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Seniora.org - Big Data

Ein spannendes Interview mit der Autorin von “Das Ende der Demokratie”

Sehr geehrte Senioraleserin, Sehr geehrter Senioraleser,
ich sah heute Abend bei BR-alpha mit grossem Interesse das Gespräch mit Frau Hofstetter. Sie versteht es brillant, das Phänomen "Künstliche Intelligenz" und die damit einhergehende Tragweite einer völlig neuen Steuerungs- und Manipulationstechnik des Menschen auf verständliche Weise darzustellen. Sehr hörens- und nachdenkenswert!
Willy Wahl

Yvonne Hofstetter ist Expertin für künstliche Intelligenz. Ihr erstes Buch "Sie wissen alles: Wie Big Data in unser Leben eindringt und warum wir um unsere Freiheit kämpfen müssen" (2014) wurde ein Bestseller, im September 2016 erschien "Das Ende der Demokratie. Wie die künstliche Intelligenz die Politik übernimmt und uns entmündigt".

"Dazu müsste man vielleicht zuerst einmal klären, was Digitalisierung überhaupt ist. Digitalisierung bedeutet nichts anderes, als dass wir unsere Welt in einen riesengroßen Computer umwandeln. Das bedeutet, dass wir heute im 21. Jahrhundert über alles Daten sammeln und diese Daten speichern, mit diesen Daten Analysen erstellen und Prognosen treffen, um steuernd und lenkend in das Leben, in die Natur, in den Menschen, in die Gesellschaft einzugreifen. Dazu muss man Messdaten erheben, also sehr große Datenmengen, Big Data genannt. Es macht aber einen Unterschied, ob man Messdaten von Menschen erhebt, ob man Menschen überwacht, ob man Verhaltens- und Lebensprofile von Menschen erstellt oder ob man beispielsweise in der Industrie Messdaten von Industrieanlagen erhebt, von Weichen, von Bahnschienen usw. Bahnschienen und Weichen haben keine Rechte, auch Häuser nicht, wie überhaupt Sachen keine Rechte haben. Menschen jedoch haben Rechte, haben Freiheitsrechte. Deswegen ist in diesem Bereich die Überwachung, die Verarbeitung von Daten, die Steuerung mittels erhobener Daten kritisch zu sehen, weil sie gegen Grundrechte verstößt."

Yvonne Hofstetter

Das Ende der Demokratie

Wie die künstliche Intelligenz die Politik übernimmt und uns entmündigt

Buch Ende Demokratie

Das Ende der Demokratie

Wird die künstliche Intelligenz Wirtschaft und Alltag in Zukunft dominieren und den Menschen tendenziell verdrängen? Werden intelligente Maschinen Politik machen? Yvonne Hofstetter sieht deutliche Anzeichen für diese Entwicklungen. Big Data speichert unser Verhalten, künstliche Intelligenzen analysieren unsere Absichten. Und weil sie uns kennen, können sie uns manipulieren, uns unmerklich bevormunden. Der Umbau der Gesellschaft in die Herrschaft der künstlichen Intelligenz ist in vollem Gange. Ob wir sie tatsächlich wollen, darüber haben wir niemals demokratisch abgestimmt. Drohen also Freiheit und Demokratie zwischen Politikversagen und Big Data zerrieben zu werden? Hofstetter warnt davor, Big Data einfach zu verteufeln, nur um dann doch weiterzumachen wie bisher. Anhand hochbrisanter Szenarien  – der Wahl einer rechtsradikalen Regierung, der Eurokrise und der Schließung europäischer Binnengrenzen  – zeigt sie, wie intelligente Maschinen selbstständig politische Herausforderungen berechnen und bewältigen würden.

Quelle:
http://www.br.de/fernsehen/ard-alpha/sendungen/alpha-forum/yvonne-hofstetter-gespraech-100.html

Ich habe nur gezeigt, dass es die Bombe gibt

Von Mikael Krogerus und Hannes Grassegger
Das Magazin N°48, 3. Dezember 2016
Der Psychologe Michal Kosinski hat eine Methode entwickelt, um Menschen anhand ihres Verhaltens auf Facebook minutiös zu analysieren. Und verhalf so Donald Trump mit zum Sieg.

Am 9. November gegen 8.30 Uhr erwacht Michal Kosinski in Zürich im Hotel Sunnehus. Der 34-jährige Forscher ist für einen Vortrag am Risikocenter der ETH angereist, zu einer Tagung über die Gefahren von Big Data und des sogenannten digitalen Umsturzes. Solche Vorträge hält Kosinski ständig, überall auf der Welt. Er ist ein führender Experte für Psychometrik, einen datengetriebenen Nebenzweig der Psychologie. Als er an diesem Morgen den Fernseher einschaltet, sieht er, dass die Bombe geplatzt ist: Entgegen den Hochrechnungen aller führenden Statistiker ist Donald J. Trump gewählt worden.

Lange betrachtet Kosinski Trumps Jubelfeier und die Wahlergebnisse der einzelnen Bundesstaaten. Er ahnt, dass das Ergebnis etwas mit seiner Forschung zu tun haben könnte. Dann atmet er tief durch und schaltet den Fernseher aus.

Am gleichen Tag versendet eine bis dahin kaum bekannte britische Firma mit Sitz in London eine Pressemitteilung: «Wir sind begeistert, dass unser revolutionärer Ansatz der datengetriebenen Kommunikation einen derart grundlegenden Beitrag zum Sieg für Donald Trump leistet», wird ein Alexander James Ashburner Nix zitiert. Nix ist Brite, 41 Jahre alt und CEO von Cambridge Analytica. Er tritt stets im Massanzug und mit Designerbrille auf, die leicht gewellten blonden Haare nach hinten gekämmt.

Quelle: Das Magazin
https://www.dasmagazin.ch/2016/12/03/ich-habe-nur-gezeigt-dass-es-die-bombe-gibt/
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