.tagesschau.de/investigativ/ndr/krankenhaeuser-kurzarbeit-101.html

(13) s.a. https://www.merkur.de/lokales/bad-toelz/bad-toelz-ort28297/toelzer-asklepios-klinik-kritisiert-spahns-rettungsschirm-13612103.html

(14) https://www.zdf.de/comedy/die-anstalt/die-anstalt-vom-5-mai-2020-100.html

(15) https://www.mdr.de/sachsen/corona-bonus-klinik-verdi-koepping-100.html

(16) https://www.ndr.de/fernsehen/After-Corona-Club,sendung1043196.html

(17) https://www.tagesschau.de/wirtschaft/auto-industrie-kaufpraemie-103.html

(18) https://www.tagesschau.de/multimedia/sendung/ts-36939.html

https://dipbt.bundestag.de/dip21/btp/19/19158.pdf (S.48-70)

Das Autoren-Team: 

Friedhelm Klinkhammer, Jahrgang 1944, Jurist. 1975 bis 2008 Mitarbeiter des NDR, zeitweise Vorsitzender des NDR-Gesamtpersonalrats und des ver.di-Betriebsverbandes sowie Referent einer Funkhausdirektorin.

Volker Bräutigam, Jahrgang 1941, Redakteur. 1975 bis 1996 Mitarbeiter des NDR, zunächst in der Tagesschau, von 1992 an in der Kulturredaktion für N3. Danach Lehrauftrag an der Fu-Jen-Universität in Taipeh.

Anmerkung der Autoren:

Unsere Beiträge stehen zur freien Verfügung, nichtkommerzielle Zwecke der Veröffentlichung vorausgesetzt. Wir schreiben nicht für Honorar, sondern gegen die „mediale Massenverblödung“ (in memoriam Peter Scholl-Latour). Die Texte werden vom Verein „Ständige Publikumskonferenz öffentlich-rechtlicher Medien e.V.“ dokumentiert: https://publikumskonferenz.de/blog

Mutti ohne Mitgefühl: Merkels Dickfelligkeit

Die Kanzlerin und ihre Kungelrunde wählen lieber den Lockdown als eine konsequente Impfstoff-Versorgung – Staatsversager nutzen die Tagesschau als Kosmetik-Salon
Von Friedhelm Klinkhammer und Volker Bräutigam

Lehrer Bömmel (in der klassischen Filmkomödie „Die Feuerzangenbowle“): „Jetzt stelle mer ons ämol janz domm.“ Die Tagesschau-Redaktion macht das andauernd, sogar janz ohne Bömmel. Im Aufmacher ihrer 20 Uhr-Ausgabe am 4. März berichtet sie beispielsweise:

„Nach zweieinhalb Monaten Lockdown haben Bund und Länder den Weg zu Lockerungen geebnet. Dafür verständigten sie sich vergangene Nacht auf einen Stufenplan, der in verschiedenen Bereichen Schritt für Schritt den Alltag zurückbringen soll.“ (1)

Tatsächlich hatten Kanzlerin Merkel und ihr Versagerclub aber nur einen neuerlichen Beweis ihrer Unfähigkeit bei der Bewältigung der Pandemiefolgen erbracht. Und wie gewohnt hatte die Tagesschau darauf verzichtet, den Stufenplan als das zu benennen, was er ist: eine weitere Absurdität in der langen Reihe aberwitziger Fehlentscheidungen.

Ihr willkürliches, durchgehend widersprüchliches Lock-down-Regime mit allen seinen üblen Folgen fällt inzwischen voll auf sie zurück. Auch das Versagen ihres Gesundheitsministers Spahn geht letztlich auf ihre Kappe. Der einstige Kanzler-Aspirant ist längst Watschenmann für Kabarettisten, hier für Großmeister Christian Ehring:

„Erst hat er zu wenige Masken bestellt, dann zu viele, dann die Corona-App groß angekündigt und dann etwas rausgebracht, was gegen die Pandemie leider nicht viel besser wirkt als Candy Crush. Dann hat er zu wenig Impfstoff bestellt, dann den Impfpass vermasselt und dann noch für den 1. März Schnelltests angekündigt. Das wurde von der Kanzlerin blockiert, weil es in der Zeit nicht durchgesetzt werden konnte …“ (2)

Es ist ein Merkmal des journalistischen Versagens der Tagesschau, dass sie es anderen Medien und schließlich den Kabarettisten überlässt, unappetitliche Geschichten über Spahn auszupacken. Es zeige sich, so Ehring in seiner Sendung „extra3“:

„…, dass Spahn auch in der Politik für absolute Hygiene sorgt: Eine Hand wäscht die andere.“ (ebd.)

Pflichtlektüre für Bundestagsabgeordnete vor Impfpflicht-Abstimmung!

Die Abgeordneten des Deutschen Bundestages werden am 7. April 2022 über verschiedene Initiativen zum Thema Corona-Impfpflicht entscheiden.
(Prof. Dr. Arne Burkhardt, Dr. Brigitte Röhrig und Dr. Ronald Weikl) - 25.3.2022
Dr. Ronald Weikl, Arzt und stellv. Vorsitzender der MWGFD e.V. spricht in diesem Video mit dem Gründer der „Pathologie-Konferenz“, dem Pathologen Prof. Dr. Arne Burkhardt und der auf Arzneimittelrecht spezialisierten Rechtsanwältin Dr. Brigitte Röhrig.

Prof. Dr. Matthias Schrappe: «Die Zahlen des RKI sind nichts wert»

Gemeinsam mit anderen Experten fordert Matthias Schrappe ein Umdenken in der Corona-Strategie. Der Infektiologe kritisiert die RKI-Kennzahlen und geht von einer hohen Dunkelziffer aus.
ZDF-heute live 23.11.2020
Der Kölner Medizinprofessor Matthias Schrappe hält die Infektionszahlen des Robert-Koch-Instituts für unzureichend. Sie hätten "keine Basis" und seien "das Papier nicht wert", auf dem sie geschrieben seien, sagte der frühere Vize-Vorsitzende des Sachverständigenrates Gesundheit dem ZDF. Die Zahlen würden erhoben und auf die Gesamtbevölkerung umgerechnet, ohne einzuberechnen, wie viele in der Gesamtbevölkerung vielleicht noch zusätzlich infiziert seien. "Diese Zahlen sind nichts wert" und seien nicht geeignet, um damit politisch zu steuern.

Video: 2 min / Video verfügbar bis 23.11.2021

https://www.zdf.de/nachrichten/zdfheute-live/videos/schrappe-corona-kritik-video-100.html

Hohe Dunkelziffer

Konkret sei die Dunkelziffer extrem hoch, weil es sich um eine asymptomatische Krankheit handele, bei der viele Träger nichts von ihrer Infektion wüssten, mahnt Schrappe. Demnach könne man mit den erhobenen Daten und Antikörper-Studien nur kumulative Schätzungen vornehmen - aber dafür nichts über das akute Infektionsgeschehen in Deutschland aussagen.

Eine Autorengruppe um Schrappe hatte in einem Thesenpapier bereits sogenannte Kohorten-Studien gefordert. "Einfache Modellrechnungen zeigen, dass die 'Dunkelziffer' der Infektion in der nicht-getesteten Population um ein vielfaches über der Zahl der bekannten, neu gemeldeten Infektionen (Melderate) liegt", heißt es darin. Die Forscher plädieren daher für zufällig ausgewählte Bevölkerungsstichproben. Solche Kohorten-Studien seien "unerlässlich, um Impfkampagnen zu planen und zu bewerten".

ZDFheute live: Sehen Sie hier die Gesamtsendung zum Thema:

https://www.zdf.de/nachrichten/zdfheute-live/schrappe-lauterbach-corona-risikogruppen-100.html

Mehr Schutz für Risikogruppen -

Forscher wollen Corona-Strategiewechsel

Wissenschaftler um den Medizinprofessor Schrappe fordern einen Kurswechsel in der Corona-Pandemie. Sie kritisieren die aktuelle Strategie und wollen mehr Schutz für Risikogruppen.

Videolänge 37 min

Reif für die Abwahl: Kabinett Merkel

Seehofers „Studie“ beweist pure Unfähigkeit – Nach der Pandemie ist eine Generalabrechnung fällig
Von Friedhelm Klinkhammer und Volker Bräutigam
Die innenministerielle Studie „Wie wir Covid-19 unter Kontrolle bekommen“(1) sollte geheim bleiben (“VS- Verschlusssache“). Inzwischen ist sie Gegenstand harter Kritik an der Bundesregierung und wilder Spekulationen über deren Absichten. Obwohl sogar die Tagesschau kurz über das Papier berichtete, blieben sein Urzweck und die daraus abzuleitende Bankrotterklärung weitgehend unbeachtet: Das „Geheimpapier“ dokumentiert ungewollt, dass das bundesweite Ausgehverbot samt schwerwiegenden Folgen vermeidbar gewesen wäre.

Die Studie hatte darlegen sollen, wie man der Bürgermehrheit schmerzliche und äußerst kostspielige Solidarität mit der von der Virusepidemie überdurchschnittlich gefährdeten „Risikogruppe“ abfordern könnte und wie man diese Maßnahmen  „kommunizieren“ müsse. (Anm.1,S.16, s.a. Anm.2) Klartext: Abgenötigte Solidarität mit Rentnern, Behinderten, Vorerkrankten und Schwachen. Das sind 30 Millionen Menschen. Von wegen „Gruppe“!

Der erste Covid-19-Fall in Deutschland wurde am 28. Januar gemeldet. Bei sofortigen Massentests und strikter Isolation der Infizierten wie in Südkorea hätte das Alltagsleben bei uns ebenfalls ohne wesentliche Einschränkungen weitergehen können. Dazu fehlten hierzulande jedoch nicht nur die materiellen Voraussetzungen. Es gab keinen politischen Willen dazu.

Russisches Verteidigungsministerium bezeichnet COVID-19 als US-Biowaffe

"Inside Corona": Das russische Verteidigungsministerium hat COVID-19 am 4. August in einer Erklärung zum US-Biowaffenprogramm in der Ukraine als von den USA entwickelte Biowaffe bezeichnet.
von Thomas Röper / 5. August 2022 02:47 Uhr
"Es zeichnet sich also ein klarer Trend ab: Erreger von Infektionskrankheiten, die in den Interessenbereich des Pentagons fallen, werden zu Pandemien, von denen US-Pharmakonzerne und ihre Gönner, die Führer der Demokratischen Partei der USA, profitieren."

Über doppelt so viele Coronatote wie Tote bei schwerer Grippe

Über Corona-Tote wird viel berichtet. Wie stark Covid-19 die Gesamtsterblichkeit beeinflusst hat, zeigen harte Zahlen.
Urs P. Gasche / 11. Dez 2020 -
Es wird viel darüber diskutiert, ob die bisher über 5000 Patienten und Patientinnen in Spitälern, Pflege- und Altersheimen oder noch in den eigenen vier Wänden «an» oder «mit» oder «in Verbindung mit» Covid gestorben seien, und wieviel dramatischer die Corona-Epidemie im Vergleich zu schweren Influenza-Epidemien verlaufe.

Ukraine überschattet nicht nur Corona-Aufarbeitung

Auch die Atomgespräche mit dem Iran geraten in den Hintergrund.
Jochen Mitschka, erschienen auf apolut.net
Nicht nur die nun auch in Massenmedien immer stärker auftauchenden Berichte über Nebenwirkungen der Gen-Spritzen verschwinden hinter dem Getöse des Ukraine-Narrativs. In Wien finden Gespräche über die Wiederinkraftsetzung des JCPOA statt, des Nuklearbeschränkungsvertrages mit dem Iran, der durch Trump bzw. die USA gebrochen wurde. Während Deutschland zunehmend Menschen davon abhält, sich selbst eine Meinung zu bilden, indem man alles, was nicht dem offiziellen Narrativ entspricht verbietet, lohnt sich für Fremdsprachen kundige Leser insbesondere die Lektüre von Analysten, die aus Ländern kommen, welche NICHT Partei in einer Auseinandersetzung, über die man sich informieren möchte, sind. Und so ist z.B. “Indian Punchline” eine interessante Quelle. Dort schrieb M.K. Bhadrakumar, ein pensionierter Diplomat nicht nur über den Ukraine-Konflikt äußerst erhellend, sondern auch über die derzeit stattfindenden Atomgespräche in Wien (1). Denn diese werden weitgehend übersehen.

Das Ende des Atomwaffensperrvertrages?

Bhadrakumar weist darauf hin, dass Russland seine jüngste Forderung nach einem Verzicht auf Sanktionen in Form einer schriftlichen Garantie von US-Präsident Biden oder zumindest von Außenminister Antony Blinken ausgerechnet am 5. März, dem Jahrestag des Atomwaffensperrvertrages vorbrachte. Es ging darum, dass die USA darauf verzichten sollte, auf die ehrgeizigen Pläne der Zusammenarbeit zwischen Russland und dem Iran mit Sanktionen zu reagieren.

Der Autor schreibt nun, dass das Schicksal des Atomwaffensperrvertrages als Ganzes von den Reaktionen der USA abhängen könnte. Wenn die US-Regierung weiter auf ihrem “hohen Ross” reite, sei das Scheitern der Verhandlungen in Wien vorprogrammiert.

Für den Iran seinerseits biete sich jetzt die einmalige Gelegenheit, seine Forderungen durchzusetzen. Das Land fordert die Aufhebung der Einstufung Islamischen Revolutionsgarden (IRGC) als Terrororganisation durch die USA. Außerdem sollen die USA eine feste Zusicherung geben, dass auch ein zukünftiger US-Präsident nicht wieder das Atomabkommen bricht. Außerdem soll die endgültige Schließung der Akte der Internationalen Atomenergieorganisation über die nuklearen Arbeiten Teherans geschlossen werden. Russland unterstütze diese Forderungen sehr nachdrücklich.

Aber, so stellt er fest, seien die Chancen, dass Biden Moskau mit einem Verzicht auf Sanktionen entgegenkomme, gleich null, da dies dem Image der USA Schaden würde. Außerdem würde es beweisen, dass die Waffe Dollar zunehmend ungeeignet ist, anderen Länder den Willen aufzuzwingen.

Russlands Zentralbankreserven und Chinas Dollarforderungen

Bhadrakumar nennt die erst kürzlich gegen Russland verhängten Sanktionen “Sanktionen aus der Hölle” und erklärt, dass diese durch das Einfrieren von Russlands Zentralbankreserven eine Botschaft an China aussenden würden, die ca. 2-3 Billionen Dollar in Form von Staatsanleihen hält. Offensichtlich ist er der Meinung, dass die USA die Rückzahlung der Schulden, welche diese Staatsanleihen darstellen, verweigern könnte. Aber China beobachte die Situation sehr aufmerksam:

“Der Anruf von US-Außenminister Antony Blinken bei seinem chinesischen Amtskollegen Wang Yi am 5. März  – demselben Tag, an dem Russland seine Forderung nach einem Verzicht auf Sanktionen übermittelte  – lässt jedoch darauf schließen, dass Peking die Entwicklungen zweifellos genau beobachtet. Wang teilte Blinken unumwunden mit, dass China ‘ernsthaft besorgt über die jüngsten Worte und Taten der US-Seite’ sei, insbesondere im Hinblick auf Taiwan, und von den Amerikanern ‘konkrete Maßnahmen’ erwarte, um die Beziehungen zu festigen.

China habe sich stets gegen die US-Sanktionen ausgesprochen. In Bezug auf die Lage in der Ukraine, so der Autor, habe Wang Yi Washington davor gewarnt, weitere Maßnahmen zu ergreifen, die “Öl ins Feuer gießen”, womit er auf Pläne angespielt habe, Söldner in die Kämpfe zu entsenden. China habe die USA aufgefordert, “einen gleichberechtigten Dialog mit Russland zu führen, sich den im Lauf der Jahre entstandenen Reibungen und Problemen zu stellen, die negativen Auswirkungen der kontinuierlichen NATO-Osterweiterung auf die Sicherheit Russlands zu berücksichtigen und sich um den Ausbau eines ausgewogenen, wirksamen und nachhaltigen europäischen Sicherheitsmechanismus zu bemühen, der dem Grundsatz der ‘Unteilbarkeit der Sicherheit’ entspricht”.

Man müsse wohl nicht ausdrücklich betonen, dass, wenn China nicht einlenke, die Verhandlungen in Wien höchstwahrscheinlich bald an Schwung verlieren werden. Die jüngste russische Forderung könnte sich als Deal-Maker erweisen, also als ein Ausweg aus dem Dilemma. Die Russen, so sagt er, scheinen jetzt eine neue, geniale Dimension gefunden zu haben, um der Bedrohung durch den Dollar zu begegnen, indem sie die Gegenmaßnahme auf die Frage der Nichtverbreitung von Kernwaffen ausdehnen.

Auf diese Weise habe Russland das amerikanische Sanktionsregime weit über die bloße Beschlagnahme von Dollarreserven der Zentralbanken, was schlichtweg Straßenraub sei, hinaus auf eine völlig neue, sublime Ebene der “Bewaffnung des Atoms” gehoben.

Der Iran habe immens unter der Nutzung des Dollars als Waffe durch die USA gelitten. Seit der Revolution von 1979 stehe der Iran unter westlichen Sanktionen, die darauf abzielen, sein Wachstum und seine Entwicklung zu unterdrücken. Die USA hätten alle Arten von demütigenden und grausamen Sanktionen gegen den Iran verhängt. So seien dem Iran auf dem Höhepunkt der Covid-Pandemie sogar der Weg zur Beschaffung von Medikamenten für seine Bevölkerung versperrt worden.

Aus der schmerzhaften Geschichte des Irans in den letzten vier Jahrzehnten als Opfer von Amerikas “Dollarwaffe” ließen sich viele solcher schrecklichen Episoden herauslesen, wobei ein an Ressourcen immens reiches Land gezwungen sei, weit unter seinem tatsächlichen Potenzial zu leben, und eine der größten Zivilisationen der Welt in der Geschichte habe Demütigungen durch ein hochnäsiges Land mit einer etwa 246 Jahre alten Geschichte erlitten.

Dass der Iran zu den Ländern gehöre, die über ein immenses Potenzial verfügen, gezwungen seien auf die “Bewaffnung des Atoms”, also die Drohung, Kernwaffen zu entwickeln, zurückzugreifen, um Amerikas “Dollarwaffe” entgegenzuwirken, sei traurig. Ob es das tun werde oder nicht, sei eine strittige Frage. Sicher sei aber, dass der Iran es vorziehe, ohne Atomwaffen zu leben. Deshalb sei das Land bestrebt, das Abkommen bei den Verhandlungen in Wien abzuschließen. Der iranische Außenminister Hossein Amir-Abdollahian habe am Freitag gegenüber dem EU-Außenbeauftragten Josep Borrell sogar erklärt, er sei bereit, sofort nach Wien zu fliegen, um das Atomabkommen am Montag zu unterzeichnen.

Bhadrakumar führt dann aus, dass der Iran, sollte das Land es wollen, durchaus in der Lage sei, den USA auch ohne ein Atomabkommen in Wien auf Augenhöhe zu begegnen. Weigere sich Biden, Russland eine schriftliche Garantie für die Aussetzung der “höllischen Sanktionen” zu geben, könnte das Abkommen in Wien nicht zustande kommen, da Russland als Erstunterzeichner des JCPOA ebenfalls daran beteiligt sein müsse. Natürlich beharrten die Amerikaner darauf, dass sie in Wien weiterhin mit Russland im Rahmen ihres gemeinsamen Interesses zusammenarbeiten werden, um den Iran an der Herstellung von Atomwaffen zu hindern.

Aber die verbleibenden drei Forderungen des Irans stellten eine große Herausforderung für Biden dar. Die Aufhebung des Verbots der IRGC sei für die Washingtoner Elite eine bittere Pille, die es zu schlucken gilt; noch schlimmer sei, dass Biden nicht garantieren könne, dass ein in Wien unterzeichnetes Abkommen über seine Präsidentschaft hinaus Bestand haben wird.

Und genau hier liege der Haken. Solange in Wien keine Einigung erzielt wird, werden die iranischen Zentrifugen angereichertes Uran produzieren, was bedeutet, dass die so genannte “Ausbruchszeit” immer kürzer wird und der Iran, ob er will oder nicht, irgendwann zu einem virtuellen Atomwaffenstaat geworden ist  – und damit der eigentliche Zweck des Abkommens, das die USA in Wien verzweifelt anstreben, zunichte gemacht wird.

Auch für den Iran ist dies ein Moment der Wahrheit, meint der Autor. Die Dinge sind in der internationalen Politik so weit gediehen, dass viele Länder, die den Atomwaffensperrvertrag bereitwillig unterzeichnet haben, ihre Entscheidung jetzt wahrscheinlich bereuen. Indien, Pakistan und Nordkorea haben bereits die Fesseln des Atomwaffensperrvertrages gesprengt. Der Punkt ist, dass Atomwaffen letztlich das Mittel seien, um die strategische Autonomie eines Landes zu bewahren und eine unabhängige Politik zu verfolgen.

Kernwaffen bieten einen Schutzwall gegen ausländische Einmischung in die inneren Angelegenheiten, stellt der Diplomat lakonisch fest und fährt fort zu erklären dass sie die Möglichkeiten der CIA verringern, die etablierte Regierung zu stürzen; die USA zwingen, die höchst unmoralische, zynische Einschüchterung durch die Nutzung des Dollars als Waffe aufzugeben; und die Pluralität in der Weltordnung fördern, indem sie die Freiheit eines Landes stärken, seinen eigenen Entwicklungsweg zu wählen.

“‘Atoms for Peace’ lautete der Titel einer berühmten Rede, die US-Präsident Dwight Eisenhower 1953 vor der UN-Vollversammlung in New York City hielt. Im Nachhinein stellte sich heraus, dass es sich um eine Propagandakomponente der Strategie der USA im Kalten Krieg zur Eindämmung der ehemaligen Sowjetunion handelte. Eisenhower startete eine jahrelange Medienkampagne, die auf ein ‘Emotionsmanagement’ abzielte und die Ängste vor einer weiteren atomaren Aufrüstung mit dem Versprechen einer friedlichen Nutzung von Uran in künftigen Kernreaktoren ausglich. Ironischerweise bekommt diese eingängige Phrase heute eine ganz neue Bedeutung: Atombomben können das beste Mittel für eine gerechte Weltordnung sein.”

Und die Ukraine?

Sie vermissen eine Analyse zum Ukraine Konflikt? Dann hören Sie, was der indische Diplomat am gleichen Tag, den 7. März 2022 dazu schreibt (2).

Bhadrakumar ist der Meinung, dass Russlands Ukraine-Operation ab dem Tag in eine neue Phase eintrete. Er erläutert, dass Russlands “Spezialoperationen” nach dem Nachlassen der Kämpfe in den letzten Tagen in eine kritische Phase eingetreten seien. So habe man nach Intervention des französischen Präsidenten Macron in vier Sektoren humanitäre Korridore geöffnet, um Zivilisten zu ermöglichen, den Kämpfen auszuweichen. Außerdem sei ein Waffenstillstand im Gespräch.

Interessanterweise habe Russland die Evakuierung auf sein eigenes Territorium und den Weitertransport zu verschiedenen Zielen angeboten, die die Evakuierten wählen können. Damit werde die Möglichkeit, dass sich die Extremisten hinausschleichen, um sich anderswo wieder den Kämpfen anzuschließen, erheblich verringert. Es bleibt jedoch abzuwarten, inwieweit die Zivilbevölkerung von diesem Angebot Gebrauch machen wird. Moskaus “Entnazifizierung” der Ukraine sei ein wichtiges politisches Ziel, und die in diesen Sektoren angesiedelten Neonazi-Milizen seien geneigt, “menschliche Schutzschilde” einzusetzen, um die Dynamik der russischen Operationen zu brechen.

Zweifellos seien die Vorbereitungen für eine Verstärkung der russischen Operationen in den oben genannten Sektoren in den kommenden Tagen getroffen. Das russische Waffenstillstandsangebot sei eine letzte Gelegenheit für die Zivilbevölkerung, der Gefahr zu entkommen.

Die bevorstehenden Militäroperationen werden sich der Meinung Bhadrakumars darauf konzentrieren, die Kapitulation von Kiew, Sumy, Charkhiv und Mariupol zu erzwingen. Außerdem werden die verbleibenden Operationen zur Einnahme des Hafens von Odessa am Schwarzen Meer beginnen, die aller Wahrscheinlichkeit nach eine amphibische Landung vom Süden und einen Bodenangriff vom Norden her umfassen werden. Damit soll auch ein Eingreifen der NATO verhindert werden. Möglicherweise könnten die russischen Streitkräfte darüber hinaus versuchen, sich mit ihrer bestehenden Basis im abtrünnigen Transnistrien an der äußersten Südwestgrenze der Ukraine zu verbinden.

Im Großen und Ganzen hätten die Europäer, und ganz sicher die Biden-Administration, bereits geahnt, dass die russischen Operationen die Ziele Moskaus in den Regionen östlich des Dneiper-Flusses und entlang der Schwarzmeerküste weitgehend erreicht haben. Das Gebiet ergebe einen zusammenhängenden Landkorridor von Rostow am Don in Russland bis zur Krim.

Dann fügt der Autor hinzu, dass der US-Hype um die Lieferung von Kampfflugzeugen an die Ukraine, obwohl die Russen den Luftraum kontrollieren, die Gründung einer Exilregierung, die Unterstützung eines Aufstandes usw. den Gesichtsverlust des Westens vertuschen soll. Der Propagandakrieg der USA sei in vollem Gange. So kurz nach der Niederlage in Afghanistan sei diese strategische Niederlage ein verheerender Schlag für das Prestige der USA in Europa aber auch international.

Moskau erwarte nun, dass die ukrainische Delegation bei den Gesprächen in Belarus auf die Kapitulationsbedingungen eingehe. Putin habe in seinen Gesprächen mit Macron die russische Grundlinie bekräftigt. Die Chance, dass Russland zu diesem späten Zeitpunkt aufgibt, sei gleich null. Positiv wirke, meint der Diplomat, dass auch die Europäer keinen langwierigen Konflikt auf ihrem Kontinent wollen. Sie seien sich sehr wohl bewusst, dass sie die Trümmer und eventuelle Rückschläge auffangen müssten.

Aus dem Gastbeitrag des britischen Premierministers Boris Johnson in der New York Times vom 6. März gehe klar hervor, dass die NATO mit dem Rückzug begonnen habe. Abgesehen von der hochtrabenden Rhetorik und der Verbitterung darüber, dass Putin seinen Willen durchsetze, schlage Johnson realistisch sechs Schritte für die kommende Zeit vor: Mobilisierung einer internationalen humanitären Koalition; Unterstützung der Ukraine bei der Selbstverteidigung; Maximierung des wirtschaftlichen Drucks auf Russland; Beibehaltung des “aggressiven” Verhaltens Russlands im internationalen Rampenlicht; Offenheit für Diplomatie und Deeskalation; und Stärkung der euro-atlantischen Sicherheit.

“Bitte beachten Sie, was in diesen sechs Schritten nicht erwähnt wird: die Lieferung von Offensivwaffen an die Ukraine, um die Kämpfe zu verlängern oder die Russen ausbluten zu lassen, die Einsetzung einer Exilregierung oder die Planung eines ausgewachsenen Aufstands, um einen ‘Sumpf’ für das russische Militär zu schaffen  – alles Dinge, die in der schrillen US-Rhetorik häufig vorkommen. Auf der Ebene der Verantwortlichen herrscht eindeutig die beunruhigende Erkenntnis, dass die russischen Operationen auf Kurs sind und ihr Ausgang unausweichlich ist! Einfach ausgedrückt: Die USA haben den Propagandakrieg gewonnen, während Russland den Krieg selbst gewinnt.”

Bhadrakumar fasst dann zusammen, dass der Ausgang der russisch-ukrainischen Gespräche in Weißrussland ausschlaggebend sein wird. Die Abendrunde des 7. März werde entscheidend sein. Die Russen erwarten von den Ukrainern eine Antwort auf ihre Kapitulationsbedingungen. Wenn die USA die Ukrainer zum Zögern bewegen, könnten die russischen Generäle “die Handschuhe ausziehen” und den verbliebenen Widerstand mit maximaler Gewalt zerschlagen und die Operationen notfalls sogar auf die westlichen Grenzen der Ukraine zu den NATO-Ländern ausweiten. Aber so weit werde es nicht kommen. Die NATO befinde sich in einem reinen Selbstverteidigungsmodus.

Zeit gewinnen

Einen Tag später, am 8. März (3) konstatiert Bhadrakumar, dass die ukrainischen Unterhändler mehr Zeit für eine umfassende Antwort auf die russischen Bedingungen für einen Waffenstillstand haben wollen. Die Ukraine habe ihre Bereitschaft signalisiert, ein neutrales Land zu sein, das eine NATO-Mitgliedschaft ausschließt. Die wichtigsten Streitpunkte beschränken sich seiner Information nach auf: a) die Anerkennung der Krim als Teil Russlands und b) die Souveränität von Lugansk und Donezk. Diese Forderungen, so stellt er nüchtern fest, seien jedoch nicht verhandelbar. Doch für die ukrainische Führung eine bittere Pille, die sie schlucken müsse. Die ukrainische Haltung sei, dass diese Forderungen “praktisch” unmöglich sind.

Aber, so stellt der Autor trocken fest, habe Wladimir Medinskij, der Leiter des russischen Teams gegenüber Russia Today erklärt: “Meiner Meinung nach gibt es einen großen Unterschied zwischen unmöglich und ‘praktisch unmöglich’… Ich hoffe, dass wir letztendlich eine Lösung finden werden.”

Die russische Seite fühle sich ermutigt, auch wenn die gestrigen Gespräche keine greifbaren Ergebnisse brachten. Sie habe es nicht eilig, eine größere Militäroffensive zu starten. Dann stellt der Diplomat fest:

“In der Tat war es immer so, dass die russischen Generäle militärische Zwangsmaßnahmen ergreifen würden, um Synergieeffekte zu erzielen und einen parallelen politisch-diplomatischen Weg zur Erreichung des Moskauer Ziels (bei dem es nicht um Gebietseroberungen geht) einzuleiten. 

Die westlichen Analysten, die von den russischen Generälen einen massiven Angriff auf Kiew im Stile Pattons oder MacArthurs erwartet hatten, wurden stattdessen Zeuge einer verwirrenden russischen Strategie  – langsame, anhaltende Operationen, ohne übermäßige Gewaltanwendung und mit einer deutlichen Präferenz, Kämpfe zu vermeiden, indem man Widerstandsnester einkesselt und umgeht und sich nicht auf Schlachten einlässt.” 

Dann führt er aus, dass Putin am 7. März erklärte, dass “Wehrpflichtige nicht an den Kampfhandlungen teilnehmen und auch nicht teilnehmen werden, und dass es keine zusätzlichen Einberufungen von Reservisten aus der Reserve geben wird… Die Einsätze werden nur von professionellen Truppen durchgeführt.”

Die ukrainische Seite sei sich darüber im Klaren, dass die russische Strategie aufgeht, da die russischen Streitkräfte Kiew von Nordwesten, Westen und Osten her einkesseln, die Schwarzmeerhäfen nicht mehr zugänglich sind und die Streitkräfte im Osten eingeschlossen sind.

Gestern habe Zelensky die düstere Lage eingeräumt. Nach der dritten Runde in Weißrussland habe er sich aber beeilt zu versichern, dass die Gespräche bis zu einer Einigung fortgesetzt würden!

Die Russen haben es nicht so eilig. Sie vermeiden Triumph und lassen stattdessen der ukrainischen Seite genügend Spielraum, um einige wirklich harte Entscheidungen zur Kapitulation zu treffen  – während der militärische Druck auf Kiew aufrechterhalten wird, meint der Autor. Die Sprecherin des Außenministeriums, Maria Zakharova, habe am 7. März gesagt: “Wir halten uns die Tür für diplomatische Optionen offen. Sobald es entsprechende Signale gibt, werden wir darauf reagieren.”

Wichtig sei, dass sich beide Seiten auf einen Fahrplan für die Schaffung humanitärer Korridore geeinigt haben und die russische Seite eine Waffenruhe angekündigt hat. Außerdem sollen diese Korridore in enger Abstimmung über eine Hotline betrieben werden, erklärt Bhadrakumar. In der russischen Erklärung, hieße es, dass “eine ständige Kommunikationsverbindung zwischen der russischen und der ukrainischen Seite für den gegenseitigen Austausch von Informationen über die Vorbereitung und Durchführung der Evakuierung von Zivilisten und ausländischen Staatsbürgern eingerichtet werden soll”.

Diese gemeinsame Arbeit und die Beruhigung der Kämpfe bilden die Grundlage für das entscheidende Treffen zwischen dem russischen Außenminister Sergej Lawrow und seinem ukrainischen Amtskollegen Kuleba am Donnerstag im türkischen Antalya, erklärt der Autor. Allein die Tatsache, dass die Gespräche auf die Ebene der Außenminister gehoben wurden, lasse hoffen, dass eine kritische Masse erreicht werden kann.

Völlig desillusioniert über den “Verrat” durch die USA und die NATO strebt Zelenski eine Einigung mit Moskau an. Es ist müßig, dem Ergebnis vorzugreifen, aber es gebe einen Wendepunkt. Die großen europäischen Länder  – Großbritannien, Frankreich, Deutschland und die Niederlande  – haben Washingtons kriegstreibenden Vorschlag, Sanktionen gegen Russlands Ölexporte zu verhängen, zurückgewiesen.

Ölexporte sind die Haupteinnahmequelle Russlands, daher sei dies eine klare Absage an Washingtons Bemühungen, Russland zu isolieren. Das ginge aus einer Stellungnahme Macrons vom 7. März hervor, die er zitiert.

Am Sonntag habe auch der britische Premierminister Boris Johnson in einem Gastbeitrag in der New York Times geschrieben: “Wir hegen keine Feindseligkeit gegenüber dem russischen Volk, und wir haben nicht den Wunsch, eine große Nation und eine Weltmacht anzugreifen. Die Ukraine hatte keine ernsthafte Aussicht auf eine NATO-Mitgliedschaft in naher Zukunft. Dies ist kein NATO-Konflikt, und er wird auch keiner werden.”

In der Zwischenzeit schlossen auch große europäische Länder, insbesondere Deutschland, eine EU-Mitgliedschaft der Ukraine aus  – was ironischerweise das Thema war, das den von den USA unterstützten Putsch in Kiew im Jahr 2014 auslöste und das katastrophale Abgleiten in einen Konflikt mit Russland einleitete, stellt der Diplomat nüchtern fest.

Fazit:

Beobachten wir die nächsten Tage, inwieweit die Einschätzung dieses Ex-Diplomaten zutreffen wird. Es lohnt sich außerhalb der üblichen Medien nach Stimmen der Vernunft und kühlen Analyse zu suchen, um kluge und unparteiische Meinungen zu finden. Der Autor dieser Analysen findet sich auch auf Twitter (3).

Quellen:

  1. https://www.indianpunchline.com/vienna-talks-on-iran-at-crossroads/
  2. https://www.indianpunchline.com/russias-ukraine-operations-enter-new-phase/
  3. https://www.indianpunchline.com/ukraine-faces-defeat/
  4. https://twitter.com/BhadraPunchline
Quelle: apolut.net
https://apolut.net/ukraine-ueberschattet-nicht-nur-corona-aufarbeitung-von-jochen-mitschka/

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