| Der Griff nach der Bildung - von Dr. Alfred Burger |
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| Freitag, 23. Juli 2010 | |
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Nr. 14/15 vom 6.4.2009 Der Griff nach der BildungDie Umgestaltung unseres Schulwesens nach der Ideologie des Neoliberalismusvon Dr. Alfred Burger, Zürich *
In den letzten
Wochen und Monaten wurde deutlich, dass weltweit operierende,
einflussreiche Finanzkreise zur Befriedigung ihrer Geld- und Machtgier
nicht davor zurückschrecken, ein Geschäft mit den Grundbedürfnissen der
Menschen zu machen und ganze Volkswirtschaften zu ruinieren. Angesichts
der heutigen Situation müssten verschiedene wirtschaftliche und
gesellschaftliche Entwicklungen der letzten Jahre, die ein Unbehagen bei
den Menschen hervorgerufen haben, nochmals durchdacht werden.
Transparenz in der Analyse ermöglicht klares Denken, zeigt
Handlungsperspektiven auf und macht Widerstand möglich. Beispielhaft
sollen hier die Veränderungen im Bildungsbereich näher betrachtet
werden.
«The state’s objective would be
better served by a competitive educational market than by a governement
monopoly. […] As in other industries, such a competitive free market
would lead to improvements in quality and reductions of cost.»1
Dieses Zitat von Milton Friedman, dem wohl
bekanntesten Vertreter des Neoliberalismus, der heute in der einen oder
anderen Form Grundlage der Wirtschaftsordnung in den allermeisten
Industrienationen geworden ist, zeigt, wohin die Reise im Schulwesen
gehen soll. Friedman sieht demzufolge in einem auf Wettbewerb
ausgerichteten privaten Schulwesen eine Verbesserung der Schulqualität
und eine Verminderung der Kosten. Er will das Bildungswesen den gleichen
Steuerungsmechanismen aussetzen, wie er das für die Wirtschaft machte,
damit die Effizienz erhöht werde. Friedman plädiert dafür, die
öffentlichen Schulen zu privatisieren, damit der Staat nicht mehr für
die einzelnen Schulen aufkommen muss und diese autonomer werden. Die
Erziehungsdienstleistungen werden dabei von gewinnorientierten
Unternehmen angeboten. Bereits heute gehen in den USA Hunderttausende
von Kindern in Schulen, die von Bildungsunternehmen, wie z.B. Edison,
geführt werden. Der Staat hat nur noch die Aufgabe, einen
Mindeststandard zu garantieren. Bildung und private TrägerschaftenFriedman schlägt «Bildungsgutscheine» vor, die es den Eltern ermöglichen, die Schulen auszusuchen, die sie für ihr Kind für am besten halten. Damit werde der Wettbewerb unter den Schulen angeregt, und ihre Qualität werde besser. Die bestehenden Schulhäuser und andere öffentlichen Einrichtungen können an Unternehmen verkauft werden. |
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| Letzte Aktualisierung ( Freitag, 23. Juli 2010 ) |
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